[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckerzeugnis sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein Druckerzeugnis, welches aus einem einzigen,
durchgehenden Flachmaterial gebildet ist und eine Mehrzahl von Perforationslinien
aufweist. Das Druckerzeugnis weist dabei einen Umschlag auf, der entlang einer der
Perforationslinien zu öffnen ist, um auf einen inneren Aufnahmeraum des Umschlages
zuzugreifen.
[0002] Druckerzeugnisse, bei denen ein Informationsträger in einem Umschlag aufgenommen
ist, werden in vielfältiger Gestaltung verwendet, um Informationen von einem Sender
an einen Empfänger zu vermitteln. Eine unmittelbare Einsicht in die Informationen
auf dem Transportweg wird durch die Aufbewahrung der Informationen in dem Umschlag
verhindert. So können auch individuelle, vertrauliche und personenbezogene Daten übermittelt
werden, ohne dass auf dem Transportweg eine unmittelbare Einsicht in diese Informationen
möglich ist. Ein solches Druckerzeugnis erweckt einen wertigen Eindruck, da sich ein
Empfänger sicher sein kann, dass er exklusiven Zugriff auf die im Umschlag befindlichen
Informationen erhält. Insbesondere im Bereich der personenbezogenen Kundenschreiben
wird diese Art der Informationsübermittlung geschätzt, da der Kunde ein hochwertiges
Druckerzeugnis erhält und aufgrund des Verschlusses der Informationen in einem Umschlag
die vertrauliche und seriöse Übermittlung der Informationen schätzt.
[0003] Die Gestaltung derartiger Druckerzeugnisse, insbesondere die Massengestaltung mit
individualisiertem Inhalt erfordert einen gewissen Aufwand. Die Einlage, also die
Karte oder der Brief, die später im Inneren des Umschlages platziert werden, wird
separat gefertigt, wobei gegebenenfalls kundenspezifische Informationen auf diese
Einlage aufgedruckt werden. Zusätzlich wird der Umschlag separat gefertigt. Wird der
Umschlag ebenfalls individualisiert gestaltet, ist später darauf zu achten, dass passende
Paare aus individualisiertem Umschlag und individualisierter Einlage gebildet werden.
Außerdem ist ein entsprechender Einlegevorgang erforderlich, um die Einlage beschädigungsfrei
im Umschlag zu platzieren, was händisch oder durch komplexe Maschinen erfolgt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Druckerzeugnis bereitzustellen, welches in seiner
Herstellung kostengünstig und ausschließlich maschinell fertigbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Druckerzeugnis mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 7.
[0006] Gemäß der Erfindung ist das Druckerzeugnis aus einem durchgehenden Flachmaterial
gebildet, wobei unter Flachmaterial druckbare Papiere jeglicher Art zu verstehen sind,
ebenso wie andere bedruckbare und faltbare Flachmaterialien. Sowohl der Umschlag als
auch die später im Umschlag befindliche Einlage sind integral aus demselben Flachmaterial
(z.B. Druckbogen) gebildet und bleiben bis zur Fertigstellung des Druckerzeugnisses
und bis zum Erhalt des geschlossenen Umschlages beim Empfänger miteinander verbunden.
Erst bei der Öffnung des Umschlages durch den Empfänger erfolgt eine mit der Öffnung
gekoppelte Trennung von Einlageabschnitt und Umschlag.
[0007] Um diese integrale Gestaltung herbeizuführen, wird das Flachmaterial zunächst in
Form gestanzt oder geschnitten, wobei ein Umschlag-Abschnitt und ein Einlage-Abschnitt
gebildet werden. Erfindungsgemäß geht der Umschlag-Abschnitt über einen Verbindungs-Abschnitt
in den Einlage-Abschnitt über. Der Verbindungs-Abschnitt stellt also einen Übergang
zwischen Umschlag-Abschnitt und Einlage-Abschnitt dar, wobei alle drei Abschnitte
integral verbunden bleiben. Am Verbindungabschnitt ist eine erste Perforationslinie
benachbart zu dem Einlage-Abschnitt in dem Flachmaterial ausgebildet. Entlang dieser
Perforationslinie erfolgt beim späteren Öffnen des Umschlages durch den Empfänger
eine Trennung von Einlage-Abschnitt und Umschlag.
