[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ferseneinheit nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 15. Insbesondere betrifft
die Erfindung eine Ferseneinheit für eine Tourenbindung, aufweisend eine Basis zur
Befestigung an einem Tourenski und einen Bindungskörper, welcher zwischen einer Abfahrtsstellung
und einer Tourenstellung (Aufstiegsstellung) verstellbar ist, wobei der Bindungskörper
das Kopplungselement zwischen Tourenbindung und eines Tourenschuhs ist. Die Erfindung
betrifft insbesondere einen elektrischen Modus zum automatischen Verstellen der Steighilfe.
[0002] Im Tourensport finden Ferseneinheiten der genannten Art Anwendung, um einen hinteren
Abschnitt eines Tourenschuhs in der Abfahrtsstellung in Eingriff zu nehmen und am
Tourenski festzuhalten. Im Aufstiegszustand wird der Schuh freigegeben, so dass sich
die Ferse des Schuhs vom Tourenski abheben kann. Hierbei ist der Tourenschuh dann
in seinem vorderen Abschnitt um eine quer zur Tourenskiachse verlaufende Querachse
schwenkbar gelagert. Dadurch wird ein natürliches Gehverhalten des Anwenders auf dem
Tourenski ermöglicht.
[0003] Bei jedem Schritt im Aufstiegszustand hebt somit die Ferse des Tourenschuhs vom Tourenski
ab und senkt sich wieder bis der Tourenschuh auf eine Auflagefläche für den Fersenabschnitt
des Schuhs trifft. Die Auflagefläche für den Fersenabschnitt ist abhängig von der
Geometrie des Bindungskörpers der Ferseneinheit. Für die Verwendung im Gelände und
somit variablen Anstellwinkeln des Hanges haben sich Tourenbindungen mit Steighilfen
bewährt, so dass verschiedene Auflageflächen in den Schwenkbereich des Schuhs verstellbar
sind, um den Tourenschuh trotz variablen Hangneigungen in einer nahezu horizontalen
Ausrichtung über dem Tourenski abzustützen.
Einschlägiger Stand der Technik:
[0004] Bei bekannten Tourenbindungen kann eine Ferseneinheit zwischen einer ersten Position,
in der der Tourenschuh am Tourenski fixiert ist (Abfahrtszustand), einer zweiten Position,
in welcher der Tourenschuh freigegeben ist (Aufstiegszustand) und sich für ein Gehen
im flachen Gelände relativ nah an den Tourenski annähern kann, einer dritten Position,
in welcher das Bindungsteil (Steighilfe) in eine Position unterhalb des Fersenabschnitts
des Tourenschuhs verschoben ist, um den Tourenschuh für einen Aufstieg in steileren
Gelände in einer größeren Höhe über dem Tourenski abzustützen, und gegebenenfalls
einer vierten Position gestellt werden, in welcher eine noch höhere Steighilfe aktiviert
ist.
Nachteile konventioneller Tourenbindungen:
[0005] Ein erheblicher Nachteil der bekannten Steighilfen liegt darin, dass eine Verstellung
der Steighilfe bzw. der Höhe der Auflagefläche des Tourenschuhs relativ mühsam ist
und ein Anhalten des Tourengehers sowie eine unvorteilhafte Bewegung zum Betätigen
des im Fersenbereich angeordneten Mechanismus nötig ist. Die Mechanismen werden bei
bekannten Tourenbindungen durch das Einführen der Skistockspitze in eine dafür vorgesehene
Vertiefung und einer rotierenden Armbewegung oder durch das Umklappen gelagerter Elemente
mit einer translatorischen Bewegung des Stickstocktellers ausgeführt. Hierzu wird
ein fester und sicherer Stand des Tourengehers benötigt, welcher im steilen Gelände
oder bei schwierigen Schneeverhältnissen sehr oft nicht vorhanden ist. Beim Rotieren
des Oberkörpers, um mit dem Skistock zielgerichtete Kräfte auf die Bindung zu übertragen,
verliert der Tourengeher oftmals sein Gleichgewicht und muss das Prozedere wiederholt
ausführen. Dies kann in schwierigem Gelände gefährlich sein und zu unerwünschtem Zeitverlust
führen. Ständige Unterbrechung der Aufstiegsrhythmen führen zu ungünstigen Pulsfrequenzen
beim Wiederantritt des Tourengehers. Findet der Aufstieg einer gemeinsamen Gruppe
in derselben Spur statt, treten aufgrund unterschiedlicher Verstellgewohnheiten Verzögerungen
für die übrigen Gruppenmitglieder auf. Aufgrund von abrupter Aufstiegsunterbrechung
aufeinanderfolgender Tourengeher im Steilhang und die dadurch entstehende Abstandsreduzierung,
steigt die Flächenbelastung und somit das Risiko einer Lawine.
[0006] Aus der
DE 10 2009 036 245 A1 ist eine kontinuierliche Verstelleinrichtung bekannt, die zwischen einem Vorderteil
und einem hinteren Teil einer Skibindung angeordnet ist, um den Skischuh zu stützen.
Das Getriebe ermöglicht eine kontinuierliche Verstellung der Auflagehöhe. Diese Mechanik
ist aber anfällig und es wird ein zusätzliches Teil benötigt, welches zwischen den
Vorderbacken und der Fersenautomatik auf den Ski geschraubt werden muss.
Zu lösende technische Aufgabe:
[0007] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Ferseneinheit
für eine Tourenbindung bereitzustellen, welche eine automatische Verstellung der vom
Tourengeher gewünschten Höhe der Ablagefläche des Tourenschuhs beim Aufstieg gewährleistet.
