Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer zur Verwendung bei Handfeuerwaffen, insbesondere
bei Kurz- oder Langwaffen, wie z.B. Jagdgewehren.
Stand der Technik
[0002] Beim Abfeuern eines Geschosses mit einer Handfeuerwaffe bzw. Schusswaffe kommt es
zur explosionsartigen Verbrennung der Treibladung, wodurch sich im Lauf der Handfeuerwaffe
heiße und hochgespannte Gase bilden. Sobald das Geschoss den Lauf der Handfeuerwaffe
verlässt und die ihm nachfolgenden heißen und hochgespannten Gase der Treibladung
in die Atmosphäre treten, entsteht ein Knall, der sogenannte Mündungsknall. Der Mündungsknall
wird dabei durch die plötzliche bzw. schlagartige Entspannung der aus der Laufmündung
austretenden heißen und hochgespannten Gase hervorgerufen.
[0003] Schalldämpfer dienen im Allgemeinen zur Reduzierung des Mündungsknalls und des Mündungsfeuers
und stellen im Inneren eine oder mehrere Expansionskammern zur Verfügung, in der die
aus der Laufmündung austretenden heißen und hochgespannten Gase expandieren können.
Um die Energie der Gase möglichst effektiv abzubauen, sind in den Expansionskammern
Lamellen oder unterschiedlich ausgeformter Reflexionselemente wie z.B. Prallwände
oder andere, meist geneigte oder spiralförmig angeordnete Bauteile vorgesehen, welche
den Strom der Gase hemmen und die Gase abkühlen. Die aus dem Schalldämpfer austretenden
Gase weisen folglich nur noch eine geringe Schallenergie auf, d.h. es ist ein relativ
leiser Knall zu hören.
[0004] Schalldämpfer zur Reduzierung des beim Abfeuern eines Geschosses verursachten Mündungsknalls
und Mündungsfeuers sind hinreichend bekannt. Herkömmliche Schalldämpfer sind an der
Laufmündung einer Handfeuerwaffe bzw. Schusswaffe befestigbar und bestehen in der
Regel aus einem Rohr, das als Expansionskammer für die aus der Laufmündung strömenden
Gase und das zur Aufnahme von Reflexionselementen dient, wobei die Reflexionselemente
senkrecht bzw. axial zum Schusskanal angeordnet sind und zur Dämpfung des Mündungsknalls
dienen.
[0006] Die Dämpfungsleistung eines Schalldämpfers ist dabei maßgeblich von der Größe der
Expansionskammer abhängig, d.h. je größer der Durchmesser und die Länge des Schalldämpfers
sind, desto höher ist die Dämpfungsleistung. Während die Länge des Schalldämpfers,
also die Verlängerung der Handfeuerwaffe durch den über die Laufmündung hinausragenden
Teil, möglichst kurz gehalten werden soll, kann der Durchmesser von Schalldämpfer
zu Schalldämpfer deutlich variieren. Klassische Schalldämpfer weisen dabei einen Durchmesser
von 40 mm oder 45 mm. Eine höhere Dämpfungsleistung bieten beispielsweise Schalldämpfer
mit einem Durchmesser von 60 mm. Problematisch ist jedoch, dass bei einem größer werdenden
Durchmesser des Schalldämpfers die Visierlinie bzw. das Sichtfeld des Schützens teilweise
verdeckt ist. Aus dem Stand der Technik sind daher Schalldämpfer bekannt, die auf
die Laufmündung montiert werden können und exzentrisch zur Mittelachse bzw. Seelenachse
des Laufs verdreht werden können, sodass die Visierlinie bzw. das Sichtfeld des Schützens
frei ist.
[0007] Der
US 1,462,158 A ist beispielsweise ein an der Laufmündung der Schusswaffe montierbarer Schalldämpfer
zu entnehmen, welcher aus einem hohlzylinderförmigen äußeren Gehäuse und einem konzentrisch
zu dem äußeren Gehäuse angeordneten, und in dem äußeren Gehäuse aufgenommenen, inneren
hohlzylinderförmigen Gehäuse besteht. Sowohl das innere als auch das äußere Gehäuse
weisen dabei mehrere Auslassöffnungen auf, aus welchen das expandierende Gas aus dem
Gehäuse austreten kann. Zur Montage des Schalldämpfers an der Laufmündung der Schusswaffe
weist das äußere Gehäuse eine Adaptereinheit auf, welche exzentrisch zu der Mittelachse
des äußeren Gehäuses angeordnet ist.
[0008] Ein weiteres Beispiel für einen exzentrisch zur Mittelachse des Laufs einer Schusswaffe
angeordneten Schalldämpfers wird in der
GB 191024766 A gezeigt. Der Schalldämpfer besteht dabei aus einem inneren, den Schusskanal bildenden
Gehäuseteil, welches am Lauf der Schusswaffe montiert wird und in welchem eine Vielzahl
von Reflexionselemente aufgenommen sind, und aus einem das innere Gehäuseteil umgebenden
und exzentrisch zu diesem angeordneten ersten und zweiten Gehäuseteil. Zwischen dem
ersten und zweiten Gehäuseteil ist vorliegend ein Dämpfungsmaterial in der Form von
Metallspäne eingebracht. Sowohl das innere Gehäuseteil als auch das erste und zweite
Gehäuseteil weisen dabei eine Vielzahl von Gasaustrittsöffnungen auf.
[0009] Die bekannten Schalldämpfer weisen verschiedene Nachteile auf, zum einen ist die
Schalldämpferleistung meist nicht ausreichend, sodass trotz Verwendung eines Schalldämpfers
häufig noch verhältnismäßig laute Geräusche bei der Abgabe eines Schusses entstehen.
Dies stellt insbesondere in einer ruhigen Umgebung, wie z.B. auf der Jagd, ein großes
Problem dar. Zum anderen ist die Wärmeentwicklung, insbesondere beim Abfeuern mehrere
Schüsse in kurzer Zeit, problematisch, da der Schütze durch das aufgrund der Hitzeentwicklung
entstehende Flimmern in seiner Sicht gestört wird.
Darstellung der Erfindung
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher einen Schalldämpfer für Schusswaffen
bzw. Handfeuerwaffen zur Verfügung zu stellen, der den Mündungsknall sowie das Mündungsfeuer
beim Abfeuern eines Geschosses zuverlässig und im großen Maße reduziert. Diese Aufgabe
wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0011] Die vorliegende Erfindung stellt einen Schalldämpfer für Schusswaffen bzw. Handfeuerwaffen,
insbesondere Kurz- oder Langwaffen, zur Verfügung, umfassend ein sich in Längsrichtung
des Schalldämpfers erstreckendes Gehäuse mit einer stirnseitigen Geschosseintrittsöffnung,
einer dieser gegenüberliegenden stirnseitigen Geschossaustrittsöffnung sowie einem
Gehäuseinnenraum, wobei der Gehäuseinnenraum zumindest eine Expansionskammer für die
beim Abfeuern eines Geschosses entstehenden Gase ausbildet. Weiter umfasst der Schalldämpfer
eine Adapter- und Dämpfungseinheit, aufweisend einen Verbindungsabschnitt, mittels
dem der Schalldämpfer mit einer Laufmündung der Handfeuerwaffe lösbar verbindbar ist,
und einen Dämpfungsabschnitt mit mehreren Gasaustrittsöffnungen, wobei sich die Adapter-
und Dämpfungseinheit zwischen der Geschosseintrittsöffnung und der Geschossaustrittsöffnung
erstreckt und einen Schusskanal für das Geschoss ausbildet. Ferner weist der Schalldämpfer
eine in dem Gehäuse angeordnete, den Dämpfungsabschnitt zumindest teilweise aufnehmende
und hohlzylinderförmig ausgebildete Dämpfungshülle, wobei die Dämpfungshülle die Dämpfungshülle
zumindest eine, sich ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle erstreckende
Gasaustrittsausnehmung aufweist, wobei die zumindest eine Gasaustrittsausnehmung zumindest
eine, entlang des Umfangs der Dämpfungshülle angeordnete Gasaustrittsöffnungen aufweist.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass in der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung
zumindest ein ringförmiges Federelement aufgenommen ist, wobei die zumindest eine
Gasaustrittsöffnung der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung von dem zumindest einem
Federelement abgedeckt wird.
[0012] Der im vorliegenden Text verwendete Begriff "Gehäuse" bezieht sich auf ein herkömmliches
Gehäuse aus vorzugsweise formstabilem, temperaturbeständigem und widerstandsfähigem
Material, insbesondere Stahl, Aluminium oder einer Aluminiumlegierung. Ein Gehäuse
aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung hat den Vorteil, dass dieses einerseits
robust bzw. widerstandfähig ist, andererseits ein sehr geringes Gewicht aufweist.
Ein geringes Gewicht ist bei Schalldämpfern, insbesondere bei Schalldämpfern, die
an Langwaffen wie z.B. Jagdgewehren, befestigbar sind, essentiell, zum einen soll
das vom Schützen handzuhabende Gesamtgewicht von Gewehr und Schalldämpfer möglichst
gering gehalten werden, zum anderen garantiert ein leichter Schalldämpfer eine bessere
Waffenbalance. Um die Widerstandsfähigkeit bzw. Robustheit des Gehäuses zu erhöhen,
kann das Gehäuse an der Innenseite und/oder Außenseite zumindest teilweise mit einer
Beschichtung, wie z.B. einer Harteloxal-Beschichtung mit PTFE Imprägnierung versehen
sein. Das Gehäuse oder zumindest Teile des Gehäuses können jedoch aus einem anderen
geeigneten Material wie z.B. Faserverbundwerkstoffe hergestellt sein. Vorteilhafterweise
ist das Gehäuse mehrteilig ausgebildet, wodurch defekte Gehäuseteile auf einfache
Art und Weise ausgetauscht werden können.
[0013] Der erfindungsgemäße Schalldämpfer ist mit dem Vorteil verbunden, dass dieser eine
verbesserte und somit eine besonders hohe Dämpfungsleistung erzielt, d.h. die Energie
der beim Abfeuern des Geschosses bzw. der Patrone entstehenden, heißen und hochgespannten
Gase werden von dem Schalldämpfer besonders gut absorbiert bzw. geschluckt. Ein wesentlicher
Faktor für die Erzielung der verbesserten Dämpfungsleistung ist das zumindest eine,
in der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung der Dämpfungshülle aufgenommene, ringförmige
Federelement, welches die zumindest eine Gasaustrittsöffnung der jeweiligen Gasaustrittausnehmung
abdeckt. Bevorzugt kommen als Federelemente dabei Wurmfedern zum Einsatz. Derartige
Federelemente, insbesondere Wurmfedern, haben aufgrund der Windungen eine große Oberfläche,
wodurch die beim Abfeuern eines Geschosses bzw. einer Patrone freiwerdende Wärme möglichst
gut aufgenommen und abgeleitet werden kann. Die Aufnahme der beim Abfeuern eines Schusses
freiwerdende Wärme führt nämlich zu einer Druckreduktion, d.h. die heißen Gase werden
abgekühlt und der Druck im Innenraum des Schalldämpfers wird deutlich reduziert. Ein
geringerer Druck bewirkt, dass die Gase beim Austreten aus dem Schalldämpfer in die
Atmosphäre einen deutlich leiseren Knall verursachen.
[0014] Außerdem dienen die auf den Gasaustrittsöffnungen aufliegenden Wurmfedern als ein
Art Rückschlagventil, d.h. die Wurmfedern liegen im nicht-aktiven Zustand der Handfeuerwaffe
in der jeweiligen Gasaustrittsausnehmung auf der Oberfläche der Dämpfungshülle auf,
wodurch die Gasaustrittsöffnungen durch die Wurmfeder verschlossen bzw. vollständig
abgedeckt sind. Im aktiven Zustand der Handfeuerwaffe, d.h. beim Abfeuern eines Geschosses
bzw. einer Patrone, werden die Wurmfedern von der Oberfläche der Dämpfungshülle angehoben
und das hochgespannte Gas kann aus der Dämpfungshülle in Richtung des Gehäuses bzw.
der Gehäusewandung strömen, demnach sind die Gasaustrittsöffnungen geöffnet. Sobald
die Gase aus dem Innenraum der Dämpfungshülle entwichen sind, bewegen sich die Wurmfedern
wieder zurück in die Ausgangsposition und liegen wieder auf der Oberfläche der Dämpfungshülle
auf. Der durch die Wurmfeder gebildete Ventilmechanismus zeichnet sich außerdem dadurch
aus, dass dieser selbstreinigend ist, d.h. die Wurmfeder reinigt sich durch die Bewegung
beim Abfeuern eines Schusses selbst. Da sich an der Wurmfeder kein Schmutz anlagert,
kann die Dämpfungsleistung konstant gehalten werden.
[0015] Weiterhin dienen die Federelemente, insbesondere die Wurmfedern, als Schallbrecher,
in dem diese die bei dem Abfeuern eines Schusses aus den Innenraum ausströmenden Gase
hemmen bzw. verwirbeln. Durch die Verwirbelung strömen die unter einem extrem hohen
Druck stehenden Gase über einen verlängerten Zeitraum aus dem Innenraum der Dämpfungshülle
aus.
[0016] Der modulartige Aufbau des Schalldämpfers sowie die Anordnung der Federelemente an
der Dämpfungshülle ermöglicht darüber hinaus im Verschleißfall oder bei einem Defekt
einen schnellen, kostengünstigen Austausch des defekten Federelements.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Dämpfungshülle zwei oder mehrere,
Gasaustrittsausnehmungen auf, welche in Längsrichtung voneinander beabstandete sind.
