[0001] Die Erfindung betrifft ein System umfassend zumindest ein Scheinziel und ein Trägersystem
aus zumindest einem unbemannten Fluggerät oder zumindest einem Fallschirm.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Schützen von beweglichen Objekten
mittels eines Scheinziels.
[0003] In der heutigen Zeit geht eine große Bedrohung von modernen, autonom operierenden
Flugkörpern aus, die mit modernsten Zielsuchsystem ausgestattet sind. Die Zielsubsysteme
von solchen Flugkörpern arbeiten hauptsächlich im Radarbereich (Radiofrequenzbereich).
Dabei wird das Radarrückstreuverhalten von Zielen wie beispielsweise Schiffen, Flugzeugen,
Panzern, Gebäuden zur Zielfindung und Zielverfolgung genutzt.
[0005] Düppel weisen jedoch ein etwa viermal so hohes Rückstreuvermögen unter horizontaler
Polarisation auf wie unter vertikaler Polarisation. Moderne Suchköpfe von Flugkörpern
können daher solche Scheinziele erkennen, und nicht weiter beachten. Diese Fähigkeit
von modernen Suchköpfen wird auch als Chaff-Diskrimminierung bezeichnet.
[0006] Um dieser Chaff-Diskrimminierung zu begegnen wurde in der Vergangenheit der Verschuss
von einzelnen zusammengefalteten Corner-Reflektoren vorgeschlagen, wie beispielsweise
aus der
DE103 46 001 A1 oder aus der
DE 199 43 396 B3 bekannt.
[0007] Aus der
WO 90/04750 A1 ist ein Täuschkörper bekannt der mehrere Corner-Reflektoren umfasst, nachdem Verschuss
einer Patrone diese durch eine Sprengladung so verstreut werden, dass diese auf dem
Boden ein Scheinziel ausbilden.
[0008] Aus der
EP 1 371 935 A1 eine Munition bekannt, die Düppel und mehrere entfaltbare Reflektoren aufweist, die
nach dem Ausstoßen aus einer Hülle des Täuschkörpers zerstreut werden.
[0009] US 8,816,894 B1 zeigt ein Scheinziel, welches in Form von mehreren linear hintereinander angeordneten
Corner-Reflektoren hinter einem Schiff her geschleppt wird.
[0010] JP 2013-213726 offenbart ein über einen Fallschirm frei fallendes Scheinziel, welches aus linear
übereinander angeordneten und an dem Fallschirm hängenden Corner-Reflektoren gebildet
ist. Es ist ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Reflektoren auf derselben geraden
Linie übereinander aufgehängt sein sollen.
[0011] DE 41 22 354 C1 umfasst eine Anordnung von bodengestützten Corner-Reflektoren jeweils im Zusammenhang
mit einem beheizbaren Körper zur Aussendung von IR-Strahlung. Es sind jeweils zwei
Corner-Reflektoren übereinander im Abstand zum Boden angeordnet, um beispielsweise
Turm und Wanne eines Panzers oder einer Haubitze zu simulieren.
[0012] AT E37463 B zeigt ein gattungsgemäßes System zum Schutz eines Überwasserfahrzeugs; dabei ist
das System in einer Munitionseinheit zum Verschießen mittels einer Wurfeinrichtung
kompakt unterbringbar. Das hierdurch gebildete Scheinziel besteht aus einer Hintereinanderanordnung
von durch ein Zugmittel verbundenen Modulen. Jedes Modul umfasst einen Fesselballon,
einen Schwimmanker und einen Reflektor, welcher aus einer auf sich selbst gefalteten
Platte mit beidseitig vorstehenden Winkelreflektoren gebildet ist.
[0013] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Scheinziel
zu schaffen, das einen wirksamen Schutz gegen moderne Flugkörper bereitstellt.
[0014] Diese Aufgabe wird durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0015] Erfindungsgemäß sind die Corner-Reflektoren in einem ausgebrachten Zustand in einer
Reflektormatrix mit vorgegebenen Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung entsprechend
einem nachzubildenden Ziel angeordnet.
