[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stockbaumführung und eine Anordnung einer
Stockbaumführung an einem Stockbaum. Ferner betrifft die Erfindung eine Behelfskonstruktion,
die eine erfindungsgemäße Stockbaumführung bzw. Anordnung umfasst, die Verwendung
der Stockbaumführung sowie ein Verfahren zum Bilden einer Behelfskonstruktion.
[0002] Stockbäume werden im Stand der Technik bei der Errichtung von Stahlgittermasten und
anderen Konstruktionen eingesetzt. Derartige Stockbäume werden insbesondere in anspruchsvollem
Terrain, wie Wäldern oder Gebirgsregionen, als Ersatz für herkömmliche Kräne oder
ähnliche Hebevorrichtungen eingesetzt. Stockbäume stellen somit behelfsmäßige Vorrichtungen
dar, die sich üblicherweise einem bereits bestehenden Teil einer Konstruktion als
Aufhängung bedienen. Im Verwendungszustand ist der Stockbaum meist an seinen Enden
mittels Spannseilen mit dem aufzubauenden Mast oder der Konstruktion verbunden.
[0003] Im Stand der Technik bekannte Stockbäume weisen den Nachteil auf, dass diese nur
bis zu einer bestimmten Konstruktionshöhe eingesetzt werden können. Dann wird eine
Neupositionierung erforderlich, die üblicherweise arbeitsaufwändige Schritte erfordert.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen Nachteil des Standes
der Technik zu überwinden und einen Stockbaum bereitzustellen, dessen Höhe in einfacherer
und sicherer Weise beim Aufbau einer Mastkonstruktion oder einer ähnlichen Konstruktion
angepasst werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Insbesondere
wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung überraschenderweise festgestellt, dass
eine Stockbaumführung die zuvor beschriebene Aufgabe lösen kann. Diese Stockbaumführung
kann in einer Anordnung mit einem Stockbaum sowie in einer Behelfskonstruktion eingesetzt
werden. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird in gleicher Weise durch die Verwendung
der Stockbaumführung und ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betrieb einer Behelfskonstruktion
gelöst.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stockbaumführung umfassend eine Rahmenkonstruktion
sowie einen innerhalb der Rahmenkonstruktion gebildeten Aufnahmebereich.
[0007] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Aufnahmebereich dazu eingerichtet ist, einen Stockbaum
aufzunehmen und eine Bewegung der Stockbaumführung entlang der Längserstreckungsrichtung
des Stockbaums zu ermöglichen. Die Geometrie des Aufnahmebereichs kann insbesondere
an den jeweils verwendeten Stockbaum angepasst sein. Um die Vorteile der gegenständlichen
Erfindung entfalten zu können, ist bevorzugt, dass der Aufnahmebereich der Stockbaumführung
dazu ausgebildet ist, den Stockbaum zu umschließen, insbesondere vollständig zu umschließen.
[0008] Die Stockbaumführung ermöglicht eine Stabilisierung des Stockbaums, wodurch eine
einfache Änderung der Höhe des Stockbaums erlaubt wird.
[0009] Insbesondere kann der Aufnahmebereich der Stockbaumführung den Stockbaum im Wesentlichen
spielfrei umschließen, sodass bei bestimmungsgemäßer Anordnung des Stockbaums mit
der Stockbaumführung im Wesentlichen nur eine lineare Relativbewegung zwischen dem
Stockbaum und der Stockbaumführung ermöglicht ist.
[0010] Die Längserstreckungsrichtung des Stockbaums kann alternativ als Führungsrichtung
bezeichnet werden. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Stockbaumführung eine Führungsrichtung
aufweisen, die sich in der bestimmungsgemäßen Verwendung der Stockbaumführung im Wesentlichen
parallel zur Längserstreckungsrichtung des Stockbaums erstreckt.
