[0001] Die Erfindung betrifft ein System zum Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Bei dem Kraftfahrzeug handelt es sich
insbesondere um ein aus wenigstens einer Batterie elektrisch angetriebenes Kraftfahrzeug.
Das System weist eine Flammschutzdecke zum Abdecken des Kraftfahrzeugs auf.
[0002] Brände an elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeugen sind häufig besonders problematisch.
Derartige Kraftfahrzeuge weisen nämlich in der Regel Lithium-Ionen-Batterien auf.
Lithium-Ionen-Batterien sind oft selbst Ursache des Brandes. Unabhängig von der Ursache
des Brandes können Lithium-Ionen-Batterien den Brand weiter antreiben. Dabei kommt
es zu exothermen chemischen Reaktionen mit der Freisetzung von teils giftigen und
teils brennbaren Gasen und bei weiterer Erhitzung zum Zellenbrand mit der Freisetzung
von Sauerstoff, der den Brand weiter nährt. Schließlich kann es bei extremen Temperaturen
von über 660 °C zum Metallbrand kommen.
[0003] Derartige Brände sind schwer zu löschen und können sich leicht auf benachbarte Fahrzeuge
ausbreiten. Insbesondere bis zum Eintreffen der Feuerwehr ist es daher wünschenswert,
den Brand am Kraftfahrzeug erst einmal so weit zu isolieren, dass eine Ausbreitung
des Brandes auf benachbarte Fahrzeuge vermieden werden kann.
[0004] Hierzu ist es bekannt, das Kraftfahrzeug mit einer Flammschutzdecke abzudecken. Eine
derartige Flammschutzdecke muss das Kraftfahrzeug vollständig bedecken und dabei auch
bis zum Boden reichen. Folglich muss die Flammschutzdecke beträchtlich größer sein
als die Stellfläche des Kraftfahrzeugs. Ferner muss die Flammschutzdecke hohen Temperaturen
standhalten können und weist daher eine gewisse Dicke und ein beträchtliches Flächengewicht
auf. Derartige Flammschutzdecken, die auch als Löschdecken bezeichnet werden können,
sind aus
NL 1021213 C1 und
EP 3 473 301 A1 bekannt. Im Brandfall muss die Flammschutzdecke von einem Lagerplatz oder Abstellplatz
zum Kraftfahrzeug gebracht und dort manuell über das Kraftfahrzeug gezogen werden.
Dabei ist die Flammschutzdecke äußerst schwer zu handhaben.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug
und den Schutz der Umgebung vor einer Ausbreitung des Brandes zu verbessern.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit einem System zum Isolieren eines Brandes an
einem Kraftfahrzeug nach dem Patentanspruch 1. Vorteilhafte Ausführungsformen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Bei einem System zum Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug, insbesondere
an einem aus wenigstens einer Batterie elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeug, mit
einer Flammschutzdecke zum Abdecken des Kraftfahrzeugs, ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass das System eine mobile Transporteinrichtung mit einer Transportbox zur Aufnahme
der mehrfach gefalteten Flammschutzdecke aufweist und dass das System eine Alarmvorrichtung
aufweist, die erkennt, wenn die Transportbox von ihrem Abstellplatz entfernt wird,
und die in Erwiderung auf das erkannte Entfernen der Transporteinrichtung vom Abstellplatz
einen Alarm auslöst. Die Flammschutzdecke kann alternativ auch als Löschdecke bezeichnet
werden.
[0008] Dank der Erfindung ist es möglich, nach Entdeckung eines qualmenden oder brennenden
Kraftfahrzeugs, die Flammschutzdecke besonders zeitnah zu diesem Kraftfahrzeug zu
bringen und den Brand erst einmal zu isolieren, bis eine professionelle Bekämpfung
durch die Feuerwehr möglich ist. Die Flammschutzdecke wird in der Transportbox zum
Kraftfahrzeug gebracht, dort entfaltet und über das Kraftfahrzeug gezogen. Dadurch
wird einer weiteren Ausbreitung des Brandes sehr schnell entgegengewirkt. Nach Beendigung
von folgenden Löscharbeiten kann die Flammschutzdecke wieder gefaltet und in die Transportbox
gelegt werden. Je nach Zustand der Flammschutzdecke kann diese Flammschutzdecke wenigstens
ein weiteres Mal verwendet oder einer stofflichen Verwertung zugeführt werden.
