[0001] Die Erfindung betrifft eine Biomasseverwertungseinheit, insbesondere eine netzdienliche
Biomasseverwertungseinheit, ein Wohnhaus, insbesondere umfassend eine Biomasseverwertungseinheit,
und ein Verfahren zur Vermeidung einer Netzüberlastung.
[0002] Durch die zunehmende Belastung der Atmosphäre kommt es zu einer Beeinträchtigung
des Klimas. Ein Ausstoß von Verbrennungsgasen durch die Verbrennung nicht nachwachsender
Rohstoffe ist daher unerwünscht. Dennoch müssen die Menschen in einem warmen Wohnraum
leben können und/oder warmes Wasser benutzen können. Aus diesem Grund wird in vermehrtem
Umfang auf Geothermie, z.B. durch Verwendung von Wärmepumpen, zurückgegriffen. Diese
Geothermie-Geräte benötigen jedoch Strom, um funktionieren zu können. Aufgrund des
Umstandes, dass jedoch zeitgleich in vielen Haushalten Wärme, z.B. zum Duschen oder
zum Heizen, durch diese Geothermie-Geräte bereitgestellt werden muss, kann es zu einer
lokal begrenzten oder zu einer makroskopischen Überlastung des Stromnetzes kommen.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung eine Möglichkeit der Wärmebereitstellung zu bieten,
welche möglichst klimafreundlich ist und/oder eine Überlastung der Stromnetzte verhindert
bzw. eine Belastung des Stromnetzes minimiert.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer Biomasseverwertungseinheit gemäß dem Anspruch 1, mit
einem Wohnhaus gemäß dem Anspruch 12 und mit einem Verfahren zur Vermeidung von Netzüberlastung
eines Stromnetzes gemäß dem Anspruch 14 realisiert. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen,
Merkmale und Ausführungsbeispiele ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
sowie aus den Figuren.
[0005] Erfindungsgemäß ist eine Biomasseverwertungseinheit , insbesondere eine netzdienliche
Biomasseverwertungseinheit, umfassend einen Biomasseverwertungsraum, eine Steuereinheit,
einen Wassereingang und einen Wasserausgang, wobei der Biomasseverwertungsraum derart
ausgelegt ist, dass in einem Verwertungszustand der Biomasseverwertungseinheit Wärme
in dem Biomasseverwertungsraum produziert wird oder produzierbar ist, insbesondere
unter Einsatz von Biomasse, wobei der Biomasseverwertungsraum derart ausgelegt ist,
dass in einem Ruhezustand der Biomasseverwertungseinheit keine Wärme in dem Biomasseverwertungsraum
produziert wird oder produzierbar ist, wobei die Steuereinheit einen Informationseingang
aufweist, wobei der Informationseingang dazu ausgelegt ist, ein Informationssignal
zu empfangen, wobei die Steuereinheit dazu ausgelegt ist, die Biomasseverwertungseinheit,
insbesondere durch den Empfang des Informationssignals, in den Verwertungszustand
und/oder den Ruhezustand zu versetzen, wobei die Biomasseverwertungseinheit derart
ausgelegt ist, dass in dem Verwertungszustand der Biomasseverwertungseinheit ein Wasserstrom
vom Wassereingang zum Wasserausgang, insbesondere durch die in dem Biomasseverwertungsraum
produzierte Wärme, beheizt ist oder beheizbar ist. Die erfindungsgemäße Biomasseverwertungseinheit
dient dazu, durch Verwertung von Biomasse Wärme zu produzieren. In anderen Worten
kann die Biomasseverwertungseinheit dazu dienen, in dessen Biomasseverwertungsraum
Biomasse, insbesondere biologisch produzierte Gase oder Festbrennstoffe, zu verbrennen,
um so Wärme zu produzieren. Für diese Verwertung der Biomasse verfügt die Biomasseverwertungseinheit
über einen Biomasseverwertungsraum, in welchem die Verbrennung bzw. Verwertung der
Biomasse stattfinden kann. Dieser Biomasseverwertungsraum ist in einen Verwertungszustand
versetzbar, in welchem Wärme in dem Biomasseverwertungsraum, insbesondere durch Verbrennung
von Biomasse, produziert wird.
[0006] Vorteilhafterweise ist der Biomasseverwertungsraum in der Lage, dass eine Wärmenennleistung
von mindestens 1 kW, bevorzugt von mindestens 2 kW, besonders bevorzugt von mindestens
5 kW und besonders stark bevorzugt von mindestens 8 kW, in Biomasseverwertungsraum
produziert werden kann. Der Biomasseverwertungsraum kann neben dem Verwertungszustand
auch in einem Ruhezustand befindlich sein, wobei in dem Ruhezustand keine Wärme in
dem Biomasseverwertungsraum bzw. in der Biomasseverwertungseinheit produziert wird.
In anderen Worten findet daher in dem Ruhezustand insbesondere keine Verwertung bzw.
Verbrennung von Biomasse in dem Verwertungsraum statt. Neben dem Biomasseverwertungsraum
verfügt die Biomasseverwertungseinheit insbesondere über eine Steuereinheit, welche
einen Informationseingang aufweist. Zusätzlich oder alternativ bevorzugt kann die
Steuereinheit auch einen Informationsausgang aufweisen. Ein Informationseingang der
Steuereinheit ist insbesondere dadurch charakterisiert, dass durch diesen Informationen
von einem Informationsemittenten - außerhalb der Biomasseverwertungseinheit - in die
Steuereinheit der Biomasseverwertungseinheit geführt werden kann. Die Steuereinheit
in der Biomasseverwertungseinheit kann dabei am und/oder im Korpus der Biomasseverwertungseinheit
selbst angeordnet sein oder in unmittelbarer Umgebung zur Biomasseverwertungseinheit
angeordnet sein. Unter einer Anordnung in unmittelbarer Umgebung zu der Biomasseverwertungseinheit
ist dabei in diesem Zusammenhang insbesondere zu verstehen, dass in einem endgültigen
montierten Zustand die Steuereinheit vorteilhafterweise nicht weiter als 15 m, bevorzugt
nicht weiter als 3 m, besonders bevorzugt nicht weiter als 1 m und besonders stark
bevorzugt nicht weiter als 0,5 m von dem Biomasseverwertungsraum distanziert ist.