[0008] Sowohl Umschlag-Abschnitt als auch Einlage-Abschnitt können vielfältig in ihrer äußeren
Gestaltung geformt und bemessen sein, sie sind jedoch in jedem Fall durch den Verbindungs-Abschnitt
miteinander verbunden. Bei der weiteren Produktion des Druckerzeugnisses wird der
Einlage-Abschnitt durch eine Faltung des Flachmaterials entlang des Verbindungs-Abschnittes
auf (oder unter) den Umschlag-Abschnitt gelegt. Anschließend wird der Umschlag-Abschnitt
zu einem Umschlag gefaltet und verschlossen. Bei der Faltung des Einlage-Abschnitts
ist dieser derart entlang des Verbindungabschnittes zu falten, dass er in einem später
durch den Umschlag umschlossenen Bereich des Umschlag-Abschnittes zu liegen kommt.
Bei der Faltung des Umschlag-Abschnitts zu einem Umschlag ist der Einlage-Abschnitt
in dem inneren Aufnahmeraum des Umschlages platziert, wobei beide Abschnitte weiterhin
über den Verbindungs-Abschnitt miteinander gekoppelt sind.
[0009] In dem Umschlag-Abschnitt ist eine zweite Perforationslinie ausgebildet. Diese zweite
Perforationslinie grenzt am Umschlag-Abschnitt einen ersten Bereich von einem zweiten
Bereich ab, wobei der Verbindungabschnitt sich von dem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnittes
erstreckt. Der zweite Bereich des Umschlag-Abschnittes bildet eine entlang der zweiten
Perforationslinie abtrennbare Lasche. Diese Lasche ist mit dem Verbindungs-Abschnitt
verbunden und bei Abriss der Lasche wird der Verbindungs-Abschnitt entlang der ersten
Perforationslinie von dem Einlage-Abschnitt abgetrennt.
[0010] Erfindungsgemäß wird also beim Öffnungsvorgang des Umschlages mittels der Lasche
entlang der zweiten Perforationslinie dafür gesorgt, dass der mechanisch geschwächte
Bereich entlang der ersten Perforationslinie getrennt wird, so dass nun aus dem integralen
Druckerzeugnis ein mehrteiliges Druckerzeugnis wird. Der Einlage-Abschnitt liegt dann,
nachdem die Lasche mitsamt dem Verbindungs-Abschnitt getrennt wurde, frei im inneren
Aufnahmeraum des Umschlages. Über die abtrennbare Lasche wird damit sowohl die Öffnung
des Umschlages als auch die gleichzeitige Trennung des Einlage-Abschnittes von dem
Umschlag, genauer von dem Verbindungs-Abschnitt bewirkt.
[0011] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Druckerzeugnisses liegen zunächst darin, dass
bis zum Empfang des Druckerzeugnisses und der Öffnung des Druckerzeugnisses eine integrale
Verbindung zwischen dem Einlage-Abschnitt und dem Umschlag besteht. Eine Vertauschung
ist auf diese Weise ausgeschlossen, da beide Teile nicht getrennt werden, sondern
von Anfang an auf demselben Druckbogen produziert werden und die feste Verbindung
behalten. Weiterhin wird die Einlage in dem Umschlag durch einen einfachen Faltvorgang
platziert, ein Einschieben der Einlage in einen fertigen Umschlag ist daher nicht
erforderlich. Die Einlage wird mitsamt dem Umschlag gefaltet und hat auf diese Weise
jederzeit eine reproduzierbare Position gegenüber dem Umschlag. Faltvorgänge sind
maschinell durchführbar, so dass zum Herstellen eines entsprechenden Druckerzeugnisses
mitsamt Umschlag und Einleger ein durchgehender maschineller Herstellungsvorgang genügt,
ohne auf manuelle Arbeit zurückgreifen zu müssen. Für den Empfänger ist die Gestaltung
des Druckerzeugnisses dabei mit keinerlei Komplikation verbunden, da er durch die
Öffnung des Umschlages entlang der vorgesehenen Perforation unmittelbar auch die Trennung
der Verbindung von Einlage-Abschnitt und Umschlag vornimmt, ohne dies bewusst oder
gezielt ausführen zu müssen. Für den Empfänger sieht es vielmehr so aus, als sei die
Einlage als separates Element in dem Umschlag platziert worden, da der Trennvorgang
für ihn völlig transparent abläuft.