[0009] Die Flammschutzdecke kann in Einrichtungen wie Parkhäusern und Tiefgaragen, beispielsweise
von Hotels, auf Fähren, in Autohäusern, in öffentlichen Einrichtungen, in kommunalen
Betrieben oder in der Industrie verwendet werden. Bei Anordnung der Flammschutzdecke
an jeweils einer zentralen Stelle auf jeder Ebene kann die Flammschutzdecke auch von
Laien schnell dem brennenden Kraftfahrzeug zugeführt werden. Dank der Alarmvorrichtung
wird zugleich der Alarm ausgelöst. Bevorzugt ist die Alarmvorrichtung in ein Alarmsystem
eingebunden. Der Alarm wird dann in diesem Alarmsystem erkannt und je nach Konfiguration
des Alarmsystems signalisiert. Alternativ oder zusätzlich wird in Erwiderung auf das
Auslösen des Alarms professionelle Unterstützung, beispielsweise die Feuerwehr oder
ein Wachdienst, angefordert, so dass zeitnah eine Bekämpfung des Brandes erfolgen
kann. Die Flammschutzdecke muss nur bis zum Eintreffen der professionellen Unterstützung
der Hitze des Brandes standhalten.
[0010] Zum Erkennen, wenn die Transportbox von ihrem Abstellplatz entfernt wird, sind verschiedene
Sensoren denkbar. Eine einfache Möglichkeit des Erkennens besteht beispielsweise darin,
die Transportbox mit einer Drahtschlaufe an einer feststehenden Wand am Abstellplatz
zu sichern, wobei die Drahtschlaufe zum Entfernen der Transportbox geöffnet oder durchtrennt
werden muss. Die Alarmvorrichtung ist hierbei vorzugsweise ortsfest am Abstellplatz
der Transporteinrichtung, insbesondere an einer Wand am Abstellplatz, installiert
und mit der Transporteinrichtung gekoppelt. Alternativ ist die Alarmvorrichtung in
die Transportbox integriert und mit der Wand oder einem anderen ortsfesten Teil der
Umgebung gekoppelt. Der Alarm kann somit direkt am Abstellplatz der Transportbox ausgelöst
werden.
[0011] Die Alarmvorrichtung weist gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
Kommunikationsmittel zum Herstellen einer kabelgebundenen oder kabellosen Kommunikationsverbindung
mit einer Leitstelle auf. Weiter ist die Alarmvorrichtung vorzugsweise dazu ausgebildet,
den Alarm zumindest über diese Kommunikationsverbindung an der Leitstelle auszulösen.
Die Leitstelle ist beispielsweise die Feuerleitstelle der örtlichen Feuerwehr oder
zunächst ein Wachdienst, der kontrolliert, ob tatsächlich ein Brand vorliegt und dann
gegebenenfalls die Feuerwehr anfordert. Die Alarmierung erfolgt vorzugsweise über
eine Brandmeldezentrale (BMZ). Alternativ oder zusätzlich ist vorgesehen, dass der
Alarm direkt am Abstellplatz für die Transporteinrichtung ausgelöst wird. Dies kann
akustisch sowie alternativ oder zusätzlich optisch erfolgen.
[0012] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Alarmvorrichtung
einen in die Transportbox integrierten Empfänger für ein globales Navigationssatellitensystem
aufweist. Der Empfänger ist insbesondere ein GPS-Empfänger, also ein Empfänger von
Signalen des Global Positioning System. Der Empfänger ist dazu ausgebildet, den Standort
oder Aufenthaltsort der Transportbox zu bestimmen. Vorzugsweise umfasst der Empfänger
auch eine Sendeeinheit, ist also ein GPS-Tracker, und ist mittels dieser Sendeinheit
dazu ausgebildet, den bestimmten Aufenthaltsort der Transportbox zumindest teilweise
über eine Funkverbindung an eine ortsfeste Stelle der Alarmvorrichtung und/oder an
eine externe Leitstelle zu übermitteln. Die externe Leitstelle ist beispielsweise
die oben genannte Feuerleitstelle der örtlichen Feuerwehr oder ein Wachdienst. Der
Standort der Transportbox und damit auch der Standort des Brandes, zu welchem die
Flammschutzdecke in der Transportbox transportiert wurde, kann damit schnell aufgefunden
werden. Optional wird der Standort dabei auch an der ortsfesten Stelle der Alarmvorrichtung,
also insbesondere am Standort der Transportbox vor Auslösung des Alarms, optisch angezeigt.
