[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Dokument mit einem farbigen Aufdruck, ein
Verfahren zur Herstellung eines Dokuments, ein elektronisches Drucksystem und ein
Lesegerät.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Wert- und Sicherheitsdokumente sowie
Vorrichtungen und Verfahren zur Prüfung der Authentizität von Wert- oder Sicherheitsdokumenten
bekannt.
[0003] Aus der
DE 38 407 29 A1 ist beispielsweise ein mehrschichtiger Aufzeichnungsträger, insbesondere eine Ausweiskarte,
bekannt, bei dem eine äußere Farbschicht eine erste Farbe und eine innere Farbschicht
eine zweite Farbe aufweist.
[0004] Farbdrucke basieren auf der subtraktiven Farbenmischung und dienen als Vorstufe zum
Druckvorgang. Farbseparation bezeichnet dabei das Errechnen einzelner Druckfarben
in der Druckvorstufe. Beim Vierfarbdruck werden die drei transparenten Druckfarben
Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) sowie die Farbe Schwarz (K) eingesetzt. Das Schwarz
(K) ist nötig, da bei jeweils 100 % Farbauftrag von Cyan, Magenta und Gelb kein richtiges
Schwarz, sondern lediglich ein dunkles Braun entsteht. Diese vier Grundfarben, die
das sogenannte CMYK-Farbmodell ergeben, werden gemischt und bilden anhand der subtraktiven
Farbsynthese viele weitere Farben. Die Druckdaten beispielsweise für ein Dokument
liegen in der Regel in RGB (Rot Grün Blau) vor und müssen für den Druck in CMYK umgewandelt
werden. Der Umwandlungsvorgang von RGB in CMYK wird als Farbseparation bezeichnet.
Sie findet entweder im Drucker statt oder wird vor dem Druck in einem Bildbearbeitungsprogramm
durchgeführt (vgl. hierzu auch 4 Farben 1 Bild,
Grundwissen für die Farbbildverarbeitung mit Photoshop und QuarkXPress. 2. Auflage,
Edition Page von Mattias Nyman, erschienen bei Springer; insbesondere Seite 12;
Drucken in Farbe. Wirkung, Darstellung und Management von digitalen Farben. Bertram
Störch, erschienen bei Addison-Wesley
Digitales Colormanagement, Farben in der Publishing-Praxis. 2. Auflage. Jan-Peter
Homann, erschienen bei Springer; insbesondere Seite 82)
[0005] Im Stand der Technik basiert jedes Farbdrucksystem auf dem standardisierten 4C-Farbmodell,
da jeder Farbdrucker diese vier Farben zum Drucken benötigt. Das bedeutet, die "bunten"
Daten werden vor dem Druck in das CMYK Farbmodell umgerechnet. Dabei werden Informationen
wie z.B. Personalisierungsdaten (Portrait, Unterschrift oder Texte) aus dem Ursprungsfarbraum
z.B. RGB in den CMYK-Farbraum umgerechnet. Diese Farbseparation wird in der Regel
automatisch vom Druckertreiber durchgeführt. Im Stand der Technik wird IR-transparentes
Cyan, Magenta, Gelb und ein IR-sichtbares Schwarz bzw. UV-sichtbares Schwarz für den
Sicherheitsdruck verwendet. Bestehende Lösungen eignen sich jedoch nur bedingt für
den Sicherheits- und Spezialdruck von Dokumenten, wo andere Farbarten zum Einsatz
kommen.
[0006] Aus
EP 2 953 059 B1 ist Punktcode bekannt, der in einer Anzeigematrix angeordnet ist. Durch den Punktcode
wird ein grafischer Indikator geschaffen, der durch ein Bildverarbeitungsverfahren
erkennbar ist.
[0007] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Dokument,
ein Verfahren zur Herstellung eines Dokuments, ein elektronisches Drucksystem und
ein Lesegerät der eingangs genannten Art zu schaffen.
[0008] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird mit den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben.
[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Dokument mit einem
farbigen Aufdruck geschaffen, wobei ein erster Teil des Aufdrucks Buntpigmente aufweist
und in dem ersten Teil des Aufdrucks der visuelle Eindruck einer Unbunt-Farbe durch
die Buntpigmente approximiert ist. Ein zweiter Teil des Aufdrucks weist zusätzlich
zu Buntpigmenten auch unbunte Pigmente der Unbunt-Farbe auf. Unter einem "farbigen
Aufdruck" wird hier auch ein Aufdruck verstanden, der durch Farbdruck aufgedruckt
ist, aber lediglich Grauwerte beinhaltet analog zur Wiedergabe eines Schwarzweißbildes
auf einem Farbfernseher. Bei der visuellen Wahrnehmung eines "farbigen Aufdrucks"
kann aber muss nicht in jedem Fall ein Farbeindruck entstehen.
[0010] Unter einem Dokument werden erfindungsgemäß unter anderem papierbasierte und/oder
kunststoffbasierte Dokumente verstanden, wie zum Beispiel Ausweisdokumente, insbesondere
Reisepässe, Personalausweise, Visa, Führerscheine, Fahrzeugscheine, Fahrzeugbriefe,
Firmenausweise, Gesundheitskarten oder andere ID-Dokumente, sowie auch Chipkarten,
Zahlungsmittel, insbesondere Bankkarten und Kreditkarten, Frachtbriefe oder sonstige
Berechtigungsnachweise.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist am Dokument durch den Aufdruck
ein optisches Sicherheitsmerkmal gegeben. Dies hat den Vorteil, dass das Dokument
fälschungssicher ist.
