[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation
und zur Information der Bevölkerung. In einem ersten Verfahrensschritt erzeugt eine
Entität aufgrund eines Auslösungsereignisses einen Datensatz mit Steuerungsbefehlen,
wobei die Steuerungsbefehle einer Sirene und/oder einer Sirenengruppe zugeordnet sind.
Die Steuerungsbefehle sowie die Sirene und/oder Sirenengruppe werden bevorzugt anhand
des Auslösungsereignisses ausgewählt. Der Datensatz wird dann an eine Servereinrichtung
übermittelt. In einem weiteren Schritt speichert die Servereinrichtung den Datensatz
in einer Datenbank. Die Sirene und/oder Sirenengruppe erhält bevorzugt eine Push-
Meldung und/oder ruft anschließend die ihr zugeordneten Steuerungsbefehle vom Server
ab und erzeugt in einem abschließenden Verfahrensschritt ein Ausgabesignal unter Einbezug
der Steuerungsbefehle. Des Weiteren werden, vor und während einer Katastrophe, Informationen
an die Bevölkerung ausgegeben und die Kommunikation ermöglicht.
[0002] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein System und ein Computerprogrammprodukt
zur Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung
Hintergrund und Stand der Technik
[0003] Sirenen dienen seit vielen Jahrzehnten der Alarmierung und der Information der Bevölkerung
bei verschiedenen Ereignissen. Während des kalten Krieges wurden umfangreiche Systeme
zur Bevölkerungswarnung aufgebaut. Die beiden wichtigsten Komponenten der Warnsysteme
waren einerseits Sirenen zur Alarmierung und andererseits der Rundfunk für Warnmeldungen
und Informationen zur Gefahrenlage. Als Folge der politischen Entspannung wurden die
kostenintensiven Alarmierungssysteme nach 1992 größtenteils außer Betrieb genommen.
[0004] Geblieben ist die Bevölkerungswarnung durch den Rundfunk sowie teilweise, in besonders
gefährdeten Gebieten, eine lokale Alarmierung über Sirenen, die auch zur Alarmierung
von (freiwilliger) Feuerwehr genutzt wird. Allerdings zeigt sich bei zeitkritischen
Situationen, wie z.B. Unwetter, dass Rundfunkwarnungen ohne vorangehende Alarmierung
nur eine begrenzte Bevölkerungsgruppe kurzfristig erreichen können, da im Durchschnitt
nur ca. 180 min am Tag Radio gehört wird. Eine rasche und flächendeckende Alarmierung
der Bevölkerung bei Katastrophen und größeren Schadensereignissen ist mit dem aktuellen
System nicht möglich.
[0005] Die Leitstellenlandschaft (speziell in Deutschland) ist ferner davon geprägt, dass
es, insbesondere durch proprietäre Technologien, technische Beschränkungen in der
Zusammenarbeit verschiedener Leitstellen untereinander gibt. Dies setzt sich bei der
Steuerung von Einsatzmitteln fort. Dadurch entstehen Medienbrüche, die weitreichende
nachteilige Effekte in diesem Umfeld nach sich ziehen.
[0006] Der in Deutschland ausgeführte sogenannte "bundesweite Warntag" mit Sirenenauslösung
am 10. September 2020 hat verdeutlicht, dass das derzeit praktizierte Katastrophenmanagement
nicht den organisatorischen und technischen Anforderungen des Katastrophenschutzes
genügt. So konnten die Sirenen nicht zeitgerecht und gleichzeitig ausgelöst werden.
Bisher gibt es keine einheitliche zentrale Verfahrensweise für den Betrieb und den
Test von Sirenen.
[0007] Katastrophensituationen sind nicht an administrative Grenzen gebunden, dennoch fehlt
eine darüber hinaus ausgerichtete Infrastruktur zum Informationsaustausch zwischen
den Stellen des Katastrophenmanagements.
[0008] Bei der Auslösung einer Sirene im Katastrophenfall ist es ebenso wichtig, dass über
die Alarmierung hinaus weitere Informationen an die Bürger bereitgestellt werden.
Dies ist aktuell nur über die digitalen Medien und den Rundfunk möglich, wobei dies
nicht gezielt erfolgen und je nach Katastrophenfall auch ausfallen kann.
[0009] Derzeit erfolgen die Sirenenauslösungen durch die Leitstellen unter Verwendung des
POCSAG-Standards. Dieser Funkruf-Übertragungsstandard wurde Ende der 1970-er Jahre
entwickelt und hat sich im professionellen Mobilfunk in Europa als Übertragungsprozedur
etabliert. Nachteilig dabei sind jedoch die langen Alarmlaufzeiten bei einer Vielzahl
von gleichzeitig auszulösenden Sirenen. Dies ist bedingt durch das verwendete Push-Verfahren
und die eingeschränkte Übertragungskapazität. Ein weiteres in ganz Europa durch die
Verwendung von POCSAG bestehendes Problem ist, dass es keinen Rückkanal zur Auslösebestätigung
und Funktionsüberwachung gibt.
[0010] Die RICHTLINIE (EU) 2018/1972 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 11. Dezember
2018 über den europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation verlangt von
den Mitgliedsstaaten die Gleichwertigkeit hinsichtlich des Zugangs und der Wahlmöglichkeiten
für Endnutzer mit Behinderungen (Artikel 110,111). Die aktuell genutzten Sirenen erfüllen
diese Forderung nicht, da sie zum Beispiel von hörgeschädigten Menschen nicht wahrgenommen
werden können.
Aufgabe der Erfindung
[0011] Die Aufgabe der Erfindung war es daher die Nachteile aus dem Stand der Technik zu
beseitigen und eine zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl ausgewählter Sirenen mit
definierten Signalfolgen innerhalb von Sekunden zu gewährleisten und die Betriebsbereitschaft
durch kontinuierliche Statusmeldungen zu erfassen sowie bedarfsgerecht Informationen
für die Bürger bereitzustellen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0012] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung
von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass
- a) eine Entität aufgrund eines Auslösungsereignisses einen Datensatz mit Steuerungsbefehlen
erzeugt und an eine Servereinrichtung übermittelt, wobei die Steuerungsbefehle einer
Sirene und/oder einer Sirenengruppe zugeordnet sind und die Steuerungsbefehle sowie
die Sirene und/oder Sirenengruppe anhand des Auslösungsereignisses ausgewählt werden;
- b) die Servereinrichtung den Datensatz in einer Datenbank speichert;
- c) die Sirene und/oder Sirenengruppe die ihr zugeordneten Steuerungsbefehle von der
Servereinrichtung abruft oder von dieser übermittelt werden;
- d) die Sirene und/oder Sirenengruppe ein Ausgabesignal unter Einbezug der Steuerungsbefehle
erzeugt.
[0014] Die Kombination der vorliegenden Verfahrensschritte führt zu einem überraschenden
Synergieeffekt, der zu den vorteilhaften Eigenschaften und dem damit einhergehenden
Gesamterfolg der Erfindung führt, wobei die einzelnen Merkmale in Wechselwirkung zueinanderstehen.
Ein wichtiger Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere darin zu sehen,
dass Tausende von Empfänger, vorzugsweise Sirenen, mit definierten Signalfolgen innerhalb
von wenigen Sekunden in einem geographischen Gebiet ausgelöst werden können, wobei
insbesondere eine bidirektionale Kommunikation zwischen einer Sirene bzw. Sirenengruppe
und einer Entität ermöglicht wird.
[0015] Das Verfahren ermöglicht zudem vorteilhaft die Überwachung der Betriebsbereitschaft
eines Gesamtsystems mittels kontinuierlicher Abfragen, die durch die Sirenen an die
Servereinrichtung gesandt werden. Mit jeder Abfrage einer Sirene werden insbesondere
zusätzliche Informationen an die Servereinrichtung übermittelt, z.B. der Sirenenstatus
und die Funktionsbereitschaft der Sirenen. In der Antwort auf die Abfrage sendet die
Servereinrichtung demgegenüber darauf reagierende Informationen und Steuerungsbefehle
an die Sirene. Das Verfahren, insbesondere die Servereinrichtung, sichert dabei bevorzugt
den Abruf von Steuerungsbefehlen und Informationen sowie gleichzeitig die Überwachung
der Betriebsbereitschaft der Objekte (bevorzugt Sirenen). Alternativ ermittelt die
Servereinrichtung kontinuierlich die für einen Sirenenbereich vorliegenden Informationen
und übermittelt diese unverzüglich an die Sirene und/oder Sirenengruppe.
[0016] Dadurch, dass die Servereinrichtung bevorzugt den Datensatz in einer Datenbank speichert,
wird vorteilhaft eine Historie zur Auslösung verschiedener Sirenen erzeugt. Es versteht
sich, dass auf diese abgespeicherte Historie bzw. historischen Daten jederzeit - auch
nachträglich - zugegriffen und diese Daten daher auch geprüft werden können. So lässt
sich auch im Nachhinein eine Analyse abgesetzter Alarmsignale durchführen.
[0017] Im Sinne der Erfindung ist eine Entität bevorzugt eine eindeutig identifizierbare
Größe, zum Beispiel ein Objekt. Das Objekt kann materiell oder immateriell, konkret
oder abstrakt sein. Weitere Beispiele für eine Entität sind: ein Computer, ein Smartphone,
ein Fahrzeug, ein Konto, ein Zustand. In einer besonders bevorzugten Variante weist
die Entität eine Schnittstelle auf, die dazu eingerichtet ist, einer Person eine manuelle
Eingabe zu ermöglichen, sodass bevorzugt ein Auslösungsereignis oder damit zusammenhängende
Parameter der Entität als Input zugeführt werden. Die Entität kann diese Eingaben
bevorzugt entsprechend weiterverarbeiten und übertragen.
[0018] Das Verfahren wird bevorzugt durch ein Auslösungsereignis eingeleitet. Ein Auslösungsereignis
ist bevorzugt als ein Ereignis zu verstehen, welches sich als eine Diskrepanz zwischen
einem tatsächlichen Ereignis und einem eigentlich erwarteten Ereignis darstellt, sodass
eine Warnung der Bevölkerung, Teile der Bevölkerung oder von Einsatzkräften erfordert
wird. Ein Auslösungsereignis kann jedoch auch ein geplantes Ereignis bzw. manuell
herbeigeführtes Ereignis darstellen. So können zum Beispiel verschiedene geplante
Tests eines Alarmsystems ebenfalls ein Auslösungsereignis bilden. Bevorzugt ist ein
Auslösungsereignis auch als ein sogenannter "Trigger" zu verstehen. Ein Auslösungsereignis
ist weiterhin bevorzugt zeit- und ortsabhängig, sodass zum Beispiel das Auslösungsereignis
über einen bestimmten Zeitbereich ausschließlich in einem geographischen Gebiet relevant
ist. Ein Auslösungsereignis ist bevorzugt ausgesucht aus der Gruppe umfassend, Test
eines Alarmsystems in einem geographischen Gebiet, Krieg, Smog, Flugzeugabsturz oder
Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Vulkanausbruch, Überschwemmungen, Lawinen, Sturm,
Tsunami. Die Erfindung ist dabei nicht auf diese Auslösungsereignisse beschränkt.
[0019] Das Auslösungsereignis kann dabei automatisiert durch die Entität erkannt werden
oder aber durch eine Person manuell der Entität als Input bereitgestellt werden. So
kann beispielsweise eine Person das Auslösungsereignis erkennen und der Entität eine
Anweisung geben, welche die Erzeugung des Datensatzes zur Folge hat.
[0020] Abhängig vom Auslösungsereignis wird eine Sirene oder eine Sirenengruppe ausgewählt,
die bevorzugt zur Alarmierung der Bevölkerung dienen oder einem Funktionstest unterliegen
soll. Nachdem eine geeignete Auswahl (manuell oder automatisiert) erfolgt ist, wird
bevorzugt ein entsprechender Datensatz mit für die Sirenen spezifischen Steuerungsbefehlen
erzeugt und an die Servereinrichtung übermittelt. Jede Sirene ist dabei bevorzugt
so eingerichtet, dass sie zyklisch (wiederholend) eine Abfrage an die Servereinrichtung
verschickt, wobei die Sirene die Servereinrichtung gezielt nach ihr zugeordneten neuen
Steuerungsbefehlen befragt. Sofern keine Steuerungsbefehle in der Servereinrichtung
umfasst sind, gibt die Sirene bevorzugt kein Ausgabesignal aus. Sofern jedoch auf
der Servereinrichtung Steuerungsbefehle für die Sirene vorliegen, werden diese nach
erfolgter Abfrage bevorzugt an die Sirene übermittelt und die Sirene führt die Steuerungsbefehle
aus, indem sie bevorzugt ein Ausgabesignal erzeugt.
[0021] Bevorzugt sind Steuerungsbefehle eine Befehlsfolge, welche die Sirene in der Art
steuern, dass ein Ausgabesignal erzeugt wird, wobei dabei ein charakteristisches Ausgabesignal
bzw. eine Signalfolge erzeugt werden kann. Das Ausgabesignal ist dabei vorteilhaft
für die Bevölkerung unmittelbar als ein Alarmsignal zu verstehen. Die Steuerungsbefehle
sind zudem bevorzugt abhängig vom Auslösungsereignis. Es kann dabei bevorzugt sein,
dass ein Anwender die Steuerungsbefehle manuell der Entität als Input zukommen lässt
oder aber die Entität generiert Steuerungsbefehle, nachdem der Nutzer eine manuelle
Eingabe für ein Auslösungsereignis eingeführt hat oder aber die Entität erkennt das
Auslösungsereignis ohne äußere Einflüsse und erzeugt darauf aufbauend Steuerungsbefehle.
Für die automatisierte Erkennung eines Auslösungsereignisses durch die Entität können
bevorzugt Algorithmen der künstlichen Intelligenz verwendet werden.
[0022] Ferner ist die Entität bevorzugt konfiguriert, um einen Datensatz zu generieren.
Der Datensatz wird bevorzugt als zusammengefasste Daten in Datenbanken oder in Dateien
gespeichert. Bevorzugt ist der Datensatz in einem Dateiformat gespeichert ausgesucht
aus der Gruppe umfassend JSON, XML, CSV. Einer der großen Vorteile von JSON-Dateien
ist die Einfachheit der Implementierung und der Anwendung. Aufgrund des einfachen
Aufbaus benötigen JSON-Dateien bei der Anwendung nicht viele Ressourcen. So können
umfangreiche Daten in einer annehmbaren Zeit ausgewertet werden. Das XML-Format kann
vorteilhaft ohne große Aufwendungen an andere Systeme angebunden werden, sodass eine
besonders gute Kompatibilität besteht. Für die langfristige Dateiablage ist XML ebenso
vorteilhaft geeignet und XML kann zudem einfach in andere Dateiformate gewandelt werden.
Das CSV - Dateiformat ist vorteilhaft vielseitig nutzbar. Der große Vorteil des CSV-Formats
liegt weiterhin in der leichten Übertragbarkeit, wie zum Beispiel den Import in unterschiedliche
Datenbanken oder Programmen. In bereits bestehenden Datenbanken können Inhalte aus
CSV-Dateien vielfach eingelesen werden. Es ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn
unterschiedliche Datenquellen (zum Beispiel Daten aus verschiedenen Entitäten) zu
einem einzigen Datenbestand zusammengefasst werden sollen.