[0013] Das Auslösen des Alarms erfolgt bevorzugt in Erwiderung auf eine erkannte Bewegung
der Transportbox oder in Erwiderung auf einen erkannten Aufenthaltsort, der außerhalb
eines definierten Aufenthaltsbereiches, insbesondere Radius um den ursprünglichen
Standort, liegt. Besonders bevorzugt ist eine Kombination aus GPS-Tracker, und Erschütterungsmelder
für das Auslösen des Alarms vorgesehen. Für den Alarm vor Ort ist besonders bevorzugt
eine Sirene, die insbesondere mit 12 Volt Gleichspannung betrieben wird, vorgesehen.
Die Batterie oder der Akku hierfür und für den Betrieb der weiteren elektrisch betriebenen
Teile der Transportbox, wie GPS-Tracker und Erschütterungssensor, ist vorzugsweise
in die Transportbox integriert.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung löst der Alarm das elektronische
Senden einer Nachricht aus, beispielsweise per E-Mail oder Push-Nachricht zum Empfang
durch eine Anwendungssoftware, insbesondere App, auf einem mobilen Endgerät wie einem
Smartphone oder Tablet oder einem feststehenden Endgerät wie einem PC.
[0015] Das System umfasst optional auch eine entsprechende Anwendungssoftware, insbesondere
App, die Nachrichten von der Transportbox empfangen kann und mittels der optional
eine Live-Ortung der Transportbox möglich ist. Optional werden Daten zur Live-Ortung
an andere Systeme oder Softwareumgebungen übermittelt. Die Ortung kann national beschränkt
sein oder auch international möglich sein.
[0016] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Systems werden Bewegungsprofile, insbesondere
in der Transportbox, gespeichert, wenn eine Bewegung der Transportbox festgestellt
wird. Dies dient vornehmlich dem Schutz vor Diebstahl. Das Bewegungsprofil umfasst
eine zurückgelegte Strecke von mehreren Tagen, vorzugsweise bis zu 100 Tagen, optional
eine Geschwindigkeit bei der zurückgelegten Strecke und optional eine Distanzmessung
der zurückgelegten Strecke. Das gespeicherte Bewegungsprofil wird vorzugsweise an
die externe Leitstelle gesendet, so dass die Transportbox leichter aufgefunden werden
kann.
[0017] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Transportbox gegen unbefugtes Entnehmen der Flammschutzdecke geschützt, insbesondere
verriegelt, ist und dass eine Freigabe oder Entriegelung über einen Freigabelink möglich
ist, welcher von einer externen Leitstelle an die Transportbox gesendet werden kann.
[0018] Ein möglicher Ablauf bei einem Notfall, also dem Brand eines Fahrzeugs, ist beispielsweise
zunächst das Verbringen der Transportbox zum Ort des Brandes, was den Alarm und gegebenenfalls
eine Live-Verfolgung der Transportbox durch die Leitstelle auslöst. Es folgt die Anforderung
des Freigabelinks, dessen Übermittlung an die Transportbox dann beispielsweise manuell
an der Leitstelle veranlasst wird. Die Leitstelle kann nun Fachkräfte für die Brandbekämpfung
zu dem Ort leiten, an dem der Freigabelink erteilt wurde oder an dem sich die Transportbox
gemäß der Live-Ortung gerade befindet. Vor Ort kann zwischenzeitlich die Flammschutzdecke
aus der Transportbox entnommen und damit das brennende Fahrzeug abgedeckt werden.
Ein Batteriebrand kann somit eingedämmt werden oder zumindest begrenzt gehalten werden,
bis Fachkräfte zur Brandbekämpfung eintreffen.
