[0001] Die Erfindung betrifft einen Multipol mit an seinen Stirnseiten angeordneten Aufnahmeringen
zur Aufnahme des Multipols in einem Massenspektrometer gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, wobei der Multipol zwei Elektrodenhalbschalen mit jeweils wenigstens zwei Elektroden
aufweist, die über formschlüssige Verbindungen zusammenfügbar sind, die an den Längskanten
der Elektrodenhalbschalen angeordnet sind. Dabei umfasst jede der formschlüssigen
Verbindungen ein Formstück und ein daran angepasstes Gegenformstück, wobei das Formstück
an der einen der beiden Elektrodenhalbschalen und das Gegenformstück an der anderen
der beiden Elektrodenhalbschalen angeformt ist.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung einen Aufnahmering für einen solchen Multipol gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 8.
[0003] Die Erfindung befasst sich mit Multipolen, wie sie in Massenspektrometern eingesetzt
werden. Multipole sind mehrpolige Elektrodenvorrichtungen und hinlänglich bekannt,
bspw. aus der deutschen Patentschrift
DE 944900.
[0004] Wie in
EP 3 385 979 A1 ausgeführt, ist einerseits eine präzise Ausrichtung der Elektroden der Elektrodenvorrichtung
zueinander wesentlich für die analytische Messgenauigkeit, so dass die Befestigung
der Elektroden regelmäßig an einem als Halbschale ausgebildeten Trägerelement erfolgt.
Solche Halbschalen können mit hoher Genauigkeit zusammengefügt werden, so dass eine
hohe analytische Messgenauigkeit eines Massenspektrometers erreicht werden kann.
[0005] Andererseits ist auch der Einbau eines Multipols in ein Massenspektrometer mit möglichst
hoher Genauigkeit zu bewerkstelligen, um eine hohe Messgenauigkeit zu erreichen.
[0006] Figuren 1 bis 3 zeigen den herkömmlichen Aufbau eines bekannten Multipols 10 mit
stirnseitig am Multipol angebrachten Aufnahmeringen 12, 14 zur Aufnahme des Multipols
in einem nicht dargestellten Massenspektrometer, wobei Fig. 1 eine Explosionsdarstellung
des Multipols 10 samt der beiden Aufnahmeringe 12, 14, Fig. 2 eine perspektivische
Ansicht eines zusammengefügten Multipols 10 samt den Aufnahmeringen 12, 14 gemäß Fig.
1 und Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines zusammengefügten Multipols 10 mit
abgenommenen Aufnahmeringen 12, 14 zeigt.
[0007] Dieser herkömmliche Multipol 10 weist zwei Elektrodenhalbschalen 16, 18 auf, die
jeweils zwei stabförmige Elektroden 20, 22 bzw. 24, 26 aufweisen, die jeweils paarweise
auf einem Träger 28, 30 unter Zwischenschaltung von Isolierkörpern 32, 36, 38 befestigt
sind.
[0008] Die untere Elektrodenhalbschale 16 ist mit der oberen Elektrodenhalbschale 18 über
formschlüssige Verbindungen 40, 42, 44 zusammenfügbar, die an den Längskanten 46,
48, 50, 52 der Elektrodenhalbschalen 16, 18 angeordnet sind.
[0009] Vorliegend ist der Begriff der Längskante nicht eindimensional zu verstehen, sondern
so zu verstehen, dass die Längskanten 46, 48, 50, 52 schmale Flächen bilden, deren
Breite der Dicke der Träger 28, 30 entspricht.
[0010] In den Figuren 1 bis 3 sind aus darstellerischen Gründen die formschlüssigen Verbindungen
lediglich entlang der vorderen Längskanten 46, 50 bezeichnet; entsprechende formschlüssige
Verbindungen bestehen auch entlang der hinteren Längskanten 48, 52, sind dort jedoch
nicht separat bezeichnet. Jede dieser formschlüssigen Verbindungen 40, 42, 44 umfasst
ein Formstück 54, 56, 58 mit einer Dachkantstruktur an der unteren Elektrodenhalbschale
16 und ein daran angepasstes Gegenformstück 60, 62, 64 mit einer Prismenstruktur an
der oberen Elektrodenhalbschale 18.