[0023] Die zu verwendeten Dateiformate sind nicht unerheblich für das vorgeschlagene Verfahren,
denn diese haben einen Einfluss auf die Berechnungsgeschwindigkeit, den Speicher sowie
die Übertragungsgeschwindigkeit. Die Wechselwirkung der Dateiformate mit der Entität,
der Servereinrichtung und/oder der Sirene bzw. Sirenengruppe tragen unter anderem
zum technischen Charakter der Erfindung bei. Es hat sich ferner gezeigt, dass insbesondere
die Steuerungsbefehle der Sirenen bzw. Sirenengruppen besonders gut in vorgenannten
Dateiformaten zu speichern sind, ohne relevante Informationsverluste in Kauf nehmen
zu müssen.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Servereinrichtung
ein dezentraler Server oder mehrere miteinander verbundene dezentrale Server. Diese
liegen bevorzugt örtlich entfernt von der Sirene bzw. der Sirenengruppe und/oder der
Entität vor. Örtlich entfernt bedeutet im Hinblick auf die vorliegende Erfindung,
dass der Server bevorzugt an einem Ort positioniert ist, der nicht in einem gleichen
Gebäude liegt, wie die Sirene und/oder Entität. Ein dezentraler Server ist auch als
ein externer Server zu verstehen. Der Vorteil einer solchen Anordnung ist unter anderem
darin zu sehen, dass das System dezentral ausgestaltet ist, sodass bei einem Ausfall
einzelner Komponenten, wie der Entität und/oder Servereinrichtung und/oder Sirene
bzw. Sirenengruppe, die einzelnen Komponenten für sich genommen ausgetauscht bzw.
ersetzt oder repariert werden können, ohne dabei das gesamte System ersetzen zu müssen.
[0025] Die Servereinrichtung umfasst bevorzugt eine Authentifizierungsfunktion, einen Anwendungsserver,
eine Datenbank und/oder eine VolP-TK-Anlage. Die einzelnen Server sind bevorzugt jeweils
mehrfach (je ein Server für einen geografischen Teilbereich und/oder zum Lastenausgleich)
und redundant (Ersatz-Server übernehmen bei einem Ausfall die Funktion) ausgelegt
und gewährleisten das Zusammenwirken zwischen der Servereinrichtung und den Sirenen
bzw. Sirenengruppen. Die Redundanz der Server führt vorteilhaft zu einem besonders
stabilen und sicher durchführbaren System, denn bei dem Ausfall einzelner Komponenten
ist das vorgeschlagene Verfahren oder System weiterhin mit dem jeweils nicht-ausgefallenen
Server ausführbar.
[0026] Die von der Servereinrichtung umfassten Funktionen und/oder Bestandteile können von
einem Server, mehreren Servern, einem Server-Cluster und/oder mehreren Server-Clustern
realisiert werden und einzeln, redundant oder multiredundant ausgelegt sein, wobei
die einzelnen Funktionen von jeweils einem oder mehreren Servern und/oder von einzelnen
oder mehreren Anwendungen realisiert werden können. Die einzelnen Funktionen können
auch zur Lastverteilung oder zur logischen Trennung von mehreren Instanzen realisiert
werden.
[0027] Im erfindungsgemäßen Verfahren und/oder System werden bevorzugt die Zugriffe der
Entitäten sowie der Sirenen bzw. Sirenengruppen durch die Authentifizierungsfunktion
verifiziert. Mithilfe der Authentifizierung wird vorteilhaft festgestellt, ob eine
Entität oder Sirene oder eine Person (bevorzugt über den Zugriff auf eine Entität),
tatsächlich diejenige ist für die sie sich ausgibt. Wenn ein Teilnehmer auf eine Authentifizierungsfunktion
zugreift, werden unter Umständen lediglich der Benutzername sowie das Passwort als
Identifikationsdaten verlangt. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform muss
der Teilnehmer bevorzugt ein Sicherheits-Token anfordern und erhalten, welches er
für den Zugriff auf einen bestimmten Service einsetzen kann.
[0028] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Servereinrichtung mit einer Entität, bevorzugt eine weitere Entität, in Datenverbindung
steht, wobei diese einer Betriebsüberwachung zugeordnet ist;
- bei einer Auslösung einer Sirene und/oder Sirenengruppe eine Auslösebestätigung über
die Servereinrichtung an die Entität, bevorzugt an die weitere Entität, übertragen
wird.
[0029] Weiterhin werden bevorzugt der Verlauf der Sirenenauslösungen sowie das Auslösungsereignis
und der Sirenenstatus bevorzugt in der Datenbank gespeichert. Störungen und Ausfälle
werden dabei bevorzugt in einer mit der Servereinrichtung in Datenkommunikation stehenden
Betriebsüberwachung registriert, wobei die Betriebsüberwachung eine Entität umfasst,
welche in Verbindung mit der Servereinrichtung steht. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform ist das Verfahren demnach dadurch gekennzeichnet, dass die Servereinrichtung
mit einer Entität in Datenverbindung steht, wobei diese der Betriebsüberwachung zugeordnet
ist. Die Betriebsüberwachung ist dabei eine Einrichtung/Stelle, die bevorzugt das
gesamte vorgeschlagene Verfahren kontinuierlich überwacht und in Kommunikation mit
den Leitstellen und/oder der zentralen Verwaltungsstelle und/oder der Servereinrichtung
steht. Die Betriebsüberwachung weist entsprechend eine Entität auf, welche bevorzugt
in der Lage ist, über Analysen - zum Beispiel mittels Algorithmen der künstlichen
Intelligenz - Muster in Daten zu erkennen, die einen Rückschluss auf ein Ereignis
ermöglichen, welches eine bestimmte Reaktion erfordert, wobei die Betriebsüberwachung
die Informationen über eine notwendige Reaktion an die entsprechenden verantwortlichen
Stellen weiterleitet. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Betriebsüberwachung
Mittel für die Visualisierung der überwachten Daten für eine Person auf, welche diese
Daten anschließend analysiert und manuell die verantwortlichen Stellen kontaktiert.
Es kann darüber hinaus vorgesehen sein, dass die Betriebsüberwachung eine Speichereinheit
aufweist, in welcher alle aufgenommenen Daten der Servereinrichtung gespeichert werden.
In einer Alternative weist die Servereinrichtung eine integrierte Betriebsüberwachungskomponente
auf, die ebenfalls Störungen und Ausfälle, bevorzugt automatisiert, registrieren kann.
Die Betriebsüberwachung ermöglicht über eine Datenverarbeitungseinheit, in welcher
ein Remote Desktop Tool und/oder ein ssh/telnet-Zugang installiert ist, den Zugang
bspw. für Updates oder Konfigurationsänderungen.
[0030] Im Sinne der Erfindung ist eine Sirene bevorzugt eine Einrichtung zur akustischen
Alarmierung oder Warnung, in der Regel durch einen charakteristischen an- und abschwellenden
Heulton. Erfindungsgemäß ist die akustische Alarmierung bevorzugt als Ausgangssignal
der Sirene zu verstehen. Im öffentlichen Bereich werden Sirenen bevorzugt für die
Alarmierung der Feuerwehr oder für die Warnung der Zivilbevölkerung im Katastrophenfall
verwendet. Anhand der Bauart und Tonerzeugung wird unterschieden zwischen mechanischen
(oder auch Motor-), pneumatischen und elektronischen Sirenen. Die letzten beiden Bauarten,
meist aber nur die pneumatischen Sirenen werden bevorzugt als Hochleistungssirenen
(HLS) bezeichnet.
[0031] Eine mechanische Sirene (auch Motorsirene) besteht bevorzugt aus einer schaufelradähnlichen
Trommel (dem sogenannten Rotor) und einem diese umschließenden unterbrochenen Gehäuse
(dem sogenannten Stator). Durch das Drehen der Trommel, z. B. durch einen Elektromotor,
wird der entstehende Luftstrom dabei laufend abgeschnitten und erzeugt einen Ton.
Die Tonhöhe hängt von der Drehzahl und der Zahl der Schaufeln, den sogenannten Ports
der Trommel ab. Die Tonhöhe einer Sirene in Hertz berechnet sich aus den Umdrehungen
pro Sekunde multipliziert mit der Anzahl der Ports. Um ein gleichzeitiges Unterbrechen
des Luftstroms an allen Ports zu gewährleisten, hat der Stator die gleiche Anzahl
an Öffnungen. Durch das Anlaufen und Auslaufen des Motors ergibt sich ein höher und
tiefer werdender Ton. Mechanische Sirenen gelten als besonders zuverlässig und ermöglichen
darüber hinaus einen wirtschaftlichen und simplen Austausch einzelner Komponenten
oder der gesamten Sirene als solche.
[0032] Pneumatische Sirenen erzeugen ihren Ton ähnlich einer mechanischen Sirene bevorzugt
durch zyklische Unterbrechung des Luftstroms, die auch durch einen elektromotorgetriebenen
Rotor im Sirenenkopf stattfindet. Im Gegensatz zur mechanischen Sirene, bei der bevorzugt
ein Luftstrom durch die Zentrifugalkraft entsteht, wird hier bevorzugt aus einem Vorratsbehälter
unter einem Sirenenmast Druckluft mit etwa 16 bar zu einem Sirenenkopf geleitet. Nach
dem Rotor, der bevorzugt aus einer gelochten Scheibe besteht, die die Austrittsöffnungen
periodisch öffnet oder schließt, wird die Luft bevorzugt in mehrere Hörner geleitet.
Der Vorteil dieser Lösung besteht einmal im sofort verfügbaren Druckluftvorrat, der
von einem Kompressor kontinuierlich wieder aufgefüllt wird, und andererseits in der
sehr viel größeren Leistung dieses Sirenentyps. Bei einem Modell mit einer Kopfhöhe
von 20 Metern beträgt der Schalldruck am Boden 20 Meter von der Sirene entfernt etwa
130 dB, und der Ton ist noch in einer Entfernung von 12 km zu hören.
[0033] Elektronische Sirenen erzeugen den Ton hingegen bevorzugt mit einem Lautsprecher
und einem elektronischen Verstärker. Mit einer Steuerung kann man ebenfalls das Auf-
und Abschwellen der mechanischen Sirene nachempfinden. Der Vorteil der elektronischen
Sirenen ist, dass sie über keine beweglichen Teile verfügen. Somit verringern sich
Gewicht, Wartungsaufwand und Stromverbrauch. Mittels Versorgung über einen Akku, der
durch Solarzellen oder über das Stromnetz geladen werden kann, ist diese Sirenenart
auch teilunabhängig vom Stromnetz. Die einzelnen Schalltrichter können in gewünschte
Richtungen gedreht werden, um bestimmte Gebiete stärker oder schwächer zu beschallen.
Ferner lassen sich mit elektronischen Sirenen auch Sprachdurchsagen realisieren. Bei
elektronischen Sirenen können bevorzugt Sprachdurchsagen mittels vorgefertigter gespeicherter
Audiodaten oder durch übermittelte Audiodaten oder Text-in-Sprache-Umwandlung, auch
mehrsprachig, generiert werden. Als elektronische Sirenen können auch Lautsprecher
in Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Bahnhöfen und Werkssirenen - bevorzugt über einen
Umschalter für Lautsprecheranlagen - integriert werden.
[0034] Ergänzend können die Sirenenanlagen mit einem optischen Signalgeber, insbesondere
einer oder mehrerer Leuchten und/oder Displays, ausgestattet werden, der über die
Gesamtdauer des Ereignisses ein farblich pulsierendes Signal aussendet. Dieses weist
dann darauf hin, dass zugehörige Informationen über eine andere Informationsquelle
(Internet - App, Rundfunk,...) abgerufen werden können. Optische Signalgeber können
auch zur Warnung/Alarmierung von hörgeschädigten Menschen dienen.
[0035] Es versteht sich, dass eine Vielzahl von Sirenen eine Sirenengruppe darstellen, wobei
die in der Sirenengruppe umfassten Sirenen bevorzugt örtlich voneinander separiert
sind. In einer bevorzugten Ausführungsform sind eine Vielzahl von Sirenen, die in
einem definierten geographischen Bereich liegen als eine Sirenengruppe zu verstehen.
Dieser geographische Bereich bzw. die Sirenengruppe ist zudem bevorzugt einer Leitstelle,
einer Kommune oder einem Auslösebereich (zentrale Verwaltungsstruktur) zugeordnet.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Datensatz in einer Datenbank einer
Servereinrichtung gespeichert. Es versteht sich, dass eine Datenbank, auch Datenbanksystem
genannt, bevorzugt ein System zur elektronischen Datenverwaltung ist. Die wesentliche
Aufgabe einer Datenbank ist es, große Datenmengen effizient, widerspruchsfrei und
dauerhaft zu speichern und benötigte Teilmengen in unterschiedlichen, bedarfsgerechten
Darstellungsformen für Benutzer und Anwendungsprogramme bereitzustellen.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass
- bei Ausfall der standardgemäß genutzten Übertragungskanäle, die Übertragung der Steuerungsbefehle
und/oder Audiosignale über ein autarkes Funksystem erfolgt;
- das autarke Funksystem zwischen der Sirene und der Entität und/oder der Servereinrichtung
betrieben wird, durch eine oder mehrere USV bzw. Stromspeicher abgesichert ist und
eine kontinuierliche Überwachung der standardgemäß genutzten Übertragungskanäle erfolgt,
wobei bei deren Ausfall automatisch auf das autarke Funksystem umgeschaltet wird;
- die Funkverbindung, in Form der Funksysteme, wie LoRaWAN, PMR, CB-Funk oder andere
integriert wird.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Sirene und/oder die Sirenengruppe zyklisch eine Abfrage an die Servereinrichtung
übermittelt, wobei mit der Abfrage die Sirene und/oder Sirenengruppe der Servereinrichtung
sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen, bevorzugt Informationen über den
Sirenenstatus und/oder der Funktionsbereitschaft, übermittelt;
- die Servereinrichtung in einer Antwort auf die Abfrage den Datensatz mit Steuerungsbefehlen
an die Sirene und/oder Sirenengruppe übermittelt;
- die sirenen- und/oder umgebungsbezogenen Informationen der Entität bereitgestellt
werden
- einer Sirene und/oder Sirenengruppe eine Identifikationsnummer oder ein geographischer
Bereich zugeordnet ist.
[0039] Die vorbeschriebene Ausführungsform führt vorteilhaft dazu, dass rechtzeitig in einfacher
Weise erkannt werden kann, ob eine Sirene und/oder Sirenengruppe funktionsfähig ist
und führt darüber hinaus zu einer bidirektionalen Kommunikation zwischen Entität und
Sirene und/oder Sirenengruppe. So erhält die Sirene und/oder Sirenengruppe Steuerungsbefehle,
wohingegen die Sirene sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen an die Servereinrichtung
und diese die Informationen an die Entität übermittelt.
[0040] Sirenenbezogene Informationen sind vorzugsweise Informationen über den Sirenenstatus
und/oder der Funktionsbereitschaft. Umgebungsbezogene Informationen sind hingegen
bevorzugt Informationen, welche die Umgebung der Sirene betreffen. Dabei kann es sich
bevorzugt um die unmittelbare Umgebung oder um eine Umgebung in einem Umgebungsradius
von bis zu mehreren Kilometern handeln, bevorzugt weist ein Umgebungsradius eine Größe
auf bis zu 100 km, stärker bevorzugt von bis zu 25 km, besonders stark bevorzugt von
bis zu 10 km, insbesondere bis zu 1 km. Die umgebungsbezogenen Informationen sowie
auch die sirenenbezogenen Informationen werden dabei bevorzugt über Sensoren aufgenommen
und entweder über eine in der Sirene umfasste Datenverarbeitungseinheit analysiert
oder vorbearbeitet und anschließend an die Servereinrichtung übermittelt oder aber
unmittelbar ohne Vorbearbeitung als Rohdaten an die Servereinrichtung übermittelt,
wobei die Rohdaten anschließend von der Servereinrichtung analysiert und bearbeitet
werden können. Es kann auch bevorzugt sein, dass die aufgenommenen Sensordaten als
sirenenbezogene und umgebungsbezogene Informationen erst durch die Entität bearbeitet
und/oder analysiert werden.