[0019] Besonders bevorzugt weist die Transporteinrichtung ein Fahrgestell mit Rädern zum
Verfahren der Transportbox auf. Damit ist ein besonders schneller und kraftsparender
Transport der Flammschutzdecke zum Kraftfahrzeug möglich. Dabei ist bevorzugt entweder
vorgesehen, dass die Transporteinrichtung einen Transportwagen mit dem Fahrgestell
mit Rädern aufweist und dass die Transportbox separat vom Transportwagen abgestellt
ist, oder es ist vorgesehen, dass die Transportbox fest auf dem Fahrgestell angeordnet
ist. Der Transportwagen ist insbesondere eine Sackkarre oder ein ähnliches auf mindestens
zwei Rädern ziehbares oder schiebbares Transportmittel. Die separat vom Transportwagen
aufgestellte Transportbox ist insbesondere in der Nähe des Transportwagens an einer
Wand befestigt.
[0020] Die Größe der Flammschutzdecke bemisst sich nach der Größe des größten Kraftfahrzeugs,
an welchem der Brand isoliert werden soll. Die Fläche der ausgebreiteten Flammschutzdecke
beträgt mehr als 3 m
2, bevorzugt mehr als 15 m
2, weiter bevorzugt mehr als 25 m
2, noch weiter bevorzugt mehr als 30 m
2 und besonders bevorzugt mehr als 35 m
2. Die Fläche der ausgebreiteten Flammschutzdecke beträgt jedoch weniger als 60 m
2, bevorzugt weniger als 50 m
2.
[0021] Wenn die Flammschutzdecke in der Transportbox aufgenommen ist, ist die Flammschutzdecke
nach einem vorgegebenen Faltplan platzsparend zusammengefaltet. Optional ist die Flammschutzdecke
außerdem teilweise zusammengerollt. Der Faltplan ist derart ausgelegt, dass die Flammschutzdecke
mit wenigen Handgriffen der Transportbox entnommen und entfaltet werden kann. Die
Grundfläche der gesamten Transporteinrichtung, also der Transportbox und, soweit vorhanden,
auch des Transportwagens oder des Fahrgestells jeweils mit der aufgenommenen Transportbox
beträgt weniger als 10 %, vorzugsweise weniger als 5 %, besonders bevorzugt weniger
als 2 % der Fläche der ausgebreiteten Flammschutzdecke. Insbesondere benötigt die
Transporteinrichtung eine Stellfläche von weniger als 1 m
2.
[0022] Die Flammschutzdecke ist bevorzugt hitzebeständig und feuerfest, insbesondere eine
hitzebeständige und feuerfeste Plane. Die Flammschutzdecke kann also für einen definierten
Zeitraum eine bei einem Brand auftretende Strahlungshitze und eine bei einem Brand
auftretende Kontakthitze ohne Zerstörung aushalten. Ferner kann die Flammschutzdecke
dabei mit Flammen in Kontakt kommen, ohne selbst zu brennen. Besonders bevorzugt ist
die Flammschutzdecke bis 1300 °C ausgelegt. Insbesondere ist die Flammschutzdecke
für eine Kontakthitze bis mindestens 750°C oder mindestens 1000°C oder mindestens
1300°C für einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten oder mindestens 20 Minuten ausgelegt.
Alternativ oder zusätzlich ist die Flammschutzdecke vorzugsweise für eine Strahlungshitze
bis 1000°C ausgelegt. Damit kann die Flammschutzdecke effektiv gegenüber den in Abständen
auftretenden kurzen Hitzeeinwirkungen durch Explosionen bei einem Batteriebrand standhalten.
[0023] Vorteilhafterweise weist die Flammschutzdecke eine Tragschicht auf, die aus einem
technischen textilen Material besteht. Das technische textile Material, aus dem die
Tragschicht besteht, ist dabei vorzugsweise ein technisches Textilgewebe. Dadurch
ist insbesondere die notwendige Stabilität und Zugfestigkeit der Flammschutzdecke
gewährleistet. Insbesondere die Tragschicht hält der Strahlungshitze oder der Kontakthitze
mit den vorstehend genannten Temperaturen stand.
