[0001] Die Erfindung betrifft eine Betätigungsvorrichtung zum mechanischen Auslösen eines
elektrischen Öffnungsmechanismus zur Notöffnung eines Verschlussteils eines Fahrzeuges,
ein Verschlussteil mit einem elektrischen Öffnungsmechanismus und einer Betätigungseinheit
sowie ein Verfahren zum mechanischen Auslösen eines elektrischen Öffnungsmechanismus
zur Notöffnung eines Verschlussteils eines Fahrzeuges durch eine Betätigungsvorrichtung.
[0002] Systeme zum Öffnen von Fahrzeugtüren sind aus dem Stand der Technik bekannt. Dabei
kommen üblicherweise vom Türblech hervorstehende Türgriffe zum Einsatz, die ein Benutzer
greifen kann, um Zugang zum Fahrzeuginneren zu erhalten. Durch das Hervorstehen derartiger
Türgriffe beeinflussen die Türgriffe jedoch das äußere Erscheinungsbild des Fahrzeuges.
Weiterhin bilden die Türgriffe einen Windwiderstand bei der Fahrt, so dass insbesondere
bei hohen Geschwindigkeiten des Fahrzeuges daraus resultierende Windgeräusche im Fahrzeuginneren
wahrnehmbar sein können.
[0003] Durch die vermehrte Verwendung elektrischer Öffnungsmechanismen, die z. B. ein elektrisches
Entriegeln und/oder Öffnen der Tür in Abhängigkeit von einem Authentifizierungssignal
durch einen ID-Geber eines Benutzers auslösen können, sind Türgriffe als solche in
vielen Fällen nicht mehr zwingend erforderlich. Die Verwendung einer grifflosen Tür
wird jedoch bislang oft dadurch verhindert, dass in bestimmten Situationen, in denen
der elektrische Öffnungsmechanismus nicht ordnungsgemäß funktionsfähig ist, noch eine
mechanische Öffnung der Fahrzeugtür wünschenswert ist. Derartige Situationen können
beispielsweise ebenso durch einen Unfall wie durch eine entleerte Fahrzeugbatterie
bedingt sein. Bei einem Unfall kann eine schnelle Öffnung der Tür für die Rettung
der Fahrzeuginsassen entscheidend sein. Gleichzeitig soll jedoch sichergestellt sein,
dass ein unbefugter Zugang zum Fahrzeug nicht möglich ist, wenn das Fahrzeug nicht
in einen Unfall verwickelt wurde.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, voranstehende, aus dem Stand der
Technik bekannte Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Sicherheit zu erhöhen, insbesondere eine Notöffnung
eines Verschlussteils eines Fahrzeuges situationsabhängig zu verbessern, vorzugsweise
so dass in einem Unfall die Notöffnung schnell und im Übrigen nicht unbefugt ermöglicht
ist.
[0005] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Betätigungsvorrichtung mit den Merkmalen
des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs, ein Verschlussteil mit den Merkmalen des weiteren
unabhängigen Vorrichtungsanspruchs, sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen
Verfahrensanspruchs. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den
jeweiligen Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale
und Details, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung
beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Verschlussteil und/oder dem erfindungsgemäßen Verfahren und jeweils umgekehrt, so
dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig
Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ist eine Betätigungsvorrichtung zum mechanischen
Auslösen eines elektrischen Öffnungsmechanismus zur Notöffnung eines Verschlussteils
eines Fahrzeuges vorgesehen. Die Betätigungsvorrichtung weist zumindest eine Anforderungsschnittstelle
zum Erhalt einer Zugangsanforderung und eine Betätigungseinheit zum mechanischen Betätigen
des Öffnungsmechanismus auf. Dabei ist die Betätigungseinheit von einem Normalzustand,
in welchem die Notöffnung des Verschlussteils verhindert ist, in zumindest zwei Notfallzustände
überführbar. In einem ersten Notfallzustand der Notfallzustände ist eine erste Betätigungshandlung
zur Notöffnung des Verschlussteils ermöglicht, und in einem zweiten Notfallzustand
der Notfallzustände ist eine zweite Betätigungshandlung zur Notöffnung des Verschlussteils
ermöglicht.
[0007] Der Öffnungsmechanismus umfasst vorzugsweise einen Riegel, ein Schloss und/oder einen
Antrieb zum Öffnen und/oder Schließen des Verschlussteils. Insbesondere kann durch
den Öffnungsmechanismus das Verschlussteil elektrisch, d. h. z. B. über einen Elektromotor,
geöffnet werden. Das Öffnen des Verschlussteils kann vorteilhafterweise ein Entriegeln
und/oder ein zumindest teilweises Aufschwenken des Verschlussteils umfassen. Bei dem
Verschlussteil kann es sich vorzugsweise um eine Tür, eine Klappe oder dergleichen
des Fahrzeuges handeln. Insbesondere kann das Verschlussteil grifflos ausgeführt sein.
Dabei kann beispielsweise vorgesehen sein, dass im Normalzustand der Betätigungseinheit
nur eine elektrische Öffnung des Verschlussteils ermöglicht ist. Unter dem Fahrzeug
kann im Sinne der vorliegenden Erfindung beispielsweise ein Kraftfahrzeug, vorzugsweise
in Form eines Elektrofahrzeuges, verstanden werden.
[0008] Die Anforderungsschnittstelle kann elektrisch, elektronisch und/oder mechanisch ausgebildet
sein. Vorzugsweise kann die Betätigungsvorrichtung mehrere Anforderungsschnittstellen
aufweisen. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass die Betätigungsvorrichtung nur eine
Anforderungsschnittstelle aufweist. Die Betätigungseinheit kann beispielsweise ein
Betätigungselement aufweisen, an welchem der Benutzer eine Druckbewegung und/oder
eine Zugbewegung ausführen kann, um die erste und/oder zweite Betätigungshandlung
durchzuführen. Das Betätigungselement kann griffartig ausgeführt sein. Es ist jedoch
ebenso denkbar, dass das Betätigungselement einen Teil einer Außenstruktur des Verschlussteils
bildet.
[0009] Vorzugsweise befindet sich die Betätigungseinheit im Normalzustand, wenn kein Notfall
vorliegt, d. h. beispielsweise in einem Regelbetrieb des Fahrzeuges. Vorzugsweise
umfasst die Zugangsanforderung eine Information über einen vorliegenden Notfall, wie
z. B. ein Notfallszenario. Es kann ferner vorgesehen sein, dass sich eine Zugangsanforderung
eines ersten Notfalls von einer Zugangsanforderung eines zweiten Notfalls unterscheidet.
So ist es denkbar, dass die Zugangsanforderung ein Steuersignal zum Ansteuern der
Betätigungseinheit zum Überführen der Betätigungseinheit in den ersten und/oder zweiten
Notfallzustand aufweist. Insbesondere unterscheiden sich der erste und zweite Notfallzustand,
beispielsweise durch die ermöglichte Betätigungshandlung. Vorzugsweise können sich
daher die erste und zweite Betätigungshandlung, insbesondere in einer benötigten Betätigungskraft
zum Ausführen der Betätigungshandlung, eines Bewegungsablaufs der Betätigungshandlung
und/oder einem Angriffspunkt der Betätigungshandlung, unterscheiden. Vorteilhafterweise
kann vorgesehen sein, dass die zweite Betätigungshandlung im ersten Notfallzustand
verhindert ist und die erste Betätigungshandlung im zweiten Notfallzustand. Das Betätigen
der Betätigungseinheit kann insbesondere eine Aufnahme einer manuellen Betätigungshandlung
durch einen Benutzer umfassen.
[0010] Die unterschiedlichen Notfallzustände stellen eine einfache Möglichkeit dar, einen
situationsabhängigen Zugang zum Fahrzeug zu ermöglichen. Beispielsweise kann der zweite
Notfallzustand eine schnelle Betätigung unabhängig von einer Authentifizierung ermöglichen,
während der erste Notfallzustand eine Überprüfung einer Zugangsberechtigung umfassen
kann.