In anderen Worten kann die Erfindung auch eine Biomasseverwertungseinheitsanordnung
betreffen. Die Steuereinheit der Biomasseverwertungseinheit ist derart ausgelegt bzw.
ausgestaltet, dass diese, insbesondere durch den Empfang des Informationssignals,
den Biomasseverwertungsraum in den Verwertungszustand und/oder in den Ruhezustand
versetzen kann. Hierzu kann die Biomasseverwertungseinheit über eine von der Steuereinheit
ansteuerbare Zündeinheit verfügen und/oder kann die Biomasseverwertungseinheit eine
Erlöschungseinrichtung aufweisen, welche einen für die Verbrennung nötigen Zulaufstrom
von Luft bzw. Sauerstoff in den Biomasseverwertungsraum verschließt. Vorteilhafterweise
ist die Zündeinheit und/oder die Erlöschungseinrichtung durch die Steuereinheit ansteuerbar.
Die Steuereinheit der Biomasseverwertungseinheit ist daher derart ausgebildet, dass
diese den Biomasseverwertungsraum in den Verwertungszustand, insbesondere ausgehend
vom Ruhezustand, versetzen kann und/oder den Biomasseverwertungsraum, insbesondere
ausgehend von dem Ruhezustand, in den Verwertungszustand versetzen kann. Die Biomasseverwertungseinheit
ist derart ausgebildet bzw. ausgelegt, dass in dem Verwertungszustand der Biomasseverwertungseinheit
bzw. des Biomasseverwertungsraums ein Wasserstrom vom Wassereingang zum Wasserausgang,
insbesondere durch die in dem Biomasseverwertungsraum produzierte Wärme, beheizt ist
oder beheizbar ist. In anderen Worten kann dies bedeuten, dass bei einem Zustand der
Biomasseverwertungseinheit bzw. des Biomasseverwertungsraums in dem Verwertungszustand
dem vom Wassereingang zum Wasserausgang fließenden Wasserstrom Wärme zugeführt wird
bzw. werden kann. Vorteilhafterweise ist daher zwischen dem Wassereingang und dem
Wasserausgang, insbesondere entlang des Wasserstroms betrachtet, ein Wärmetauscher
angeordnet. In anderen Worten kann daher die Biomasseverwertungseinheit einen Wärmetauscher
aufweisen, durch welchen Wärmeenergie in den vom Wassereingang zum Wasserausgang strömenden
Wasserfluss einbringbar ist. Insbesondere ist dabei die Biomasseverwertungseinheit
derart angeordnet bzw. ausgebildet, dass in einem Verwertungszustand die Temperaturdifferenz
zwischen dem Wasser am Wassereingang und dem Wasser am Wasserausgang zumindest 20
Kelvin, bevorzugt zumindest 30 Kelvin und besonders bevorzugt zumindest 40 Kelvin,
beträgt. Der vom Wassereingang zum Wasserausgang geförderte Wasserstrom kann dabei
durch eine Pumpe, insbesondere eine Pumpe der Biomasseverwertungseinheit, oder ausschließlich
durch Konvektion bzw. natürliche Konvektion getrieben sein. Durch die erfindungsgemäße
Ausgestaltung der Biomasseverwertungseinheit kann in besonders einfacher Weise Wärme
produziert werden, wobei durch die Verwendung eines Biomasseverwertungsraums in effektiver
Weise nachwachsende Rohstoffe für die Energiegewinnung genutzt werden können. Darüber
hinaus oder alternativ bevorzugt kann durch die Steuereinheit auch aufgrund - beispielsweise
eines externen Informationssignals - die Biomasseverwertungseinheit bzw. der Biomasseverwertungsraum
in oder aus einem Verwertungszustand bzw. in oder aus einem Ruhezustand versetzt werden,
so dass hierdurch auch gezielt auf den Zustand der Biomasseverwertungseinheit bzw.
dem Biomasseverwertungsraum Einfluss genommen werden kann. Unter einem Verwertungszustand
bzw. Ruhezustand der Biomasseverwertungseinheit ist dabei zu verstehen, dass der Biomasseverwertungsraum
in dem maßgeblichen Zustand in dem Verwertungszustand bzw. in dem Ruhezustand befindlich
ist.
[0007] Vorteilhafterweise ist der Informationseingang ein kabelloser oder ein kabelgebundener
Informationseingang. Bei der Verwendung eines kabellosen Informationseingangs kann
eine besonders einfache Montage der Biomasseverwertungseinheit bzw. der Steuereinheit
der Biomasseverwertungseinheit erfolgen. Durch die Verwendung eines kabelgebundenen
Informationseingangs kann eine besonders sichere Informationsübertragung stattfinden,
so dass insbesondere ungewollte Eingriffe Dritter, insbesondere von Hackern, erschwert
bzw. sogar verhindert werden können. Daher kann durch einen kabelgebundenen Informationseingang
die Betriebssicherheit der Biomasseverwertungseinheit gesteigert werden.
[0008] Zweckmäßigerweise ist der Informationseingang ein Fernbereichsinformationseingang,
insbesondere ein Internetanschluss. Unter einem Fernbereichsinformationseingang ist
dabei zu verstehen, dass der Informationsemittent mehr als 1 km, bevorzugt mehr als
10 km und besonders bevorzugt mehr als 100 km von dem Ort des Informationseingangs
entfernt sein kann. Ein derartiger Fernbereichsinformationseingang kann beispielsweise
ein Internetanschluss oder ein Telefonanschluss sein. Darüber hinaus kann ein derartiger
Fernbereichsinformationseingang beispielsweise auch eine Satellitenverbindung sein.
Durch die Verwendung eines Ferninformationseingangs als Informationseingang kann eine
besonders gute und einfache Fernsteuerbarkeit, gerade im Hinblick auf eine Netzdienlichkeit
und einer Vermeidung von Stromnetzüberlastung erfolgen. Beispielsweise kann diese
Fernsteuerbarkeit dabei durch eine zentrale Netzagentur erfolgen. In anderen Worten
kann durch einen Fernbereichsinformationseingang beispielsweise eine Netzagentur in
die Lage versetzt werden, die Biomasseverwertungseinheit in einen Verwertungszustand
zu versetzen, um so ein überlastetes oder stark genutztes Stromnetz zu entlasten,
insbesondere durch eine Abschaltung von Wärmepumpen. Gleichzeitig kann hierdurch jedoch
weiterhin eine stabile und sichere Wärmeversorgung stattfinden, da die Biomasseverwertungseinheit
anstelle der Wärmepumpe zur Wärmeversorgung genutzt werden kann.