[0024] Weiter bevorzugt ist die Tragschicht in ihren Eigenschaften beispielsweise durch
zusätzliche Folien oder Silikonisierung oder eine Salzbeschichtung, insbesondere Besandung,
verändert. Bei bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung weist die Flammschutzdecke
eine Deckschicht auf. Bei einer Ausführungsform der Erfindung besteht die Flammschutzdecke
aus der Tragschicht und der Deckschicht. Bei einer hierzu alternativen Ausführungsform
der Erfindung weist die Flammschutzdecke die Tragschicht, eine Isolierschicht und
eine Deckschicht auf. Vorzugsweise besteht die Flammschutzdecke hierbei aus der Tragschicht,
der Isolierschicht und der Deckschicht. Die Isolierschicht besteht vorzugsweise aus
einem Vliesstoff. Die Isolierschicht ist dabei insbesondere entweder an der Seite
der Tragschicht, welche der Deckschicht gegenüberliegt, oder zwischen der Tragschicht
und der Deckschicht angeordnet. Dank der Isolierschicht ist eine zusätzliche thermische
Isolierung zwischen der Außenseite und der Innenseite der Flammschutzdecke gegeben.
[0025] Die Deckschicht ist vorzugsweise eine Beschichtung oder eine Kaschierung. Unter der
Beschichtung ist dabei insbesondere eine auf die Tragschicht, insbesondere auf deren
Gewebeoberfläche, aufgebrachte festhaftende Schicht aus formlosem Stoff zu verstehen.
Beispielsweise ist die Beschichtung eine Besandung oder eine Salzschicht oder eine
Beschichtung mit Silikon. Unter der Kaschierung ist die Verbindung der Tragschicht
mit der Deckschicht aus gleichem oder verschiedenem Material mit Hilfe jeweils geeigneter
Kaschiermittel zu verstehen. Die Deckschicht weist hierbei insbesondere Strahlungswärme
reflektierende Eigenschaften auf. Besonders bevorzugt hält die Beschichtung hohen
Temperaturen, insbesondere oberhalb von 600 °C, stand. Bei einer alternativen Ausführungsform
besteht die Deckschicht aus Aluminium oder aus einer ganz oder teilweise metallisierten
Folie.
[0026] Die Deckschicht bildet entweder die Außenseite oder die dem Kraftfahrzeug zugewandte
Innenseite der Flammschutzdecke aus. Die Deckschicht dichtet die Flammschutzdecke
ganz oder teilweise gegen durchströmende Luft und Rauchgase ab. Die bei einem Batteriebrand
austretenden Gase können bevorzugt an den Rändern der Flammschutzdecke vorbei entweichen.
Ein Ersticken des Brandes ohne Kühlung wäre nach dem Einsetzen des so genannten "Thermal
Runaway", also bei exothermer Reaktion in der Batterie unter Abgabe von Wärme und
Sauerstoff, nicht mehr möglich.
[0027] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Flammschutzdecke oder Teile der Flammschutzdecke, insbesondere die Tragschicht,
eine Imprägnierung aufweisen. Hierunter ist insbesondere zu verstehen, dass die Flammschutzdecke
oder Teile mit gelösten Substanzen durchtränkt sind. Vorzugsweise ist die Flammschutzdecke
oder sind Teile davon mit einer Imprägnierflüssigkeit, insbesondere Textilschlichte,
imprägniert. Insbesondere ist bereits die Tragschicht vor dem Zusammenfügen mit der
gegebenenfalls vorhandenen Deckschicht oder der gegebenenfalls vorhandenen Isolierschicht
auf derartige Weise imprägniert.
[0028] Bei Bränden am Kraftfahrzeug, insbesondere bei Batteriebränden, kann es in zeitlichen
Abständen immer wieder zu kleinen Explosionen kommen, welche Druckwellen bewirken
und zur Freisetzung von Gasen führen. Dadurch könnte prinzipiell die Flammschutzdecke
gegenüber dem Kraftfahrzeug angehoben werden. Dies gilt es zu vermeiden. Hierfür weist
die Flammschutzdecke vorzugsweise an ihren Rändern Aufnahmevorrichtungen, insbesondere
Aufnahmetaschen, zur Aufnahme von Beschwermitteln und/oder Befestigungsmitteln zur
Befestigung der Flammschutzdecke am Fahrzeug auf. Die Beschwermittel sind beispielsweise
Sandsäcke, Steine, Wasserschläuche oder andere Gewichte, die nach dem Überziehen der
Flammschutzdecke über das Kraftfahrzeug mit den Rändern der Flammschutzdecke derart
verbunden werden, dass diese Ränder mit der Gewichtskraft der Beschwermittel am Boden
gehalten werden. Die Befestigungsmittel sind beispielsweise Seile oder Haken, die
um das Kraftfahrzeug gespannt oder an Teilen des Kraftfahrzeugs eingehakt werden.
