[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft eine Audiovorrichtung für ein Fahrzeug und eine
Gruppe von Fahrzeugen eines Modelltyps umfassend die Audiovorrichtung.
[0002] Audiovorrichtungen in Fahrzeugen dienen allgemein zur Verarbeitung und Ausgabe von
Audiosignalen und können verschiedenen Funktionen dienen.
[0003] Derartige Audiovorrichtungen umfassen typischerweise mechanische und elektromechanische
Komponenten, beispielsweise Bedienelemente, die vom Fahrer oder anderen Insassen des
Fahrzeugs betätigt werden können, Audiosignalquellen wie Musikwiedergabegeräte, Radioempfänger
oder Navigationssysteme, Eingabeeinheiten wie Mikrofone und Ausgabeeinheiten wie Lautsprecher.
[0004] Eine Audiovorrichtung kann beispielsweise ein Fahrzeugradio und/oder ein Infotainmentsystem
und eine Vielzahl von Lautsprechern umfassen.
[0005] Zudem werden zunehmend Notrufsysteme für Fahrzeuge entwickelt, z.B. ein sog. "eCall-System".
[0006] Bei einem eCall-System, Kurzform für emergency Call, handelt es sich um ein von der
Europäischen Union geplantes automatisches Notrufsystem für Fahrzeuge, das zukünftig
verpflichtend in alle neuen Fahrzeugmodellen und leichten Nutzfahrzeugen eingebaut
werden muss.
[0007] Für ein eCall-System sind in einem Fahrzeug entsprechende Vorrichtungen installiert,
die automatisch einen Verkehrsunfall eines ausgerüsteten Fahrzeugs an die einheitliche
europäische Notrufnummer 112 melden können und so durch die rascher initiierten Rettungsmaßnahmen
helfen sollen, die Zahl der Verkehrstoten zu senken und die Schwere von Verletzungen
im Straßenverkehr zu reduzieren.
[0008] Bei einem derartigen eCall-System werden beispielweise Audionachrichten von einem
Fahrer oder anderen Fahrzeuginsassen, zum Beispiel über ein Mikrofon aufgezeichnet
und an eine Notrufzentrale gesendet. Von der Notrufzentrale empfangene Audionachrichten
werden über einen oder mehrere Lautsprecher des eCall-Systems, die im Fahrzeug verbaut
sind, ausgegeben. So kann eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale hergestellt werden.
[0009] Im Fahrzeug müssen somit bestimmte Komponenten vorhanden sein, um ein entsprechendes
eCall-System zu implementieren.
[0010] Insbesondere müssen Komponenten zur drahtlosen Kommunikation zwischen dem Fahrer
oder anderen Insassen des Fahrzeugs und einer Notrufzentrale zur Verfügung stehen.
Um eine derartige Kommunikation zwischen einem Fahrzeug und weiteren externen Kommunikationsvorrichtungen,
z.B. der Notrufzentrale, zu realisieren, sind verschiedene Verfahren und Vorrichtungen
bekannt. Manche davon laufen unter dem Begriff "Telematik".
[0011] Die
DE 10 2014 100 084 A1 offenbart beispielsweise ein Verfahren und ein System zum Aufbauen einer kurzreichweitigen
drahtlosen Kommunikation zwischen einer tragbaren Kommunikationsvorrichtung und einer
Fahrzeugtelematikeinheit. Die Telematikeinheit kann dann eine Verbindung z.B. zu einer
Notrufzentrale aufbauen.
[0012] Allgemein wird eine derartige Telematikeinheit beispielsweise an einer Scheibe des
Fahrzeugs befestigt und verfügt über verschiedene Module, wie beispielsweise ein GPS-Modul
zur Satellitenortung oder ein Mobilfunkmodul für die europaweite Datenübertragung.
Positionsdaten des Fahrzeugs werden beispielsweise über eine Mobilfunkverbindung an
einen Server gesendet und dort ausgewertet. Tragbare Kommunikationsvorrichtungen können
beispielsweise Smartphones und andere mobile Vorrichtungen sein.
[0013] Das in der
DE 10 2012 205 358 A1 offenbarte Verfahren und System stellt eine drahtlose Konfiguration eines mit Telematikdienstabieter
ausgestatteten Fahrzeugs durch Mobilfunkanbieter und Telematikdienstanbieter bereit.
[0015] Die oben zitierten Druckschriften offenbaren also Verfahren und Systeme für die drahtlose
Kommunikation zwischen einem Fahrzeug und weiteren Kommunikationsvorrichtungen, wie
beispielsweise mobilen Einrichtungen, über die Funktionen in einem Fahrzeug angesteuert
werden können. Derartige Techniken können auch zur Verbindung mit einer Notrufzentrale
verwendet werden.
[0016] Herkömmlicherweise sind Audiovorrichtungen und Notrufsysteme in Fahrzeugen getrennt
implementiert. Eine derartige Implementierung gemäß dem Stand der Technik ist in FIG.
1 dargestellt.
[0017] Eine Audiovorrichtung ist in FIG. 1 schematisch durch einen Audioverstärker 104 dargestellt.
Von dem Audioverstärker 104 ausgegebene Audiosignale werden von verschiedenen Lautsprechern
ausgegeben. Die Anzahl der Lautsprecher hängt dabei z.B. von einer Ausstattungsvariante
des Fahrzeugs ab. Als Beispiel ist ein sogenannter Center-Lautsprecher 105 dargestellt,
der mittig in der Schalttafel des Fahrzeugs verbaut sein kann. Der Audioverstärker
104 kann Audiosignale von verschiedenen Audiosignalquellen verstärken, z.B. von einer
Infotainmenteinrichtung. Diese stellt ein Medienangebot bereit, bei dem ein Nutzer
eines Fahrzeugs gezielt sowohl informiert als auch unterhalten werden kann. Eine derartige
Infotainmenteinrichtung kann beispielsweise ein Autoradio, ein Navigationsgerät, ein
Fahrzeuginformationssystem, einen CD- oder DVD-Player und dergleichen umfassen.
[0018] Zudem ist in FIG. 1 ein Notrufsystem implementiert, im dargestellten Beispiel mittels
einer OCU ("Online Connectivity Unit") 102. Die OCU 102 kann allgemein eine Verbindung
zwischen einem Fahrzeug und einem sogenannten "Back-End" ermöglichen.
[0019] Das Back-End kann beispielsweise ein, auf einem Server laufender Dienstleister sein,
der eine Kommunikation zum Fahrzeug über eine drahtlose Internetverbindung ermöglicht.