[0016] Ferner wird erfindungsgemäß ein Verfahren zum Schützen von beweglichen Objekten mittels
eines Scheinziels mit den Merkmalen des Anspruchs 8 schlagen.
[0017] Bei den Corner-Reflektoren handelt es sich um Radarreflektoren, die mehrere Winkelreflektoren
umfassen. Insbesondere können diese als Oktaeder-Radarreflektor mit acht triangularen
Winkelreflektoren ausgebildet sein. Es sind aber auch andere Konfigurationen denkbar,
die eine Mehrzahl an Winkelreflektoren umfassen. Corner-Reflektoren können Strahlung
im Millimeterwellenbereich (Radarstrahlung) über einen weiten Winkelbereich hinweg
gut reflektieren. Die Flächen des Corner-Reflektors sind dabei aus einem reflektierenden
Material, wie Metall oder einem mit Metall beschichteten Material, ausgebildet.
[0018] Die in dem erfindungsgemäßen Scheinziel ausgebildeten Corner-Reflektoren können ein
unterschiedliches Rückstreuverhalten aufweisen, sodass sich die von den einzelnen
Corner-Reflektoren erzeugte Radarsignatur voneinander unterscheidet, um so möglichst
exakt das nachzubildende Ziel nachzubilden.
[0019] Ebenso ist es möglich, die Radarsignatur eines Ziels mit reduzierter Radarsignatur
durch Verwendung entsprechender Corner-Reflektoren entsprechend genau nachzubilden,
dass der Suchkopf eines anfliegenden Flugkörpers hierdurch getäuscht und/oder abgelenkt
werden kann.
[0020] Ebenso können aber auch Corner-Reflektoren mit gleichem Rückstreuverhalten zur Anwendung
kommen.
[0021] Die Reflektormatrix umfasst eine Vielzahl an Corner-Reflektoren, die mit einer definierten
Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung entsprechend einem nachzubildenden Ziel angeordnet
sind. Radarsignaturen der eigenen Infrastruktur, Flotte oder der eigenen Fahrzeuge
sind bekannt und/oder können ermittelt werden. An diese bekannten Radarsignaturen
angepasst wird die Reflektormatrix ausgebildet, um das eigene Fahrzeug (z.B. Landfahrzeug,
Schiff oder Luftfahrzeug) oder Objekt entsprechend nachzubilden. Ferner kann die Reflektormatrix
an den Typ des Flugkörpers angepasst sein, um so das nachzubildende Ziel entsprechend
nachzubilden. Insbesondere wird durch die Reflektormatrix und entsprechende Anordnung
der Corner-Reflektoren die Radarsignatur eines Ziels nachgebildet. Dabei können Corner-Reflektoren
zur möglichst genauen Nachbildung der Radarsignatur eines nachzubildenden Ziels entsprechend
in der Reflektormatrix angeordnet werden. Weiterhin kann vorgesehen, sein, dass, wenn
ein leicht zu täuschender oder abzulenkender Flugkörper erkannt wurde, nur eine daran
angepasste geringe Anzahl an Reflektoren ausgebracht wird, die ausreichen um den Flugkörper
abzuwehren.
[0022] Das erfindungsgemäße Scheinziel ist Chaff-frei oder Düppelfrei.
[0023] Zur Ausbildung eines erfindungsgemäßen Scheinziels können insbesondere sechszehn,
vierundzwanzig, zweiunddreißig oder vierundsechzig Corner-Reflektoren in Form einer
Reflektormatrix bereitgestellt werden. Wenngleich es möglich ist ein dann nicht erfindungsgemäßes
Scheinziel mit zumindest zwei Corner-Reflektoren zu schaffen, hat sich herausgestellt,
dass eine erhöhte bzw. höhere Anzahl vorteilhaft ist.
