[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pfosten-Riegel-Konstruktion mit einem Pfosten
und einem an dem Pfosten festlegbaren Riegel, wobei an dem Pfosten eine Glasanlagedichtung
fixiert ist und neben der Glasanlagedichtung ein Entwässerungskanal angeordnet ist,
und an dem Riegel eine Aufsatzdichtung vorgesehen ist, die zwei Glasanlagedichtungen
und einen Verbindungsabschnitt zwischen den zwei Glasanlagedichtungen aufweist, wobei
die Aufsatzdichtung den Riegel endseitig überragt und in einer Aussparung der Glasanlagedichtung
eingefügt ist, wobei zwischen dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung und dem
Pfosten ein Stützkörper angeordnet ist, ein Verfahren zur Montage einer Pfosten-Riegel-Konstruktion
und ein Füllwerkzeug für die Durchführung des Verfahrens.
[0002] In der
EP 2 444 566 A2 ist eine Anordnung zweier winklig zueinander stehender Profilstäbe offenbart, bei
der eine Aufsatzdichtung an einer Kreuzung der Profilstäbe ausgeklinkt ist und in
eine Aussparung an einer Glasanlagedichtung eingreift. In die Ausklinkung ist ein
Formkörper als Dichtelement eingefügt, damit Flüssigkeit von einem Entwässerungskanal
der Aufsatzdichtung in einen Entwässerungskanal an der Aufsatzdichtung eines vertikalen
Tragprofils eingeleitet werden kann. Diese Art der Entwässerung hat sich an sich bewährt,
allerdings kann es in dem Kreuzungsbereich zu Undichtigkeiten durch Spalte zwischen
dem Dichtelement und den Aufsatzdichtungen kommen.
[0003] Die
DE 20 2012 104 406 U1 offenbart eine Profildichtung, an der endseitig ein Dichtstück fixiert wird. Über
das Dichtstück werden die Seitenstege der Profildichtung verlängert. In dem Dichtelement
ist eine Öffnung zum Einspritzen von Dichtmittel ausgebildet. Eine Abdichtung kann
allerdings nur erreicht werden, wenn das Dichtmittel auch an die Übergangsstellen
zwischen den Seitenstegen der Profildichtung und dem Dichtstück gelangt. Die gleichmäßige
Verteilung der Dichtmasse lässt sich schlecht steuern, so dass es auch hier zu Dichtigkeitsproblemen
kommen kann. Des Weiteren ist es schwierig, die Montage prozesssicherer und schnell
durchzuführen.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Pfosten-Riegel-Konstruktion,
ein Verfahren zur Montage einer Pfosten-Riegel-Konstruktion und ein Füllwerkzeug zur
Durchführung des Verfahrens zu schaffen, die eine verbesserte Abdichtung in einem
Kreuzungsbereich zwischen einem Pfosten und einem Riegel ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion mit den Merkmalen des Anspruches
1, einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 8 und einem Füllwerkzeug mit den
Merkmalen des Anspruches 12 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Pfosten-Riegel-Konstruktion umfasst die an dem Riegel angebrachte
Aufsatzdichtung einen hervorstehenden Abschnitt, der in eine Aussparung der Glasanlagedichtung
an dem Pfosten eingefügt ist. Dadurch ist die Glasanlagedichtung durchgängig ausgebildet,
insbesondere auch in einem Stoßbereich des Riegels, da die Aufsatzdichtung den Riegel
in dessen Längsrichtung überragt, so dass Flüssigkeit über die Aufsatzdichtung in
den Entwässerungskanal an dem Pfosten abgeleitet werden kann. An dem hervorstehenden
Ende der Aufsatzdichtung ist ferner eine Öffnung vorgesehen, die mit einer Einfüllöffnung
eines Verteilerkanals in einem Stützkörper zum Befüllen mit Dichtmittel fluchtet.
Dadurch kann bei der Montage ein Dichtmittel in die Öffnung an dem hervorstehenden
Ende eingefüllt werden, um das Dichtmittel dann in eine Einfüllöffnung des Verteilerkanals
in dem Stützkörper einzubringen und über den Stützkörper zu verteilen. Dadurch können
auch Spalte zwischen der Aufsatzdichtung an dem Riegel und der Glasanlagedichtung
an dem Pfosten effektiv abgedichtet werden.