Eine Vernetzung von verschiedenen Fahrzeugen über das Back-End ist ebenfalls möglich.
[0020] Die Kommunikation kann dabei über eine Sende- und Empfangseinheit 101, die mit der
OCU 102 gekoppelt ist, erfolgen.
[0021] Die OCU 102 kann z.B. über ein Mobilfunknetz wie oben beschrieben im Falle eines
Unfalls selbsttätig eine Verbindung zu einer Notrufzentrale herstellen und über ein
Mikrofon 101 sowie einen Lautsprecher 105 eine Sprechverbindung zu der Notrufzentrale
bereitstellen.
[0022] Aus Sicherheitsgründen muss dabei der Lautsprecher 105 an einem Platz eingebaut werden,
an dem ein Risiko einer Beschädigung bei einem Unfall gering ist. Da in einem Fahrzeug
schon viele andere Komponenten verbaut sind, ist es häufig nicht einfach, einen geeigneten
Platz für den Lautsprecher 105 zu finden. Teilweise wird der Lautsprecher 105 in zentralen
Positionen, z.B. in Aschenbechern oder Klimageräten verbaut, was teilweise aufwändig
ist. Zur Installation des Lautsprechers im Aschenbecher ist beispielsweise dessen
Deckel abnehmbar. Anstatt dem Deckel im Aschenbecher ist dann oben ein entsprechender
Lautsprecher integriert.
[0023] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Lösung bereitzustellen,
die es ermöglichen, Notrufmeldungen, mit einem geringen Implementierungsaufwand in
einem Fahrzeug zu empfangen und auszugeben.
[0024] Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung mit einer Gruppe von Fahrzeugen
eines Modelltyps nach Anspruch 1 sowie einem Verfahren nach Anspruch 9 gelöst. Die
Unteransprüche definieren weitere Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung.
[0025] Die erfindungsgemäße Gruppe von Fahrzeugen eines Modelltyps umfasst danach mindestens
ein Fahrzeug mit einem zentralen Lautsprecher und einer Audiovorrichtung, und mindestens
ein weiteres Fahrzeug, bei dem an der Position des zentralen Lautsprechers des mindestens
einen Fahrzeugs ein Lautsprecher nur zur Ausgabe von Notrufmeldungen bereitgestellt
ist. Sowohl das mindestens eine Fahrzeug als auch das mindestens eine weitere Fahrzeug
besitzen eine Steuereinrichtung, welche für das mindestens eine Fahrzeug und für das
mindestens eine weitere Fahrzeug verwendbar ist, indem die Steuereinrichtung Notrufmeldungen
immer an einem bestimmten Ausgang aus-gibt, welcher mit der Position verbunden ist.
[0026] Vorzugsweise ist der zentrale Lautsprecher ein Center-Lautsprecher einer Lautsprecheranlage,
welche noch weitere Lautsprecher umfasst, d.h. der zentrale Lautsprecher ist vorzugsweise
in der Mitte der Schalttafel eines Fahrzeugs verbaut. Aufgrund der mittigen Anordnung
im Fahrzeug kann das vom zentralen Lautsprecher ausgegebene Audiosignal von einer
links und einer rechts vom zentralen Lautsprecher sitzenden Personen gleichermaßen
wahrgenommen werden. Alternativ kann der zentrale Lautsprecher auch im Innenspiegel
eines Fahrzeugs verbaut sein.
[0027] Die zentrale Position des zentralen Lautsprechers im Fahrzeug, d.h. der vorgegebene
Mindestabstand zu den Seiten, der Front und dem Heck verringert das Risiko, dass dieser
bei einem Verkehrsunfall zerstört wird, im Gegensatz zu Lautsprechern, die beispielsweise
in den Fahrzeugtüren verbaut sind. Diese Lautsprecher können z.B. nach einem Seitenunfall
des Fahrzeugs durch den Aufprall zerstört werden und nicht mehr funktionsfähig sein.
Beispielsweise umfasst die Audiovorrichtung für ein Fahrzeug einen (d.h. mindestens
einen) in einem vorgegebenen Mindestabstand zu den Seiten, der Front und des Hecks
des Fahrzeugs anzuordnenden, zentralen Lautsprecher und eine Steuerungseinrichtung.
Hierfür kann der vorgegebene Mindestabstand z.B. mindestens 20 cm oder mindestens
50 cm betragen. Bevorzugt ist der zentrale Lautsprecher auf oder nahe bei einer Mittelebene
des Fahrzeugs zwischen linker und rechter Seite angeordnet.
[0028] Die Nutzung des zentralen Lautsprechers, sowohl zur Ausgabe von Notrufmeldungen in
der zweiten Betriebsart und zur Ausgabe von Audiosignalen der Audiosignalquellen in
der ersten Betriebsart, minimiert den Aufwand des Einbaus und der Umsetzung der erfindungsgemäßen
Audiovorrichtung. Es werden keine zusätzlichen Lautsprecher und Halterungen, sowie
zusätzlicher Bauraum im Fahrzeug benötigt. Insbesondere kann ein ohnehin für die Ausgabe
der Audiosignale bereitgestellter Lautsprecher zudem für die Ausgabe der Notrufmeldungen
verwendet werden. Darüber hinaus ist der Leitungsaufwand geringer. Zur Herstellung
der Audiovorrichtung wird zudem eine geringe Fertigungszeit benötigt.
[0029] Indem der Notruflautsprecher bei Fahrzeugen, die nicht über einen zentralen Lautsprecher
eines Lautsprechersystems zur Ausgabe von Audiosignalen verfügen, an der gleichen
Position verbaut ist wie der zentrale Lautsprecher, werden also Notrufmeldungen bei
allen Fahrzeugen an der gleichen Lautsprecherposition ausgegeben. Dies erleichtert
z.B. die Verkabelung. Zudem kann auch eine Steuerungseinrichtung, beispielsweise die
oben erwähnte OCU so eingerichtet sein, dass sie für beide Konfigurationen (zentraler
Lautsprecher oder spezieller Notruflautsprecher) verwendbar ist, indem beispielsweise
Notrufmeldungen immer an einem bestimmten Ausgang ausgegeben werden, welche dann mit
der entsprechenden Lautsprecherposition verkabelt ist. Auf diese Weise können Fahrzeuge
mit verschiedenen Ausstattungen mit vergleichsweise geringem Aufwand realisiert werden.