[0041] Die Sensoren sind bevorzugt in der Sirene und/oder Sirenengruppe integriert. Der
Vorteil einer solchen Sirene, mit aufweisenden Sensoren, ist darin zu sehen, dass
chemische und/oder physikalische Eigenschaften der Umgebung und/oder der Sirene als
solche aufgenommen werden können und der Entität durch die bidirektionale Kommunikationsmöglichkeit
bereitgestellt werden. Dies erfolgt vorzugsweise automatisiert und - "live" - ohne
Zeitverzögerung, sodass eine Entität unmittelbar auf die erhaltenen Daten reagieren
und geänderte Steuerungsbefehle generieren kann. Ein besonderer Vorteil wird durch
eine Sirenengruppe herbeigeführt, denn eine Vielzahl von Sirenen mit aufweisenden
Sensoren entsprechen einer Vielzahl von Datenquellen, die jeweils sirenen- sowie umgebungsbezogene
Informationen an eine Entität über die Servereinrichtung übermitteln können. Durch
die Analyse aller aufgenommenen umgebungsbezogenen Informationen kann ein umfassendes
Gesamtbild einer Sachlage bzw. eines Zustands über ein Auslösungsereignis erhalten
werden. Das Gesamtbild ist dabei ortsaufgelöst, wobei jede Sirene an ihrem Ort als
ein Datenpunkt in einem geographischen Gebiet definiert ist.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform generiert die Sirene und/oder die Sirenengruppe
zyklisch eine Abfrage an die Servereinrichtung. Die zyklische Abfrage ist dabei zeitabhängig
und so zu verstehen, dass in bestimmten Zeitabständen wiederholend eine Abfrage an
die Servereinrichtung gesendet wird. Die Zeitabstände sind dabei bevorzugt als ein
Zeitbereich definiert kleiner 5 min, stärker bevorzugt kleiner 1 min, besonders stark
bevorzugt kleiner 30 sec, am stärksten bevorzugt kleiner 10 sec und insbesondere kleiner
3 sec. Die ausgewählten Zeitbereiche der Abfrage haben sich dabei als besonders ressourceneffizient
(zum Beispiel in Bezug auf den Datenverbrauch des gewählten Übertragungsverfahrens)
herausgestellt, wobei die Zeitabstände als eine ausreichend kurze Zeit erachtet werden,
um eine möglichst unmittelbare (ohne eine relevante nachteilige Zeitverzögerung) bidirektionale
Kommunikation zwischen Sirene und Entität zu ermöglichen.
[0043] Die zyklische Abfrage erfolgt bevorzugt automatisiert durch die Sirenen. Sie kann
jedoch auch manuell durch eine in der Sirene umfassten Eingabeschnittstelle durch
eine Person und/oder durch ein von den integrierten Sensoren erfasstes Ereignis bzw.
Zustand erfolgen. Eine durch die Sirene durchgeführte automatisierte Abfrage (sowie
automatisierte Bearbeitung der abgefragten Steuerungsdaten) führt vorteilhaft dazu,
dass eine Sirene auch ein Alarmsignal ausgeben kann, obwohl sie nur sehr schwer für
Personen erreichbar ist - weil zum Beispiel eine Naturkatastrophe das Gebäude, in
welchem die Sirene installiert ist, durch Trümmer zerstört oder durch eine Überschwemmung
unbegehbar ist.
[0044] Die sirenen- und/oder umgebungsbezogenen Informationen werden simultan mit der Abfrage
an die Servereinrichtung übermittelt. Dies kann sich zum Beispiel auf die Art darstellen,
dass ein Datensatz mit einem Informationsgehalt über die Sirenen und/oder ihre Umgebung
versehen ist und dieser Datensatz darüber hinaus gleichzeitig eine Abfrage an die
Servereinrichtung umfasst, wodurch die Übermittlung von Steuerungsbefehlen von der
Servereinrichtung an die Sirene und/oder Sirenengruppe initiiert wird.
[0045] Weiterhin bevorzugt übermittelt die Servereinrichtung in einer Antwort auf die Abfrage
den Datensatz mit Steuerungsbefehlen an die Sirene bzw. die Sirenengruppe. Dies führt
vor allem dazu, dass die Sirene bzw. Sirenengruppe Steuerbefehle erhält und diese
weiterverarbeiten kann.
[0046] In einer bevorzugten Ausführungsform werden für die Abfrage und die Antwort jeweils
ein Datensatz erzeugt. Die von der Sirene erzeugte Abfrage kann demnach als ein Abfragedatensatz
und die von der Servereinrichtung erzeugte Antwort als ein Antwortdatensatz definiert
werden. Der Abfragedatensatz umfasst bevorzugt neben einer Abfrage sirenen- und/oder
umgebungsbezogene Informationen. Der Antwortdatensatz umfasst hingegen bevorzugt die
Steuerungsbefehle, welche in einen durch die Entität erzeugten Datensatz umfasst sind,
wobei dieser auf einer Datenbank in der Servereinrichtung gespeichert ist.
[0047] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden sirenen- und/oder umgebungsbezogene
Informationen der Entität bereitgestellt. Hierbei wird die sirenen- und/oder umgebungsbezogene
Informationen bevorzugt über einen weiteren Datensatz (dieser kann von einer Servereinrichtung
oder einer Sirene erstellt werden) an die Entität übersendet. Die Servereinrichtung
kann bevorzugt den erstellten Datensatz einer entsprechenden Entität zuordnen. In
weiteren Varianten kann die Sirene bei der Erstellung eines Datensatzes, den Datensatz
einer relevanten Entität zuordnen und dem Datensatz entsprechende Zuordnungsdaten
beifügen.
[0048] Wenn die sirenen- und/oder umgebungsbezogenen Informationen der Entität bereitgestellt
werden, ist dies bevorzugt als ein rückwirkendes Signal der Sirene bzw. Sirenengruppe
zu verstehen, welches durch die Entität weiterverarbeitet und/oder analysiert werden
kann. Eine solche Analyse kann vorteilhaft erkennen, dass eine Sirene bzw. Sirenengruppe
einem Defekt unterliegt. Weiterhin können insbesondere die umgebungsbezogenen Informationen
dazu dienen, der Entität unmittelbar und direkt Informationen "aus erster Hand" zu
übermitteln, sodass die Entität diese für die Auswahl entsprechender Steuerungsbefehle
miteinbeziehen kann, ohne auf Dienste Dritter (bspw. Wetterdienste) angewiesen zu
sein. Im Endeffekt handelt es sich dabei vorteilhaft um eine Live-Überwachung der
Sirene bzw. Sirenengruppe und Ihrer Umgebungen, wobei die dezentrale Positionierung
einzelner Sirenen ein umfassendes Lagebild erzeugen.
[0049] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform empfängt die Sirene und/oder Sirenengruppe
ein Auslösesignal (push), welches eine sofortige Abfrage an die Servereinrichtung
und/oder eine sofortige Auslösung eines Alarms / einer Warnung zur Folge hat.
[0050] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sendet die Entität einen Steuerungsbefehl
bzw. ein Steuerungssignal und/oder eine Alarmierung/Warnung über Cell Broadcast. Dabei
erfolgt die Übermittlung an die Sirenen und Lautsprecher sowie Mobiltelefon/Smartphone
auf einem Kanal bzw. getrennten Kanälen.
[0051] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden hörgeschädigte Menschen über
ein Mobiltelefon/Smartphone auf die Warnungen und Informationen aufmerksam gemacht.
Dies erfolgt vorzugsweise über eine App, welche Lichtsignale und/oder Vibration erzeugt.
Diese Signale können durch Aufleuchten des Displays, eingebauter Lampen/Blitzlichter,
durch Vibration eingebauter Mechanismen oder durch extern angeschlossene Signalanlagen
für Licht und Vibration realisiert werden.
[0052] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass
- ein Mobiltelefon/Smartphone die von einer Entität erstellten Warnungen und/oder Informationen
zu einem Katastrophenfall erhalten und/oder mittels Mikrofon den Signalton identifizieren
und/oder die Informationen erkennen,
- hörgeschädigte Menschen über ein Mobiltelefon/Smartphone auf die Warnungen und Informationen
aufmerksam gemacht werden, wobei vorzugsweise eine App Lichtsignale und/oder Vibration
erzeugt und/oder die Warnung und/oder Information auf dem Display anzeigt,
- die Lichtsignale durch Aufleuchten des Displays und/oder eingebauter Lampen/Blitzlichter
des Mobiltelefons/Smartphones und/oder durch Vibration eingebauter Mechanismen des
Mobiltelefons/Smartphones und/oder durch extern angeschlossene Signalanlagen für Licht
und/oder Vibration realisiert werden.
[0053] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt, bei Ausfall der standardgemäß
genutzten Übertragungskanäle, welche kabellos und/oder kabelgebunden sind, die Übertragung
der Steuerungsbefehle und/oder Audiosignalen über ein autarkes Übertragungssystem,
vorzugsweise ein Funksystem.
[0054] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das autarke Übertragungssystem
vorzugsweise batterie-/akkubetrieben zwischen der Sirene und/oder Sirenengruppe und
der Entität bzw. den Entitäten und/oder Servereinrichtung betrieben. Durch eine kontinuierliche
Überwachung der standardgemäß genutzten Übertragungskanäle kann bei deren Ausfall
automatisch auf das autarke Übertragungssystem umgeschaltet werden.
[0055] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Funkverbindung, in Form von
Funksystemen, wie LoRaWAN, PMR, CB-Funk oder andere integriert.
[0056] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine Entität batterie-/akkubetriebenen
und/oder an einer USV oder Notstromanlage angeschlossen.
[0057] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Audiosignale mit einem Mikrofon
an der Entität und/oder direkt vor Ort an der Sirene und/oder Sirenengruppe erzeugt.
[0058] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Audiosignale durch die Übertragung
eines Textes an die Sirene und/oder Sirenengruppe und anschließender Wandlung in Sprache
(Text-to-Speech) durch die Datenverarbeitungseinheit erzeugt.
[0059] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Erzeugung der Audiosignale bzw. akustischen Ausgabe mit einem Mikrofon an der
Entität und/oder direkt vor Ort an der Sirene erfolgt,
und/oder
- zur Erzeugung der Audiosignale bzw. akustischen Ausgabe auf der Entität und/oder der
Servereinrichtung ein Text eingegeben und/oder ausgewählt und/oder generiert wird,
der an die Sirene und/oder Sirenengruppe übermittelt und/oder von dieser abgerufen
wird und von der Datenverarbeitungseinheit in Sprache gewandelt wird (Text-to-Speech).
[0060] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Übertragung von Daten,
insbesondere der Datensatz und/oder die sirenen- und/oder umgebungsbezogenen Informationen,
- (i) bidirektional zwischen der Servereinrichtung und Sirene und/oder Sirenengruppe
und/oder
- (ii) bidirektional zwischen der Entität und der Servereinrichtung
über ein Übertragungsverfahren oder in Kombination oder über mehrere Übertragungsverfahren
redundant erfolgt, nämlich Mobilfunk (36), Digitalfunk (37), alternative Übertragungsverfahren
wie LoRaWAN (37a), kabelgebundenes Internet (auch Router-WLAN) (38), Landesnetze der
Verwaltungen (38a) oder Satelliteninternet (39), wobei die Übertragung vorzugsweise
verschlüsselt wird.
[0061] Die vorgenannten Verfahren ermöglichen eine unmittelbare und sichere Übertragung,
ohne dass wesentliche Datenverluste entstehen, wobei auf bekannte Infrastruktur zurückgegriffen
werden kann. Der wesentliche Vorteil des Digitalfunks ist dabei in der Möglichkeit
zu sehen, eine Gruppenkommunikation auszuführen. Zu berücksichtigen ist dabei, inwiefern
Gruppenadressierungen ermöglicht und Netzüberlastungen ausgeschlossen werden, (bspw.
TETRA-Netz). Die Mobilfunktechnik weist hingegen vorteilhaft eine sehr gute Übertragungsrate
von Signalen auf und ermöglicht den Einsatz von mobilen Kommunikationsteilnehmern
(Sirene oder Entität) und kann mittels Broadcast eine Gruppeninformation auslösen.
Demgegenüber weist kabelgebundenes Internet äußerst stabile und gute Übertragungsgeschwindigkeiten
auf, wobei äußere Störquellen die Verbindung nicht beeinflussen. Die Gefahr eines
Datenverlustes bei der kabelgebundenen Übertragung ist daher als äußerst gering anzusehen.
Satelliteninternet ist unabhängig vom DSL-Ausbau und/oder der Mobilfunk (LTE/5G)-Verfügbarkeit,
sodass vorteilhaft mit Sirenen oder Entitäten in sehr abgelegenen Ortschaften kommuniziert
werden kann. Darüber hinaus kann Satelliteninternet und Mobilfunk mobil eingesetzt
werden, sodass auch mobile Sirenen (bspw. an Fahrzeugen) erreichbar sind. Eine spezielle
Anwendung des Satelliteninternets stellt die Übermittlung von Warnmeldungen als Einzel
-oder Gruppeninformation dar, wie es bspw. in Deutschland das Modulare Warnsystem
(MoWaS) über Satelliten, wie GLONASS und künftig GALILEO, ermöglicht. Das Landesnetz
der Verwaltungen ist ein eigenes (für Verwaltungen) eingerichtetes kabelgebundenes
Übertragungsnetz, welches unabhängig von externen Anbietern ist und daher vorteilhaft
keinen Zugriff von außen erlaubt. Dies ermöglicht insbesondere eine äußerst sichere
Datenübertragung - ohne die Gefahr einer Datenmanipulation durch Dritte.
[0062] Eine Übertragung von Daten über ein Übertragungsverfahren, welches bidirektional
erfolgt ist im Sinne der Erfindung so zu verstehen, dass Daten jeweils von beiden
Teilnehmern der Kommunikationsverbindung ausgesendet oder empfangen werden können.
Das heißt eine Übertragung eines Datensatzes und/oder einer Information kann ausgehend
von der Servereinrichtung zur Sirene und/oder Sirenengruppe und umgekehrt erfolgen.
Ebenfalls kann die Übertragung von einer Entität zu der Servereinrichtung und umgekehrt
erfolgen.
[0063] Die Begriffsfolge "und umgekehrt" bezeichnet dabei die bidirektionale Kommunikation
zwischen den oben genannten Komponenten, d.h. dass der Datensatz und/oder die sirenen-
und/oder umgebungsbezogenen Informationen von der Sirene und/oder Sirenengruppe an
die Servereinrichtung und/oder von der Servereinrichtung an die Entität über ein Übertragungsverfahren,
nämlich Mobilfunk, Digitalfunk, kabelgebundenen Internet, Landesnetzen der Verwaltungen,
alternative Übertragungsverfahren (wie LoRaWAN) oder Satelliteninternet übertragen
wird.
[0064] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Übertragungsverfahren redundant verwendet werden und/oder die Übertragung
verschlüsselt erfolgt. Die Redundanz der Übertragungsverfahren wirkt sich positiv
auf die Sicherheit und Stabilität des erfindungsgemäßen Verfahrens aus, insbesondere
hat sich gezeigt, dass die Kombination von verschiedenartigen Übertragungsverfahren
zu hervorragender Stabilität der Übertragung führt. So kann bei einem Ausfall oder
schlechter Konnektivität eines ersten Übertragungsverfahrens, das mit dem Verfahren
redundant bzw. kombiniert ausgeführte
[0065] Übertragungsverfahren die wesentliche Übertragung übernehmen. Zusätzlich erfolgt
die Übertragung verschlüsselt, wobei verschiedene Signaturen verwendet werden können
oder auch sämtliche dem Fachmann bekannte Verschlüsselungsverfahren.