[0011] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Anforderungsschnittstelle als Benutzerschnittstelle für eine manuelle Zugangsanforderung
und/oder als Elektronikschnittstelle für eine elektrische Zugangsanforderung ausgebildet
ist. Insbesondere kann die Betätigungsvorrichtung zumindest zwei Anforderungsschnittstellen
aufweisen, wobei eine der Anforderungsschnittstellen als Benutzerschnittstelle und
eine Anforderungsschnittstelle als Elektronikschnittstelle ausgebildet ist. Die elektrische
Zugangsanforderung kann somit ein elektrisches Signal, ein Funksignal umfassen. Beispielsweise
kann die Elektronikschnittstelle durch eine Steuereinheit oder eine elektrische Verbindung
zu einem zentralen Steuergerät des Fahrzeuges gebildet sein. Ferner ist es denkbar,
dass die Elektronikschnittstelle einen Näherungssensor umfasst. Die Benutzerschnittstelle
kann dazu ausgebildet sein, die Zugangsanforderung manuell über eine mechanische Verbindung,
wie ein mechanisches Schloss und/oder Getriebe zu erhalten. Vorzugsweise umfasst die
Benutzerschnittstelle einen Push-Push-Mechanismus, insbesondere an einem Deckelelement
der Betätigungsvorrichtung. Durch den Push-Push-Mechanismus kann das Deckelelement
infolge einer Druckbetätigung öffnen. Die manuelle Zugangsanforderung kann einen mechanischen
Bewegungsablauf umfassen. Insbesondere kann die Betätigungseinheit dazu ausgebildet
sein, über die Benutzerschnittstelle in den ersten Notfallzustand überführt zu werden
und/oder über die Elektronikschnittstelle in den zweiten Notfallzustand überführt
zu werden.
[0012] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Betätigungsvorrichtung eine Kopplungseinheit zum Übertragen einer Aktivierungsbewegung
an den Öffnungsmechanismus in Abhängigkeit von der ersten und/oder zweiten Betätigungshandlung
aufweist, wobei die Kopplungseinheit von einem Entkopplungszustand, in welchem eine
Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit und dem Öffnungsmechanismus gelöst
ist, in einen Kopplungszustand, in welchem die Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit
und dem Öffnungsmechanismus hergestellt ist, überführbar ist. Vorzugsweise ist die
Kopplungseinheit, insbesondere nur, vom Entkopplungszustand in den Kopplungszustand
überführbar, wenn die Betätigungseinheit sich im ersten Notfallzustand befindet. Beispielsweise
kann vorgesehen sein, dass die Betätigungseinheit in Abhängigkeit von der Zugangsanforderung
einen Zustandswechsel vom Normalzustand in einen der Notfallzustände durchführt und
die Kopplungseinheit einen Zustandswechsel vom Entkopplungszustand in den Kopplungszustand
in Abhängigkeit von einer Authentifizierung. Dadurch kann eine weitere Sicherheit
ermöglicht sein, um einer unbefugten Person den Zugang zum Fahrzeug zu verwehren.
Insbesondere kann durch die Kopplungseinheit im Entkopplungszustand eine physikalische
Verbindung eines Betätigungselementes der Betätigungseinheit zum Öffnungsmechanismus
unterbrochen sein. Im Kopplungszustand kann die Kopplungseinheit eine Kupplung für
eine physikalische Verbindung des Betätigungselementes bilden. Dabei kann beispielsweise
ein Notbetätigungselement und/oder ein Deckelelement der Betätigungseinheit bewegt
werden und dadurch kann eine Betätigungskraft von der Betätigungseinheit über die
Kopplungseinheit an den Öffnungsmechanismus übertragen werden.
[0013] Weiterhin ist es bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung denkbar, dass
die Kopplungseinheit ein erstes und ein zweites Verbindungselement zur Verbindung
der Betätigungseinheit mit dem Öffnungsmechanismus aufweist, welche beim Überführen
der Kopplungseinheit vom Entkopplungszustand in den Kopplungszustand mechanisch verbindbar
sind. Vorzugsweise bilden die Verbindungselemente eine mechanische Wirkverbindung
zwischen der Betätigungseinheit und der Kopplungseinheit. Insbesondere ist durch das
erste und zweite Verbindungselement zum Übertragen der Aktivierungsbewegung eine mechanische
Bewegung in Folge der ersten und/oder zweiten Betätigungshandlung, von der Betätigungseinheit
an den Öffnungsmechanismus übertragbar. Unter der Kopplung des ersten und zweiten
Verbindungselementes kann insbesondere eine mechanische Wirkverbindung des ersten
und zweiten Verbindungselementes verstanden werden, durch welche eine Kraft und/oder
Bewegung des ersten Verbindungselementes an das zweite Verbindungselement übertragbar
ist. Dabei kann das erste Verbindungselement mit der Betätigungseinheit und das zweite
Verbindungselement mit dem Öffnungsmechanismus verbindbar oder verbunden sein. Das
erste und/oder zweite Verbindungselement kann vorzugsweise flexibel ausgestaltet sein.
Beispielsweise können das erste und zweite Verbindungselement einen Seilzug bilden,
durch den die Betätigungseinheit im Kopplungszustand mit dem Öffnungsmechanismus verbindbar
ist. Weiterhin ist es denkbar, dass das erste und/oder zweite Verbindungselement einen
Teil eines Seilzuges umfassen. Insbesondere kann es sich bei dem ersten Verbindungselement
um ein erstes Ende eines ersten Seiles und bei dem zweiten Verbindungselement um ein
zweites Ende eines zweiten Seiles eines Seilzuges, insbesondere eines Bowdenzuges,
handeln. Alternativ ist es denkbar, dass die Verbindungselemente Adapterstücke bilden,
die mit einem Seilzug oder mehreren Seilzügen verbindbar sind.
[0014] Im Rahmen der Erfindung ist es ferner denkbar, dass die Betätigungseinheit ein Notbetätigungselement,
insbesondere zur Betätigung einer Außengriffschnittstelle des Öffnungsmechanismus,
aufweist, das im Normalzustand von einer Außenseite der Betätigungseinheit unzugänglich
ist und beim Überführen in den zweiten Notfallzustand von der Außenseite der Betätigungseinheit
zugänglich ist, um die zweite Betätigungshandlung zu ermöglichen. Darunter, dass das
Notbetätigungselement im Normalzustand der Betätigungseinheit von der Außenseite unzugänglich
angeordnet ist, kann verstanden werden, dass das Notbetätigungselement im Normalzustand
durch einen Benutzer nicht greifbar und/oder nicht zum Übertragen der Zugkraft bewegbar
ist. Beispielsweise kann das Notbetätigungselement verdeckt sein. Dadurch kann das
Notbetätigungselement im Normalzustand außerhalb eines Blickfeldes des Benutzers angeordnet
sein, wodurch ein äußeres Erscheinungsbild des Verschlussteils nicht beeinträchtigt
wird. Es ist denkbar, dass das Notbetätigungselement zur Übertragung der Zugbewegung
an den Öffnungsmechanismus mit einem, insbesondere flexiblen, Notverbindungselement
verbunden ist.
[0015] Es ist ferner bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung denkbar, dass das
Notbetätigungselement einen Griffbereich, insbesondere in Form einer Schlaufe, aufweist,
der durch einen Benutzer greifbar ist, um das Notbetätigungselement zum Betätigen
des Öffnungsmechanismus zu bewegen, insbesondere zu ziehen. Der Griffbereich kann
insbesondere einen Freiraum umfassen, in welchen der Benutzer eingreifen kann, um
das Notbetätigungselement zu bewegen. Die Schlaufe kann insbesondere flexibel ausgestaltet
sein. Dadurch kann das Notbetätigungselement in der Ruheposition nur einen geringen
Bauraum benötigen und dennoch für einen Benutzer komfortabel greifbar sein. Insbesondere
kann der Griffbereich verstellbar, d. h. insbesondere flexibel vergrößerbar sein,
beispielsweise indem ein Durchmesser der Schlaufe vergrößert wird. Dazu kann die Schlaufe
einen verschiebbaren Knoten oder einen verschiebbaren Verschluss umfassen. Vorzugsweise
umfasst die Schlaufe einen gewickelten Draht oder ein gewickeltes Seil. Dabei kann
die Schlaufe eine elastische Verkleidung, beispielsweise in Form eines Elastomers,
eines Schaumstoffs oder dergleichen, aufweisen. Dadurch kann eine Haptik des Notbetätigungselementes
verbessert sein, um eine unangenehme Belastung einer Hand des Benutzers zu vermeiden.
Durch den Griffbereich selbst ist ferner eine besonders einfache Bedienung ermöglicht,
bei der der Benutzer eine hohe Zugkraft aufwenden kann. Vorzugsweise kann die Betätigungseinheit
dazu ausgebildet sein, dass über das Notbetätigungselement eine Zugkraft von 300 N
oder mehr an den Öffnungsmechanismus übertragbar ist.
[0016] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Betätigungseinheit ein Deckelelement, insbesondere zur Betätigung einer Innengriffschnittstelle
des Öffnungsmechanismus, aufweist, das im Normalzustand verschlossen ist und beim
Überführen in den ersten und/oder zweiten Notfallzustand zumindest teilweise geöffnet
wird, um die erste und/oder zweite Betätigungshandlung zu ermöglichen. Das Deckelelement
kann vorteilhafterweise gelenkig, insbesondere klappbar, am Verschlussteil anordbar
sein. Weiterhin kann das Deckelelement im Normalzustand der Betätigungseinheit beispielsweise
mit einer Außenfläche des Verschlussteils bündig, insbesondere strakbündig, abschließen.