[0030] Somit ergibt sich dann für Gruppen von Fahrzeugen eines Modelltyps, dass bei manchen
Fahrzeugen, bei denen ein zentraler Lautsprecher vorhanden ist, dieser zur Ausgabe
von Notrufmeldungen eingesetzt wird, wie oben ausführlich erläutert. Bei anderen Fahrzeugen
der Gruppe, welche hinsichtlich des Audiosystems eine einfachere Ausstattung aufweisen,
ist an der Position des zentralen Lautsprechers ein spezieller Notruflautsprecher
verbaut.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgeschlagen, dass die Steuerungseinrichtung
des mindestens einen Fahrzeugs eingerichtet ist, in einem ersten Betriebszustand ein
Audiosignal einer Audiosignalquelle an den zentralen Lautsprecher auszugeben und in
einem zweiten Betriebszustand ein Zuführen des Audiosignals an den zentralen Lautsprecher
zu unterbrechen. Von einer Notrufzentrale empfangene Notrufmeldungen werden an den
zentralen Lautsprecher weitergeleitet. Die Steuerungseinrichtung des mindestens einen
Fahrzeugs ist eingerichtet, in den zweiten Betriebszustand zu wechseln, wenn ein Notrufsignal
von dem Fahrzeug an die Notrufzentrale gesendet wird.
[0032] Die Steuerungseinrichtung gibt in einem ersten Betriebszustand ein Audiosignal einer
Audiosignalquelle an den zentralen Lautsprecher aus und unterbricht in einem zweiten
Betriebszustand ein Zuführen des Audiosignals an den zentralen Lautsprecher.
[0033] Die Steuerungseinrichtung leitet zudem in dem zweiten Betriebszustand von einer Notrufzentrale
empfangene Notrufmeldungen an den zentralen Lautsprecher weiter und kann in den zweiten
Betriebszustand wechseln, wenn ein Notrufsignal von dem Fahrzeug an die Notrufzentrale
gesendet wird.
[0034] Vorzugsweise kann die Steuerungsvorrichtung zudem über eine eigene Batterie mit Strom
versorgt werden und daher nach einem Verkehrsunfall nach wie vor aktiv sein und ein
Weiterleiten der Notrufmeldungen an den zentralen Lautsprecher ermöglichen, selbst
wenn nach einem Verkehrsunfall die zentrale Stromversorgung des Fahrzeugs defekt sein
sollte.
[0035] In dem ersten Betriebszustand ist es also so, dass Audiosignale einer Audiosignalquelle,
die beispielsweise ein Fahrzeugradio, ein Infotainmentsystem oder eine Freisprecheinrichtung
sein können, an den zentralen Lautsprecher im Fahrzeug ausgegeben werden.
[0036] Der zweite Betriebszustand wird demgegenüber angenommen, wenn ein Notrufsignal z.B.
nach einem Verkehrsunfall des Fahrzeugs von dem Fahrzeug gesendet wurde. Ein derartiges
Notrufsignal kann beispielsweise durch ein eCall-System wie eingangs erwähnt erzeugt
werden. Der zentrale Lautsprecher übernimmt in dem zweiten Betriebszustand dann die
Funktion, von einer Notrufzentrale eingehende Notrufmeldungen auszugeben. Die oben
erwähnten Audiosignale werden dann in diesem zweiten Betriebszustand nicht mehr über
den zentralen Lautsprecher ausgegeben.
[0037] Von der Notrufzentrale empfangene Notrufmeldungen werden somit gegenüber anderen
Audiosignalen priorisiert behandelt und selbsttätig über den zentralen Lautsprecher
im Fahrzeug ausgegeben, so dass sie von Insassen des Fahrzeugs in gleichem Maße wahrgenommen
werden können. Unter Notrufmeldungen sind dabei allgemein Meldungen, insbesondere
Sprachnachrichten, zu verstehen, die die Notrufzentrale an das Fahrzeug sendet. Diese
selbsttätige Priorisierung von Notrufmeldungen ist vor allem dann vorteilhaft, wenn
nach einem Verkehrsunfall beispielsweise der Fahrer des Fahrzeugs nicht mehr in der
Lage ist, manuell Funktionen im Fahrzeug einzustellen, damit Notrufmeldungen von der
Notrufzentrale empfangen werden können.
[0038] Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Freisprecheinrichtung löst das Notrufsignal den
Wechsel in die zweite Betriebsart aus. Zudem wird im Gegensatz zu einer herkömmlichen
Freisprecheinrichtung ein zentraler Lautsprecher für die Ausgabe der Notrufmeldungen
verwendet.
[0039] Die Steuerungseinrichtung kann über Mittel zur drahtlosen Kommunikation mit der Notrufzentrale
verfügen, so dass die Steuerungseinrichtung das Notrufsignal an die Notrufzentrale
senden kann. Dies kann beispielsweise dann erfolgen, wenn über Sensoren des Fahrzeugs
eine Unfallsituation erfasst wird. Ausgelöst werden diese Notrufsignale beispielsweise
über Crash-Sensoren, wie z.B. Sensoren eines Airbags, die einen Unfall registrieren
wenn der Airbag ausgelöst wurde. Auf Wunsch ist eine manuelle Auslösung, beispielsweise
per Taste möglich.
[0040] Gegenüber Freisprecheinrichtungen, über die ebenfalls Audiosignale gesendet und empfangen
werden können, wird in diesem Fall keine zusätzliche aktive Telefoneinheit (z.B. ein
Handy) benötigt, deren Kopplung mit der Freisprechanlage im Falle eines Verkehrsunfalls
gestört sein kann.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform kann die Audiovorrichtung ein Mikrofon umfassen. Die
Steuerungseinrichtung kann in dem zweiten Betriebszustand ein von dem Mikrofon erzeugtes
Signal an eine Notrufzentrale weiterleiten.
[0042] Über das Mikrofon wird es den Nutzern des Fahrzeugs insbesondere ermöglicht mit der
Notrufzentrale zu kommunizieren. Die Personen im Fahrzeug müssen dann nicht manuell
ein Mikrofon aktivieren, dieses geschieht mittels der erfindungsgemäßen Audiovorrichtung
selbsttätig.
[0043] Zusammen mit den bereits erwähnten Notrufmeldungen, die mittels der erfindungsgemäßen
Audiovorrichtung selbsttätig über den zentralen Lautsprecher ausgegeben werden, wird
somit eine Kommunikation zwischen Fahrzeuginsassen und Notrufzentrale ermöglicht.