[0011] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Rahmenkonstruktion der Stockbaumführung ein
Oberteil und ein Unterteil sowie das Oberteil und das Unterteil verbindende Verbindungsstreben
umfasst. Insbesondere sind das Oberteil und das Unterteil dazu ausgebildet, den Stockbaum
zu umschließen.
[0012] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass an der dem Aufnahmebereich zugewandten Seite
der Rahmenkonstruktion Gleitelemente angeordnet sind, wobei die Gleitelemente Anlagebereiche
zur Anlage des Stockbaums bilden. Insbesondere können die Anlagebereiche den Aufnahmebereich
begrenzen. Gegebenenfalls können die Gleitelemente teilweise oder vollständig einen
Anlagebereich bilden.
[0013] In der bestimmungsgemäßen Verwendung der Stockbaumführung können die Anlagebereiche
am Stockbaum bzw. an einer oder mehreren Außen- oder Seitenflächen des Stockbaums
anliegen. Dadurch wird eine sichere und stabile Führung des Stockbaums ermöglicht.
[0014] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Gleitelemente im Wesentlichen parallel zur
Längserstreckungsrichtung des Stockbaums verlaufend angeordnet sind. Die Gleitelemente
können beispielsweise Streben sein, die an der Innenseite der Rahmenkonstruktion angeordnet
sind. Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Gleitelemente im Wesentlichen parallel
zur Führungsrichtung des Stockbaums verlaufend angeordnet sind.
[0015] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Gleitelemente einen Anlageabschnitt und zumindest
einseitig, vorzugsweise beidseitig, einen Endabschnitt umfassen, wobei der Endabschnitt
in einem Winkel zum Anlageabschnitt und vom Aufnahmebereich wegweisend angeordnet
ist. In diesem Fall kann der Anlagebereich der Stockbaumführung durch die Anlageabschnitte
der Gleitelemente gebildet sein.
[0016] Die von Aufnahmebereich wegweisenden, somit die nach außen weisenden, Endabschnitte
werden bevorzugt eingesetzt, um ein unbeabsichtigtes Einhaken der Stockbaumführung
in den Stockbaum zu verhindern. Dies ist insbesondere dann bevorzugt, wenn der Stockbaum
eine nach außen offene Gittermastkonstruktion ist.
[0017] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass der Winkel zwischen dem Anlageabschnitt und dem
Endabschnitt zwischen 5° und 60°, vorzugsweise zwischen 5° und 30°. Der Winkel kann
gleichzeitig oder alternativ zwischen 5° und 60°, vorzugsweise zwischen 5° und 30°
in Bezug auf die Längserstreckungsrichtung des Stockbaums betragen.
[0018] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass der Endabschnitt in einem Winkel zur Führungsrichtung
der Stockbaumführung angeordnet ist.
[0019] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Stockbaumführung wenigstens ein Befestigungselement
umfasst, das zum Befestigen eines Verbindungsmittels an der Stockbaumführung ausgebildet
ist. Gegebenenfalls sind mehrere Befestigungselemente zum Befestigen mehrerer Verbindungsmittel
an der Stockbaumführung vorgesehen.
[0020] Das Befestigungselement oder die Befestigungselemente kann/können beispielsweise
als Befestigungsfreistellung, etwa zum Befestigen eines Karabiners oder einer anderen
Verbindungsvorrichtung, ausgeführt sein. Gegebenenfalls ist wenigstens ein Befestigungselement
im Oberteil oder im Unterteil der Rahmenkonstruktion der Stockbaumführung angeordnet.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner eine Anordnung einer erfindungsgemäßen Stockbaumführung
an einem Stockbaum, wobei der Stockbaum im Aufnahmebereich der Stockbaumführung angeordnet
ist. Bevorzugt ist in dieser Anordnung eine Relativbewegung zwischen Stockbaumführung
und Stockbaum im Wesentlichen nur entlang eines Freiheitsgrades möglich, nämlich insbesondere
entlang der Längserstreckungsrichtung des Stockbaums.
