[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Straßenleuchte, welche dazu eingerichtet
ist, wetterabhängig die Lichtabgabe zu verändern.
[0002] Das Wetter hat einen starken Einfluss auf die Sichtverhältnisse im Straßenverkehr.
So ändern sich bei Nebel, Regen oder Schnee die Anforderungen an die Beleuchtungsaufgabe.
Die Beleuchtung, die bei Trockenheit und guten Sichtverhältnissen als ideal wahrgenommen
wird, kann bei Niederschlag und Nebel zu starker Streuung oder Blendung führen, was
für die Verkehrsteilnehmer als unangenehm, anstrengend oder ermüdend empfunden wird.
Dies kann auch zur Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führen.
[0003] Daher existieren im Stand der Technik eine Reihe von Sensorsystemen, welche die geänderten
Sichtverhältnisse bei Nebel, Regen oder Schnee detektieren. Derartige Systeme zum
Erfassen von Nebel sind z.B. LiDAR- oder IR-Sensoren, welche über die Rückstrahlkurven
des ausgestrahlten Lichts Informationen über die Partikeldichte oder die Regenmenge
in der Luft geben. Ferner sind Sensoren bekannt, welche die Straßennässe direkt erfassen.
Die genannten Sensorsysteme sind jedoch aufwändig und werden daher außerhalb der Leuchte
zur Steuerung von vorzugsweise mehreren Leuchten vorgesehen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Straßenleuchte bereitzustellen, welche
in möglichst einfacher Weise eine wetterabhängige Lichtabgabe bereitstellen kann,
ohne großen konstruktiven Aufwand.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Straßenleuchte nach Anspruch 1 gelöst.
[0006] Eine Besonderheit der Straßenleuchte der vorliegenden Erfindung ist, dass ein Feuchtigkeitssensor
direkt in der Leuchte integriert ist. Der Feuchtigkeitssensor kann in verschiedenen
Weisen ausgeführt werden, wobei insbesondere kapazitive Systeme, die baulich sehr
einfach sind, bevorzugt sind. Alternativ können auch Sensoren verwendet werden, die
beispielsweise auf einer Schallmessung oder einem optischen Prinzip beruhen. Gemeinsam
ist den erfindungsgemäßen Aufbauten, dass die Feuchtigkeitssensoren in der Straßenleuchte
selbst untergebracht sind und zwar unter einer Leuchtenabdeckung, z.B. einer transparenten
Leuchtenabdeckung, oder unter einem Gehäusebauteil der Leuchte. Die Feuchtigkeitssensoren
sind daher vollständig verdeckt und der Witterungsumgebung nicht direkt ausgesetzt.
Ferner haben die baulich einfachen Sensoren den Vorteil, dass sie im Inneren der Leuchten
einfach mit einem Steuergerät in der Leuchte selbst verbunden sind und das Steuergerät
die Lichtabgabe entsprechend der gemessenen Feuchtigkeit verändern kann. Eine Ankopplung
an eine externe Messeinrichtung ist nicht notwendig. So lässt sich z.B. auch die Abdichtung
der Leuchte durch den integrierten Feuchtigkeitssensor in der gleichen Weise realisieren,
wie bei herkömmlichen Leuchten.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Straßenleuchte einen Feuchtigkeitssensor
auf, der dafür eingerichtet ist, eine Kapazitätsänderung zu messen, wobei die Kapazität
zwischen zwei Elektroden gemessen wird und eine erste der Elektroden in dem Gehäusebauteil
integriert ist oder eine der Elektroden durch das Gehäusebauteil, welches in diesem
Fall metallisch ist, selbst gebildet ist. Die zwischen den zwei Elektroden gemessene
Kapazität ändert sich bei Feuchtigkeit, weil die Dielektrizitätskonstante von Wasser
oder Schnee viel höher ist als die Dielektrizitätskonstante von Luft. Wenn daher im
Bereich der Elektroden, z.B. auf der Gehäuseaußenseite Regentropfen oder Schnee liegt,
ändert sich die Kapazität, weil die Kapazität zwischen Elektroden von dem Dielektrikum,
welches die Elektroden umgibt, abhängig ist. Dieser Aufbau ist sehr einfach, weil