[0066] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Entität einer Leitstelle und/oder einer zentralen Verwaltungsstruktur und/oder
einer Einrichtung der kritischen Infrastruktur zugeordnet ist. Dadurch wird vorteilhafterweise
ermöglicht, dass die Leitstelle und die zentrale Verwaltungsstruktur sowie die Einrichtung
der kritischen Infrastruktur jeweils am erfindungsgemäßen Verfahren teilnehmen und
an dem erfindungsgemäßen System partizipieren können. Diese Einrichtungen existieren
schon seit langer Zeit, sodass keine neuen Organisationsstrukturen generiert werden
müssen, sondern insbesondere vorhandene Strukturen in das Verfahren miteinbezogen
werden.
[0067] Eine Leitstelle (Einsatzleitstelle oder PSAP (engl.: Public safety answering point))
ist erfindungsgemäß bevorzugt dazu eingerichtet, den Einsatzbetrieb einer zugeordneten
Organisation zu leiten. Sie nimmt bevorzugt Informationen entgegen, wertet sie aus
und koordiniert die angeschlossenen Dienste. Insbesondere im Rahmen der öffentlichen
Daseinsvorsorge bestehen Leitstellen, die zur Brandbekämpfung, zur Erhaltung bzw.
Rettung bedeutender Sachwerte, für den Katastrophenschutz, im medizinischen und technischen
Rettungsdienst, zur Rettung von Menschenleben, in Belangen öffentlicher Sicherheit
und Ordnung Notrufe entgegennehmen und Rettungsdienst, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk,
Polizei und andere Notfalldienste einsetzen. Sie sind in der Regel rund um die Uhr
erreichbar und stehen untereinander in Datenverbindung. In ganz Europa ist unter der
Notrufnummer 112 ein Ansprechpartner erreichbar, der Hilfe aus den genannten Bereichen
vermittelt.
[0068] Jeder Leitstelle ist bevorzugt ein Zuständigkeitsbereich zugeordnet. Dieser ist in
der Regel geographischer Natur und kann sich bspw. durch einen Landkreis, eine Stadt,
ein Bundesland, ein Staat, eine über Ländergrenzen übergreifende Region oder einen
Kontinent darstellen. Der Zuständigkeitsbereich lässt sich in einer Projektion auf
eine zweidimensionalen Fläche, wie zum Beispiel eine Landkarte als ein oder mehrere
Polygone darstellen. Ein Vergleich zwischen Standortdaten einer Sirene bzw. Sirenengruppe
und Polygonen führt dabei bevorzugt zu einer Zuständigkeit einer Leitstelle. Leitstellen
sind daher als eine dezentrale Organisationsstruktur anzusehen, welche eine Vielzahl
von Vorteilen mit sich bringt. So ist eine zuständige Leitstelle bevorzugt relativ
nahe (auf eine Distanz bezogen) an einem auftretenden Auslösungsereignis positioniert,
sodass auch regionale Parameter in der Auslösung eines Alarms und Erzeugung von Steuerungsbefehlen
miteinbezogen werden können. Zudem kann bei einem Ausfall einer ersten Leitstelle,
eine weitere Leitstelle die Aufgaben der ersten Leitstelle übernehmen, wobei diese
weiterhin keine überaus große Distanz zum Auslösungsereignis aufweist. Die Integration
von Leitstellen im vorgeschlagenen Verfahren führt darüber hinaus zu mehr Flexibilität
und geringerem Verwaltungsaufwand, weil die gesamte Leistellenorganisation eine geringere
Anzahl an beschäftigten aufweist, so kann bspw. schnell auf Terminengpässe und Notfälle
reagiert werden.
[0069] Eine zentrale Verwaltungsstruktur ist bevorzugt eine Einrichtung bzw. Organisationstruktur,
welche als eine (zentral organisierte) Stabstelle ausgestaltet ist, welche mit allen
Entscheidungskompetenzen in Zusammenhang eines Auslösungsereignisses versehen ist.
Die zentrale Verwaltungsstruktur kann dabei abhängig von einem Auslösungsereignis
einzig für das Auslösungsereignis zeitbegrenzt neu eingerichtet werden. Bevorzugt
ist eine zentrale Verwaltungsstruktur als eine zentrale Organisationstruktur zu verstehen.
[0070] Als eine zentrale Verwaltungsstruktur ist in Deutschland bevorzugt das Bundesamt
für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zu verstehen. Das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich
des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und das zentrale Organisationselement
für die zivile Sicherheit. Weiterhin kann die zentrale Verwaltungsstruktur bevorzugt
ausgestaltet sein als ein Krisenstab von Bund, Ländern, Stadt- und/oder Landkreisen.
Der wesentliche Vorteil einer zentralen Verwaltungsstruktur ist die einheitliche an
einem Ort zentrierte Entscheidungsgewalt. Ausgehend von dieser Organisation (bzw.
innerhalb dieser Organisation) können zentral alle wesentlichen organisatorischen
Entscheidungen in Bezug auf ein Auslösungsereignis getroffen werden. Eine zentrale
Verwaltungsstruktur weist vorteilhafter Weise gebündeltes Fachwissen und gebündelte
Sachmittel an einem Ort auf.
[0071] Eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur ist bevorzugt eine Organisation oder
Einrichtung mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall
oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen
der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Nahezu
jeder Bereich des täglichen Lebens wird durch moderne Technik unterstützt. Alle diese
technischen Systeme und Einrichtungen benötigen wiederum bestimmte Basisdienste, um
ordnungsgemäß zu funktionieren. Kraftfahrzeuge und Heizanlagen brauchen zum Beispiel
Treib- und Brennstoff, Gebäude eine zuverlässige Energie- und Wasserversorgung und
ohne Transportwesen kommen Waren und Dienstleistungen weder zur Fertigung noch zum
Absatzmarkt. Diese für unsere Gesellschaft so bedeutsamen Basisdienste werden als
Kritische Infrastrukturen (KRITIS) bezeichnet. In Deutschland werden bevorzugt Organisationen
und Einrichtungen beispielsweise aus den Bereichen Energieversorgung, Informationstechnik
und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz-
und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur zu den Kritischen
Infrastrukturen gezählt. Die Betreiber dieser Kritischen Infrastrukturen, unabhängig
davon, ob privatwirtschaftlich oder öffentlichrechtlich organisiert, erbringen die
kritischen, für die Versorgung der Bevölkerung zwingend notwendigen Dienstleistungen
in hoher Qualität und Stabilität.
[0072] Es versteht sich, dass sowohl die Leitstelle als auch die zentrale Verwaltungsstruktur
über eine oder mehrere Entitäten simultan an dem vorgeschlagenen Verfahren teilnehmen
können.
[0073] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass eine oder mehrere Entitäten in Datenverbindung zueinanderstehen und miteinander
kommunizieren. Dabei können die jeweiligen Entitäten auch zu unterschiedlichen Organisationsstrukturen,
also zu einer Leitstelle oder einer zentralen Verwaltungsstelle, zugeordnet sein.
Bei einer kooperativen Arbeitsweise, z.B. zwischen den Leitstellen und den Stellen
des Katastrophenschutzes, kann das Verfahren als gemeinsame Plattform mit Meldewegen
zum automatisierten Informationsaustausch verschiedener Systeme und Verwaltungsebenen
genutzt werden. Dabei können bevorzugt auch weitere Einrichtungen bspw. einer kritischen
Infrastruktur (KRITIS) ebenfalls anhand ihrer individuellen ID oder mittels geografischer
Objekt-Auswahl adressiert werden. Bei der Absprache zwischen Leitstelle und zentraler
Verwaltungsstelle vor der Auslösung eines Alarms oder währenddessen, können Aufgaben
geteilt und Ressourcen entsprechend optimal eingesetzt werden. Ferner können auch
die rückwirkenden von den Sirenen übermittelten sirenen- und/oder umgebungsbezogenen
Informationen kooperativ analysiert und darauf basierend reagiert werden. Da die Leitstellen
aufgrund ihrer dezentralen Anordnung schneller reagieren können, können diese zum
Beispiel bei einem Defekt einer Sirene an einem bestimmten Ort für die Reparatur oder
den Austausch dieser Sirene von der zentralen Verwaltungsstelle verantwortlich gemacht
werden, wohingegen die zentrale Verwaltungsstelle den globalen Überblick aufweist.
Im Zusammenspiel und im Austausch aller Entitäten wird ein besonders vorteilhaftes
Verfahren bzw. System erzeugt.
[0074] Die Entität ist ferner bevorzugt dazu eingerichtet, die Verfügbarkeit der Empfänger
in einer Tabelle und/oder durch eine Kartendarstellung anzuzeigen. So können die zu
adressierenden Empfänger ausgewählt und Aufträge, Anfragen, Berichte und/oder Informationen
mit Empfangs- und/oder Lesebestätigungen gesendet und/oder empfangen werden.
[0075] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Entitäten per Chat, Datenaustausch, bevorzugt Fotos, Videos und/oder Dokumente,
Sprache und/oder Video untereinander kommunizieren. Eine derartige Kommunikation führt
vorteilhaft zu besseren Möglichkeiten einen Alarmeinsatz zu koordinieren und auch
Informationen auszutauschen, die über die Alarmierung der Bevölkerung hinaus geht.
Die ausgewählten Kommunikationswege sind besonders schnell und zuverlässig sowie insbesondere
in ihrem gemeinsamen Einsatz barrierefrei. Das heißt zum Beispiel, dass auch hörgeschädigte
oder blinde Personen an der Kommunikation über die Entitäten teilnehmen können.
[0076] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Entität ein Endgerät oder ein auf einem Endgerät installiertes Computerprogrammprodukt
oder eine Webanwendung ist, wobei das Endgerät ausgesucht ist aus der Gruppe Computer,
Laptop, Notebook, Tablet-PC, Tablet, Smartphone, Telekommunikationsendgerät. Die Entität
ist dabei nicht auf die hier aufgeführte Auflistung der Endgeräte beschränkt. Grundsätzlich
sind Endgeräte bevorzugt dazu eingerichtet, über ein nachfolgendes Übertragungsverfahren
zu kommunizieren: Mobilfunk, Digitalfunk, kabelgebundenes Internet, Landesnetze der
Verwaltungen, alternative Übertragungsverfahren (wie LoRaWAN) oder Satelliteninternet.
Die vorgenannten Endgeräte sind vielfältig einsetzbar und können vorteilhaft auch
für weitere über das vorgeschlagene Verfahren hinausgehende Funktionen eingesetzt
werden.
[0077] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Entität und/oder Servereinrichtung einen Datensatz erzeugt, der neben Steuerungsbefehlen
auch Audiodaten umfasst, wobei das Ausgabesignal der Sirene bevorzugt die Audiodaten
ausgibt. Ein Ausgabesignal, welches die Ausgabe einer Audiodatei umfasst kann zu einer
verbesserten Warnung führen und dabei einen größeren Informationsgehalt an die Bevölkerung
übermitteln. Dieser Informationsgehalt kann auch über das bloße Warnen von der Bevölkerung
hinaus gehen. So können beispielsweise Anweisungen erteilt werden, wie die Bevölkerung
sich im besten Fall zu verhalten hat, wobei diese bevorzugt abhängig vom jeweiligen
Auslösungsereignis sind. Bevorzugt werden derartige Audiosignale durch elektronische
Sirenen ausgegeben.
[0078] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Sirene eine Datenverarbeitungseinheit und mindestens einen Sensor umfasst,
wobei der mindestens eine Sensor ein Stromsensor und/oder ein Akustiksensor und/oder
ein Wetter-/Umweltsensor ist, wobei die Datenverarbeitungseinheit eine Kommunikationseinrichtung
aufweist, wobei die Datenverarbeitungseinheit anhand aufgenommener Parameter der Sensoren
sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen generiert und/oder die Steuerungsbefehle
des ersten Datensatzes und/oder externe Steuerbefehle, die über eine Schnittstelle
durch einen Nutzer eingebracht werden, ausführt.
[0079] Ein Sensor (auch Detektor oder Messaufnehmer oder Messfühler) ist ein technisches
Bauteil und bevorzugt das erste Element einer Messkette in einer Messeinrichtung.
Ein Sensor kann physikalische (z.B. Wärmemenge, Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Schallfeldgrößen,
Helligkeit, Beschleunigung) oder chemische (z. B. pH-Wert, lonenstärke, elektrochemisches
Potential) Eigenschaften und/oder die stoffliche Beschaffenheit seiner Umgebung qualitativ
oder als Messgröße quantitativ ermitteln. Diese Größen werden mittels physikalischer
oder chemischer Effekte erfasst und in ein weiter verarbeitbares elektrisches Signal
umgewandelt. Der Sensor bzw. die Messeinrichtung ist dabei bevorzugt in der Sirene
integriert.
[0080] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Sirene einen aktiven Sensor. Aktive
Sensoren erzeugen eine Spannung aufgrund ihres Messprinzips und benötigen keine elektrische
Hilfsenergie. Bei aktiven Sensoren kann es sich bspw. um Thermoelemente, Lichtsensoren
oder Drucksensoren handeln. Der Einbau von aktiven Sensoren führt vorteilhafterweise
zu einem geringeren Energieverbrauch.
[0081] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Sensor der Sirene als passiver
Sensor ausgestaltet. Passive Sensoren enthalten passive Bauteile, deren Parameter
durch die Messgröße verändert werden. Durch eine Primärelektronik werden diese Parameter
in elektrische Signale umgeformt. Dabei wird eine von außen zugeführte Hilfsenergie
benötigt. Passive Sensoren sind z. B.: Wägezellen, Widerstandsthermometer, Dehnungsmessstreifen,
Magnetfeldsensoren (Hall-Sonde). Passive Sensoren liefern vorteilhaft besonders genaue
Messergebnisse.
[0082] Die Kommunikationseinrichtung der Sirene weist bevorzugt Mittel zur Kommunikation
über die vorgenannten Übertragungsverfahren auf (Mobilfunk, Digitalfunk, kabelgebundenes
Internet, Landesnetze der Verwaltungen, alternative Übertragungsverfahren (wie LoRaWAN)
oder Satelliteninternetz). Ein solches Mittel kann eine Sende- und/oder Empfangseinheit
umfassen.
[0083] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass mit einem an die Datenverarbeitungseinheit angeschlossenem Telefon (Mikrofon
+ Lautsprecher) bidirektional mit einer Entität kommuniziert werden kann.
[0084] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Datenverarbeitungseinheit einen Ein-Platinen-Computer umfasst. Vorzugsweise
ist ein Remote Desktop Tool und/oder ein ssh/telnet-Zugang auf dem Ein-Platinen-Computer
installiert. Ein Ein-Platinen-Computer, oft engl. single-board computer (SBC), ist
erfindungsgemäß ein Computersystem, bei dem sämtliche zum Betrieb nötigen elektronischen
Komponenten auf einer einzigen Leiterplatte zusammengefasst sind. Der Vorteil liegt
vor allem in der kompakten Bauweise, vielfältiger Einsatzmöglichkeiten und dem überaus
günstigen Preis.
[0085] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Sensor ein Stromsensor und/oder ein Akustiksensor und/oder
ein Wetter-/Umweltsensor ist. Mit diesen Sensoren kann die Sirene vorteilhaft wesentliche
Parameter über die Sirene als solche oder die der Sirene umgebenen Umwelt aufnehmen.