[0012] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist am Dokument durch
den Aufdruck eine Personalisierungsinformation gegeben. Dadurch wird vorteilhaft die
Dokumenten-Personalisierungsinformation abgesichert.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist im Dokument die Unbunt-Farbe
eine sensorisch erfassbare Eigenschaft auf. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung handelt es sich bei der im Dokument integrierten sensorisch erfassbaren
Eigenschaft um eine optische, magnetische, dielektrische und/oder resistive Eigenschaft.
Beispielsweise beinhaltet die Unbund-Farbe Partikel, deren optische, magnetische,
dielektrische_und/oder resistive Eigenschaften durch einen oder mehrere Sensoren sensierbar
sind.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei der im Dokument
integrierten Unbunt-Farbe um eine Farbe, die Partikel beinhaltet, welche im IR-sichtbares
Schwarz oder UV-sichtbares Schwarz in dem Aufdruck erzeugen. Bei der maschinenlesbaren
Information im Dokument handelt es sich um einen Code zur Verwendung in einem kryptografischen
Verfahren, einen kryptografischen Schlüssel oder einen Teil eines kryptografischen
Schlüssels, einen Identifikator, ein Attribut, einen seed-Value für ein kryptografisches
Verfahren und/oder ein kryptografisches Zertifikat oder ein Teil eines kryptografischen
Zertifikats.
[0015] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist im Dokument durch die Aufteilung
des Aufdrucks in den ersten und den zweiten Teil eine maschinenlesbare Information
gegeben. Ein Vorteil kann dabei sein, eine Verfälschung sichtbarer zu machen und/oder
die Information zu verstecken.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist im Dokument durch
die Aufteilung des Aufdrucks in den ersten und den zweiten Teil ein Barcode, ein QR-Code
oder ein digitales Wasserzeichen mit der maschinenlesbaren Information gegeben.
[0017] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Aufteilung im Dokument
pixelweise. Dadurch wird vorteilhaft eine hohe Druckqualität geschaffen, wodurch vorteilhaft
die Verfälschung eines Dokuments schnell sichtbar wird.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Aufteilung
im Dokument mit einer visuell wahrnehmbaren geometrischen Struktur des Aufdrucks unkorreliert.
Das bedeutet, dass kein Zusammenhang zwischen den Merkmalen besteht und so vorteilhaft
die Fälschung eines Dokuments erschwert wird.
[0019] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beinhaltet das Dokument
einen integrierten elektronischen Schaltkreis und einen Speicher zur Speicherung von
schutzbedürftigen Daten und Mittel zur Ausführung eines kryptografischen Protokolls.
Ferner besteht eine Schnittstelle zu einem Lesegerät.
[0020] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Lesegerät mit
einem Sensor zur Erfassung eines Aufdrucks bereitgestellt. Mit einem Prozessor werden
die Programminstruktionen ausgeführt.
[0021] Nach einer Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei dem Dokument um ein
Wert- oder Sicherheitsdokument, insbesondere ein papierbasiertes und/oder kunststoffbasiertes
Dokument, wie zum Beispiel ein Ausweisdokument, insbesondere ein maschinenlesbares
Reisedokument (MRTD), insbesondere einen Reisepass, Personalausweis, Visum, Führerschein,
Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Firmenausweis, Gesundheitskarte oder ein anderes ID-Dokument,
eine Chipkarte, Zahlungsmittel, insbesondere eine Bankkarte, Kreditkarte oder ein
elektronisches Zahlungsmittel, einen Frachtbrief oder einen sonstigen Berechtigungsnachweis.
[0022] Zur Durchführung des Verfahrens ist ein elektronisches Drucksystem konfiguriert.
[0023] Nach einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Drucker um einen Inkjet
Drucker, der drei verschiedenfarbige Tinten mit Buntpigmenten und eine Tinte mit unbunten
Pigmenten aufweist. Alternativ kommen ein Laserdrucker oder Thermosublimationsdrucker
zum Einsatz.
[0024] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Auswahl der Pixel der
zweiten Bildmatrix in Abhängigkeit von einer Information, die dem Ausdruck durch die
Ersetzung der Pixel der ersten Bildmatrix aufmoduliert wird.
[0025] Ausführungsformen der Erfindung sind besonders vorteilhaft, da die Bildpixel selbst
die zusätzliche Information tragen und eine Überlagerung des Bildes mit einem Punktcode,
der keine Bildinformationen trägt, nicht erforderlich ist.
[0026] Im Weiteren werden Ausführungsformen der Erfindung mit Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dokuments,
Fig. 2 ein Blockdiagramm einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dokuments
und ein Lesegerät, und
Fig. 3 ein Blockdiagramm zum Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Dokuments.
[0027] Die Fig. 1 zeigt ein Dokument 100 mit einer Farbseparation am Beispiel eines Portraits
mit einer Musterpersonalisierung. Farbseparation bedeutet, dass einzelne, d.h. separierte
Druckfarben in der Druckvorstufe errechnet werden. Mit anderen Worten wird eine Separation
der Farbinformationen vorgenommen. Dabei wird das Druckmotiv in seine einzelnen Druckfarben
zerlegt. Diese Zerlegung der Druckfarben ist in der Fig. 1 gezeigt. Dabei werden Farben
nach dem Prinzip der Prozessfarben in ihre vier Grundkomponenten Cyan, Magenta, Gelb
und Schwarz zerlegt. Die Farbseparation ist notwendig, da Farbinformationen meist
nicht in der Form vorliegen, wie sie für den Druck benötigt werden. Der Druck, hier
vorzugsweise als Vierfarbdruck, erfolgt dabei meist im CMYK-Farbmodell, das bedeutet
eine Farbmischung aus den einzelnen Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.