[0029] Vorteilhafterweise weist die Flammschutzdecke an ihren Rändern Transporthilfen, insbesondere
in Form von Grifftaschen, Gurten, Schnallen, Riemen, Schlaufen oder Bändern, zum manuellen
Ausbreiten der Flammschutzdecke über dem Kraftfahrzeug auf. Insbesondere ist vorgesehen,
dass die Flammschutzdecke manuell von zwei Personen an den Transporthilfen gegriffen
und über das Kraftfahrzeug gezogen werden kann.
[0030] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Ansprüchen, aus den Zeichnungen
und aus der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten bevorzugten
Ausführungsbeispiels der Erfindung. In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1:
- einen Ausschnitt einer im Querschnitt dargestellten Flammschutzdecke für ein erfindungsgemäßes
System zum Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung in vereinfachter Darstellung;
- Figur 2:
- das System zum Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug mit der in einer Transportbox
des Systems aufgenommenen Flammschutzdecke von Fig. 1 in schematischer Darstellung;
und
- Figur 3:
- die entfaltete und über ein Kraftfahrzeug gezogene Flammschutzdecke von den Figuren
1 und 2 in perspektivischer Darstellung.
[0031] Fig. 1 zeigt den Aufbau einer Flammschutzdecke 1. Die Flammschutzdecke 1 ist hitzebeständig
und feuerfest. Hierfür besteht die Flammschutzdecke 1 aus einer Tragschicht 2, einer
Deckschicht 3 und einer Isolierschicht 4. Die Tragschicht 2 ist ein technisches Textilgewebe,
welches mit der Deckschicht 3 oberflächenkaschiert ist. Die Deckschicht 3 besteht
aus Aluminium und kann Strahlungswärme reflektieren.
[0032] Andere Konfigurationen der Flammschutzdecke 1 sind im Rahmen der Erfindung denkbar.
Beispielsweise weist die Tragschicht 2 in Abweichung vom hier dargestellten Ausführungsbeispiel
eine zusätzliche Beschichtung auf. Die zusätzliche Beschichtung ist insbesondere eine
mineralische Beschichtung, vorzugsweise eine Salzbeschichtung. Optional entfällt hierbei
die Isolierschicht 4. Dadurch wird bei dieser Ausführungsform auf eine Gasdichtheit
verzichtet und aus dem Akku eines brennenden Kraftfahrzeugs austretende Gase können
durch die Tragschicht 2 hindurch austreten, also insbesondere durch das beschichtete
Gewebe hindurch austreten, aus dem die Flammschutzdecke 1 hierbei vorzugsweise gefertigt
ist.
[0033] Wenn ein brennendes Kraftfahrzeug mit der Flammschutzdecke bedeckt ist, wird dadurch
insbesondere auch die Einwirkung von Strahlungshitze, die von diesem Kraftfahrzeug
ausgeht, auf Objekte in der Umgebung des Kraftfahrzeugs reduziert. Die Isolierschicht
4 ist an der Seite, welche der Deckschicht 3 gegenüberliegt, mit der Tragschicht 2
verbunden. Die Isolierschicht 4 hat wärmeisolierende Eigenschaften und schützt außerdem
den Lack eines Kraftfahrzeugs vor Kratzern, wenn die Flammschutzdecke 1 mit der Isolierschicht
4 auf das Kraftfahrzeug aufgelegt wird. Dies kann sinnvoll sein, wenn die Flammschutzdecke
1 vorbeugend vor einem Brand auf das Kraftfahrzeug aufgelegt wird oder der Brand das
Kraftfahrzeug nicht vollständig zerstört.
