[0001] Die Erfindung betrifft ein Musikinstrument in Form einer Handpan mit den im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Handpans sind seit ca. 2008 als Musikinstrumente bekannt und von einem ähnlichen
Blechklanginstrument, einer sogenannten Hang
® abgeleitet. Ein guter Überblick und eine Beschreibung der bekannten Merkmale einer
Handpan sind dem gleichlautenden Wikipedia-Artikel, vom Internet herunterladbar über
die Webseite "https://de.wikipedia.org/wiki/Handpan" entnehmbar.
[0003] Demzufolge umfasst eine Handpan einen hohlen Grundkörper, zusammengesetzt aus einer
jeweils kugelsegmentförmigen Unterschale und Oberschale, die an ihren einander zugewandten
Ringflächen miteinander verbunden, vorzugsweise verklebt, sind. Ferner ist auf der
Oberschale ein zentrales Basis-Tonfeld vorgesehen, das üblicherweise auf den tiefsten
Ton der Handpan gestimmt ist. Um das zentrale Basis-Tonfeld herum sind auf der Oberschale
weitere Tonfelder ringförmig aneinandergereiht angeordnet, die in der Regel auf verschiedene
Töne gestimmt sind.
[0004] In der Unterschale ist bei den bekannten Handpans analog dem sogenannten Gu bei einer
Hang
® eine zentrale Resonanzöffnung eingeformt, die zum Klangbild des Instrumentes in unterschiedlichster,
hier nicht näher zu erörternder Weise beiträgt.
[0005] Die unten liegende Resonanzöffnung dient bei der Fertigung der Handpan auch dazu,
nach dem Zusammenfügen von Ober- und Unterschale das Feintuning der Tonfelder auf
der Oberschale von innen mit einem speziellen Stimmhammer zu ermöglichen.
[0006] Problematisch bei den bekannten Handpans ist die zentrale Anordnung der Resonanzöffnung.
Damit würde beim Spielen des Instruments abgestellt auf einer planen Fläche die Resonanzöffnung
verschlossen und dementsprechend nicht mehr oder nur ungenügend zum Klangbild des
Instrumentes beitragen. Auch ist die Schallabstrahlung durch die Resonanzöffnung bei
herkömmlichem Spiel mit auf den Oberschenkeln aufgelegtem Instrument zum einen nach
unten zum Boden gerichtet, zum anderen durch die Oberschenkel unter Umständen deutlich
gedämpft und damit verbesserungsbedürftig.
[0007] Ausgehend von den geschilderten Problemen des Standes der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Handpan der gattungsgemäßen Art so fortzubilden, dass sie
unter verschiedenen Einsatzbedingungen ein verbessertes Klangbild und eine einfachere
Bearbeitbarkeit zum Feintuning aufweist.
[0008] Diese Aufgabe wird laut Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 dadurch gelöst, dass
mindestens eine weitere Resonanzöffnung an der Unterschale vorgesehen ist, wobei die
dementsprechend mindestens zwei Resonanzöffnungen dezentral in den seitlichen, ansteigenden
Zonen der Unterschale angeordnet sind.
[0009] Aufgrund dieser dezentralen Anordnung mindestens zweier Resonanzöffnungen bleiben
diese auch dann offen und damit wirksam, wenn die Handpan auf einer ebenen Unterlage
gestellt bespielt wird. Auch bei einer üblichen Handhabung auf den Oberschenkeln können
die Resonanzöffnungen so angeordnet werden, dass eine davon schräg nach vorne weist,
wodurch die Schall-Abstrahlrichtung des Instruments auf etwaige Zuhörer zielt und
damit deutlich effektiver ist.
[0010] Die seitlichen, dezentral angeordneten Resonanzöffnungen sind gegenüber dem unten
zentral angeordneten Resonanzloch ferner besser für den Spieler zugänglich, sodass
sich eine manuelle Dämpfung des sogenannten Sustains der Handpan durch Verschließen
oder zumindest teilweises Abdecken der Resonanzöffnungen - ähnlich einer bei Akustik-Gitarren
verwendeten Resonanzloch-Abdeckung - einfacher bewerkstelligen lässt.
[0011] Auch beim Bespielen der Handpan auf einem dafür vorgesehenen Ständer ergeben sich
durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung Vorteile. Bei einem üblichen zentralen Resonanzloch
prallt der Klang auf die Streben des Ständers und erzeugt damit störende Schwingungen.