Stromsensoren sind bevorzugt elektrische Bauelemente, mit denen die Stromstärke in
Kabeln und Stromschienen in der Regel galvanisch getrennt (berührungslos) anhand der
durch elektrische Ströme ausgelösten magnetischen Flussdichte gemessen werden können.
Anhand der Überwachung des Stroms kann vorteilhaft die Betriebsbereitschaft sowie
die Funktionsfähigkeit einer Sirene überprüft werden, woraufhin eine Entität entsprechend
reagieren kann. Der Einsatz eines Akustiksensors führt vorteilhaft dazu, dass Geräusche
der Sirene und der Umgebung aufgenommen werden können. Neben dem Stromsensor können
die Informationen des Akustiksensors ebenfalls zur Funktionsüberwachung und Statusüberwachung
der Sirenen verwendet werden. Weiterhin kann dieser Sensor bevorzugt dafür verwendet
werden, um die Steuerungsbefehle auf ihre Richtigkeit hin zu verifizieren. Der Akustiksensor
nimmt unter anderem bevorzugt Störgeräusche in der Umgebung oder das Ausgangssignal
der Sirene auf.
[0086] Bevorzugt sind akustische Sensoren, Bauelemente in technischen Systemen, die Informationen
über Zustände liefern, wobei akustische Effekte ausgenutzt werden und akustische Wandler
elektronisch auswertbare Signale erzeugen.
[0087] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem akustischen Sensor um
einen aktiven akustischen Sensor. Aktive akustische Sensoren erzeugen bevorzugt ein
Ultraschallfeld, das von der Umgebung beeinflusst wird. So können z.B. aus Schallreflexionen
die Lagen von Grenzflächen, durch Schallbeugung an Kanten oder aus Frequenzänderungen
(akustischer Doppler-Effekt-) Geschwindigkeiten ermittelt werden. Derartige akustische
Sensoren finden zum Beispiel Anwendung bei der Werkstoffprüfung. Sie arbeiten zerstörungsfrei
und lassen sich gut an die jeweiligen Erfordernisse anpassen. Im vorliegenden Fall
kann ein akustischer Sensor die Umgebung der Sirene prüfen und/oder diese für den
Einsatz einer kontinuierlichen Prüfung "scannen", wobei bspw. durch entsprechende
Reflexionen ein Lagebild erzeugt und an die Entitäten übermittelt werden kann.
[0088] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem akustischen
Sensor um einen passiven akustischen Sensor. Bei passiven akustischen Sensoren werden
bevorzugt Geräusche (bspw. das Ausgabesignal) einer Sirene und/oder des der Sirene
umliegenden Umfelds aufgenommen. Dies führt dazu, dass einerseits das Ausgabesignal
durch die Entität verifiziert werden kann und andererseits, dass Störgeräusche oder
anderweitige Geräusche wie Hilferufe durch die Sirene aufgenommen und an die Entität
übermittelt werden können. Ein Mikrophon ist bevorzugt als ein passiver akustischer
Sensor zu verstehen.
[0089] Im Sinne der Erfindung ist ein Wetter-/Umweltsensor bevorzugt ausgesucht aus der
Gruppe umfassend Temperatursensor, Luftdrucksensor, Feuchtigkeitssensor, CO2-Sensor,
Strahlungssensor, Gassensor, Biosensor, Foto-Sensor und/oder eine Kamera. Weiterhin
kann ein Wetter-/Umweltsensor dazu konfiguriert sein, eine Windrichtung aufzunehmen.
Die aufgenommenen Sensordaten werden bevorzugt an die Entitäten übermittelt. Unter
Einbeziehung von Wetterdaten wie z.B. der Windrichtung, können z.B. bei Rauchentwicklung
der Gefahrenbereich definiert und damit die zugehörigen Sirenen automatisch durch
die Entität ausgewählt werden. Ein Wetter-/Umweltsensor kann in Form einer Kamera
in Verbindung mit einer vorzugsweise KI-gestützten Anwendung auf der Datenverarbeitungseinheit
und/oder der Servereinrichtung die Lage vor Ort einordnen bzw. bewerten.
[0090] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass einer Sirene eine Identifikationsnummer oder ein geographischer Bereich zugeordnet
ist. Die Identifikationsnummer einer Sirene führt dazu, dass jeder Sirene individuell
Steuerungsbefehle übermittelt werden können. Ein geographischer Bereich ist bevorzugt
als ein Bereich anzusehen, welcher eine räumliche Ausdehnung hat und einer Leitstelle
zugeordnet sein kann.
[0091] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Servereinrichtung eine Authentifizierungsfunktion, einen Anwendungsserver,
eine Datenbank und eine VolP-TK-Anlage umfasst.
[0092] Eine Authentifizierungsfunktion umfasst bevorzugt eine Datenbank mit Benutzer-IDs,
Kennwörtern und anderen Informationen wie beispielsweise IP-Adressen und zulässigen
Diensten. Wenn eine Entität und/oder eine Sirene versucht, sich im erfindungsgemäßen
System anzumelden, verschlüsselt die Entität und/oder die Sirene Benutzer-ID und Kennwort
und sendet sie zur Prüfung an der Authentifizierungsfunktion. Dieser vergleicht die
übermittelten Authentifizierungs-Daten mit den hinterlegten. Bei Übereinstimmung werden
die gespeicherten Daten des geprüften Benutzers freigegeben.
[0093] Ein Anwendungsserver oder Applikationsserver, ist im Allgemeinen ein Server in einem
Computernetzwerk, der Anwendungsprogramme ausführt. Ein Anwendungsserver bietet bevorzugt
eine Laufzeitumgebung für den Server-Teil einer Client-Server Anwendung, wohingegen
bei einer Webanwendung der Webbrowser bevorzugt den Client-Teil der Anwendung darstellt.
[0094] Eine Datenbank wird bevorzugt auf einem Datenbankserver gespeichert. Als Datenbankserver
werden bevorzugt Rechner bezeichnet, auf denen Datenbanksysteme abgelegt werden, dabei
stellt der Server bevorzugt Datenverwaltungsdienste bereit, die von anderen Rechnern
aus genutzt werden können. In größeren Systemen mit einem hohen Datenvolumen werden
dafür bevorzugt eigens leistungsstarke Großrechner als Datenbankserver konfiguriert,
die als Knotenpunkt für den Informationsfluss dienen.
[0095] Bei einer VolP-Telefonanlage, auch VolP-TK-Anlage oder IP-PBX genannt, handelt es
sich bevorzugt um eine Telefonanlage, bei der kein herkömmlicher Telefonanschluss
mehr erforderlich ist, sondern die Gespräche über eine Internetverbindung geführt
werden. Die Sprachinformationen werden dabei bevorzugt in kleinen Datenpaketen über
ein Datennetzwerk anstatt über das herkömmliche Telefonnetz transportiert. Hierbei
kommt das Netzwerkprotokoll SIP (Session Initiation Protocol) zum Einsatz. Da die
VolP Telefonanlage das Datennetzwerk nutzt, um sich mit den Telefonen oder anderen
IP-fähigen Endgeräten zu verbinden, ist eine Telefonverkabelung am Firmenstandort
nicht länger notwendig. Mittels VolP-Gateway lassen sich VolP-Telefonanlagen an klassische
Telefonleitungen anschließen, wodurch der Umstieg mit wenig Aufwand verbunden ist.
[0096] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass im Katastrophenfall über die Alarmierung hinaus weitere Informationen an die
Bürger bereitgestellt werden. Dies wird bevorzugt dadurch gelöst, dass Entitäten akustische
Informationen erstellen und über die Sirenen Lautsprecher publizieren.
[0097] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass im Rahmen des Katastrophenmanagements, der Informationsaustausch zwischen Entitäten,
Leitstellen, Lagezentren, zentrale Verwaltungsstruktur und/oder Einrichtungen der
kritischen Infrastruktur realisiert wird und darüber Aufträge, Anfragen, Berichte
und/oder Informationen mit Empfangs- und/oder Lesebestätigungen gesendet und/oder
empfangen werden können.
[0098] Die im gesamten Dokument im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erörterten
Vorteile, technischen Effekte und anderweitige Ausführungen gelten analog auf ein
(erfindungsgemäßes) System zur Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information
der Bevölkerung, welches sich das erfindungsgemäße Verfahren zu Nutze macht. Ebenfalls
sind alle Vorteile, technischen Effekte und anderweitige Ausführungen im Kontext des
Systems auf das Verfahren zu übertragen.
[0099] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein System zur
Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch
gekennzeichnet, dass das System eine Sirene und/oder Sirenengruppe, eine Entität und
eine Servereinrichtung umfasst,
- a) wobei die Entität dazu eingerichtet ist, aufgrund eines Auslösungsereignisses einen
Datensatz mit Steuerungsbefehlen zu erzeugen und an die Servereinrichtung zu übermitteln,
wobei die Steuerungsbefehle einer Sirene und/oder einer Sirenengruppe zugeordnet sind
und die Steuerungsbefehle sowie die Sirene und/oder Sirenengruppe anhand des Auslösungsereignisses
ausgewählt werden;
- b) wobei die Servereinrichtung dazu eingerichtet ist, den Datensatz in einer Datenbank
zu speichern;
- c) wobei die Sirene und/oder Sirenengruppe dazu eingerichtet ist, die ihr zugeordneten
Steuerungsbefehle von der Servereinrichtung abzurufen und ein Ausgabesignal aufgrund
der Steuerungsbefehle zu erzeugen.
[0100] Ein derartiges System zur Lösung der oben genannten Aufgabe ist aus dem Stand der
Technik weder bekannt noch einem durchschnittlichen Fachmann nahegelegt. Das erfindungsgemäße
System ist vielmehr als eine Abkehr vom Stand der Technik anzusehen, in welchem Sirenen
netzwerkbasiert angesteuert werden. Das System ist insbesondere dazu eingerichtet,
das obig beschriebene Verfahren und die verschiedenen Ausführungsformen des Verfahrens
auszuführen.
[0101] Das vorgeschlagene System ist für eine Steuerung von Sirenen, zur Information der
Bevölkerung, der Wirtschaft, von Institutionen und von Einsatzkräften eingerichtet.
Die Übertragung von Informationen erfolgt dabei bevorzugt bidirektional und verzögerungsfrei
zwischen den auslösenden Stellen und Datenverarbeitungseinheiten der Sirenen über
digitale Infrastrukturen. Durch die Verwendung verschiedener Internet-Technologien
und -Protokolle ist das System nicht auf ein bestimmtes Datenformat bei der Übertragung
beschränkt und lässt sich vorteilhaft auch für zukünftige Anwendungen leicht adaptieren.
Das System beinhaltet bevorzugt weiterhin Katastrophenmanagement-Funktionen, welche
die Kommunikation zwischen den auslösenden und zuständigen Stellen des Katastrophenschutzes
untereinander sicherstellen. Die über das System verbundenen Stellen kommunizieren
bevorzugt miteinander per Chat, Sprache, Video und Datenaustausch. Barrierefreie Anwendungen
ermöglichen es ferner Menschen mit Behinderung, Warnungen und Informationen zu empfangen.
[0102] Durch das erfindungsgemäße System können anhand verschiedener Netzwerktechnologien
Tausende von Empfängern (z.B. Sirenen) mit definierten Signalfolgen innerhalb von
wenigen Sekunden in einem Leitstellenbereich ausgelöst werden. Die Betriebsbereitschaft
des Systems wird mittels kontinuierlicher Abfragen, die durch die Sirenen an die Servereinrichtung
gesandt werden, überwacht. Dabei übermittelt jede Sirene zusätzliche Informationen,
z.B. Sirenenstatus und Funktionsbereitschaft. In der Antwort auf die Abfrage sendet
die Servereinrichtung entsprechende Informationen und Steuerungsbefehle. Das sog.
Polling-Verfahren sichert somit den Abruf von Steuerungsbefehlen und Informationen
sowie gleichzeitig die Überwachung der Betriebsbereitschaft der Sirenen. Farbliche
Markierungen zeigen in einer Visualisierung durch ein Computerprogrammprodukt den
Status (z.B. "funktionsbereit", "ausgelöst", "gestört" bzw. "abgemeldet") an.
[0103] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Sirene und/oder die Sirenengruppe dazu eingerichtet ist, zyklisch eine Abfrage
an die Servereinrichtung zu übermitteln und mit der Abfrage der Servereinrichtung
sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen, bevorzugt Informationen über den
Sirenenstatus und/oder der Funktionsbereitschaft, zu übermitteln;
- die Servereinrichtung dazu eingerichtet ist, in einer Antwort auf die Abfrage den
Datensatz mit Steuerungsbefehlen an die Sirene und/oder Sirenengruppe zu übermitteln
und die sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen der Entität bereitzustellen.
[0104] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Sirene und/oder die Sirenengruppe dazu eingerichtet ist, Informationen und/oder
Steuerungsbefehle über das Satelliteninternet und/oder Cell Broadcast zu empfangen.
[0105] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass der Datensatz
- (i) bidirektional zwischen der Servereinrichtung und der Sirene und/oderSirenengruppe;
und/oder
- (ii) bidirektional zwischen der Entität und der Servereinrichtung;
über ein Übertragungsverfahren, nämlich Mobilfunk, Digitalfunk, kabelgebundenen Internet,
Landesnetze der Verwaltungen, alternative Übertragungsverfahren (wie LoRaWAN) oder
Satelliteninternet übertragbar ist.
[0106] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Übertragungsverfahren redundant verwendbar sind und/oder die Übertragung
verschlüsselbar ist.
[0107] Unter redundanter Nutzung verschiedener Netzwerktechnologien (sog. "hybrides Übertragungsverfahren")
adressiert das System bevorzugt die Nutzer (bevorzugt Entitäten oder Sirenen oder
anderweitige Geräte) entweder über eine eindeutig zugewiesene ID oder durch eine entwickelte
geografische Objekt-Auswahl (GOA). Dabei wird ein Nutzer (bevorzugt Entität oder Sirene)
über einen ihm zugeordneten geografischen Bereich, welcher durch ein Polygon auf einer
geografischen Karte gebildet wird, ausgewählt bzw. gesteuert. Wird im erfindungsgemäßen
System bevorzugt ein Steuerungsbefehl für eine bestimmte Sirene (ID) an die Servereinrichtung
gesandt, wird dieser für den Abruf durch diese Sirene in der Datenbank gespeichert.
Wird jedoch ein Steuerungsbefehl für einen geografischen Bereich an die Servereinrichtung
übermittelt, so werden gemäß geografischer Objekt-Auswahl zunächst alle Objekte (bevorzugt
Vielzahl von Sirenen - also Sirenengruppe) ermittelt, die diesem geografischen Bereich
zugeordnet sind oder deren zugeordneter geografischer Bereich sich mit dem übermittelten
überschneidet. Anschließend wird der Steuerungsbefehl für den Abruf durch alle ermittelten
Sirenen (IDs) in der Datenbank gespeichert. Bei beiden Varianten rufen die jeweiligen
Sirenen zyklisch die für sie bestimmten Steuerungsbefehle und Informationen von der
Servereinrichtung ab (Polling).
[0108] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass alternativ zum Polling eine Abfrage der Steuerungsbefehle und/oder Informationen
durch die Sirene und/oder Sirenengruppe durch eine Push-Meldung, als sog. Trigger,
ausgelöst wird und/oder
eine dauerhafte Verbindung, zum Beispiel eine Socket-Verbindung, zwischen der Sirene
und/oder Sirenengruppe und der Servereinrichtung besteht.