Im Falle eines Verkehrsunfalls kann somit selbsttätig ein Notrufsignal an eine Notrufzentrale,
z.B. an eine Verarbeitungseinrichtung der Notrufzentrale gesendet werden, beispielsweise
eines in der Steuerungseinrichtung implementierten eCall-Systems. Dieses eCall-System
sendet selbsttätig z.B. Informationen über den Standort des Fahrzeugs und evtl. Schadensmeldungen
an die externe Verarbeitungseinrichtung.
[0044] Die Notrufzentrale erhält dadurch automatisch eine genaue Standortmeldung des Fahrzeuges
und kann über den zentralen Lautsprecher, der in der erfindungsgemäßen Audiovorrichtung
integriert ist, mit den Nutzern des Fahrzeugs kommunizieren. Außerdem kann die Notrufzentrale
damit weitere Informationen über die Schwere des Verkehrsunfalls erhalten.
[0045] Gemäß einer Ausführungsform kann die Audiovorrichtung die Audiosignalquelle umfassen.
Die Audiosignalquelle kann einen Verstärker und/oder ein Infotainmentsystem umfassen.
So kann der zentrale Lautsprecher für eine Vielzahl verschiedener Audiosignalquellen
verwendet werden.
[0046] Gemäß einer Ausführungsform kann die Steuerungseinrichtung die von der Notrufzentrale
empfangene Notrufmeldung an einen Notruflautsprecher senden, wenn kein zentraler Lautsprecher,
der zur Ausgabe von Audiosignalen von Audiosignalquellen bestimmt ist, in dem Fahrzeug
eingebaut ist.
[0047] Fahrzeuge werden häufig in verschiedenen Ausstattungsvarianten, insbesondere auch
mit verschiedenen Lautsprecherkonfigurationen, angeboten. Im Falle eines einfachen
Lautsprechersystems, bei dem kein zentraler Lautsprecher im Fahrzeug eingebaut ist,
sondern z.B. ein Seitenlautsprecher, kann ein einfacher Notruflautsprecher verbaut
werden. Dieser Notruflautsprecher kann dabei in vorteilhafter Weise an derselben Position
im Fahrzeug eingebaut werden. Die Steuerungseinrichtung kann für beide Alternativen
(zentraler Lautsprecher und Notruflautsprecher) vorbereitet sein, so dass eine Steuerungseinrichtung
für verschiedene Ausstattungsvarianten verwendet werden kann.
[0048] Audiosignale, die über einen Verstärker eines im Fahrzeug integrierten Audiosystems
empfangen werden, können sowohl für den Fahrer des Fahrzeugs als auch für andere Nutzer
des Fahrzeugs in gleichem Maße und in gleicher Qualität über den zentralen Lautsprecher
ausgegeben werden. Der Verstärker kann also beispielsweise in einem Audiosystem integriert
sein und als Audioverstärker verwendet werden. Die davon ausgehenden Audiosignale
werden automatisch über die Steuerungseinrichtung an den zentralen Lautsprecher gesendet.
[0049] Ebenfalls können Audiosignale einer Infotainmenteinrichtung über die Steuerungseinrichtung
an den zentralen Lautsprecher weitergeleitet werden und entsprechend priorisiert werden,
zumindest in Abhängigkeit zu welchem Zeitpunkt, welches Audiosignal benötigt wird.
[0050] Darüber hinaus werden keine weiteren Komponenten im Fahrzeug benötigt, beispielsweise
weitere Lautsprecher, die diese Audiosignale ausgeben können.
[0051] Ein entsprechendes erfindungsgemäßes Verfahren zur Steuerung einer Audiovorrichtung
in einem Fahrzeug kann ein Ausgeben eines Audiosignals einer Audiosignalquelle an
einen zentralen Lautsprecher in einem ersten Betriebszustand umfassen.
[0052] Das Verfahren kann weiter ein Wechseln von dem ersten Betriebszustand in einen zweiten
Betriebszustand umfassen, wenn ein Notrufsignal von dem Fahrzeug an eine Notrufzentrale
gesendet wird.
[0053] Darüber hinaus kann das Verfahren ein Unterbrechen eines Zuführens des Audiosignals
an den zentralen Lautsprecher in einem zweiten Betriebszustand umfassen, sowie ein
Weiterleiten von der Notrufzentrale empfangene Notrufmeldungen an den zentralen Lautsprecher
in dem zweiten Betriebszustand.
[0054] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung einer Audiovorrichtung weist dieselben
Vorteile auf wie die oben diskutierte Audiovorrichtung.
[0055] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren weiter ein Weiterleiten ein von einem
Mikrofon erzeugtes Signal an eine Notrufzentrale in dem zweiten Betriebszustand umfassen.
[0056] Die sich im Fahrzeug befindende Person muss nach einem Verkehrsunfall, das heißt
in dem zweiten Betriebszustand, nicht manuell ein Mikrofon aktivieren, um mit der
Notrufzentrale zu kommunizieren. Mittels dem erfindungsgemäßen Verfahren kann dies
automatisch erfolgen.
[0057] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren weiter ein Ausgeben von der Notrufzentrale
empfangener Notrufmeldung über einen Notruflautsprecher umfassen, wenn kein zentraler
Lautsprecher in dem Fahrzeug eingebaut ist. Hier kann ähnlich wie für die Audiovorrichtung
eine Anpassung an verschiedene Ausstattungen eines Fahrzeugs erfolgen.
[0058] Gemäß einer Ausführungsform kann ein Fahrzeug eine Audiovorrichtung und einen zentralen
Lautsprecher umfassen. Der vorgegebene Abstand des zentralen Lautsprechers, das heißt
der eingangs erwähnte Mindestabstand zu den Seiten, der Front und des Hecks des Fahrzeugs,
kann mindestens 20 cm oder auch mindestens 50 cm betragen.
[0059] Aufgrund der so definierten zentralen Einbauposition des zentralen Lautsprechers
im Fahrzeug können insbesondere Notrufmeldungen von allen Personen im Fahrzeug gleichermaßen
wahrgenommen werden.