[0022] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass der Stockbaum wenigstens drei Seitenflächen aufweist,
die entlang der Längserstreckungsrichtung des Stockbaums verlaufen, und dass die Stockbaumführung
eine der Anzahl der Seitenflächen entsprechende Anzahl an Anlagebereichen zur Anlage
des Stockbaums umfasst. Dabei können die Anlagebereiche durch Gleitelemente an der
dem Aufnahmebereich zugewandten Seite der Rahmenkonstruktion gebildet sein.
[0023] Dies bedeutet, dass der Aufnahmebereich der Stockbaumführung drei Anlagebereiche
aufweisen kann, wenn der Stockbaum drei Seitenflächen aufweist, ferner auch vier Anlagebereiche
bei vier Seitenflächen des Stockbaums.
[0024] Insbesondere kann die Geometrie des Aufnahmebereichs der Stockbaumführung an das
Außenprofil des Stockbaums angepasst sein. Beispielsweise kann der Aufnahmebereich
einen im Wesentlichen dreiecksförmigen Querschnitt aufweisen, wenn der Stockbaum ein
dreiecksförmiges Außenprofil aufweist. Der Aufnahmebereich kann auch einen viereckförmigen
Querschnitt aufweisen, wenn der Stockbaum ein viereckförmiges Außenprofil aufweist.
[0025] Ein Stockbaum im Sinne der vorliegenden Erfindung kann insbesondere jede, vorzugsweise
längsgestreckte, Konstruktion sein, die zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen
Anordnung geeignet ist. Gegebenenfalls ist der Stockbaum eine Mastkonstruktion oder
eine mastartige Konstruktion.
[0026] Die Erfindung betrifft ferner eine Behelfskonstruktion umfassend eine erfindungsgemäße
Anordnung, sowie einen Mastteil oder einen Mast, wobei die Stockbaumführung und der
Stockbaum mittels Verbindungselementen mit dem Mastteil oder dem Mast verbunden sind.
[0027] Die Verbindungselemente können beispielsweise als Seile, Gurte, Ketten oder dergleichen
ausgebildet sein oder diese umfassen.
[0028] Ein Mastteil kann beispielsweise ein Mast sein, der sich gerade in Bau befindet.
Insbesondere kann ein Mastteil ein Mast sein, dessen Fundament bereits an der gewünschten
Position angeordnet ist, der seine vollständige Höhe jedoch noch nicht erreicht hat.
[0029] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass ein erstes Verbindungselement zur Verbindung
des Mastteils oder des Masts mit einem Oberende des Stockbaums vorgesehen ist, dass
ein zweites Verbindungselement zur Verbindung des Mastteils oder des Masts mit einem
Unterende des Stockbaums vorgesehen ist, und dass ein drittes Verbindungselement zur
Verbindung des Mastteils oder des Masts mit der Stockbaumführung vorgesehen ist, wobei
die Stockbaumführung zwischen Oberende und Unterende des Stockbaums angeordnet ist.
Gegebenenfalls können mehrere erste Verbindungselemente vorgesehen sein. Gegebenenfalls
können mehrere zweite Verbindungselemente vorgesehen sein. Gegebenenfalls können mehrere
dritte Verbindungselemente vorgesehen sein.
[0030] Die Verbindungselemente können an jeweils geeigneten Stellen des Mastteils oder des
Masts befestigt sein.
[0031] Gegebenenfalls ist das zweite Verbindungselement als Seilzug ausgebildet, sodass
die Höhe des Stockbaums durch Längenänderung des zweiten Verbindungselements angepasst
werden kann. Das zweite Verbindungsmittel kann an einer Befestigungsstelle des Mastteil
oder des Masts befestigt sein und über Führungseinrichtungen am Unterende des Stockbaums
sowie am Mastteil oder am Mast zu einer Aufrolleinrichtung, beispielsweise einer Winde,
geführt sein.