[0034] Fig. 2 zeigt schematisch das erfindungsgemäße System zum Isolieren eines Brandes
an einem Kraftfahrzeug mit der Flammschutzdecke 1 von Fig. 1. Die Flammschutzdecke
1 weist Transporthilfen 5 an den Rändern der Flammschutzdecke 1 auf, mit Hilfe derer
die Flammschutzdecke 1 von vorzugsweise zwei Personen entfaltet und über das Kraftfahrzeug
gezogen werden kann. Ferner weist die Flammschutzdecke 1 Aufnahmevorrichtungen 6 für
Gewichte und Befestigungsmittel 7 zur Befestigung der Flammschutzdecke 1 am Kraftfahrzeug
auf. Die Gewichte sind beispielsweise Sandsäcke oder mit Wasser gefüllte Schläuche,
welche in die vorzugsweise taschenartig ausgebildeten Aufnahmevorrichtungen 6 eingelegt
werden. Befestigungsmittel 7 sind vorzugsweise Spannseile, welche umliegend um die
Räder des Kraftfahrzeugs auf einem Umfang gespannt werden, welcher geringer ist als
der Umfang des Kraftfahrzeugs, oder Spannhaken, welche am Kraftfahrzeug, beispielsweise
an den Felgen, eingehakt werden. Dadurch bleibt die Flammschutzdecke 1 bei den bei
einem Batteriebrand auftretenden kleineren Explosionen am Kraftfahrzeug gehalten.
[0035] Die Flammschutzdecke 1 ist bei Lagerung des Systems, also bei Bereithaltung des Systems
für den Einsatz bei einem Brand an einem Kraftfahrzeug, mehrfach gefaltet in einer
Transportbox 8 aufgenommen, was durch einen gestrichelten Pfeil veranschaulicht ist.
Die Transportbox 8 ist Teil einer mobilen Transporteinrichtung 9, welche aus der Transportbox
8 und einem Transportwagen 10 besteht. Die Transportbox 8 ist dabei entweder direkt
auf dem Transportwagen 10 oder zumindest in Nähe des Transportwagens 10, beispielsweise
auf einer oberhalb des Transportwagens 10 an einer Wand angebrachten Halterung, gelagert.
Der Transportwagen 10 weist ein Fahrgestell 11 auf, welches über Räder 12 zum Verfahren
des Transportwagens 10 verfügt. Die Transportbox 8 kann somit mit Hilfe des Transportwagens
10 schnell zum Kraftfahrzeug gefahren werden.
[0036] Das System zum Isolieren eines Brandes am Kraftfahrzeug verfügt außerdem über eine
Alarmvorrichtung 13 mit Kommunikationsmitteln 14. Wenn die mobile Transporteinrichtung
9 für eine anschließende Verwendung der Flammschutzdecke 1 von ihrem Abstellplatz
weg bewegt wird, erkennt dies die beispielsweise an einer Wand neben dem Abstellplatz
angebrachte Alarmvorrichtung 13 und setzt unmittelbar mit Hilfe der Kommunikationsmittel
14 einen Alarm an eine Leitstelle ab. Hierfür stellen die Kommunikationsmittel 14
eine Kommunikationsverbindung, beispielsweise über ein kabelgebundenes Telefonnetz
oder Datennetz oder über ein Mobilfunknetz, mit der Leitstelle her. Dadurch kann ohne
Zeitverlust die Feuerwehr zum Löschen des Brandes am Kraftfahrzeug alarmiert werden.
Bis zum Eintreffen der Feuerwehr isoliert die Flammschutzdecke 1 das Kraftfahrzeug
und damit den Brand gegenüber der Umgebung und wirkt somit insbesondere einer weiteren
Ausbreitung des Brandes und Schäden in der Umgebung des Kraftfahrzeugs entgegen.
[0037] Fig. 3 zeigt die entfaltete und beispielhaft über ein Kraftfahrzeug gezogene Flammschutzdecke
1 des erfindungsgemäßen Systems mit der nach außen weisenden Deckschicht 3 aus Aluminium.
Die Ränder der Flammschutzdecke 1 liegen auf dem Boden, auf welchem das Kraftfahrzeug
aufsteht, auf, so dass das Kraftfahrzeug umlaufend gegenüber der Umgebung isoliert
ist. Rauch und Gase können an den Rändern der Flammschutzdecke 1 vorbei entweichen,
wobei die Flammschutzdecke 1 hierfür nur an den Rändern geringfügig gegenüber dem
Boden angehoben werden muss. Wenn bei einem alternativen Ausführungsbeispiel bei der
Flammschutzdecke 1 auf die Deckschicht 3 aus Aluminium verzichtet wird und stattdessen
eine Salzbeschichtung auf das Gewebe der Flammschutzdecke 1 aufgetragen ist, muss
sich die Flammschutzdecke 1 auch an den Rändern nicht vom Boden heben. Denn Gase können
hierbei auch durch das Gewebe hindurch entweichen.