Vorteilhafterweise sind zumindest zwei Gasaustrittsausnehmungen angrenzend zueinander
angeordnet sind und bilden so eine Gruppe von Gasaustrittsausnehmungen, wobei die
einzelnen Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen in Längsrichtung beabstandet voneinander
angeordnet sind. Erfindungsgemäß kann eine Gruppe von Gasaustrittsausnehmungen auch
durch drei oder mehrere Gasaustrittsausnehmungen gebildet werden. Auch die Anzahl
der Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen ist nicht beschränkt. Vielmehr können je
nach Größe und Bauform der Dämpfungshülle sowie gewünschter Dämpfungsleistung mehrere,
insbesondere drei bis acht, Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen an der Dämpfungshülle
angeordnet sein. Besonders bevorzugt sind vier Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen
mit je zwei oder drei Gasaustrittsausnehmungen an der Dämpfungshülle angeordnet. Eine
große Anzahl von Gasaustrittsausnehmungen und darin aufgenommenen Wurmfedern spielt
insbesondere bei Schusswaffen, die mehrere aufeinanderfolgende Schüsse abgeben, eine
wichtige Rolle, da die von den Wurmfedern aufzunehmende bzw. absorbierende Wärmeenergie
der Gase deutlich größer ist.
[0018] Um eine möglichst gute und homogene Ableitung der beim Abfeuern eines Schusses entstehenden
heißen und hochgespannten Gase zu erreichen, sind je Gasaustrittsausnehmung mehrere,
ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle erstreckende Gasaustrittsöffnungen
vorgesehen. Vorteilhafterweise sind die Gasaustrittsöffnungen jeder Gasaustrittsausnehmung
gleichmäßig um den Umfang der Dämpfungshülle verteilt. Je nach Größe und Bauart der
Dämpfungshülle können unterschiedlich viele Gasaustrittsöffnungen in der jeweiligen
Gasaustrittsausnehmung vorgesehen sein. Bevorzugter Weise sind vier bis 24, insbesondere
zehn bis 16, Gasaustrittsöffnungen pro Gasaustrittsausnehmung über den Umfang der
Dämpfungshülle verteilt. Auch die Querschnittsform der Gasaustrittsöffnungen ist keineswegs
auf eine Querschnittsform beschränkt, vielmehr können die Gasaustrittsöffnungen die
Querschnittsform eines Kreises, Halbkreises, Ellipse, Dreiecks, Vierecks, Rechtecks,
Quadrats, Polygons, etc. aufweisen. Denkbar wären auch Gasaustrittsöffnungen mit einer
unregelmäßigen Querschnittsform. In Wirkverbindung mit dem Federelement haben sich
als Gasaustrittsöffnungen jedoch kreisförmige Durchbrechungen bzw. Bohrungen als besonders
geeignet herausgestellt.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist jede der Gasaustrittsausnehmungen
die Verschiebung des jeweiligen Federelements in Längsrichtung verhindernde und von
der Dämpfungshülle wegragende, seitliche Vorsprünge auf. Weiterhin vorteilhaft erstrecken
sich die seitlichen Vorsprünge ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle.
Die seitlichen Vorsprünge dienen dabei jeweils als Sitz für das entsprechende Federelement
und bewirken, dass das Federelements nicht in Längsrichtung verschoben werden kann.
[0020] Weiter ist es von Vorteil, wenn das Gehäuse hohlzylinderförmig ausgebildet ist und
einen Gasableitungsabschnitt aufweist. Der Gasableitungsabschnitt umfasst dabei zumindest
eine, sich ringförmig entlang des Umfangs des Gehäuses erstreckende Gasableitungsausnehmung,
wobei die zumindest eine Gasableitungsausnehmung zumindest eine, entlang des Umfangs
des Gehäuses angeordnete Gasableitungsöffnung aufweist und wobei in der zumindest
einen Gasableitungsausnehmung zumindest ein, die zumindest eine Gasableitungsöffnung
abdeckendes, ringförmiges Dichtungselement aufgenommen ist.
[0021] In einer Weiterbildung der Erfindung sind zwei oder mehrere, in Längsrichtung voneinander
beabstandete Gasableitungsausnehmungen an dem Gasableitungsschnitt angeordnet, wobei
wenigstens eine der Gasableitungsausnehmungen zumindest eine Gasableitungsöffnung
aufweist. In einer wiederum bevorzugten Ausführungsform weist der Gasableitungsabschnitt
zwei oder mehrere, in Längsrichtung voneinander beabstandete Gasableitungsausnehmungen
auf, wobei zwei oder jede der Gasableitungsausnehmungen mit zumindest einer Gasableitungsöffnung
versehen sind. Diejenigen Gasableitungsausnehmungen, welche ohne zumindest einer Gasableitungsöffnung
versehen sind, dienen als Sitz zur Aufnahme des zumindest einen Dichtungselements.
Demnach ist es von Vorteil, wenn in jeder Gasableitungsausnehmung zumindest ein Dichtungselement
aufgenommen ist.
[0022] Insbesondere bei Einzellader-Schusswaffen, wie z.B. Jagdgewehre oder Pistolen, ist
es zur Ableitung der beim Abfeuern eines Schusses entstehenden Gase ausreichend, wenn
wenigstens zwei, frontseitig angeordnete Gasableitungsausnehmungen mit jeweils zumindest
einer Gasableitungsöffnung vorgesehen sind. Dagegen kann es bei Schalldämpfern für
halb- oder vollautomatische Schusswaffen von Vorteil sein, wenn mehr als zwei Gasableitungsausnehmungen
mit jeweils zumindest einer Gasableitungsöffnung vorgesehen sind. Die Anzahl der mit
Gasableitungsöffnungen versehenen Gasableitungsausnehmungen ist somit maßgeblich von
der abzuleitenden Wärmeenergie und/oder dem abzuleitenden Gasstrom abhängig.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind zumindest zwei Gasableitungsausnehmungen
angrenzend zueinander angeordnet sind und bilden so eine Gruppe von Gasableitungsausnehmungen,
wobei die einzelnen Gruppen von Gasableitungsausnehmungen in Längsrichtung beabstandet
voneinander angeordnet sind. Erfindungsgemäß kann eine Gruppe von Gasableitungsausnehmungen
auch durch drei oder mehrere Gasableitungsausnehmungen gebildet werden. Auch die Anzahl
der Gruppen von Gasableitungsausnehmungen ist nicht beschränkt. Vielmehr können je
nach Größe und Bauform des Gehäuses sowie gewünschter Dämpfungsleistung mehrere, insbesondere
drei bis acht, Gruppen von Gasableitungsausnehmungen an dem Gasableitungsabschnitt
angeordnet sein. Besonders bevorzugt sind vier Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen
mit je zwei oder drei Gasaustrittsausnehmungen an dem Gasableitungsabschnitt angeordnet.
[0024] Die Gasableitungsöffnungen jeder Gasableitungsausnehmung sind dabei bevorzugt gleichmäßig
um den Umfang des Gehäuses verteilt, sodass ein konzentriertes Austreten der Gase
aus dem Gehäuse des Schalldämpfers verhindert wird. Vielmehr können die beim Abfeuern
eines Schusses entstehenden und durch den Schalldämpfer strömenden Gase über die am
Umfang des Gehäuses verteilten Gasableitungsöffnungen in unterschiedlichste Richtungen
aus dem Gehäuse ausströmen. Besonders bevorzugt sind die Gasableitungsöffnungen nur
im seitlichen Bereich des Gehäuses eingebracht, wodurch verhindert wird, dass die
ausströmenden Gase direkt in das Sichtfeld bzw. in die Visierlinie des Schützen strömen.
Durch die in der Gehäusewandung des Gehäuses angeordneten Gasableitungsöffnungen wird
der in Längsrichtung aus dem Lauf der Handfeuerwaffe austretende Gasstrom mittels
des Schalldämpfers in radialer Richtung umgelenkt, sodass der Rückstoß der Handfeuerwaffe
durch die umgelenkten und insbesonderem seitlich aus dem Gehäuse austretenden Gase
deutlich verringert wird.
[0025] Je nach Größe des Gasableitungsabschnitts des Gehäuses können unterschiedlich viele
Gasableitungsöffnungen in der zumindest einen Gasableitungsausnehmung vorgesehen sein.
Bevorzugter Weise sind zwei bis 12, insbesondere vier bis acht, Gasaustrittsöffnungen
pro Gasaustrittsausnehmung vorgesehen. Auch die Querschnittsform der Gasableitungsöffnungen
ist keineswegs beschränkt, vielmehr können die Gasaustrittsöffnungen die Querschnittsform
eines Kreises, Halbkreises, Ellipse, Dreiecks, Vierecks, Rechtecks, Quadrats, Polygons,
etc. aufweisen. Vorteilhafter Weise sind die Gasableitungsöffnungen als kreisförmige
Durchbrechungen bzw. Bohrungen ausgebildet.
[0026] Als Dichtungselement kommt vorzugsweise ein O-Ring zum Einsatz. Der O-Ring, welcher
in einer Gasableitungsausnehmung mit zumindest einer Gasableitungsöffnung aufgenommen
ist, bewirkt, dass die beim Abfeuern eines Geschosses bzw. einer Patrone entstehenden
heißen und hochgespannten Gase aus dem Innenraum nach Außen in die Atmosphäre abgeleitet
werden können. Zugleich nehmen die O-Ringe Wärmeenergie auf und geben diese langsam
an die Umgebung ab. Ferner liegt der der O-Ring, welcher in einer Gasableitungsausnehmung
mit zumindest einer Gasableitungsöffnung aufgenommen ist, im nicht-aktiven Zustand
der Handfeuerwaffe in der entsprechenden Gasableitungsausnehmung auf der Oberfläche
des Gehäuses auf und verschließt folglich die zumindest eine Gasableitungsöffnung.
Im aktiven Zustand der Handfeuerwaffe, d.h. beim Abfeuern eines Geschosses bzw. eine
Patrone, werden die O-Ringe aus der jeweiligen Gasableitungsausnehmung angehoben,
und die Gase können aus den Gasableitungsöffnungen entweichen. Sobald die Gase aus
dem Gehäuseinnenraum entwichen sind, bewegen sich die O-Ringe wieder zurück in ihre
Ausgangsposition, in welcher die O-Ringe in der jeweiligen Gasableitungsausnehmung
auf der Oberfläche des Gehäuses aufliegen. In der Ausgangsposition ist das Gehäuse
durch die O-Ringe wieder luftdicht verschlossen. Demnach erfüllen die O-Ringe die
Funktion eines Rückschlagventils. Da auch die die Wurmfedern als Rückschlagventil
agieren, ist der erfindungsgemäße Schalldämpfer mit zwei Ventilmechanismen ausgestattet.
[0027] Die Dichtungselemente dienen jedoch nicht nur als Rückschlagventil, sondern auch
als Dichtung, welche verhindert, dass Feuchtigkeit und Schmutz durch die Gasableitungsöffnungen
in das Gehäuse eindringt. Vorteilhafterweise bestehen die Dichtungselemente aus einem
temperaturbeständigen und/oder rutschfesten Material wie z.B. Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(kurz EPDM) oder Polytetrafluorethylen (kurz PTFE) oder dergleichen. Derartige Dichtungselemente
haben den Vorteil, dass diese ein Abrutschen der Handfeuerwaffe verhindern, wenn die
Handfeuerwaffe abgelegt oder abgestellt wird. Zudem wird durch die rutschhemmenden
Dichtungselemente ein Abrutschen der Hand beim Aufschrauben des Schalldämpfers auf
den Lauf der Handfeuerwaffe verhindert. Daher werden all diejenigen Gasableitungsausnehmungen,
welche keine Gasableitungsöffnung aufweisen, ebenfalls mit zumindest einem Dichtungselement
ausgestattet. So wird die rutschfeste Oberfläche durch die Dichtungselemente weiter
vergrößert und gleichzeitig die Handhabung des Schalldämpfers verbessert. Demnach
kann der Schalldämpfer auch in feuchter Umgebung problemlos auf den Lauf der Schusswaffe
montiert bzw. demontiert werden, da ein Abrutschen der Hand durch die rutschfeste
Oberfläche verhindert wird.
[0028] Weiterhin vorteilhaft ist, dass die Adapter- und Dämpfungseinheit mehrteilig ausgebildet
ist, umfassend eine den Verbindungsabschnitt bildende, hohlzylinderförmige Verbindungseinheit
und zumindest einen den Dämpfungsabschnitt bildende, hohlzylinderförmige Dämpfungseinheit,
wobei die zumindest eine Dämpfungseinheit an der Verbindungseinheit befestigt ist.
Erfindungsgemäß kann auch die Dämpfungseinheit mehrteilig ausgebildet sein, umfassend
eine an die Verbindungseinheit anschließende erste Dämpfungseinheit und eine an die
erste Dämpfungseinheit anschließende zweite Dämpfungseinheit. Die Befestigung der
Verbindungseinheit an der ersten Dämpfungseinheit sowie die Befestigung der ersten
Dämpfungseinheit an der zweiten Dämpfungseinheit durch eine kraft- und/oder formschlüssige
Verbindung erfolgt. Alternativ kann die Befestigung der Verbindungseinheit an der
ersten Dämpfungseinheit sowie die Befestigung der ersten Dämpfungseinheit an der zweiten
Dämpfungseinheit auch mittels einer Gewindeverbindung erfolgen. Da auch die Adapter-
und Dämpfungseinheit mehrteilig aufgebaut sein kann, entsteht ein modulartiger Schalldämpfer,
welcher aufgrund der Modularität auf einfach Art und Weise gereinigt und gewartet
werden kann. Darüber hinaus muss im Verschleißfall oder bei einem Defekt eines Bauteils
nicht der komplette Schalldämpfer erneuert bzw. ausgetauscht werden, vielmehr können
einzelne Bauteile ersetzt werden, wodurch es sich vorliegend um einen äußerst nachhaltigen
Schalldämpfer handelt.
[0029] Um eine möglichst widerstandsfähige und gleichzeitig wartungsarme Adapter- und Dämpfungseinheit
zu schaffen, sind die Verbindungseinheit und/oder die erste und/oder die zweite Dämpfungseinheit
aus einem robusten, vorzugsweise temperaturstabilen und korrosionsfestem, Material,
wie z.B. Titan, einer Titanlegierung, Edelstahl oder dergleichen, gefertigt. In einer
besonders bevorzugten Ausführungsvariante besteht die Adapter- und Dämpfungseinheit
vollständig aus einer Titanlegierung, insbesondere Titan Grade 5 bzw. Ti6AI4V.