Auf diese Weise können ein Zeitverlust sowie eine unbequeme Bewegung für die Verstellung
der Höhe der Steighilfe vermieden werden. Mithilfe dieser Erfindung ist es dem Tourengeher
möglich, seinen Aufstieg im Gelände kontinuierlich fortzusetzen und dadurch Kraft
und Energie zu sparen und gefährliche Passagen mit größerer Sicherheit zu durchqueren.
Zusätzlich ist es Aufgabe der Erfindung, eine automatisch verstellbare Steighilfe
bereitzustellen, welche einfach und komfortabel und desweiterem zuverlässig und nach
dem Willen des Tourengehers eingestellt werden kann. Ein Tourengeher kann die gewünschte
Position seiner Steighilfe während dem Aufstieg mit einer mobilen Fernbedienung steuern.
Zusätzlich kann ein Tourengeher die gleiche Funktion der Ferseneinheit auch im manuellen
Modus, wie bei konventionellen Bindungen üblich und ganz ohne Elektronik, nutzen.
Offenbarung der Erfindung:
[0008] Gemäß der vorliegenden Erfindung werden eine Ferseneinheit für eine Skibindung und
insbesondere eine Tourenbindung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und insbesondere
eine automatische Verstelleinheit sowie ein Verfahren zum Positionieren von einer
oder mehreren Schuhauflagen bereitgestellt. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0009] Die Verstelleinheit weist bevorzugt folgendes auf.: eine Basisplatte zur Befestigung
an einem Tourenski, einen Bindungskörper, welcher zwischen einer Abfahrtsstellung
und einer Tourenstellung verstellbar ist, Kopplungselemente welche im Abfahrtsmodus
in einer Vorwärtsrichtung vorstehen und dazu dienen einen Fersenabschnitt des Tourenschuhs
in Eingriff zu nehmen, ein zweiteiliges Drehlager auf das der Bindungskörper aufliegt
und schwenkbar gelagert ist, zwei Klappen die rotierbar um eine Querachse auf dem
Bindungskörper gelagert sind, eine Bewegungsumwandlungsanordnung, eine durch Federn
vorgespannte Arretierungsanordnung, einen Energiespeicher und eine elektronische Steuerungseinheit.
[0010] Vorteilhaft ist es, wenn die Ferseneinheit verschiebbar und arretierbar auf einer
Schiene befestigt ist. Dabei kann die Basis durch ein Schlittensystem am Tourenski
montiert werden, wodurch sich die komplette Ferseneinheit durch eine Stellschraube
in Skilängsrichtung verstellen lässt, um für unterschiedliche Tourenschuhgrößen die
passende Position zu fixieren.
[0011] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn die Ferseneinheit einen lösbar integrierten Energiespeicher
aufweist. Der Energiespeicher kann durch ein Schlitten/-Klippsystem modular angebracht
werden, um ihn während dem Aufbewahren der Tourenski oder beim Ladeprozess gegen negative
Umwelteinflüsse zu schützen. Der Energiespeicher kann auf der Hinterseite der Ferseneinheit
"angedockt" werden. Das hat den Vorteil, dass der Akku im Haus bei trockenen Umgebungsbedingungen
gelagert und geladen werden kann.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn am feststehenden Zapfen ein Krafterfassungselement angebracht
ist, welches bei Aufsetzen des Tourenschuhs auf den Bindungskörper ein elektrisches
Signal erfasst und der Steuerungseinheit sendet.
[0013] Vorteilhaft ist es, wenn am feststehenden Zapfen ein Krafterfassungselement angebracht
ist, welches bei Aufsetzen des Tourenschuhs auf den Bindungskörper ein elektrisches
Signal erfasst und der Steuerungseinheit sendet.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn sich zwischen der Basis und dem Tourenski ein elastisches
Dichtungselement befindet, welches bei der Montage auf den Tourenski gepresst wird,
um den Innenraum gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz zu schützen und die Basis
ein Heizelement enthält, welches die Umgebungstemperatur im Innenraum der Basis erwärmt
und den Zwischenraum von Basis und Bindungskörper enteist.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn durch ein durch einen Tourengeher betätigbares Funkelement
bei einer bestimmten Betätigung des Funkelementes eine vorbestimmte Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung
im automatischen Tourenmodus ausgeführt wird und die Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung
so lange ausgeführt wird, bis das Drehwinkelerfassungselement das für die vorbestimmte
Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung vorbestimmte Signal sendet.
[0016] Vorteilhaft ist es, wenn sich das ganze elektrische System in einem energiesparenden
Schlafmodus "Deep-Sleep-Mode" befindet, sofern es keine Bewegung ausführt und der
Energiespeicher abnehmbar integriert ist, um ihn bei geeigneten Umgebungsbedingungen
zu lagern.
[0017] Vorteilhaft ist es, wenn sich ein Tourengeher mit einem Smartphone oder Gerät über
Funk mit der Ferseneinheit verbinden kann, um den aktuellen Akkustand oder andere
Sensordaten auszulesen und den automatischen Modus durch Sprachsteuerung bedienen
kann und zusätzlich einen vollautomatischen Modus nutzen kann, in welchem der Anstellwinkelsensor
die Hangneigung misst und eine intelligente Software die für den Tourengeher passende
Steighilfe vollautomatisch, ohne Betätigung eines Betätigungselementes einstellt.