[0007] Vorzugsweise ist die Öffnung in der Aufsatzdichtung in dem Verbindungsabschnitt zwischen
zwei Glasanlagedichtungen an einem Boden eines U-förmigen Abschnittes ausgebildet.
Der U-förmige Abschnitt der Aufsatzdichtung kann in dem Bereich des Riegels eine Schraubnut
übergreifen, insbesondere U-förmig übergreifen, wobei in dem Boden die Öffnung zum
Befüllen mit Dichtmittel vorgesehen ist. Dadurch ist die Öffnung bei der Montage gut
zugänglich, und ein Füllwerkzeug lässt sich effektiv positionieren. Die Aufsatzdichtung
kann dabei extrudiert sein und wird an dem hervorstehenden Ende mit einer Ausklinkung
versehen, so dass die Dichtung an dem Pfosten und die Aufsatzdichtung an dem Riegel
ineinandergreifen. Die Wände eines Entwässerungskanals an der Aufsatzdichtung sind
vorzugsweise durchgängig ausgebildet und überragen die Aufsatzdichtung, so dass eine
effektive Ableitung von Feuchtigkeit gewährleistet wird.
[0008] In einer weiteren Ausgestaltung weist der Verteilkanal hinter der Einfüllöffnung
zwei Abschnitte auf, die sich in Längsrichtung des Pfostens erstrecken. Dadurch kann
das eingefüllte Dichtmittel in dem Verteilkanal aufgeteilt werden in zwei Stränge,
um einen Spalt zwischen der Aufsatzdichtung an dem hervorstehenden Ende und der Glasanlagedichtung
an dem Pfosten abzudichten. Über die Ausrichtung des Verteilkanals kann gewährleistet
werden, dass ein Entwässerungskanal an dem Pfosten nicht mit Dichtmittel verunreinigt
wird, da das Dichtmittel andernfalls aus dem Entwässerungskanal mühsam entfernt werden
muss.
[0009] Für eine effektive Montage wird der Stützkörper an einem Teil der Glasanlagedichtung
klemmend oder rastend gehalten. Hierfür können an dem Stützkörper entsprechende Raststege
oder Klemmelemente vorgesehen sein. Dadurch kann der Stützkörper an einem Teil der
Glasanlagedichtung vorfixiert werden, bevor dann ein hervorstehendes Ende der Aufsatzdichtung
von dem Riegel den Stützkörper überdeckt. Der Stützkörper kann dabei in der montierten
Position zu der Aufsatzdichtung gerichtete Stege oder Kanten aufweisen, die eine Stirnseite
der Aufsatzdichtung zumindest teilweise überdecken und in Zusammenwirken mit dem Dichtmittel
für eine verbesserte Abdichtung sorgen.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung ist an mindestens einem Glasanlagedichtung, vorzugsweise
an zwei Glasanlagedichtungen, an dem hervorstehenden Ende jeweils eine Aussparung
vorgesehen, über die eine Befüllung des Verteilerkanals sichtbar ist. Wenn das flüssige
Dichtmittel über die Öffnung und die Einfüllöffnung in den Stützkörper eingeleitet
wird, verteilt sich das Dichtmittel, bis das Dichtmittel an der Aussparung der Glasanlagedichtung
sichtbar wird, so dass dann der Befüllvorgang beendet werden kann, ohne dass überschüssiges
Dichtmittel in den Entwässerungskanal eintritt oder an anderen Stellen hervorquillt,
von denen es nachträglich wieder entfernt werden muss. Die Aussparung bietet somit
eine einfach visuelle Kontrollmöglichkeit für den Befüllvorgang.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst ein Riegel an einem Pfosten fixiert,
wobei an einer Glasanlagedichtung an dem Pfosten, beispielsweise einer Aufsatzdichtung
mit zwei Glasanlagedichtungen, eine Aussparung eingebracht wird. In dieser Aussparung
wird ein Stützkörper fixiert, und an einer Aufsatzdichtung an dem Riegel wird eine
Ausklinkung vorgesehen, um dann ein hervorstehendes Ende der Aufsatzdichtung auf den
Stützkörper aufzusetzen. Anschließend wird in eine Öffnung an dem hervorstehenden
Ende der Aufsatzdichtung und einen Verteilerkanal in dem Stützkörper flüssiges Dichtmittel
gefüllt, insbesondere ein dauerelastisches Dichtmittel, das über den Stützkörper in
Spalte zwischen der Aufsatzdichtung und der Glasanlagedichtung gelangt, so dass die
Abdichtung in dem Kreuzungsbereich verbessert wird.