[0060] Die Einbauposition mit dem Mindestabstand von 20 cm, beispielsweise in der Schalttafel
des Fahrzeugs, verhindert zudem, dass der zentrale Lautsprecher während eines Verkehrsunfalls
beschädigt wird, da er in dieser zentralen Position relativ gut vor äußeren Einflüssen
geschützt ist. Andere Lautsprecher, die wie oben bereits erwähnt beispielsweise in
der Fahrzeugtür verbaut sein können, weisen einen geringeren Schutz auf. Diese Lautsprecher
können leicht zerstört werden, wenn ein Seitenaufprall bei einem Unfall vorliegt oder
sich das Fahrzeug beispielsweise überschlägt und die Fahrzeugtür zusammengedrückt
wird.
[0061] Der Einbau eines Lautsprechers, der nur zur Ausgabe von Notrufmeldungen bereitgestellt
wird bietet bei Fahrzeugen mit einfacher Ausstattung eine kostengünstigere Alternative
zu einer Audiovorrichtung mit zentralem Lautsprecher für Audiosignale. Durch die gleiche
Einbauposition des Notruflautsprechers und des zentralen Lautsprechers bei allen Fahrzeugen
kann abgesehen von den Lautsprechern ansonsten im Wesentlichen die gleiche Konfiguration,
z.B. Verkabelung, verwendet werden, was die Serienfertigung erleichtert.
[0062] Der Einbau der erfindungsgemäßen Audiovorrichtung kann somit standardisiert erfolgen,
also ein vereinfachter Einbau am Fließband, ohne das speziell für Fahrzeuge angepasste
Lösungen bereitgestellt werden müssen.
[0063] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
im Detail beschrieben.
- FIG. 1
- zeigt eine Audiovorrichtung gemäß dem Stand der Technik.
- FIG. 2
- zeigt eine Audiovorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
- FIG. 3
- zeigt eine Audiovorrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung.
- FIG. 4
- zeigt eine Audiovorrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung.
- FIG. 5
- zeigt ein Verfahren gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- FIG. 6
- zeigt ein Fahrzeug gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0064] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen detailliert erläutert. Diese Ausführungsbeispiele
stellen nur Beispiele dar und sind nicht als einschränkend auszulegen. Während beispielsweise
die Ausführungsbeispiele derart beschrieben werden, dass sie eine Vielzahl von Merkmalen
und Elementen umfassen, so können einige dieser Merkmale in anderen Ausführungsbeispielen
weggelassen und/oder durch alternative Merkmale oder Elemente ersetzt werden. In anderen
Ausführungsbeispielen können zusätzliche oder alternativ zusätzliche Merkmale oder
Elemente neben den explizit beschriebenen bereitgestellt werden. Es können Varianten
oder Modifikationen, die sich auf ein oder mehrere Ausführungsbeispiele beziehen,
auch auf andere Ausführungsbeispiele angewandt werden, sofern nichts anderes angegeben
ist.
[0065] FIG. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Audiovorrichtung 201 gemäß einem Ausführungsbeispiel,
in der einige Grundprinzipien einer erfindungsgemäßen Audiovorrichtung erläutert werden.
[0066] Die in FIG. 2 gezeigte Audiovorrichtung 201 umfasst dabei einen zentralen Lautsprecher
202, der in einem Fahrzeug verbaut ist. Der zentrale Lautsprecher 202 ist dabei in
einem vorgegebenen Mindestabstand zu den Seiten, der Front und dem Heck des Fahrzeugs
verbaut. Der vorgegebene Mindestabstand kann z.B. größer oder gleich 20 cm, bevorzugt
größer oder gleich 50 cm sein. Durch einen derartigen Mindestabstand sinkt ein Risiko
einer Beschädigung des Lautsprechers bei Unfällen. Es kann auch mehr als ein derartiger
zentraler Lautsprecher bereitgestellt sein.
[0067] Die mittels des zentralen Lautsprechers 202 ausgegebenen Audiosignale werden aufgrund
der mittigen Einbauposition im Fahrzeug von allen Personen im Fahrzeug gleichermaßen
gut wahrgenommen.
[0068] Bevorzugt ist der zentrale Lautsprecher 202 ein sogenannter Center-Lautsprecher einer
Lautsprecheranlage, die noch weitere Lautsprecher, z.B. seitliche Lautsprecher, umfassen
kann.
[0069] Der hier verwendete zentrale Lautsprecher 202 hat beispielsweise eine Leistung von
20 Watt und eine Impedanz von 4 bis 8 Ohm.
[0070] Über den zentralen Lautsprecher 202 werden bei dem Ausführungsbeispiel der FIG. 1
eine Vielzahl von Audiosignalen 205 ausgegeben. Solche Audiosignale 205 werden in
einem ersten Betriebszustand über eine Steuerungseinrichtung 203 z.B. von einem Verstärker
der Audiovorrichtung oder anderen Komponente an den zentralen Lautsprecher 202 übermittelt
werden und dann entsprechend für die Insassen des Fahrzeugs akustisch ausgegeben werden.
Derartige Audiosignale 205 können von verschiedenen Audiosignalquellen erzeugt werden,
z.B. von einem Infotainmentsystem, einer Freisprecheinrichtung, einem Navigationssystem,
einem Autoradio oder dergleichen.
[0071] Die Steuerungseinrichtung 203 ist bei dem Ausführungsbeispiel der FIG. 1 zudem als
Notfallerfassungsvorrichtung ausgestaltet, z.B. als eCall-System wie eingangs beschrieben.
[0072] Wenn beispielsweise ein Verkehrsunfall erfasst wird, wird von der Steuerungseinrichtung
203 selbsttätig ein Notrufsignal an die in FIG. 2 gezeigte externe Verarbeitungseinrichtung
204 gesendet.
[0073] Diese externe Verarbeitungseinrichtung 204 kann zum Beispiel eine Notrufzentrale
sein. Die Steuerungseinrichtung 203 sendet dann mittels der in Europa standardisierten
Notrufnummer 112 das Notrufsignal. Die Notrufzentrale empfängt das vom Fahrzeug aus
gesendete Notrufsignal.
[0074] Bei dem Senden des Notrufsignals wechselt die Audiovorrichtung 201 von dem oben erläuterten
ersten Betriebszustand, in dem die Audiosignale 205 über den zentralen Lautsprecher
202 ausgegeben werden, in einen zweiten Betriebszustand.
[0075] In dem zweiten Betriebszustand wird eine Ausgabe der Audiosignale 205 auf dem zentralen
Lautsprecher 202 unterbrochen. Stattdessen werden in dem zweiten Betriebszustand nur
von der externen Verarbeitungseinrichtung 204, z.B. der Notrufzentrale, empfangene
Notrufmeldungen über die Steuerungseinrichtung 203 an den zentralen Lautsprecher 202
ausgegeben.