[0011] Die Elektrodenhalbschalen 16, 18 sind baugleich strukturiert und geformt. Daher weist
die untere Elektrodenhalbschale 16 an ihrer hinteren Längskanten 48 ebenfalls Gegenformstücke
66, 68, 70 auf, die mit entsprechenden (nicht in den Figuren sichtbaren) Formstücken
an der hinteren Längskante 52 der oberen Elektrodenhalbschale 18 angeformt sind und
jeweils paarweise weitere formschlüssige Verbindungen bilden.
[0012] Sämtliche dieser formschlüssigen Verbindungen werden mit Schrauben 72, 74, 76, 78,
80, 82 gesichert.
[0013] Im vorliegenden Zusammenhang ist unter einer formschlüssigen Verbindung eine Verbindung
zu verstehen, die eine relative Verschiebung zweier Bauteile zumindest in einer Dimension
ausschließt. D.h. die vorliegend beschriebenen formschlüssigen Verbindungen mit Formstück
und Gegenformstück sind derart ausgebildet, dass die beiden Elektrodenhalbschalen
16, 18 nach Zusammenfügung solange noch in Längsrichtung des Multipols 10 verschoben
werden können, wie die Schrauben 72, 74, 76, 78, 80, 82 noch nicht montiert sind.
Jedoch ist eine Verschiebung der Elektrodenhalbschalen 16, 18 in radialer Richtung
des Multipols 10 dank dieser formschlüssigen Verbindungen nicht möglich.
[0014] Die beiden vorderen und hinteren Stirnseiten 84, 86 werden von den Aufnahmeringen
12, 14 abgeschlossen, welche auf - an den Elektrodenhalbschalen 16, 18 vorgesehenen
- Klemmnasen 88 durch Verdrehen der Aufnahmeringe 12, 14 verklemmt werden.
[0015] Diese Aufnahmeringe 12, 14 dienen zur Aufnahme des Multipols 10 im Massenspektrometer.
Die Ausrichtung und Positionierung des Multipols 10 im Massenspektrometer kann daher
nur mit einer durch die Befestigung der Aufnahmeringe 12, 14 am Multipol 10 begrenzten
Genauigkeit erfolgen. Zur Erzielung einer hohen Genauigkeit ist es daher erforderlich,
die Aufnahmeringe 12, 14 an die Klemmnasen 88 anzupassen, was jedoch häufig eine individuelle
Nachbearbeitung der Aufnahmeringe 12, 14 und/oder der Elektrodenhalbschalen 16, 18
im Bereich der Klemmnasen 88 erfordert. Eine hohe Genauigkeit kann daher nur mit einem
hohen Bearbeitungsaufwand erreicht werden.
[0016] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Aufnahme eines Multipols in
einem Massenspektrometer mit hoher Genauigkeit, aber zugleich geringem Aufwand zu
ermöglichen.
[0017] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen eines Multipols gemäß Anspruch
1 sowie mit einem Aufnahmering mit den Merkmalen gemäß Anspruch 8.
[0018] Der erfindungsgemäße Multipol weist daher an seinen Stirnseiten angeordneten Aufnahmeringen
zur Aufnahme des Multipols in einem Massenspektrometer auf, wobei der Multipol zwei
Elektrodenhalbschalen mit jeweils wenigstens zwei Elektroden aufweist, die über formschlüssige
Verbindungen zusammenfügbar sind, die an den Längskanten der Elektrodenhalbschalen
angeordnet sind, wobei jede formschlüssige Verbindung ein Formstück und ein daran
angepasstes Gegenformstück umfasst, wobei das Formstück an der einen der beiden Elektrodenhalbschalen
und das Gegenformstück an der anderen der beiden Elektrodenhalbschalen angeformt ist.