[0012] Es ist anzumerken, dass zwischen der Perforation entlang der ersten Perforationslinie
und der Perforation entlang der zweiten Perforationslinie ein gewisser Unterschied
hinsichtlich der Anforderungen besteht. Die erste Perforationslinie dient dazu, den
Einlage-Abschnitt so lange mit dem Verbindungsabschnitt und dem sich anschließenden
Umschlag-Abschnitt zu verbinden, bis der Einlage-Abschnitt im Umschlag platziert ist
und der Umschlag geschlossen wurde. Diese Perforation entlang der ersten Perforationslinie
liegt im fertigen Produkt regelmäßig innerhalb des Umschlages und kann daher mit großer
mechanischer Schwächung für eine besonders leichte Trennung mit geringer Krafterfordernis
ausgebildet sein. Die Perforation entlang der zweiten Perforationslinie, also diejenige
Perforation, welche die für den Benutzer abtrennbare Lasche begrenzt, liegt am fertigen
Druckereiprodukt außen. Diese Perforationslinie sollte insbesondere maschinengängig
sein, also für Sortier- und Transportmaschinen auf dem Postweg so ausgebildet sein,
dass sie nur bei gezielter Öffnung durch einen Benutzer aufgetrennt wird. Regelmäßig
ist diese Perforation mit höherem mechanischem Aufwand zu trennen als die Perforation
entlang der ersten Perforationslinie.
[0013] Wie eingangs gesagt wurde, kommen als Flachmaterialien zahlreiche verschiedene Druckmaterialien
aus Naturstoffen oder Kunststoffen in Frage, dabei ist die Wahl und Art der Perforation
auf die Materialwahl abzustimmen. Insbesondere können grundsätzlich Flachmaterialien
wie Papiere für den Bilderdruck verwendet werden, welche besonders ansprechende und
bedarfsgerechte Gestaltungen erlauben und bewährt hinsichtlich der Druckführung, Stanzungen,
Perforationen und Faltungen sind.
[0014] In einer bevorzugten Gestaltung der Erfindung wird der Umschlag-Abschnitt mit einem
Bruch-Wickelfalz zu einem Umschlag gefaltet, wobei der Verbindungs-Abschnitt sich
entlang dem Umschlag-Abschnitt zwischen zwei benachbarten Brüchen erstreckt.