[0024] Durch die Erfindung wird erreicht, dass der Suchkopf eines anfliegenden Flugkörpers
zuverlässig getäuscht werden kann. Dies geschieht dadurch, dass der Suchkopf des Flugkörpers
das Scheinziel als Ziel aufschaltet und der Flugkörper weg von dem zu schützenden
Objekt abgelenkt wird oder gänzlich auf das Scheinziel fixiert wird, da die Radarsignatur
des Scheinziels entsprechend markanter ist als die Radarsignatur des zu schützenden
Objekts.
[0025] Durch das Ausbringen der Corner-Reflektoren in einer räumlichen Reflektormatrix werden
die Reflektoreigenschaften gegenüber einzelnen Corner-Reflektoren verstärkt aufgrund
dieser räumlichen Anordnung. Aufgrund der Reflektionseigenschaften eines Corner-Reflektors
können diese Scheinziele vom Suchkopf eines angreifenden Flugkörpers nicht vom eigentlichen
Ziel unterschieden werden. Der taktische Einsatz der erfindungsgemäßen Scheinziele
sieht dabei vor, dass abhängig von der Bedrohung z.B. eine geringe Anzahl von Corner-Reflektoren
geometrisch positioniert als Reflektormatrix angebracht werden.
[0026] In Ausgestaltung des Scheinziels kann vorgesehen sein, dass die Corner-Reflektoren
über zumindest ein Verbindungselement zur Ausbildung der Reflektormatrix miteinander
verbunden sind, wobei die vorgegebenen Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung durch
das zumindest eine Verbindungselement vorgegeben wird.
[0027] Die Verbindung durch die Verbindungselemente kann dabei dauerhaft oder temporär sein.
[0028] In Weiterbildung des Scheinziels kann vorgesehen sein, dass die Höhen-, Seiten- und
Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren der Reflektor-Matrix über einen
bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines Flugkörperangriffs, konstant
ist.
[0029] Als Endphase eines Flugkörperangriffs wird insbesondere der Zeitraum verstanden,
in dem der Suchkopf das Ziel bzw. das Scheinziel aufgeschaltet hat. Für diesen Zeitraum
ist erfindungsgemäß die Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren
der Reflektor-Matrix konstant, sodass der angreifende Flugkörper das Scheinziel angreift
und nicht das eigentliche Ziel. Mit anderen Worten, ist die Verteilung der Corner-
Reflektoren in der Reflektor-Matrix konstant. Abhängig von der Geschwindigkeit und
den unterschiedlichen Suchköpfen der Flugkörper kann die Dauer der Endphase eines
Flugkörperangriffs variieren.
[0030] In Ausgestaltung ist das Verbindungselement entsprechend stark oder dickwandig ausgebildet,
um die Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren der Reflektor-Matrix
über einen bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines Flugkörperangriffs,
konstant zu halten. Dazu weist das Verbindungselement eine entsprechende Stärke bzw.
Dichte auf.
[0031] Ferner kann in Ausgestaltung des Scheinziels vorgesehen sein, dass das zumindest
eine Verbindungselement zumindest ein Netz, zumindest einen Draht, zumindest eine
Schnur, zumindest eine Leine, zumindest ein Seil und/oder zumindest einen Schlauch
etc. umfasst.
[0032] Hierdurch kann erreicht werden, dass die einzelnen Corner-Reflektoren temporär, insbesondere
für die Endphase eines Flugkörperangriff, oder dauerhaft miteinander verbunden sind
und in der gewünschten Höhen-, Seiten-, und/oder Tiefenstaffelung angeordnet sind.
[0033] In Weiterbildung des Scheinziels kann vorgesehen sein, dass die Corner-Reflektoren,
entfaltbare oder aufblasbare Corner-Reflektoren sind.
[0034] Vorzugsweise kann das Scheinziel verschießbar ausgebildet sein, insbesondere aus
einem Werfer oder einer Werferanlage.
[0035] Es kann ferner vorgesehen sein, dass die Mehrzahl an Corner-Reflektoren schwebend
hängend über das zumindest eine Verbindungselement mit dem Fluggerät oder dem Fallschirm
verbunden sind.
[0036] Das Verfahren kann in Weiterbildung vorsehen, dass die definierte Höhen-, Seiten-
und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren der Reflektor-Matrix über einen
bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines Flugkörperangriffs, konstant
gehalten wird.