[0012] Vorzugsweise wird beim Befüllen ein Stutzen eines Aufsatzes eines Füllwerkzeuges
in die Öffnung an dem hervorstehenden Ende eingesteckt. Der Stutzen kann hierfür rohrförmig
ausgebildet sein und eine axiale Länge zwischen 1 mm und 6 mm aufweisen, um die Leckageströme
beim Befüllen von Dichtmittel gering zu halten.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird beim Befüllen ein Niederhalter
des Aufsatzes des Füllwerkzeuges auf ein hervorstehendes Ende der Aufsatzdichtung
gedrückt. Durch den Niederhalter kann der Aufsatz des Füllwerkzeuges einerseits ausgerichtet
werden, um eine exakte Positionierung zu gewährleisten, und andererseits wird über
den Niederhalter ein Anheben des hervorstehenden Endes durch das eingefüllte Dichtmittel
vermieden. Der Niederhalter kann dabei im Wesentlichen formschlüssig an die Kontur
der Aufsatzdichtung an dem hervorstehenden Ende angepasst sein, insbesondere können
zwei Vorsprünge in zwei beabstandete Entwässerungskanäle an der Aufsatzdichtung eingedrückt
werden. Zumindest an den Kontaktbereichen des Niederhalters, die die Aufsatzdichtung
kontaktieren, kann der Niederhalter mit einer Antihaftbeschichtung, beispielsweise
Teflon beschichtet sein.
[0014] Vorzugsweise wird das Befüllen mit Dichtmittel beendet, wenn Dichtmittel an einer
Aussparung an einem Glasanlagedichtungen einem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung
sichtbar wird. Dadurch hat der Monteur eine visuelle Kontrolle, wann genügend Dichtmittel
in den Stützkörper eingefüllt wurde.
[0015] Erfindungsgemäß wird auch ein Füllwerkzeug für die Durchführung des Verfahrens bereitgestellt,
das eine unter Druck stehende Kartusche und /oder eine Kartuschenpresse mit einer
Kartusche aufweist, an der ein Aufsatz mit einem Füllkanal fixiert ist, der einen
in die Öffnung an dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung einsteckbaren Stutzen
und einen Niederhalter aufweist, der auf das hervorstehende Ende der Aufsatzdichtung
beim Befüllen anpressbar ist zur Abstützung des hervorstehenden Endes der Aufsatzdichtung
beim Befüllvorgang.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer Pfosten-Riegel-Konstruktion bei der Montage;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht des Stützkörpers der Pfosten-Riegel-Konstruktion der
Figur 2;
- Figuren 3A bis 3C
- mehrere Ansichten eines Aufsatzes eines Füllwerkzeuges;
- Figur 4
- eine Ansicht eines modifizierten Aufsatzes;
- Figur 5
- eine Ansicht eines weiteren modifizierten Aufsatzes, und
- Figur 6
- eine Ansicht eines weiteren modifizierten Aufsatzes.
[0017] Eine Pfosten-Riegel-Konstruktion 1 umfasst einen vertikalen Pfosten 2, der mit zwei
horizontalen Riegeln 3 in einem Stoßbereich verbunden ist. An dem Pfosten 2 ist ein
Aufsatzprofil 4 an einer Außenseite festgelegt, das eine Schraubnut 5 aufweist. An
dem Aufsatzprofil 4 ist eine Aufsatzdichtung 6 fixiert, die an einem mittleren Abschnitt
die Schraubnut 5 des Aufsatzprofils 4 überdeckt und an gegenüberliegenden Seiten jeweils
eine Glasanlagedichtung 7 und ein Teil 8 zum Abstützen der Glasanlagedichtung 7 aufweist.
Zwischen einer Glasanlagedichtung 7 und einem mittleren Abschnitt, der die Schraubnut
5 überdeckt, ist jeweils ein Entwässerungskanal 17 ausgebildet, der zum Ableiten von
Flüssigkeit dient. Der Entwässerungskanal ist durch einen nutförmigen Abschnitt in
der Aufsatzdichtung 6 gebildet, kann optional auch durch eine Kontur des Pfostens
2 gebildet sein.