[0018] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind aus der detaillierten Beschreibung
und den Zeichnungen ersichtlich. Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter
Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt
- Figur 1
- ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht einer Ferseneinheit eines zweiten Ausführungsbeispiels
der Erfindung in einer Abfahrtsstellung (Kopplungsstellung),
- Figur 3
- eine perspektivische Explosionsdarstellung der in Figur 2 dargestellten Ferseneinheit,
- Figur 4
- eine Draufsicht der Basis, welche mit vier Schrauben am Tourenski befestigt ist,
- Figur 5
- eine seitliche Schnittansicht gemäß einer Linie in C-C in Figur 4,
- Figur 6
- eine Seitenansicht der in Figur 2 dargestellten Ferseneinheit mit Achsen zu den Schnittansichten
A-A und B-B,
- Figur 7
- eine perspektivische Schnittansicht gemäß einer Linie C-C in Figur 4,
- Figur 8
- eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie B-B in Figur 6 nach einem zweiten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 9
- eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie B-B in Figur 6 nach einem dritten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 10
- eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie B-B in Figur 6 nach einem vierten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 11
- eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie A-A in Figur 6 und die automatische
Verstelleinrichtung in der Aktivierungsposition des Bindungskörpers nach einem vierten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 12
- eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie A-A in Figur 6 nach einem zweiten
Ausführungsbeispiel: der Bindungskörper befindet sich im Abfahrtsmodus,
- Figur 13a-c
- eine perspektivische Ansicht der Ferseneinheit im automatischen Modus nach einem vierten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 14a-c
- seitliche Funktionsansichten der ersten, zweiten und dritten Steighilfe im automatischen
Modus nach einem vierten Ausführungsbeispiel,
- Figur 15a-c
- eine perspektivische Ansicht der Ferseneinheit im manuellen Modus nach einem dritten
Ausführungsbeispiel,
- Figur 16a-c
- eine Abbildung der seitlichen Funktionsansichten der ersten, zweiten und dritten Steighilfe
im manuellen Modus nach einem dritten Ausführungsbeispiel und
- Figur 17
- die Softwarearchitektur der Erfindung.
[0019] Fig.1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ferseneinheit des ersten Ausführungsbeispiels
der Erfindung in einer Abfahrtsstellung (Kopplungsstellung). Die Ferseneinheit
56 umfasst ein isoliertes Gehäuse
38, welches an einem Tourenski montiert wird. An dem isolierten Gehäuse
38 ist ein Bindungskörper
47 gehalten, welcher um eine zur Basis orthogonal verlaufende Achse drehbar gehalten
wird. Im Inneren des Bindungskörpers
47 befindet sich eine elektrische Verstelleinheit
35 und ein Getriebe
36. Aufgrund von Montage/-und Isolierzwecken wird der Bindungskörper
47 mit einer Hinterklappe
49 wasserdicht verschraubt. Im isolierten Gehäuse
38 befindet sich eine Steuerungseinheit
43, eine LED-Einheit
45, ein Heizelement
46 und eine Ladeeinheit
44. Auf dem Bindungskörper
47 befindet sich ein Kopplungselement
52, welches dazu eingerichtet ist, in eine entsprechende Aussparung an einer Hinterseite
eines Tourenschuhs einzugreifen, um den Tourenschuh in der Abfahrtsstellung festzuhalten.
Oberhalb des Kopplungselementes
52 befindet sich ein Haltemodul
50, wobei das Haltemodul eine Federblende
51 und eine Zentrierschraube
52 umfasst. Das Haltemodul
50 ist dazu eingerichtet, das Kopplungselement
52 in alle Richtungen am Bindungskörper
47 zu fixieren. Durch die elastischen Eigenschaften der Federblende
51 kann ein Längenausgleich bei Durchbiegung eines Tourenskis in Skilängsrichtung stattfinden,
damit das Kopplungsmittel
52 und ein Tourenschuh sich nicht verspannen können. Zusätzlich gewährleistet diese
Ausführungsform eine schnelle und einfache Demontage, um Kopplungsmittel unterschiedlicher
Federstärken auszutauschen. Ferner befinden sich am Bindungskörper
47 die unterschiedlichen Auflageflächen
53, 54 und
55 der Ferse, welche durch rotieren des Bindungskörpers dem Tourengeher unterschiedliche
Höhen der Steighilfe im Gelände garantieren.
[0020] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ferseneinheit des zweiten Ausführungsbeispiels
der Erfindung in einer Abfahrtsstellung (Kopplungsstellung). Die Ferseneinheit umfasst
eine Basis
5, welche zur Montage an einem Tourenski
21 angebracht ist. Diese wird mit vier Schrauben durch Befestigungslöcher mit dem Tourenski
21 verschraubt. An der Basis
5 ist ein Bindungskörper
4 gehalten, welcher um eine zur Basis orthogonal verlaufenden Achse drehbar gehalten
wird. Auf dem Bindungskörper
4 befindet sich ein Kopplungselement
3, welches dazu eingerichtet ist, in eine entsprechende Aussparung an einer Hinterseite
eines Tourenschuhs einzugreifen, um den Tourenschuh in der Abfahrtsstellung festzuhalten.