wenigstens eine der Elektroden in das Gehäuse integriert werden kann oder von dem
Gehäuse selbst gebildet werden kann. Dabei ist es auch nicht störend, wenn das Gehäuse
gemäß einer Ausführungsform nach außen mit einem isolierenden Lack versehen ist. Auch
der Feuchtigkeitsfilm auf der Außenseite über der Isolierung bewirkt die Kapazitätsänderung,
welche zur Detektion der Feuchtigkeit ausreicht.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Gegenelektrode der ersten Elektrode
elektrisch isoliert von der ersten Elektrode an einer Innenseite des Gehäusebauteils
angebracht oder ist elektrisch isoliert von der ersten Elektrode in dem Gehäusebauteil
oder in der Leuchtenabdeckung integriert. Dadurch ist der Aufbau des Feuchtigkeitssensors
sehr einfach und es stehen keine Teile über dem vorhandenen Leuchtengehäuse über.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist der Feuchtigkeitssensor mehrere erste
Elektroden auf, die in einem Isolationskörper der Leuchtenabdeckung integriert sind,
und eine Gegenelektrode, die elektrisch isoliert an oder hinter der Leuchtenabdeckung
angebracht ist. Die mehreren ersten Elektroden können beispielsweise streifenförmig
nebeneinander angeordnet sein und die Gegenelektrode durch eine ringförmige Anordnung
um die ersten Elektroden gebildet sein. Dieser Aufbau sorgt dafür, dass sich bei aufliegender
Feuchtigkeit auf dem Sensor die Kapazität zwischen den ersten Elektroden und der Gegenelektrode
stärker ändert als beim Aufbau mit nur zwei Elektroden. Dadurch wird die Messung sensibler.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind mehrere erste Elektroden in einem Isolationskörper
der Straßenleuchte angeordnet und eine Gegenelektrode ist durch das Gehäusebauteil,
welches metallisch ist, gebildet. Wie vorhergehend bereits ausgeführt, ist dieser
Aufbau besonders einfach zu realisieren.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beruht der Feuchtigkeitssensor auf einem
optischen Messprinzip und der Feuchtigkeitssensor ist hinter einer Leuchtenabdeckung,
die transparent ist, angebracht. Die Leuchtenabdeckung kann z.B. die gleiche transparente
Leuchtenabdeckung sein, welche als Lichtaustrittsfläche der Straßenleuchte ohnehin
vorhanden ist. Dadurch, dass der optische Sensor hinter der Abdeckung installiert
ist, ist dieser auch vollständig in die Leuchte integriert.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Feuchtigkeitssensor dazu eingerichtet,
einen Lichtpuls von einem Sender auszugeben, welcher durch die transparente Leuchtenabdeckung
hindurchtritt und im Fall eines Wassertropfens auf der Außenseite der transparenten
Leuchtenabdeckung von diesem zu einem Empfänger des Feuchtigkeitssensors durch die
transparente Abdeckung zurückgestreut wird. Dieses Messprinzip ist sehr präzise und
ermöglicht es sogar, unterschiedliche Niederschlagsarten wie Regen oder Schnee zu
unterscheiden, da die Rückreflexion von der Größe und der Art der auf der transparenten
Abdeckung aufliegenden Wassertröpfchen abhängt.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die transparente Abdeckung wenigstens
teilweise als eine Linse ausgeführt. Diese Ausführungsform ermöglicht es, die Messempfindlichkeit
weiter zu erhöhen, weil durch die Linse der von einem Wassertropfen reflektierte Lichtstrahl
auf ein Sensorelement im Inneren der Leuchte gebündelt werden kann.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform liegt das von dem Feuchtigkeitssensor abgegebene
Licht im Infrarotbereich. Licht im Infrarotbereich lässt sich elektronisch gut erfassen
und hat ferner den Vorteil, dass Störeinflüsse wie ein Auftreffen von Fremdlicht durch