[0076] Die in FIG. 2 gezeigte Steuerungseinrichtung 203 verhindert somit, dass ein Audiosignal
205, das nicht einer Notrufmeldung entspricht, an den zentralen Lautsprecher 202 weitergeleitet
wird, wenn ein Notrufsignal gesendet wurde. Die Steuerungseinrichtung 203 sperrt also
alle Audiokanäle, über die die Audiosignale 205 empfangen werden, damit nur von der
externen Verarbeitungseinrichtung 204 eingehende Notrufmeldungen über den zentralen
Lautsprecher 202 ausgegeben werden können. Diese eingehenden Notrufmeldungen werden
dann direkt über die Steuerungseinrichtung 203 an den zentralen Lautsprecher 202 gesendet.
[0077] FIG. 3 zeigt ein detaillierteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Audiovorrichtung,
die verglichen mit FIG. 2 zusätzliche Einzelheiten und Details zeigt. Das Ausführungsbeispiel
der FIG. 3 ermöglicht zudem einen guten Vergleich mit dem in FIG. 1 dargestellten
Stand der Technik.
[0078] Zum leichteren Vergleichen mit der FIG. 1 weisen einander entsprechende Elemente
in den FIG. 1 und 3 die gleichen Bezugszeichen auf.
[0079] Bei dem Ausführungsbeispiel der FIG. 3 ist eine Steuereinrichtung in Form einer Online
Connectivity Unit (OCU) 102 bereitgestellt. Die OCU 102 kann mittels einer Sende-/
Empfangseinrichtung 101 über ein Netzwerk beispielsweise mit einer Notrufzentrale
kommunizieren. Zudem empfängt die OCU 102 Signale von einem Audioverstärker 104, welcher
wie bereits erläutert stellvertretend für verschiedene Audiosignalquellen in einem
Fahrzeug stehen kann und Audiosignale an die OCU 102 sendet.
[0080] In einem ersten Betriebszustand leitet die OCU 102 Audiosignale von dem Audioverstärker
104 an einen Center-Lautsprecher 105 weiter. Der Center-Lautsprecher 105 ist dabei
bei dem Ausführungsbeispiel der FIG. 3 ein Center-Lautsprecher einer Lautsprecheranordnung,
welche noch weitere Lautsprecher, beispielsweise Seitenlautsprecher, umfassen kann.
Der Center-Lautsprecher 105 ist z.B. in der Mitte der Schalttafel des Fahrzeugs verbaut.
Alternativ ist ein Einbau im Innenspiegel des Fahrzeugs möglich.
[0081] Die OCU 102 dient zudem als Notrufsystem, beispielsweise eCall-System. Wenn ein Notfall
wie ein Verkehrsunfall erfasst wird, sendet die OCU 102 ein Notsignal über die Sende-/Empfangseinrichtung
101 an eine Notrufzentrale, beispielsweise über ein Mobilfunknetz unter Benutzung
einer Rettungsnotrufnummer. Mit dem Senden des Notrufsignals wechselt die OCU in einen
zweiten Betriebszustand. In dem zweiten Betriebszustand werden Audiosignale von dem
Audioverstärker 104 blockiert und nicht an den Center-Lautsprecher 105 weitergeleitet.
Stattdessen werden über die Sende-/Empfangseinrichtung 101 von der Notrufzentrale
empfangene Notrufmeldungen über den Center-Lautsprecher 105 ausgegeben. Zudem werden
- wie bereits unter Bezugnahme auf FIG. 1 erläutert - über ein Mikrofon 100 aufgezeichnete
Sprachsignale an die Notrufzentrale geschickt. Somit wird in dem zweiten Betriebszustand
eine bidirektionale Kommunikation mit der Notrufzentrale ermöglicht.
[0082] Indem der Center-Lautsprecher 105 sowohl in dem ersten Betriebszustand für die Audiowiedergabe
als auch in dem zweiten Betriebszustand für die Ausgabe von Notrufmeldungen verwendet
wird, ist kein zusätzlicher Notruflautsprecher nötig. Dies erleichtert den Einbau.
[0083] Die OCU 102 verfügt dabei beispielsweise über getrennte Eingänge für Audiosignale
von dem Audioverstärker 104 und Audiosignale von dem Mikrofon 100 sowie eine Verbindung
zu der Sende-/Empfangseinrichtung 101, die auch in der OCU 102 integriert sein kann.
Ein Leitungsquerschnitt von Leitungen der OCU 102 zu dem zentralen Lautsprecher 105
kann dabei ein 1 mm
2 oder mehr betragen, um auch Audiosignale höherer Leistung ausgeben zu können.
[0084] FIG. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Audiovorrichtung,
welches auf dem Ausführungsbeispiel der FIG. 3 basiert.
[0085] Bei dem Ausführungsbeispiel der FIG. 4 dient eine OCU 403 als Steuerungseinrichtung,
welche im Wesentlichen Funktionen wie bereits für die OCU 102 der Fig. 3 beschrieben
aufweist. In einem ersten Betriebszustand verbindet die OCU 403 einen Audioverstärker
405, welcher Audiosignale verschiedener Signalquellen ausgeben kann, mit einem Center-Lautsprecher
404. In dem ersten Betriebszustand werden also derartige Audiosignale auf dem Center-Lautsprecher
404 ausgegeben.
[0086] Derartige Audiosignale können dem Audioverstärker 405 beispielsweise von einer Infotainmenteinrichtung
zugeführt werden. Als Beispiel hierfür ist in FIG: 4 ein sogenannter modularer Infotainment
Baukasten (MIB) 402 gezeigt. Ein derartiger modularer Infotainment-Baukasten ist ein
System, bei welchem je nach Ausstattungsgrad eines Fahrzeuges verschiedene Komponenten,
beispielsweise Autoradio, Freisprechanlage, CD-Player, Navigationssystem und dergleichen
realisiert sein können. Die Verbindung zwischen dem modularen Infotainment-Baukasten
402 und dem Audioverstärker 405 ist in FIG: 4 nicht explizit dargestellt.
[0087] Zudem kann die OCU 403 in der ersten Betriebsart mit einem Mikrofon 400 aufgezeichnete
Sprachnachrichten dem modularen Infotainment-Baukasten 402 zuführen. Dies kann beispielsweise
in dem ersten Betriebszustand zur Sprachsteuerung des modularen Infotainment-Baukastens
oder zur Implementierung einer Freisprecheinrichtung für ein Mobiltelefon dienen.