[0032] Gegebenenfalls können die Verbindungselemente an der Anschlussebene des Mastteils
angeordnet sein. Die Anschlussebene ist insbesondere jene Ebene des Masts, an der
weitere Mastelemente angebaut werden sollen.
[0033] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass wenigstens ein Verbindungselement ein Spannelement
umfasst. Das Spannelement kann ein Mittel sein, das dazu ausgebildet ist, ein Verbindungselement
gegenüber dem Mastteil oder dem Mast in Spannung zu bringen.
[0034] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass die Stockbaumführung in der erfindungsgemäßen
Behelfsanordnung beabstandet vom Boden bzw. vom Fundament des Mastteils oder des Masts
angeordnet ist.
[0035] Gegebenenfalls kann vorgesehen sein, dass der Stockbaum relativ zum Mastteil oder
zum Mast schräggestellt ist, sodass der Stockbaum bevorzugt als kranähnliche Vorrichtung
eingesetzt werden kann. Gegebenenfalls können am Stockbaum auch Zugvorrichtungen,
beispielsweise ein Seilzug, vorgesehen sein, die zum Anheben von Bauteilen, Mastelementen
und dergleichen dienen. Gegebenenfalls können die Zugvorrichtungen über Umlenkrollen
oder ähnliche Umlenkeinrichtungen am Stockbaum umgelenkt werden.
[0036] Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung einer erfindungsgemäßen Stockbaumführung
in einer erfindungsgemäßen Anordnung und/oder in einer erfindungsgemäßen Behelfskonstruktion.
[0037] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betrieb einer Behelfskonstruktion
mit einem Stockbaum unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Stockbaumführung, umfassend
die folgenden Schritte:
- Einführen des Stockbaums in die Stockbaumführung,
- Befestigen mittels Verbindungselementen des Stockbaums und der Stockbaumführung an
einem Mastteil oder einem Mast in einer ersten Position, und
- Verlagern des Stockbaums in eine zweite Position durch Führen des Stockbaums durch
die Stockbaumführung.
[0038] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass durch das Verlagern des Stockbaums die Höhe des
Stockbaums verändert wird.
[0039] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass das Verlagern des Stockbaums durch Veränderung
der Länge von Verbindungselementen erfolgt, die den Stockbaum, insbesondere ein Oberende
des Stockbaums und ein Unterende des Stockbaums, mit dem Mastteil oder dem Mast verbinden.
[0040] Insbesondere bleibt die relative Position zwischen Mastteil bzw. Mast und Stockbaumführung
beim Schritt des Verlagerns des Stockbaums im Wesentlichen konstant.
[0041] Gegebenenfalls ist vorgesehen, dass das Verfahren nach dem Schritt des Verlagerns
des Stockbaums einen weiteren Schritt des Verlagerns der Stockbaumführung umfasst.
Dadurch können Masten errichtet werden, deren Höhe weit über der Länge des Stockbaums
liegt, ohne dass der Stockbaum während des Aufbaus des Masten abgesetzt werden muss.
[0042] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen, der Beschreibung
des Ausführungsbeispiels und den Figuren.
[0043] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand eines exemplarischen Ausführungsbeispiels
im Detail erläutert. Dieses Ausführungsbeispiel dient lediglich zur Veranschaulichung
der vorliegenden Erfindung und soll den Schutzbereich der
[0044] Patentansprüche nicht einschränken.
[0045] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Aufsicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Stockbaumführung;
Fig. 2 eine schematische seitliche Ansicht des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Stockbaumführung;
Fig. 3 eine schematische Ansicht einer Behelfskonstruktion mit der Stockbaumführung
des Ausführungsbeispiels, wobei sich der Stockbaum in einer ersten Position befindet;
und
Fig. 4 der schematischen Ansicht einer Behelfskonstruktion aus Fig. 3, wobei sich
der Stockbaum in einer zweiten Position befindet.