[0028] Die Figur 1a zeigt einen Dokumentenrohling 101 eines Wert- oder Sicherheitsdokuments.
Der Dokumentenrohling 101 ist hier kartenförmig ausgebildet, kann aber auch eine andere
Form aufweisen. Der Dokumentenrohling 101 soll hier mit einem farbigen Aufdruck 104
eines Passbildes sowie mit textuellen Informationen in Schwarz bedruckt werden. Die
entsprechenden Bilddaten 102 des Passbildes können zum Beispiel ursprünglich in dem
RGB-Farbraum vorliegen und werden durch eine erste Farbseparation in eine Anzahl von
Farbkanälen, hier beispielsweise Cyan, Magenta, Gelb des CMY-Farbraums transformiert,
so dass eine erste Bildmatrix resultiert. In analoger Art und Weise können die Bilddaten
102 durch eine zweite Farbseparation in dieselbe Anzahl von Farbkanälen und einen
zusätzlich Unbunt-Kanal transformiert werden, wobei es sich bei der hier betrachteten
Ausführungsform um Cyan, Magenta, Gelb und den Unbunt-Kanal Schwarz handelt, wie in
der Figur 1b dargestellt.
[0029] Aus der so resultierenden zweiten Bildmatrix mit dem Unbunt-Kanal wird dann ein Teil
112 ausgewählt, der in dem hier betrachteten Beispielsfall D-förmig ist, so wie in
der Figur 1a dargestellt. Dieser Teil 112 wird dann dazu verwendet, Pixel der CMY-Bildmatrix
der Figur 1a zu ersetzen. Die resultierende Bildmatrix wird dann als Rastergrafikdatei
gespeichert und der Dokumentenrohling 101 wird durch einen Drucker bedruckt, der eine
solche Rastergrafikdatei verarbeiten kann, sodass der Drucker für den Ausdruck keine
eigene Farbseparation vornehmen muss, denn diese ist bereits als Teil der Rastergrafikdatei
gespeichert. Hierdurch resultiert der Aufdruck 104 auf dem Dokumentenrohling 101;
ferner wird auch die textuelle Information von dem Drucker aufgedruckt.
[0030] Je nach Ausführungsform kann die Aufteilung des farbigen Aufdrucks 104 in die zwei
Teile mit bzw. ohne unbunte Pigmente mit bloßem Auge sichtbar sein oder nicht.
[0031] Nach einer Ausführungsform der Erfindung beinhaltet die Unbunt-Farbe IR-sichtbares
Schwarz. Wird das Dokument 100 mit einer IR-Strahlungsquelle 103 beleuchtet, so hat
dies zur Folge, dass nur der Unbunt-Anteil des Aufdrucks erscheint, so wie in der
Figur 1a dargestellt. In der hier gezeigten Ausführungsform erscheint also von dem
farbigen Aufdruck 104 lediglich der D-förmige Bereich sowie die textuellen Informationen
.
[0032] Statt eines geometrischen Bereichs, wie zum Beispiel des D-förmigen Bereichs der
Figuren 1a und 1d, kann auch eine andere Auswahl der Pixel erfolgen, um beispielsweise
eine kryptografische Information, wie zum Beispiel einen kryptografischen Schlüssel,
in den Aufdruck einzubringen.
[0033] Wie in der Figur 1c dargestellt, kann beispielsweise anstelle des D-förmigen Bereichs
eine Auswahl von Pixeln aus der CMYK-Bildmatrix getroffen werden, die eine solche
Information codiert. Auch ein so gebildeter Teil 112 kann in dem resultierenden Aufdruck
104 je nach Ausführungsform visuell wahrnehmbar sein oder nicht.
[0034] Nach Ausführungsformen der Erfindung ist für die Detektion der Verteilung der Pixel
des Teils 112 in dem farbigen Aufdruck 104 ein Lesegerät erforderlich. Das Lesegerät
kann zur optischen Erfassung des Teils 112 eine IR-Strahlungsquelle 103 aufweisen,
z.B. wenn es sich bei der Unbunt-Farbe um IR-sichtbares Schwarz handelt.
[0035] Da die Darstellungen von Schwarz in dem CMY- und dem CMYK-Teil des Aufdrucks unterschiedlich
sind, kann aber auch eine Beleuchtung im sichtbaren Spektralbereich ausreichend sein,
um die Unterschiede beispielsweise mit einem CCD-Sensor oder auch mit bloßem Auge
zu erfassen.
[0036] Nach weiteren Ausführungsformen der Erfindung hat die Unbunt-Farbe Partikel, insbesondere
Farbpartikel, mit anderen optischen Eigenschaften, wie zum Beispiel UV-sichtbares
Schwarz, oder anderen physikalisch detektierbaren Eigenschaften, wie zum Beispiel
magnetische, dielektrische und/oder resistive Eigenschaften, die von dem Lesegerät
detektiert werden können.
[0037] Das Dokument 100 in Fig. 1 zeigt also einen farbigen Aufdruck 104. Ein erster Teil
des Aufdrucks 110 weist Buntpigmente 114 auf und in dem ersten Teil des Aufdrucks
110 wird der visuelle Eindruck einer Unbunt-Farbe durch die Buntpigmente 114 approximiert.