[0009] Vorteilhafterweise weist die Biomasseverwertungseinheit eine Biomassenfördereinheit
auf, wobei die Biomassenfördereinheit derart ausgebildet ist, dass diese Biomasse
in den Biomasseverwertungsraum, insbesondere aus einem Tank oder einer Speichervorrichtung,
fördern kann. Die Biomassefördereinheit dient dabei dazu, automatisch Biomasse in
den Biomasseverwertungsraum einzubringen. In anderen Worten ist die Biomassefördereinheit
insbesondere dazu bestimmt, Brennstoffe, insbesondere Festbrennstoffe, in den Biomasseverwertungsraum
automatisch einzubringen. Beispielsweise kann eine derartige Biomassenfördereinheit
ein Schneckenförderer oder ein Förderband sein. Zweckmäßigerweise kann diese Förderung
von Biomasse in den Biomasseverwertungsraum dabei sowohl im Ruhezustand und/oder im
Verwertungszustand der Biomasseverwertungseinheit bzw. des Biomasseverwertungsraums
erfolgen. Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Biomassenfördereinheit durch die Steuereinheit
der Biomasseverwertungseinheit steuerbar ist. In anderen Worten kann die Steuereinheit
der Biomasseverwertungseinheit derart ausgelegt sein, dass diese durch Ansteuern der
Biomassenfördereinheit Biomasse in den Verwertungsraum fördern kann. Hierdurch kann
insbesondere die Fernbedienbarkeit der Biomasseverwertungseinheit gesteigert werden.
[0010] Zweckmäßigerweise weist der Biomasseverwertungsraum einen Abgasanschluss auf, wobei
der Abgasanschluss insbesondere dazu ausgelegt ist, direkt oder indirekt mit einem
Schornstein verbunden zu sein. Durch die Verwendung eines Abgasanschlusses in dem
Biomasseverwertungsraum kann eine besonders sichere Entfernung von Rauchgasen und/oder
Abgasen bei der Verwertung von Biomasse erreicht werden. Besonders bevorzugt ist dabei
der Abgasanschluss dazu ausgelegt, direkt oder indirekt mit einem Schornstein eines
Gebäudes verbunden zu sein. Hierdurch kann eine besonders einfache Montage der Biomasseverwertungseinheit
in einem Gebäude erreicht werden.
[0011] Zweckmäßigerweise weist die Biomasseverwertungseinheit eine Inspektionseinheit auf,
wobei die Inspektionseinheit ein Sichtfenster umfasst, wobei das Sichtfenster eine
visuelle Inspektion des Biomasseverwertungsraums von der Umgebung aus, insbesondere
in dem Ruhezustand und/oder dem Verwertungszustand der Biomasseverwertungseinheit,
ermöglicht. Durch die Verwendung einer Inspektionseinheit kann in besonders einfacher
und zweckdienlicher Weise eine Überprüfung des Zustands der Biomasseverwertungseinheit
bzw. des Biomasseverwertungsraums erreicht werden. Vorteilhafterweise ist das Sichtfenster
dabei durchsichtig, insbesondere in Form eines Klarglases, so dass eine besonders
gute visuelle Überprüfung des Zustands des Verwertungsraums der Biomasseverwertungseinheit
möglich ist. Unter dem Verwertungsraum ist dabei im Sinne der Erfindung der Biomasseverwertungsraum
zu verstehen.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Sichtfenster mindestens eine Größe
von 1000 cm
2, bevorzugt von mindestens 1200 cm
2, besonders bevorzugt von mindestens 1600 cm
2 und besonders stark bevorzugt von mindestens 3000 cm
2 auf. Bei einer Ausbildung des Sichtfensters von mindestens 1000 cm
2 kann eine besonders leichte Montierbarkeit des Sichtfensters erreicht werden, denn
dieses kann bei einer derartigen Größe besonders einfach gehandhabt werden. Um eine
besonders einfache Herstellung des Sichtfensters zu erreichen, sollte dieses mindestens
1200 cm
2 aufweisen. Bei einem Ausbilden des Sichtfensters mit einer Mindestgröße von 1600
cm
2 kann eine besonders gute Erkennbarkeit des Zustands des Biomasseverwertungsraums
bzw. der Biomasseverwertungseinheit erreicht werden. Sollte das Sichtfenster eine
Mindestgröße von 3000 cm
2 aufweisen, so kann hierdurch eine besonders effektive Energieeinsparung erreicht
werden, denn das vorhandene Sichtfenster kann zusätzlich als Lichtquelle zur Beleuchtung
des die Biomasseverwertungseinheit bzw. dem Biomasseverwertungsraum umgebenden Raums
genutzt werden.
[0013] Zweckmäßigerweise weist die Biomasseverwertungseinheit einen Betonkorpus auf. Unter
einem Betonkorpus ist diesbezüglich zu verstehen, dass der Korpus der Biomasseverwertungseinheit
zumindest teilweise, bevorzugt zumindest zu 50%, besonders bevorzugt zu zumindest
70% und besonders stark bevorzugt zu zumindest 80% aus Beton ausgebildet ist. Hierdurch
kann eine besonders kostengünstige Herstellung der Biomasseverwertungseinheit erreicht
werden. Besonders zweckmäßig ist es dabei, wenn der Betonkorpus zumindest einige Bewehrungen
aufweist, um eine sichere und tragfähige Konstruktion zu erreichen.
[0014] Vorteilhafterweise weist die Biomasseverwertungseinheit einen Korpus, insbesondere
einen Betonkorpus, auf. Dieser Korpus begrenzt die Biomasseverwertungseinheit insbesondere
gegenüber einer Umgebung. Vorteilhafterweise weist der Korpus eine Wandstärke von
mindestens 1 cm, bevorzugt von mindestens 1,5 cm, und besonders bevorzugt von mindestens
2 cm, auf. Die maßgebliche Wandstärke ist dabei insbesondere die gemittelte, die maximale
oder die minimale Wandstärke des Korpus, insbesondere der Seitenwände des Korpus.