[0046] Fig. 1 und 2 zeigen schematische Darstellungen eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Stockbaumführung 4 in unterschiedlichen Ansichten. Die die beiden Figuren dieselbe
Konstruktion zeigen, werden dieser zur besseren Übersichtlichkeit in einer gemeinsamen
Beschreibung erläutert.
[0047] Die Stockbaumführung 4 gemäß diesem Ausführungsbeispiel umfasst eine Rahmenkonstruktion
1, die einen Aufnahmebereich 2 umgibt. Die Rahmenkonstruktion 1 umfasst ihrerseits
ein Oberteil 6 und ein Unterteil 7, die von drei Verbindungsstreben 8 zusammengehalten
werden. Oberteil 6 und Unterteil 7 sind zusätzlich durch Gleitelemente 9 verbunden,
wobei in diesem Ausführungsbeispiel sechs Gleitelemente 9 vorgesehen sind.
[0048] Der Aufnahmebereich 2 der Stockbaumführung 4 dieses Ausführungsbeispiels ist zur
Aufnahme eines Stockbaums 3 mit im Wesentlichen dreiecksförmiger Außenkontur ausgebildet.
In den Fig. 1 und 2 ist der Stockbaum 3 in gestrichelten Linien dargestellt, da er
keinen Teil der Stockbaumführung 4 bildet.
[0049] Entsprechend seiner im Wesentlichen dreieckigen Form weist der Stockbaum 3 drei Seitenflächen
17 auf, die entlang seiner Längserstreckungsrichtung 5 verlaufen. Der hier dargestellte
Stockbaum 3 ist eine Mastkonstruktion.
[0050] Korrespondierend zu den drei Seitenflächen 17 des Stockbaums 3 weist die Stockbaumführung
4 an den Rändern des Aufnahmebereichs 2 drei Anlagebereiche 18 auf, an welchen die
Seitenflächen 17 des Stockbaums 3 anliegen. Die Anlagebereiche 18 werden durch die
Anlageabschnitte 10 der Gleitelemente 9 gebildet, wobei in jedem der drei Anlagebereiche
18 zwei im Wesentlichen parallel zur Längserstreckungsrichtung 5 des Stockbaums 3
erlaufende Gleitelemente 9 vorgesehen sind.
[0051] Jedes der Gleitelemente 9 weist neben dem parallel zur Längserstreckungsrichtung
5 des Stockbaums 3 verlaufenden Anlageabschnitt 10 an beiden Enden einen winkelig
angeordneten Endabschnitt 11 auf, der in diesem Beispiel in einem Winkel a von etwa
10° relativ zur Längserstreckungsrichtung 5 bzw. zum Anlageabschnitt 10 vom Aufnahmebereich
2 weg weist. Die abgewinkelten Endabschnitte sollen ein Einhaken der Gleitelemente
9 in die Gitterstruktur des Stockbaums 3 verhindern, wenn die Führung 4 entlang des
Stockbaums 3 bewegt wird.
[0052] Durch die Ausgestaltung des Aufnahmebereichs 2 kann die Stockbaumführung 4 im Wesentlichen
nur in einer linearen Bewegung entlang des Stockbaums 3 geführt werden, somit mit
im Wesentlichen nur einem Freiheitsgrad. "Im Wesentlichen" bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass ein gewisses Spiel für die erfindungsgemäße Funktion zulässig ist, solange die
Stabilität der Führung dadurch nicht beeinträchtigt wird.
[0053] In diesem Ausführungsbeispiel sind an der Rahmenkonstruktion 1, insbesondere am Oberteil
6, Befestigungselemente 12 in Form von Freistellungen vorgesehen. Diese dienen der
Befestigung von Verbindungelementen 13, wie nachfolgend näher erläutert.
[0054] Die Längserstreckungsrichtung 5 und die Führungsrichtung 21 der Stockbaumführung
4 verlaufen in diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen parallel zueinander.