Die Außenfläche kann z. B. durch ein Außenblech des Verschlussteils gebildet sein.
Dadurch kann beispielsweise der Windwiderstand des Fahrzeuges reduziert werden. Ferner
kann ein unbefugter Zugang dadurch verhindert werden, dass am Deckelelement zumindest
im Normalzustand der Betätigungseinheit keine mechanische Betätigungshandlung durchführbar
ist. Vorzugsweise kann die Betätigungseinheit einen Antrieb zum Öffnen des Deckelelementes
aufweisen. Der Antrieb kann einen Elektromotor und/oder eine Feder umfassen.
[0017] Der Anschluss des Deckelelementes und/oder des Notbetätigungselementes an die Innengriffschnittstelle
und/oder die Außengriffschnittstelle kann durch die Kopplungseinheit unterbrechbar
sein, wenn sich die Kopplungseinheit im Entkopplungszustand befindet. Bei der Innengriffschnittstelle
oder der Außengriffschnittstelle des Öffnungsmechanismus kann es sich um Betätigungsschnittstellen
handeln, durch welche auch ein mechanischer Türgriff an den Öffnungsmechanismus anschließbar
ist. Vorzugsweise kann die Außengriffschnittstelle eine Öffnungskraft von 300 N zum
Ausführen der Betätigungshandlung und die Innengriffschnittstelle eine Öffnungskraft
von 15 N zum Ausführen der Betätigungshandlung aufweisen. Soll beispielsweise im Notfallzustand
eine Rettungsmöglichkeit bereitgestellt werden, durch welche ein Ersthelfer das Verschlussteil
öffnen kann, kann eine hohe Öffnungskraft an der Außengriffschnittstelle zu einer
erhöhten Sicherheit im Normalzustand beitragen. Anderseits bietet eine geringe Öffnungskraft
an der Innengriffschnittstelle den Vorteil, dass ein Benutzer zum Beispiel beim Ausfall
einer Fahrzeugstromversorgung noch immer eine komfortable Öffnungsmöglichkeit des
Verschlussteils hat.
[0018] Weiterhin ist es bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung denkbar, dass
das Notbetätigungselement in einer Mulde der Betätigungseinheit angeordnet ist, insbesondere
wobei die Mulde im Normalzustand durch das Deckelelement, insbesondere zur Außenseite,
verschlossen ist. Die Mulde kann insbesondere durch einen Hohlraum gebildet sein,
in welchem das Notbetätigungselement im Normalzustand der Betätigungseinheit angeordnet
ist. Die Mulde kann durch ein Rückelement, insbesondere in Richtung einer Innenseite
des Verschlussteils, begrenzt sein, durch welches ein Zugang zu einem Innenbereich
des Verschlussteils verhindert ist. Dadurch kann die Mechanik der Betätigungsvorrichtung
und/oder der Öffnungsmechanismus vor Umwelteinflüssen und/oder einer unbefugten Manipulation
geschützt sein. Vorzugsweise kann das Deckelelement und/oder die Mulde eine Abdichtung
aufweisen, durch welche ein Eindringen von Feuchtigkeit von der Außenseite der Betätigungseinheit
und/oder des Verschlussteils in die Mulde und/oder zum Öffnungsmechanismus verhinderbar
ist.
[0019] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass das Deckelelement beim Überführen der Betätigungseinheit in den ersten Notfallzustand
in eine Griffposition bewegbar ist, in welcher das Deckelelement zum Ausführen der
ersten Betätigungshandlung greifbar ist, und/oder beim Überführen in den zweiten Notfallzustand
in eine Freigabeposition bewegbar ist, in welcher das Notbetätigungselement zum Ausführen
der zweiten Betätigungshandlung greifbar ist, insbesondere wobei das Deckelelement
zur Betätigung des Öffnungsmechanismus mit der Kopplungseinheit in Wirkverbindung
steht. Vorzugsweise kann die Betätigungseinheit einen Antrieb aufweisen, durch welchen
das Deckelelement beim Überführen der Betätigungseinheit in die Griffposition und/oder
die Freigabeposition automatisch bewegbar ist. Beispielsweise kann der Antrieb einen
Motor, insbesondere einen Elektromotor und/oder eine Feder umfassen, um das Deckelelement
zu bewegen. Somit kann sich das Deckelelement im ersten Notfallzustand in der Griffposition
befinden und im zweiten Notfallzustand in der Freigabeposition. In der Griffposition
bildet das Deckelelement insbesondere selbst einen Angriffspunkt für die Betätigungshandlung.
Dadurch ist beispielsweise ein zusätzliches Bauteil für die mechanische Betätigung
der Betätigungseinheit im ersten Notfallzustand nicht notwendig. Weiterhin kann dadurch
eine intuitive Bedienung der Betätigungseinheit verbessert sein. Vorzugsweise kann
die Bewegung in die Griffposition einen Winkel von 45 Grad oder weniger umfassen.
Dies kann ausreichen, um einen Spalt zwischen einer äußeren Struktur des Verschlussteils
und dem Deckelelement auszubilden, in welchen der Benutzer eingreifen kann, um die
erste Betätigungshandlung auszuführen. Vorzugsweise umfasst die erste Betätigungshandlung
ein Drehen und/oder Verschwenken des Deckelelementes. Durch die Wirkverbindung mit
der Kopplungseinheit kann die Kopplungseinheit die Aktivierungsbewegung der Betätigungshandlung
an den Öffnungsmechanismus übertragen, wenn sich die Kopplungseinheit im Kopplungszustand
befindet. Vorteilhafterweise kann die Deckeleinheit dauerhaft mit der Kopplungseinheit
in Wirkverbindung stehen und das Übertragen der Aktivierungsbewegung an den Öffnungsmechanismus
nur im Kopplungszustand der Kopplungseinheit ermöglicht sein. Zur Wirkverbindung des
Deckelelementes mit der Kopplungseinheit kann vorgesehen sein, dass das Deckelelement
mit dem ersten oder zweiten Verbindungselement verbunden ist. Insbesondere kann das
erste oder zweite Verbindungselement direkt am Deckelelement befestigt sein. Dadurch
kann die erste Betätigungshandlung, insbesondere in Form eines Drehens und/oder Verschwenkens
des Deckelelementes, als Zugbewegung an den Öffnungsmechanismus weitergeleitet werden.
[0020] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass eine Steuereinheit zum Ansteuern der Betätigungseinheit, vorzugsweise in Abhängigkeit
von der Zugangsanforderung, vorgesehen ist, insbesondere wobei die Steuereinheit ein
Authentifizierungsmodul zum Ausführen eines Authentifizierungsvorgangs zur Benutzerauthentifizierung
aufweist, um die Betätigungseinheit und/oder die Kopplungseinheit in Abhängigkeit
von dem Authentifizierungsvorgang anzusteuern. Das Authentifizierungsmodul kann zur
drahtlosen Kommunikation mit einem ID-Geber eines Benutzers über eine Funkverbindung,
wie beispielsweise über NFC (Near Field Communication), Bluetooth, UWB (Ultra Wide
Band) oder dergleichen, ausgebildet sein. Zu diesem Zweck kann das Authentifizierungsmodul
zumindest eine NFC-Schnittstelle, Bluetooth-Schnittstelle und/oder UWB-Schnittstelle
aufweisen. Gerade die NFC-Technik bietet den Vorteil, dass nur eine Datenübertragung
auf kurzer Distanz, vorzugsweise unter 25 cm, bevorzugt unter 15 cm und besonders
bevorzugt unter 10 cm (abhörsicher) erfolgt. Die Steuereinheit kann eine Elektronik,
einen Prozessor und/oder einen Mikroprozessor zum Ansteuern der Betätigungseinheit
umfassen. Insbesondere kann die Steuereinheit die Anforderungsschnittstelle bilden
oder Teil der Anforderungsschnittstelle sein. Beispielsweise kann die Steuereinheit
ein Empfangsmodul zum Empfang der Zugangsanforderung von einem Fahrzeugsteuergerät
umfassen. Der Authentifizierungsvorgang kann vorteilhafterweise eine Überprüfung einer
Zugangsberechtigung eines Benutzers umfassen. Die Ausführung des Authentifizierungsvorgangs
kann vorzugsweise im ersten Notfallzustand der Betätigungseinheit vorgesehen sein.
Insbesondere kann das Authentifizierungsmodul im zweiten Notfallzustand deaktiviert
oder deaktivierbar sein. Beispielsweise kann das Authentifizierungsmodul beim Überführen
der Betätigungseinheit vom Normalzustand in den ersten Notfallzustand aktiviert werden
oder, wenn das Aktivierungsmodul im Normalzustand aktiviert ist, aktiviert bleiben.