[0109] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass die Entität einer Leitstelle und/oder einer zentralen Verwaltungsstruktur zugeordnet
ist und/oder
eine oder mehrere Entitäten in Datenverbindung zueinanderstehen und miteinander kommunizieren,
wobei die Entitäten bevorzugt per Chat, Sprache, Video und/oder Datenaustausch kommunizieren.
[0110] Bei einer kooperativen Arbeitsweise, z.B. zwischen den Leitstellen und den Stellen
des Katastrophenschutzes, kann das bevorzugte System als gemeinsame Plattform mit
Meldewegen zum automatisierten Informationsaustausch verschiedener Systeme und Verwaltungsebenen
genutzt werden.
[0111] Die Verfügbarkeit der Empfänger (bevorzugt Sirenen, Entitäten) wird bevorzugt in
einer Tabelle und/oder durch eine Kartendarstellung in einem bevorzugten Computerprogrammprodukt
und/oder einer Webanwendung angezeigt. So können die zu adressierenden Empfänger ausgewählt
und Aufträge, Anfragen, Berichte und/oder Informationen mit Empfangs- und/oder Lesebestätigungen
gesendet und/oder empfangen werden.
[0112] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass die Entität ein Endgerät oder ein auf einem Endgerät installiertes Computerprogrammprodukt
oder eine Webanwendung umfasst, wobei das Endgerät ausgesucht ist aus der Gruppe Computer,
Laptop, Notebook, Tablet-PC, Tablet, Smartphone, Telekommunikationsendgerät.
[0113] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Entität dazu eingerichtet ist, einen Datensatz zu erzeugen, der neben Steuerungsbefehlen
auch Audiodaten mit einem Audiosignal umfasst;
- die Sirene und/oder Sirenengruppe dazu eingerichtet ist, das Audiosignal alsAusgabesignal
auszugeben.
[0114] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Sirene und/oder Sirenengruppe dazu eingerichtet ist, die Lautstärke des Audiosignals
in Abhängigkeit von der Windrichtung, Windstärke und/oder Umgebungslautstärke auszugeben.
[0115] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass die Sirene und/oder Sirenengruppe eine Datenverarbeitungseinheit und mindestens
einen Sensor umfasst, wobei die Datenverarbeitungseinheit eine Kommunikationseinrichtung
aufweist, wobei die Datenverarbeitungseinheit dazu konfiguriert ist, anhand aufgenommener
Parameter der Sensoren sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen zu generieren
und/oder die Steuerungsbefehle des ersten Datensatzes und/oder externe Steuerbefehle,
die über eine Schnittstelle durch einen Nutzer eingebracht werden, auszuführen.
[0116] Eine Sirenen-Datenverarbeitungseinheit besteht bevorzugt aus einem Computer (Ein-Platinen-Computer
mit USV), der wahlweise über Mobilfunk (NB-loT, LTE, etc.), Digitalfunk (TETRA, Paging,
etc.), kabelgebundenem Internet, Landesnetzen der Verwaltungen, alternative Übertragungsverfahren
(LoRaWAN, etc.) oder Satelliteninternet mit der Servereinrichtung verbunden ist. Zur
Erhöhung der Sicherheit und Stabilität bei der Übertragung werden vorzugsweise mehrere
Übertragungsverfahren redundant verwendet. Die Übertragung der Informationen erfolgt
verschlüsselt im Polling-Verfahren, wobei eine Sirenen-Datenverarbeitungseinheit die
an sie direkt oder an einen sie umfassenden geografischen Bereich adressierten Meldungen
bzw. Befehle verarbeitet. Die Sirenen-Datenverarbeitungseinheit kann sowohl in bestehende
als auch in neu zu errichtende Sirenen eingesetzt werden. Dabei können sowohl elektronische
als auch motorische Sirenen mit fest oder individuell definierten Sirenenfolgen ausgelöst
werden, welche in der Benutzeroberfläche eines erfindungsgemäßen Computerprogrammprodukts
konfiguriert werden. Bei elektronischen Sirenen können bevorzugt Sprachdurchsagen
mittels vorgefertigter gespeicherter Audiodaten oder durch übermittelte Audiodaten
oder Text-in-Sprache-Umwandlung, auch mehrsprachig, generiert werden. Als elektronische
Sirenen können auch Lautsprecher in Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Bahnhöfen und
Werkssirenen über einen Umschalter für Lautsprecheranlagen integriert werden. Ebenso
sind mobile Sirenen mit einer Datenverarbeitungseinheit auf Fahrzeugen und Drohnen
in Verbindung mit einer automatischen Standortermittlung (Satellitennavigation) verwendbar.
Eine Sirene kann auch lediglich aus einem Verstärker und einem oder mehreren Lautsprechern
bzw. Sirenenhörnern bestehen und an die Sirenen-Datenverarbeitungseinheit angeschlossen
sein.
[0117] Die Stromversorgung für die motorischen Sirenen wird über Relais gesteuert, wobei
ein Stromsensor bevorzugt den Stromfluss überwacht. Ein angeschlossener Akustiksensor
wertet, zur Funktionsüberwachung von Sirenen jeder Art, die gemessenen Signaltöne
aus. An den Standorten der Einsatzkräfte, wie Feuerwehren, werden die Meldungen bevorzugt
an einem angeschlossenen Display angezeigt. Ein Anschluss für Sensoren kann multifunktional
bspw. mit einem Rauchmelder und/oder einer Einbruchssignalisierung beschaltet werden.
Weiterhin kann eine Wetterstation angeschaltet werden, die Wetterdaten für das erfindungsgemäße
System bereitstellt. Dazu werden Wetter-Sensoren an die Sirenen-Datenverarbeitungseinheit
angeschlossen und deren Daten zur Auswertung an die Servereinrichtung übermittelt.
Bei Bedarf können diese auch den Wetterdiensten bereitgestellt werden. Über Funktionstasten,
die bevorzugt an der Sirenen-Datenverarbeitungseinheit angebracht oder mit ihr verbunden
sind, kann auch eine Auslösung der Sirenen vor Ort realisiert werden. Mit einem an
die Sirenen-Datenverarbeitungseinheit angeschlossenen öffentlich zugänglichen Telefon
(auch Videotelefon) kann ein Notruf abgesetzt werden, welcher mit dem verfügbaren
Übertragungsverfahren der höchsten Priorität (durch Zuverlässigkeit und Kapazität
der Verbindung bestimmt) an die zuständige Rettungsleitstelle übertragen wird.
[0118] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass die Datenverarbeitungseinheit einen Ein-Platinen-Computer umfasst.
[0119] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Sensor ein Stromsensor und/oder ein Akustiksensor und/oder
ein Wetter-/Umweltsensor ist.
[0120] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass einer Sirene eine Identifikationsnummer oder ein geographischer Bereich oder
eine Adresse bzw. Adressliste zugeordnet ist.
[0121] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das System dadurch gekennzeichnet,
dass die Servereinrichtung eine Authentifizierungsfunktion, einen Anwendungsserver,
eine Datenbank und eine VolP-TK-Anlage umfasst.
[0122] Die Servereinrichtung, besteht bevorzugt aus Authentifizierungsfunktion, Anwendungsserver,
Datenbank und einer VoIP-TK-Anlage. Die einzelnen Server sind ggf. jeweils mehrfach
(je ein Server für einen geografischen Teilbereich und/oder zum Lastenausgleich) und
redundant (Ersatz-Server übernehmen bei einem Ausfall die Funktion) ausgelegt und
gewährleisten das Zusammenwirken zwischen den Entitäten und den Sirenen. Die Verbindung
zwischen der Servereinrichtung und den Datenverarbeitungseinheiten kann per Mobilfunk,
Digitalfunk, kabelgebundenem Internet, Landesnetzen der Verwaltungen, alternative
Übertragungsverfahren (wie LoRaWAN), Satelliteninternet und in Kombination dieser
Übertragungsverfahren erfolgen.
[0123] Im gesamten bevorzugten System werden vorzugsweise die Zugriffe der Nutzer (der Entitäten
oder der Sirenen) durch die Authentifizierungsfunktion verifiziert. Weiterhin werden
der Verlauf der Sirenenauslösungen sowie der Auslösende und der Sirenenstatus bevorzugt
gespeichert. Störungen und Ausfälle werden bevorzugt von einer Betriebsüberwachungskomponente
registriert. Zum Empfang von Meldungen im geografischen Aufenthaltsbereich kann ein
bevorzugtes Computerprogrammprodukt für Katastrophen- und Warnmeldungen sowie Betriebssystemen
mit entsprechenden Funktionalitäten ein Zugang zur Servereinrichtung über eine Schnittstelle
bereitgestellt werden.
[0124] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Computerprogrammprodukt
zur Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch
gekennzeichnet, dass das Computerprogrammprodukt dazu eingerichtet ist,
- a) eine Datenverbindung zu einer Servereinrichtung aufzubauen, wobei die Servereinrichtung
mit einer Sirene und/oder Sirenengruppe in Datenkommunikation steht;
- b) einen Datensatz mit Steuerungsbefehlen zu erzeugen und an die Servereinrichtung
zu übermitteln, wobei die Steuerungsbefehle einer Sirene und/oder einer Sirenengruppe
zugeordnet sind;
- c) durch eine Eingabe eines Nutzers über eine Schnittstelle und/oder automatisiert
über einen Algorithmus die Steuerungsbefehle sowie die Sirene und/oder Sirenengruppe
anhand eines Auslösungsereignisses auszuwählen.
[0125] Das Computerprogrammprodukt liegt dabei bevorzugt installiert auf einer Entität,
insbesondere auf einem der Entität umfassten Endgerät, vor.
[0126] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Computerprogrammprodukt dadurch
gekennzeichnet, dass das Computerprogrammprodukt dazu eingerichtet ist,
- eine Benutzeroberfläche zu generieren, wobei auf dieser Standorte und Status einer
Sirene oder einer Sirenengruppe auf einer Karte und/oder in Tabellenform darstellbar
sind und über eine Schaltfläche die Auslösung inkl. Signalart sowie die Signalaufhebung/Entwarnung
auswählbar ist.
[0127] Durch Schaltflächen einer Benutzeroberfläche des Computerprogrammprodukts lassen
sich die Sirenen direkt oder anhand des Bereiches, in dem sie sich befinden auswählen
(GOA) und die Signalfolge sowie gegebenenfalls die Signalaufhebung bzw. Entwarnung
auslösen. Die Auswahl kann sowohl in der Tabelle als auch durch zeichnerische Auswahl
eines zuvor definierten Gebietes, wie zum Beispiel einer Stadt, eines Landkreises
oder einer frei definierten Fläche, in der Kartendarstellung sowie durch Auswahl einer
einzelnen Sirene in der Kartendarstellung erfolgen.
[0128] Unter Einbeziehung von Wetterdaten wie z.B. der Windrichtung, können z.B. bei Rauchentwicklung
der Gefahrenbereich definiert und damit die zugehörigen Sirenen automatisch ausgewählt
werden. Bei Auslösung einer Sirene oder Sirenengruppe wird der Name des Auslösers
dem entsprechenden Datensatz (hier: "Auslösung") in der Datenbank zugeordnet und allen
berechtigten Nutzern des Systems angezeigt. Bei der Alarmierung mobilfunkfähiger Geräte
werden die Mobilfunkzellen des definierten Gebietes aus der Kartendarstellung ermittelt
und ausgelöst. Handelt es sich bei dem mobilfunkfähigen Gerät um ein Smartphone oder
Mobiltelefon, erfolgt die Anzeige und/oder akustische Signalisierung einer Meldung
durch eine App oder eine in das jeweilige Betriebssystem integrierte Funktionalität.
[0129] Das Computerprogrammprodukt ist bevorzugt eine Webanwendung und beinhaltet eine Benutzeroberfläche
mit Schaltflächen zur Auslösung von Sirenen und zur Unterstützung der Kommunikation,
wobei die zuständigen Stellen (Leitstellen, Krisenstäbe von Bund, Ländern, Stadt-
und Landkreisen, usw.) miteinander per Chat, Datenaustausch (z.B. Fotos oder Dokumente)
und/oder mittels integriertem Telefonmodul per Sprache und Video kommunizieren können.
[0130] Weiterhin besteht die Möglichkeit, geografische Bereiche auf einer Karte zu definieren
und als auslösbares Gebiet zu speichern. Zusätzlich können die im System registrierten
Sirenen verwaltet und individuelle Signalfolgen definiert werden, welche bei der Auslösung
von Sirenen ausgewählt werden können. Über eine integrierte Rechteverwaltung können
verschiedene Benutzerrechte vergeben werden. Die Leitstellen sowie die zentralen Verwaltungsstruktur
erhalten die Möglichkeit, das Computerprogrammprodukt auch für die interne und externe
Krisenkommunikation zu verwenden, wodurch Medien-/Kommunikationsbrüche vermieden werden.
Zur Alarmierung der Bevölkerung können in der Kartendarstellung alle in einem zu definierenden
Bereich befindlichen mobilfunkfähigen Geräte (bevorzugt durch Cell Broadcast) ausgelöst
werden.
[0131] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Computerprogrammprodukt dadurch
gekennzeichnet, dass das Computerprogrammprodukt auf einer Entität installiert vorliegt.
Ein Computerprogrammprodukt ist bevorzugt als ein physikalisches, vertriebsfertiges
Software-Produkt, welches ein Programm umfasst, zu verstehen.
[0132] Im Sinne der Erfindung kann ein Computerprogrammprodukt in einen internen Speicher
eines digitalen Computers geladen werden und umfasst weiterhin Softwarecodeabschnitte,
mit denen die nachfolgenden Schritte ausgeführt werden, wenn das Produkt auf einem
Computer läuft:
- a) Aufbauen einer Datenverbindung zu einer Servereinrichtung, wobei die Servereinrichtung
mit einer Sirene und/oder Sirenengruppe in Datenkommunikation steht;
- b) Erzeugen eines Datensatzes mit Steuerungsbefehlen und Übermittelung des Datensatzes
an die Servereinrichtung, wobei die Steuerungsbefehle einer Sirene und/oder einer
Sirenengruppe zugeordnet sind;
- c) Auswahl der Steuerungsbefehle sowie der Sirene und/oder der Sirenengruppe durch
eine Eingabe eines Nutzers über eine Schnittstelle und/oder automatisiert über einen
Algorithmus.
Weitere bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung
[0133] Die Erfindung bezieht sich weiterhin bevorzugt auf ein Verfahren und eine Anordnung
zur Steuerung von Sirenen zur Information der Bevölkerung und die Kommunikation zwischen
den auslösenden/zuständigen Stellen.
[0134] Die Erfindung ermöglicht bevorzugt die schnellere Übertragung von Alarmsignalen,
wobei die gleichzeitige Auslösung der auszulösenden Sirenen verzögerungsfrei erfolgt.
[0135] Mit einer digitalen Infrastruktur wird bevorzugt sichergestellt, dass die auslösenden/zuständigen
Stellen auch über den ihnen zugeordneten administrativen Bereich hinaus miteinander
per Datenaustausch, Chat, Sprache und Video kommunizieren können.
[0136] Bisher erfolgt die Auslösung der Sirenen von Leitstellen bevorzugt durch Alarmierungsübertragung
mit POCSAG (Post Office Code Standard Advisory Group). POCSAG ist ein Funkruf-Übertragungsstandard,
der Ende der 1970-iger Jahre entwickelt wurde. Nachteilig bei diesem Verfahren sind
die langen Alarmlaufzeiten bei einer Vielzahl von gleichzeitig auszulösenden Sirenen.
[0137] Dies ist bedingt durch, die aufwändige Adressierung der Sirenen, das verwendete Push-Verfahren
und die eingeschränkte Übertragungskapazität.