Ein zweiter Teil des Aufdrucks 112 weist zusätzlich zu Buntpigmenten 114 auch unbunte
Pigmente 116 der Unbunt-Farbe auf. Das bedeutet, dass der Aufdruck 104 vorzugsweise
in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt ist, die mit oder ohne Verwendung von unbunten
Pigmenten 116 gedruckt werden kann. Durch den Aufdruck 104 sind ein optisches Sicherheitsmerkmal
und eine Personalisierungsinformation gegeben.
[0038] Unbunt-Farbe bedeutet dabei, dass die Farbe weder einen bestimmten Farbton noch eine
Sättigung aufweist, also Schwarz, Grau und Weiß ist. Die Unbunt-Farbe weist eine sensorisch
erfassbare Eigenschaft auf. Bei der sensorisch erfassbaren Eigenschaft handelt es
sich um eine optische, magnetische, dielektrische und/oder resistive Eigenschaft.
Dies hat den Vorteil, dass die Detektion der Unbunt-Farbe mit mehreren physikalischen
Messmethoden durchgeführt werden kann.
[0039] Durch die Aufteilung des Aufdrucks 104 in den ersten Teil 110 und den zweiten Teil
112 ist kann eine maschinenlesbare Information gegeben sein, vgl. insbesondere Fig.
1C. Bei der maschinenlesbaren Information handelt es um einen Code zur Verwendung
in einem kryptografischen Verfahren, einen kryptografischen Schlüssel oder einen Teil
eines kryptografischen Schlüssels, einen Identifikator, ein Attribut, einen seed-Value
für ein kryptografisches Verfahren und/oder ein kryptografisches Zertifikat oder ein
Teil eines kryptografischen Zertifikats.
[0040] Durch die pixelweise Aufteilung des Aufdrucks 104 in den ersten Teil 110 und den
zweiten Teil 112 ist ein Barcode, ein QR-Code oder ein digitales Wasserzeichen mit
der maschinenlesbaren Information gegeben. Durch die Kombination der in der Bunt-
und Unbunt-Separation hinterlegten Information kann mit dem maschinenlesbaren Bereich
(MRZ) ein Schlüssel zum Aufschließen des RFID-Chips erhalten werden. Durch den bisherigen
Schlüssel aus der MRZ wird vorzugsweise mit der hinterlegten Information kombiniert,
um vorteilhaft daraus einen neuen, sicheren Schlüssel zu erzeugen. Mit anderen Worten
wird die hinterlegte Information dadurch erzeugt, dass zwischen dem ersten Teil des
Aufdrucks 110, in dem Schwarz verwendet wird, und dem zweiten Teil des Aufdrucks 112,
indem kein Schwarz verwendet wird, unterschieden wird. Zwischen dem ersten Teil des
Aufdrucks 110 und dem zweiten Teil des Aufdrucks 112 wird vorzugsweise eine Art Fading
durchgeführt. Dies kann vorzugsweise kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen.
Falls es kontinuierlich erfolgt wird zwischen dem ersten Teil des Aufdrucks 110 und
dem zweiten Teil des Aufdrucks 112 beim Bedrucken jedes Pixels kontinuierlich weniger
Schwarz verwendet. Bei einer diskontinuierlichen Variante werden zwischen dem ersten
Teil des Aufdrucks 110 und dem zweiten Teil des Aufdrucks 112 abwechselnd Flächen
des Bildes mit und ohne Schwarz bedruckt. Diese Flächen können vorzugsweise beliebig
klein gewählt werden, beispielsweise die Größe eines Pixels haben. Das Fading bewirkt
vorteilhaft einen weichen Übergang eines Kontrastunterschiedes zwischen dem ersten
Teil des Aufdrucks 110 und dem zweiten Teil des Aufdrucks 112. Dadurch ist dem Fälscher
vorteilhaft erschwert das Dokument zu fälschen, da das Erkennen und die Nachstellung
des Fading schwierig ist.
[0041] Fig. 1 zeigt somit die subtraktive Farbenlehre indem gezielt die Bunt- und Unbunt-Separation
der CMYK-Kanäle genutzt wird, um maschinenlesbare Information in Bildern zu hinterlegen.
Dies hat den Vorteil, dass im Falle einer Verfälschung das zu verfälschende Bild durch
die unterschiedlichen Kanäle zusätzlich abgesichert bzw. eine Verfälschung sichtbarer
wird.
[0042] Bei der subtraktiven Farbenlehre wird Licht verschiedener Farbe durch Farbfilter
ausgeblendet oder durch Pigmente absorbiert. Das restliche Licht bildet eine Mischfarbe.
Mit anderen Worten erfolgt die Farbseparation mit versteckten Hintergrundinformationen,
die vorteilhaft zur Absicherung der Dokumentenpersonalisierung dient. Die Grundfarben
der subtraktiven Farbenlehre sind Gelb, Magenta und Cyan. Die Umsetzung der Farbseparation
wird mit einem Drucksystem durchgeführt, das in der Lage ist, die Farben Cyan, Magenta
und Gelb so zu drucken, das ein möglichst gleiches Schwarz entsteht. Dies hat den
Vorteil, dass die zusätzliche Information nicht schon bei der einfachen Betrachtung
ohne Hilfsmittel zu sehen ist.