Bei einer Wandstärke von mindestens 1 cm kann eine besonders gute Wärmedämmung erreicht
werden, sodass die Verbrennungsgefahr für einen Benutzer reduziert wird. Bei einer
Wandstärke von mindestens 1,5 cm resultiert eine besonders standsichere Ausführung
der Biomasseverwertungseinheit. Sollte die Wandstärke mindestens 2 cm betragen, so
kann hierdurch eine einfache Fertigung, insbesondere aus Beton, erreicht werden.
[0015] Zweckmäßigerweise weist die Biomasseverwertungseinheit eine Befüllöffnung auf, wobei
die Befüllöffnung eine Einfuhr von Biomasse, z.B. Pellets oder Holzscheiten, in den
Biomasseverwertungsraum von der Umgebung aus ermöglicht, wobei die Befüllöffnung insbesondere
durch eine Verschließeinrichtung, vorteilhafterweise in Form einer Tür, reversibel
verschließbar ist, wobei die Verschließeinrichtung insbesondere das Sichtfenster aufweist.
Die Befüllöffnung dient dabei dazu, insbesondere manuell, eine Befüllung des Biomasseverwertungsraums
mit Biomasse zu ermöglichen. Durch das Vorsehen einer Befüllöffnung kann in besonders
einfacher Weise, insbesondere manuell, ein Eindringen von Biomasse in den Verwertungsraum
ermöglicht werden. Zweckmäßigerweise ist die Befüllöffnung durch eine Verschließeinrichtung
reversibel verschließbar, um so ein ungewolltes Eingreifen in den Biomasseverwertungsraum
durch die Befüllöffnung zu verhindern. Zweckmäßigerweise kann diese Verschließeinrichtung
dabei eine Tür sein. Um eine besonders einfach herzustellende und kompakte Biomasseverwertungseinheit
zu erreichen, ist es zweckmäßig, wenn die Verschließeinrichtung derart ausgebildet
ist, dass diese die Inspektionseinheit aufweist. Beispielsweise kann daher die Verschließeinrichtung
das Sichtfenster der Inspektionseinheit aufweisen.
[0016] In einer vorteilhaften Weiterbildung weist die Befüllöffnung einen Querschnitt von
mindestens 1500 cm
2, bevorzugt von mindestens 2000 cm
2 und besonders bevorzugt von zumindest 3000 cm
2 auf. Bei einem Querschnitt der Befüllöffnung von mindestens 1500 cm
2 kann eine besonders einfach zu montierende Befüllöffnung erreicht werden. Bei einem
Querschnitt von zumindest 2000 cm
2 kann eine besonders einfache Einführbarkeit von Feststoffbiomasse, insbesondere in
Form von Pellets, in den Biomasseverwertungsraum erreicht werden. Sollte die Befüllöffnung
einen Querschnitt von zumindest 3000 cm
2 aufweisen, so kann eine besonders einfache Einführbarkeit von Feststoffbiomasse,
insbesondere in Form von Holzscheiten, in den Biomasseverwertungsraum durch die Befüllöffnung
erreicht werden.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Steuereinheit dazu ausgelegt, eine Pumpeinheit zu betätigen,
wenn die Biomasseverwertungseinheit in den Verwertungszustand versetzt wird und/oder
versetzt ist, wobei die Pumpeinheit derart angeordnet und/oder ausgelegt ist, einen
Fluidfluss von dem Wassereingang zum Wasserausgang zu fördern. In anderen Worten kann
die Steuereinheit der Biomasseverwertungseinheit dazu dienen, eine Pumpeinheit der
Biomasseverwertungseinheit oder eine externe bzw. separate Pumpeinheit in einen Förderzustand
zu versetzen, wobei die Pumpeinheit in einem Förderzustand einen Fluidfluss von dem
Wassereingang zum Wasserausgang fördern kann. Durch die Fähigkeit der Steuereinheit
eine interne oder externe Pumpeinheit zu betätigen, kann in besonders effektiver Weise
durch die Steuereinheit eine erzwungene Konvektion zwischen dem Wassereingang und
dem Wasserausgang erreicht und gesteuert werden, so dass der vom Wasserfluss aufgenommene
Wärmestrom effektiv gesteigert werden kann, ohne externe oder weitere Steuereinheiten
zu benötigen.
[0018] Zweckmäßigerweise ist der Biomasseverwertungsraum ein Feststofffeuerstellraum. In
anderen Worten kann der Biomasseverwertungsraum dazu ausgelegt sein, eine Feststoffbiomasse
verwerten zu können. Somit kann der Biomasseverwertungsraum gerade derart ausgebildet
sein, dass dieser keine gas- oder fluidförmigen Biomassen verwertet bzw. verwerten
kann. Derartige Feststoffbiomassen können grundlegend Holzpellets oder Holzscheite
sein. Durch die Ausbildung des Biomasseverwertungsraums als Feststofffeuerstellraum
kann eine besonders kostengünstige Ausgestaltung des Biomasseverwertungsraums erreicht
werden, da auf teure Abdichtungen für fluidförmige Biomassen verzichtet werden kann.
[0019] Vorteilhafterweise ist der Biomasseverwertungsraum, insbesondere der Feststoffbiomasseverwertungsraum,
ein raumluftunabhängiger Biomasseverwertungsraum. Ein raumluftunabhängiger Biomasseverwertungsraum
ist ein Verwertungsraum, dessen Sauerstoffzufuhr nicht aus der umgebenden Raumluft
in den Verwertungsraum eingebracht wird, sondern von einer das Gebäude umgebenden
Umgebungsluft in den Brennraum bzw. den Biomasseverwertungsraum eingebracht wird.
Hierzu weist die Biomasseverwertungseinheit insbesondere einen Verbrennungsluftzugang
auf, durch welchen gebäudeumgebender Sauerstoff in den Biomasseverwertungsraum geführt
werden kann. Durch die Ausbildung der Biomasseverwertungseinheit als eine raumluftunabhängige
Biomasseverwertungseinheit kann in effektiver Weise die Energieeffizienz der Biomasseverwertungseinheit
gesteigert werden, da hierdurch beispielsweise das Lüften des zu beheizenden Raumes
oder des zu beheizenden Gebäudes eingespart werden kann.