[0037] In Weiterbildung des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass das Scheinziel verschossen
wird. Dabei kann der Verschuss insbesondere aus einem Werfer oder einer Wurfanlage
erfolgen unter Einsatz mechanischer, pyrotechnischer oder pneumatischer Mittel.
[0038] Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
Zeichnungen erläutert werden.
[0039] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer ersten
Ausführungsform;
- Fig. 2a
- eine schematische Darstellung eines Scheinziels gemäß einer zweiten, jedoch nicht
erfindungsgemäßen, Ausführungsform;
- Fig. 2b
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer dritten
Ausführungsform
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer vierten
Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer fünften
Ausführungsform;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer sechsten
Ausführungsform;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer siebten
Ausführungsform; und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels gemäß einer achten
Ausführungsform.
[0040] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer ersten Ausführungsform in einem ausgebrachten Zustand.
[0041] Die Corner-Reflektoren 11 des Scheinziels 2 sind in einer Reflektormatrix mit einer
vorgegebenen Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung entsprechend einem nachzubildenden
Ziel angeordnet.
[0042] Bei den Corner-Reflektoren 11 handelt es sich um entfaltbare oder aufblasbare Corner-
Reflektoren 11.
[0043] Gemäß Fig. 1 weist das Scheinziel 2 eine Vielzahl, z.B. zwanzig Corner-Reflektoren
11 auf, welche die Reflektormatrix 10 ausbilden und eine räumliche Höhen-, Seiten-
und Tiefenstaffelung zur Nachbildung eines Ziels bereitstellt. Ebenso ist es möglich,
dass das Scheinziel 2 weniger Corner-Reflektoren 11 als dargestellt aufweist, insbesondere
Sechszehn, Vierundzwanzig, Zweiunddreißig oder Vierundsechzig, wobei es zur Ausbildung
einer räumlichen Höhen-, Seiten- und/oder Tiefenstaffelung zumindest vier Corner-Reflektoren
11 sind.
[0044] Ebenso ist es aber auch möglich, dass das erfindungsgemäße das Scheinziel 2 eine
Reflektormatrix 10 mit einer linienförmigen Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung zur
Nachbildung eines Ziels bereitstellt.
[0045] Gleichermaßen ist es möglich, dass das Scheinziel 2 drei Corner-Reflektoren 11 umfasst
und die Reflektormatrix 10 eine nicht erfindungsgemäße ebene oder flächige Höhen-,
Seiten- und/oder Tiefenstaffelung zur Nachbildung eines Ziels bereitstellt. Hierzu
sind zumindest drei Corner-Reflektoren 11 ausgebildet.
[0046] Das Scheinziel 2 gemäß Fig. 1 ist verschießbar ausgebildet, sodass dieses beispielsweise
aus einem Werfer oder einer Werferanlage verschossen werden kann.
[0047] Das Scheinziel 2 gemäß Fig. 1 ist frei fallend ausgebildet.
[0048] Fig. 2a bis Fig. 7 zeigen jeweils Ausführungsformen von Scheinzielen 2, bei welchen
das Scheinziel 2 zumindest ein Verbindungselement 13 aufweist, durch welches die Corner-Reflektoren
11 zur Ausbildung der Reflektormatrix 10 miteinander verbunden sind.
[0049] Die Ausführungsformen gemäß Fig. 2a bis 7 basieren auf der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 und im Folgenden sind ergänzend die Unterschiede erläutert.
[0050] Die Scheinziele 2 sind Teil eines Systems 1, das neben dem zumindest einem Scheinziel
2 zumindest ein Trägersystem 20, 20', 30, 40 aufweist. Das zumindest eine Trägersystem
20, 20', 30, 40 ist jeweils dazu ausgebildet das Scheinziel 2 in der Luft zu tragen
bzw. abzubremsen, sodass es sich bei den Scheinzielen 2 gemäß Fig. 2a bis 7 um luftgestützte
Scheinziele 2 handelt.