Ferner kann das Authentifizierungsmodul beim Überführen der Betätigungseinheit vom
Normalzustand in den zweiten Notfallzustand deaktiviert werden. Durch das Authentifizierungsmodul
kann daher eine Zugangsberechtigungsprüfung in einem Notfallszenario erfolgen, in
welchem die elektrische Öffnungsfunktion des Öffnungsmechanismus fehlerhaft ist. In
einem Notfallszenario, in welchem eine schnelle Rettung von Insassen des Fahrzeuges
ermöglicht sein soll, kann der Authentifizierungsvorgang unterbleiben.
[0021] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Betätigungsvorrichtung eine Bereitstellungseinheit aufweist, die zum Bereitstellen
von elektrischer Energie für die Kopplungseinheit und/oder die Steuereinheit ausgebildet
ist, insbesondere wobei die Bereitstellungseinheit ein Aufnahmeelement zur induktiven
Aufnahme von elektrischer Energie aufweist. Insbesondere kann die Bereitstellungseinheit
und/oder das Aufnahmeelement eine NFC-Schnittstelle umfassen. Zum Speichern der Energie
kann die Bereitstellungseinheit einen Energiespeicher, beispielsweise in Form eines
aufladbaren Akkus oder eines Kondensators, insbesondere in Form eines Gold-Caps, aufweisen.
Das Aufnahmeelement kann eine elektrische Spule umfassen, die mit dem Energiespeicher
verbunden ist, um die elektrische Energie aufzunehmen. Die elektrische Energie kann
an die Bereitstellungseinheit durch ein elektrisches Gerät (vorzugsweise mit NFC-Schnittstelle),
insbesondere ein mobiles Endgerät, zum Beispiel ein Mobiltelefon, übermittelbar sein.
Dadurch kann sichergestellt sein, dass sich das elektrische Gerät in der Nähe der
Kopplungseinheit befindet, wenn die elektrische Energie bereitgestellt wird. Dadurch
kann eine zusätzliche Sicherheit geschaffen werden, dass die Kopplungseinheit nur
durch einen expliziten Wunsch eines Benutzers, insbesondere nach einem Authentifizierungsvorgang,
vom Entkopplungszustand in den Kopplungszustand überführt werden kann. Alternativ
ist es denkbar, dass die Bereitstellungseinheit eine Batterie oder dergleichen aufweist,
durch welche die elektrische Energie für die Aktuatoreinheit bereitstellbar ist.
[0022] Es ist ferner bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung denkbar, dass die
Steuereinheit das Authentifizierungsmodul zur Bereitstellung der elektrischen Energie
durch die Bereitstellungseinheit in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang
mit der Bereitstellungseinheit verbunden ist. Somit kann die Kopplungseinheit unabhängig
von einer Fahrzeugstromversorgung ausgebildet sein. Insbesondere kann das Authentifizierungsmodul
und/oder die Bereitstellungseinheit dabei zur Freigabe des Bereitstellens der Energie
für den Betrieb der Kopplungseinheit und/oder zur Freigabe der induktiven Aufnahme
der Energie durch die Bereitstellungseinheit in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang
ausgebildet sein. Fällt die Fahrzeugstromversorgung aus, kann dadurch, insbesondere
im ersten Notfallzustand, eine Notbetätigung des Öffnungsmechanismus durch die Betätigungseinheit
durchführbar sein, während gleichzeitig eine Authentifizierung geprüft werden kann.
Dadurch kann eine zusätzliche elektronische Sperre vorgesehen sein, durch welche ein
unbefugter Zugang verhindert wird.
[0023] Vorzugsweise kann bei einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Steuereinheit ein Erkennungsmodul zum Erkennen eines Notfalls, insbesondere
in Form eines Strommangelereignisses, bei welchem eine Stromversorgung des Öffnungsmechanismus
zum elektrischen Öffnen des Verschlussteils unzureichend ist, und/oder in Form eines
Unfallereignisses, bei welchem das Fahrzeug verunfallt ist, aufweist. Vorzugsweise
ist das Strommangelereignis von dem Unfallereignis durch das Erkennungsmodul unterscheidbar.
Das Erkennungsmodul kann Teil der Anforderungsschnittstelle sein. Ferner ist es denkbar,
dass das Erkennungsmodul dazu ausgebildet ist, den Notfall anhand der Zugangsanforderung
zu erkennen. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass ist die Steuereinheit dazu ausgebildet
ist, die Betätigungseinheit beim Erkennen des Strommangelereignisses zum Überführen
in den ersten Notfallzustand und/oder beim Erkennen des Unfallereignisses zum Überführen
in den zweiten Notfallzustand anzusteuern. Somit kann die Betätigungsvorrichtung selbst
zum Erkennen des Notfalls ausgebildet sein. Beispielsweise kann es dadurch nicht notwendig
sein, dass die Steuereinheit mit einem Fahrzeugsteuergerät verbunden ist. Beispielsweise
kann das Erkennungsmodul einen Stromsensor zum Erkennen des Strommangelereignisses,
insbesondere in Form eines Ausfalls einer Fahrzeugstromversorgung, und/oder einen
Beschleunigungssensor zum Erkennen des Unfallereignisses umfassen. Somit kann dadurch
durch die Steuereinheit eine Entscheidung treffbar sein, in welchen der Notfallzustände
die Betätigungseinheit überführt werden soll. Dadurch kann beispielswiese unterschieden
werden, ob eine Öffnung des Verschlussteils mit oder ohne Authentifizierung durch
den Benutzer erfolgen soll.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Verschlussteil, insbesondere in
Form einer Tür oder einer Klappe, zum Verschließen einer Öffnung eines Fahrzeuges
vorgesehen. Das Verschlussteil weist einen elektrischen Öffnungsmechanismus zum Öffnen
des Verschlussteils und eine Betätigungsvorrichtung, insbesondere eine erfindungsgemäße
Betätigungsvorrichtung, zum Auslösen einer Notöffnung des Verschlussteils mit zumindest
einer Anforderungsschnittstelle für eine Zugangsanforderung, und einer Betätigungseinheit
zum mechanischen Betätigen eines elektrischen Öffnungsmechanismus zur Notöffnung des
Verschlussteils, die von einem Normalzustand, in welchem die Notöffnung des Verschlussteils
verhindert ist, in zumindest zwei Notfallzustände überführbar ist. In einem ersten
Notfallzustand der Notfallzustände ist eine erste Betätigungshandlung zur Notöffnung
des Verschlussteils ermöglicht. In einem zweiten Notfallzustand der Notfallzustände
ist eine zweite Betätigungshandlung zur Notöffnung des Verschlussteils ermöglicht
ist.
[0025] Somit bringt ein erfindungsgemäßes Verschlussteil die gleichen Vorteile mit sich,
wie sie bereits ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Betätigungsvorrichtung
beschrieben worden sind. Bei dem Öffnungsmechanismus kann es sich vorzugsweise um
einen elektrischen Öffnungsmechanismus handeln. Somit können der Öffnungsmechanismus
und die Betätigungsvorrichtung beispielsweise eine Funktionseinheit bilden, durch
welche das Verschlussteil geöffnet werden kann. Unter dem Öffnen des Verschlussteils
kann ein Entriegeln, ein Bewegen des Verschlussteils oder dergleichen verstanden werden.
Durch die Betätigungsvorrichtung kann das Verschlussteil insbesondere unabhängig von
einer elektrischen Funktion des Öffnungsmechanismus geöffnet werden. Somit kann durch
die Betätigungsvorrichtung insbesondere eine situationsabhängige Notöffnung des Verschlussteils
ermöglicht sein.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zum mechanischen Auslösen
eines elektrischen Öffnungsmechanismus zur Notöffnung eines Verschlussteils eines
Fahrzeuges durch eine Betätigungsvorrichtung, insbesondere eine erfindungsgemäße Betätigungsvorrichtung,
vorgesehen. Eine Betätigungseinheit der Betätigungsvorrichtung befindet sich dabei
zuerst in einem Normalzustand, in welchem die Betätigungshandlung verhindert ist.
Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- Erhalt einer Zugangsanforderung, insbesondere durch zumindest eine Anforderungsschnittstelle
der Betätigungsvorrichtung,
- Überführen der Betätigungseinheit vom Normalzustand in Abhängigkeit von der Zugangsanforderung
in einen von zumindest zwei Notfallzuständen, in welche die Betätigungseinheit überführbar
ist, wobei in einem ersten Notfallzustand der Notfallzustände eine erste Betätigungshandlung
zur Notöffnung des Verschlussteils ermöglicht ist, und in einen zweiten Notfallzustand
der Notfallzustände eine zweite Betätigungshandlung zur Notöffnung des Verschlussteils
ermöglicht ist,
- Übertragen einer Aktivierungsbewegung an den Öffnungsmechanismus in Abhängigkeit von
der ersten und/oder zweiten Betätigungshandlung.