[0088] Schließlich kann die OCU 403 in dem ersten Betriebszustand mittels einer Sende-/
Empfangseinrichtung 401 Signale mit externen Einrichtungen austauschen. Beispielsweise
kann über ein Mobilfunknetz eine Verbindung zum Internet hergestellt werden, und Informationen
aus dem Internet können bezogen werden und beispielsweise dem modularen Infotainment-Baukasten
402 zur Anzeige zugeführt werden.
[0089] Die OCU 403 kann zudem einen Notfallzustand des Fahrzeugs, beispielsweise einen Verkehrsunfall,
erfassen. Dies kann in herkömmlicher Weise wie für eCall-Systeme bekannt geschehen,
beispielsweise durch Auswertung von Sensoren wie Beschleunigungssensoren oder Airbag-Sensoren.
Wird ein derartiger Notfallzustand erfasst, sendet die OCU 403 über die Sende-/Empfangseinrichtung
401 ein Notfallsignal an eine Notrufzentrale und übermittelt dabei Daten wie bereits
beschrieben, beispielsweise die Position des Fahrzeugs. Zudem wird in dem zweiten
Betriebszustand das Weiterleiten von Signalen des Audioverstärkers 405 an den Center-Lautsprecher
404 unterbrochen. Stattdessen werden von der Notrufzentrale über die Sende-/Empfangseinrichtung
401 empfangenen Notrufmeldungen an den Center-Lautsprecher 404 ausgegeben, so dass
die Notrufzentrale zu Insassen des Fahrzeuges sprechen kann.
[0090] Zudem werden in dem zweiten Betriebszustand von dem Mikrofon 400 erfasste Sprachsignale
über die Sende-/Empfangseinrichtung an die Notrufzentrale geschickt. Somit kann eine
bidirektionale Sprechverbindung zu der Notrufzentrale hergestellt werden. In dem zweiten
Betriebszustand werden dabei derartige Sprachsignale bevorzugt nicht mehr zu dem modularen
Infotainment-Baukasten 402 übermittelt, da in einer Notrufsituation eine Reaktion
des modularen Infotainment-Baukastens auf irgendwelche Spracheingaben eher störend
und überflüssig sein kann.
[0091] In FIG. 5 wird ein Verfahren 500 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
gezeigt, das mit den in den FIG. 2-4 gezeigten Audiovorrichtungen ausgeführt werden
kann, aber nicht darauf beschränkt ist.
[0092] Im Schritt 501 des Verfahrens 500 der FIG. 5 erfolgt ein Ausgeben eines Audiosignals
einer Audiosignalquelle an einen zentralen Lautsprecher in einem ersten Betriebszustand.
[0093] Die Audiosignale werden beispielsweise von verschieden Audiosignalquellen, wie einer
Infotainmenteinrichtung oder einem Audioverstärker, empfangen und mittels einer Steuerungseinrichtung,
wie beispielsweise der in FIG. 2 gezeigten Steuerungseinrichtung 203, an einen zentralen
Lautsprecher wie den in FIG. 2 gezeigten zentralen Lautsprecher 202 ausgegeben.
[0094] Während des ersten Betriebszustands wird nun eine Notrufsituation erfasst und ein
Notrufsignal an eine Notrufzentrale gesendet.
[0095] Im Schritt 502 des Verfahrens 500 findet daraufhin ein Wechsel von dem ersten Betriebszustand
in einen zweiten Betriebszustand statt.
[0096] Im Schritt 503 des Verfahrens 500 erfolgt dann ein Unterbrechen eines Zuführens des
Audiosignals an den zentralen Lautsprecher in dem zweiten Betriebszustand.
[0097] Im Schritt 504 des Verfahrens 500 erfolgt außerdem ein Weiterleiten von der Notrufzentrale
empfangene Notrufmeldungen an den zentralen Lautsprecher.
[0098] Somit dient der zentrale Lautsprecher in dem ersten Betriebszustand zum Ausgeben
von Audiosignalen und in dem zweiten Betriebszustand zum Ausgeben von Notrufmeldungen,
wie bereits unter Bezugnahme auf die FIG. 2-4 erläutert. Details und Abwandlungen,
die für die FIG. 2-4 beschrieben wurden, können auch bei dem Verfahren der FIG. 5
angewendet werden und werden zur Vermeidung von Wiederholungen nicht nochmals erläutert.
[0099] Die diskutierten Audiovorrichtungen und Verfahren dienen zum Einsatz in Fahrzeugen.
[0100] Ein solches Fahrzeug 600 wird in FIG. 6 gezeigt. Dieses Fahrzeug umfasst eine erfindungsgemäße
Audiovorrichtung 601, die einen im Fahrzeug verbauten zentralen Lautsprecher 602 ansteuert.
Über diesen zentralen Lautsprecher 602 können Audiosignale der Audiovorrichtung ausgegeben
werden. Die Audiovorrichtung 601 kann wie unter Bezugnahme auf FIG. 2-4 erläutert
ausgestaltet sein. Wie in FIG. 6 ersichtlich ist der zentrale Lautsprecher 602 dabei
in einem Mindestabstand, z.B. größer 20 cm oder größer 50 cm, zu den Seiten und zu
Front und Heck des Fahrzeugs angeordnet.
[0101] Für den Fall, dass kein zentraler Lautsprecher eines Lautsprechersystems im Fahrzeug
zur Verfügung steht, können Notrufmeldungen über einen zusätzlich installierten Notruflautsprecher
ausgegeben werden. Dies kann beispielsweise bei Fahrzeugen mit relativ einfachen Ausstattungsvarianten
der Fall sein. Der Notruflautsprecher ist vorzugsweise an der gleichen Position im
Fahrzeug verbaut, wie der zentrale Lautsprecher des Lautsprechersystems. Dadurch werden
eingehende Notrufmeldungen, die z.B. von der Notrufzentrale gesendet werden von allen
Personen im Fahrzeug gleichermaßen gut wahrgenommen.