[0051] Trägersystem(e) 20, 20', 30, 40 und Scheinziel 2 bilden zusammen das erfindungsgemäße
System 1 aus.
[0052] Das zumindest eine Verbindungselement 13 ist derart ausgebildet, dass die Höhen-,
Seiten- und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren 11 der Reflektor-Matrix
1O über einen bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines Flugkörperangriffs,
konstant ist.
[0053] Das zumindest eine Verbindungselement 13 weist gemäß der dargestellten Ausführungsformen
zumindest einen Draht, zumindest eine Schnur, zumindest eine Leine, zumindest ein
Seil und/oder zumindest einen Schlauch auf.
[0054] Das Verbindungselement 13 kann aber auch als ein Netz ausgebildet sein.
[0055] Fig. 2a zeigt eine schematische Darstellung eines Scheinziels 2 in ausgebrachtem
Zustand. Gemäß Fig. 2a weist das Scheinziel 2 eine Reflektormatrix 10 mit einer linienförmigen
Höhenstaffelung zur Nachbildung eines Ziels auf (nicht erfindungsgemäß). Gemäß Fig.
2a ist das Trägersystem zumindest ein unbemanntes Fluggerät 20 und das Scheinziel
2 ist mit diesem verbunden.
[0056] Gemäß Fig. 2a ist die Mehrzahl an Corner-Reflektoren 11 schwebend hängend über das
zumindest eine Verbindungselement 13 mit dem Fluggerät 20 verbunden. Bei dem Fluggerät
20 handelt es sich gemäß Fig. 2a um eine Drohne mit einer Mehrzahl an Propellern.
[0057] Fig. 2b zeigt eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2 in
ausgebrachtem Zustand, auf Fig. 2a basiert. Abweichend von Fig. 2a weist das Scheinziel
2 eine räumliche Höhenstaffelung zur Nachbildung eines Ziels auf.
[0058] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer dritten Ausführungsform in ausgebrachtem Zustand. Das Scheinziel 2 weist
zumindest vier Corner-Reflektoren 11 auf, sodass die Reflektormatrix 10 eine räumliche
Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung aufweist.
[0059] Jedes der beiden Scheinziele 3 wird durch ein Fluggerät 20, insbesondere eine Drohne,
getragen.
[0060] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer vierten Ausführungsform in ausgebrachtem Zustand. Die Ausführungsform
gemäß Fig. 4 basiert auf der Ausführungsform gemäß Fig. 2a, mit dem Unterschied, dass
mehrere Fluggeräte 20, vorzugsweise zwei Fluggeräte 20, insbesondere zwei Drohnen
20 das Scheinziel 2 gemeinsam tragen.
[0061] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer sechsten Ausführungsform in ausgebrachtem Zustand. Die Ausführungsform
gemäß Fig. 5 basiert auf der Ausführungsform gemäß Fig. 2a, mit dem Unterschied, dass
gemäß Fig. 5 das Scheinziel 2 von einem Fluggerät 20' in Form eines Ballons getragen
wird.
[0062] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer sechsten Ausführungsform in ausgebrachtem Zustand. Die Ausführungsform
gemäß Fig. 6 basiert auf der Ausführungsform gemäß Fig. 2a, mit dem Unterschied, dass
gemäß Fig. 6 anstelle eines Fluggeräts als Trägersystem ein Fallschirm 30 ausgebildet
ist, mit dem die Mehrzahl an Corner-Reflektoren 11 schwebend hängend über das zumindest
eine Verbindungselement 13 mit dem Fallschirm 30 verbunden sind. Der Fallschirm 30
bremst dabei den Fall des Systems ab um eine ausreichende Verweilzeit des Scheinziels
2 zu erreichen, um einen endphasengelenkten Flugkörper abzuwehren.