[0027] Somit bringt ein erfindungsgemäßes Verfahren die gleichen Vorteile mit sich, wie
sie bereits ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Betätigungsvorrichtung
und/oder ein erfindungsgemäßes Verschlussteil beschrieben worden sind. Der Erhalt
der Zugangsanforderung kann insbesondere einen Empfang eines elektrischen Signals
umfassen. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass der Erhalt der Zugangsanforderung mechanisch,
beispielsweise über ein Getriebe, erfolgt. Das Überführen der Betätigungseinheit vom
Normalzustand in einen der Notfallzustände kann vorteilhafterweise elektrisch erfolgen.
Beispielsweise kann die Betätigungseinheit einen Antrieb umfassen, der den Zustandswechsel
durchführt. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass der Zustandswechsel mechanisch initiiert
wird. Beispielsweise kann die Anforderungsschnittstelle eine Benutzerschnittstelle
umfassen, die der Benutzer mechanisch bedienen kann, um den Zustandswechsel durchzuführen.
Vorteilhafterweise kann das Überführen der Betätigungseinheit in den ersten Notfallzustand
aufgrund einer manuellen Zugangsanforderung eines Benutzers mechanisch erfolgen und
das Überführen der Betätigungseinheit in den zweiten Notfallzustand kann aufgrund
einer elektrischen Zugangsanforderung, insbesondere eines Fahrzeugsteuergerätes des
Fahrzeugs oder einer Steuereinheit, elektrisch und/oder automatisch erfolgen. In Abhängigkeit
von einem vorliegenden Notfallszenario kann daher die Betätigungseinheit in unterschiedliche
Notfallzustände überführt werden, um die Möglichkeit der Notöffnung situationsadäquat
bereitstellen zu können.
[0028] Vorzugsweise kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass zum
Übertragen der Aktivierungsbewegung ein Zustandswechsel einer Kopplungseinheit der
Betätigungsvorrichtung von einem Entkopplungszustand, in welchem eine Wirkverbindung
zwischen der Betätigungseinheit und dem Öffnungsmechanismus gelöst ist, in einen Kopplungszustand,
in welchem die Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit und dem Öffnungsmechanismus
hergestellt ist, erfolgt. Das Übertragen der Aktivierungsbewegung an den Öffnungsmechanismus
kann z. B. zumindest ein erstes und/oder zweites Verbindungsmittel erfolgen. Dabei
kann beispielsweise die Kopplungseinheit das erste und zweite Verbindungsmittel beim
Überführen der Kopplungseinheit in den Kopplungszustand miteinander mechanisch koppeln.
Vorzugsweise kann die Aktivierungsbewegung eine Zugbewegung umfassen und durch einen
Seilzug von der Betätigungsvorrichtung an den Öffnungsmechanismus weitergeleitet werden.
Dadurch kann in einfacher Art und Weise eine geometrieunabhängige Weiterleitung ermöglicht
sein. Beispielsweise ist durch einen Seilzug die Weiterleitung entlang gekrümmter
Führungen am Verschlussteil möglich.
[0029] Im Rahmen der Erfindung ist es ferner denkbar, dass, insbesondere vor dem Erhalt
der Zugangsanforderung oder beim Erhalt der Zugangsanforderung, ein Erkennen eines
Notfalls erfolgt, insbesondere wobei beim Erkennen des Notfalls ein Strommangelereignis,
bei welchem eine Stromversorgung des Öffnungsmechanismus zum elektrischen Öffnen des
Verschlussteils unzureichend ist, und/oder ein Unfallereignis, bei welchem das Fahrzeug
verunfallt ist, erkannt wird. Das Erkennen des Notfalls kann vorteilhafterweise durch
ein Erkennungsmodul einer Steuereinheit der Betätigungsvorrichtung erfolgen. Vorzugsweise
kann eine Unterscheidung zwischen dem Unfallereignis und dem Strommangelereignis erfolgen.
Das Strommangelereignis kann z. B. anhand einer ausbleibenden oder unzureichenden
Stromversorgung des elektrischen Öffnungsmechanismus durch eine Fahrzeugstromversorgung
erkannt werden. Das Unfallereignis kann z. B. durch ein Überschreiten eines vorbestimmten
Beschleunigungswertes des Verschlussteils erfolgen. Insbesondere kann eine hohe Bremsbeschleunigung
auf einen Unfall des Fahrzeuges hindeuten. Bei Erkennen des Strommangelereignisses
kann die Betätigungseinheit in den ersten Notfallzustand überführt werden. Bei Erkennen
des Unfallereignisses kann die Betätigungseinheit in den zweiten Notfallzustand überführt
werden.
[0030] Im Rahmen der Erfindung ist es ferner denkbar, dass ein Deckelelement der Betätigungseinheit
beim Überführen der Betätigungseinheit vom Normalzustand in den ersten Notfallzustand
in eine Griffposition bewegt wird, in welcher das Deckelelement zum Ausführen der
ersten Betätigungshandlung greifbar ist, und/oder beim Überführen in den zweiten Notfallzustand
in eine Freigabeposition bewegt wird, in welcher das Notbetätigungselement zum Ausführen
der zweiten Betätigungshandlung greifbar ist. Das Notbetätigungselement kann von einer
Außenseite des Verschlussteils und/oder der Betätigungsvorrichtung hinter dem Deckelelement
angeordnet sein. Vorzugsweise ist das Notbetätigungselement in der Griffposition des
Deckelelementes unzugänglich, d. h. nicht durch einen Benutzer greifbar. Die Bewegung
des Deckelelementes kann ein Drehen und/oder Verschwenken des Deckelelementes, insbesondere
um eine Drehachse an einem Strukturelement des Verschlussteils, umfassen. Dadurch
kann in einfacher Art und Weise ein Spalt in der Griffposition erzeugt werden, in
welchen ein Benutzer eingreifen kann, um die erste Betätigungshandlung durchzuführen.
Die erste Betätigungshandlung kann insbesondere ein Weiterdrehen des Deckelelementes
um die Drehachse umfassen. Dadurch kann eine intuitive Bedienung ermöglicht sein.
Das Notbetätigungselement kann insbesondere zur Außenseite des Verschlussteils ziehbar
sein. Dadurch kann z. B. im Fall eines Unfalls eine schnelle und/oder kräftige Bewegung
des Notbetätigungselementes zur Notöffnung des Verschlussteils ermöglicht sein.
[0031] Vorzugsweise kann bei einem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein, dass, insbesondere
in Abhängigkeit von dem Notfall, eine Energieaufnahme von elektrischer Energie, insbesondere
durch eine Bereitstellungseinheit zur Bereitstellung der elektrischen Energie, für
die Betätigungseinheit und/oder die Kopplungseinheit erfolgt. Die Energieaufnahme
kann vorteilhafterweise induktiv und/oder über die NFC-Schnittstelle erfolgen. Die
Energie kann somit insbesondere für einen Zustandswechsel der Betätigungseinheit und/oder
der Kopplungseinheit bereitgestellt werden. Insbesondere kann einem Aktuator der Kopplungseinheit
die elektrische Energie zur Verfügung gestellt werden, um vom Entkopplungszustand
in den Kopplungszustand und/oder umgekehrt überführt zu werden. Weiterhin ist es denkbar,
dass die Energie einem Antrieb für das Deckelelement zur Verfügung gestellt wird.
[0032] Weiterhin ist es bei einem erfindungsgemäßen Verfahren denkbar, dass, insbesondere
in Abhängigkeit von dem Notfall, ein Authentifizierungsvorgang zur Benutzerauthentifizierung
durchgeführt wird, wobei die Energieaufnahme durch den Energiespeicher, der Zustandswechsel
der Kopplungseinheit und/oder die Bewegung des Deckelementes in die Griffposition
und/oder in die Freigabeposition in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang
erfolgt. Durch den Authentifizierungsvorgang kann ein unbefugter Zugang zum Fahrzeug
verhindert werden. Insbesondere wenn der erste Notfallzustand manuell herstellbar
ist, kann der Authentifizierungsvorgang nach dem Erreichen des ersten Notfallzustands
durchgeführt werden. Ist der Authentifizierungsvorgang nicht erfolgreich, kann durch
die Kopplungseinheit verhindert werden, dass die erste Betätigungshandlung zur Öffnung
des Verschlussteils führt.