Die seitlichen Resonanzöffnungen hingegen sorgen für eine freie, hindernislose Klangentfaltung,
was ich auch positiv auf eine Mikrofonierung und Tonabnahme auswirkt. Es können nämlich
ein oder mehrere Mikrofone eingesetzt werden, um ein breiteres Klangbild zu erhalten.
[0012] Nicht zuletzt ist das Feintuning der Handpan im zusammengefügten Zustand von Ober-
und Unterschale erheblich vereinfacht, da die über die Oberschale verteilten Tonfelder
oben grundsätzlich über zwei Öffnungen von unten zugänglich sind. Außerdem können
beide Hände des Instrumentenbauers beim Feintuning eingesetzt bzw. über eine Resonanzöffnung
der Stimmhammer eingeführt und über die andere Resonanzöffnung die Arbeit visuell
kontrolliert werden. Dies bringt eine erhebliche Vereinfachung bzw. Perfektionierung
der Stimmarbeit mit sich.
[0013] In den abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes
angegeben. So können zwei, drei oder vier Resonanzöffnungen vorgesehen sein, die dann
vorzugsweise gleichmäßig bezogen auf die Umfangsrichtung der Unterschale verteilt
darin aneinandergereiht angeordnet sind. Damit hat die Handpan auch ein optisch ansprechendes,
aufgeräumtes Erscheinungsbild.
[0014] Demselben Zweck dient die mögliche Auslegung der Resonanzöffnungen mit gleichen Durchmesser,
wobei jedoch auch unterschiedliche Durchmesser zur Erzeugung bestimmter Klangeffekte
denkbar sind.
[0015] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf die Flächendimension der zentralen,
nicht von den Resonanzöffnungen belegten Zone und die Abstände der Resonanzöffnungen
vom Außenrand der Unterschale. Ein ausgewogenes klangliches und optisches Bild der
Handpan ergibt sich, wenn diese entsprechende Flächendimension der Zentralzone und/oder
dieser Abstand im Wesentlichen dem Durchmesser der Resonanzöffnungen entsprechen.
[0016] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung verschiedener Ausführungsbeispiele. Es zeigen:
- Fig. 1 bis 4
- eine Draufsicht, eine perspektivische Ansicht schräg von oben sowie zwei Seitenansichten
aus den Pfeilrichtungen III bzw IV gemäß Fig. 1 einer Handpan in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 5 und 6
- eine Unteransicht und perspektivische Ansicht schräg von unten der Handpan in dieser
ersten Ausführungsform,
- Fig. 7 und 8
- eine Unteransicht und perspektivische Ansicht schräg von unten einer Handpan in einer
zweiten Ausführungsform, sowie
- Fig. 9 und 10
- eine Unteransicht und perspektivische Ansicht schräg von unten einer Handpan in einer
dritten Ausführungsform.
[0017] Wie aus den Fig. 1 bis 4 hervorgeht, weist die dort gezeigte Handpan einen hohlen
Grundkörper 1 auf, der aus einer jeweils halbkugelsegmentförmigen, flachen Unterschale
2 und einer entsprechend in ihrer Grundform ausgelegten Oberschale 3 zusammengesetzt
ist. Die beiden Schalen 2, 3 sind an ihren einander zugewandten Außenrändern 4 über
den vollen Umfang miteinander verklebt.
[0018] Wie insbesondere aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist auf der Oberschale 3 ein zentrales
Basis-Tonfeld 5 angelegt. Um dieses herum sind acht weitere, durch verschiedene Durchmesser
und Formgebungen unterschiedlich gestimmte Tonfelder 6.1 bis 6.8 ringförmig aneinandergereiht.
Diese Ausgestaltung der Oberschale 3 gilt auch für alle weiteren Ausführungsformen
gemäß den Fig. 7 bis 10, sodass diesbezüglich keine nochmalige Beschreibung der Oberschale
dieser Ausführungsformen notwendig ist.
[0019] Bei dem in den Fig. 1 bis 6 gezeigten Ausführungsbeispiel der Handpan sind in die
Unterschale zwei Resonanzöffnungen 7.1, 7.2 dezentral in der seitlichen, ansteigenden
Zone 8 der Unterschale 2 eingebracht, sodass zentral ein nicht von den Resonanzöffnungen
7.1, 7.2 belegte Zone 9 vorhanden ist. Die beiden Resonanzöffnungen 7.1, 7.2 sind
durch ihre um 180° versetzte Gegenüberstellung gleichmäßig bezogen auf die Umfangsrichtung
U der Unterschale 2 angeordnet und weisen einen übereinstimmenden Durchmesser D7 auf.