[0138] Die Sirenen werden per Fernwirkempfänger angesteuert,- es gibt keinen Rückkanal,
der eine Funktionsüberwachung und Auslösebestätigung ermöglicht. Die Fähigkeit des
Systems ist daher nur durch manuelles Abhören der Sirenentöne vor Ort möglich, wobei
erst zu diesem Zeitpunkt Fehlfunktionen erkennbar sind.
[0139] Katastrophensituationen sind nicht an administrative Grenzen gebunden, dennoch fehlt
eine darüber hinaus ausgerichtete Infrastruktur zum Informationsaustausch zwischen
den Stellen des Katastrophenmanagements.
[0140] Zur optimalen örtlichen Lageeinschätzung ist die aktuelle Wettersituation von großer
Bedeutung. Bisher stehen oftmals nur die Wetterdaten ohne direkten oder ungenauen
Regionalbezug zur Verfügung.
[0141] Der Erfindung liegt unter anderem die Aufgabe zugrunde, eine zeitgleiche Auslösung
aller ausgewählten Sirenen mit definierten Signalfolgen innerhalb von Sekunden zu
gewährleisten und die Betriebsbereitschaft durch kontinuierliche Statusmeldungen zu
erfassen. Des Weiteren sollen die auslösenden/zuständigen Stellen miteinander per
Datenaustausch, Chat, Sprache und Video kommunizieren.
[0142] Die zuständigen Stellen werden bevorzugt anhand ihres Namens und/oder des Ihnen zugeordneten
geografischen Bereichs adressiert. Die Kommunikation wird dabei bevorzugt über die
Webanwendung oder eine für das jeweilige Betriebssystem entsprechend programmierte
Anwendung realisiert.
[0143] Bei Auslösung einer Sirene wird bevorzugt der Name des Absenders zur zentralen bzw.
regionalen Auslösung und Steuerung der Sirenen dem entsprechenden Datensatz (Auslösung)
in der Datenbank zugeordnet und allen berechtigten Nutzern des Systems angezeigt.
[0144] Im Rahmen des Katastrophenmanagements werden die Betreiber/Einrichtungen der kritischen
Infrastruktur (KRITIS) bevorzugt mit den geografischen Bereichen und deren Bezeichnung
eingebunden. Der Steuerungsserver, mit dem Anwendungsserver, dem Datenbankserver und
der TK Anlage, auch jeweils mehrfach und redundant ausgelegt, gewährleistet bevorzugt
das Zusammenwirken zwischen dem Computer Leitstellenplatz, dem Computer Zentrale Steuerung,
stationär sowie mobil, und der Steuereinheit Sirenen.
[0145] Mit dem Computer Leitstellenplatz und Computer Zentrale Steuerung jeweils mit Headset
und Webanwendung mit der Benutzeroberfläche sind bevorzugt die Standorte und Status
aller Sirenen auf einer geografischen Karte sowie in Tabellenform dargestellt. Durch
Schaltflächen lassen sich bevorzugt die Auslösung inkl. Signalart sowie die Signalaufhebung/Entwarnung
auswählen. In der Kartendarstellung lassen sich bevorzugt alle in einem zu definierenden
Bereich befindlichen Sirenen durch zeichnerische Auswahl eines Gebietes, nach Bestätigung,
auslösen. Darüber hinaus werden bevorzugt die Standorte der Betreiber/Einrichtungen
der kritischen Infrastruktur (KRITIS) dargestellt.
[0146] Unter Einbeziehung von Wetterdaten, wie Windrichtung, wird bspw. bei Rauchentwicklung
der Gefahrenbereich definiert und die zugehörenden Sirenen vorzugsweise automatisch
ausgewählt. Dazu können Wetter-Sensoren an die Steuereinheiten Sirenen angeschlossen
und deren Daten zur Auswertung an die Steuerungsserver gesandt werden.
[0147] Die tabellarische Ansicht der Benutzeroberfläche stellt bevorzugt die Sirenenstandorte
und deren Betriebszustand, wie Funktionsbereitschaft, auch Netzausfall und Sirenenstatus,
dar.
[0148] Mit dem in Webanwendung integrierten Telefonmodul für VolP wird die Kommunikation
bevorzugt per Sprache (Headset), Video, Chat und Datenaustausch sichergestellt.
[0149] Die Konnektivität zwischen Computer Leitstellenplatz, Computer Zentrale Steuerung
und der Steuereinheit Sirenen erfolgt bevorzugt über den Steuerungsserver per Mobilfunk
(NB-loT, LTE, etc.), Digitalfunk (BOS -TETRA), kabelgebundenes Internet, Landesnetze
der Verwaltungen, Satelliteninternet und in Kombination dieser Übertragungsverfahren
(Redundanz).
[0150] Zusätzlich zur Steuerung der Sirenen, kann mit dem an die Steuereinheit Sirenen angeschlossenem
Telefon oder den Funktionstasten Auslösung manuell ein Notruf abgesetzt werden, welcher
mit dem verfügbarem Übertragungsverfahren der höchsten Priorität (Qualität der Verbindung)
an die zuständige Rettungsleitstelle übertragen wird.
[0151] Die Betriebsüberwachung registriert Systemabweichungen.
[0152] Über eine integrierte Rechteverwaltung werden bevorzugt verschiedene Benutzerrechte
vergeben. Mit entsprechenden Rechten kann ein Mitglied einer Leitstellengruppe weitere
Benutzer der Leitstelle anlegen.
[0153] Der Abruf und Empfang der Informationen erfolgen bevorzugt verschlüsselt im Polling-Verfahren,
wobei die Steuereinheit Sirenen die an sie direkt oder an einen sie umfassenden geografischen
Bereich adressierte Meldungen bzw. Befehle bevorzugt verarbeitet.
[0154] In dem gesamten Sirenen-Steuerungs-System werden die Anwender Computer Leitstellenplatz
und Computer Zentrale Steuerung sowie die Steuereinheiten Sirenen bevorzugt für den
Betrieb authentifiziert und der Verlauf der Sirenenauslösungen sowie Sirenenstatus
gespeichert.
[0155] Die Steuereinheit Sirenen ruft bevorzugt die Informationen vom Steuerungsserver kontinuierlich
ab. Die Sirenen in einem Auslösebereich Sirenen werden bevorzugt mit der Steuereinheit
Sirenen zur Auslösung der elektronischen Sirenen mit Signalton bzw. Motorsirenen mit
Auslösesignal Sirene verbunden. Es können bevorzugt fest definierte Sirenenfolgen
oder auch individuell definierte Sirenenfolgen, welche in der Benutzeroberfläche konfiguriert
werden, ausgegeben werden.
[0156] Die Steuereinheit Sirenen besteht bevorzugt aus einem Computer (Ein-Platinen-Computer)
mit USV und ist eingangsseitig mit Mobilfunk, Digitalfunk, kabelgebundenem Internet,
Landesnetze der Verwaltungen, Satelliteninternet wahlweise verbindbar.
[0157] Mit Funktionstasten Auslösung manuell wird die Auslösung der Sirenen vor Ort realisiert.
Die Stromversorgung für die Sirenen wird bevorzugt mit Relais Stromanschluss Sirene
gesteuert, wobei ein Stromsensor den Sirenenlauf überwacht. Ein angeschlossener Akustiksensor
wertet zur Funktionsüberwachung die akustischen Signaltöne aus.
[0158] Der Anschluss Sensoren wird multifunktional bspw. mit einem Rauchmelder und/oder
einer Einbruchssignalisierung beschaltet.
[0159] Weiterhin kann eine Wetterstation angeschaltet werden, die Wetterdaten für den Computer
Leitstellenplatz bereitstellt.
[0160] Die Betriebsanzeige zeigt bevorzugt den aktuellen Status der Steuereinheiten Sirenen
und der Funktionsfähigkeit des Systems an.
[0161] Bei Sirenen mit Signalton werden bevorzugt Sprachdurchsagen mittels vorgefertigter
gespeicherter Texte oder alternativ durch Text-in-Sprache-Umwandlung, auch mehrsprachig,
generiert. Als Sirenen mit Signalton können durch Systemintegration auch Lautsprecher
in Gemeinden, Unternehmen, Schulen und Werkssirenen über einen Umschalter Lautsprecheranlagen
angesteuert werden. Ebenso sind mobile Sirenen mit Steuereinheit Sirenen mit automatischer
Standortermittlung (Satellitennavigation) auf Fahrzeugen und Drohnen verwendbar.
[0162] Eine Sirene kann auch lediglich aus einem Verstärker und einem oder mehreren Lautsprechern
bzw. Sirenenhörnern bestehen und an die Steuereinheit Sirenen angeschlossen sein.
[0163] Apps für Katastrophenmeldungen sowie Betriebssystemen mit entsprechenden Funktionalitäten
wird bevorzugt der Zugang zum Steuerungsserver zum Empfang der Meldungen im Aufenthaltsbereich
bereitgestellt.
[0164] Für hörgeschädigte Menschen ist bevorzugt ein separates Gerät mit integriertem Akustik-/Geräuschsensor
nutzbar, welches den Signalton identifiziert und über eine Leuchte und/oder Vibration
und/oder eine Anzeige darstellt. Alternativ dazu kann eine App verwendet werden, welche
über das in das Smartphone integrierte oder über ein externes Mikrofon ebenfalls den
Signalton identifiziert und durch eine Leuchte und/oder Vibration und/oder Anzeige
auf dem Display kenntlich macht. Zusätzlich können weitere Informationen vom Steuerungsserver
abgerufen werden. Sollte eine Sprachansage aus der Sirene ertönen, so wird diese mittels
Spracherkennung in Text gewandelt und angezeigt.
[0165] Zur Alarmierung der Bevölkerung können in der Kartendarstellung alle in einem zu
definierenden Bereich befindlichen Sirenen und/oder sonstigen mobilfunkfähigen Geräte
durch zeichnerische Auswahl eines Gebietes mittels Cell Broadcast ausgelöst werden.
Dazu werden bei der Auswahl eines auszulösenden Gebietes, die betreffenden Mobilfunkzellen
für die Ausführung des Cell Broadcast ermittelt. Alternativ oder ergänzend zur Auslösung
aus der Kartendarstellung, erfolgt die Auslösung eines zuvor definierten Gebietes,
wie zum Beispiel einer Stadt, einem Landkreis oder einer frei definierten Fläche,
aus einer tabellarischen und/oder sonstigen textuellen Darstellung.
[0166] Wenn es sich bei dem mobilfunkfähigen Gerät um ein Smartphone oder Mobiltelefon handelt,
erfolgt die Anzeige und/oder akustische Signalisierung einer Meldung durch eine App
oder eine in das jeweilige Betriebssystem integrierte Funktionalität.
[0167] An den Standorten der Einsatzkräfte, wie Feuerwehren, werden bevorzugt die Meldungen
an einem Display angezeigt, wobei eine Sprachverbindung zum auslösenden Computer Leitstellenplatz
mittels Telefon herstellbar ist.
[0168] Im Rahmen des Katastrophenmanagements kann das Sirenen-Steuerungs-System als gemeinsame
Plattform mit Meldewegen zum automatisierten Informationsaustausch verschiedener Systeme
und Verwaltungsebenen genutzt werden. Dabei können Aufträge, Anfragen, Berichte und/oder
Informationen mit Empfangs- und Lesebestätigungen gesendet und empfangen werden.
[0169] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinheit Sirenen durch einen Computer, vorzugsweise einen Ein-Platinen-Computer,
realisiert wird, welcher über Mobilfunk und/oder das kabelgebundene Internet und/oder
Landesnetze der Verwaltungen und/oder Satelliteninternet und/oder Digitalfunk angesteuert
wird.
[0170] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass auslösende/zuständige Stellen über Computer Leitstellenplatz und Computer Zentrale
Steuerung miteinander per Datenaustausch, Chat, Sprache und Video kommunizieren, und
dass die Kommunikation über die Webanwendung oder eine für das jeweilige Betriebssystem
entsprechend programmierte Anwendung realisiert wird.
[0171] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass die Konnektivität zwischen Computer Leitstellenplatz, Computer Zentrale Steuerung
und der Steuereinheit Sirenen über den Steuerungsserver per Mobilfunk (NB-loT, LTE,
etc.) und/oder Digitalfunk (BOS -TETRA) und/oder kabelgebundenem Internet und/oder
Landesnetze der Verwaltungen und/oder Satelliteninternet und/oder in Kombination dieser
Übertragungsverfahren erfolgt.
[0172] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
- dass über die Benutzeroberfläche der Webanwendung, oder einer für das jeweilige Betriebssystem
entsprechend programmierte Anwendung, die Standorte und der Status aller Sirenen auf
einer Karte und/oder in Tabellenform dargestellt sind und über die Schaltflächen die
Auslösung inkl. Signalart sowie die Signalaufhebung/Entwarnung auswählbar sind,
- dass in der Kartendarstellung alle in einem zu definierenden Bereich befindlichen
Sirenen durch zeichnerische Auswahl eines Gebietes auslösbar sind,
- dass alternativ oder ergänzend zur Auslösung aus der Kartendarstellung, eine Auslösung
eines zuvor definierten Gebietes, wie zum Beispiel einer Stadt, einem Landkreis oder
einer frei definierten Fläche, sowie auch einer oder mehrerer direkt ausgewählter
Sirenen, aus einer tabellarischen und/oder sonstigen textuellen Darstellung erfolgt,
- dass die Auslösung der Sirenen mit zuvor definierten oder auch individuell definierten
Sirenenfolgen, welche in der Benutzeroberfläche konfiguriert werden können, erfolgt,
- dass der Abruf und Empfang der Informationen verschlüsselt erfolgt, wobei die Steuereinheit
Sirenen die an sie direkt oder an einen sie umfassenden geografischen Bereich adressierte
Meldungen bzw. Befehle verarbeitet,
- dass die elektronischen Sirenen mit Signalton bzw. Motorsirenen mit Auslösesignal
Sirene zur Auslösung mit der Steuereinheit Sirenen verbunden werden.
[0173] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass unter Einbeziehung von Wetterdaten, wie Windrichtung, der Gefahrenbereich definiert
und die betreffenden Sirenen vorzugsweise automatisch ausgewählt werden.
[0174] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
- dass bei Sirenen mit Signalton Sprachdurchsagen mittels vorgefertigter gespeicherter
Texte oder alternativ durch Text-in-Sprache-Umwandlung, auch mehrsprachig, generiert
werden,
- dass vorhandene Sirenen mit Signalton in Gemeinden, Unternehmen, Schulen und Werkssirenen
über einen Umschalter Lautsprecheranlagen in das System integriert und direkt angesteuert
werden,
- dass mobile Sirenen mit Steuereinheit Sirenen mit automatischer Standortermittlung
auf Fahrzeugen und Drohnen eingesetzt werden,
- dass Apps für Katastrophenmeldungen sowie Betriebssystemen mit entsprechenden Funktionalitäten
der Zugang zum Serversystem zum Empfang der Meldungen im Aufenthaltsbereich bereitgesellt
wird,
- dass für hörgeschädigte Menschen ein separates Gerät mit integriertem Akustik-/Geräuschsensor
bereitgestellt wird, welches den Signalton identifiziert und über eine Leuchte und/oder
Vibration und/oder eine Anzeige darstellt,
- dass ergänzend oder alternativ für hörgeschädigte Menschen eine App, welche über das
in das Smartphone integrierte oder über ein externes Mikrofon den Signalton identifiziert
und durch eine Leuchte und/oder Vibration und/oder Anzeige auf dem Display kenntlich
macht und zusätzlich, falls notwendig, weitere Informationen vom Steuerungsserver
abruft und bei Sprachansagen aus der Sirene diese mittels Spracherkennung in Text
umgewandelt und angezeigt werden.