[0043] In der vorliegenden Erfindung wird bei der Farbseparation IR-transparentes Cyan,
Magenta, Gelb und ein IR-sichtbares Schwarz bzw. in anderen Ausführungsformen ein
UV-sichtbares Schwarz benutzt. Das bedeutet, dass die Theorie der subtraktiven Farbseparation
in der Weise genutzt wird, dass der Schwarzkanal als Maske für ein Dokument 100 verwendet
wird und die anderen Farben so separiert werden, dass diese auch ohne Schwarz den
gleichen Eindruck erwecken. Beim Einsatz einer IR- oder UV-sichtbaren Schwarzfarbe
ist dann nur diese Information sichtbar, z.B. ein Text/ Bild, eine Zahl oder auch
ein Barcode. Die CMYK-Farbseparation hat den Vorteil, dass eine Dokumentenverfälschung
erschwert bzw. verhindert wird. Zusätzlich ist je nach Ausführung der Tinten im IR-
oder UV-Bereich eine Maschinenlesbarkeit der zugrunde liegenden Information möglich.
[0044] Die Erfindung ist besonders vorteilhaft, da im Falle einer Totalfälschung der Fälscher
das Bild entsprechend softwareseitig separieren muss und zudem die Drucksoftware und
die entsprechenden Tinten zur Verfügung stehen müssen, um diesen Druck erzeugen zu
können.
[0045] Die Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Dokuments 100
und ein Lesegerät 132 anhand eines Blockdiagramms. Das Dokument 100 beinhaltet einen
integrierten elektronischen Schaltkreis 106 und einen Speicher 126 zur Speicherung
von schutzbedürftigen Daten 127 und Mittel zur Ausführung eines kryptografischen Protokolls
122. Ferner besteht eine Schnittstelle 130 zu einem Lesegerät 132, wobei ein Zugriff
des Lesegeräts 132 auf die schutzbedürftigen Daten 127 über die Schnittstelle 132
die Ausführung des kryptografischen Protokolls 132 mithilfe der maschinenlesbaren
Information voraussetzt.
[0046] Der elektronische Schaltkreis 106 beinhaltet einen oder mehrere elektronische Speicher
126 zur Speicherung insbesondere von Daten 127. Der elektronische Schaltkreis 106
kann auf die Daten 127 zugreifen. Insbesondere dient der elektronische Schaltkreis
106 zum Zugriff auf die Daten 127, um eine Anzeige 108 zur Wiedergabe der Daten 127
anzusteuern, so dass ein Benutzer des Dokuments 100 die Wiedergabe der Daten 127 visuell
wahrnehmen kann. Bei den Daten 127 kann es sich zum Beispiel um Bilddaten 102 handeln.
Unter Bilddaten 102 werden hier Daten 127 verstanden, die sich zur Wiedergabe auf
der Anzeige eignen, d.h. zum Beispiel eine digitale Fotografie, textuelle Angaben,
ein ein- oder zweidimensionaler Barcode oder dergleichen. Der elektronische Schaltkreis
106 ist so ausgebildet, dass während einer Bildwiederholperiode sämtliche der Anzeigeelemente
der Anzeige 108 einmal angesteuert werden, um so die Daten 127 auf der Anzeige 108
wiederzugeben. Dies kann mit einer Bildwiederholfrequenz von zum Beispiel 25 Hz oder
50 Hz erfolgen.
[0047] Es wird ein kryptographischer Schlüssel von einem Lesegerät 132 erfasst, so dass
das Lesegerät 132 zusammen mit dem Dokument 100 ein kryptographisches Protokoll 138
ausführen kann. Bei dem kryptographischen Schlüssel kann es sich um einen symmetrischen
oder um einen asymmetrischen Schlüssel handeln. Bedingung für einen Lesezugriff des
Lesegeräts 132 auf die weiteren Daten 127 ist die vorherige erfolgreiche Ausführung
des kryptographischen Protokolls 138. Bei dem kryptographischen Protokoll 138 kann
es sich zum Beispiel um ein sogenanntes Challenge-Response Verfahren handeln. Durch
das kryptographische Protokoll 138 werden die weiteren Daten 127 gegen unerlaubte
Zugriffe geschützt. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn es sich bei den dritten Daten
um sensitive Daten handelt, wie zum Beispiel biometrische Daten, insbesondere Fingerabdruckdaten
oder Iris-Scandaten des Trägers des Dokuments 100.
[0048] Das Lesegerät 132 hat Mittel zur Ausführung des kryptographischen Protokolls 138
mittels der abgeleiteten Information 118. Bei dieser Information 118 handelt es sich
beispielsweise um einen kryptographischen Schlüssel. Aufgrund der Erfassung des kryptographischen
Schlüssels kann das Lesegerät 132 mit dem Dokument 100 das kryptographische Protokoll
138 ausführen. Nach erfolgreicher Durchführung des kryptographischen Protokolls 138
kann das Lesegerät 132 auf einen geschützten Speicherbereich des Dokuments 100 zugreifen,
um von dort Daten 127 auszulesen.
[0049] Die elektronische Schaltung 106 des Dokuments 100 ist hier als Chip, insbesondere
als RFID-Chip, ausgebildet. Die elektronische Schaltung 106 ist mit einer Schnittstelle
130 des Dokuments 100 zur Kommunikation mit dem Lesegerät 132 verbunden. Die Schnittstelle
130 kann beispielsweise ein oder mehrere Antennenwindungen, die in einem Randbereich
des Dokuments 100 verlaufen, aufweisen. Das Dokument 100 weist dabei einen ersten
farbigen Aufdruck 110 mit Buntpigmenten 114 auf mit und einen zweiten farbigen Aufdruck
112, der zusätzlich zu Buntpigmenten 114 auch unbunte Pigmente 116 der Unbunt-Farbe
aufweist.