[0033] Im Rahmen der Erfindung ist es ferner denkbar, dass, insbesondere in Abhängigkeit
von dem Notfall, eine anzusteuernde Schnittstelle des Öffnungsmechanismus bestimmt
wird, insbesondere indem der Zustandswechsel der Kopplungseinheit und/oder die Bewegung
des Deckelementes in die Griffposition und/oder in die Freigabeposition erfolgt. Beispielsweise
kann der Öffnungsmechanismus zumindest zwei Schnittstellen aufweisen, wobei die Schnittstellen
eine Innengriffschnittstelle und eine Außengriffschnittstelle umfassen. Die Innengriffschnittstelle
kann zur Betätigung des Öffnungsmechanismus mit einer geringeren Betätigungskraft
ausgebildet sein, als die Außengriffschnittstelle. Insbesondere kann das Deckelelement
mit der Innengriffschnittstelle verbunden oder verbindbar sein und das Notbetätigungselement
mit der Außengriffschnittstelle. Somit kann dem ersten und/oder zweiten Notfallzustand
durch die Bestimmung der anzusteuernden Schnittstelle eine individuelle Betätigungskraft
zugewiesen werden. Vorteilhafterweise kann die Innengriffschnittstelle zur Betätigung
durch eine Betätigungskraft von 15 N oder weniger und die Außengriffschnittstelle
zur Betätigung durch eine Betätigungskraft von 300 N oder weniger ausgebildet sein.
[0034] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in
der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination
erfindungswesentlich sein. Es zeigen schematisch:
- Figuren 1 bis 4
- ein erfindungsgemäßes Verschlussteil, bei dem eine Betätigungseinheit einer erfindungsgemäßen
Betätigungsvorrichtung in einen ersten Notfallzustand überführt wird,
- Figuren 5 bis 8
- das Verschlussteil, bei dem eine Betätigungseinheit der Betätigungsvorrichtung in
einen zweiten Notfallzustand überführt wird,
- Figur 9
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zum mechanischen Auslösen eines elektrischen Öffnungsmechanismus
des Verschlussteils.
[0035] In der nachfolgenden Beschreibung zu einigen Ausführungsbeispielen der Erfindung
werden für die gleichen technischen Merkmale auch in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
die identischen Bezugszeichen verwendet.
[0036] Die Figuren 1 bis 4 zeigen ein erfindungsgemäßes Verschlussteil 3 eines Fahrzeuges
1 mit einer erfindungsgemäßen Betätigungsvorrichtung 2 und einem Öffnungsmechanismus
200 in einem ersten Notfallszenario, in welchem eine Stromversorgung des Öffnungsmechanismus
200 zum Öffnen des Verschlussteils 3 unzureichend ist. Die Betätigungsvorrichtung
2 ist zum mechanischen Auslösen des elektrischen Öffnungsmechanismus 200 zur Notöffnung
des Verschlussteils 3 des Fahrzeuges 1 von einer Außenseite 3.1 des Verschlussteils
3 ausgebildet. Dazu weist die Betätigungsvorrichtung 2 zumindest eine Anforderungsschnittstelle
101 zum Erhalt einer Zugangsanforderung 310 auf. In Abhängigkeit von der Zugangsanforderung
310 ist eine Betätigungseinheit 100 der Betätigungsvorrichtung 2 von einem Normalzustand
N in einen ersten Notfallzustand E1 überführbar. Im Normalzustand N ist ein Deckelelement
110 der Betätigungseinheit 100 geschlossen, so dass die Notöffnung des Verschlussteils
3 verhindert ist. Dazu ist das Deckelelement 110 im Normalzustand N bündig mit einer
Außenfläche 3.2 des Verschlussteils 3 ausgerichtet. Insbesondere handelt es sich bei
dem Verschlussteil 3 um eine grifflose Fahrzeugtür, die im Normalzustand lediglich
durch eine elektrische Funktion des Öffnungsmechanismus 200, z. B. bei einer Erkennung
eines ID-Gebers des Benutzers, geöffnet werden kann. Ein erfindungsgemäßes Verfahren
300 zum mechanischen Auslösen des elektrischen Öffnungsmechanismus 200 zur Notöffnung
des Verschlussteils 3 ist in Figur 9 in schematischer Darstellung von Verfahrensschritten
dargestellt. Auf das Verfahren 300 wird nachfolgend ebenfalls Bezug genommen.
[0037] Die Betätigungsvorrichtung 2 umfasst eine Anforderungsschnittstelle 101 in Form einer
Benutzerschnittstelle 101.1, die einen Push-Push-Mechanismus für einen Erhalt 302
einer manuellen Zugangsanforderung 310 aufweist. Wie in Figur 2 gezeigt, erfolgt in
Abhängigkeit der manuellen Zugangsanforderung 310, bei welcher ein Benutzer beispielsweise
auf das Deckelelement 110 drückt, ein Überführen 303 der Betätigungseinheit 100 vom
Normalzustand N in den ersten Notfallzustand E1. Dabei wird das Deckelelement 110
um eine Drehachse in eine Griffposition 110.1 verschwenkt, so dass ein Spalt zwischen
einem Strukturelement 3.3 des Verschlussteils 3 und dem Deckelelement 110 entsteht,
in welchen der Benutzer eingreifen kann. Dadurch kann der Benutzer in der Griffposition
110.1 des Deckelelementes 110 eine erste Betätigungshandlung 311 ausführen, wie in
Figur 4 gezeigt. Vorzugsweise umfasst die erste Betätigungshandlung 311 ein Weiterdrehen
des Deckelelementes 110 um die Drehachse.
[0038] Zum Übertragen 304 einer Aktivierungsbewegung 313 in Form einer Zugbewegung in Abhängigkeit
von der ersten Betätigungshandlung 311, weist die Betätigungsvorrichtung 2 eine Kopplungseinheit
10 auf. Die Kopplungseinheit 10 umfasst einen Seilzug mit einem ersten und zweiten
Verbindungselement 31, 32. Das erste und zweite Verbindungselement 31, 32 können vorteilhafterweise
einen Bowdenzug umfassen. Um einen unbefugten Zugang im ersten Notfallzustand E1 zu
verhindern, ist die Kopplungseinheit 10 in einen Entkopplungszustand II und in einen
Kopplungszustand I bringbar. Im Entkopplungszustand II, der vor oder unmittelbar nach
dem Überführen 303 der Betätigungseinheit 100 vom Normalzustand N in den ersten Notfallzustand
E1 vorliegt, ist eine Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit 100 und dem Öffnungsmechanismus
200 gelöst. Dazu können die Verbindungselemente 31, 32 mechanisch voneinander getrennt,
d. h. der Seilzug unterbrochen, sein.
[0039] Zur Überprüfung einer Zugangsberechtigung des Benutzers weist die Betätigungsvorrichtung
2 eine Steuereinheit 20 zum Ansteuern der Betätigungseinheit 100 auf. Die Steuereinheit
20 umfasst ein Authentifizierungsmodul 21 zum Ausführen eines Authentifizierungsvorgangs
zur Benutzerauthentifizierung. Der Authentifizierungsvorgang kann einen Empfang eines
Authentifizierungssignals von einem ID-Geber des Benutzers umfassen, wie in Figur
3 dargestellt. In Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang kann die Betätigungseinheit
100 und/oder die Kopplungseinheit 10 angesteuert werden, um die Kopplungseinheit 10
in den Kopplungszustand I, in welchem die Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit
100 und dem Öffnungsmechanismus 200 hergestellt ist, zu überführen. Dabei kann beispielsweise
ein Aktuator der Kopplungseinheit 10 angesteuert werden, um die Verbindungselemente
31, 32 miteinander zu verbinden. Insbesondere bildet die Kopplungseinheit 10 daher
eine Kupplung für die Verbindungselemente 31, 32. Für eine elektrische Energieversorgung
der Kopplungseinheit 10, insbesondere des Aktuators, ist ferner eine Bereitstellungseinheit
23 vorgesehen, die zum Bereitstellen von elektrischer Energie für die Kopplungseinheit
10 ausgebildet ist. Die Bereitstellungseinheit 23 weist ferner ein Aufnahmeelement
23.1 zur induktiven Aufnahme 303.1 von elektrischer Energie auf. Das Aufnahmeelement
23.1 kann eine Spule und einen aufladbaren Energiespeicher umfassen. Insbesondere
umfasst die Bereitstellungseinheit 23 eine NFC-Schnittstelle. Es ist denkbar, dass
das Authentifizierungsmodul 21 in die Bereitstellungseinheit 23 oder die Bereitstellungseinheit
23 in das Authentifizierungsmodul 21 integriert ist. Beispielsweise kann die Aufnahme
303.1 der Energie kann in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang ermöglicht
sein. Weiterhin ist es denkbar, dass die Bereitstellungseinheit 23 unabhängig von
dem Authentifizierungsvorgang aufladbar ist. Das Authentifizierungsmodul 21 kann zur
Freigabe des Bereitstellens der Energie, insbesondere in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang,
mit der Bereitstellungseinheit 23 verbunden sein.
[0040] Somit führt die erste Betätigungshandlung 311 im Kopplungszustand I zu einer Notbetätigung
des Öffnungsmechanismus 200 zur Notöffnung des Verschlussteils 3. Vorzugsweise ist
das Deckelelement 110 im Kopplungszustand I der Kopplungseinheit 10, insbesondere
über das erste und zweite Verbindungselement 32, mit einer Innengriffschnittstelle
201 des Öffnungsmechanismus 200 verbunden, die eine komfortable Öffnung des Verschlussteils
3 mit einer geringen Betätigungskraft, insbesondere von etwa 15 N, erlaubt.