Dabei weist jeder der Aufnahmeringe zwei Aufnahmering-Formstücke auf, wobei jedes
der beiden Aufnahmering-Formstücke mit einem an einer der beiden Elektrodenhalbschalen
angeformten Gegenformstück zusammenfügbar ist und das andere der beiden Aufnahmering-Formstücke
mit einem an der anderen der beiden Elektrodenhalbschalen angeformten Gegenformstück
zusammenfügbar ist.
[0019] Der erfindungsgemäße Aufnahmering für einen solchen Multipol weist demnach zwei Aufnahmering-Formstücke
auf, die derart ausgebildet sind, um mit korrespondierend ausgebildeten, an den Elektrodenhalbschalen
angeformten Gegenformstücken zusammengefügt zu werden.
[0020] Auf diese Weise können erfindungsgemäß die Aufnahmeringe ebenfalls passgenaue formschlüssige
Verbindungen mit den Elektrodenhalbschalen bilden, die eine hohe Genauigkeit beim
Einbau des Multipols im Massenspektrometer bei geringem Einbauaufwand gewährleisten.
[0021] Dieser Aufbau der Aufnahmeringe und des Multipols ermöglicht eine Fertigung der Formstücke
und Gegenformstücke der Elektrodenhalbschalen durch gemeinsames Schleifen der Elektroden
zusammen mit den Formstücken und Gegenformstücken der Elektrodenhalbschalen. Auf diese
Weise sind die Gegenformstücke an den Elektrodenhalbschalen - ebenso wie deren Formstücke
- mit der hohen Genauigkeit der Elektroden hergestellt. D.h. die Gegenformstücke,
in welche die Aufnahmering-Formstücke eingreifen, sind mit der hohen Genauigkeit der
Elektroden bearbeitet. Diese Bearbeitung erfolgt in einem gemeinsamen Bearbeitungsschritt
und ist daher mit minimalem Aufwand möglich. Die Flächen der Aufnahmering-Formstücke
können separat mit hoher Genauigkeit bspw. durch Fräsen der Aufnahmeringe hergestellt
werden.
[0022] Insgesamt erlaubt die Erfindung daher mit verhältnismäßig geringem Aufwand eine sehr
hohe Genauigkeit der Aufnahmen des Multipols im Massenspektrometer zu erzielen.
[0023] Bevorzugt ist das mit einem Aufnahmering-Formstück zusammenfügbare Gegenformstück
einer der Elektrodenhalbschalen Teil einer der formschlüssigen Verbindungen zum Zusammenfügen
der beiden Elektrodenhalbschalen miteinander. Dies ist vorteilhaft da somit ein Gegenformstück
der Elektrodenhalbschalen für eine Verbindung eines Aufnahmerings mit dem Multipol
mitgenutzt werden kann und somit kein separates zusätzliches Gegenformstück am Multipol
für eine Zusammenfügung mit einem Aufnahmering bereitgestellt werden muss.
[0024] Eine alternative Ausbildung der Erfindung sieht vor, dass das mit einem Aufnahmering-Formstück
zusammenfügbare Gegenformstück einer der Elektrodenhalbschalen separat von den Gegenformstücken
der Elektrodenhalbschalen ausgebildet ist, die für die formschlüssigen Verbindungen
zum Zusammenfügen der beiden Elektrodenhalbschalen miteinander vorgesehen sind.
[0025] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Formstücke jeweils eine Dachkantstruktur
und die Gegenformstücke jeweils eine Prismenstruktur aufweisen, so dass je ein Formstück
und das mit ihm zusammengefügte Gegenformstück eine Dachkant- und Prismenverbindung
bilden. Die Erfindung hat erkannt, dass sich derartige flächige Strukturen mit hoher
Genauigkeit und geringem Aufwand schleifen lassen und dabei trotzdem eine zuverlässige
und genaue Positionierung der zusammenzufügenden Teile möglich ist.
[0026] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist jedes Formstück mit dem mit ihm zusammengefügten
Gegenformstück mittels je einer Schraube zur Bildung einer Schraubverbindung verschraubbar.
Derartige Schraubverbindungen haben sich als besonders zuverlässig herausgestellt.