[0063] Fig. 7 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Scheinziels 2
gemäß einer siebten Ausführungsform in ausgebrachtem Zustand. Die Ausführungsform
gemäß Fig. 7 basiert auf der Ausführungsform gemäß Fig. 2a, mit dem Unterschied, dass
gemäß Fig. 6 anstelle des Fallschirms 30 eine Bremseinrichtung 40 vorgesehen ist.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- System
- 2
- Scheinziel
- 10
- Reflektor-Matrix
- 11
- Corner-Reflektoren
- 13
- Verbindungselement
- 20, 20'
- unbemanntes Fluggerät
- 30
- Fallschirm
- 40
- Bremseinrichtung
1. System (1) umfassend zumindest ein Scheinziel (2) und ein Trägersystem (20, 20', 30,
40) aus zumindest einem unbemannten Fluggerät (20, 20') oder zumindest einem Fallschirm
(30), dadurch gekennzeichnet, das das Scheinziel (2) zumindest vier und vorzugsweise eine Vielzahl an Corner-Reflektoren
(11) aufweist und dass die Corner-Reflektoren (11) in einer Reflektor-Matrix (10)
mit einer vorgegebenen räumlichen Höhen-, Seiten- und Tiefenstaffelung zur Nachbildung
eines Ziels angeordnet sind.
2. System (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrzahl an Corner-Reflektoren (11) schwebend hängend über zumindest ein Verbindungselement
(13) mit dem Fluggerät (20, 20'), dem Fallschirm (30) oder der Bremseinrichtung (40)
verbunden sind.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhen-, Seiten-, und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren (11) der
Reflektor-Matrix (10) über einen bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines
Flugkörperangriffs, konstant ist.
4. System nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (13) derart ausgebildet ist, dass die Höhen-, Seiten-, und
Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren (11) der Reflektor-Matrix (10) über
den bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines Flugkörperangriffs, konstant
ist.
5. System nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Verbindungselement (13) zumindest ein Netz, zumindest einen Draht,
zumindest eine Schnur, zumindest eine Leine, zumindest ein Seil und/oder zumindest
einen Schlauch umfasst.
6. System nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Corner-Reflektoren (11) entfaltbare oder aufblasbare Corner-Reflektoren (11)
sind.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheinziel (2) verschießbar ausgebildet ist, insbesondere aus einem Werfer oder
einer Werferanlage.
8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheinziel (2) frei fallend ausgebildet ist.
9. Verfahren zum Schützen von beweglichen Objekten mittels eines Systems nach einem der
vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Nachbilden eines Ziels durch Anordnen von zumindest vier Corner-Reflektoren (11)
in einer räumlichen Reflektormatrix (10) mit einer vorgegebenen Höhen-, Seiten- und
Tiefenstaffelung, wobei das Scheinziel (2), insbesondere aus einem Werfer oder einer
Werferanlage, verschossen wird und die Mehrzahl an Corner-Reflektoren (11) schwebend
hängend mit einem unbemannten Fluggerät (20, 20') oder einem Fallschirm (30) verbunden
sind.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhen-, Seiten-, und Tiefenstaffelung der einzelnen Corner-Reflektoren (11) der
Reflektor-Matrix (10) über einen bestimmten Zeitraum, insbesondere der Endphase eines
Flugkörperangriffs, konstant gehalten wird.
1. System (1) comprising at least one decoy target (2) and a carrier system (20, 20',
30, 40) consisting of at least one unmanned aircraft (20, 20') or at least one parachute
(30),characterized in that the decoy target (2) has at least four and preferably a plurality of corner reflectors
(11) and in that the corner reflectors (11) are arranged in a reflector matrix (10) so as to have
a predetermined spatial height graduation, side graduation and depth graduation in
order to simulate a target.
2. System (1) according to claim 1, characterized in that the plurality of corner reflectors (11) are connected in a suspended manner to the
aircraft (20, 20'), to the parachute (30) or to the braking device (40) via at least
one connecting element (13).
3. System according to claim 1 or claim 2, characterized in that the height graduation, side graduation and depth graduation of the individual corner
reflectors (11) of the reflector matrix (10) is constant over a specified time period,
in particular the final phase of a missile attack.