[0020] Ein weiterer Aspekt der Erfindung kann ein Wohnhaus, insbesondere ein Ein- oder Mehrfamilienhaus,
betreffen, wobei das Wohnhaus eine Biomasseverwertungseinheit, insbesondere wie vorgehend
oder nachfolgend beschrieben, umfasst. Hierdurch können die bereits dargelegten Vorteile,
Merkmale und Ausführungsformen oder die nachfolgend beschriebenen in einem Wohnhaus
erzielt werden. Alternativ oder zusätzlich bevorzugt kann es sich bei dem Gebäude,
in welchem die Biomasseverwertungseinheit angeordnet sein kann, auch um ein anderes
Gebäude handeln.
[0021] Zweckmäßigerweise umfasst das Wohnhaus eine Wärmepumpe und/oder eine Stromheizung.
Durch das Vorsehen einer zusätzlichen Wärmepumpe und/oder Stromheizung - zu der Biomasseverwertungseinheit
- kann erreicht werden, dass andere, insbesondere elektronisch betriebene, wärmende
Vorrichtungen in dem Wohnhaus vorhanden sind. Hierdurch kann auf verschiedene Wärmequellen
zurückgegriffen werden, so dass z.B. eine hohe Redundanz erreich werden kann und zum
anderen die jeweils klimafreundlichste verfügbare Wärmequelle genutzt werden kann.
In anderen Worten kann daher u.a. bei einer geringen Stromnetzbelastung auf die mit
elektrischer Energie betriebenen Heizeinheiten zurückgegriffen werden und sollte eine
Netzüberlastung drohen oder gar vorliegen, so kann für die Wärmebereitstellung die
Biomasseverwertungseinheit genutzt werden.
[0022] In einer vorteilhaften Weiterbildung weist das Haus bzw. das Gebäude eine Photovoltaikanlage
bzw. eine PV-Anlage auf. Hierdurch kann insbesondere der vom Haus verursachte (Netto-)Stromverbrauch
bzw. die vom Stromnetz entnommene elektrische Energiemenge weiter reduziert werden,
sodass durch die Photovoltaikanlage eine weitere Reduktion der Netzbelastung erreicht
werden kann.
[0023] Bevorzugt ist die Steuereinheit der Biomasseverwertungseinheit steuerungstechnisch
und/oder regelungstechnisch und/oder informationstechnisch mit der Stromheizung und/oder
der Wärmepumpe und/oder der PV-Anlage bzw. der Photovoltaikanlage des Hauses bzw.
des Gebäudes verbunden. Hierdurch kann eine besonders kompakte und bauraumsparende
Steuerung der Wärmeversorgung des Hauses erreicht werden. Unter einem informationstechnisch
Verbundensein ist vorzugsweise zu verstehen, dass Informationen, insbesondere Steuersignale
und/oder Messwerte, zwischen den betreffenden Vorrichtungen ausgetauscht bzw. übermittelt
werden können. Vorteilhafterweise ist die Steuereinheit derart ausgebildet, dass diese
die Biomasseverwertungseinheit, die Stromheizung und/oder die Wärmepumpe und/oder
die PV-Anlage bzw. die Photovoltaikanlage des Hauses bzw. des Gebäudes jeweils in
einen Betriebszustand und/oder in einen Ruhezustand versetzten kann. In anderen Worten
kann daher die Steuereinheit derart ausgebildet sein, sodass diese gezielt die Stromheizung
und/oder die Wärmepumpe und/oder die PV-Anlage bzw. die Photovoltaikanlage des Hauses
bzw. des Gebäudes einschalten oder ausschalten kann. Insbesondere wird dabei die Stromheizung
und/oder die Wärmepumpe ausgeschaltet, wenn die Biomasseverwertungseinheit eingeschaltet
wird und/oder wenn die PV-Anlage nicht genügend Strom für das Betreiben der Stromheizung
und/oder der Wärmepumpe liefert. Vorteilhafterweise wird dabei jedoch die Stromheizung
und/oder die Wärmepumpe eingeschaltet, wenn die Biomasseverwertungseinheit ausgeschaltet
wird und/oder wenn die PV-Anlage genügend Strom für das Betreiben der Stromheizung
und/oder der Wärmepumpe liefert. Alternativ bevorzugt kann das Gebäude bzw. das Haus
auch eine eigene Zentralsteuereinheit, zusätzlich oder alternativ zu der Steuereinheit
der Biomasseverwertungseinheit, aufweisen, welche informationstechnisch mit der Stromheizung
und/oder der Wärmepumpe und/oder der PV-Anlage bzw. der Photovoltaikanlage des Hauses
bzw. des Gebäudes verbunden sein kann und die jeweiligen Vorrichtungen ein- bzw. ausschalten
kann. Besonders bevorzugt sind die Steuereinheit des Gebäudes und/oder die Steuereinheit
der Biomasseverwertungseinheit dabei dazu ausgelegte, die nachfolgen und vorhergehend
beschriebenen Verfahrensschritte durchführen zu können.
[0024] In einer alternativen oder zusätzlich bevorzugten Ausführungsform weist das Haus
ein Zentralheizungssystem auf, wobei der Wassereingang und der Wasserausgang der Biomasseverwertungseinheit
mit dem Zentralheizungssystem verbunden sind. Hierdurch ist es möglich, die in der
Biomasseverwertungseinheit gewonnene Wärmeenergie durch das Zentralheizungssystem
in dem Gebäude bzw. dem Haus effektiv zu verteilen.
[0025] Ein weiterer Aspekt der Erfindung kann ein Verfahren zur Vermeidung von Netzüberlastungen
eines Stromnetzes betreffen. Ein derartiges Verfahren weist insbesondere die folgenden
Schritte auf:
- Empfang eines Informationssignals, vorteilhafterweise mittels einer Steuereinheit,
insbesondere ein "in-Betrieb-setzendes" oder ein "außer-Betrieb-setzendes" Informationssignal;
- Versetzen einer Biomasseverwertungseinheit, insbesondere wie vorgehend und/oder wie
nachfolgend beschrieben, in einen Verwertungszustand und/oder aus einen Verwertungszustand
in einen Ruhezustand, insbesondere in Abhängigkeit von dem Informationssignal.