[0030] Besonders bevorzugt weist die erste Dämpfungseinheit einen ersten Dämpfungsrohrabschnitt
mit einem ersten Durchmesser und einen zweiten Dämpfungsrohrabschnitt mit einem zweiten
Durchmesser auf, wobei der Durchmesser des ersten Dämpfungsrohrabschnitts größer ist
als der Durchmesser des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts und die Dämpfungseinheit durch
die Änderung des Durchmessers einen als Anlagefläche dienenden Absatz ausbildet. Demnach
wird als Anlagefläche die in Richtung des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts weisende
Stirnfläche des ersten Dämpfungsrohrabschnitts bezeichnet, welche sich in radialer
Richtung über den Umfang des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts hinaus erstreckt.
[0031] Weiter vorteilhaft ist, dass das Gehäuse eine sich in Längsrichtung erstreckende,
Mittelachse aufweist und die Adapter- und Dämpfungseinheit exzentrisch zur Mittelachse
des Gehäuses angeordnet ist, wobei das Gehäuse mittels einer in dem Gehäuse aufgenommenen
Dreh- und Verriegelungseinheit drehbeweglich an der Adapter- und Dämpfungseinheit
gelagert ist. Durch die exzentrische Anordnung des Gehäuses gegenüber der Längsachse
des Schalldämpfers bzw. der Seelenachse der Handfeuerwaffe ist es möglich, dass der
Schalldämpfer zunächst am Lauf der Handfeuerwaffe montiert wird und nachträglich,
also nach der Montage am Lauf der Handfeuerwaffe, ausdrehbar bzw. verschwenkbar ist.
Dadurch lassen sich auch Schalldämpfer mit einem großen Gehäuse realisieren, denn
je mehr Volumen der Schalldämpfer zum Entspannen der Gase zur Verfügung stellt, desto
größer ist der Entspannungseffekt. Schalldämpfer mit großen Volumen reduzieren den
Mündungsknall daher deutlich besser als Schalldämpfer mit kleinen Volumen. Insbesondere
im Jagdbereich spielt die Lärmvermeidung eine wichtige Rolle, da der Mündungsknall
nicht nur das Gehör des Schützens gefährdet, sondern auch das des Jagdhundes. In einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel weißt das Gehäuses des Schalldämpfers einen Außendurchmesser
von vorzugsweise 30 mm bis 80 mm, insbesondere 50 mm bis 60 mm, auf. Die Länge des
Schalldämpfers beträgt vorzugsweise zwischen 150 mm und 500 mm, insbesondere zwischen
210 mm und 230 mm. Die exzentrische Bauform bewirkt zudem, dass beim Abfeuern eines
Schusses die Auslenkung der Schusswaffe nach oben deutlich reduziert wird, da die
beim Abfeuern eines Schusses entstehenden Kräfte unterhalb der Laufseele bzw. der
Längsachse angreifen, wodurch eine Gegenkraft bzw. Gegenmoment erzeugt wird, welche
bzw. welches die Schusswaffe wiederum nach unten bewegt.
[0032] Der erfindungsgemäße Schalldämpfer bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass der
Schalldämpfer aufgrund der exzentrischen Bauform derart verdreht bzw. verschwenkt
werden kann, dass die Visierlinie bzw. das Sichtfeld des Schützens, auch bei großvolumigen
Schalldämpfer, frei ist. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Schalldämpfer
als "Over-Barrel" Schalldämpfer ausgebildet, wodurch die effektive Länge, also die
Länge des Schalldämpfers, welche über die Mündung des Laufs der Handfeuerwaffe hinausragt,
möglichst gering ist. Während bei klassischen bzw. herkömmlichen "Over-Barrel" Schalldämpfer
auf eine offene Visierung verzichtet werden muss, ist eine offene Visierung durch
die exzentrische Bauform nunmehr problemlos möglich.
[0033] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Dreh- und Verriegelungseinheit zwischen
der Anlagefläche und der Dämpfungshülle positioniert ist. Ferner besteht die Dreh-
und Verriegelungseinheit aus einem zylinderförmigen Grundkörper, welcher sich in radialer
Richtung zumindest teilweise über den gesamten Querschnitt des Gehäuses erstreckt,
sodass der Gehäuseinnenraum durch den Grundkörper zumindest in eine erste Expansionskammer
und in eine zweite Expansionskammer unterteilt wird.
[0034] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht der Grundkörper aus einem
hohlzylinderförmigen Grundkörperabschnitt, einem ersten, den Grundkörperabschnitt
am zum ersten Gehäusedeckel zeigenden freien Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten
Grundköperendabschnitt und einem zweiten, den Grundkörperabschnitt am zum zweiten
Gehäusedeckel zeigenden freien Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten Grundkörperendabschnitt.
Dabei weist der erste und zweite Grundkörperendabschnitt einen ersten Durchmesser
und der mittlere Grundkörperendabschnitt einen zweiten, gegenüber dem ersten Durchmesser
kleineren Durchmesser auf, sodass zwischen dem ersten und zweiten Grundkörperendabschnitt
eine dritte Expansionskammer gebildet wird. Aufgrund der in den Schalldämpfer strömenden
Gase, welche beim Abfeuern eines Geschosses entstehen, wird die ersten Expansionskammer
auch als Hochdruckkammer, die dritte Expansionskammer auch als Mitteldruckkammer und
die zweite Expansionskammer auch als Niederdruckkammer bezeichnet. Bevorzugter Weise
erstreckt sich der Verbindungsabschnitt sowie der erste Dämpfungsrohrabschnitt entlang
der ersten Expansionskammer, erstreckt sich der zweite Dämpfungsrohrabschnitt sowie
der Grundkörperabschnitt entlang der dritten Expansionskammer und erstreckt sich die
zweite Dämpfungseinheit sowie die Dämpfungshülle entlang der zweiten Expansionskammer.
Als besonders effektiv hat sich herausgestellt, wenn die Hochruckkammer mit einem
relativ großen Volumen versehen wird, um die beim Abfeuern eines Schusses entstehenden
Gase möglichst schnell ableiten zu können.
[0035] Besonders vorteilhaft ist, dass die Dreh- und Verriegelungseinheit eine, vorzugsweise
vorgespannte, Rastvorrichtung aufweist, umfassend mehrere Rastausnehmungen, die im
Bereich der Anlagefläche an dem ersten Dämpfungsrohrabschnitt eingebracht sind, und
zumindest ein im verriegelten Zustand der Dreh- und Verriegelungseinheit mit einer
Rastausnehmung im Eingriff stehendes, stiftartiges Rastelement, wobei das zumindest
eine Rastelement an dem ersten Grundkörperendabschnitt befestigt ist und wobei die
Rastvorrichtung entriegelt wird, in dem die Dreh- und Verriegelungseinheit von der
Laufmündung der Handfeuerwaffe wegbewegt wird. Optional weist die Dreh- und Verriegelungseinheit
eine, vorzugsweise vorgespannte, Rastvorrichtung auf, umfassend mehrere, um die Öffnung
des Grundkörperabschnitts verteilte und in den ersten Grundkörperendabschnitt eingebrachte
Rastausnehmungen, und zumindest ein im verriegelten Zustand der Dreh- und Verriegelungseinheit
mit einer Rastausnehmung im Eingriff stehendes, stiftartiges Rastelement, wobei das
zumindest eine Rastelement im Bereich der Anlagefläche an dem ersten Dämpfungsrohrabschnitt
befestigt ist und wobei die Rastvorrichtung entriegelt wird, in dem die Dreh- und
Verriegelungseinheit von der Laufmündung der Handfeuerwaffe wegbewegt wird. Bevorzugt
wird zum Vorspannen der Rastvorrichtung eine Druckfeder verwendet. Als Druckfeder
kommt insbesondere eine Multiwellfeder zum Einsatz.
[0036] Vorteilhafterweise sind die Rastausnehmungen als rillenförmig ausgebildet Rastausnehmungen
ausgebildet, wobei sich die rillenförmigen Rastausnehmungen jeweils in Längsrichtung
erstrecken, sodass ein Rastelement jeweils in eine Rastausnehmung eingreifen kann.
Vorzugsweise sind zwischen 25 und 40, insbesondere 30 bis 35, Rastausnehmungen vorgesehen,
sodass dem Schalldämpfer eine Vielzahl von Rastpositionen zur Verfügung stehen, in
der dieser frei positioniert werden kann. Um einen zuverlässigen Rastmechanismus zu
schaffen, stehen den Rastausnehmungen mehrere, vorzugsweise zwei bis acht, insbesondere
vier bis sechs, Raststifte gegenüber. In einer vorteilhaften Ausführungsform sind
die Rastelemente ringförmig um die Öffnung des Grundkörperabschnitts angeordnet und
an dem ersten Grundkörperendabschnitt befestigt.
[0037] Ferner ist zum Ver- und Entriegeln der Rastvorrichtung ein Spannmechanismus vorgesehen,
bei welchem die Dämpfungshülle als Spannelement genutzt wird. Dabei weist die Dämpfungshülle
an dem zum Grundkörper weisenden freien Ende einen, vorzugsweise hohlzylinderförmigen
Spann- und Befestigungsabschnitt mit zumindest einer, radial zum Spann- und Befestigungsabschnitt
verlaufenden Anlagefläche und einem Innengewinde auf. Ferner weist der Dämpfungsabschnitt
oder der zweite Dämpfungsrohrabschnitt zumindest ein, mit dem zumindest einen Innengewinde
zusammenwirkendes Außengewinde auf. Durch das Aufschrauben der Dämpfungshülle auf
den Dämpfungsabschnitt oder auf den zweiten Dämpfungsrohrabschnitt wird die Dreh-
und Verriegelungseinheit entgegen der Längsrichtung bzw. Feuerrichtung bewegt und
die Dreh- und Verriegelungseinheit somit gespannt. Durch das Abschrauben der Dämpfungshülle
von dem Dämpfungsabschnitt oder von dem zweiten Dämpfungsrohrabschnitt wird die Dreh-
und Verriegelungseinheit in Längsrichtung bzw. Feuerrichtung bewegt und die Dreh-
und Verriegelungseinheit somit entspannt. Maßgeblich für die Verschiebung der Dreh
und ―Verriegelungseinheit entlang der Längsachse ist, dass die Anlagefläche beim Auf-
und Abschrauben der Dämpfungshülle zumindest zeitweise in Kontakt mit dem Grundkörperabschnitt
und/oder Grundkörperendabschnitt steht und beim Aufschrauben der Dämpfungshülle eine
Druckkraft auf diese(n) ausübt, sodass die Rastvorrichtung entgegen der Federkraft
der Druckfeder in die verriegelte Position bewegt wird. Im gespannten Zustand entsteht
ein Kraftschluss zwischen dem Grundkörper der Dreh- und Verriegelungseinheit und der
ersten Dämpfungseinheit bzw. dem zweiten Dämpfungsrohrabschnitt der ersten Dämpfungseinheit,
mittels dem das gesamte System des Schalldämpfers gehalten und gespannt wird. Zusätzlich
kann der Spann- und Befestigungsabschnitt eine, am zum Grundkörper weisenden freien
Ende angeordnete Passung aufweisen, mittels derer die Dämpfungshülle geführt in den
Innenraum des Grundkörperabschnitts hinein- bzw. hinausgleiten kann.
[0038] In der entriegelten Position ist es möglich, dass Gehäuse gegenüber der Längsachse
zu verdrehen bzw. zu verschwenken. Dagegen kann das Gehäuse gegenüber der Längsachse
in der verriegelten Position nicht verdreht bzw. verschwenkt werden, da das zumindest
eine Rastelement im Eingriff mit einer der Rastausnehmungen steht.
[0039] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Schalldämpfer eine an dem Gehäuse lösbar
befestigbare Haltevorrichtung für Zubehörteile aufweist, umfassend einen, das Gehäuse
aufnehmenden Haltering sowie einen, an dem Haltering angeordnete Adaptereinheit, an
welcher Zubehörteile aufsteckbar sind. Bei den Zubehörteilen handelt es sich beispielsweise
um Lampen, Flimmerbänder, IR-Aufheller, usw. Um auch herkömmliche Zubehörteile aufstecken
bzw. bereits vorhandene Zubehörteile verwenden zu können, ist die Adaptereinheit zur
Aufnahme der Zubehörteile in der Form einer Picatinny-Schiene ausgebildet. Der Haltering
ist vorzugsweise in der Art eines Art Klemmrings ausgebildet, welcher an Gehäuse mit
unterschiedlichen Durchmessern montiert werden kann. Die klemmende Befestigung der
Haltevorrichtung an dem Gehäuse erfolgt vorzugsweise mittels einer Klemmschraube,
welche die beiden Hälften des Klemmrings miteinander verspannt. Die Haltevorrichtung
kann dabei aus einem beliebigen, geeigneten Material wie z.B. Aluminium, Aluminiumlegierung,
Titan, Titanlegierung, Kunststoffe, Faserverbundwerkstoffe, etc. hergestellt sein.