[0050] Die elektronische Schaltung 106 hat einen elektronischen Speicher 126 zur Speicherung
von schutzbedürftigen Daten 127. Bei den schutzbedürftigen Daten 127 kann es sich
beispielsweise um biometrische Daten des Trägers des Dokuments 100, wie zum Beispiel
Fingerabdruckdaten, Iris-Scandaten oder dergleichen handeln. Die schutzbedürftigen
Daten 127 sind in einem besonders geschützten Speicherbereich des Speichers 126 gespeichert.
[0051] Ferner sind in demselben Speicher 126 oder einem anderen elektronischen Speicher
des Dokuments 100 die Daten 127 und die Information 118 gespeichert. Die Farben der
Daten 127, insbesondere die Farben der Bilddaten 102, sind wie in der Fig. 1 beschrieben
separierte Daten. Die elektronische Schaltung 106 hat ferner einen Prozessor 128 zur
Ausführung von Programminstruktionen, durch die die das Dokument 100 betreffenden
Schritte eines kryptographischen Protokolls 122 implementiert werden. Der Prozessor
128 dient ferner zur Ausführung von Programminstruktionen, die ein Steuerungsprogramm
120 implementieren.
[0052] Die elektronische Schaltung 106 des Dokuments 100 ist hier als Chip, insbesondere
als RFID-Chip, ausgebildet. Die elektronische Schaltung 106 beinhaltet eine Treiberschaltung
zur Ansteuerung der Anzeige 108. Hierzu beinhaltet die Treiberschaltung eine Treiberlogik.
Die Treiberschaltung und die Treiberlogik sin in der Fig. 2 nicht zu sehen.
[0053] Die elektronische Schaltung 106 hat ferner einen Prozessor 128 zur Ausführung von
Programminstruktionen, die ein Steuerungsprogramm 120 implementieren, sowie zur Ausführung
von Programminstruktionen, die zur Decodierung 124 der Daten 127 dienen. Diese Decodierung
124 wird auch als "Rendering" bezeichnet. Beispielsweise liegen die Daten 127 in einem
standardisierten Datenformat codiert vor, d.h. beispielsweise im Format JPEG, GIF
oder TIFF. Durch die Programminstruktionen 131 können die Daten 106 decodiert werden.
[0054] Das Lesegerät 132 hat einen optischen Sensor 146 zur Erfassung eines Aufdrucks 104
von einem Dokument 100. Bei dem optischen Sensor 146 kann es sich um einen CCD-Sensor
oder einen Scanner handeln. Das Lesegerät 132 hat ferner eine Schnittstelle 140, die
der Schnittstelle 130 des Dokuments 100 entspricht. Beispielsweise ist also die Schnittstelle
140 für eine RFID-Kommunikation mit dem Dokument 100 bzw. dessen Schaltung 106 ausgebildet.
Die Schnittstellen 130, 140 können kontaktbehaftet, kontaktlos oder als so genanntes
Dual-Mode-Interface ausgebildet sein. Die Schnittstellen 130, 140 können auf einer
elektrischen, kapazitiven, induktiven, magnetischen, optischen oder einer anderen
physikalischen Kopplungsmethode beruhen. Für eine kontaktlose Kopplung über eine Antenne,
kann diese beispielsweise als Spule, Dipol oder in Form von kapazitiven Flächen ausgebildet
sein.
[0055] Das Dokument 100 hat zumindest einen Prozessor 128 zur Ausführung eines Steuerungsprogramms
120 sowie von Programminstruktionen, durch die das Lesegerät 132 betreffende Schritte
des kryptographischen Protokolls 138 implementiert werden. Das Lesegerät 132 kann
ferner zur Ausführung eines Anwendungsprogramms 144 dienen. Das Anwendungsprogramm
144 kann auch von einem anderen Computersystem ausgeführt werden, welches mit dem
Lesegerät 132 verbunden ist.
[0056] Durch Ausführung der Programminstruktionen werden seitens des Lesegeräts 132 die
von dem Dokument 100 empfangenen Positionen von unbunten Pigmenten 116 in einem von
dem optischen Sensor 146 erfassten Aufdruck 104 detektiert. Durch die Ausführung der
Programminstruktionen wird aus den detektierten Positionen eine Information 118 abgeleitet.
[0057] Das Dokument 100 überträgt daraufhin die von dem Lesegerät 132 angeforderten Daten
127 des Speichers 126 von der Schnittstelle 130 zu der Schnittstelle 140. Diese Daten
127 können von dem Steuerungsprogramm 120 an das Anwendungsprogramm 144 für eine Weiterverarbeitung
übertragen werden. Beispielsweise werden die Daten 127 auf einer Bildschirmmaske ausgegeben.
[0058] Bevor die Daten 127 aus dem Speicher 126 an das Lesegerät 132 übertragen werden,
können weitere Überprüfungen erforderlich sein, wie z. B. nach einem EAC Verfahren.
Alternativ oder zusätzlich kann auch ein kryptographisches Protokoll 122 basierend
auf einem asymmetrischen Schlüssel zum Einsatz kommen.
[0059] Die elektronische Schaltung 106 beinhaltet einen oder mehrere elektronische Speicher
126 zur Speicherung insbesondere von Daten 127. Die elektronische Schaltung 106 kann
auf die Daten 127 zugreifen. Insbesondere dient die elektronische Schaltung 106 zum
Zugriff auf die Daten 127, um die Anzeige 108 zur Wiedergabe der Daten 127 anzusteuern,
sodass ein Benutzer des Dokuments 100 die Wiedergabe der Daten 127 visuell wahrnehmen
kann.