Bezugszeichenliste
[0102]
- 100
- Mikrofon
- 101
- Sende- und Empfangseinheit
- 102
- OCU
- 103
- Center/Klimagerät/Aschenbecher Lautsprecher
- 104
- Audioverstärker
- 105
- Center-Lautsprecher
- 201
- Audiovorrichtung
- 202
- zentraler Lautsprecher
- 203
- Steuerungseinrichtung
- 204
- externe Verarbeitungseinrichtung
- 205
- Audiosignale
- 400
- Mikrofon
- 401
- Sende- und Empfangseinheit
- 402
- MIB
- 403
- OCU
- 404
- zentraler Lautsprecher
- 405
- Audioverstärker
- 500
- Verfahren
- 501-504
- Verfahrensschritte
- 600
- Fahrzeug
- 601
- Audiovorrichtung
- 602
- zentraler Lautsprecher
1. Gruppe von Fahrzeugen eines Modelltyps, umfassend:
mindestens ein Fahrzeug mit einem zentralen Lautsprecher (202) und einer Audiovorrichtung
(201) , und
mindestens ein weiteres Fahrzeug, bei dem an der Position des zentralen Lautsprechers
(202) des mindestens einen Fahrzeugs ein Lautsprecher nur zur Ausgabe von Notrufmeldungen
bereitgestellt ist,
wobei sowohl das mindestens eine Fahrzeug als auch das mindestens eine weitere Fahrzeug
eine Steuereinrichtung (203) besitzen, welche für das mindestens eine Fahrzeug und
für das mindestens eine weitere Fahrzeug verwendbar ist, indem die Steuereinrichtung
(203) Notrufmeldungen immer an einem bestimmten Ausgang ausgibt, welcher mit der Position
verbunden ist.
2. Gruppe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zentrale Lautsprecher (202) ein Center-Lautsprecher einer Lautsprecheranlage
ist, welche noch weitere Lautsprecher umfasst, und
dass das mindestens eine weitere Fahrzeug mindestens ein weiteres Fahrzeug mit einfacher
Ausstattung ist.
3. Gruppe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der zentrale Lautsprecher (202) einen vorgegebenen Mindestabstand zu den Seiten,
der Front und dem Heck des mindestens einen Fahrzeugs aufweist, um das Risiko, dass
der zentrale Lautsprecher (202) bei einem Verkehrsunfall zerstört wird, zu verringern.
4. Gruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungseinrichtung (203) des mindestens einen Fahrzeugs eingerichtet ist,
in einem ersten Betriebszustand ein Audiosignal einer Audiosignalquelle an den zentralen
Lautsprecher (202) auszugeben und in einem zweiten Betriebszustand ein Zuführen des
Audiosignals an den zentralen Lautsprecher (202) zu unterbrechen und von einer Notrufzentrale
empfangene Notrufmeldungen an den zentralen Lautsprecher (202) weiterzuleiten, und
dass die Steuerungseinrichtung (203) des mindestens einen Fahrzeugs eingerichtet ist,
in den zweiten Betriebszustand zu wechseln, wenn ein Notrufsignal von dem Fahrzeug
an die Notrufzentrale gesendet wird.
5. Gruppe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Audiovorrichtung (201) ein Mikrofon (100) umfasst und dass die Steuerungseinrichtung
(203) des mindestens einen Fahrzeugs eingerichtet ist, in dem zweiten Betriebszustand
ein von dem Mikrofon (100) erzeugtes Signal an eine Notrufzentrale weiterzuleiten.
6. Gruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Audiovorrichtung (201) die Audiosignalquelle umfasst, wobei die Audiosignalquelle
einen Verstärker und/oder ein Infotainmentsystem umfasst.
7. Gruppe (201) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (203) des mindestens einen weiteren Fahrzeugs eingerichtet
ist, die von der Notrufzentrale empfangene Notrufmeldung an einen Notruflautsprecher
zu senden.
8. Gruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (201) zum Erfassen von Notfällen und zum Erzeugen des Notrufsignals
eingerichtet ist.
9. Verfahren (400) zur Steuerung einer Audiovorrichtung in einem Fahrzeug,
wobei eine Gruppe von Fahrzeugen eines Modelltyps neben dem Fahrzeug mit einem zentralen
Lautsprecher (202) und einer Audiovorrichtung (201) mindestens ein weiteres Fahrzeug
umfasst, bei dem an der Position des zentralen Lautsprechers (202) des Fahrzeugs ein
Lautsprecher nur zur Ausgabe von Notrufmeldungen bereitgestellt ist, wobei sowohl
das Fahrzeug als auch das mindestens eine weitere Fahrzeug eine Steuereinrichtung
(203) besitzen, welche für das Fahrzeug und für das mindestens eine weitere Fahrzeug
verwendbar ist, indem die Steuereinrichtung (203) Notrufmeldungen immer an einem bestimmten
Ausgang ausgibt, welcher mit der Position verbunden ist, wobei das Verfahren umfasst:
Ausgeben (401) eines Audiosignals einer Audiosignalquelle an einen in einem vorgegebenen
Mindestabstand zu den Seiten, der Front und des Hecks des Fahrzeugs anzuordnenden,
zentralen Lautsprecher in einem ersten Betriebszustand,
Wechseln (402) von dem ersten Betriebszustand in einen zweiten Betriebszustand, wenn
ein Notrufsignal von dem Fahrzeug an eine Notrufzentrale gesendet wird,
Unterbrechen (403) eines Zuführens des Audiosignals an den zentralen Lautsprecher
in einem zweiten Betriebszustand, und
Weiterleiten (404) von der Notrufzentrale empfangene Notrufmeldungen an den zentralen
Lautsprecher in dem zweiten Betriebszustand.
10. Verfahren (400) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zentrale Lautsprecher (202) ein Center-Lautsprecher einer Lautsprecheranlage
ist, welche noch weitere Lautsprecher umfasst, und
dass das mindestens eine weitere Fahrzeug mindestens ein weiteres Fahrzeug mit einfacher
Ausstattung ist.
11. Verfahren (400) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der zentrale Lautsprecher (202) einen vorgegebenen Mindestabstand zu den Seiten,
der Front und dem Heck des mindestens einen Fahrzeugs aufweist, um das Risiko, dass
der zentrale Lautsprecher (202) bei einem Verkehrsunfall zerstört wird, zu verringern.
12. Verfahren (400) nach einem der Ansprüche 9-11, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiter umfasst:
Weiterleiten (405) ein von einem Mikrofon erzeugtes Signal an einen Notrufzentrale
in dem zweiten Betriebszustand.
13. Verfahren (400) nach einem der Ansprüche 9-12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiter umfasst:
Senden von der Notrufzentrale empfangenen Notrufmeldung an einen Notruflautsprecher,
wenn es sich um das mindestens eine weitere Fahrzeug handelt.