[0015] Die Gestaltung eines Umschlages mit einem Bruch-Wickelfalz ist eine bewährte Methode,
wobei durch den Wickelfalz eine Art flachgedrückte Röhre gebildet wird. Im vorliegenden
Fall kommen zwar grundsätzlich Bruch-Wickelfalze mit beliebig vielen Brüchen in Frage,
die Gestaltung mit zwei Brüchen ist jedoch besonders einfach und vorteilhaft. Der
Verbindungs-Abschnitt schließt sich an dem Umschlag-Abschnitt an, wobei er sich zwischen
zwei benachbarten Brüchen erstreckt, so dass der Verbindungs-Abschnitt selbst bei
der Bildung des Wickelfalzes nicht gefaltet wird. Der sich an dem Verbindungabschnitt
anschließende Einlage-Abschnitt kann dabei durchaus so bemessen sein, dass er nach
Auflage oder Unterlage auf dem Umschlag-Abschnitt mitsamt dem Umschlag-Abschnitt im
Bereich der Brüche mitgefaltet wird. Umschlag-Abschnitt und Einlage-Abschnitt können
also durchaus in einem sehr begrenzten Bereich entlang ihrer Außenbegrenzung miteinander
verbunden sein, während sich die beiden Abschnitte jenseits des Verbindungs-Abschnittes
verbreitern.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform der Ausbildung des Druckerzeugnisses mit einem
Bruch-Wickelfalz ist vorgesehen, dass der Verbindungs-Abschnitt sich nicht vollständig
von Bruch zu Bruch des Wickelfalzes erstreckt, sondern beidseitig Abstände verbleiben.
Dies ermöglicht bei dem Druckerzeugnis insbesondere, dass im fertigen Erzeugnis in
diesen Bereichen, die nicht von dem Verbindungs-Abschnitt eingenommen werden, Kontaktbereiche
zwischen verschiedenen Flächen des Umschlag-Abschnittes aufeinanderliegen und verklebt
werden können, um den Umschlag zu verschließen oder die abtrennbare Lasche zu bilden.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die zweite Perforationslinie
an dem Umschlag-Abschnitt entlang einer geschlossenen Linie, sobald aus dem Umschlag-Abschnitt
ein gefalteter Umschlag gebildet wurde. Dies bedeutet, dass sich die Perforation beispielsweise
von einem Rand des Umschlag-Abschnittes bis zum entgegengesetzten Rand erstreckt,
wobei durch die Bildung eines Wickelfalzes diese entgegengesetzten Ränder des Umschlag-Abschnittes
übereinandergelegt werden und so die zweite Perforationslinie geschlossen wird. Dadurch
entsteht gleichsam eine flachgedrückte Röhre, wobei die zweite Perforationslinie eine
Umfangslinie um die Wickelachse bildet, an welcher zwei Teile der Röhre voneinander
zu trennen sind.
[0018] Es ist besonders bevorzugt, dass eine Klebeverbindung zwischen Verbindungs-Abschnitt
und abtrennbarer Lasche ausgebildet wird. Während die integrale Ausbildung des Umschlag-Abschnittes,
des Verbindungabschnittes und des Einlage-Abschnittes bereits vorstehend erläutert
wurde, kann die Verbindung zwischen der abtrennbaren Lasche und dem Verbindungs-Abschnitt
noch verstärkt werden, indem Klebeverbindung dieser beiden Abschnitte hergestellt
wird. Wie vorstehend erläutert, wird im Produktionsverfahren bei der Erzeugung des
erfindungsgemäßen Druckerzeugnisses der Einlage-Abschnitt auf den Umschlag-Abschnitt
gefaltet. Dabei kann gemäß der bevorzugten Gestaltung vorgesehen werden, dass der
Verbindungs-Abschnitt zusammen mit dem Einlage-Abschnitt in dem Umschlag-Abschnitt
so gefaltet wird, dass er auf einem Bereich des Umschlag-Abschnittes aufliegt, welcher
ein Teilbereich der abtrennbaren Lasche ist. Mit diesem Bereich kann der Verbindungsbereich
verklebt werden, so dass sichergestellt ist, dass eine besonders haltbare Verbindung
zwischen der abtrennbaren Lasche und dem Verbindungs-Abschnitt hergestellt ist, um
beim Abtrennen der Lasche sicher auch den Verbindungs-Abschnitt entlang der ersten
Perforationslinie von dem Einlage-Abschnitt zu trennen.
[0019] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Klebeverbindung als durchgehende Klebebahn entlang
eines Randes des Umschlag-Abschnittes ausgebildet ist, an welchem der Verbindungs-Abschnitt
ausgebildet ist, so dass die Klebeverbindung sowohl den Verbindungs-Abschnitt mit
der abtrennbaren Lasche verklebt, als auch mehrere Abschnitte des Umschlag-Abschnittes
miteinander verklebt.