[0060] Fig. 3 zeigt ein Blockdiagramm als Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Dokuments 100. Zuerst werden ein Dokumentenrohling und ein Bild zur Verfügung gestellt,
302. Die Farbe des Bildes wird einer ersten Separation in eine Anzahl von Farbkanälen
unterzogen, wodurch eine erste Bildmatrix resultiert, 304. Nach der ersten Farbseparation
wird eine zweite Farbseparation des Bildes in die Anzahl von Farbkanälen durchgeführt.
Hier besteht ein Unterschied und zwar, dass ein zusätzlicher Unbunt-Kanal zur Verfügung
gestellt wird, wodurch eine zweite Bildmatrix resultiert, 306.
[0061] Als nächstes wird eine Auswahl von Pixeln der zweiten Bildmatrix getroffen, 308.
Im Anschluss daran werden die Pixel der ersten Bildmatrix durch die jeweiligen ausgewählten
Pixel der zweiten Bildmatrix ersetzt. Die räumliche Anordnung der Pixel in der ersten
Bildmatrix entspricht den ausgewählten Pixeln der zweiten Bildmatrix. Die Auswahl
der Pixel der zweiten Bildmatrix erfolgt in Abhängigkeit von einer Information, die
dem Ausdruck durch die Ersetzung der Pixel der ersten Bildmatrix aufmoduliert wird,
310. Die resultierende Bildmatrix wird als Rastergrafikdatei gespeichert, 312. Zum
Schluss wird die Rastergrafikdatei auf dem Dokumentenrohling mithilfe eines Druckers
aufgedruckt, 314. Bei dem Drucker handelt es sich dabei um einen Inkjet Drucker, der
drei verschiedenfarbige Tinten mit Buntpigmenten und eine Tinte mit unbunten Pigmenten
aufweist. Eine Rastergrafik wird auch als Pixelgrafik bezeichnet, da sie aus einzelnen
Bildpunkten, also Pixeln, besteht, die unterschiedliche Farben haben können. Rastergrafik
ist eine Form der Beschreibung eines Bildes in Form von computerlesbaren Daten. Vorzugsweise
wird das neue Bild im CMYK-Farbmodus, z.B. Tiff-Format, abgespeichert und die Separation
wird vorzugsweise im Profil abgespeichert.
[0062] Das Bild wird vorzugsweise über ein Netzwerk an ein Computersystem übermittelt und
das Computersystem empfängt oder erzeugt die Information. Das Computersystem führt
dabei die Schritte der ersten und zweiten Farbseparation, die Auswahl und Ersetzung
der Bildelemente sowie der Speicherung der resultierenden Bildmatrix durch. Dann wird
die Rastergrafikdatei von dem Computersystem über das Netz an den Drucker übermittelt.
Zur Ausführung des Verfahrens ist ein elektronisches Drucksystem konfiguriert. Beim
Ausdrucken der Rastergrafikdatei wird vorzugsweise das eingebettete Farbprofil verwendet.
[0063] Es versteht sich für den Fachmann, dass lediglich beispielhafte Ausführungsformen
beschrieben sind. Die einzelnen in den unterschiedlichen Ausführungsformen beschriebenen
Merkmale können in beliebiger Kombination verwendet werden, um die Erfindung auszuführen.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 100
- Dokument
- 101
- Dokumentenrohling
- 102
- Bilddaten
- 103
- IR-Strahlungsquelle
- 104
- Aufdruck
- 106
- Elektronische Schaltung
- 108
- Anzeige
- 110
- Erster Teil des Aufdrucks
- 112
- Zweiter Teil des Aufdrucks
- 114
- Buntpigmente
- 116
- Unbunte Pigmente
- 118
- Information
- 120
- Steuerungsprogramm
- 122
- Kryptografisches Protokoll
- 124
- Decodierung
- 126
- Speicher
- 128
- Prozessor
- 130
- Schnittstelle
- 132
- Lesegerät
- 134
- Prozessor
- 136
- Steuerungsprogramm
- 138
- Kryptografisches Protokoll
- 140
- Schnittstelle
- 142
- Nutzer-Schnittstelle
- 144
- Anwendungsprogramm
1. Dokument (100) mit einem farbigen Aufdruck (104), wobei ein erster Teil des Aufdrucks
(110) Buntpigmente (114) aufweist und in dem ersten Teil des Aufdrucks (110) der visuelle
Eindruck einer Unbunt-Farbe durch die Buntpigmente (114) approximiert ist, und wobei
ein zweiter Teil des Aufdrucks (112) zusätzlich zu Buntpigmenten (114) auch unbunte
Pigmente (116) der Unbunt-Farbe aufweist.
2. Dokument (100) nach Anspruch 1, wobei durch den Aufdruck (104) ein optisches Sicherheitsmerkmal
gegeben ist.
3. Dokument (100) nach Anspruch 1 oder 2, wobei durch den Aufdruck (104) eine Personalisierungsinformation
gegeben ist.
4. Dokument (100) nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei die Unbunt-Farbe eine sensorisch erfassbare
Eigenschaft aufweist.
5. Dokument (100) nach Anspruch 4, wobei es sich bei der sensorisch erfassbaren Eigenschaft
um eine optische, magnetische, dielektrische und/oder resistive Eigenschaft handelt.
6. Dokument (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei der Unbunt-Farbe
um IR-sichtbares Schwarz oder UV-sichtbares Schwarz handelt.