[0040] Schließlich kann ein Multitool vorgesehen sein, mittels dem der erfindungsgemäße,
modulartig aufgebaute Schalldämpfer eingestellt und/oder auseinander- bzw. zusammengebaut
werden kann. Das Multitool ist vorzugsweise zylinderförmig ausgebildet und weist einen
ersten Endabschnitt, welcher mit Eingriffsmittel ausgestattet sind, die mit korrespondierenden
Verbindungsmittel an der Stirnwand des jeweiligen Gehäusedeckels zusammenwirken können,
und einen zweiten Endabschnitt auf, wobei der zweite Endabschnitt einen kleineren
Durchmesser aufweist als der erste Endabschnitt. Der zweite Endabschnitt weist ebenfalls
Eingriffsmittel auf, die mit korrespondierenden Verbindungsmittel, welche an der zur
Geschossaustrittsöffnungen zeigenden Stirnseite der Dämpfungshülle angeordnet sind,
in Eingriff gebracht werden können. Wird das Multitool in Eingriff mit einem der Gehäusedeckel
oder der Dämpfungshülle gebracht, entsteht eine drehfeste Verbindung, wodurch mittels
dem Multitool der jeweilige Gehäusedeckel oder die Dämpfungshülle im Uhrzeigersinn
oder gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0041] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers für Schusswaffen
bzw. Handfeuerwaffen;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Schalldämpfers gemäß Figur 1;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittdarstellung eines Schalldämpfers gemäß den Figuren 1 und
2;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers für Schusswaffen
bzw. Handfeuerwaffen in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der ersten Dämpfungseinheit der erfindungsgemäßen Adapter- und
Dämpfungseinheit;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht der Verbindungseinheit der erfindungsgemäßen Adapter- und Dämpfungseinheit;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht der zweiten Dämpfungseinheit der erfindungsgemäßen Adapter-
und Dämpfungseinheit;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Dämpfungshülle;
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht des Grundkörpers der erfindungsgemäßen Dreh- und Verriegelungseinheit;
- Fig. 10
- eine Vorderansicht des Grundkörpers gemäß Figur 9;
- Fig. 11
- eine schematische Schnittdarstellung des Grundkörpers gemäß den Figuren 9 und 10;
- Fig. 12
- eine perspektivische Ansicht des erfindungsgemäßen Schalldämpfers für Schusswaffen
bzw. Handfeuerwaffen mit einer daran montierten Haltevorrichtung für Zubehörteile;
- Fig. 13
- eine Seitenansicht der Haltevorrichtung gemäß Figur 12;
- Fig. 14
- eine perspektivische Ansicht von oben auf ein Multitool zum Einstellen oder Zusammen-bzw.
Auseinanderbauen des erfindungsgemäßen Schalldämpfers und
- Fig. 15
- eine perspektivische Ansicht von unten das Multitool gemäß Figur 14.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0042] Fig. 1 ist mit dem Bezugszeichen 1 ein Schalldämpfer für Schusswaffen bzw. Handfeuerwaffen,
insbesondere Lang- oder Kurzwaffen, beschrieben. Aufgrund seiner hohen Dämpfungsleistung
eignet sich der Schalldämpfer besonders für die Verwendung bei Gewehren, insbesondere
bei Gewehren im Jagdbereich. Der Schalldämpfer ist dabei wie üblich im Bereich der
Laufmündung an dem Lauf der Handfeuerwaffe lösbar befestigbar. Beim Abfeuern eines
Geschosses bzw. einer
[0043] Patrone verlässt die Patrone also den Lauf der Handfeuerwaffe an der Laufmündung,
bewegt sich in Längsrichtung L des Schalldämpfers durch den Schalldämpfer 1 hindurch
und tritt an der Mündung des Schalldämpfers 1 aus. Die Bewegungsrichtung des Geschosses
bzw. der Patrone legt vorliegend die Feuerrichtung fest.
[0044] Der erfindungsgemäße Schalldämpfer 1 besteht aus einem vorzugsweise hohlzylinderförmigen
Gehäuse 2, welches aus Metall, insbesondere Aluminium, gefertigt ist. Um das Gehäuse
2 besonders widerstandsfähig zu gestalten, kann das Gehäuse 2 zumindest teilweise
mit einer Beschichtung, wie z.B. einer Harteloxal-Beschichtung mit PTFE Imprägnierung
versehen sein. Anstelle von Metall können jedoch auch andere geeignete Materialien
zur Herstellung des Gehäuses verwendet werden, wie beispielsweise Faserverbundwerkstoffe.
Das hohlzylinderförmig ausgebildete Gehäuse 2 erstreckt sich in Längsrichtung L des
Schalldämpfers 1 und weist eine entlang der Dreh- oder Rotationsachse des Gehäuses
2 verlaufende Mittelachse MA auf. Um eine möglichst einfache Wartung und Reinigung
des Schalldämpfers 1 zu erreichen, ist das Gehäuse 2 mehrteilig ausgebildet und besteht
aus einem hohlzylinderförmigen ersten Gehäuseteil 2A und einem hohlzylinderförmig
zweiten Gehäuseteil 2B, wobei beide Gehäuseteile 2A, 2B lösbar miteinander verbunden
sind. Die Verbindung der beiden Gehäuseteile 2A, 2B erfolgt dabei vorzugsweise über
eine form- und/oder kraftschlüssige Verbindung, Klemm- oder Schnappverbindung, Gewindeverbindung
oder eine vergleichbare Verbindung. Unter einer Gewindeverbindung wird, wie allgemein
bekannt, eine Verbindung bezeichnet, bei welcher ein Außengewinde eines ersten Bauteils
mit einem entsprechenden Innengewinde eines zweiten Bauteils zusammenwirkt.
[0045] Weiterhin umfasst das Gehäuse 2 an den jeweiligen Stirnflächen eine ersten und einen
zweiten Gehäusedeckel 2C, 2D, wobei der ersten Gehäusedeckel 2C an der zum Lauf der
Handfeuerwaffe weisenden Gehäuseseite angebracht ist, während der zweite Gehäusedeckel
2D an der Gehäuseseite angeordnet ist, bei welcher das Geschoss den Schalldämpfer
1 in Richtung des anvisierten Ziels verlässt. Sowohl der ersten Gehäusedeckel 2C als
auch der zweite Gehäusedeckel 2D können lösbar mit dem jeweiligen Gehäuseteil 2A,
2B verbunden sein, beispielsweise mittels einer Klemm-, Schnapp- oder Gewindeverbindung.
Erfindungsgemäß weist der erste Gehäusedeckel 2C eine Geschosseintrittsöffnung 3 und
der zweite Gehäusedeckel 2D eine Geschossaustrittsöffnung 4 auf, wobei die Geschosseintrittsöffnung
3 und die Geschossaustrittsöffnung 3 fluchtend zueinander und exzentrisch zur Mittelachse
MA angeordnet sind. Die Geschosseintrittsöffnung 3 und die Geschosseintrittsöffnung
4 liegen demnach auf einer gemeinsamen, sich parallel zur Mittelachse MA des Gehäuses
2 erstreckenden Längsachse LA, wobei die Längsachse LA eine Verlängerung der Achse
der Laufseele der Handfeuerwaffe darstellt. Aufgrund der exzentrische Bauform, wird
beim Abfeuern eines Schusses die Auslenkung der Schusswaffe nach oben deutlich reduziert,
da die beim Abfeuern eines Schusses entstehenden Kräfte unterhalb der Laufseele bzw.
der Längsachse LA angreifen, sodass eine Gegenkraft bzw. Gegenmoment erzeugt wird,
welche bzw. welches die Schusswaffe nach unten bewegt.
[0046] Die Gehäusedeckel 2C und 2D können je nach Ausführungsform auch mehrteilig ausgebildet
sein, bestehend aus einer scheibenartig ausgebildeten Stirnwand 2C.1, 2D.1 mit einer
Geschosseintritts- bzw. Geschossaustrittsöffnung 3, 4 und einer die Stirnwand 2C.1,
2D.1 dichtend aufnehmende und an dem Gehäuse 2 lösbar befestigbare Verschlussmutter
2C.2, 2D.2. Die Abdichtung zwischen der jeweiligen Stirnwand 2C.1, 2D.1 und der entsprechenden
Verschlussmutter 2C.2, 2D.2 erfolgt vorzugsweise mittels zumindest eines Dichtrings
46, 47, insbesondere O-Rings, welcher in eine sich um den Umfang der jeweiligen Stirnwand
2C.1, 2D.1 erstreckende, nutförmige Ausnehmung eingesetzt wird.
[0047] Das Gehäuse 2 bzw. die Gehäuseteile 2A, 2B sowie der erste Gehäusedeckel 2C und der
zweite Gehäusedeckel 2D definieren einen Gehäuseinnenraum 5, wobei der Gehäuseinnenraum
5 zumindest eine Expansionskammer für die beim Abfeuern eines Geschosses entstehenden
heißen und hochgespannten Gase ausbildet. Die Größe des Gehäuses 2 bzw. die Länge
und der Durchmesser können je nach Schusswaffe, gewünschter Dämpfungsleistung und
Einsatzzweck variieren. In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Gehäuse 2 eine
Länge von 150 mm bis 500 mm, vorzugsweise 210 mm bis 230 mm, und einen Außendurchmesser
von 30 mm bis 80 mm, vorzugsweise 50 mm bis 60 mm. Wird der Schalldämpfer 1 in einem
anderen Bereich verwendet, so kann die Größe des Schalldämpfers deutlich von den angegebenen
Werte abweichen. Denkbar wäre es, den erfindungsgemäßen Schalldämpfer auch im Bereich
der schweren Kriegswaffen, wie z.B. bei Panzerwaffe, einzusetzen.
[0048] Weiterhin weist der Schalldämpfer 1 eine Adapter- und Dämpfungseinheit 6 auf, umfassend
einen Verbindungsabschnitt 7 zur Aufnahme des freien Endes des Laufes der Handfeuerwaffe
und einen Dämpfungsabschnitt 8 mit mehreren ersten Gasaustrittsöffnungen 9, wobei
sich die Adapter- und Dämpfungseinheit 6 zwischen der Geschosseintrittsöffnung 3 und
der Geschossaustrittsöffnung 4 erstreckt und entlang der Längsachse LA einen Schusskanal
10 für das Geschoss bzw. die Patrone ausbildet. Die Adapter- und Dämpfungseinheit
6 kann dabei einteilig bzw. einstückig oder mehrteilig ausgebildet sein.
[0049] Im Falle einer mehrteilig ausgebildeten Adapter- und Dämpfungseinheit 6 besteht diese
aus einer den Verbindungsabschnitt 7 bildenden, hohlzylinderförmigen Verbindungseinheit
7A sowie zumindest einer, den Dämpfungsabschnitt 8 bildenden, hohlzylinderförmigen
Dämpfungseinheit 8A, 8B, wobei die zumindest eine Dämpfungseinheit 8A, 8B an der Verbindungseinheit
lösbar aneinander befestigt sind. Wie in den Figuren 5 und 7 gezeigt, kann die Dämpfungseinheit
8A, 8B ebenfalls mehrteilig ausgebildet sein, umfassend eine an die Verbindungseinheit
7A in Längsrichtung L anschließende erste Dämpfungseinheit 8A und eine an die erste
Dämpfungseinheit 8A in Längsrichtung L anschließende zweite Dämpfungseinheit 8B. Die
Befestigung der Verbindungseinheit 7A an der ersten Dämpfungseinheit 8A sowie die
Befestigung der ersten Dämpfungseinheit 8A an der zweiten Dämpfungseinheit 8B erfolgt
vorzugsweise durch einer kraft- und/oder formschlüssigen Verbindung. Bei der Verbindung
der jeweiligen Einheiten 7A, 8A, 8B der Adapter- und Dämpfungseinheit 6 wäre auch
eine Schnapp- oder Gewindeverbindung denkbar. Damit der Wartungsaufwand für den Schalldämpfers
1 möglichst gering ist, ist die Adapter- und Dämpfungseinheit 6 aus einem widerstandsfähigen,
insbesondere temperaturstabilen und korrosionsfesten Material wie z.B. Titan, einer
Titanlegierung, Edelstahl oder dergleichen, gefertigt. Als besonders geeignet als
Material für die Adapter- und Dämpfungseinheit 6 hat sich die Titanlegierung Titan
Grade 5 bzw. Ti6AI4V herausgestellt.
[0050] Zur Montage des Schalldämpfers 1 an dem freien Ende des Laufes der Handfeuerwaffe
(in den Figuren nicht dargestellt) weist die Verbindungseinheit 7A endseitig einen
zylinderförmigen Kopplungsabschnitt 7A.2 zur Verbindung mit dem erster Dämpfungseinheit
8A, und einen dem Kopplungsabschnitt gegenüberliegenden und innenliegenden Aufnahmeabschnitt
7A.1 auf, welcher derart ausgebildet ist, dass das freie Ende des Laufes der Handfeuerwaffe
darin aufgenommen werden kann. Der Aufnahmeabschnitt 7A.1 ist zumindest teilweise
mit einem Innengewinde versehen, sodass die Verbindungseinheit 7A auf das mit einem
Außengewinde versehene freie Ende des Laufes der Handfeuerwaffe aufgeschraubt werden
kann. Damit der durch den Schalldämpfer 1 verlängerte Lauf der Handfeuerwaffe möglichst
kurz gehalten werden kann, ist der Teil des Aufnahmeabschnitts 7A.1, welcher den Lauf
der Handfeuerwaffe umgibt, möglichst groß ausgebildet. Der Anteil des Schalldämpfers
1, welcher den Lauf der Feuerwaffe umgibt, wird auch als "Over-Barrel" Anteil bezeichnet.
Die Länge des Aufbaus ist demnach maßgeblich vom "Over-Barrel" Anteil des Schalldämpfers
1 abhängig, d.h. je größer der "Over-Barrel" Anteil ist, desto kürzer ist der Aufbau.
Zur Verbindung der Verbindungseinheit 7A mit der ersten Dämpfungseinheit 8A dient
der Kopplungsabschnitt 7A.2, welcher mit seinem freien Ende mit dem erste Dämpfungsrohrabschnitt
8A.1 der ersten Dämpfungseinheit 8A verbunden wird. Wie in der Figur 5 und 6 sowie
der Figur 3 gezeigt wird, wird das freie Ende des Kopplungsabschnitts 7A.2 in dem
Aufnahmeabschnitt 8A.1 aufgenommen und form- und/oder kraftschlüssig darin gehalten.
In einer alternativen Ausführungsform könnte das freie Ende des Kopplungsabschnitts
7A.2 mit einem Außengewinde und der Aufnahmeabschnitt 8A.1 mit einem entsprechenden
Innengewinde versehen sein.