[0027] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass jede Elektrodenhalbschale an einer
Längskante mehrere, vorzugsweise drei, Gegenformstücke aufweist, wobei die beiden
äußeren Gegenformstücke jeweils zwei Bohrungen für Schrauben aufweisen. Dabei ist
jede der beiden äußeren Schrauben mit jeweils einem anderen der beiden Aufnahmering-Formstücke
verschraubbar. Ferner sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor, dass die Formstücke
an den Elektrodenhalbschalen und die Aufnahmering-Formstücke jeweils eine Gewindebohrung
zur Aufnahme jeweils einer der Schrauben aufweisen. Diese Konstruktion lässt sich
mit geringem Aufwand herstellen und mit geringem Aufwand zusammenbauen und ist deshalb
besonders vorteilhaft.
[0028] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Aufnahmering-Formstücke drehsymmetrisch
am jeweiligen Aufnahmering angeformt sind. Dabei sind die Aufnahmering-Formstücke
vorzugsweise um 180° drehsymmetrisch angeordnet. Auf vorteilhafte Weise können dank
dieser Konstruktion auf beiden Stirnseiten baugleiche Aufnahmeringe verwendet werden.
[0029] Dies ermöglicht eine ebenfalls baugleiche Ausbildung der Elektrodenhalbschalen. D.h.
die obere Elektrodenhalbschale ist genauso ausgebildet wie die untere Elektrodenhalbschale.
Zudem sind beide Aufnahmeringe gleich und um 180° drehsymmetrisch. Aufgrund dieser
Ausbildungen wird nur ein Elektrodenhalbschalen-Typ sowie nur ein Aufnahmering-Typ
für ein herzustellendes Multipols benötigt. Es müssen daher nicht etwa zwei unterschiedliche
Elektrodenhalbschalen bzw. zwei unterschiedliche Aufnahmeringe hergestellt und vorgehalten
werden. Hierdurch reduzieren sich die Herstell- und Lagerkosten bei gleichzeitig identischer
Qualität der jeweils baugleichen Teile.
[0030] Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, der Beschreibung und
den Zeichnungen. Die vorgenannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind beispielhaft und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen,
ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden
müssen. Weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien
und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung
und Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher
Ausgestaltungen der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Ansprüche ist ebenfalls
abweichend von den gewählten Rückbeziehungen der Ansprüche möglich und wird hiermit
vorgeschlagen. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt
sind oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen
verschiedener Ansprüche kombiniert werden. Ebenso können in Ansprüchen aufgeführte
Merkmale für weitere Ausführungen der Erfindung entfallen.
[0031] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung eines Multipols samt Aufnahmeringen gemäß dem Stand der
Technik,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Multipols im mit den Aufnahmeringen
zusammengefügten Zustand,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Multipols im zusammengefügten
Zustand ohne Aufnahmeringe,
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Multipols samt Aufnahmeringen in einer
Explosionsdarstellung,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 4 dargestellten Multipols im mit den Aufnahmeringen
zusammengefügten Zustand und
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 4 dargestellten Multipols im zusammengefügten
Zustand ohne Aufnahmeringe.
[0032] Die Figuren 1 bis 3 wurden bereits einleitend beschrieben. Die dort gemachten Ausführungen
zur Bestimmung von Begriffen gelten auch für die nachfolgende Beschreibung eines erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiels.
[0033] Die Figuren 4 bis 6 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Multipols
110 mit stirnseitig am Multipol 110 angebrachten Aufnahmeringen 112, 114 zur Aufnahme
des Multipols 110 in einem nicht dargestellten Massenspektrometer. Fig. 4 zeigt eine
Explosionsdarstellung dieses Multipols 110 samt der beiden Aufnahmeringe 112, 114.
Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht des zusammengefügten Multipols 110 samt
den Aufnahmeringen 112, 114 gemäß Fig. 4. Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht
des zusammengefügten Multipols 110, jedoch mit abgenommenen Aufnahmeringen 112, 114.