4. System according to claim 2 or claim 3, characterized in that the connecting element (13) is designed such that the height graduation, side graduation
and depth graduation of the individual corner reflectors (11) of the reflector matrix
(10) is constant over the specified time period, in particular the final phase of
a missile attack.
5. System according to any of claims 2, 3 or 4, characterized in that the at least one connecting element (13) comprises at least one net, at least one
wire, at least one cord, at least one line, at least one rope and/or at least one
hose.
6. System according to any of the preceding claims, characterized in that the corner reflectors (11) are unfoldable or inflatable corner reflectors (11).
7. System according to any of the preceding claims, characterized in that the decoy target (2) is designed to be fireable, in particular from a launcher or
from a launcher installation.
8. System according to any of the preceding claims, characterized in that the decoy target (2) is designed to be free-falling.
9. Method for protecting moving objects by means of a system according to any of the
preceding claims, characterized by simulating a target by arranging at least four corner reflectors (11) in a spatial
reflector matrix (10) so as to have predetermined height graduation, side graduation
and depth graduation, the decoy target (2) being fired, in particular from a launcher
or from a launcher installation, and the plurality of corner reflectors (11) being
connected in a suspended manner to an unmanned aircraft (20, 20') or to a parachute
(30).
10. Method according to claim 9, characterized in that the height graduation, side graduation and depth graduation of the individual corner
reflectors (11) of the reflector matrix (10) is kept constant over a specified time
period, in particular the final phase of a missile attack.
1. Système (1) comprenant au moins une cible factice (2) et un système de support (20,
20', 30, 40) constitué d'au moins un aéronef (20, 20') sans pilote ou d'au moins un
parachute (30), caractérisé en ce que la cible factice (2) présente au moins quatre et de préférence une pluralité de réflecteurs
polyédriques (11) et en ce que les réflecteurs polyédriques (11) sont disposés dans une matrice de réflecteurs (10)
avec une séparation spatiale verticale, latérale et horizontale prédéfinie pour reproduire
une cible.
2. Système (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la pluralité de réflecteurs polyédriques (11) sont reliés en suspension de manière
flottante à l'aéronef (20, 20'), au parachute (30) ou au dispositif de freinage (40)
par l'intermédiaire d'au moins un élément de liaison (13).
3. Système selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la séparation verticale, latérale et horizontale des différents réflecteurs polyédriques
(11) de la matrice de réflecteurs (10) est constante pendant une période déterminée,
en particulier pendant la phase finale d'une attaque de projectile.
4. Système selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que l'élément de liaison (13) est conçu de telle sorte que la séparation verticale, latérale
et horizontale des différents réflecteurs polyédriques (11) de la matrice de réflecteurs
(10) est constante pendant la période déterminée, en particulier pendant la phase
finale d'une attaque de projectile.
5. Système selon l'une des revendications 2, 3 ou 4, caractérisé en ce que l'au moins un élément de liaison (13) comprend au moins un filet, au moins un fil,
au moins un cordon, au moins une corde, au moins un câble et/ou au moins un tuyau.
6. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les réflecteurs polyédriques (11) sont des réflecteurs polyédriques (11) déployables
ou gonflables.
7. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la cible factice (2) est conçue pour être lancée, en particulier à partir d'un lanceur
ou d'une installation de lancement.
8. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la cible factice (2) est conçue de manière à être en chute libre.
9. Procédé pour la protection d'objets mobiles au moyen d'un système selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé par la reproduction d'une cible en disposant au moins quatre réflecteurs polyédriques
(11) dans une matrice de réflecteurs (10) spatiale avec une séparation verticale,
latérale et horizontale prédéfinie, dans lequel la cible factice (2) est tirée, en
particulier à partir d'un lanceur ou d'une installation de lancement, et la pluralité
de réflecteurs polyédriques (11) est reliée en suspension de manière flottante à un
aéronef (20, 20') sans pilote ou à un parachute (30).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que la séparation verticale, latérale et horizontale des différents réflecteurs polyédriques
(11) de la matrice de réflecteurs (10) est maintenue constante pendant une période
déterminée, en particulier pendant la phase finale d'une attaque de projectile.