Die von der Resonanzöffnungen 7.1, 7.2 unbelegte zentrale Zone 9 der Unterschale 2
weist eine im Wesentlichen dem Durchmesser D7 entsprechende Flächendimension F9 auf.
Dies trifft auch für den Abstand A7 zwischen den nach außen weisenden Rändern 11 der
Resonanzöffnungen 7.1, 7.2 und dem Außenrand 4 der Unterschale 2 zu.
[0020] Die in den Fig. 7 und 8 gezeigte Ausführungsform weist im Unterschied zu der vorherigen
Ausführungsform in der Unterschale 2 drei Resonanzöffnungen 7.1, 7.2, 7.3 auf, die
wiederum dezentral in der seitlich ansteigenden Zone 8 der Unterschale 2 angeordnet
sind. Wie insbesondere aus Fig. 7 hervorgeht, ist die Anordnung der Resonanzöffnungen
7.1, 7.2, 7.3 auch hier gleichmäßig in Umfangsrichtung U, sodass diese Öffnungen um
einen Winkel von 120° zueinander versetzt in Umfangsrichtung U zueinander angeordnet
sind. Flächendimension F9 und Abstand A7 entsprechen analog im Wesentlichen dem übereinstimmenden
Durchmesser D7 der Resonanzöffnungen 7.1, 7.2, 7.3.
[0021] Die in den Fig. 7 und 8 gezeigte Ausführungsform schließlich weist im Unterschied
zu den vorherigen Ausführungsformen in der Unterschale 2 vier Resonanzöffnungen 7.1,
7.2, 7.3, 7.4 auf, die wiederum dezentral in der seitlich ansteigenden Zone 8 der
Unterschale 2 angeordnet sind. Wie insbesondere aus Fig. 9 hervorgeht, ist die Anordnung
der Resonanzöffnungen 7.1, 7.2, 7.3, 7.4 auch hier gleichmäßig in Umfangsrichtung
U, sodass diese Öffnungen um einen Winkel von 90° zueinander versetzt in Umfangsrichtung
U zueinander angeordnet sind. Flächendimension F9 und Abstand A7 entsprechen analog
im Wesentlichen dem übereinstimmenden Durchmesser D7 der Resonanzöffnungen 7.1, 7.2,
7.3, 7.4.
1. Handpan, umfassend
- einen hohlen Grundkörper (1), zusammengesetzt aus einer jeweils kugelsegmentförmigen
Unterschale (2) und Oberschale (3), die an ihren einander zugewandten Außenrändern
(4) miteinander verbunden, vorzugsweise verklebt, sind,
- einem vorzugsweise zentral auf der Oberschale (3) angeordneten Basis-Tonfeld (5),
- ringförmig auf der Oberschale (3) vorzugsweise um das Basis-Tonfeld (5) herum angeordnete
weitere Tonfelder (6.1 bis 6.8), sowie
- eine Resonanzöffnung (7.1) in der Unterschale (2),
gekennzeichnet durch
- mindestens eine weitere Resonanzöffnung (7.2 bis 7.4) in der Unterschale (2), wobei
die mindestens zwei Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) dezentral in der seitlichen, ansteigenden
Zone (8) der Unterschale (2) angeordnet sind.
2. Handpan nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei, drei oder vier Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) in der Unterschale (2).
3. Handpan nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) gleichmäßig bezogen auf die Umfangsrichtung (U)
der Unterschale (2) verteilt angeordnet sind.
4. Handpan nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) den gleichen Durchmesser (D7) aufweisen.
5. Handpan nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale, nicht von den Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) belegte Zone (9) der
Unterschale (2) in ihrer Flächendimension (F9) in Wesentlichen dem Durchmesser (D7)
der Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) entspricht.
6. Handpan nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A7) zwischen den nach außen weisenden Rändern (11) der Resonanzöffnungen
(7.1 bis 7.4) und dem Außenrand (4) der Unterschale (2) im Wesentlichen dem Durchmesser
(D7) der Resonanzöffnungen (7.1 bis 7.4) entspricht.