[0051] Die erste Dämpfereinheit 8 weist weiterhin einen ersten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1
und einen zweiten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 auf, wobei der erste Dämpfungsrohrabschnitt
8A.1 an seinem freien Ende einen Kopplungsbereich zum Verbinden mit dem Kopplungsabschnitt
7A.2 ausbildet und wobei der zweite Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 an seinem freien Ende
einen Kopplungsbereich zur zum Verbinden mit dem Kopplungsabschnitt 8B.1 ausbildet.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist sind die beiden Kopplungsbereich der ersten
Dämpfungseinheit derart ausgebildet, dass jeder der Kopplungsabschnitte 7A.2 oder
8B.1 in dem jeweiligen Kopplungsbereich der Dämpfungsrohrabschnitte 8A.1, 8A.2 aufgenommen
und darin vorzugsweise form- und/oder kraftschlüssig gehalten sind.
[0052] Darüber hinaus weist der erste Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 einen ersten Durchmesser
d3 und der zweite Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 einen zweiten Durchmesser d4 auf, wobei
sich die Durchmesser der Dämpfungsrohrabschnitte 8A.1, 8A.2 dahingehend unterscheiden,
dass der Durchmesser d3 des ersten Dämpfungsrohabschnitts 8A.1 größer ist als der
Durchmesser d4 des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.2. Aufgrund der unterschiedlichen
Durchmesser d3, d4 der Dämpfungsrohrabschnitte 8A.1, 8A.2 bildet sich zwischen dem
ersten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 und dem zweiten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 ein
Absatz bzw. eine Stufe aus, wobei die über den Durchmesser d3 hinausgehende bzw. hinausragende
Stirnfläche des ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1 vorliegend als Anlagefläche 29
bezeichnet wird und dazu dient, dass der Grundköper 24 der Dreh- und Verriegelungseinheit
23 sich daran abstützen kann. Die Anlagefläche 29 erstreckt sich demnach von der Außenwandung
des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.2 in radialer Richtung bis zur Außenwandung
des ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1.
[0053] Die beim Abfeuern des Geschosses entstehenden heißen und hochgespannten Gase können
über in dem ersten und zweiten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 und 8A.2 eingebrachte Bohrungen
bzw. Gasaustrittsöffnungen 9A.1, 9A.2 von dem Schusskanal in die zumindest eine Expansionskammer
strömen. Die Gasaustrittsöffnungen 9A.1 sind dabei beabstandet voneinander um den
Umfang des ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1 verteilt. Im vorliegenden Fall sind
die Gasaustrittsöffnungen 9A.1 ringförmig um den Umfang des ersten Dämpfungsrohrabschnitts
8A.1 etwa 12 bis 15 kreisförmige Gasaustrittsöffnungen verteilt. Wie die Gasaustrittsöffnungen
9A.1 des ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1 sind auch die Gasaustrittsöffnungen 9A.2
des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.2 beabstandet voneinander um den Umfang des
zweiten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.2 verteilt. Wie in Figur 5 beispielhaft gezeigt,
sind die Gasaustrittsöffnungen 9A.1 kreisförmig ausgebildet und weisen unterschiedliche
Größen auf. Sowohl die Anzahl der Gasaustrittsöffnungen 9A.1, 9A.2 als auch die Größe
und Form können abhängig von der Bauform und Größe der Adapter- und Dämpfungseinheit
6 sowie vom Einsatzzweck des Schalldämpfers 1 variieren.
[0054] Die zweite Dämpfungseinheit 8B besteht aus einem mit den zweiten Dämpfungsrohrabschnitt
8A.2 verbindbaren Kopplungsabschnitt 8B.1 und einem Dämpfungsrohrabschnitt 8B.2, wobei
der Dämpfungsrohrabschnitt 8B.2 mehrere sich um den Umfang des Dämpfungsrohrabschnitt
8B.2 verteilte Gasaustrittsöffnungen 9B aufweist. Im vorliegenden Fall sind zwei unterschiedliche
Gasaustrittsöffnungen in den Dämpfungsrohrabschnitt 8B.2 eingebracht, nämlich kreisförmige
Gasaustrittsöffnungen und Gasaustrittsöffnungen mit einer unregelmäßigen Form wie
z.B. die Form eines Langlochs oder die Form eines sich zur Mitte hin verjüngenden
Langlochs. Je nach Art des Schalldämpfers kann die Anzahl, Größe und Form der Gasaustrittsöffnungen
9B variieren.
[0055] Der erfindungsgemäße Schalldämpfer 1 weist ferner eine im Gehäuse 2 aufgenommene,
hohlzylinderförmig ausgebildete Dämpfungshülle 11 auf, die konzentrisch zu der Adapter-
und Dämpfungseinheit 6 angeordnet ist und eine Innenseite 18 und eine der Innenseite
gegenüberliegende Außenseite 19 aufweist. Dämpfungshülle 11 ist dabei derart ausgestaltet,
dass der Dämpfungsabschnitt 8 zumindest teilweise in der Dämpfungshülle 11 aufgenommen
ist. Die Besonderheit der Dämpfungshülle 11 besteht nun darin, dass diese mehrere,
sich ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle 11 erstreckende und in Längsrichtung
L beabstandete Gasaustrittsausnehmungen 12 aufweist, wobei jede der Gasaustrittsausnehmungen
12 mehrere, entlang des Umfangs der Dämpfungshülle 11 verteilte Gasaustrittsöffnungen
13 aufweist. Darüber hinaus ist in jeder der Gasaustrittsausnehmungen 12 zumindest
ein ringförmiges Federelement 14 aufgenommen, wobei die Gasaustrittsöffnungen 13 der
jeweiligen Gasaustrittsausnehmung 12 von dem zumindest einen Federelement 14 abgedeckt
werden. Um zu verhindern, dass das zumindest eine Federelement 14 in Längsrichtung
L verschoben werden kann, weist die jeweilige Gasaustrittsausnehmung 12 seitliche,
von der Dämpfungshülle 11 wegragende und sich entlang des Umfangs der Dämpfungshülle
11 erstreckende Vorsprünge 15, 16 auf. Durch die seitlichen Vorsprünge 15, 16 sitzt
das zumindest eine Federelement 14 fest in der jeweiligen Gasaustrittsausnehmung 12.
[0056] Als Federelement 14 findet insbesondere eine Wurmfeder Verwendung, da diese ein große
Oberfläche aufweist. Die große Oberfläche der Wurmfeder bewirkt, dass die beim Schuss
entstehende Wärme bzw. Wärmeenergie möglichst schnell und effektiv abgeführt werden
kann. Durch die verbesserte Wärmeabfuhr erwärmt sich der Schalldämpfer, insbesondere
bei mehreren aufeinanderfolgenden Schüssen weniger schnell. Die Wurmfedern liegen
im nicht-aktiven Zustand der Handfeuerwaffe in der jeweiligen Gasaustrittsausnehmung
12 auf der Oberfläche der Dämpfungshülle 11 auf, demnach sind die Gasaustrittsöffnungen
13 durch die Wurmfeder verschlossen. Im aktiven Zustand der Handfeuerwaffe, d.h. beim
Abfeuern eines Geschosses bzw. einer Patrone, werden die Wurmfedern aus ihrem Sitz
angehoben und das hochgespannte Gas kann aus der Dämpfungshülle 11 in Richtung des
Gehäuses 2 bzw. der Gehäusewandung strömen, demnach sind die Gasaustrittsöffnungen
13 geöffnet. Sobald das Gase aus dem Innenraum der Dämpfungshülle 11 entwichen sind,
bewegen sich die Wurmfedern wieder zurück in die Ausgangsposition und liegen wieder
auf der Oberfläche der Dämpfungshülle auf. Die Wurmfedern haben demnach die Funktion
eines Rückschlagventils, welche die hochgespannten Gase nach Außen entweichen lässt,
jedoch verhindert, dass die Gase wieder zurück in den Innenraum der Dämpfungshülle
11 strömen. Der durch die Wurmfeder gebildete Ventilmechanismus zeichnet sich außerdem
dadurch aus, dass dieser selbstreinigend ist, d.h. die Wurmfeder reinigt sich durch
die Bewegung beim Abfeuern eines Schusses selbst. Da sich an der Wurmfeder kein Schmutz
anlagert, kann die Dämpfungsleitung konstant gehalten werden.
[0057] Wie in der Figur 8 gezeigt, die die Gasaustrittsöffnungen 13 jeder Gasaustrittsausnehmung
12 gleichmäßig um den Umfang der Dämpfungshülle 11 verteilt. Die Anzahl, Form und
Größe der Gasaustrittsöffnungen 13 ist nicht festgelegt. Vielmehr ist die Anzahl,
Form und Größe der Gasaustrittsöffnungen 13 von der zu erreichenden Dämpfungsleistung
sowie von der Größe dem verwendeten Federelement 14 abhängig. Im vorliegenden Fall
sind die Gasaustrittsöffnungen 13 kreisförmig ausgebildet und sind gleichmäßig beabstandet
um den Umfang der jeweiligen Gasaustrittsausnehmung 12 angeordnet. Jede der Gasaustrittsausnehmungen
12 weist vorteilhafterweise sechs bis 20, insbesondere zehn bis 15 Gasaustrittsöffnungen
13 auf.
[0058] In einer bevorzugten Ausführungsform sind zwei Gasaustrittsausnehmungen 12, 12' benachbart
bzw. angrenzend zueinander angeordnet, wodurch diese eine Gruppe von Gasaustrittsausnehmungen
17 bilden, wobei die einzelnen Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen 17 in Längsrichtung
L bebastandet voneinander angeordnet sind. Im vorliegenden Fall weist die Dämpfungshülle
11 vier Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen 17 mit jeweils zwei Gasaustrittsausnehmungen
12, 12' auf. Es können auch mehrere Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen 17 an der
Dämpfungshülle 11 vorgesehen sein. Denkbar wäre auch, dass die Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen
17 aus drei oder mehreren aneinander angrenzenden Gasaustrittsausnehmungen 12, 12'
bestehen.
[0059] Die Wirkung des Schalldämpfers ist zudem dadurch verbessert, dass neben dem durch
die Gasaustrittsausnehmungen 12, 12'und Wurmfedern gebildeten ersten Ventilmechanismus
ein zweiter Ventilmechanismus vorgesehen ist. Der zweite Ventilmechanismus befindet
sich an dem Gasableitungsabschnitt 20 des Gehäuses 2 und erstreckt sich im Wesentlichen
über die Länge der Dämpfungshülle 11. Der Gasableitungsabschnitt 20 umfasst dabei
zumindest eine, sich ringförmig entlang des Umfangs des Gehäuses 2 erstreckende Gasableitungsausnehmung
21, wobei die zumindest eine Gasableitungsausnehmung 21 zumindest eine, entlang des
Umfangs des Gehäuses 2 angeordnete Gasableitungsöffnung 22 aufweist und wobei die
zumindest eine der Gasableitungsausnehmungen 21 zumindest eine, entlang des Umfangs
des Gehäuses 2 angeordnete Gasableitungsöffnung 22 aufweist.
[0060] In den Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 1, 3, 4 und 12 umfasst der Gasableitungsabschnitt
20 mehrere, in Längsrichtung L voneinander beabstandete Gasableitungsausnehmungen
21, 21', wobei zumindest eine der Gasableitungsausnehmungen 21, 21' zumindest eine,
entlang des Umfangs des Gehäuses 2 angeordnete Gasableitungsöffnung 22 aufweist. Sind
mehrere Gasableitungsausnehmungen 21, 21' an dem Gasableitungsabschnitt 20 vorgesehen,
so weist wenigstens eine der Gasableitungsausnehmungen 21, 21' zumindest eine Gasableitungsöffnung
22 auf. Im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1, 3, 4 und 12 sind die beiden Gasableitungsausnehmungen
21, 21', welche frontseitig, d.h. im Bereich des ersten Gehäusedeckels 2C, am Gasableitungsabschnitt
20 angeordnet sind, mit jeweils zumindest einer Gasableitungsöffnung 22 versehen.
Alle weiteren Gasableitungsausnehmungen 21, 21'am Gasableitungsabschnitt weisen im
vorliegenden Ausführungsbeispiel keine Gasaustrittsöffnungen. Insbesondere bei Einzellader-Schusswaffen,
wie z.B. Jagdgewehre oder Pistolen, ist es zur Ableitung der beim Abfeuern eines Schusses
entstehenden Gase ausreichend, wenn wenigstens zwei, frontseitig angeordnete Gasableitungsausnehmungen
21, 21' mit jeweils zumindest einer Gasableitungsöffnung 22 vorgesehen sind. Dagegen
kann es bei Schalldämpfern 1 für halb- oder vollautomatische Schusswaffen von Vorteil
sein, wenn mehr als zwei Gasableitungsausnehmungen 21, 21' mit jeweils zumindest einer
Gasableitungsöffnung 22 vorgesehen sind. Die Anzahl der mit Gasableitungsöffnungen
versehenen Gasableitungsausnehmungen ist somit maßgeblich von der abzuleitenden Wärmeenergie
und/oder dem abzuleitenden Gasstrom abhängig.