Dieser wird durch einen Bolzen (nicht markiert) in einer Querachse zum Tourenski am
Bindungskörper
4 gesichert. Ferner befinden sich am Bindungskörper
4 die unterschiedlichen Auflageflächen
6, 7 und
1 der Ferse, welche durch rotieren des Bindungskörpers dem Tourengeher unterschiedliche
Höhen der Steighilfe im Gelände garantieren. Die Auflagefläche
1 unterscheidet sich zur Auflagefläche
55 in
Fig. 1 des ersten Ausführungsbeispiels dahingehend, dass sie sich auf dem Federmittel
40 befindet und die Auflagefläche
55 in
Fig. 1 auf dem isolierten Gehäuse
38. Die Auflageflächen
6, 7 und
1 können durch eine elektrische Verstelleinrichtung vom Tourengeher automatisch angefahren
werden. Eine genauere Ausführung des automatisierten Ausführungsbeispiels ist im weiteren
Verlauf beschrieben. Zusätzlich befinden sich am Bindungskörper
4 zwei schwenkbar gelagerte Klappen
1 und
2, welche als Auflagefläche des Tourenschuhs im manuellen Betrieb der Ferseneinheit
dienen. Diese werden, wie bisher üblich, mit einem Skistockteller umgeklappt. Ein
genaueres Ausführungsbeispiel des manuellen Betriebes ist im weiteren Verlauf beschrieben.
[0021] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Explosionsdarstellung der in
Fig. 2 dargestellten Ferseneinheit. Im Inneren des Bindungskörpers
4 befindet sich ein Elektromotor
9, welcher durch einen am Bindungskörper verschraubten Deckel
8 in axialer Richtung gesichert wird. Auf der gelagerten Welle des Elektromotors befindet
sich eine Schnecke
10. In der Drehachse des Bindungskörpers
4 wird ein zweiteiliges Drehlager, bestehend aus einem Zapfen
13 und einem passenden Gegenstück
11, vertikal eingeführt. Der Zapfen
13 überträgt die axialen Kräfte des Bindungskörpers beim Auftreten des Tourenschuhs
auf den Tourenski
21. Auf eine im Zapfen
13 vorgesehene Aussparung befindet sich ein Schneckenrad
12, welches mit einer Schnecke
10 im Eingriff einen Kraftschluss erzeugt und die Rotation des Bindungskörpers
4 blockiert. Das Gegenstück
11 dient als Auflagefläche des Bindungskörpers
4 und sichert das Schneckenrad
12 in axialer Richtung. In einer Aussparung am Gegenstück
11 ist ein Drehwinkelsensor
29 integriert und befindet sich in der Drehachse des Bindungskörpers
4. Am Fuß des Zapfens
13 befindet sich ein Kraftsensor, welcher bei Belastung zwischen Zapfen
13 und Tourenski
21 zusammengedrückt wird. Vorteilhaft ist es, wenn am feststehenden Zapfen
13 ein Krafterfassungselement
14 angebracht ist, welches bei Aufsetzen des Tourenschuhs
37 auf den Bindungskörper
4 ein elektrisches Signal erfasst und der Steuerungseinheit
43 sendet.
[0022] Fig. 4 zeigt eine Draufsicht der Basis
5, welche mit vier Schrauben am Tourenski
21 befestigt ist. In der von der Fahrtrichtung abgewandten Hälfte der Basis
5 ist eine kreisförmige Aussparung vorgesehen, in welcher der Zapfen
13 montiert wird. Der Zapfen
13 wird wegen seinem Sockel bei der Montage gegen den Tourenski
21 gepresst. Er ist somit gegen vertikale, horizontale und rotatorische Bewegungen gesichert.
Vorteilhaft ist es, wenn die die Basis
5;38 ein thermisches Erfassungselement
25 enthält, welches einen Temperaturwert an die Steuereinheit
43 sendet und eine Ladeeinheit
44 enthält, mithilfe dessen der Energiespeicher
23 durch Zuführung von elektrischem Strom aufgeladen wird und eine LED-Einheit
45 enthält, welche einem Tourengeher durch visuelle Farbsignale den aktuellen Ladestand
des Energiespeichers
23 symbolisiert und verschiebbar und arretierbar auf einer Schiene befestigt ist.
[0023] Fig. 5 zeigt eine seitliche Schnittansicht gemäß einer Linie C-C in
Fig. 4, in welcher die auf dem Tourenski
21 montierte Basis
5 samt Zapfen
13 zu erkennen ist. Um das Innenleben der Basis
5 gegen Feuchtigkeit und Kälte zu schützen, wird diese auf eine elastische Matte
22 mit Isoliereigenschaften montiert. Im Inneren der Basis 5 befindet sich der Akkumulator
23, die Steuerungsplatine
24 (inkl. Motortreiber) und ein Temperatursensor
25. Desweiterem ist eine Durchgangsbohrung des Zapfens
13 zu erkennen, welche als Kabelführung zwischen der im Bindungskörper verbauten elektrischen
Komponenten und der Steuerungsplatine
24 dient. Die Steuerungseinheit
43 besteht aus einer Ladeeinheit
44, einer LED-Einheit
45 und einem Heizelement
46 gegen Vereisung. Vorteilhaft ist es, wenn sich zwischen der Basis
5; 38 und dem Tourenski
21 ein elastisches Dichtungselement
22 befindet, welches bei der Montage auf den Tourenski
21 gepresst wird, um den Innenraum gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz zu schützen
und die Basis
5;38 ein Heizelement
46 enthält, welches die Umgebungstemperatur im Innenraum der Basis erwärmt und den Zwischenraum
von Basis und Bindungskörper
4 enteist.