[0034] Der Multipol 110 weist zwei Elektrodenhalbschalen 116, 118 auf. Jede dieser Elektrodenhalbschalen
116, 118 weist mehrere, nämlich im Beispiel zwei stabförmige Elektroden 120, 122 bzw.
124, 126 auf. Jeweils ein Paar dieser Elektroden 120, 122 bzw. 124, 126 ist auf einem
Träger 128, 130 unter Zwischenschaltung von Isolierkörpern 132, 136, 138 befestigt.
Diese Isolierkörper 132, 136, 138 isolieren die Elektroden 120, 122, 124, 126 elektrisch
von den Trägern 128, 130. Die Isolierkörper 132, 136, 138 können bspw. aus Quarz bzw.
Quarzglas gebildet sein.
[0035] Jeder der Träger 128, 130 ist im Wesentlichen ausgebildet wie ein mit Aussparungen
und Löchern versehener Halb-Hohlzylinder, d.h. ein in Längsrichtung aufgeschnittener
Hohlzylinder. Diese Träger 128, 130 sind aus Metall bzw. einer Metalllegierung und
elektrisch leitend und weisen eine vorgegebene Wandstärke auf.
[0036] Die Elektroden 120, 122, 124, 126 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils
dreiteilig ausgebildet. Sie weisen jeweils einen längeren zentralen Abschnitt und
zwei kürzere äußere Abschnitte auf. Die äußeren Abschnitte dienen bspw. zur Bildung
eines Prefilters und eines Postfilters. Alternativ können die Elektroden 120, 122,
124, 126 (entgegen dem dargestellten Ausführungsbeispiel) jeweils einteilig ausgebildet
sein.
[0037] Die untere Elektrodenhalbschale 116 ist mit der oberen Elektrodenhalbschale 118 über
formschlüssige Verbindungen 140, 142, 144 zusammenfügbar, welche entlang den Längskanten
146, 148, 150, 152 der Elektrodenhalbschalen 116, 118 angeordnet sind. Wie bereits
oben ausgeführt, bilden diese Längskanten 146, 148, 150, 152 schmale Flächen, deren
Breite der Wandstärke der Träger 128, 130 entspricht.
[0038] Analog den Figuren 1 bis 3 sind auch in den Figuren 4 bis 6 lediglich aus darstellerischen
Gründen die formschlüssigen Verbindungen 140, 142, 144 lediglich entlang der vorderen
Längskanten 146, 150 bezeichnet, wobei jedoch entsprechende formschlüssige Verbindungen
auch entlang der hinteren Längskanten 148, 152 vorgesehen sind. Jede dieser dargestellten
formschlüssigen Verbindungen 140, 142, 144 sowie der nichtdargestellten formschlüssigen
Verbindungen umfasst ein Formstück 154, 156, 158 mit einer Dachkantstruktur an der
unteren Elektrodenhalbschale 116 und je ein daran angepasstes Gegenformstück 160,
162, 164 mit einer Prismenstruktur an der oberen Elektrodenhalbschale 118.
[0039] Die Elektrodenhalbschalen 116, 118 sind jeweils in gleicher Weise strukturiert und
geformt. Daher weißt die untere Elektrodenhalbschale 116 an ihrer hinteren Längsachse
148 ebenfalls Gegenformstücke 166, 168, 170 auf, die mit entsprechenden (in den Figuren
4 bis 6 nicht sichtbaren) Formstücken an der hinteren Längskante 152 der oberen Elektrodenhalbschale
118 angeformt sind und jeweils paarweise weitere formschlüssige Verbindungen (nicht
separat bezeichnet) bilden. Diese formschlüssigen Verbindungen werden mit Schrauben
172, 174, 176, 178, 180, 182 gesichert.