[0020] Die Ausbildung einer einheitlichen Klebebahn entlang einer Seite des Umschlag-Abschnittes
dient in diesem Ausführungsbeispiel sowohl zum Verschließen des Umschlages bei Faltung
des Umschlag-Abschnittes zu dem fertigen Umschlag als auch der sicheren Verbindung
des Verbindungs-Abschnittes mit der Lasche. Es ist nur ein Arbeitsschritt mit einheitlicher
Materialführung erforderlich, um die gewünschte Klebeverbindung und Schließung des
Umschlages zu bewirken.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren bildet ein Druckerzeugnis gemäß der vorstehenden Beschreibung.
Zunächst wird ein Druckbogen, der gegebenenfalls mit individualisierten Informationen
versehen ist, in die Rohform des Druckproduktes getrennt. Für die Trennung des Druckbogens
kommen alle herkömmlichen Verfahren in Frage, z.B. Stanzen oder Schneiten. Bei dem
Trennvorgang wird jederzeit der integrale Verbund aus Umschlag-Abschnitt, einem sich
daran anschließenden Verbindungs-Abschnitt und einem sich an den Verbindungs-Abschnitt
anschließenden Einlage-Abschnitt gewahrt. Ist dieser Verbund aus den genannten Abschnitten
gebildet, kann nachfolgend oder zusammen mit dem Trennvorgang eine Perforation entlang
einer Perforationslinie zwischen dem Verbindungs-Abschnitt und dem Einlage-Abschnitt
gebildet werden. Außerdem wird eine zweite Perforationslinie gebildet, die sich auf
dem Umschlag-Abschnitt erstreckt, so dass durch die zweite Perforationslinie ein erster
Bereich des Umschlag-Abschnittes von einem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnittes
abgegrenzt wird, wobei der Verbindungs-Abschnitt sich von dem zweiten Bereich des
Umschlag-Abschnittes erstreckt. Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass die Vorgänge
des Trennens und der Perforation in beliebiger Reihenfolge oder gleichzeitig durch
geeignete Werkzeuge stattfinden können.
[0022] Der Einlage-Abschnitt wird anschließend auf (oder unter) den Umschlag-Abschnitt gefaltet,
wobei die Faltung entlang des Verbindungs-Abschnittes erfolgt. Der Umschlag-Abschnitt
mit aufgelegtem Einlage-Abschnitt wird dann zur Bildung eines Umschlages gefaltet.
Die Faltung erfolgt derart, dass als Resultat des Faltvorgangs ein Umschlag durch
den Umschlag-Abschnitt gebildet ist, in dessen inneren Aufnahmeraum der Einlage-Abschnitt
aufgenommen ist. Zusammen mit der Faltung des Umschlag-Abschnittes kann dabei durchaus
auch der Einlage-Abschnitt gefaltet werden, je nachdem welche Abmessungen der Einlage-Abschnitt
und der Umschlag-Abschnitt aufweisen. Außerdem ist es auch möglich, dass der Einlage-Abschnitt
vor seiner Faltung auf den Umschlag-Abschnitt seinerseits gefaltet wurde, beispielsweise
um eine bessere Unterbringung im Umschlag-Abschnitt zu ermöglichen.
[0023] Aus den geschilderten Verfahrensschritten wird deutlich, dass das erzeugte Druckprodukt
durch einfache maschinelle Schritte ohne händische Tätigkeit herstellbar ist, wobei
jederzeit die integrale Verbindung der Abschnitte erhalten bleibt und daher keine
Zuordnungsfehler von Inhalt und Umschlag geschehen können.