[0024] Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht der in
Fig. 2 dargestellten Ferseneinheit, in welcher die Achsen der Schnittansichten A-A und
B-B eingezeichnet sind. Die Schnittansicht B-B dient im weiteren Verlauf zur Beschreibung
der Arretierungsanordnung durch Federkraft und die Schnittansicht A-A dient zur Beschreibung
der Mechanik einer elektrischen Verstelleinrichtung.
Beschreibung der Mechanik
[0025] Fig. 7 ist eine perspektivische Schnittansicht gemäß einer Linie B-B in
Fig. 6, in welcher die Federanordnung
40 zu erkennen ist. Diese dient dazu, den Bindungskörper
4 in einer gewünschten Position durch Federkräfte zu halten (folgend "arretieren" genannt)
und gegen Rotation zu sichern. Das Federlager
19 kann durch Anziehen einer Schraube
20, welche in einem Nutstein
18 verschraubt ist, in horizontaler Richtung bewegt werden. Dadurch können die beiden
Federn
17 (nur eine Feder markiert), geführt durch eine spezielle Gehäusegeometrie, gegen den
Schlitten
16 gespannt werden. Der Schlitten
16 drückt mit der dadurch resultierenden Vorspannkraft gegen den Zapfen
13. Durch die speziellen Geometrien von Schlitten
16 und Zapfen
13 können dadurch verschiedene Positionen arretiert werden, und benötigen zur Befreiung
der arretierten Position des Bindungskörpers
4 eine bestimmte "Auslösekraft". Der Bindungskörper
4 befindet sich im Abfahrtsmodus in einer arretierten Position und kann nur durch ein
ausreichend großes Drehmoment (zum Beispiel Sturz) ausgelöst werden. Die Größe des
zum Auslösemechanismus benötigten Drehmoments hängt von der Vorspannkraft der Federn
und der Geometrie von Zapfen
13 und Schlitten
16 ab.
[0026] Der in
Fig. 7 markierte Drucktaster
15 befindet sich am Anschlagpunkt des Schlittens
16 auf den Bindungskörper
4 und dient dazu eine automatisierte Verstelleinrichtung zu aktivieren.
[0027] Der Drucktaster
15 wird betätigt sobald die Bewegung des Schlittens
16 durch die spezielle Geometrie des Bindungskörpers
4 blockiert wird. Ist der Drucktaster
15 aktiviert, so wirken die Federkräfte durch den Schlitten
16 auf den Bindungskörper
4, jedoch nicht mehr auf den Zapfen
13, wodurch sich der Bindungskörper
4 frei beweglich rotieren lässt. Dieser Mechanismus wird ausführlich im weiteren Verlauf
beschrieben.
[0028] In
Fig. 8 ist eine Schnittansicht (Draufsicht) der
Abfahrtsposition dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Schlitten
16 durch die gespannten Federn
17 auf den Zapfen
13 drückt und somit die Position des Bindungskörpers
4 arretiert ist. Die Befreiung des Bindungskörpers
4 aus dieser Position erfordert ein bestimmtes Drehmoment.
[0029] Dreht man den Bindungskörper
4 durch händischen Eingriff gegen den Uhrzeigersinn, wird er in einer zweiten Position
arretiert (siehe
Fig. 9). Die zweite Position, der
manuellen Position, dient zum manuellen Betrieb (keine Elektronik nötig) der Ferseneinheit im Aufstiegsmodus.
Der Bindungskörper
4 verharrt beim Aufstieg in dieser Position und ein Tourengeher kann die Steighilfen
1,2 mit seinem Skistock anpassen.
[0030] Wird der Bindungskörper
4 von der ersten Position ausgehend (
Fig. 8) im Uhrzeigersinn in eine dritte Position gedreht, der
Aktivierungsposition (siehe
Fig. 10), so wird der automatisierte Verstellmechanismus aktiviert: Ab einem bestimmten
Drehwinkel wird die Bewegung des Schlittens
16 durch eine Verengung der Geometrie des Bindungskörpers
4 blockiert (Kollision mit Zapfen
13). Zu diesem Zeitpunkt drückt der Schlitten
16 auf den Drucktaster
15 und verliert den Kontakt zum Zapfen
13. Der Drucktaster
15 aktiviert nun die Steuerungselektronik. Der Bindungskörper
4 ist ab diesem Zeitpunkt von der Federkraft "entkoppelt" und im Uhrzeigersinn frei
beweglich gelagert.
[0031] Fig. 11 ist eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie A-A in
Fig. 6 und zeigt die elektrische Verstelleinrichtung
35 in der
Aktivierungsposition (siehe
Fig. 10) des Bindungskörpers
4. Zu diesem Zeitpunkt stehen Schnecke
10 und Schneckenrad
12 gegeneinander in Berührung (Zahneingriff). Der Bindungskörper
4 wird nicht mehr durch Federkräfte arretiert, ist jedoch durch den Eingriff von Schnecke
10 und Schneckenrad
12 gegen eine Rotation im Uhrzeigersinn blockiert. Wird die Schnecke
10 nun vom Motor
9 in eine Rotation versetzt, gelangen die Zähne des Schneckengetriebes
36 in Eingriff und der Bindungskörper
4 dreht sich um eine gemeinsame Achse. Um sicherzustellen, dass der Eingriff des Schneckengetriebes
36 stattfindet, ist die Geometrie des Zapfens
13 so gestaltet, dass eine händische Kraft notwendig ist, um den Bindungskörper
4 gegen den Uhrzeigersinn aus der Aktivierungsposition zu bewegen. Dadurch wird der
Bindungskörper
4 in der Aktivierungsposition gehalten bis das Getriebe
36 im Eingriff ist.