einen Fahrzeugscheinwerfer auf den Sensor das Messergebnis nicht beeinflussen.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Feuchtigkeitssensor ein Radarsensormodul,
insbesondere ein Doppler-Radar-Sensormodul, einen Vibrationssensor, einen Piezoschallaufnehmer
oder ein Mikrofon, wobei der Feuchtigkeitssensor auf einer Innenseite der Leuchtenabdeckung
oder des Gehäusebauteils angebracht ist und dafür eingerichtet ist, Schallwellen zu
detektieren, welche durch auf die Leuchtenabdeckung oder das Gehäuse auftreffende
Regentropfen hervorgerufen werden. Die auf die Leuchtenabdeckung oder das Gehäuse
auftreffenden Regentropfen erzeugen für die Stärke des Niederschlags charakteristische
Schallwellen. Die Detektion der Schallwellen erlaubt daher sogar quantitativ eine
Regenintensität zu detektieren.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Feuchtigkeitssensor eine Radiofrequency-Identification,
RFID, -Antenne, die auf einer Innenseite der Leuchtenabdeckung angebracht ist, und
dafür eingerichtet ist, eine Impedanzänderung zu messen. Diese Ausführungsform ist
besonders einfach zu implementieren, da die RFID-Antenne zur Messung einer Impedanzänderung
keine besonderen Anforderungen an die exakte Positionierung stellt. Diese Ausführungsform
ist für nichtmetallische Leuchtenabdeckungen oder Gehäsue bevorzugt.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Straßenleuchte ferner einen Temperaturmesser
auf, wobei die Steuereinrichtung die Lichtabgabe ferner stärker verändert, wenn der
Temperaturmesser eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt anzeigt. Der Temperaturmesser
dient dazu, die Messergebnisse des Feuchtigkeitssensors weiter zu interpretieren,
insbesondere, um zwischen Regen und Schnee zu unterscheiden. Selbst wenn der Feuchtigkeitssensor
dafür eingereichte ist, selbst eine regennasse Oberfläche von einer schneebedeckten
Oberfläche zu unterscheiden, wird diese Messung dadurch verfälscht, dass durch die
Wärmeentwicklung der Leuchte eine Schneebedeckung relativ kurzfristig wieder geschmolzen
wird. Durch einen separaten Temperatursensor kann jedoch darauf geschlossen werden,
dass wenigstens auf Oberflächen außerhalb der Leuchte noch eine Schneebedeckung vorhanden
ist, während auf der Leuchte selbst am Feuchtigkeitssensor nur eine regennasse Oberfläche
detektiert wird. Die Ergebnisse der Temperaturmessung werden in dieser Ausführungsform
vom Steuergerät der Leuchte zur Veränderung der Lichtabgabe in Ergänzung zu den Messergebnissen
des Feuchtigkeitssensors verarbeitet.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen deutlich, die im Zusammenhang mit den beigefügten
Figuren gegeben wird. In den Figuren ist Folgendes dargestellt:
- Figuren 1-3
- zeigen jeweils einen Querschnitt durch einen Gehäuseabschnitt von verschiedenen Straßenleuchten
mit innenliegendem kapazitiven Feuchtigkeitssensor.
- Figur 4
- zeigt eine Aufsicht auf einen kapazitiven Feuchtigkeitssensor mit mehreren Elektroden,
welcher in einem Gehäuseabschnitt integriert ist.
- Figur 5
- zeigt einen Querschnitt durch einen integrierten Feuchtigkeitssensor, der auf optischer
Basis Wassertropfen detektiert.
- Figur 6
- zeigt schematisch die Funktionsweise eines Feuchtigkeitssensors, der auf einer Schallmessung
beruht.
- Figur 7
- zeigt schematisch die Funktionsweise eines Feuchtigkeitssensors, der optisch Wassertropfen
detektiert.
- Figur 8
- zeigt einen Querschnitt durch einen Gehäuseabschnitt einer Straßenleuchte mit einem
innenliegenden elektronischen Vorschaltgerät, welches für eine kapazitive Feuchtigkeitsbestimmung
eingerichtet ist.
[0019] Die Erfindung betrifft eine Straßenleuchte mit einem integrierten Feuchtigkeitssensor.