[0024] In einer bevorzugten Gestaltung der Erfindung wird zum Verbinden der Abschnitte des
Umschlag-Abschnittes eine Klebeverbindung geschaffen. Grundsätzlich ist es möglich,
den Umschlag durch beliebige Methoden zu verschließen, beispielsweise durch Stecklaschen
oder Ähnliches, die Schaffung einer Klebeverbindung ist jedoch im Sinne einer robusten
Herstellung und einer stabilen Ausgestaltung des Druckproduktes bevorzugt. Außerdem
kann eine solche Klebeverbindung ebenfalls maschinell aufgebracht und hergestellt
werden, was die vollständig maschinelle Herstellung begünstigt.
[0025] Wie bereits vorstehend erörtert, ist die Klebeverbindung zwischen dem Verbindungs-Abschnitt
und dem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnittes eine besonders bevorzugte Ausgestaltung.
Diese Verbindung kann über dieselbe Klebelinie erfolgen, wie zur Verbindung der Abschnitte
des Umschlag-Abschnittes zum Schließen des Umschlages, wie weiter unten anhand des
Ausführungsbeispiels erläutert wird.
[0026] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der Umschlag durch Faltung
des Umschlag-Abschnittes gemäß einem Wickelfalz gebildet, da dies eine bewährte maschinelle
Falzmethode ist und entsprechend robuste Falzmechanismen und Maschinen zur Verfügung
stehen.
[0027] Die Erfindung wird nun anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen gestanzten Druckbogen zur Erzeugung eines Druckerzeugnisses gemäß
einem ersten Ausführungsbeispiel;
Figuren 2a und 2b zeigen zwei Stadien eines Faltvorgangs des Druckbogens aus Figur
1;
Figur 3a zeigt das fertig gefaltete Druckerzeugnis gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
in einer teildurchsichtigen Darstellung;
Figur 3b zeigt das Druckerzeugnis gemäß der ersten Ausführungsform aus Figur 3a in
einer undurchsichtigen Darstellung;
Figuren 4a bis 4d zeigen einen Öffnungsvorgang am Druckerzeugnis gemäß der ersten
Ausführungsform.
[0028] In Figur 1 ist ein gestanzter Druckbogen aus einem durchgehenden Flachmaterial 1
gezeigt. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht das Flachmaterial aus einem
Bilderdruckpapier. Zur Herstellung können grundsätzlich verschiedene Grammaturen von
Papieren verwendet werden, beispielhaft wird eine Grammatur von 200 Gramm vorgeschlagen.
Das Druckerzeugnis liegt in Figur 1 in ungefalteter und ungeklebter Gestaltung vor,
es ist entlang seiner Außenkonturen aus einem größeren Flachmaterial ausgeschnitten
oder ausgestanzt und kann außerdem grundsätzlich beliebig vorder- und rückseitig bedruckt
sein. Da die Druckinhalte für die Erfindung jedoch nicht relevant sind, werden sie
in diesem Ausführungsbeispiel nicht dargestellt.
[0029] In dem vorliegenden Beispiel bildet der sich im Bereich A erstreckende Abschnitt
des ausgeschnittenen Flachmaterials den Umschlag-Abschnitt 2. Integral an den Umschlag-Abschnitt
2 ist im Abschnitt B der Verbindungs-Abschnitt 3 ausgebildet. An den Verbindungs-Abschnitt
3 schließt sich der Einlage-Abschnitt 4 im Bereich C an. Der Einlage-Abschnitt 4,
der Verbindungs-Abschnitt 3 sowie der Umschlag-Abschnitt 2 sind aus demselben Druckbogen
geformt und gehen ineinander über. Zwischen Verbindungs-Abschnitt 3 und Einlage-Abschnitt
4 ist eine Perforationslinie 5 ausgebildet. Entlang dieser Perforationslinie 5 wird
später, beim Öffnen des fertigen Druckerzeugnisses, der Einlage-Abschnitt 4 abgetrennt.