[0061] Die jeweiligen Gasableitungsausnehmungen 21, 21' sind vorzugsweise als nutförmige
Ausnehmungen in die Außenseite der Gehäusewandung des Gehäuses 2 eingebracht und dienen
dazu, zumindest ein ringförmiges Dichtungselement 37 aufzunehmen. Erfindungsgemäß
ist in jeder Gasableitungsausnehmung 21 zumindest ein ringförmiges Dichtungselement
37 aufgenommen. Ist das Dichtungselement 37 in einer Gasableitungsausnehmung 21, 21'aufgenommen,
welche zumindest eine Gasableitungsöffnung 22 aufweist, so erfüllt das Dichtungselement
37 im Wesentlichen zwei Funktionen. Zum einen dient das in der jeweiligen Gasableitungsausnehmung
21, 21'aufgenommene Dichtungselement 37 zum Verschließen bzw. Öffnen der zumindest
eine Gasableitungsöffnung 22, zum anderen hat das Material des Dichtungsrings 37 die
Eigenschaft rutschfest zu sein, wodurch der Gasableitungsabschnitt 20 einen Art Griffbereich
ausbildet, welcher vom Schützen zur Montage oder Demontage des Schalldämpfers 1 am
Lauf der Schusswaffe oder zur Handhabung des Schalldämpfers 1 sicher umgriffen werden
kann. Ist das Dichtungselement 37 dagegen in einer Gasableitungsausnehmung 21, 21'
aufgenommen, welche keine Gasableitungsöffnung 22 aufweist, so dient das jeweilige
Dichtungselement 37 lediglich zur Ausbildung einer rutschfesten Oberfläche an dem
Gasableitungsabschnitt 20. Die jeweilige Gasableitungsausnehmung 21 ist somit als
Sitz für das Dichtungselement 22 ausgebildet.
[0062] Als Dichtungselemente 37 kommen insbesondere O-Ringe zum Einsatz. Im Falle, dass
der O-Ring in einer Gasableitungsausnehmung 21, 21' mit zumindest einer Gasableitungsöffnung
22 aufgenommen ist, bewirkt der O-Ring, dass die beim Abfeuern eines Geschosses bzw.
einer Patrone entstehenden heißen und hochgespannten Gase aus dem Innenraum nach Außen
in die Atmosphäre abgeleitet werden können. Zudem nehmen die eine Gasaustrittsöffnung
22 abdeckenden O-Ringe Wärmeenergie auf und geben diese langsam an die Umgebung ab.
[0063] Wie auch beim ersten Ventilmechanismus liegen die O-Ringe im nicht-aktiven Zustand
der Handfeuerwaffe in der jeweiligen Gasableitungsausnehmung 21 auf der Oberfläche
des Gehäuses 2 auf und verschließen folglich die entsprechenden Gasableitungsöffnungen
22. Im aktiven Zustand der Handfeuerwaffe, d.h. beim Abfeuern eines Geschosses bzw.
eine Patrone, werden die O-Ringe aus der jeweiligen Gasableitungsausnehmung 21 angehoben,
und die Gase können aus den Gasableitungsöffnungen 22 entweichen. Sobald die Gase
aus dem Gehäuseinnenraum 5 entwichen sind, bewegen sich die O-Ringe wieder zurück
in ihre Ausgangsposition, in welcher die O-Ringe in der jeweiligen Gasableitungsausnehmung
21 auf der Oberfläche des Gehäuses 2 aufliegen. In der Ausgangsposition ist das Gehäuse
2 durch die O-Ringe wieder luftdicht verschlossen.
[0064] Die Dichtungselemente 37 dienen demnach nicht nur als Rückschlagventil, sondern auch
als Dichtung, welche verhindert, dass Feuchtigkeit und Schmutz von außen durch die
Gasableitungsöffnungen 22 in das Gehäuse 2 eindringt. Vorteilhafterweise bestehen
die O-Ringe aus einem temperaturbeständigen und/oder rutschfesten Material wie z.B.
Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (kurz EPDM) oder Polytetrafluorethylen (kurz PTFE)
oder dergleichen. Derartige Dichtungselemente haben den Vorteil, dass diese ein Abrutschen
der Handfeuerwaffe verhindern, wenn die Handfeuerwaffe abgelegt oder abgestellt wird.
[0065] Im Ausführungsbeispiel nach Figur 1 und 3 sind zumindest zwei Gasableitungsausnehmungen
21, 21' angrenzend bzw. benachbart zueinander angeordnet und so eine Gruppe von Gasableitungsausnehmungen
38 bilden, wobei die einzelnen Gruppen von Gasableitungsausnehmungen 38 in Längsrichtung
L beabstandet voneinander angeordnet sind. Gemäß Figur 3 sind an dem Gasableitungsabschnitt
20 des Gehäuses 2 insgesamt fünf Gruppen von Gasableitungsausnehmungen 38 mit je zwei
Gasableitungsausnehmungen 21, 21' vorgesehen. Eine Gruppe von Gasableitungsausnehmungen
21, 21' kann auch von mehr als zwei Gasableitungsausnehmungen gebildet sind. Auch
die Anzahl der Gruppen von Gasableitungsausnehmungen 38 kann je nach Art und Größe
des Schalldämpfers variieren.
[0066] Vorteilhafterweise weist die zumindest eine Gasableitungsausnehmung 21 mehrere, entlang
des Umfangs des Gehäuses verteilte Gasableitungsöffnungen 22 auf. Die Gasableitungsöffnungen
22 der zumindest einen Gasableitungsausnehmung 21 sind dabei bevorzugt gleichmäßig
um den Umfang des Gehäuses 2 verteilt. Besonders bevorzugt sind die Gasableitungsöffnungen
22 der zumindest einen Gasableitungsausnehmung 21 seitlich in das Gehäuse 2 eingebracht,
wodurch verhindert wird, dass die ausströmenden Gase direkt in das Sichtfeld bzw.
in die Visierlinie des Schützen strömen. Je mehr Gasableitungsöffnungen 22 je Gasableitungsausnehmung
21 vorgesehen sind, desto schneller können die Gase sowie die Wärmeenergie nach außen
abtransportiert werden. Zudem verringert das Ableiten des Gases nach Außen bzw. in
die Atmosphäre volumenstromanteilig den Rückstoß der Handfeuerwaffe bzw. Schusswaffe,
d.h. je mehr Gasableitungsöffnungen 22 in das Gehäuse eingebracht sind, desto höher
ist das Volumen des nach außen strömenden Gasstroms und desto besser kann der Rückstoß
gedämpft werden. Durch die in den jeweiligen Gasaustrittsausnehmungen 21 angeordneten
Gasableitungsöffnungen 22 wird außerdem bewirkt, dass kein konzentrierter Schallkegel
entsteht.
[0067] Schließlich weist der Schalldämpfer 1 eine in dem Gehäuse 2 aufgenommene Dreh- und
Verriegelungseinheit 23 auf, mit welcher das Gehäuse 2 des Schalldämpfers 1 nach der
Montage des Schalldämpfers 1 an der Laufmündung der Handfeuerwaffe exzentrisch zu
der Längsachse LA verschwenkt werden kann. Die Dreh- und Verriegelungseinheit 23 besteht
im Wesentlichen aus einem Grundkörper 24, der aus einem hohlzylinderförmigen Grundkörperabschnitt
27, einem ersten, den Grundkörperabschnitt 27 am zum ersten Gehäusedeckel 2C zeigenden
freien Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten Grundköperendabschnitt 25 und
einem zweiten, den Grundkörperabschnitt 27 am zum zweiten Gehäusedeckel 2D zeigenden
freien Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten Grundkörperendabschnitt 26.
[0068] Wie das Gehäuse 2 hat auch die Dreh- und Verriegelungseinheit 23 eine exzentrische
Bauform, in dem die Dreh- oder Rotationsachse des ersten und zweiten Grundkörperendabschnitts
25, 26 durch die Mittelachse MA und die Dreh-oder Rotationsachse des Grundkörperabschnitts
27 von der Langsachse LA gebildet wird. Erfindungsgemäß ist in der Dreh- und Verriegelungseinheit
23 die Adapter- und Dämpfungseinheit 6 teilweise aufgenommen und drehbeweglich auf
der Adapter- und Dämpfungseinheit 6 gelagert. Die Dreh- und Verriegelungseinheit 23
ist dabei zwischen der Anlagefläche 29 der ersten Dämpfungseinheit 8A und der Dämpfungshülle
11 positioniert bzw. eingeklemmt.
[0069] Zur Unterteilung des Gehäuseinnenraums 5 in verschiedene Expansionskammern 5.1, 5.2
ist der scheibenartige erste und zweite Grundkörperendabschnitt 25, 26 derart dimensioniert,
dass sich die Grundkörperendabschnitte 25, 26 in radialer Richtung jeweils bis hin
zur Innenseite der Gehäusewandung erstrecken und so eine Art Trennwand ausbilden.
Die Abdichtung zwischen der Innenseite der Gehäusewandung und dem ersten und zweiten
Grundkörperendabschnitt 25, 26 erfolgt vorzugsweise jeweils mit zumindest einem ringförmigen
Dichtelement, insbesondere O-Ring. Die beiden Grundkörperendabschnitte 25, 26 weisen
dabei an ihren Mantelflächen jeweils zumindest eine nutförmige, sich um den Umfang
des jeweiligen Grundkörperendabschnitts 25, 26 erstreckende Ausnehmung auf, in welcher
der O-Ring eingesetzt wird.
[0070] Vorteilhafterweise ist zwischen dem ersten und zweiten Grundkörperendabschnitt 25,
26 eine weitere Expansionskammer 5.3 vorgesehen, welche durch den ersten scheibenartigen
Grundkörperendabschnitt 25 und den zweiten scheibenartigen Grundkörperendabschnitt
26 in Längsrichtung L begrenzt ist und dadurch gebildet wird, dass der Grundkörperabschnitt
27 einen Durchmesser d2 aufweist, der deutlich geringer ist als der Durchmesser d1
der beiden Grundkörperendabschnitt 25, 26. Damit die beim Abfeuern eines Geschosses
entstehenden heißen und hochgespannten Gase in die weitere Expansionskammer 5.3 strömen
können, ist der Grundkörperabschnitt 27 mit mehreren Bohrungen bzw. Gasaustrittsöffnungen
28 versehen. Die Gasaustrittsöffnungen 28 sind vorzugsweise kreisförmig ausgebildet
und um den Umfang des Grundkörperabschnitts 27 verteilt.
[0071] Durch die Positionierung und Ausbildung der Dreh- und Verriegelungseinheit 23 innerhalb
des Gehäuses 2, entstehen drei Expansionskammern 5.1, 5.2, 5.3, und zwar eine erste,
sich zwischen dem ersten Gehäusedeckel 2C und dem ersten Grundkörperendabschnitt 25
erstreckende Expansionskammer 5.1, eine zweite sich zwischen dem zweiten Gehäusedeckel
2D und dem ersten Grundkörperendabschnitt 26 erstreckende Expansionskammer 5.2 und
eine dritte, sich zwischen dem ersten Grundkörperendabschnitt 25 und dem zweiten Grundkörperendabschnitt
26 erstreckende Expansionskammer 5.3. Aufgrund der in den Schalldämpfer 1 strömenden
Gase, welche beim Abfeuern eines Geschosses entstehen, wird die ersten Expansionskammer
5.1 auch als Hochdruckkammer, die dritte Expansionskammer 5.3 auch als Mitteldruckkammer
und die zweite Expansionskammer 5.2 auch als Niederdruckkammer bezeichnet. In der
vorliegenden Ausführungsform gemäß Figur 3 erstreckt sich der Verbindungsabschnitt
7 sowie der erste Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 entlang der ersten Expansionskammer
5.1, erstreckt sich der zweite Dämpfungsrohrabschnitt 8.A.2 sowie der Grundkörperabschnitt
27 entlang der dritten Expansionskammer 5.3 und erstreckt sich die zweite Dämpfungseinheit
8B sowie die Dämpfungshülle 11 entlang der zweiten Expansionskammer 5.2.
[0072] Die Dreh- und Verriegelungseinheit 23 weist ferner eine, vorzugsweise federvorgespannte,
Rastvorrichtung 30 auf, umfassend mehrere Rastausnehmungen 32, welche im Bereich der
Anlagefläche 29 des ersten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 vorgesehen und vorzugsweise
gleichmäßig um den Umfang des ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1 verteilt sind. Vorzugsweise
sind zwischen 25 und 40, insbesondere 30 bis 35, Rastausnehmungen um den Umfang des
ersten Dämpfungsrohrabschnitts 8A.1 angeordnet, sodass dem Schalldämpfer 1 eine Vielzahl
von Rastpositionen zur Verfügung stehen, in welchen dieser frei positioniert werden
kann.
[0073] Weiterhin weist die Rastvorrichtung zumindest ein zu den Rastausnehmungen 32 korrespondierendes,
vorzugsweise stift- oder bolzenartig ausgebildetes, Rastelement 33 auf. Vorzugsweise
sind mehrere Rastelemente 33 vorgesehen, welche um die Öffnung 39 des hohlzylinderförmigen
Grundkörperabschnitts 27 verteilt und an der zur Anlagefläche 29 weisenden Seite des
ersten Grundkörperendabschnitts 25 an dem ersten Grundkörperendabschnitt 25 befestigt
sind. Zur Befestigung der jeweiligen, vorliegend acht, Rastelemente 33 sind entsprechende,
hülsenartig in den ersten Grundkörperendabschnitt 25 ragende Rastelementaufnahmen
40 vorgesehen.
[0074] Optional können die Rastelemente 33 und Rastausnehmungen 32 auch in umgekehrter Weise
angeordnet sein, sodass die Rastelemente 33 im Bereich der Anlagefläche 29 an dem
ersten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.1 befestigt sind und die Rastausnehmungen 32 sich
im ersten Grundkörperendabschnitt 25 befinden. Hierbei sind die Rastausnehmungen 32
um die Öffnung 39 des hohlzylinderförmigen Grundkörperabschnitts 27 verteilt und in
die zur Anlagefläche 29 weisenden Seite des ersten Grundkörperendabschnitts 25 eingebracht
sind. Die Rastausnehmungen 32 sind vorzugsweise in der Form von rillenartigen Rastausnehmungen
ausgebildet.