[0055] In anderen, nicht dargestellten Ausführungsformen kann die Stockbaumführung 4 andere
Geometrien aufweisen. Insbesondere kann die Geometrie des Aufnahmebereichs 2 in Größe
und Form an den jeweils eingesetzten Stockbaum angepasst sein, ohne vom Grundgedanken
der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
[0056] Die Kombination der Stockbaumführung 4 und des Stockbaums 3, wie in den Fig. 1 und
2 gezeigt, stellt auch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung und
der erfindungsgemäßen Verwendung bereit.
[0057] Fig. 3 und 4 zeigen schematische Ansichten einer Behelfskonstruktion mit der Stockbaumführung
4 des zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiels, mit dem Stockbaum 3 in einer ersten
bzw. einer zweiten Position. Die Konstruktionsdetails der Stockbaumführung 4 werden
an dieser Stelle nicht nochmals erläutert. Dementsprechend ist die Stockbaumführung
4 in den Fig. 3 und 4 auch nur schematisch dargestellt.
[0058] Es ist ein Mastteil 14 dargestellt, wobei der Mastteil 14 ein im Aufbau befindlicher
Mast ist. Der Mast wird in gebirgigem Gelänge gebaut, sodass zu dessen Aufbau keine
externen Kräne oder vergleichbare Hebevorrichtungen zur Verfügung stehen. Daher wird
als Alternative eine Stockbaumkonstruktion wie in den Fig. 3 und 4 eingesetzt, die
zum Anheben weiterer Mastteile verwendet wird. Diese gesamte Anordnung, umfassend
den Stockbaum 3, die Stockbaumführung 4 sowie den Mastteil 14 ist als Behelfskonstruktion
im Sinne der vorliegenden Erfindung zu verstehen.
[0059] An dem Mastteil 14 ist ein Stockbaum 3 befestigt. Die Verbindung zwischen Mastteil
14 und Stockbaum 3 ist in diesem Ausführungsbeispiel mit Verbindungsmitteln 13 realisiert,
die als Gurte ausgebildet sind. Einerseits sind erste Verbindungsmittel 13' zwischen
dem Mastteil 14 und dem Oberende 15 des Stockbaums 3 angeordnet, andererseits sind
zweite Verbindungsmittel 13" zwischen dem Mastteil 14 und dem Unterende 16 des Stockbaums
3 angeordnet. Die ersten Verbindungsmittel 13' werden mittels Spannelementen 19, in
diesem Ausführungsbeispiel in Form von Ratschenvorrichtungen, in Spannung gebracht.
Die ersten Verbindungsmittel 13' sind an der Anschlussebene 22 mit dem Mastteil 14
verbunden. Die Anschlussebene 22 ist jene Ebene, auf die neue Mastelemente 23 aufgesetzt
werden, wie in Fig. 4 dargestellt.
[0060] Die zweiten Verbindungsmittel 13" sind unterhalb der Anschlussebene mit dem Mastteil
14 verbunden und als durchgängiges Zugelement ausgeführt, das von einem Befestigungspunkt
24 über Führungsrollen 25 am Unterende 16 des Stockbaums 3, am Mastteil 14 sowie im
Bereich des Bodens zu einer Winde 26 geführt ist. Durch Aufrollen des zweiten Verbindungsmittels
13" auf die Winde 26 wird dieses verkürzt und der Stockbaum 3 wird angehoben.
[0061] Zusätzlich ist in dieser erfindungsgemäßen Behelfskonstruktion die Stockbaumführung
4 der Erfindung am Stockbaum 3 angeordnet. Diese befindet sich zwischen Oberendet
15 und Unterende 16 des Stockbaums 3 und wird über dritte Verbindungsmittel 13‴, ebenfalls
in Form von Gurten mit Spannelementen 19, in Position gehalten. Die Verbindungsmittel
13‴ sind in der Anschlussebene 22 des Mastteils befestigt.