[0032] Sobald das Schneckengetriebe
36 im Eingriff ist, kann der Bindungskörper
4 sich nicht durch äußere Querkräfte in eine ungewünschte Position drehen, da die selbsthemmende
Wirkung des Getriebes die Kräfte über die Motorwelle
42 auf den Bindungskörper
4 übertragen. Somit kann sichergestellt werden, dass trotz Querkräfte des Tourenschuhs
beim Auftreten, die gewünschte Aufstiegsposition ohne Haltemoment des Elektromotors
9 (keine Stromversorgung) erhalten bleibt. Um das Drehmoment des Bindungskörpers
4 beim Auftritt des Tourenschuhs und somit die Last auf das Schneckengetriebe
36 möglichst gering zu halten, sind die Steighilfepositionen so gewählt, dass der Kraftangriffsvektor
des Tourenschuhs möglichst nahe an der gemeinsamen Drehachse von Zapfen
13 und Bindungskörper
4 liegt und somit ein kleinstmöglicher Hebelarm (Drehmoment) resultiert.
[0033] Fig. 12 ist eine Schnittansicht (Draufsicht) gemäß einer Linie A-A in
Fig. 6, in welcher sich der Bindungskörper
4 im
Abfahrtsmodus befindet und die automatische Verstelleinrichtung abgebildet ist. Die Schnecke
10 hat keinen Eingriff mit dem Schneckenrad
12, wodurch der Bindungskörper
4 nur durch eine Federkraft arretiert wird. Auch bei einem Auslösemechanismus
[0034] (Sturz des Tourengehers) wird die Bewegung des Bindungskörpers
4 nicht durch eine Kollision des Getriebes
36 blockiert.
[0035] Auch in
manueller Position (siehe
Fig. 9) hat die Schnecke
10 keinen Eingriff mit dem Schneckenrad
12. Übersichtshalber wird diese Abbildung nicht dargestellt. Im
Abfahrtsmodus kann somit sichergestellt werden, dass die Bindung
56 durch eine ausreichend große Querkraft (Drehmoment), zum Beispiel durch einen Sturz,
ausgelöst werden kann und der Tourenschuh aus der Bindung befreit wird.
Beschreibung der automatisierten Verstellung
[0036] Befindet sich der Bindungskörper
4 nun im Eingriff des automatischen Verstellmechanismus, kann ein Tourengeher mit einem
Knopfdruck auf ein Funkelement
34 drei unterschiedliche Steighilfen ansteuern. Diese werden in den untenstehenden Abbildungen
Fig. 13a-c dargestellt. In der ersten Position (
Fig. 13a) wird die Tourenschuhferse in eine dafür vorgesehene Auflagefläche (runde Markierung)
abgesetzt. Aktiviert ein Tourengeher nun die zweite Steighilfeposition (
Fig. 13b), so rotiert der Bindungskörper
4 wenige Drehwinkel im Uhrzeigersinn in eine zweite Position, in welcher der Tourenschuh
auf der Auflagefläche (runde Markierung) abgestellt wird. In einer dritten Steighilfeposition
(
Fig. 13c) wird der Tourenschuh auf der Ablagefläche, welche sich auf einer beweglichen
Klappe
1 befindet (runde Markierung), abgestellt. Vorteilhaft ist es, wenn durch ein durch
einen Tourengeher betätigbares Funkelement
34 bei einer bestimmten Betätigung des Funkelementes
34 eine vorbestimmte Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung
41 im automatischen Tourenmodus ausgeführt wird und die Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung
41 so lange ausgeführt wird, bis das Drehwinkelerfassungselement
29 das für die vorbestimmte Bewegung der Bewegungsumwandlungsanordnung
41 vorbestimmte Signal sendet.
[0037] In den untenstehenden Abbildung
Fig. 14a-c werden die verschiedenen Steighilfepositionen in einer seitlichen Funktionsansicht
mit variierenden Anstellwinkeln abgebildet. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich
der abgebildete Tourenschuh bei steigenden Anstellwinkeln immer in einer waagerechten
Position befindet.
Beschreibung der manuellen Verstellung
[0038] Befindet sich der Bindungskörper
4 im
manuellen Aufstiegsmodus, wie in
Fig. 9 dargestellt, ist er durch eine Federkraft in dieser Position arretiert. In den
untenstehenden Abbildungen
Fig. 15a-c wird der manuelle Verstellmechanismus beschrieben. Im
manuellen Modus der Ferseneinheit befindet sich das Kopplungselement
3 von Bindungskörper
4 und Tourenschuh nicht mehr im Schwenkbereich des Tourenschuhs. Deshalb trifft der
Tourenschuh beim Absetzen auf der Basis
5 auf und eignet sich zum Gehen im flachen Gelände als erste Steighilfe im
manuellen Modus (runde Markierung). Mithilfe seines Skistocktellers kann ein Tourengeher nun eine
zweite Steighilfe realisieren.
[0039] Dafür ist es notwendig die gelagerte Klappe
2 mithilfe eines Skistocktellers in den Schwenkbereich des Tourenschuhs umzulegen.
Die Höhe dieser zweiten, manuellen Steighilfe gleicht in etwa die der zweiten automatischen
Steighilfe. Diese dient zur Fortbewegung des Tourengehers im Gelände. Um eine noch
höhere Steighilfe bereitzustellen, muss der Tourengeher eine weitere Klappe
1 umlegen und kann sich dadurch im steilen Gelände fortbewegen.