[0018] Jeder Riegel 3 umfasst an der Außenseite ebenfalls ein Aufsatzprofil 4, das eine
Schraubnut 5 aufweist. An dem Aufsatzprofil 4 ist eine Aufsatzdichtung 20 fixiert,
die zwei Glasanlagedichtungen 22 aufweist, zwischen denen ein Verbindungsabschnitt
23 ausgebildet ist. Der Verbindungsabschnitt 23 umgreift die Schraubnut 5 an dem Aufsatzprofil
4, wobei zwischen dem die Schraubnut 5 U-förmig umgreifenden Abschnitt und dem Glasanlagedichtung
22 jeweils ein Entwässerungskanal 25 ausgebildet ist. Das streifenförmige Glasanlagedichtung
22 ist jeweils über ein streifenförmiges Stützprofil 21 an dem Aufsatzprofil 4 festgelegt.
[0019] Die Aufsatzdichtung 20 und die Aufsatzdichtung 6 sind vorzugsweise einteilig als
extrudierte Dichtungsprofile aus einem elastischen und/oder einem harten Material,
beispielsweise EPDM und/oder PVC, hergestellt.
[0020] In einen Kreuzungsbereich eines Riegels 3 und dem Pfosten 2 ist an der äußeren streifenförmigen
Glasanlagedichtung 7 eine Aussparung 9 vorgesehen, die durch Einschneiden und Entfernen
der Glasanlagedichtung 7 hergestellt ist. Das innere streifenförmige Teil 8 der Aufsatzdichtung
6 besitzt keine Aussparung und ist durchgängig ausgebildet.
[0021] In die Aussparung 9 ist ein Stützkörper 10 eingefügt, der im mittleren Bereich einen
Block aufweist, von dem sich zwei Stege 12 erstrecken, die parallel zur Glasanlagedichtung
7 ausgerichtet sind. In dem mittleren Block des Stützkörpers 10 ist eine Einfüllöffnung
11 vorgesehen, die zu einem Verteilerkanal an dem Stützkörper 10 führt. Der Block
des Stützkörpers 10 ist dabei in einen U-förmigen Abschnitt der Aufsatzdichtung 20
in einem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung 20 einfügbar. Der Stützkörper 10
kann aus einem harten und/oder weichen Material bestehen, beispielsweise einem Kunststoff,
und optional zusätzlich beschichtet sein, beispielsweise mit Teflon.
[0022] In dem Kreuzungsbereich ist die Aufsatzdichtung 20 mit einer Ausklinkung versehen,
in der ein Teil der Aufsatzdichtung 20 weggeschnitten ist. Dadurch ist die Aufsatzdichtung
20 in einem Endbereich stufenförmig ausgebildet, und die Stützprofile 21 sind weggeschnitten,
während die Wandabschnitte für die Entwässerungskanäle 25, die Glasanlagedichtungen
22 und der Verbindungsabschnitt 23 hervorstehend ausgebildet sind. Ein in die Schraubnut
5 eingreifender Steg ist an dem Verbindungsabschnitt 23 an dem hervorstehenden Ende
abgetrennt.
[0023] An dem hervorstehenden Ende ist an einem Boden eines U-förmigen Abschnittes eine
Öffnung 24 ausgebildet, die in der montierten Position mit der Einfüllöffnung 11 an
dem Stützkörper 10 fluchtet.
[0024] Für die Montage der Pfosten-Riegel-Konstruktion 1 wird zunächst ein Riegel 3 an dem
Pfosten 2 fixiert, um dann die Aufsatzdichtung 6 an dem Aufsatzprofil 4 zu fixieren.
Ferner wird eine Aussparung 9 an der Glasanlagedichtung 7 hergestellt, in die dann
der Stützkörper 10 eingefügt wird. An der Aufsatzdichtung 20 wird eine Ausklinkung
hergestellt, um dann ein hervorstehendes Ende der Aufsatzdichtung 20 auf den Stützkörper
10 aufzusetzen. Anschließend kann über ein Füllwerkzeug mit einem Aufsatz 30 flüssiges
Dichtmittel, insbesondere eine pastöse dauerelastische Dichtmasse auf Silikonbasis,
eingefüllt werden.
[0025] Der Aufsatz 30 umfasst einen Stutzen 32 mit einem Innengewinde 32, der mit einer
Kartusche mit Dichtmittel verbindbar ist. Die Kartusche kann dabei unter Druck stehen
oder über eine Kartuschenpresse manuell oder elektrisch mit Druck beaufschlagt werden,
um Dichtmittel in den Stutzen 32 einzupressen. Statt dem Innengewinde 31 kann der
Stutzen 32 auch über andere Verbindungsmittel an die Kartusche angeschlossen werden.