[0040] An der vorderen Stirnseite 184 ist ein Aufnahmering 112 vorgesehen. In entsprechender
Weise ist an der hinteren Stirnseite 186 ein Aufnahmering 114 vorgesehen. Die Befestigung
dieser Aufnahmeringe 112, 114 am Multipol 110 weicht wesentlich vom Stand der Technik
gemäß den Figuren 1 bis 3 ab. An den Aufnahmeringen 112, 114 sind nämlich jeweils
zwei Aufnahmering-Formstücke 190, 194, 196 vorgesehen. Für jeden Aufnahmering 112
bzw. 114 gilt, dass eines seiner beiden Aufnahmering-Formstücke 190 bzw. 194 mit einem
- an einer der beiden Elektrodenhalbschalen 118 angeformten - Gegenformstück 160 bzw.
164 zusammenfügbar ist und das andere der beiden Aufnahmering-Formstücke 196 mit einem
- an der anderen der beiden Elektrodenhalbschalen 118 angeformten - Gegenformstück
166 bzw. 170 zusammenfügbar ist.
[0041] Das mit dem Aufnahmering-Formstück 190 des Aufnahmerings 112 zusammenfügbare Gegenformstück
160 der Elektrodenhalbschale 118 ist Teil der formschlüssigen Verbindung 140, mit
der die Elektrodenhalbschalen 116, 118 verbunden werden. Ein weiteres nicht dargestelltes
Aufnahmering-Formstück des Aufnahmerings 112 wird mit dem Gegenformstück 166 der Elektrodenhalbschale
116 zusammengefügt und ist ebenfalls Teil einer formschlüssigen Verbindung der beiden
Elektrodenhalbschalen 116, 118.
[0042] In entsprechender Weise ist das mit dem Aufnahmering-Formstück 194 des Aufnahmerings
114 zusammenfügbare Gegenformstück 164 der Elektrodenhalbschale 118 Teil der formschlüssigen
Verbindung 144, mit der die Elektrodenhalbschalen 116, 118 verbunden werden. Das weitere
Aufnahmering-Formstück 196 des Aufnahmerings 114 wird mit dem Gegenformstück 170 der
Elektrodenhalbschale 118 zusammengefügt und ist ebenfalls Teil einer formschlüssigen
Verbindung der beiden Elektrodenhalbschalen 116, 118.
[0043] Diese formschlüssigen Verbindungen zwischen den Aufnahmeringen 112, 114 und den Elektrodenhalbschalen
116, 118 sind mit Schrauben 198, 200, 202, 204 zur Bildung von Schraubverbindungen
gesichert. Hierzu sind zusätzliche Bohrungen 206, 208, 210, 212 in den Gegenformstücken
160, 164, 166, 170 vorgesehen, durch welche diese Schrauben 198, 200, 202, 204 hindurch
geführt werden. Die Aufnahmering-Formstücke 190, 194, 196 der Aufnahmeringe 112, 114
weisen Gewindebohrungen zur Aufnahme dieser Schrauben 198, 200, 202, 204 auf.
[0044] Die Aufnahmering-Formstücke 190, 194, 196 der Aufnahmeringe 112, 114 weisen jeweils
eine Dachkantstruktur auf und sind mit daran angepassten Prismenstrukturen der Gegenformstücke
160, 164, 166, 170 zu Dachkant- und Prismenverbindungen zusammenfügbar.
[0045] Wie oben bereits ausgeführt, ist vorliegend unter einer formschlüssigen Verbindung
eine Verbindung zu verstehen, die eine relative Verschiebung zweier Bauteile zumindest
in einer Dimension ausschließt, so dass die vorliegend beschriebenen formschlüssigen
Verbindungen von einem Formstück mit einem Gegenformstück derart ausgebildet sind,
dass die Aufnahmeringe 112, 114 nach Zusammenfügung mit den Elektrodenhalbschalen
116, 118 noch solange in Längsrichtung des Multipols 110 verschoben werden können,
wie die Schrauben 172, 174, 176, 178, 180, 182 noch nicht montiert sind. Jedoch ist
eine solche Verschiebung der Elektrodenhalbschalen 116, 118 und der Aufnahmeringe
112, 114 in radialer Richtung des Multipols 110 dank dieser formschlüssigen Verbindungen
auch dann nicht möglich. Nach Festziehen dieser Schrauben sind auch die Verschiebungen
in Längsrichtung des Multipols 110 ausgeschlossen.