[0041] Die Figuren 5 bis 8 zeigen das Verschlussteil 3 mit der Betätigungsvorrichtung 2
in einem zweiten Notfallszenario, in welchem das Fahrzeug 1 verunfallt ist. In Abhängigkeit
von der Zugangsanforderung 310 ist die Betätigungseinheit 100 der Betätigungsvorrichtung
2 dazu von dem Normalzustand N in einen zweiten Notfallzustand E2 überführbar.
[0042] Weiterhin ist eine Anforderungsschnittstelle 101 in Form einer Elektronikschnittstelle
101.2 vorgesehen, die in die Steuereinheit 20 integriert ist oder durch die Steuereinheit
20 gebildet ist. Beispielsweise kann durch die Elektronikschnittstelle 101.2 ein Erhalt
302 einer elektrischen Zugangsanforderung 310, insbesondere in Form eines Unfallsignals
des Fahrzeuges 1 und/oder eines Sensors, vorgesehen sein. Wie in Figur 7 gezeigt,
erfolgt in Abhängigkeit der elektrischen Zugangsanforderung 310, ein Überführen 303
der Betätigungseinheit 100 vom Normalzustand N in den zweiten Notfallzustand E2. Dabei
wird das Deckelelement 110 um eine Drehachse in eine Freigabeposition 110.2 bewegt,
in welcher ein Notbetätigungselement 40 mit einem Griffbereich 41 zum Ausführen einer
zweiten Betätigungshandlung 312 greifbar ist. Im Normalzustand N ist das Notbetätigungselement
40 vorzugsweise in einer Mulde 111 der Betätigungseinheit 100, insbesondere hinter
dem Deckelelement 110, angeordnet. Vorteilhafterweise kann das Notbetätigungselement
40 am Deckelelement 110, insbesondere lösbar, befestigt sein, so dass das Notbetätigungselement
40 beim Bewegen des Deckelelementes 110 in die Freigabeposition 110.2 in Richtung
der Außenseite 3.1 des Verschlussteils 3 bewegt wird. Vorzugsweise weist die Betätigungseinheit
100 einen Antrieb 42 für das Deckelelement 110 auf, um das Deckelelement 110 insbesondere
beim Überführen der Betätigungseinheit 100 in den zweiten Notfallzustand E2 automatisch
in die Freigabeposition 110.2 zu bewegen. Dadurch kann das Notbetätigungselement 40
für einen Ersthelfer am Unfallort des Fahrzeuges 1 deutlich sichtbar sein. Am Notbetätigungselement
40 kann der Ersthelfer die zweite Betätigungshandlung 312 in Form einer Zugbewegung
durchführen.
[0043] Insbesondere ist das Notbetätigungselement 40 mit einem Notverbindungselement 33,
vorzugsweise in Form eines Seilzuges, besonders bevorzugt in Form eines Bowdenzuges,
zur Verbindung des Notbetätigungselementes 40 mit dem Öffnungsmechanismus 200 verbunden.
Dadurch kann in einfacher Art und Weise eine robuste zweite Betätigungshandlung 312
ermöglicht sein. Vorzugsweise ist das Deckelelement 110 über das Notverbindungselement
33, mit einer Außengriffschnittstelle 202 des Öffnungsmechanismus 200 verbunden, die
eine Öffnung des Verschlussteils 3 nur bei einer hohen Betätigungskraft, insbesondere
von etwa 300 N, erlaubt. Dadurch kann ein unbeabsichtigtes Öffnen des Verschlussteils
3, insbesondere im Normalzustand N der Betätigungseinheit 100, verhindert sein. Es
ist denkbar, dass eine weitere Kopplungseinheit 10 zwischen das Notbetätigungselement
40 und die Außengriffschnittstelle 202 schaltbar ist oder in die Außengriffschnittstelle
202 integriert ist.
[0044] Vorzugsweise weist die Steuereinheit 20 ein Erkennungsmodul 24 zum Erkennen 301 eines
Notfalls, insbesondere in Form des Strommangelereignisses 301.1 gemäß der Figuren
1 bis 4, und/oder des Unfallereignisses 301.2 gemäß der Figuren 5 bis 8 auf. Dadurch
kann die Betätigungseinheit 100 und/oder die Kopplungseinheit 10 in Abhängigkeit von
dem Notfall angesteuert werden. Zusätzlich oder alternativ ist es denkbar, dass der
erste und/oder zweite Notfallzustand E1, E2 in Abhängigkeit von dem Erkennen 301 des
Notfalls, insbesondere automatisch, herbeigeführt wird.
[0045] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale
der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden,
ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- Fahrzeug
- 2
- Betätigungsvorrichtung
- 3
- Verschlussteil
- 3.1
- Außenseite
- 3.2
- Außenfläche
- 3.3
- Strukturelement
- 10
- Kopplungseinheit
- 20
- Steuereinheit
- 21
- Authentifizierungsmodul
- 23
- Energiespeicher
- 31
- erstes Verbindungselement
- 32
- zweites Verbindungselement
- 33
- Notverbindungselement
- 40
- Notbetätigungselement
- 42
- Antrieb
- 100
- Betätigungseinheit
- 101
- Benutzerschnittstelle
- 110
- Deckelelement
- 110.1
- Griffposition
- 110.2
- Freigabeposition
- 111
- Mulde
- 200
- Öffnungsmechanismus
- 201
- Innengriffschnittstelle
- 202
- Außengriffschnittstelle
- 300
- Verfahren
- 301
- Erkennen
- 301.1
- Strommangelereignis
- 301.2
- Unfallereignis
- 302
- Erhalt von 310
- 303
- Überführen von N in E1 oder E2
- 303.1
- Energieaufnahme
- 304
- Übertragen
- 310
- Zugangsanforderung
- 311
- erste Betätigungshandlung
- 312
- zweite Betätigungshandlung
- 313
- Aktivierungsbewegung
- N
- Normalzustand
- E
- Notfallzustand
- I
- Kopplungszustand
- II
- Entkopplungszustand
1. Betätigungsvorrichtung (2) zum mechanischen Auslösen eines elektrischen Öffnungsmechanismus
(200) zur Notöffnung eines Verschlussteils (3) eines Fahrzeuges (1) aufweisend
zumindest eine Anforderungsschnittstelle (101) zum Erhalt einer Zugangsanforderung
(310), und
eine Betätigungseinheit (100) zum mechanischen Betätigen des Öffnungsmechanismus (200),
die von einem Normalzustand (N), in welchem die Notöffnung des Verschlussteils (3)
verhindert ist, in zumindest zwei Notfallzustände (E1, E2) überführbar ist, wobei
in einem ersten Notfallzustand (E1) der Notfallzustände (E1, E2) eine erste Betätigungshandlung
(311) zur Notöffnung des Verschlussteils (3) ermöglicht ist, und in einem zweiten
Notfallzustand (E2) der Notfallzustände (E1, E2) eine zweite Betätigungshandlung (312)
zur Notöffnung des Verschlussteils (3) ermöglicht ist.
2. Betätigungsvorrichtung (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anforderungsschnittstelle (101) als Benutzerschnittstelle (101.1) für eine manuelle
Zugangsanforderung (310) und/oder als Elektronikschnittstelle (101.2) für eine elektrische
Zugangsanforderung (310) ausgebildet ist.
3. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kopplungseinheit (10) zum Übertragen (304) einer Aktivierungsbewegung (313)
an den Öffnungsmechanismus (200) in Abhängigkeit von der ersten und/oder zweiten Betätigungshandlung
(311, 312) vorgesehen ist, wobei die Kopplungseinheit (10) von einem Entkopplungszustand
(II), in welchem eine Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit (100) und dem
Öffnungsmechanismus (200) gelöst ist, in einen Kopplungszustand (I), in welchem die
Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit (100) und dem Öffnungsmechanismus (200)
hergestellt ist, überführbar ist,
und/oder dass die Kopplungseinheit (10) ein erstes und ein zweites Verbindungselement
(31, 32) zur Verbindung der Betätigungseinheit (100) mit dem Öffnungsmechanismus (200)
aufweist, welche beim Überführen der Kopplungseinheit (10) vom Entkopplungszustand
(II) in den Kopplungszustand (I) mechanisch verbindbar sind.
4. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigungseinheit (100) ein Notbetätigungselement (40), insbesondere zur Betätigung
einer Außengriffschnittstelle (202) des Öffnungsmechanismus (200), aufweist, das vorzugsweise
im Normalzustand (N) von einer Außenseite der Betätigungseinheit (100) unzugänglich
ist und beim Überführen (303) in den zweiten Notfallzustand (E2) von der Außenseite
der Betätigungseinheit (100) zugänglich ist, um die zweite Betätigungshandlung (312)
zu ermöglichen,
und/oder dass das Notbetätigungselement (40) einen Griffbereich (41), insbesondere
in Form einer Schlaufe, aufweist, der durch einen Benutzer greifbar ist, um das Notbetätigungselement
(40) zum Betätigen des Öffnungsmechanismus (200) zu bewegen, insbesondere zu ziehen.
5. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigungseinheit (100) ein Deckelelement (110), insbesondere zur Betätigung
einer Innengriffschnittstelle (201) des Öffnungsmechanismus (200), aufweist, das im
Normalzustand (N) verschlossen ist und beim Überführen (303) in den ersten und/oder
zweiten Notfallzustand (E1, E2) zumindest teilweise geöffnet wird, um die erste und/oder
zweite Betätigungshandlung (311, 312) zu ermöglichen, insbesondere wobei das Deckelelement
(110) zur Betätigung des Öffnungsmechanismus (200) durch die erste und/oder zweite
Betätigungshandlung (311, 312) mit der Kopplungseinheit (10) in Wirkverbindung steht,
und/oder dass das Notbetätigungselement (40) in einer Mulde (111) der Betätigungseinheit
(100) angeordnet ist, insbesondere wobei die Mulde (111) im Normalzustand (N) durch
das Deckelelement (110) verschlossen ist.
6. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelelement (110) beim Überführen (303) der Betätigungseinheit (100) in den
ersten Notfallzustand (E1) in eine Griffposition (110.1) bewegbar ist, in welcher
das Deckelelement (110) zum Ausführen der ersten Betätigungshandlung (311) greifbar
ist, und/oder beim Überführen (303) in den zweiten Notfallzustand (E2) in eine Freigabeposition
(110.3) bewegbar ist, in welcher das Notbetätigungselement (40) zum Ausführen der
zweiten Betätigungshandlung (312) greifbar ist.
7. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinheit (20) zum Ansteuern der Betätigungseinheit (100) vorgesehen ist,
insbesondere wobei die Steuereinheit (20) ein Authentifizierungsmodul (21) zum Ausführen
eines Authentifizierungsvorgangs zur Benutzerauthentifizierung aufweist, um die Betätigungseinheit
(100) und/oder die Kopplungseinheit (10) in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang
anzusteuern,
und/oder dass eine Bereitstellungseinheit (23) vorgesehen ist, die zum Bereitstellen
von elektrischer Energie für die Kopplungseinheit (10) und/oder die Steuereinheit
(20) ausgebildet ist, insbesondere wobei die Bereitstellungseinheit (23) ein Aufnahmeelement
(23.1) zur induktiven Aufnahme (301) von elektrischer Energie aufweist
8. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Authentifizierungsmodul (21) zur Bereitstellung der elektrischen Energie durch
die Bereitstellungseinheit (23) in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang
mit der Bereitstellungseinheit (23) verbunden ist.
9. Betätigungsvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit (20) ein Erkennungsmodul (24) zum Erkennen (301) eines Notfalls,
insbesondere in Form eines Strommangelereignisses (301.1), bei welchem eine Stromversorgung
des Öffnungsmechanismus (200) zum elektrischen Öffnen des Verschlussteils (3) unzureichend
ist, und/oder eines Unfallereignisses (301.2), bei welchem das Fahrzeug (1) verunfallt
ist, aufweist.
10. Verschlussteil (3), insbesondere in Form einer Tür oder einer Klappe, zum Verschließen
einer Öffnung eines Fahrzeuges (1) aufweisend
einen elektrischen Öffnungsmechanismus (200) zum Öffnen des Verschlussteils (3) und
eine Betätigungsvorrichtung (2), insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
für eine Betätigungshandlung (310) zum Auslösen einer Notöffnung des Verschlussteils
(3) mit zumindest einer Anforderungsschnittstelle (101) für eine Zugangsanforderung
(310), und einer Betätigungseinheit (100) zum mechanischen Betätigen eines elektrischen
Öffnungsmechanismus (200) zur Notöffnung des Verschlussteils (3), die von einem Normalzustand
(N), in welchem die Notöffnung des Verschlussteils (3) verhindert ist, in zumindest
zwei Notfallzustände (E1, E2) überführbar ist, wobei in einem ersten Notfallzustand
(E1) der Notfallzustände (E1, E2) eine erste Betätigungshandlung (311) zur Notöffnung
des Verschlussteils (3) ermöglicht ist, und in einem zweiten Notfallzustand (E2) der
Notfallzustände (E1, E2) eine zweite Betätigungshandlung (312) zur Notöffnung des
Verschlussteils (3) ermöglicht ist.
11. Verfahren (300) zum mechanischen Auslösen eines elektrischen Öffnungsmechanismus (200)
zur Notöffnung eines Verschlussteils (3) eines Fahrzeuges (1) durch eine Betätigungsvorrichtung
(2), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei sich eine Betätigungseinheit
(100) der Betätigungsvorrichtung (2) zuerst in einem Normalzustand (N) befindet, in
welchem die Betätigungshandlung (310) verhindert ist, umfassend die folgenden Schritte:
- Erhalt (302) einer Zugangsanforderung (310),
- Überführen (303) der Betätigungseinheit (100) vom Normalzustand (N) in Abhängigkeit
von der Zugangsanforderung (310) in einen von zumindest zwei Notfallzuständen (E1,
E2), in welche die Betätigungseinheit (100) überführbar ist, wobei in einem ersten
Notfallzustand (E1) der Notfallzustände (E1, E2) eine erste Betätigungshandlung (311)
zur Notöffnung des Verschlussteils (3) ermöglicht ist, und in einen zweiten Notfallzustand
(E2) der Notfallzustände (E1, E2) eine zweite Betätigungshandlung (312) zur Notöffnung
des Verschlussteils (3) ermöglicht ist,
- Übertragen (304) einer Aktivierungsbewegung (313) an den Öffnungsmechanismus (200)
in Abhängigkeit von der ersten und/oder zweiten Betätigungshandlung (311, 312).
12. Verfahren (300) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Übertragen (304) der Aktivierungsbewegung (313) ein Zustandswechsel einer Kopplungseinheit
(10) der Betätigungsvorrichtung (2) von einem Entkopplungszustand (II), in welchem
eine Wirkverbindung zwischen der Betätigungseinheit (100) und dem Öffnungsmechanismus
(200) gelöst ist, in einen Kopplungszustand (I), in welchem die Wirkverbindung zwischen
der Betätigungseinheit (100) und dem Öffnungsmechanismus (200) hergestellt ist, erfolgt.
13. Verfahren (300) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Erkennen (301) eines Notfalls erfolgt, insbesondere wobei beim Erkennen (301)
des Notfalls ein Strommangelereignis (301.1), bei welchem eine Stromversorgung des
Öffnungsmechanismus (200) zum elektrischen Öffnen des Verschlussteils (3) unzureichend
ist, und/oder ein Unfallereignis (301.2), bei welchem das Fahrzeug (1) verunfallt
ist, erkannt wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Deckelelement (110) der Betätigungseinheit (100) beim Überführen (303) der Betätigungseinheit
(100) vom Normalzustand (N) in den ersten Notfallzustand (E1) in eine Griffposition
(110.1) bewegt wird, in welcher das Deckelelement (110) zum Ausführen der ersten Betätigungshandlung
(311) greifbar ist, und/oder beim Überführen (303) in den zweiten Notfallzustand (E2)
in eine Freigabeposition (110.3) bewegt wird, in welcher das Notbetätigungselement
(40) zum Ausführen der zweiten Betätigungshandlung (312) greifbar ist.
15. Verfahren (300) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass, insbesondere in Abhängigkeit von dem Notfall, eine Energieaufnahme (303.1) von elektrischer
Energie zur Bereitstellung der elektrischen Energie für die Betätigungseinheit (100)
und/oder die Kopplungseinheit (10) erfolgt,
und/oder dass, insbesondere in Abhängigkeit von dem Notfall, ein Authentifizierungsvorgang
zur Benutzerauthentifizierung durchgeführt wird, wobei die Energieaufnahme (303.1)
durch den Energiespeicher (23), der Zustandswechsel der Kopplungseinheit (10) und/oder
die Bewegung des Deckelementes (110) in die Griffposition (110.1) und/oder in die
Freigabeposition (110.3) in Abhängigkeit von dem Authentifizierungsvorgang erfolgt,
und/oder dass, insbesondere in Abhängigkeit von dem Notfall, eine anzusteuernde Schnittstelle
(201, 202) des Öffnungsmechanismus (200) bestimmt wird, insbesondere indem der Zustandswechsel
der Kopplungseinheit (10) und/oder die Bewegung des Deckelementes in die Griffposition
(110.1) und/oder in die Freigabeposition (110.3) erfolgt.