In den Figuren ist nur jeweils ein Ausschnitt der Straßenleuchte dargestellt, in welchen
der Feuchtigkeitssensor integriert ist. Bezug nehmend auf die Figuren 1 bis 4 und
8 sind Ausführungsformen dargestellt, bei welchen die Feuchtigkeitsmessung auf einer
kapazitiven Messung beruht. Das kapazitive Messverfahren beinhaltet eine elektronische
Schaltung zur Messung der Kapazität zwischen wenigstens zwei Elektroden. Hierzu werden
die wenigstens zwei Elektroden mit einem Messsystem in der Leuchte elektrisch verbunden.
Durch Feuchtigkeit wie Nebel, Betauung, Regen oder Schnee ändert sich die Dielektrizitätskonstante
des Materials im Bereich der Elektroden, wodurch sich die Kapazität ändert. Die Höhe
der Kapazitätsänderung gibt Auskunft über die Menge der Feuchtigkeit. Verschmutzungen
haben auch einen direkten Einfluss auf die Kapazität. Daher werden in den Ausführungsformen
nicht die absoluten Kapazitäten, sondern nur die relativen Kapazitätsänderungen gemessen.
Dadurch lassen sich Verschmutzungseinflüsse, die sich dauerhaft auf die Leuchte auswirken,
ausblenden.
[0020] In Figur 1 ist eine Ausführungsform dargestellt, in welcher eine Elektrode 2 auf
der Innenseite eines Gehäuseabschnitts 1 der Leuchte angebracht ist. Die Elektrode
2 ist über eine Messleitung 3 mit dem Messsystem über einen Ableitwiderstand verbunden.
Die Messleitung zum Gehäuseabschnitt 1, die in dieser Ausführungsform als die zweite
Elektrode dient, ist nicht dargestellt.
[0021] Die Figur 2 zeigt eine alternative Ausführungsform, in welcher die Elektrode 2 mit
einem Isolierkörper 4 in den Gehäuseabschnitt 1 integriert ist. Als Berührungsschutz
nach außen ist ferner eine isolierende Beschichtung 5 auf dem Gehäuseabschnitt und
der Messelektrode 2 vorgesehen. Wie in der Ausführungsform nach Figur 1 dient in diesem
Fall das Gehäuse 1 als Gegenelektrode für die Messelektrode 2.
[0022] Die Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform, bei welcher eine Messelektrode 2
ähnlich wie in Figur 2 in einem Isolierkörper 4 und unter einem Berührschutz 5 in
einem Ausschnitt des Gehäuses 5 angeordnet ist. Bei dieser Ausführungsform ist die
Gegenelektrode jedoch nicht durch das Gehäuse selbst gebildet, sondern durch eine
separate Elektrode 6, die in dem Isolierkörper 4 beabstandet von der ersten Messelektrode
2 angeordnet ist. Beide Elektroden 2 und 6 sind daher über den Isolierkörper 4 voneinander
und von der Leuchtenabdeckung 1 getrennt.
[0023] Die Figur 4 zeigt eine Variante des Feuchtigkeitssensors mit mehreren ersten Elektroden
2a-2d und einer Gegenelektrode 6, welche die mehreren streifenförmig angeordneten
ersten Elektroden 2a-2d umgibt. Die Elektroden 2a-2d sind gegeneinander und von der
Gegenelektrode 6 durch einen Isolierkörper 4 getrennt. Die ganze Anordnung ist in
einem Ausschnitt des Leuchtengehäuses 1 angeordnet. Durch die größere Anzahl von getrennten
Messelektroden kann eine genauere Feuchtigkeitsmessung erreicht werden.
[0024] Alle vorhergehend genannten Messprinzipen beruhen auf einer kapazitiven Messung.
Wenn auf der Außenseite des Gehäuses ein Wasserfilm oder Wassertropfen liegen, ändert
sich die Dielektrizitätskonstante in der Nähe der Messelektroden, wodurch sich die
Kapazität zwischen den Elektroden ändert. Diese Kapazitätsänderung dient direkt als
Indikator für das Vorliegen von Feuchtigkeit.
[0025] Die Ausführungsform nach Figur 5 beruht demgegenüber auf einem optischen Messprinzip.