[0026] An dem Stutzen 32 ist ein Niederhalter 33 ausgebildet, der beim Befüllen auf das
hervorstehende Ende der Aufsatzdichtung 20 gedrückt werden kann, insbesondere in die
nutförmigen Entwässerungskanäle 25. Dadurch wird beim Befüllen mit flüssigem Dichtmittel
ein Anheben des hervorstehenden Endes des Aufsatzprofiles 20 von dem Stützkörper 10
vermieden.
[0027] Das Einfüllen von Dichtmittel in die Öffnung 24 und die Einfüllöffnung 11 wird so
lange vorgenommen, bis das flüssige Dichtmittel an einer Aussparung 26 an einem Glasanlagedichtung
22 sichtbar wird oder dieses dort hervorquillt. Dann wird der Befüllvorgang beendet,
um ein Austreten von Dichtmittel an den Aussparungen 26 zu vermeiden, da dieses Dichtmittel
nach der Montage wieder entfernt werden müsste. In den dargestellten Ausführungsbeispielen
ist an beiden Glasanlagedichtungen22 jeweils eine Aussparung 26 eingebracht, wobei
es natürlich möglich ist, auch nur eine Aussparung 26 an einem der Glasanlagedichtungen
22 vorzusehen.
[0028] In Figur 2 ist der Stützkörper 10 im Detail gezeigt. Der Stützkörper 10 umfasst einen
mittleren Block, in dem die Einfüllöffnung 11 vorgesehen ist. Von dem Block erstrecken
sich an gegenüberliegenden Seite Stege 12, in denen ein schlitzförmiger Kanal 13 ausgebildet
ist. Beim Befüllen gelangt das flüssige Dichtmittel von der Einfüllöffnung in die
Kanäle 13 an dem Stützkörper 10, die sich parallel zur Längsrichtung des Pfostens
2 erstrecken und somit für eine Verteilung des Dichtmittels in beide Richtungen sorgen.
[0029] Der Stützkörper 10 umfasst an dem mittleren Block eine hervorstehende Wand 15 und
an den Stegen 12 jeweils einen hervorstehenden Steg 16, die stirnseitig an die Aufsatzdichtung
20 anlegbar sind. Dadurch wird eine Abdichtung zwischen dem Stützkörper 10 und der
Stirnseite der Aufsatzdichtung 20 verbessert, die zumindest teilweise durch die Stege
16 und die Wand 15 überdeckt wird. Insbesondere durch Dichtmittel kann ein Spalt zwischen
der Aufsatzdichtung 20 und der Wand 15 und den Stegen 16 abgedichtet werden.
[0030] Der Stützkörper 10 weist ferner auf der zu dem Teil 8 gewandten Seite Raststege 14
auf, die in entsprechende Aufnahmen an den Teil 8 einfügbar sind, um den Stützkörper
10 klemmend oder rastend vorfixieren zu können.
[0031] In den Figuren 3A bis 3C ist ein Aufsatz 30 eines Füllwerkzeuges gezeigt. Der Aufsatz
30 kann über das Innengewinde 31 an dem Stutzen 32 mit einer unter Druck stehenden
oder mit Druck beaufschlagbaren Kartusche mit Dichtmittel oder Dichtmasse angeschlossen
werden. Der Aufsatz 30 umfasst auf der zu dem Aufsatzprofil 20 gewandten Seite eine
Aufnahme 38, die von zwei stegförmigen Niederhaltern 33 umgeben ist. Innerhalb der
U-förmigen Aufnahme 38 ist ein hervorstehender Stutzen 34 gebildet, der eine axiale
Länge zwischen 1 mm bis 6 mm aufweist und in die Öffnung 24 an der Aufsatzdichtung
20 einsteckbar ist. Über die Niederhalter 33 kann der Aufsatz 30 zentriert an der
Aufsatzdichtung 20 positioniert werden. Zudem sorgen die Niederhalter 33 beim Befüllen
dafür, dass das hervorstehende Ende der Aufsatzdichtung 20 nicht von dem Stützkörper
10 angehoben wird. Die Niederhalter 33 greifen dabei in die Entwässerungsnuten 25
des Aufsatzprofils 20 ein und können optional mit einer Antihaftbeschichtung versehen
sein. Neben den beiden Niederhaltern 33 sind Druckstücke 35 vorgesehen, die jeweils
auf einem Glasanlagedichtungen 22 anliegen und dieses beim Befüllen gegen eine Bewegung
abstützen. Dadurch kann das Dichtmittel über einen Einfüllkanal 36 in dem Aufsatz
30 und durch den Stutzen 34 in die Öffnung 24 und die Einfüllöffnung 11 eingefüllt
werden. Zur leichteren Montage des Aufsatzes 30 ist ein radial hervorstehender Flansch
37 an dem Stutzen 32 ausgebildet.