Beschreibung der Softwarearchitektur der automatischen Verstellung
[0040] Die untenstehende Abbildung
Fig. 17 zeigt die Softwarearchitektur der automatisierten Verstelleinheit, welche im Folgenden
genau beschrieben wird:
[0041] Das zentral elektrische Bauteil ist die Steuerungsplatine
24, welche einen Mikroprozessor
30, einen Motortreiber
28 und ein Bluetooth-modul
27 umfasst. Durch die Umwandlung des Ackumulators
23 von chemischer in elektrische Energie wird die Steuerungsplatinen mit elektrischem
Strom versorgt. Der Mikroprozessor
30 kann mit einem Signal über den Motortreiber
28 den Schrittmotor
9 ansteuern und dessen Drehzahl regeln. Ein Winkelsensor
29 misst die Position der Bindungskörpers
4;47 und kann dem Mikroprozessor
30 den exakten Drehwinkel mitteilen. Zusätzlich kommunizieren die in der Basis
5 verbauten Kraft/-Temperatur und Anstellwinkelsensoren
14, 25, 33 mit dem Mikroprozessor
30. Ein Tourengeher ist mit einem Bluetooth-Funkelement
34, welche an einem geeigneten Ort (Skistock, Rucksackträger, Uhr am Handgelenk etc.)
befestigt ist, mit dem System verbunden. Vorteilhaft ist es, wenn sich das ganze elektrische
System in einem energiesparenden Schlafmodus "Deep-Sleep-Mode" befindet, sofern es
keine Bewegung ausführt und der Energiespeicher
23 abnehmbar integriert ist, um ihn bei geeigneten Umgebungsbedingungen zu lagern.
[0042] Folgend wird ein Anwendungsbeispiel der automatischen Verstelleinheit auf Softwareebene
beschrieben: Sobald ein Tourengeher das Bedürfnis einer höheren Steighilfe hat, betätigt
er den dafür vorgesehenen Knopf auf seinem Funkelement
34. Die Software prüft nun die Daten vom Kraftsensor
14, um festzustellen ob ein Tourengeher in diesem Moment seinen Schuh auf der Ferseneinheit
platziert hat. Sobald die Software erkennt, dass sich der Schuh von der Ferseneinheit
löst, wird ein Signal an den Motor
9 gesendet und die rotatorische Bewegung des Bindungskörpers
4 wird eingeleitet. Der Winkelsensor
29 meldet der Software die Anzahl der tatsächlichen durchgeführten Wellenumdrehungen
und somit die genaue Winkelposition des Bindungskörpers
4 zurück. Sobald die richtige Position erreicht ist, begibt sich das System wieder
in einen energiesparenden "Sleep-Mode" und wartet auf den nächsten Befehl. Falls die
gewünschte Position aus irgendwelchen Gründen (Eisbrocken versperrt Bewegung) nicht
erreicht wurde, kann die Software die Drehzahl des Motors
9 regeln, um ein höheres Drehmoment zu gewährleisten. Bei zu großen Gegenmomenten während
des Verstellvorganges kann der Motor
9 durch seine spezielle Bauweise nicht beschädigt werden. Dadurch kann ein unvollständiger
Positionswechsel durch einen zu schnell wieder auftretenden Tourenschuh einfach beim
nächsten Schritt vervollständigt werden. Ein Anstellwinkelsensor
33 kann im weiteren Verlauf der Entwicklung das Funkelement
34 ersetzen und ein vollautomatisiertes System ermöglichen. Dadurch erkennt die Software
die aktuelle Hangneigung und kann dadurch die für den Tourengeher optimale Aufstiegsposition
der Steighilfe bestimmen und anfahren. Vorteilhaft ist es, wenn sich ein Tourengeher
mit einem Smartphone oder Gerät über Funk mit der Ferseneinheit
34 verbinden kann, um den aktuellen Akkustand oder andere Sensordaten auszulesen und
den automatischen Modus durch Sprachsteuerung bedienen kann und zusätzlich einen vollautomatischen
Modus nutzen kann, in welchem der Anstellwinkelsensor
33 die Hangneigung misst und eine intelligente Software die für den Tourengeher passende
Steighilfe vollautomatisch, ohne Betätigung eines Betätigungselementes
34, einstellt.
1. Ferseneinheit für eine Skibindung (56), mit einer elektrischen Verstelleinrichtung
(35) zur Veränderung der Höhe der Schuhauflage, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung ein Getriebe (36) und Schuhauflageflächen (6; 7; 1; 53; 54;
55) in unterschiedlicher Höhe aufweist.
2. Ferseneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (36) nacheinander mehrere um eine zur Oberfläche des Skis (21) senkrechte
Achse angeordnete Schuhauflagen in eine Position unter dem Skischuh (37) dreht.