[0046] Die erfindungsgemäße Befestigung der Aufnahmeringe 112, 114 am Multipol 110 trägt
dazu bei, dass die Ausrichtung und Positionierung des Multipols 110 in einem Massenspektrometer
mit sehr hoher Genauigkeit erfolgen kann, da die Flächen der Dachkantstrukturen und
Prismenstrukturen mit sehr hoher Genauigkeit bei gleichzeitig geringem Aufwand gefertigt
werden können. Die Prismenstrukturen der Gegenformstücke 160, 164, 166, 170 an den
Elektrodenhalbschalen 116, 118 werden nämlich gemeinsam mit den Elektroden geschliffenen,
wobei dieses Schleifen ein hochgenauer Bearbeitungsprozess mit einer Genauigkeit im
Bereich von wenigen Mikrometern ist. Die Flächen der Aufnahmering-Formstücke 190,
194, 196 der Aufnahmeringe 112, 114 können zwar nicht gleichzeitig mit geschliffen
werden, können jedoch in einem separaten Bearbeitungsschritt ebenfalls hochgenau bearbeitet
werden.
[0047] Insgesamt erlaubt die Erfindung daher Aufnahmeringe zur Aufnahme eines Multipols
in einem Massenspektrometer bereitzustellen, die eine hohe Genauigkeit der Positionierung
und Ausrichtung des Multipols im Massenspektrometer gewährleisten.
[0048] In den Figuren werden folgende Bezugsziffern verwendet:
- 10, 110
- Multipol
- 12, 112
- Aufnahmering
- 14, 114
- Aufnahmering
- 16, 116
- Elektrodenhalbschale
- 18, 118
- Elektrodenhalbschale
- 20, 120
- Elektrode
- 22, 122
- Elektrode
- 24, 124
- Elektrode
- 26, 126
- Elektrode
- 28, 128
- Träger
- 30, 130
- Träger
- 32, 132
- Isolierkörper
- 36, 136
- Isolierkörper
- 38, 138
- Isolierkörper
- 40, 140
- formschlüssige Verbindung
- 42, 142
- formschlüssige Verbindung
- 44, 144
- formschlüssige Verbindung
- 46, 146
- Längskante
- 48, 148
- Längskante
- 50, 150
- Längskante
- 52, 152
- Längskante
- 54, 154
- Formstück
- 56, 156
- Formstück
- 58, 158
- Formstück
- 60, 160
- Gegenformstück
- 62, 162
- Gegenformstück
- 64, 164
- Gegenformstück
- 66, 166
- Gegenformstück
- 68, 168
- Gegenformstück
- 70, 170
- Gegenformstück
- 72, 172
- Schraube
- 74, 174
- Schraube
- 76, 176
- Schraube
- 78, 178
- Schraube
- 80, 180
- Schraube
- 82, 182
- Schraube
- 84, 184
- Stirnseite
- 86, 186
- Stirnseite
- 88
- Klemmnasen
- 190
- Aufnahmering-Formstück
- 194
- Aufnahmering-Formstück
- 196
- Aufnahmering-Formstück
- 198
- Schraube
- 200
- Schraube
- 202
- Schraube
- 204
- Schraube
- 206
- Bohrung
- 208
- Bohrung
- 210
- Bohrung
- 212
- Bohrung
1. Multipol mit an seinen Stirnseiten (184, 186) angeordneten Aufnahmeringen (112, 114)
zur Aufnahme des Multipols (110) in einem Massenspektrometer, wobei der Multipol (110)
zwei Elektrodenhalbschalen (116, 118) mit jeweils wenigstens zwei Elektroden (120,
122, 124, 126) aufweist, die über formschlüssige Verbindungen (140, 142, 144) zusammenfügbar
sind, die an den Längskanten (146, 148, 150, 152) der Elektrodenhalbschalen (116,
118) angeordnet sind, wobei jede formschlüssige Verbindung (140, 142, 144) ein Formstück
(154, 156, 158) und ein daran angepasstes Gegenformstück (160, 162, 164, 166, 168,
170) umfasst, wobei das Formstück (154, 156, 158) an der einen der beiden Elektrodenhalbschalen
(116; 118) und das Gegenformstück (160, 162, 164, 166, 168, 170) an der anderen der
beiden Elektrodenhalbschalen (118; 116) angeformt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeder der Aufnahmeringe (112, 114) zwei Aufnahmering-Formstücke (190, 194, 196) aufweist,
wobei eines der beiden Aufnahmering-Formstücke (190; 194) mit einem an einer der beiden
Elektrodenhalbschalen (118) angeformten Gegenformstück (160; 164) zusammenfügbar ist
und das andere der beiden Aufnahmering-Formstücke (196) mit einem an der anderen der
beiden Elektrodenhalbschalen (116) angeformten Gegenformstück (166; 170) zusammenfügbar
ist.