[0038] Alle in der vorstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen genannten Merkmale sind
in einer beliebigen Auswahl mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs kombinierbar.
Die Offenbarung der Erfindung ist somit nicht auf die beschriebenen beziehungsweise
beanspruchten Merkmalskombinationen beschränkt, vielmehr sind alle im Rahmen der Erfindung
sinnvollen Merkmalskombinationen als offenbart zu betrachten.
1. System zum Isolieren eines Brandes an einem Kraftfahrzeug, insbesondere an einem aus
wenigstens einer Batterie elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeug, mit einer Flammschutzdecke
(1) zum Abdecken des Kraftfahrzeugs,
dadurch gekennzeichnet,
dass das System eine mobile Transporteinrichtung (9) mit einer Transportbox (8) zur Aufnahme
der mehrfach gefalteten Flammschutzdecke (1) aufweist und dass das System eine Alarmvorrichtung
(13) aufweist, die erkennt, wenn die Transportbox (8) von ihrem Abstellplatz entfernt
wird, und die in Erwiderung auf das erkannte Entfernen der Transporteinrichtung (9)
vom Abstellplatz einen Alarm auslöst.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Alarmvorrichtung (13) ortsfest an einem Abstellplatz der Transporteinrichtung
(9) installiert und mit der Transporteinrichtung (9) gekoppelt ist.
3. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Alarmvorrichtung (13) Kommunikationsmittel (14) zum Herstellen einer kabelgebundenen
oder kabellosen Kommunikationsverbindung mit einer Leitstelle aufweist und dazu ausgebildet
ist, den Alarm zumindest über diese Kommunikationsverbindung an der Leitstelle auszulösen.
4. System nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Alarmvorrichtung (13) einen in die Transportbox (8) integrierten Empfänger für
ein globales Navigationssatellitensystem, insbesondere einen GPS-Empfänger, aufweist,
der dazu ausgebildet ist, den Standort der Transportbox (8) zu bestimmen und zumindest
teilweise über eine Funkverbindung an eine ortsfeste Stelle der Alarmvorrichtung (13)
und/oder an eine externe Leitstelle zu übermitteln.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (9) ein Fahrgestell (11) mit Rädern (12) zum Verfahren der
Transportbox (8) aufweist.
6. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (9) einen Transportwagen (10), insbesondere in Form einer
Sackkarre, mit dem Fahrgestell (11) mit Rädern (12) aufweist und dass die Transportbox
(8) separat vom Transportwagen (10) abgestellt ist, insbesondere separat vom Transportwagen
(10) an einer Wand befestigt ist.
7. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportbox (8) fest auf dem Fahrgestell (11) angeordnet ist.
8. System nach einem der vorhergehende Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche der ausgebreiteten Flammschutzdecke (1) mehr als 3 m2, bevorzugt mehr als 15 m2, beträgt.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche der gesamten Transporteinrichtung (9) weniger als 10%, insbesondere
weniger als 5%, der Fläche der ausgebreiteten Flammschutzdecke (1) beträgt.
10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1), insbesondere bis zu einer Temperatur von 1300 °C, hitzebeständig
und feuerfest ist.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1) aus einem mit einer gasdurchlässigen Salzschicht beschichteten
Gewebe besteht.
12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1) eine Tragschicht (2) und eine Deckschicht (3) aufweist,
wobei die Tragschicht (2) aus einem technischen Textilgewebe besteht und wobei die
Deckschicht (3) eine, insbesondere Temperaturen oberhalb 600 °C standhaltende, Beschichtung
oder Kaschierung ist.
13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1) die Tragschicht (2), eine aus einem Vliesstoff bestehende
Isolierschicht (4) und die Deckschicht (3) aufweist.
14. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1) oder Teile der Flammschutzdecke (1), insbesondere die Tragschicht
nach einem der Ansprüche 11 und 12, eine Imprägnierung aufweisen.
15. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flammschutzdecke (1) an ihren Rändern Transporthilfen (5), insbesondere in Form
von Grifftaschen, Gurten, Schnallen, Riemen, Schlaufen oder Bändern, zum manuellen
Ausbreiten der Flammschutzdecke (1) über dem Kraftfahrzeug aufweist.