[0026] Das Verfahren kann dabei dazu dienen, durch das Empfangen des "in-Betrieb-setzenden"
oder eines "außer-Betrieb-setzenden" Informationssignals durch die Steuereinheit die
Biomasseverwertungseinheit in den Verwertungszustand bzw. in den Ruhezustand zu versetzen.
Hierdurch ist es möglich, den vom Stromnetz zu übertragenden Energiegehalt zu reduzieren,
so dass hierdurch insbesondere eine Entlastung des Stromnetzes erreicht werden kann,
wobei gleichzeitig eine ausreichende Wärmeversorgung durch die Versetzung der Biomasseverwertungseinheit
in den Verwertungszustand sichergestellt werden kann.
[0027] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens zur Vermeidung von Netzüberlastung
eines Stromnetzes umfasst dieses die weiteren Schritte:
- Bestimmen eines Netzbetriebszustands, insbesondere durch Vergleich mit einem Sollwert;
und
- Erzeugen eines Informationssignals in Abhängigkeit vom Netzbetriebszustand, insbesondere
bei Über- oder Unterschreitung des Sollwerts.
[0028] Dieses erzeugte Informationssignal kann dabei insbesondere das "in-Betrieb-setzende"
und/oder das" außer-Betrieb-setzende" Informationssignal sein. Die Bestimmung des
Netzbetriebszustands des Stromnetzes kann dabei insbesondere durch einen Vergleich
der geförderten Stromstärke und/oder durch die Schwankungen der (abfallenden) Netzspannung
bestimmt werden. Alternativ oder zusätzlich bevorzugt kann auch der Phasenversatz
zwischen der Spannung und der Stromstärke genutzt werden, um den Netzbetriebszustand
zu bestimmen. Das maßgebliche Stromnetz ist dabei insbesondere ein Stromnetz, welches
mehrere Häuser und/oder Gebäude und/oder mehrere Städte oder Siedlungen mit Strom
versorgt. Daher ist mit dem hier angesprochenen Stromnetz insbesondere kein gebäudeinternes
Stromnetz gemeint. Durch das Emittieren eines Informationssignals in Abhängigkeit
vom Netzbetriebszustand kann in besonders effektiver und netzdienlicher Weise eine
Versetzung der Biomasseverwertungseinheit in und/oder aus dem Verwertungszustand bzw.
in und/oder aus dem Ruhezustand erreicht werden, so dass die vorhandenen Übertragungsfähigkeiten
des Stromnetzes entsprechend ausgenutzt werden können.
[0029] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens zur Vermeidung von Netzüberlastungen
eines Stromnetzes umfasst dieses die Schritte:
- Versetzen einer Wärmepumpe und/oder eine Stromheizung in einen Ruhezustand und/oder
in einen Betriebszustand, insbesondere in Abhängigkeit des Netzbetriebszustandes und/oder
des Verwertungszustandes bzw. (und/oder) des Ruhezustandes der Biomasseverwertungseinheit.
[0030] Die angesprochene Wärmepumpe und/oder Stromheizung können/kann dabei insbesondere
in dem gleichen Gebäude angeordnet sein, wie die maßgebliche Biomasseverwertungseinheit.
Durch die Versetzung der Wärmepumpe und/oder der Stromheizung in deren Ruhezustand
wird eine Wärmeproduktion bzw. -förderung in der Wärmepumpe bzw. der Stromheizung
vermieden, so dass eine Überlastung des maßgeblichen Stromnetzes verhindert bzw. die
Belastung zumindest reduziert wird. Die Versetzung der Wärmepumpe und/oder der Stromheizung
in einen Betriebszustand bewirkt dabei, dass elektrische Energie in der Wärmepumpe
und/oder der Stromheizung genutzt wird, um Wärme, insbesondere für ein Gebäude, zu
produzieren bzw. zu fördern, um so die in dem Gebäude vorhandene Wärmemenge zu steigern.
Die Versetzung der Wärmepumpe bzw. der Stromheizung in den Ruhezustand bzw. in den
Betriebszustand erfolgt dabei vorteilhafterweise in Abhängigkeit der Belastung des
Stromnetzes und/oder in Abhängigkeit des Zustandes der Biomasseverwertungseinheit.
In anderen Worten kann die Versetzung der Wärmepumpe und/oder der Stromheizung in
einen Ruhezustand dann erfolgen, wenn der Netzbetriebszustand in einem kritischen
Bereich liegt und/oder wenn die Biomasseverwertungseinheit in einen Verwertungszustand
versetzt wurde oder versetzt ist. Alternativ oder zusätzlich bevorzugt kann die Wärmepumpe
und/oder die Stromheizung in einen Betriebszustand versetzt werden, wenn der Netzbetriebszustand
des maßgeblichen Stromnetzes in einem nicht kritischen Bereich befindlich ist und/oder
wenn die Biomasseverwertungseinheit in einen Ruhezustand versetzt ist. Ein kritischer
Zustand bzw. Bereich des Netzes liegt insbesondere dann vor, wenn das infrage stehende
Netz zu 90%, bevorzugt zu 95% und besonders bevorzugt zu 98% ausgenutzt wird oder
ist.
[0031] Ein weiterer Aspekt der Erfindung kann ein weiteres Verfahren zur Vermeidung von
Netzüberlastungen eines Stromnetzes betreffen, umfassend die Schritte:
- Bestimmung der von einem Gebäude, insbesondere einem Wohnhaus wie vorhergehend oder
nachfolgend beschrieben, aufgenommenen elektrischen Leistung;
- Versetzen einer in dem Gebäude vorhandenen Biomasseverwertungseinheit in einen Verwertungszustand,
wenn die von dem Gebäude aufgenommene elektrische Leistung über einem festgelegten
Niveau liegt; und/oder
- Versetzen der in dem Gebäude vorhandenen Biomasseverwertungseinheit in einen Ruhezustand,
wenn die von dem Gebäude aufgenommene elektrische Leistung unter einem festgelegten
Wert liegt.
[0032] Das festgelegte Niveau kann dabei insbesondere dem festgelegten Wert entsprechen.