2. Multipol nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das mit einem Aufnahmering-Formstück (190, 194, 196) zusammenfügbare Gegenformstück
(160, 164, 166, 170) einer der Elektrodenhalbschalen (116, 118) Teil einer der formschlüssigen
Verbindungen (140, 144) zum Zusammenfügen beider Elektrodenhalbschalen (116, 118)
ist.
3. Multipol nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das mit einem Aufnahmering-Formstück (190, 194, 196) zusammenfügbare Gegenformstück
(160, 164, 166, 170) einer der Elektrodenhalbschalen (116, 118) separat von den Gegenformstücken
der Elektrodenhalbschalen ausgebildet ist, die für die formschlüssigen Verbindungen
(140, 142, 144) zum Zusammenfügen beider Elektrodenhalbschalen (116, 118) vorgesehen
sind.
4. Multipol nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Formstücke (154, 156, 158) jeweils eine Dachkantstruktur und die Gegenformstücke
(160, 162, 164, 166, 168, 170) jeweils eine Prismenstruktur aufweisen, so dass je
ein Formstück (154, 156, 158) und das mit ihm zusammengefügte Gegenformstück (160,
162, 164, 166, 168, 170) eine Dachkant- und Prismenverbindung bilden.
5. Multipol nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Formstück (154, 156, 158) mit dem mit ihm zusammengefügten Gegenformstück (160,
162, 164, 166, 168, 170) mittels je einer Schraube (172, 174, 176, 178, 180, 182)
zwecks Bildung einer Schraubverbindung verschraubbar ist.
6. Multipol nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Elektrodenhalbschale (116, 118) an einer Längskante (148, 150) mehrere, vorzugsweise
drei, Gegenformstücke (160, 162, 164, 166, 168, 170) aufweist, wobei die beiden äußeren
Gegenformstücke (160, 164, 166, 170) jeweils zwei Bohrungen (206, 208, 210, 212) für
Schrauben (172, 176, 178, 182, 198, 200, 202, 204) aufweisen, wobei jede der beiden
äußeren Schrauben (198, 200, 202, 204) mit jeweils einem anderen der beiden Aufnahmering-Formstücke
(190, 194, 196) verschraubbar ist.
7. Multipol nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Formstücke (154, 156, 158) an den Elektrodenhalbschalen (116, 118) und die Aufnahmering-Formstücke
(190, 194, 196) jeweils eine Gewindebohrung zur Aufnahme jeweils einer der Schrauben
(172, 174, 176, 178, 180, 182, 198, 200, 202, 204) aufweisen.
8. Aufnahmering für einen Multipol nach einem der Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aufnahmering (112, 114) zwei Aufnahmering-Formstücke (190, 194, 196) aufweist,
die derart ausgebildet sind, um mit korrespondierend ausgebildeten, an den Elektrodenhalbschalen
(116, 118) angeformten Gegenformstücken (160, 164, 166, 170) zusammengefügt zu werden.
9. Aufnahmering nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufnahmering-Formstücke (190, 194, 196) drehsymmetrisch am jeweiligen Aufnahmering
(112, 114) angeformt sind.
10. Aufnahmering nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufnahmering-Formstücke (190, 194, 196) um 180° drehsymmetrisch angeordnet sind.