[0062] Mit der Behelfskonstruktion können nach deren Aufbau weitere Mastelemente angehoben
und an die gewünschte Stelle gebracht werden, bis die gewünschte Höhe des Masten erreicht
ist.
[0063] Die Behelfskonstruktion wird insbesondere durch Einführen des Stockbaums 3 in die
Stockbaumführung 4 und Befestigen von Stockbaum 3 und Führung 4 mittels Verbindungselementen
13 am Mastteil 14 bereitgestellt. Dies stellt eine erste Position der Behelfskonstruktion
dar.
[0064] Nach weiterem Aufbau des Mastteils 14, dargestellt in Fig. 4 durch die Zusatzhöhe
20, reicht die Länge des Stockbaums 3 nicht mehr aus, um ihn sinnvoll zum Anheben
weiterer Mastelemente einzusetzen. Daher ist eine Erhöhung des Stockbaums 3 erforderlich.
Dies erfolgt durch Längenveränderung, insbesondere Verkürzung bzw. Aufrollen auf die
Winde 26, des zweiten Verbindungsmittels 13", wodurch der Stockbaum 3 an der Stockbaumführung
4 entlang der Führungsrichtung 21 nach oben gleitet. Das zweite Verbindungsmittel
13" wirkt dabei als Seilzug. Die Stockbaumführung 4 stellt dabei eine im Wesentlichen
positionsstabile Führung bereit. Nach dem Verlagern des Stockbaums 3 befindet sich
dieser in einer zweiten Position, die ausreicht um weitere Elemente des Masts mit
dem Stockbaum anheben zu können.
[0065] Sowohl in der ersten Position als auch in der zweiten Position ist die Stockbaumführung
4 vom Boden beanstandet angeordnet.
[0066] Falls erforderlich kann in einem weiteren Schritt auch die Position der Stockbaumführung
4 verändert werden. Insbesondere kann die Stockbaumführung 4 mit den Verbindungsmitteln
13‴ an der neuen Anschlussebene befestigt werden. Auch die Position der ersten Verbindungsmittel
13' und der zweiten Verbindungsmittel 13" kann verändert werden.
[0067] Der Stockbaum 3 kann auch schräggestellt werden (nicht dargestellt), um diesen als
kranähnliche Konstruktion einzusetzen. Zum Anheben von Mastelementen kann eine Hebevorrichtung
vorgesehen sein.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Rahmenkonstruktion
- 2
- Aufnahmebereich
- 3
- Stockbaum
- 4
- Stockbaumführung
- 5
- Längserstreckungsrichtung
- 6
- Oberteil
- 7
- Unterteil
- 8
- Verbindungsstrebe
- 9
- Gleitelement
- 10
- Anlageabschnitt
- 11
- Endabschnitt
- 12
- Befestigungselement
- 13
- Verbindungsmittel
- 13'
- erstes Verbindungsmittel
- 13"
- zweites Verbindungsmittel
- 13‴
- drittes Verbindungsmittel
- 14
- Mastteil
- 15
- Oberende
- 16
- Unterende
- 17
- Seitenfläche
- 18
- Anlagebereich
- 19
- Spannelement
- 20
- Zusatzhöhe
- 21
- Führungsrichtung
- 22
- Anschlussebene
- 23
- Mastelement
- 24
- Befestigungspunkt
- 25
- Führungsrolle
- 26
- Winde
- α
- Winkel
1. Stockbaumführung umfassend eine Rahmenkonstruktion (1) sowie einen innerhalb der Rahmenkonstruktion
(1) gebildeten Aufnahmebereich (2), dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebereich (2) dazu eingerichtet ist, einen Stockbaum (3) aufzunehmen und
eine Bewegung der Stockbaumführung (4) entlang der Längserstreckungsrichtung (5) des
Stockbaums (3) zu ermöglichen.
2. Stockbaumführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenkonstruktion (1) ein Oberteil (6) und ein Unterteil (7) sowie das Oberteil
(6) und das Unterteil (7) verbindende Verbindungsstreben (8) umfasst.
3. Stockbaumführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der dem Aufnahmebereich (2) zugewandten Seite der Rahmenkonstruktion (1) Gleitelemente
(9) angeordnet sind, wobei die Gleitelemente (9) Anlagebereiche (18) zur Anlage des
Stockbaums (3) bilden.
4. Stockbaumführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente (9) im Wesentlichen parallel zur Längserstreckungsrichtung (5)
des Stockbaums (3) verlaufend angeordnet sind.
5. Stockbaumführung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente (9) einen Anlageabschnitt (10) und zumindest einseitig, vorzugsweise
beidseitig, einen Endabschnitt (11) umfassen, wobei der Endabschnitt (11) in einem
Winkel (a) zum Anlageabschnitt (10) und vom Aufnahmebereich (2) wegweisend angeordnet
ist.
6. Stockbaumführung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (a) zwischen 5° und 60°, vorzugsweise zwischen 5° und 30°, in Bezug auf
den Anlageabschnitt (10) beträgt.
7. Stockbaumführung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stockbaumführung (4) wenigstens ein Befestigungselement (12) umfasst, das zum
Befestigen eines Verbindungsmittels (13) an der Stockbaumführung (4) ausgebildet ist.
8. Anordnung einer Stockbaumführung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 an einem Stockbaum (3),
wobei der Stockbaum (3) im Aufnahmebereich (2) der Stockbaumführung (4) angeordnet
ist.
9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stockbaum (3) wenigstens drei Seitenflächen (17) aufweist, die entlang der Längserstreckungsrichtung
(5) des Stockbaums (3) verlaufen, und dass die Stockbaumführung (4) eine der Anzahl
der Seitenflächen (17) entsprechende Anzahl an Anlagebereichen (18) zur Anlage des
Stockbaums (3) umfasst, wobei die Anlagebereiche (18) durch Gleitelemente (9) an der
dem Aufnahmebereich (2) zugewandten Seite der Rahmenkonstruktion (1) gebildet sind.
10. Behelfskonstruktion umfassend eine Anordnung nach Anspruch 8 oder 9, sowie einen Mastteil (14) oder einen
Mast, wobei die Stockbaumführung (4) und der Stockbaum (5) mittels Verbindungselementen
(13) mit dem Mastteil (14) oder dem Mast verbunden sind.
11. Behelfskonstruktion nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Verbindungselement (13') zur Verbindung des Mastteils (14) oder des Masts
mit einem Oberende (15) des Stockbaums (3) vorgesehen ist, dass ein zweites Verbindungselement
(13") zur Verbindung des Mastteils (14) oder des Masts mit einem Unterende (16) des
Stockbaums (3) vorgesehen ist, und dass ein drittes Verbindungselement (13") zur Verbindung
des Mastteils (14) oder des Masts mit der Stockbaumführung (4) vorgesehen ist, wobei
die Stockbaumführung (4) zwischen Oberende (15) und Unterende (16) des Stockbaums
(3) angeordnet ist.
12. Behelfskonstruktion nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verbindungselement (13, 13', 13", 13‴) ein Spannelement (19) umfasst.
13. Verwendung einer Stockbaumführung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 in einer Anordnung nach Anspruch
8 oder 9 und/oder in einer Behelfskonstruktion nach Anspruch 10, 11 oder 12.
14. Verfahren zum Betrieb einer Behelfskonstruktion mit einem Stockbaum unter Verwendung einer
Stockbaumführung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend die folgenden Schritte:
a. Einführen des Stockbaums in die Stockbaumführung,
b. Befestigen mittels Verbindungselementen des Stockbaums und der Stockbaumführung
an einem Mastteil oder einem Mast in einer ersten Position, und
c. Verlagern des Stockbaums in eine zweite Position durch Führen des Stockbaums durch
die Stockbaumführung.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass beim Verlagern des Stockbaums die Höhe des Stockbaums verändert wird.