[0032] In Figur 4 ist ein modifizierter Aufsatz 30 dargestellt, der wie bei dem vorangegangenen
Ausführungsbeispiel ausgestaltet ist, bis auf zwei hervorstehende Stege 39, die plattenförmig
ausgebildet sind und für eine verbesserte Ausrichtung des Aufsatzes 30 sorgen. Die
Stege 39 können auf eine Oberseite des Verbindungsabschnittes bei der Montage gedrückt
werden und verhindern eine schräge Ausrichtung des Füllwerkzeuges, wenn die Stege
39 auf die Oberseite des Verbindungsabschnittes 23 gedrückt werden.
[0033] In Figur 5 ist eine weitere Variante eines Aufsatzes 30 für ein Füllwerkzeug gezeigt,
das wie der Aufsatz 30 in Figur 3 ausgebildet ist, bis auf die Vorsehung einer Wand
40, die an einer Seite die Aufnahme 38 zwischen den beiden Niederhaltern 33 überdeckt.
Die Wand 40 verbindet die beiden Niederhalter 33 miteinander und dient zur verbesserten
Ausrichtung des Füllwerkzeuges bei der Montage. Die Wand 40 kann an die Wand 15 des
Stützkörpers 10 beim Befüllvorgang angelegt werden. Auch andere Mittel zur Positionierung
des Aufsatzes 30 an der Öffnung 24 können eingesetzt werden.
[0034] In Figur 6 ist ein modifizierter Aufsatz 30 dargestellt, der ergänzend zu der Ausgestaltung
der Figur 3 wie bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel ausgestaltet ist, bei
dem zusätzlich neben einem Druckstück 35 noch seitlich ein Druckelement 41 angeformt
ist. Das Druckelement 41 liegt mit einer Kontaktfläche beim Einfüllen von Dichtmittel
an einer Oberfläche der Glasanlagedichtung 7 an. Die Kontaktfläche des Druckelementes
41 ist dabei im Wesentlichen flächenbündig mit einer Kontaktfläche des Druckstückes
35 ausgerichtet, so dass die Glasanlagedichtung 7 und die Glasanlagedichtung 22 an
dem hervorstehenden Ende in der gleichen Ebene gehalten werden.
[0035] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind an dem Pfosten 2 und den Riegeln 3
jeweils Aufsatzprofile 4 montiert. Es ist natürlich auch möglich, die Aufsatzprofile
4 integral mit dem Pfosten und dem Riegel auszubilden, beispielsweise wenn diese aus
einem extrudierten Aluminiumprofil hergestellt sind. Zudem können die Pfosten 2 und
Riegel 3 auch statt aus Metall auch aus Holz oder Kunststoff hergestellt sein.