7. Dokument (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei durch die Aufteilung
des Aufdrucks (104) in den ersten (110) und den zweiten Teil (112) eine maschinenlesbare
Information gegeben ist.
8. Dokument (100) nach Anspruch 7, wobei durch die Aufteilung des Aufdrucks (104) in
den ersten (110) und den zweiten Teil (112) ein Barcode, ein QR-Code oder ein digitales
Wasserzeichen mit der maschinenlesbaren Information gegeben ist.
9. Dokument (100) nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Aufteilung pixelweise erfolgt.
10. Dokument (100) nach Anspruch 7, 8 oder 9, wobei die Aufteilung mit einer visuell wahrnehmbaren
geometrischen Struktur des Aufdrucks (104) unkorreliert ist.
11. Dokument (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 -10, wobei es sich bei der
maschinenlesbaren Information um einen Code zur Verwendung in einem kryptografischen
Verfahren, einen kryptografischen Schlüssel oder einen Teil eines kryptografischen
Schlüssels, einen Identifikator, ein Attribut, einen seed-Value für ein kryptografisches
Verfahren und/oder ein kryptografisches Zertifikat oder ein Teil eines kryptografischen
Zertifikats handelt.
12. Dokument (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 -11, wobei das Dokument (100)
einen integrierten elektronischen Schaltkreis (106) und einen Speicher (126) zur Speicherung
von schutzbedürftigen Daten (127) und Mittel zur Ausführung eines kryptografischen
Protokolls (122) beinhaltet, und mit einer Schnittstelle (130) zu einem Lesegerät
(132), wobei ein Zugriff des Lesegeräts (132) auf die schutzbedürftigen Daten (127)
über die Schnittstelle (130) die Ausführung des kryptografischen Protokolls (122)
mithilfe der maschinenlesbaren Information voraussetzt.
13. Dokument (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem Dokument
(100) um ein Wert- oder Sicherheitsdokument handelt, insbesondere ein papierbasiertes
und/oder kunststoffbasiertes Dokument, wie zum Beispiel ein Ausweisdokument, insbesondere
ein maschinenlesbares Reisedokument (MRTD), insbesondere einen Reisepass, Personalausweis,
Visum, Führerschein, Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Firmenausweis, Gesundheitskarte
oder ein anderes ID-Dokument, eine Chipkarte, Zahlungsmittel, insbesondere eine Bankkarte,
Kreditkarte oder ein elektronisches Zahlungsmittel, einen Frachtbrief oder einen sonstigen
Berechtigungsnachweis.
14. Verfahren zur Herstellung eines Dokuments (100) mit folgenden Schritten:
- Zurverfügungstellung eines Dokumentenrohlings (101) und eines Bildes,
- Durchführung einer ersten Farbseparation des Bildes in eine Anzahl von Farbkanälen,
sodass eine erste Bildmatrix resultiert,
- Durchführung einer zweiten Farbseparation des Bildes in die Anzahl von Farbkanälen
und einen zusätzlichen Unbunt-Kanal, sodass eine zweite Bildmatrix resultiert,
- Auswahl von Pixeln der zweiten Bildmatrix,
- Ersetzung von Pixeln der ersten Bildmatrix, die in ihrer räumlichen Anordnung in
der ersten Bildmatrix den ausgewählten Pixeln der zweiten Bildmatrix entsprechen,
durch die jeweiligen ausgewählten Pixel der zweiten Bildmatrix,
- Speicherung der resultierenden Bildmatrix als Rastergrafikdatei,
- Ausdruck der Rastergrafikdatei auf dem Dokumentenrohling durch einen Drucker.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei es sich bei dem Drucker um einen Laserdrucker oder
Thermosublimationsdrucker oder Inkjet Drucker handelt, der drei verschiedenfarbige
Tinten mit Buntpigmenten und eine Tinte mit unbunten Pigmenten aufweist.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, wobei die Auswahl der Pixel der zweiten Bildmatrix
in Abhängigkeit von einer Information erfolgt, die dem Ausdruck durch die Ersetzung
der Pixel der ersten Bildmatrix aufmoduliert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei das Bild über ein Netzwerk an ein Computersystem
übermittelt wird, und das Computersystem die Information empfängt oder erzeugt, und
wobei das Computersystem die Schritte der ersten und zweiten Farbseparation, der Auswahl
und Ersetzung der Bildelemente sowie der Speicherung der resultierenden Bildmatrix
durchführt und dann die Rastergrafikdatei von dem Computersystem über das Netz an
den Drucker übermittelt wird.
18. Elektronisches Drucksystem, welches dazu konfiguriert ist, ein Verfahren nach einem
der vorhergehenden Ansprüche 15, 16 oder 17 auszuführen.
19. Lesegerät (132) mit einem Sensor (146) zur Erfassung eines Aufdrucks (104) von einem
Dokument (100), und mit einem Prozessor (134) zur Ausführung von Programminstruktionen,
wobei durch Ausführung der Programminstruktionen die Positionen von unbunten Pigmenten
(116) in einem von dem Sensor (146) erfassten Aufdruck (104) detektierbar sind, wobei
durch Ausführung der Programminstruktionen aus den detektierten Positionen eine Information
(118) abgeleitet wird, mit Mitteln zur Ausführung eines kryptografischen Protokolls
(138) und einer Schnittstelle (140) zur Kommunikation mit dem Dokument (100), wobei
ein Zugriff auf schutzbedürftige Daten (127) des Dokuments (100) voraussetzt, dass
das kryptografische Protokolle (138) mithilfe der abgeleiteten Information (118) erfolgreich
durchgeführt worden ist.