Alternativ bevorzugt können diese Größen auch eine Abweichung zu einander aufweisen,
insbesondere in der minimalen oder maximalen Größenordnung von 20%, bevorzugt von
10% und besonders bevorzugt von 5%. Durch die Bestimmung der aufgenommenen elektrischen
Leistung des Gebäudes, insbesondere durch eine Sensoranordnung am Gebäudenetzanschluss,
welcher beispielsweise die Stromstärke, die Blindleistung, den Phasenversatz zwischen
Strom und Spannung oder die abfallende Spannung am Gebäudenetzanschluss misst, kann
gezielt bei einem zu hohen elektrischen Energiebedarf des Gebäudes auf diesen reagiert
werden. Neben der Verwendung einer Sensoranordnung am Gebäudenetzanschluss kann auch
der Verbrauch der Stromheizung und/oder der Wärmepumpe oder anderer elektrischer Verbraucher
gemessen werden und/oder der Nettoenergieverbrauch elektrischer Energie in dem Gebäude.
Unter einem Nettoenergieverbrauch ist dabei zu verstehen, dass beispielsweise die
elektrische Energiegewinnung in dem Gebäude, z.B. durch eine PV-Anlage, vom elektrischen
Energieverbrauch durch die Verbraucher in dem Haus abgezogen wird. Durch ein derartiges
Verfahren ist es möglich, durch eine Vielzahl von dezentralen "Steuereinheiten", die
das Verfahren durchführen können bzw. Steuern, wobei diese Steuereinheiten insbesondere
jeweils genau ein Gebäude steuern, eine "globale" bzw. makroskopische Reduktion der
Netzbelastung zu erreichen, wobei die Netzbelastung selbst jedoch unbekannt sein kann.
Die das Verfahren durchführenden Steuereinheiten können dabei insbesondere die Steuereinheiten
der jeweiligen Biomasseverwertungseinheiten in den Gebäuden sein. Alternativ oder
zusätzlich bevorzugt kann das Verfahren bzw. können die Verfahrensschritte des Verfahrens
auch mit dem obig oder im Weiteren aufgeführten Verfahren kombiniert werden. Hierdurch
kann eine besonders effektive und redundante Netzüberlastungsvermeidung realisiert
werden.
[0033] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug auf die Figuren. Einzelne Merkmale der dargestellten Ausführungsformen
können dabei auch in anderen Ausführungsformen eingesetzt werden, sofern dies nicht
ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Biomasseverwertungseinheit; und
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verwaltung von Netzüberlastung
eines Stromnetzes.
[0034] In der
Figur 1 ist eine Biomasseverwertungseinheit 1 gezeigt, welche einen Biomasseverwertungsraum
10, eine Steuereinheit 40, einen Wassereingang 22 und einen Wasserausgang 24 aufweist.
Der Biomasseverwertungsraum 10 ist in einen Verwertungszustand und in einen Ruhezustand
durch die Steuereinheit 40 versetzbar, wobei dies durch den Empfang eines Informationssignals
an dem Informationseingang 42 der Steuereinheit 40 erfolgen kann. Zur visuellen Inspektion
des Biomasseverwertungsraums 10 der Biomasseverwertungseinheit 1 verfügt die Biomasseverwertungseinheit
1 über eine Inspektionseinheit mit einem Sichtfenster 30. Das Sichtfenster 30 ist
dabei ein Teil einer Verschließeinrichtung in Form einer Tür, durch welche Biomasse
in den Biomasseverwertungsraum 10 der Biomasseverwertungseinheit 1 einführbar ist.
Die Biomasseverwertungseinheit 1 ist in der dargestellten Ausführung eine raumluftunabhängige
Biomasseverwertungseinheit 1, wobei hierzu der Biomasseverwertungsraum 10 mit einem
Abgasanschluss 26 als auch mit einem Zuluftanschluss 28 verbunden ist, durch welchen
ein für die Verwertung von Biomasse nötiger Zufluss von Sauerstoff durch den Zuluftanschluss
28 in den Biomasseverwertungsraum 10 möglich ist. Durch den Abgasanschluss 26 kann
ein Abgasfluss vom Biomasseverwertungsraum 10 in einen nicht dargestellten Kamin und
später in die Umgebung erfolgen. Die Steuereinheit 40 ist dabei derart ausgelegt,
dass diese, insbesondere durch Empfangen eines Informationssignals mittels des Informationseingangs
42, den Biomasseverwertungsraum 10 in einen Verwertungszustand und/oder in einen Ruhezustand
versetzen kann. In dem Verwertungszustand des Biomasseverwertungsraums 10 ist ein
vom Wassereingang 22 zum Wasserausgang 24 strömender Wasserstrom durch die in dem
Biomasseverwertungsraum 10 produzierte Wärme beheizt und/oder beheizbar.
[0035] In der
Figur 2 ist ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Vermeidung von Netzüberlastung eines Stromnetzes
dargestellt. Wie der Figur 2 entnehmbar ist, wird an einem externen Ort ein Informationssignal
I erzeugt, wobei dieser Ort auch als Informationsemittent 120 bezeichnet werden kann.
Das erzeugte Informationssignal I wird insbesondere über ein Fernbereichsinformationsnetz
an den Informationseingang 42 der Biomasseverwertungseinheit 1 übertragen, wobei dieser
Informationseingang 42 Teil der Steuereinheit 40 ist. Die Steuereinheit 40 kann dabei
den Biomasseverwertungsraum 10 in Abhängigkeit des empfangenen Informationssignals
I in einen Verwertungszustand und/oder in einen Ruhezustand versetzen. Zusätzlich
oder alternativ bevorzugt kann die Steuereinheit 40 auch eine Wärmepumpe 100 in einen
Betriebszustand oder einen Ruhezustand versetzen. Im Betriebszustand ist die Wärmepumpe
100 dabei derart ausgebildet, so dass diese Wärme produziert bzw. fördert. Sollte
die Wärmepumpe 100 jedoch in einen Ruhezustand versetzt werden, so produziert die
Wärmepumpe 100 keine Wärme bzw. fördert keine Wärme. In der Figur 2 ist dies zwar
nicht dargestellt, jedoch ist es erfindungsgemäß auch möglich, dass die Steuereinheit
40 statt oder zusätzlich zu der Wärmepumpe 100 auch eine Stromheizung in einen Betriebszustand
oder in einen Ruhezustand versetzen kann. Durch das erfindungsgemäße Verfahren zur
Vermeidung von Netzüberlastung eines Stromnetzes kann durch die selektive und gezielte
Versetzung der Biomasseverwertungseinheit 1 in einen Verwertungs-oder Ruhezustand
bzw. durch die Versetzung der Wärmepumpe 100 und/oder der Stromheizung in einen Ruhe-
und/oder Betriebszustand gezielt auf die Netzbelastung des Stromnetzes reagiert bzw.