[0175] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zur Steuerung der Sirenen mit dem an die Datenverarbeitungseinheit
angeschlossenem Telefon oder den Funktionstasten Auslösung manuell ein Notruf, optional
inkl. Videotelefonie, abgesetzt werden kann, welcher mit einem verfügbaren Übertragungsverfahren
an die zuständige Rettungsleitstelle übertragen wird.
[0176] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
dass im Rahmen des Katastrophenmanagements die Standorte der Computer Leitstellenplatz,
Computer Zentrale Steuerung und Betreiber/Einrichtungen der kritischen Infrastruktur
mit den geografischen Bereichen und deren Bezeichnung in die Kartendarstellung eingebunden
werden,
- dass eine Plattform mit Meldewegen zum automatisierten Informationsaustausch verschiedener
Systeme und Verwaltungsebenen bereitgestellt wird und darüber Aufträge, Anfragen,
Berichte und/oder Informationen mit Empfangs- und/oder Lesebestätigungen gesendet
und/oder empfangen werden,
[0177] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung eine Anordnung
zur Steuerung von Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch
gekennzeichnet, dass eine Wetterstation an der Sirene bzw. in deren Umfeld angebracht
wird, deren Wetter-Sensoren an der Steuereinheit Sirenen angeschlossen sind (auch
drahtlos) und deren Daten zur Auswertung an den Steuerungsserver übermittelt werden.
[0178] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verfahren zur Steuerung von
Sirenen, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung dadurch gekennzeichnet,
- dass in der Kartendarstellung alle in einem zu definierenden Bereich befindlichen
Sirenen und/oder sonstigen mobilfunkfähigen Geräte durch zeichnerische Auswahl eines
Gebietes auslösbar sind,
- dass alternativ oder ergänzend zur Auslösung aus der Kartendarstellung, eine Auslösung
eines zuvor definierten Gebietes, wie zum Beispiel einer Stadt, einem Landkreis oder
einer frei definierten Fläche, aus einer tabellarischen und/oder sonstigen textuellen
Darstellung erfolgt,
- dass die Auslösung der mobilfunkfähigen Geräte mittels Cell Broadcast erfolgt,
- dass bei der Auswahl eines auszulösenden Gebietes, die betreffenden Mobilfunkzellen
für die Ausführung des Cell Broadcasts ermittelt werden,
- dass die Auslösung eines mobilfunkfähigen Gerätes, wie einem Smartphone oder Mobiltelefon,
die Anzeige und/oder akustische Signalisierung einer Meldung, durch eine App oder
eine in das jeweilige Betriebssystem integrierte Funktionalität, umfasst.
FIGUREN
[0179] Im Folgenden soll die Erfindung an Hand von Figuren näher erläutert werden, ohne
auf diese beschränkt zu sein.
Kurzbeschreibunq der Abbildungen
[0180]
- Fig.1
- Schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems
- Fig.2
- Schematische Darstellung einer bevorzugten Datenverarbeitungseinheit einer Sirene
Detaillierte Beschreibung der Abbildungen
[0181] Fig.1 illustriert eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems zur Steuerung
von einer Sirene
31 und/oder einer Sirenengruppe
3, zur Kommunikation und zur Information der Bevölkerung, welches bevorzugt geeignet
ist, um ein erfindungsgemäßes Verfahren auszuführen. Hierbei ist eine erste Entität
5 einer Leitstelle oder Lagezentrum
2 zugeordnet. Das heißt, die Leitstelle/das Lagezentrum
2 weist bevorzugt in Ihren Räumlichkeiten eine Entität
5, wie einen Computer auf. Dieser Computer ist bevorzugt dazu eingerichtet Steuerungsbefehle
für eine Sirene
31 und/oder eine Sirenengruppe
3 manuell durch eine Person und/oder automatisiert zu generieren. Die Entität
5 bzw. der Computer weist bevorzugt ein entsprechendes Computerprogrammprodukt auf
und/oder hat Zugriff auf entsprechende Webanwendungen für die Erzeugung von den Steuerungsbefehlen.
Im Falle eines Auslösungsereignisses - wie einer Naturkatastrophe - kann eine Person
bevorzugt über die Entität
5 auswählen, welche Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 einen Alarm ausüben soll, wobei der Alarm als ein Ausgabesignal definiert ist. Es
kann auch bevorzugt sein, dass die Auswahl automatisiert durch die Entität
5 bzw. einem auf einem Computer installierten Computerprogrammprodukt ausgeführt wird.
Nachdem die Auswahl der Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 erfolgt ist wird durch die Entität
5 ein Datensatz mit den Steuerungsbefehlen erzeugt und an eine Servereinrichtung
1 übermittelt.
[0182] Das System weist vorzugsweise darüber hinaus eine zweite Entität
5 auf, die einer zentralen Verwaltungsstruktur
4 zugeordnet ist. Eine zentrale Verwaltungsstruktur
4 ist dabei bevorzugt als das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
(BBK) oder Krisenstäbe von Bund, Ländern, Stadt- und Landkreisen anzusehen. Analog
zu der ersten Entität
5, die der Leitstelle/dem Lagezentrum
2 zugeordnet ist, ist die zweite Entität
5 bevorzugt ebenfalls als ein Computer mit entsprechend installierten Computerprogrammprodukten
und/oder Zugriff auf entsprechende Webanwendungen ausgestaltet, sodass Steuerungsbefehle
für eine Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 in einem Datensatz erzeugt werden können nachdem eine für einen Alarm bestimmte Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 ausgewählt wurde. Es versteht sich, dass die Entitäten
5 auch als Smartphone, Laptop, Tablet-PC, Tablet oder anderen Endgeräten ausgestaltet
sein können.
[0183] Beide vorgenannten Entitäten
5 (der Leitstelle/des Lagezentrums
2 und der zentralen Verwaltungsstruktur
4) stehen in Datenverbindung mit einer Servereinrichtung
1. Die Entitäten
5 kommunizieren dabei mit der Servereinrichtung
1 bevorzugt über kabelgebundenes Internet (auch Router-WLAN)
38 und/oder Landesnetze der Verwaltungen
38a.
[0184] Weiterhin ist eine dritte Entität
5 (zum Beispiel ein weiterer Computer) einer Betriebsüberwachung
53 zugeordnet, welche ebenfalls in Datenverbindung mit der Servereinrichtung
1 steht. Die Betriebsüberwachung
53 registriert bevorzugt Systemabweichungen.
[0185] Die Servereinrichtung
1 des bevorzugten Systems umfasst mehrere Komponenten. So weist sie bevorzugt eine
Authentifizierungsfunktion
10, einen Anwendungsserver
11, einer Datenbank
12 und eine VoIP-TK-Anlage
13 auf. Die Servereinrichtung
1 weist Mittel auf um über verschiedene Kommunikationswege bzw. Übertragungsverfahren
(in Kombination und redundant) zu kommunizieren. Die Servereinrichtung
1 steht zudem bevorzugt mit einer Datenverarbeitungseinheit
32 der Sirene
31 und/oder mit einer Vielzahl von Sirenen, welche eine Sirenengruppe
3 darstellen, in Kommunikationsverbindung. Die Datenverarbeitungseinheit
32 kommuniziert bevorzugt über kabelgebundenes Internet (auch Router-WLAN)
38, und/oder Mobilfunk
36 und/oder Digitalfunk
37 und/oder alternative Übertragungsverfahren wie LoRaWAN
37a und/oder eine Satellitenverbindung, also über Satelliteninternet
39 und/oder Landesnetze der Verwaltungen
38a. Die Servereinrichtung
1 speichert den von einer Entität
5 erhaltenen Datensatz mit Steuerungsbefehlen in einer Datenbank
12. Die Datenverarbeitungseinheit
32 der Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 sendet zyklisch eine Abfrage an die Servereinrichtung
1, wobei die Abfrage sich als eine Abfrage nach neuen an die jeweilige Sirene gerichteten
Steuerungsbefehlen darstellt. Sofern in der Datenbank neue der Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 zugeordneten Steuerungsbefehle umfasst sind, werden diese aufgrund der Abfrage an
die jeweilige Datenverarbeitungseinheit
32 der Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 durch die Servereinrichtung
1 übermittelt oder durch diese abgerufen. Aufgrund der erhaltenen Steuerungsbefehle
führt die Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 einen Alarm- bzw. ein Ausgabesignal aus. In einem anderweitigen Fall, in dem keine
Steuerungsbefehle für die jeweilige Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 auf der Servereinrichtung
1 gespeichert vorliegen, führt die Sirene
31 keine Aktion also keinen Alarm aus, da sie keine Steuerungsbefehle durch die Servereinrichtung
1 erhält. Nach einer vordefinierten Zeit generiert die Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 eine erneute Abfrage und übermittelt diese an die Servereinrichtung
1, sodass sich ggf. der Zustand der Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 kontinuierlich aktualisiert und immerwährend neue Steuerungsbefehle umgesetzt werden
können.
[0186] Bevorzugt weist eine Sirene
31 eine Datenverarbeitungseinheit
32 auf. Weiterhin bevorzugt kann die Sirene
31 bzw. die Datenverarbeitungseinheit
32 einen Umschalter für Lautsprecheranlagen
52 aufweisen. Insbesondere bei elektrischen Sirenen
31 wird dabei ermöglicht das Ausgabesignal neben der Sirenenhorn für Lautsprecher bereitzustellen.
Die Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 weist weiterhin Sensoren auf, die sirenen- oder umgebungsabhängige Parameter erfassen
können und der Servereinrichtung
1 im Zuge der versendeten Abfrage bereitstellen. Die Servereinrichtung
1 kann diese Parameter hingegen den einzelnen Entitäten
5 (bevorzugt der Leitstelle, dem Lagezentrum
2, der zentralen Verwaltungsstruktur
4 und/oder der Betriebsüberwachung
53) übermitteln. In dieser Weise wird eine bidirektionale Kommunikation, zwischen Sirene
31 und Entität
5 ermöglicht.
[0187] Ausgabesignale können auch in Form von Sprachansagen erfolgen, die mit der Entität
5 und/oder der Servereinrichtung
1 erzeugt werden. Die Audiosignale werden mit einem Mikrofon
61 an der Entität
5, und/oder direkt vor Ort an der Datenverarbeitungseinheit
32 erzeugt. Audiosignale können alternativ durch einen übertragenen Text, der in der
Datenverarbeitungseinheit
32 und/oder der Servereinrichtung
1 in Sprache gewandelt wird (Text-to-Speech).
[0188] Bei Ausfall der standardgemäß genutzten Übertragungskanäle, werden die Steuerungsbefehle
und die Übertragung von Audiosignalen über ein autarkes Funksystem, wie LoRaWAN, PMR,
CB-Funk oder andere, zwischen der Entität
5 und/oder der Servereinrichtung
1 und der Datenverarbeitungseinheit
32 übertragen. Bevorzugt wird durch das Relais
35 die für das Ausgabesignal relevante Stromversorgung bei motorischen Sirenen
31 gesteuert. Bei elektronischen Sirenen wird die Ausgabe der Signale, Warnungen und/oder
Informationen über die Audioausgabe/Leistungsverstärker
62 realisiert.
[0189] Weiterhin werden im gesamten System die Entitäten
5 (bevorzugt der Leitstelle, dem Lagezentrum
2, der zentralen Verwaltungsstruktur
4 und/oder der Betriebsüberwachung
53) sowie die Sirene
31 und/oder Sirenengruppe
3 für den Betrieb anhand der Authentifizierungsfunktion
10 authentifiziert und der Verlauf der Sirenenauslösungen sowie Sirenenstatus gespeichert.
[0190] Fig. 2 stellt schematisch eine Komponentenanordnung einer bevorzugten Datenverarbeitungseinheit
32 dar. Die Datenverarbeitungseinheit
32 umfasst bevorzugt eine Kommunikationseinrichtung
9. Die Datenverarbeitungseinheit
32 und die Kommunikationseinrichtung
9 sind auf einem Ein-Platinen-Computer umfasst, wobei die Kommunikationseinrichtung
9 dazu eingerichtet, Datenübertragungen auf verschiedenen Kommunikationswegen zu ermöglichen.
So besteht die Möglichkeit, dass die Datenverarbeitungseinheit
32 Daten über Mobilfunk
36, Digitalfunk
37, alternative Übertragungsverfahren wie LoRaWAN
37a, kabelgebundenes Internet (Router-WLAN)
38, Landesnetze der Verwaltungen
38a und/oder Satelliteninternet
39 empfängt und/oder versendet. Darüber hinaus weist die Sirene
31 bevorzugt einen Stromspeicher
33 auf. Dieser kann beispielsweise als eine sog. Powerbank ausgestaltet sein, die eine
unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) gewährleistet. Zudem umfasst die Sirene
31 einen Stromanschluss
34 und ein Relais
35 und/oder eine Audioausgabe/Leistungsverstärker
62 sowie eine Betriebsanzeige
44. Bevorzugt wird durch das Relais
35 die für das Ausgabesignal relevante Stromversorgung bei motorischen Sirenen
31 gesteuert. Bei elektronischen Sirenen wird die Ausgabe der Signale, Warnungen und/oder
Informationen über die Audioausgabe/Leistungsverstärker
62 realisiert. Besonders bevorzugt weist die Sirene
31 darüber hinaus Sensoren, wie einen Strom-
41 oder Akustiksensor
42 auf, wobei diese Sensoren sirenen- und/oder umgebungsbezogene Informationen aufnehmen
können, die der Servereinrichtung
1 und/oder anderen Entitäten
5 zu Verfügung gestellt werden können. Es ist weiterhin möglich, dass die Datenverarbeitungseinheit
32 der Sirene
31 eine Eingabeschnittstelle
40 aufweist, über die eine Person, vorzugsweise der Feuerwehr, eine Signalfolge der
Sirene
31 mittels Alarmknopf auslösen kann, die wiederum an die Servereinrichtung
1 sowie die weiteren Entitäten
5 übermittelt werden kann. Eine bidirektionale Kommunikation wird dadurch ermöglicht,
dass ein Telefon (Mikrofon + Lautsprecher)
43 mit der Datenverarbeitungseinheit
32 der Sirene
31 oder mit einem Router bspw. des kabelgebundenen Internets
38 verbunden ist, sodass eine Kommunikation durch Personen mit der Leitstelle, dem Lagezentrum
2 erfolgen kann.
Bezugszeichenliste
[0191]
- 1
- Servereinrichtung
- 2
- Leitstelle, Lagezentrum
- 3
- Sirenengruppe
- 4
- zentrale Verwaltungsstruktur
- 5
- Entität
- 9
- Kommunikationseinrichtung
- 10
- Authentifizierungsfunktion
- 11
- Anwendungsserver
- 12
- Datenbank
- 13
- VoIP-TK-Anlage
- 31
- Sirene
- 32
- Datenverarbeitungseinheit
- 33
- Stromspeicher
- 34
- Stromanschluss
- 35
- Relais
- 36
- Mobilfunk
- 37
- Digitalfunk
- 37a
- alternative Übertragungsverfahren, wie LoRaWAN
- 38
- kabelgebundenes Internet (auch Router-WLAN)
- 38a
- Landesnetze der Verwaltungen
- 39
- Satelliteninternet
- 40
- Eingabeschnittstelle
- 41
- Stromsensor
- 42
- Akustiksensor
- 43
- Telefon (Mikrofon + Lautsprecher)
- 44
- Betriebsanzeige
- 52
- Umschalter Lautsprecheranlagen
- 53
- Betriebsüberwachung
- 56
- Einrichtungen der kritischen Infrastruktur
- 61
- Mikrofon
- 62
- Audioausgabe/Leistungsverstärker