[0036] Zudem kann die Geometrie der Aufsatzdichtungen 6 und 20 abgewandelt werden. Statt
einer einteiligen Ausbildung der Aufsatzdichtungen 6 und 20 können diese auch aus
mehreren einzelnen Dichtungselementen oder Dichtungsstreifen zusammengesetzt sein.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Pfosten-Riegel-Konstruktion
- 2
- Pfosten
- 3
- Riegel
- 4
- Aufsatzprofil
- 5
- Schraubnut
- 6
- Aufsatzdichtung
- 7
- Glasanlagedichtung
- 8
- Teil
- 9
- Aussparung
- 10
- Stützkörper
- 11
- Einfüllöffnung
- 12
- Steg
- 13
- Kanal
- 14
- Raststeg
- 15
- Wand
- 16
- Steg
- 17
- Entwässerungskanal
- 20
- Aufsatzdichtung
- 21
- Stützprofil
- 22
- Glasanlagedichtung
- 23
- Verbindungsabschnitt
- 24
- Öffnung
- 25
- Entwässerungskanal
- 26
- Aussparung
- 30
- Aufsatz
- 31
- Innengewinde
- 32
- Stutzen
- 33
- Niederhalter
- 34
- Stutzen
- 35
- Druckstück
- 36
- Einfüllkanal
- 37
- Flansch
- 38
- Aufnahme
- 39
- Steg
- 40
- Wand
- 41
- Druckelement
1. Pfosten-Riegel-Konstruktion (1) mit einem Pfosten (2) und einem an dem Pfosten (2)
festlegbaren Riegel (3), wobei an dem Pfosten (2) eine Glasanlagedichtung (7) fixiert
ist und neben der Glasanlagedichtung (7) ein Entwässerungskanal (17) angeordnet ist,
und an dem Riegel (3) eine Aufsatzdichtung (20) vorgesehen ist, die zwei Glasanlagedichtungen
(22) und einen Verbindungsabschnitt (23) zwischen den zwei Glasanlagedichtungen (22)
aufweist, wobei die Aufsatzdichtung (20) den Riegel (3) endseitig überragt und in
einer Aussparung (9) der Glasanlagedichtung (7) eingefügt ist, wobei zwischen dem
hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung (20) und dem Pfosten (2) ein Stützkörper
(10) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung (20) eine Öffnung (24) vorgesehen
ist, die mit einer Einfüllöffnung (11) eines Verteilerkanals in dem Stützkörper (10)
zur Befüllung mit Dichtmittel fluchtet.
2. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (24) in der Aufsatzdichtung (20) in dem Verbindungsabschnitt (23) an
einem Boden eines U-förmigen Abschnittes ausgebildet ist.
3. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsabschnitt (23) eine Schraubnut (5) an dem Riegel (3) U-förmig umgreift.
4. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufsatzdichtung (20) extrudiert ist und an dem hervorstehenden Ende eine Ausklinkung
vorgesehen ist.
5. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verteilerkanal hinter der Einfüllöffnung (11) zwei Abschnitte (13) aufweist,
die in Längsrichtung des Pfostens (2) verlaufen.
6. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (10) an einem Teil (8) der Glasanlagedichtung an dem Pfosten (2)
klemmend oder rastend gehalten ist.
7. Pfosten-Riegel-Konstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Glasanlagedichtung (22) der Aufsatzdichtung (20) an dem Riegel
(3) an dem hervorstehenden Ende eine Aussparung (26) vorgesehen ist, über die eine
Befüllung des Verteilerkanals sichtbar ist.
8. Verfahren zur Montage einer Pfosten-Riegel-Konstruktion (1) mit den folgenden Schritten:
- Fixieren eines Riegels (3) an einem Pfosten (2);
- Einbringen einer Aussparung (9) an einer Glasanlagedichtung (7) an dem Pfosten (2);
- Fixieren eines Stützkörpers (10) in der Aussparung (9);
- Einbringen einer Ausklinkung an einer Aufsatzdichtung (20) an dem Riegel (3) und
Aufsetzen eines hervorstehenden Endes der Aufsatzdichtung (20) auf den Stützkörper
(10), und
- Befüllen einer Öffnung (24) an dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung (20)
und einem Verteilerkanal in dem Stützkörper (10) mit flüssigem Dichtmittel.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass beim Befüllen ein Stutzen (34) eines Aufsatzes (30) eines Füllwerkzeuges in die Öffnung
(24) an dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung (20) eingesteckt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass beim Befüllen ein Niederhalter (33) des Aufsatzes (30) auf das hervorstehende Ende
der Aufsatzdichtung (20) gedrückt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Befüllen mit Dichtmittel beendet wird, wenn Dichtmittel an einer Aussparung (26)
an einer Glasanlagedichtung (22) an dem hervorstehenden Ende sichtbar wird.
12. Füllwerkzeug für die Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
mit einer unter Druck stehenden Kartusche und/oder einer Kartuschenpresse mit einer
Kartusche, an der ein Aufsatz (30) mit einem Füllkanal (36) fixiert ist, das einen
in die Öffnung (24) an dem hervorstehenden Ende der Aufsatzdichtung (20) einsteckbaren
Stutzen (34) und einen Niederhalter (33) aufweist, der auf ein hervorstehendes Ende
der Aufsatzdichtung (20) beim Befüllen anpressbar ist.