Einfluss genommen werden, so dass hierdurch eine Überlastung des Stromnetzes vermieden
werden kann.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- - Biomasseverwertungseinheit
- 10
- - Biomasseverwertungsraum
- 22
- - Wassereingang
- 24
- - Wasserausgang
- 26
- - Abgasanschluss
- 28
- - Zuluftanschluss
- 30
- - Sichtfenster
- 40
- - Steuereinheit
- 42
- - Informationseingang
- 100
- - Wärmepumpe
- 120
- - Erzeugung eines Informationssignals
- I
- - Informationssignal
1. Biomasseverwertungseinheit (1), insbesondere netzdienliche Biomasseverwertungseinheit
(1),
umfassend einen Biomasseverwertungsraum (10), eine Steuereinheit (40), einen Wassereingang
(22) und einen Wasserausgang (24),
wobei der Biomasseverwertungsraum (10) derart ausgelegt ist, dass in einem Verwertungszustand
der Biomasseverwertungseinheit (1) Wärme in dem Biomasseverwertungsraum (10) produziert
wird oder produzierbar ist, insbesondere unter Einsatz von Biomasse,
wobei der Biomasseverwertungsraum (10) derart ausgelegt ist, dass in einem Ruhezustand
der Biomasseverwertungseinheit (1) keine Wärme in dem Biomasseverwertungsraum (10)
produziert wird oder produzierbar ist, wobei die Steuereinheit (40) einen Informationseingang
(42) aufweist, wobei der Informationseingang (42) dazu ausgelegt ist, ein Informationssignal
zu empfangen,
wobei die Steuereinheit (40) dazu ausgelegt ist, die Biomasseverwertungseinheit (1),
insbesondere durch den Empfang des Informationssignals, in den Verwertungszustand
und/oder den Ruhezustand zu versetzen,
wobei die Biomasseverwertungseinheit (1) derart ausgelegt ist, dass in dem Verwertungszustand
der Biomasseverwertungseinheit (1) ein Wasserstrom vom Wassereingang (22) zum Wasserausgang
(24), insbesondere durch die in dem Biomasseverwertungsraum (10) produzierte Wärme,
beheizt ist oder beheizbar ist.
2. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß Anspruch 1,
wobei der Informationseingang (42) ein kabelloser oder kabelgebundener Informationseingang
(42) ist.
3. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Informationseingang (42) ein Fernbereichsinformationseingang, insbesondere
ein Internetanschluss, ist.
4. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Biomasseverwertungseinheit (1) eine Biomassenfördereinheit aufweist,
wobei die Biomassenfördereinheit derart ausgebildet ist, dass diese Biomasse in den
Biomasseverwertungsraum (10), insbesondere aus einem Tank, fördern kann.
5. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Biomasseverwertungsraum (10) einen Abgasanschluss (26) aufweist,
wobei der Abgasanschluss (26) insbesondere dazu ausgelegt ist, direkt oder indirekt
mit einem Schornstein verbunden zu sein.
6. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Biomasseverwertungseinheit (1) eine Inspektionseinheit aufweist,
wobei die Inspektionseinheit ein Sichtfenster (30) umfasst,
wobei das Sichtfenster (30) eine visuelle Inspektion des Biomasseverwertungsraums
(10) von der Umgebung aus, insbesondere in dem Ruhezustand und/oder dem Verwertungszustand,
ermöglicht.
7. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Biomassenverwertungseinheit (1) einen Betonkorpus aufweist.
8. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Biomasseverwertungseinheit (1) eine Befüllöffnung aufweist, wobei die Befüllöffnung
eine Einfuhr von Biomasse, z.B. Pellets oder Holzscheiten, in den Biomasseverwertungsraum
(10) von der Umgebung aus ermöglicht,
wobei die Befüllöffnung insbesondere durch eine Verschließeinrichtung, vorteilhafterweise
in Form einer Tür, reversible verschließbar ist,
wobei die Verschließeinrichtung insbesondere das Sichtfenster (30) aufweist.
9. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Steuereinheit (40) dazu ausgelegt ist, eine Pumpeinheit zu betätigen, wenn
die Biomasseverwertungseinheit (1) in den Verwertungszustand versetzt wird und/oder
ist,
wobei die Pumpeinheit derart angeordnet und ausgelegt ist, einen Fluidfluss von dem
Wassereingang (22) zum Wasserausgang (24) zu fördern.
10. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Biomasseverwertungsraum (10) ein Feststofffeuerstellenraum ist.
11. Biomasseverwertungseinheit (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere
nach Anspruch 10,
wobei der Biomasseverwertungsraum (10) raumluftunabhängig betreibbar ist.
12. Wohnhaus, insbesondere Einfamilienhaus, umfassend eine Biomasseverwertungseinheit
(1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Wohnhaus gemäß Anspruch 12, wobei das Wohnhaus eine Wärmepumpe (100) und/oder eine
Stromheizung umfasst.
14. Verfahren zur Vermeidung von Netzüberlastungen eines Stromnetzes, umfassend die Schritte:
- Empfangen eines Informationssignals, vorteilhafterweise mittels einer Steuereinheit
(40), insbesondere ein in-Betrieb-setzendes oder ein außer-Betrieb-setzendes Informationssignal;
- Versetzen einer Biomasseverwertungseinheit (1), insbesondere nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 11, in einen Verwertungszustand und/oder aus einem Verwertungszustand
in einen Ruhezustand, insbesondere in Abhängigkeit von dem Informationssignal.
15. Verfahren zur Vermeidung von Netzüberlastungen eines Stromnetzes nach Anspruch 14,
umfassend die Schritte:
- Versetzen einer Wärmepumpe (100) und/oder einer Stromheizung in einen Ruhezustand
und/oder in einen Betriebszustand, insbesondere in Abhängigkeit
o des Netzbetriebszustands und/oder
o des Verwertungszustands bzw. des Ruhezustands der Biomasseverwertungseinheit (1).