Ein Lichtimpuls wird von einem Sender ausgegeben, welcher sich unter einer transparenten
Leuchtenabdeckung in Form einer Linse 8 innerhalb der Leuchte befindet. Trifft dieser
Lichtpuls auf Wassertropfen 7 auf der Außenseite der Leuchte, wird Licht von diesen
Wassertropfen zurückgestreut. Dieses Streulicht wird mit einem Empfänger 10 unterhalb
der transparenten Leuchtenabdeckung gemessen. Das Messsignal kann daher direkt als
Anzeichen für Wassertropfen an der Außenseite der Leuchte verwendet werden. Der Sender
und Empfänger 10 kann beispielsweise durch einen LiDAR-Sender/Empfänger gebildet werden.
Der Vorteil einer Linse 8 gegenüber einer ebenen transparenten Abdeckung ist, dass
das zurückreflektierte Licht auf den Empfänger gebündelt wird, so dass sich die Messempfindlichkeit
erhöht.
[0026] Die Figur 6 verdeutlicht die Funktionsweise einer Ausführungsform mit akustischer
Messung. An der Unterseite eines Gehäuseabschnitts 1 der Leuchte ist ein Sensorelement
12 zur Messung von Schallwellen angebracht. Das Sensorelement 12 kann beispielsweise
durch ein Doppler-Radarsensormodul, einen Vibrationssensor, einen Piezoschallaufnehmer
oder ein empfindliches Mikrofon gebildet sein. Beim Auftreffen eines Wassertropfens
7 auf die äußere Oberfläche des Leuchtengehäuses 1 werden Schallwellen erzeugt. Diese
Schallwellen können von dem Sensor 12 detektiert werden. Durch das singuläre Ereignis
eines Wassertropfens wird ein detektierbarer Ausschlag gegenüber dem Grundrauschen
erzeugt, wie in dem HF-Zeit-Diagramm dargestellt. Dieses Ereignis kann als das Auftreffen
eines Wassertropfens durch eine nachgeschaltete Elektronik ausgewertet werden. Aufgrund
der Häufigkeit solcher singulären Ereignisse kann sogar ein Maß für die Anzahl der
Wassertropfen pro Zeiteinheit ermittelt werden.
[0027] Die Figur 7 zeigt eine Ausführungsform des Feuchtigkeitssensors mit optischer Bestimmung
von Wasserpartikeln. Eine transparente Abdeckung 14 ist in einem Gehäuseabschnitt
1 der Leuchte integriert. Ein Sender- und Empfängermodul 10 sendet Licht, z.B. im
Infrarotbereich, aus und wird an einer Oberfläche der transparenten Abdeckung 14 reflektiert.
Wenn ein Wassertropfen 7 auf der Abdeckung ausliegt, wird ein Teil des Lichts, welches
ohne Wassertropfen an der äußeren Oberfläche der Abdeckung 14 reflektiert wird, aus
der Abdeckung 14 ausgekoppelt, da der Wassertropfen 7 einen größeren Brechungsindex
als Luft aufweist. Daher ist die Menge des reflektierten Lichts am Empfänger 10 reduziert.
Wie in den Reflexion-Messzeit-Diagrammen der Figur 7 dargestellt, reduziert sich daher
der Anteil des gemessenen reflektierten Lichts, wenn ein Wassertropfen 7 auf der transparenten
Abdeckung 14 aufliegt. Der Reflexionsunterschied kann daher zur Bestimmung von Wassertropfen
oder einem durchgängigen Feuchtigkeitsfilm auf der Abdeckung 14 dienen.
[0028] Die Figur 8 zeigt eine Variante einer Ausführungsform mit kapazitiver Messung. In
dieser Ausführungsform wird die Kombination eines elektronischen Vorschaltgeräts zur
Messung der relativen Kapazität zwischen einem LED-Modul 16 und einem Abschnitt des
Leuchtengehäuses 1 verwendet. Dabei wird ausgehend von einem Mikroprozessor an einem
elektronischen Vorschaltgerät der LED eine Leitung 18 herausgeführt, welche mit einem
Ableitungswiderstand 19 mit dem Gehäuseabschnitt 1 verbunden ist. Durch den Ableitungswiderstand
19 ist gewährleistet, dass bei Berührung des Gehäuses 1 ein maximaler Berührungsstrom
nicht überschritten wird. Das elektronische Vorschaltgerät der LEDs ist mit der Leitung
20 mit dem LED-Modul 16 verbunden. Durch eine Kapazitätsmessung zwischen den Zu- und
Ableitungen 18, 20 kann die Kapazität zwischen dem Leuchtengehäuse 1 und dem LED-Modul
16 gemessen werden. Diese Kapazität ist wieder ein Indikator für Feuchtigkeit, die
sich auf der Außenseite des Gehäuses befindet.