[0075] Die Rastvorrichtung 30 weist ferner ein Federelement, insbesondere eine Druckfeder
31 auf, welche zwischen der Anlagefläche 29 und dem ersten Grundkörperendabschnitt
25 der Dreh- und Verriegelungseinheit 23 angeordnet ist. Als Druckfeder kommt beispielsweise
eine Multiwellfeder zum Einsatz. Zur Ver- und Entriegelung der Rastvorrichtung 30
ist ferner ein Spannmechanismus vorgesehen, bei welchem die Dämpfungshülle 11 als
Spannelement genutzt wird. Die Dämpfungshülle 11 weist dabei an dem zu dem Grundkörper
24 zeigenden freien Ende einen hohlzylinderförmigen Spann- und Befestigungsabschnitt
41, wobei der Spann- und Befestigungsabschnitt 41 gemäß Figur 8 stirnseitig mit einer
Passung versehen ist, die zur Führung des Spann- und Befestigungsabschnitts 41 gegenüber
dem Grundkörperabschnitt 27 dient. Weiterhin weist das Spann- und Befestigungsabschnitt
41 zumindest eine, sich um den Umfang der Spann und Befestigungsabschnitt 41 erstreckende
bzw. umlaufende, nutförmige Ausnehmung auf, in welche zumindest ein Dichtring 44 eingesetzt
wird, um den Grundkörperabschnitt 27 gegenüber der Dämpfungshülle 11 abzudichten.
[0076] Ferner weist der Spann- und Befestigungsabschnitt 41 zumindest eine, sich in radialer
Richtung zum Spann- und Befestigungsabschnitt 41 erstreckende Anlagefläche 48 auf,
mit welcher der Grundköper 24 bzw. die Dreh- und Verriegelungseinheit 23 zumindest
zeitweise in Kontakt steht und mittels welcher der Grundköper 24 bzw. die Dreh- und
Verriegelungseinheit 23 entlang der Längsachse LA verschoben werden kann.
[0077] Das Spannen, bei welchem die Rastvorrichtung 30 in eine verriegelte Position gebracht
wird, und das Entspannen, bei welcher die Rastvorrichtung 30 in eine entriegelte Position
gebracht wird, erfolgt durch das Abschrauben und Aufschrauben der Dämpfungshülle 11
auf den Dämpfungsabschnitt 8 oder auf den zweiten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2. Hierzu
weist die Dämpfungshülle 11 an dem hohlzylinderförmigen Spann- und Befestigungsabschnitt
41 ein Innengewinde 43 auf, während der zweite Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 ein, mit
dem Innengewinde 43 zusammenwirkendes Außengewinde 42 aufweist.
[0078] Beim Aufschrauben der Dämpfungshülle 11 auf das Außengewinde 42 des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts
8A.2 bewegt sich nun die Dämpfungshülle 11 in Richtung der Laufmündung der Schusswaffe,
wodurch die Anlagefläche 48 zunächst in Kontakt mit der Stirnfläche des Grundkörpers
24 bzw. des Grundkörperabschnitts 27 und/oder des zweiten Grundkörperendabschnitt
26 gebracht wird, bevor die Anlagefläche 48 die Dreh- und Verriegelungseinheit 23
entgegen der Federkraft F
2 der Druckfeder bis in eine Verriegelungsposition verschiebt. Nicht nur die Dreh-
und Verriegelungseinheit 23, sondern das ganze System des Schalldämpfers 1 wird so
gehalten und gespannt. Beim Lösen der Verbindung zwischen der Dämpfungshülle 11 und
dem Dämpfungsabschnitt 8 bzw. dem zweiten Dämpfungsrohrabschnitt 8A.2 wird die Dämpfungshülle
11 wieder abgeschraubt. Beim Abschrauben der Dämpfungshülle 11 bewegt sich nunmehr
die Dämpfungshülle in Feuerrichtung, d.h. weg von der Laufmündung der Schusswaffe.
Die Dreh- und Verriegelungseinheit 23 bewegt sich wieder in die Ausgangsposition zurück,
bei welcher das System entspannt ist.
[0079] In der entriegelten Position der Rastvorrichtung 30 die ist es möglich, dass Gehäuse
2 gegenüber der Längsachse LA zu verschwenken. Durch die exzentrische Bauform des
Gehäuses 2 sowie durch die Möglichkeit, das Gehäuse gegenüber der Längsachse LA verdrehen
zu können, ist es möglich einen Schalldämpfer mit einem großen Gehäuse bzw. einem
großen Volumen zu verwenden, ohne dass dabei die Sicht des Schützens beeinträchtigt
wird.
[0080] Weiterhin ist anzumerken, dass das Gehäuse 2 gegenüber der Adapter- und Dämpfungseinheit
6 schwimmend oder fliegend gelagert ist, sodass sich die einzelnen Komponenten des
erfindungsgemäßen Schalldämpfers 1 zu allen Seiten frei ausdehnen können. Dies ist
insbesondere deshalb von Bedeutung, da beim Abfeuern eines Schusses im Gehäuseinnenraum
teils sehr hohe Temperaturen herrschen und sich die verwendeten Materialien unterschiedlich
ausdehnen. Durch die schwimmende oder fliegende Lagerung wird demnach vermieden, dass
sich die einzelnen Komponenten bzw. Bauteile des Schalldämpfers 1 bei Temperaturänderungen,
insbesondere bei einem massiven Temperaturstieg, nicht verspannen. Verspannt sich
nämlich ein Schalldämpfer 1 in Folge eines thermischen Einflusses, so ändert sich
das Schwingverhalten der gesamten Schusswaffe, wodurch die Schussleistung vermindert
wird, d.h. es kommt zu einer Treffpunktverlagerung. Die schwimmende oder fliegende
Lagerung führt dazu, dass das Schwingverhalten des gesamten Systems, welches aus Schusswaffe
und Schalldämpfer 1 besteht, auch unter Temperatureinfluss nahezu konstant bleibt,
d.h. es kommt zu keiner oder nur zu einer sehr geringen Treffpunktverlagerung. Die
Schussleistung verändert sich somit auch bei größeren Schussserien nicht.
[0081] Zur Anbringung von Zubehörteilen an dem Schalldämpfer 1 ist ferner eine Haltevorrichtung
34 vorgesehen, welche lösbar an dem Gehäuse 2 des Schalldämpfers 1 befestigbar ist.
Die Haltevorrichtung 34 besteht aus einem Haltering 35, der das Gehäuse im montierten
Zustand umgibt, und einer an dem Haltering 35 angeordneten Adaptereinheit 36, wobei
an der Adaptereinheit Zubehörteile wie z.B. Lampe, Flimmerband, IR-Aufheller usw.,
befestigbbar oder aufsteckbar sind. Vorteilhafterweise ist die Adaptereinheit in der
Form einer sogenannten Picatinny-Schiene ausgebildet, sodass handelsübliche Zubehörteile
mit einem entsprechenden Picatinny-Aufsatz an den Schalldämpfer montiert werden können.
Bei dem Haltering 35 handelt es sich vorzugsweise um einen Art Klemmring, welcher
an Gehäuse mit unterschiedlichen Durchmessern montiert werden kann. Die klemmende
Befestigung der Haltevorrichtung an dem Gehäuse erfolgt vorzugsweise mittels einer
Klemmschraube 49, welche die beiden Hälften des Klemmrings miteinander verspannt.
Die Haltevorrichtung 34 kann dabei aus einem beliebigen, geeigneten Material wie z.B.
Aluminium, Aluminiumlegierung, Titan, Titanlegierung, Kunststoffe, Faserverbundwerkstoffe,
etc. hergestellt sein.
[0082] In den Figuren 14 und 15 ist ferner ein Multitool 50 gezeigt, mit welchem der Schalldämpfer
1 gespannt bzw. entspannt und/oder der Schalldämpfer 1 zusammen-bzw. auseinandergebaut
werden kann. Das Multitool 50 ist vorzugsweise zylinderförmig, insbesondere hohlzylinderförmig
ausgebildet, und weist einen ersten Endabschnitt 51 und einem, dem ersten Endabschnitt
51 gegenüberliegenden, zweiten Endabschnitt 52 auf. Die jeweiligen Stirnseiten der
Endabschnitt 51, 52 sind mit Eingriffsmittel versehen, welche mit korrespondieren
Verbindungsmittel am Schalldämpfer 1 in Eingriff gebracht werden. Vorliegend ist sowohl
die Stirnseite des ersten Endabschnitts 51 als auch die Stirnseite des zweiten Endabschnitts
52 mit einem umlaufenden Vorsprung versehen, welcher jeweils zumindest ein, sich in
radialer Richtung erstreckendes Eingriffsmittel aufweist.
[0083] Im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 14 und 15 sind mehrere Eingriffsmittel an
der Stirnseite des jeweiligen Endabschnitts 51, 52 vorgesehen, welche gleichmäßig,
um den Umfang des jeweiligen umlaufenden Vorsprungs verteilt sind. Um mit dem Multitool
50 einerseits die Gehäusedeckel 2C, 2D festzuschrauben bzw. zu lösen, andererseits
die Dämpfungshülle 11 auf das Außengewinde 42 des Dämpfungsabschnitts 8 oder des zweiten
Dämpfungsrohrabschnitts 8A.2 aufzuschrauben bzw. abzuschrauben, unterscheiden sich
die Durchmesser der beiden Endabschnitte 51, 52. Der erste Endabschnitt 51, welcher
mit dem Gehäusedeckel 2C, 2D in Verbindung gebracht werden kann, weist im Vergleich
zum zweiten Endabschnitt 52 einen größeren Durchmesser auf. Der zweite Endabschnitt
52 dient zur Verbindung mit der Dämpfungshülle 11, während der erste Endabschnitt
51 zur Verbindung mit einer der Gehäusedeckel 2c, 2D dient.
[0084] Die Dämpfungshülle 11 weist an dem zur Geschossaustrittsöffnung 4 zeigenden freien
Ende zumindest ein Verbindungsmittel auf, welches mit dem zumindest einen Eingriffsmittel
des zweiten Endabschnitts 52 in Verbindung gebracht werden kann. Die Gehäusedeckel
2C, 2D weisen jeweils an der nach außen zeigenden Stirnwand 2C.1, 2D.1 zumindest ein
Verbindungsmittel auf, welches mit dem zumindest einen Eingriffsmittel des Endabschnitts
51 in Verbindung gebracht werden kann. Wird das Multitool 50 in Eingriff mit einem
der Gehäusedeckel 2C, 2D oder der Dämpfungshülle 11 gebracht, entsteht eine drehfeste
Verbindung, wodurch mittels dem Multitool der jeweilige Gehäusedeckel 2C, 2D oder
die Dämpfungshülle 11 im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden
kann.
Bezugszeichenliste
[0085]
- 1
- Schalldämpfer
- 2
- Gehäuse
- 2A
- erstes Gehäuseteil
- 2B
- zweites Gehäuseteil
- 2C
- erster Gehäusedeckel
- 2C.1
- Stirnwand
- 2C.2
- Verschlussmutter
- 2D
- zweiter Gehäusedeckel
- 2D.1
- Stirnwand
- 2D.2
- Verschlussmutter
- 3
- Geschosseintrittsöffnung
- 4
- Geschossaustrittsöffnung
- 5
- Gehäuseinnenraum
- 5.1
- erste Expansionskammer
- 5.2
- zweite Expansionskammer
- 5.3
- dritte Expansionskammer
- 6
- Adapter- und Dämpfungseinheit
- 7
- Verbindungsabschnitt
- 7A
- Verbindungseinheit
- 7A.1
- Aufnahmeabschnitt
- 7A.2
- Kopplungsabschnitt
- 8
- Dämpfungsabschnitt
- 8A
- erste Dämpfungseinheit
- 8A.1
- erster Dämpfungsrohrabschnitt
- 8A.2
- zweiter Dämpfungsrohrabschnitt
- 8B
- zweite Dämpfungseinheit
- 8B.1
- Kopplungsabschnitt
- 8B.2
- Dämpfungsrohrabschnitt
- 9
- Gasaustrittsöffnungen
- 9A.1, 9A.2
- Gasaustrittsöffnungen
- 9B
- Gasaustrittsöffnungen
- 10
- Schusskanal
- 11
- Dämpfungshülle
- 12, 12'
- Gasaustrittsausnehmungen
- 13
- Gasaustrittsöffnungen
- 14
- Federelement
- 15
- Vorsprung
- 16
- Vorsprung
- 17
- Gruppe von Gasaustrittsausnehmungen
- 18
- Innenseite
- 19
- Außenseite
- 20
- Gasableitungsabschnitt
- 21, 21'
- Gasableitungsausnehmungen
- 22
- Gasableitungsöffnungen
- 23
- Dreh- und Verriegelungseinheit
- 24
- Grundkörper
- 25
- erster Grundkörperendabschnitt
- 26
- zweiter Grundkörperendabschnitt
- 27
- Grundkörperabschnitt
- 28
- Gasaustrittsöffnungen
- 29
- Anlagefläche
- 30
- Rastvorrichtung
- 31
- Druckfeder
- 32
- Rastausnehmung
- 33, 33'
- Rastelement
- 34
- Haltevorrichtung
- 35
- Haltering
- 36
- Adaptereinheit
- 37
- Dichtungselement
- 38
- Gruppen von Gasableitungsausnehmungen
- 39
- Öffnung
- 40
- Rastelementaufnahme
- 41
- Spann- und Befestigungsabschnitt
- 42
- Außengewinde
- 43
- Innengewinde
- 44
- Dichtring
- 45
- Dichtring
- 46
- Dichtring
- 47
- Dichtring
- 48
- Anlagefläche
- 49
- Klemmschraube
- 50
- Multitool
- 51
- erster Endabschnitt
- 52
- zweiter Endabschnitt
- L
- Längsrichtung
- LA
- Längsachse
- MA
- Mittelachse
- RA
- Rotationsachse
- d1
- Durchmesser
- d2
- Durchmesser
- d3
- Durchmesser
- d4
- Durchmesser
- F1
- Druckkraft
- F2
- Federkraft
1. Schalldämpfer (1) für eine Handfeuerwaffe, umfassend ein sich in Längsrichtung (L)
des Schalldämpfers (1) erstreckendes Gehäuse (2) mit einer stirnseitigen Geschosseintrittsöffnung
(3), einer dieser gegenüberliegenden stirnseitigen Geschossaustrittsöffnung (4) sowie
einem Gehäuseinnenraum (5), wobei der Gehäuseinnenraum (5) zumindest eine Expansionskammer
für die beim Abfeuern eines Geschosses entstehenden Gase ausbildet, eine Adapter-
und Dämpfungseinheit (6), aufweisend einen Verbindungsabschnitt (7), mittels dem der
Schalldämpfer (1) mit einer Laufmündung der Handfeuerwaffe lösbar verbindbar ist,
und einen Dämpfungsabschnitt (8) mit mehreren Gasaustrittsöffnungen (9), wobei sich
die Adapter- und Dämpfungseinheit (6) zwischen der Geschosseintrittsöffnung (3) und
der Geschossaustrittsöffnung (4) erstreckt und einen Schusskanal (10) für das Geschoss
ausbildet, und eine in dem Gehäuse (2) angeordnete, den Dämpfungsabschnitt (8) zumindest
teilweise aufnehmende und hohlzylinderförmig ausgebildete Dämpfungshülle (11), dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungshülle (11) zumindest eine, sich ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle
(11) erstreckende Gasaustrittsausnehmung (12) aufweist, wobei die zumindest eine Gasaustrittsausnehmung
(12) zumindest eine, entlang des Umfangs der Dämpfungshülle (11) angeordnete Gasaustrittsöffnungen
(13) aufweist, und dass in der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung (12) zumindest
ein ringförmiges Federelement (14) aufgenommen ist, wobei die zumindest eine Gasaustrittsöffnung
(13) der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung (12) von dem zumindest einem Federelement
(14) abgedeckt wird.
2. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Gasaustrittsausnehmung (12) mehrere, entlang des Umfangs der Dämpfungshülle
(11) verteilte Gasaustrittsöffnungen (13) aufweist, wobei die Gasaustrittsöffnungen
(13) der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung (12) von dem zumindest einem Federelement
(14) abgedeckt werden.
3. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasaustrittsöffnungen (13) der zumindest einen Gasaustrittsausnehmung (12) gleichmäßig
um den Umfang der Dämpfungshülle (11) verteilt sind.
4. Schalldämpfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungshülle (11) mehrere, in Längsrichtung (L) voneinander beabstandete Gasaustrittsausnehmungen
(12, 12') aufweist.
5. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Gasaustrittsausnehmungen (12, 12') angrenzend zueinander angeordnet
sind und so eine Gruppe von Gasaustrittsausnehmungen (17) bilden, wobei die einzelnen
Gruppen von Gasaustrittsausnehmungen (17) in Längsrichtung (L) beabstandet voneinander
angeordnet sind.
6. Schalldämpfer (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Gasaustrittsausnehmung (12, 12') die Verschiebung des jeweiligen Federelements
(14) in Längsrichtung (L) verhindernde und von der Dämpfungshülle (11) wegragende,
seitliche Vorsprünge (15, 16) aufweist, wobei die seitlichen Vorsprünge (15, 16) sich
insbesondere ringförmig entlang des Umfangs der Dämpfungshülle (11) erstrecken.
7. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Federelement (14) als Wurmfeder ausgebildet ist und/oder dass
das Gehäuse (2) hohlzylinderförmig ausgebildet ist und einen Gasableitungsabschnitt
(20) aufweist, wobei der Gasableitungsabschnitt (20) zumindest eine, sich ringförmig
entlang des Umfangs des Gehäuses (2) erstreckende Gasableitungsausnehmung (21) umfasst,
wobei die zumindest eine Gasableitungsausnehmung (21) zumindest eine, entlang des
Umfangs des Gehäuses (2) angeordnete Gasableitungsöffnung (22) aufweist und wobei
in der zumindest einen Gasableitungsausnehmung (21) zumindest ein, die zumindest eine
Gasableitungsöffnung (22) abdeckendes, ringförmiges Dichtungselement (37) aufgenommen
ist.
8. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Gasableitungsausnehmung (21) mehrere, entlang des Umfangs des
Gehäuses (2) verteilte Gasableitungsöffnungen (22) aufweist, wobei die Gasableitungsöffnungen
(22) der zumindest einen Gasableitungsausnehmung (21) von dem zumindest einem Dichtungselement
(37) abgedeckt werden, wobei die Gasableitungsöffnungen (22) der zumindest einen Gasableitungsausnehmung
(21) vorzugsweise gleichmäßig um den Umfang des Gehäuses (2) verteilt sind.
9. Schalldämpfer (1) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasableitungsabschnitt (20) mehrere, in Längsrichtung (L) voneinander beabstandete
Gasableitungsausnehmungen (21, 21) aufweist, wobei insbesondere in jeder Gasableitungsausnehmung
(21, 21') zumindest ein Dichtungselement (37) aufgenommen ist und wenigstens eine
der Gasableitungsausnehmungen (21, 21') mit zumindest einer Gasauslassöffnung (22)
versehen ist.
10. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Gasableitungsausnehmungen (21, 21') angrenzend zueinander angeordnet
sind und so eine Gruppe von Gasableitungsausnehmungen (38) bilden, wobei die einzelnen
Gruppen von Gasableitungsausnehmungen (38) in Längsrichtung (L) beabstandet voneinander
angeordnet sind.
11. Schalldämpfer (1) nach Anspruch einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Dichtungselement (37) als O-Ring ausgebildet ist.
12. Schalldämpfer (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Adapter- und Dämpfungseinheit (6) mehrteilig ausgebildet ist, umfassend eine
den Verbindungsabschnitt (7) bildende, hohlzylinderförmige Verbindungseinheit (7A)
und zumindest einen den Dämpfungsabschnitt (8) bildende, hohlzylinderförmige Dämpfungseinheit
(8A, 8B), wobei die zumindest eine Dämpfungseinheit (8A, 8B) an der Verbindungseinheit
(7A) befestigt ist.
13. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinheit (8A, 8B) mehrteilig ausgebildet ist, umfassend eine an die Verbindungseinheit
(7A) anschließende erste Dämpfungseinheit (8A) und eine an die erste Dämpfungseinheit
(8A) anschließende zweite Dämpfungseinheit (8B) und/oder dass die Befestigung der
Verbindungseinheit (7A) an der ersten Dämpfungseinheit (8A) sowie die Befestigung
der ersten Dämpfungseinheit (8A) an der zweiten Dämpfungseinheit (8B) durch eine kraft-
und/oder formschlüssige Verbindung oder eine Gewindeverbindung erfolgt.
14. Schalldämpfer (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfungsabschnitt (8) oder die erste Dämpfungseinheit (8A) einen ersten Dämpfungsrohrabschnitt
(8A.1) mit einem Durchmesser (d3) und einen zweiten Dämpfungsrohrabschnitt (8A.2)
mit einem Durchmesser (d4) aufweist, wobei der Durchmesser (d3) des ersten Dämpfungsrohrabschnitts
(8A.1) größer ist als der Durchmesser (d4) des zweiten Dämpfungsrohrabschnitts (8A.2)
und die Dämpfungseinheit (8A) durch die Änderung des Durchmessers einen als Anlagefläche
(29) dienenden Absatz ausbildet und/oder dass die Adapter- und Dämpfungseinheit (6)
aus einem widerstandfähigen Material, insbesondere aus Titan oder einer Titanlegierung
oder Edelstahl, hergestellt ist.
15. Schalldämpfer (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) eine sich in Längsrichtung (L) erstreckende, Mittelachse (MA) aufweist
und die Adapter- und Dämpfungseinheit (6) exzentrisch zur Mittelachse (MA) des Gehäuses
(2) angeordnet ist, wobei das Gehäuse (2) mittels einer in dem Gehäuse (2) aufgenommenen
Dreh- und Verriegelungseinheit (23) drehbeweglich an der Adapter- und Dämpfungseinheit
(6) gelagert ist, wobei die Dreh- und Verriegelungseinheit (23) vorzugsweise zwischen
der Anlagefläche (29) und der Dämpfungshülle (11) positioniert ist und aus einem zylinderförmigen
Grundkörper (24) besteht, welcher sich in radialer Richtung zumindest teilweise über
den gesamten Querschnitt des Gehäuses (2) erstreckt, sodass der Gehäuseinnenraum (5)
durch den Grundkörper (24) zumindest in eine erste Expansionskammer (5.1) und in eine
zweite Expansionskammer (5.2) unterteilt wird.
16. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (24) aus einem hohlzylinderförmigen Grundkörperabschnitt (27), einem
ersten, den Grundkörperabschnitt (27) am zum ersten Gehäusedeckel (2C) zeigenden freien
Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten Grundköperendabschnitt (25) und einem
zweiten, den Grundkörperabschnitt (27) am zum zweiten Gehäusedeckel (2D) zeigenden
freien Ende umgebenden, scheibenartig ausgebildeten Grundkörperendabschnitt (26),
wobei der erste und zweite Grundkörperendabschnitt (25, 26) einen ersten Durchmesser
(d1) und der mittlere Grundkörperendabschnitt (27) einen zweiten, gegenüber dem ersten
Durchmesser (d1) kleineren Durchmesser (d2) aufweist, sodass zwischen dem ersten und
zweiten Grundkörperendabschnitt (25, 26) eine dritte Expansionskammer (5.3) gebildet
wird.
17. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 15 oder 16 dadurch gekennzeichnet, dass die Dreh- und Verriegelungseinheit (23) eine, vorzugsweise vorgespannte, Rastvorrichtung
(30) aufweist, umfassend mehrere Rastausnehmungen (32), die im Bereich der Anlagefläche
(29) an dem ersten Dämpfungsrohrabschnitt (8A.1) eingebracht sind, und zumindest ein
im verriegelten Zustand der Dreh- und Verriegelungseinheit (23) mit einer Rastausnehmung
(32) im Eingriff stehendes, stiftartiges Rastelement (33), wobei das zumindest eine
Rastelement (33) an dem ersten Grundkörperendabschnitt (25) befestigt ist oder dass
die Dreh- und Verriegelungseinheit (23) eine, vorzugsweise vorgespannte, Rastvorrichtung
(30) aufweist, umfassend mehrere, um die Öffnung (39) des Grundkörperabschnitts (27)
verteilte und in den ersten Grundkörperendabschnitt (25) eingebrachte Rastausnehmungen
(32), und zumindest ein im verriegelten Zustand der Dreh- und Verriegelungseinheit
(23) mit einer Rastausnehmung (32) im Eingriff stehendes, stiftartiges Rastelement
(33), wobei das zumindest eine Rastelement (33) im Bereich der Anlagefläche (29) an
dem ersten Dämpfungsrohrabschnitt (8A.1) befestigt ist.
18. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastvorrichtung (30) mittels einer eine Druckfeder (31), insbesondere Multiwellfeder,
vorgespannt ist und/oder dass die Rastvorrichtung (30) mehrere Rastelemente (33, 33')
aufweist, welche entweder um die Öffnung (39) des Grundkörperabschnitts (27) verteilt
und an dem Grundkörperendabschnitt (25) befestigt sind oder im Bereich der Anlagefläche
(29) der ersten Dämpfungseinheit (8A) angeordnet, entlang des Umfangs des ersten Dämpfungsrohrabschnitts
(8A.1) verteilt und an dem ersten Dämpfungsrohrabschnitt (8A.1) befestigt sind.
19. Schalldämpfer (1) nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungshülle (11) an dem zum Grundkörper (24) weisenden freien Ende einen,
vorzugsweise hohlzylinderförmigen Spann- und Befestigungsabschnitt (41) mit zumindest
einer, radial zum Spann- und Befestigungsabschnitt (41) verlaufenden Anlagefläche
(48) und einem Innengewinde (42) aufweist, und der Dämpfungsabschnitt (8) oder der
zweite Dämpfungsrohrabschnitt (8A.2) zumindest ein, mit dem zumindest einen Innengewinde
(43) zusammenwirkendes Außengewinde (42) aufweist, wobei durch das Aufschrauben der
Dämpfungshülle (11) auf den Dämpfungsabschnitt (8) oder den zweiten Dämpfungsrohrabschnitt
(8A.2) die Dreh- und Verriegelungseinheit (6) entgegen der Längsrichtung (L) bzw.
Feuerrichtung bewegt und die Dreh- und Verriegelungseinheit (6) somit gespannt wird,
und wobei durch das Abschrauben der Dämpfungshülle (11) von dem Dämpfungsabschnitt
(8) oder von dem zweiten Dämpfungsrohrabschnitt (8A.2) die Dreh- und Verriegelungseinheit
(6) in Längsrichtung (L) bzw. Feuerrichtung bewegt und die Dreh- und Verriegelungseinheit
(6) somit entspannt wird.
20. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (48) beim Auf- und Abschrauben der Dämpfungshülle (11) zumindest
zeitweise in Kontakt mit dem Grundkörperabschnitt (27) und/oder Grundkörperendabschnitt
(26) steht und beim Aufschrauben der Dämpfungshülle (11) eine Druckkraft (F1) auf diese(n) ausübt, sodass die Rastvorrichtung (30) entgegen der Federkraft (F2) der Druckfeder (31) in die verriegelte Position bewegt wird.
21. Schalldämpfer (1) nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastausnehmungen (32) rillenförmig ausgebildet sind und vorzugsweise 25 bis 40,
insbesondere 30 bis 35, Rastpositionen ausbilden.
22. Schalldämpfer (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalldämpfer (1) eine an dem Gehäuse (2) lösbar befestigbare Haltevorrichtung
(34) für Zubehörteile aufweist, wobei die Haltevorrichtung (34) vorzugsweise aus einem,
das Gehäuse (2) aufnehmenden Haltering (35) sowie eine an dem Haltering (35) angeordnete
Adaptereinheit (36), an welcher Zubehörteile aufsteckbar sind, besteht.
23. Schalldämpfer (1) nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass das der Haltering (35) als Klemmring ausgebildet ist, wobei dieser über zumindest
ein Klemmmittel, insbesondere einer Klemmschraube (49), am Gehäuse (2) klemmend befestigt
wird und/oder dass die Adaptereinheit zur Aufnahme der Zubehörteile in der Form einer
Picatinny-Schiene ausgebildet ist.