3. Ferseneinheit nach Anspruch 1 oder 2 für eine Tourenbindung (56), aufweisend
- eine Basis (5; 38) zur Befestigung an einem Skitourenski (21), welche als isoliertes
Gehäuse (5; 38) für einen sich darin befindlichen Energiespeicher (23) und einer Steuerungsplatine
(24) mit Mikroprozessor (30) dient,
- einem Bindungskörper (4; 47), welcher zwischen einer Abfahrtsstellung, einer manuellen
Tourenstellung und einer automatischen Tourenstellung verstellbar ist, wobei der Bindungskörper
(4; 47) Kopplungsmittel (3; 52) zur Ankopplung eines Tourenschuhs (37) aufweist, welche
in der Abfahrtsstellung von dem Bindungskörper (4; 47) in einer Vorwärtsrichtung vorstehen
und dazu dienen, einen Fersenabschnitt (39) des Tourenschuhs (37) in Eingriff zu nehmen,
und welche in der manuellen und automatischen Tourenstellung in einer zweiten und
dritten Position angeordnet sind, in der sie den Tourenschuh (37) freigeben, so dass
der Tourenschuh nicht mehr mit dem Bindungskörper (4; 47) gekoppelt ist und sie sich
nicht mehr im Schwenkbereich des Tourenschuhs befinden, und
- mehrere Schuhauflageflächen (6; 7; 1; 53; 54; 55), welche in der manuellen und automatischen
Tourenstellung in einer von der Abfahrtsposition verschiedenen Position angeordnet
sind und auf welchen in den Tourenstellungen ein Fersenabschnitt (39) des Tourenschuhs
(37) in vorbestimmten Höhen über dem Tourenski (21) abgestützt wird.
4. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, \dass der Bindungskörper (4; 47) zur Verstellung zwischen Abfahrtsstellung, manueller Stellung
und automatischer Stellung um eine senkrecht zum Tourenski (21) verlaufende Achse
relativ zur Basis (5; 38) in beide Richtungen drehbar ist.
5. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindungskörper (4; 47) in der Abfahrtsstellung oder der manuellen Stellung eine
fixierte Position einnimmt, die er nur gegen eine Vorspannung durch eine Federanordnung
(40) wechseln kann.
6. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein in parallel zur Skilängsrichtung verlaufenden Ebene beweglicher Schlitten (16)
im Abfahrtsmodus und im manuellen Aufstiegsmodus von zwei Federn (17) gegen einen
Zapfen (13) gespannt wird, so dass der Bindungskörper (4; 47) in dieser Position fixiert
ist.
7. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindungskörper (4; 47) durch einen Auslösemechanismus das Kopplungsmittel (3;
52) aus dem Eingriff mit dem Tourenschuh (37) gelöst wird, wenn auf die Ferseneinheit
(56) eine Kraft einwirkt, die eine vorbestimmte Auslösekraft übersteigt.
8. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tourengeher im manuellen Tourenmodus die Höhe der Auflagefläche über dem Tourenski
für den Fersenabschnitt eines Tourenschuhs (37) durch bewegbare Klappen (1; 2), welche
sich auf dem Bindungskörper (4; 47) befinden, mit dem Skistock einstellen kann.
9. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Bindungskörpers (4; 47) eine Bewegungsumwandlungsanordnung (41) angeordnet
ist, welche die Bewegung einer Welle (42) in eine Bewegung des Bindungskörpers (4;
47) umwandelt, so dass sich bei Betätigung der Bewegungsumwandlungsanordnung (41)
in der automatischen Tourenstellung die Höhe der Auflagefläche für den Fersenabschnitt
(39) eines Skitourenschuhs (37) bei dem Auftreten ändert.
10. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsumwandlungsanordnung (41) eine Schneckengetriebe-Anordnung (36) ist,
wobei die Schneckengetriebe-Anordnung umfasst:
- eine Motorwelle (42),
- eine Schnecke (10), welche auf der Motorwelle (42) sitzt,
- ein Schneckenrad (12), welches auf dem Zapfen (13) sitzt und mit der Schnecke (10)
im Gewindeeingriff ist,
- einen Antrieb (9), welcher die Motorwelle (42) und die Schnecke (10) antreibt und
- einen Energiespeicher (23), welcher den Antrieb (9) mit Energie versorgt
11. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsumwandlungsanordnung (41), welche eine sich in parallel zur Skilängsrichtung
verlaufende Ebene befindliche Welle (42) und die auf der Welle sitzende Schnecke (10)
in Rotation versetzt und durch Gewindeeingriff mit einem Schneckenrad (12), welches
sich ebenfalls in einer parallel zur Skilängsrichtung verlaufenden Ebene befindet
und horizontal am feststehenden Zapfen (13) montiert ist, den Bindungskörper (4; 47)
um eine zur Skilängsrichtung vertikale Achse rotieren lässt.
12. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vorbestimmte Position des Bindungskörpers (4; 47) in der automatischen Tourenposition
von einem Schneckenradgetriebe (36) gehalten wird, welches auch bei einwirkenden Kräften
durch Selbsthemmungseigenschaften die Position des Bindungskörpers (4; 47) beibehält.
13. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Verstelleinrichtung (35) in einer vorbestimmten Aktivierungsposition
des Bindungskörpers (4; 47) aktiviert wird, in welcher sich der Bindungskörper (4;
47) von der Federkraft entkoppelt hat und ein beweglicher Schlitten (16) in der Aktivierungsposition
auf einen mechanischen Drucktaster (15) drückt, welcher bei Betätigung den Stromkreis
schließt und die Bewegungsumwandlungsanordnung (41) mit elektrischer Energie versorgt.
14. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Zapfen (13) ein Drehwinkelerfassungselement (29) angebracht ist, welches die
Winkellage des Bindungskörpers (4; 47) erfasst und damit die aktuelle Position des
Bindungskörpers (4; 47) im automatischen Tourenmodus bestimmt wird und sich auf der
Drehachse des Bindungskörpers (4; 47) befindet.
15. Verfahren zum Positionieren von Schuhauflagen unterschiedlicher Höhe unter einem Skischuh,
dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Auflagen automatisch verstellt wird.