[0029] In allen Ausführungsformen ist im Inneren der Leuchte ferner eine elektronische Schaltung
vorgesehen, welche das Messsignal von dem Feuchtigkeitssensor empfängt und zur Regelung
der Lichtabgabe der Leuchte eingerichtet ist. Bei Nebel oder Niederschlag in Form
von Regen oder Schnee ändert die Straßenleuchte ihre Lichtverteilung und/oder Lichtfarbe
und/oder ihren Lichtstrom, mit dem Zweck, die Sichtverhältnisse für die Verkehrsteilnehmer
zu verbessern. Bei der Detektion von Regen, Nebel oder Schnee über den Feuchtigkeitssensor
ist daher die elektronische Steuereinrichtung in der Straßenleuchte dazu eingerichtet,
die Lichtausgabe zu verändern, insbesondere eine Änderung der Lichtfarbe hin zu einem
geringeren Blau-Anteil und einem höheren Rot-Anteil zu verändern, da der Rot-Anteil
des Lichts weniger zur Blendung führt. Dadurch ist zwar die Farbwiedergabe im Vergleich
zu weißem Licht verschlechtert, aber gleichzeitig der Kontrast erhöht, da die Verkehrsteilnehmer
weniger geblendet werden. Da die Witterungsverhältnisse bei Regen, Nebel oder Schnee
den Kontrast stark verringern, können durch die Erhöhung des Kontrast die Änderungen
der Lichtfarbe in geeigneter Weise den gewünschten Effekt zur Verbesserung der Sichtverhältnisse
erzielen. Die verschlechterte Farbwiedergabe ist in diesem Fall zweitrangig. Alternativ
oder zusätzlich kann auch das Beleuchtungsniveau insgesamt reduziert werden, um die
Blendung der Verkehrsteilnehmer bei Regen, Nebel oder Schnee zu verringern. Dazu können
von der Steuereinrichtung der Leuchte die Leuchtmittel in der Leuchte einfach gedimmt
werden. Neben der Möglichkeit, das Beleuchtungsniveau insgesamt zu senken, um die
Blendung zu reduzieren, kann auch die Lichtverteilung der Leuchte geändert werden,
um die Beleuchtungsdichte auf der regennassen Oberfläche zu verringern und somit die
Blendung zu reduzieren. In diesem Fall wird die Lichtverteilung zu einer breiteren
Lichtverteilung verändert.
[0030] Durch die automatische, wetterabhängige Einstellung von Lichtstrom, Lichtfarbe und/oder
Lichtverteilung wird daher der Sichtkomfort für die Verkehrsteilnehmer bei widrigen
Wetterbedingungen verbessert.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0031]
- 1
- Gehäuseabschnitt
- 2, 2a, 2b, 2c, 2d
- Elektrode
- 3
- Messleitung
- 4
- Isolationskörper
- 5
- Berührungsschutz
- 6
- Gegenelektrode
- 7
- Wassertropfen
- 8
- Linse
- 10
- optischer Sender/Empfänger
- 12
- akustischer Empfänger
- 14
- transparente Abdeckung
- 16
- LED-Modul
- 18
- Messleitung zum Mikrokontroller des elektronischen Vorschaltgeräts
- 19
- Ableitungswiderstand
- 20
- Leitung vom elektronischen Vorschaltgerät
1. Straßenleuchte, welche dazu eingerichtet ist, wetterabhängig eine Lichtabgabe zu verändern,
gekennzeichnet durch einen Feuchtigkeitssensor, der in der Straßenleuchte selbst unter einem Gehäusebauteil
(1) oder einer Leuchtenabdeckung (14) der Straßenleuchte verdeckt angebracht ist,
wobei eine Steuereinrichtung in der Straßenleuchte dazu eingerichtet ist, eine Lichtabgabe
von Leuchtmittel der Straßenleuchte in Abhängigkeit von Messsignalen des Feuchtigkeitssensors
zu verändern.
2. Straßenleuchte nach Anspruch 1, wobei der Feuchtigkeitssensor dafür eingerichtet ist,
eine Kapazitätsänderung zu messen, wobei die Kapazität zwischen zwei Elektroden (2,
6) gemessen wird und eine erste der Elektroden (2) in dem Gehäusebauteil (1) integriert
ist oder eine der Elektroden durch das Gehäusebauteil (1), welches metallisch ist,
selbst gebildet ist.
3. Straßenleuchte nach Anspruch 2, wobei eine Gegenelektrode (6) der ersten Elektrode
(2) elektrisch isoliert von der ersten Elektrode (2) an einer Innenseite des Gehäusebauteils
(1) angebracht ist oder elektrisch isoliert von der ersten Elektrode (2) in dem Gehäusebauteil
(1) oder in der Leuchtenabdeckung integriert ist.
4. Straßenleuchte nach Anspruch 2 oder 3, wobei der Feuchtigkeitssensor mehrere erste
Elektroden (2a-2d), die in oder auf einen Isolationskörper (4) der Leuchtenabdeckung
integriert sind, und eine Gegenelektrode (6) aufweist, die elektrisch isoliert an
oder hinter der Leuchtenabdeckung angebracht ist.
5. Straßenleuchte nach einem der Ansprüche 2 bis 3, wobei mehrere erste Elektroden (2a-2d)
in einem Isolationskörper (4) der Straßenleuchte angeordnet sind und eine Gegenelektrode
durch das Gehäusebauteil (1), welches metallisch ist, gebildet ist.
6. Straßenleuchte nach Anspruch 1, wobei der Feuchtigkeitssensor auf einem optischen
Messprinzip beruht und der Feuchtigkeitssensor hinter einer Abdeckung (14), die transparent
ist, angebracht ist.
7. Straßenleuchte nach Anspruch 6, wobei der Feuchtigkeitssensor dazu eingerichtet ist,
einen Lichtpuls von einem Sender auszugeben, welcher durch die transparente Leuchtenabdeckung
hindurchtritt und im Fall eines Wassertropfens auf der Außenseite der transparenten
Leuchtenabdeckung von diesem zu einem Empfänger (10) des Feuchtigkeitssensors durch
die transparente Abdeckung (14) zurückgestreut wird.
8. Leuchte nach Anspruch 6 oder 7, wobei die transparente Abdeckung (14) wenigstens teilweise
als eine Linse (8) ausgeführt ist.
9. Straßenleuchte nach Anspruch 6, 7 oder 8, wobei das von dem Feuchtigkeitssensor abgegebene
Licht im Infrarotbereich liegt.
10. Straßenleuchte nach Anspruch 1, wobei der Feuchtigkeitssensor ein Radarsensormodul,
insbesondere ein Doppler-Radar-Sensormodul, einen Vibrationssensor, einen Piezoschallaufnehmer
oder ein Mikrofon umfasst, wobei der Feuchtigkeitssensor auf einer Innenseite der
Leuchtenabdeckung oder des Gehäusebauteils (1) angebracht ist und dafür eingerichtet
ist, Schallwellen zu detektieren, welche durch auf die Leuchtenabdeckung oder des
Gehäusebauteils (1) auftreffende Regentropfen hervorgerufen werden.
11. Straßenleuchte nach Anspruch 1, wobei der Feuchtigkeitssensor eine Radiofrequency-Identification,
RFID, -Antenne umfasst, die auf einer Innenseite der Leuchtenabdeckung angebracht
ist, und dafür eingerichtet ist, eine Impedanzänderung zu messen.
12. Straßenleuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die ferner einen Temperaturmesser
aufweist, wobei die Steuereinrichtung die Lichtabgabe ferner stärker verändert, wenn
der Temperaturmesser eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt anzeigt.