Zwischen Verbindungs-Abschnitt 3 und Umschlag-Abschnitt 2 ist eine Faltlinie 6 vorgesehen,
entlang derer der Einlage-Abschnitt 4 in den Umschlag-Abschnitt 2 gefaltet wird, wie
im Folgenden beschrieben.
[0030] An dem Umschlag-Abschnitt 2 ist eine Perforation 7 ausgebildet, die im zusammengeklebten
Zustand des Umschlag-Abschnittes 2 eine umlaufende Perforationslinie bildet. Die Perforation
7 begrenzt in einen Mittel-Abschnitt des Umschlag-Abschnittes eine Lasche 10. Eine
Materialausnehmung 11 ist benachbart zu der Perforation 7 ausgeformt, um einem späteren
Empfänger ein Hintergreifen der Lasche 10 zu ermöglichen. Die Materialausnehmung 11
kann eine einfache Lochstanzung in Nachbarschaft zu der Perforation 7 sein.
[0031] Es ist in Figur 1 ersichtlich, dass die Perforation 7 an dem Umschlag-Abschnitt 4
zwei Bereiche voneinander abgrenzt. Der erste, im Bild links von der Perforation 7
liegende Bereich wird vom zweiten, im Bild rechts liegenden Bereich abgegrenzt. Der
zweite, rechte Teil bildet unter anderem die Lasche 10 und weist die durchgehende
Verbindung zum Verbindungs-Abschnitt 3 auf.
[0032] Das in Figur 1 gezeigte Zwischenprodukt wird im Umschlag-Abschnitt 2, genauer in
einem Rand-Abschnitt D mit einem Kaltleim versehen. An der Faltlinie 6 wird dann der
Einlage-Abschnitt 4 mitsamt dem Verbindungs-Abschnitt 3 auf den Umschlag-Abschnitt
2 gefaltet, wobei aufgrund des vorherigen Klebstoffauftrags der Verbindungs-Abschnitt
3 am Umschlag-Abschnitt 2, genauer im Bereich D der Lasche 10 aufgeklebt wird, wo
eine Doppellage aus Umschlag-Abschnitt 2 und Verbindungs-Abschnitt 3 gebildet ist.
Der Einlage-Abschnitt 4 steht aufgrund des zwischengesetzten Verbindungs-Abschnittes
3 so weit vor, dass er seinerseits nicht in Verbindung mit dem im Bereich D aufgebrachten
Kleber gerät.
[0033] Figur 2a zeigt den Zustand mit einem auf den Umschlag-Abschnitt 2 gefalteten Einlage-Abschnitt
4. Der Umschlag-Abschnitt 2 wird nun entlang der Brüche 2a und 2b, zusammen mit dem
innenliegenden Einlage-Abschnitt 4 gemäß einem Wickelfalz gefaltet, wobei der aufgetragene
Klebstoff im Bereich D, soweit er nicht von dem Verbindungs-Abschnitt 3 abgedeckt
wird, die Haftwirkung für das Schließen des Umschlages vermittelt. Es ist in dieser
Darstellung gut erkennbar, dass der Verbindungsabschnitt 3 sich an dem Umschlag-Abschnitt
2 nicht vollständig bis zu den Brüchen 2a und 2b erstreckt. Dadurch entstehen in den
freien Bereichen bis zu den Brüchen Kontaktbereiche zwischen verschiedenen Lagen des
Umschlag-Abschnitts 2, was eine Klebeverbindung zwischen diesen Lagen ohne zwischenliegenden
Verbindungs-Abschnitt erlaubt.
[0034] Figur 2b zeigt den Zustand nach der ersten Falzung entlang des Bruches 2a in einer
teildurchlässigen Ansicht, der anschließende Schritt der Falzung des Umschlag-Abschnittes
2 entlang des Bruches 2b führt zu dem Zustand in Figur 3, die wiederum in einer teildurchlässigen
Ansicht dargestellt ist.
[0035] Es ist nun ersichtlich, dass der Einlage-Abschnitt 4 im Innenraum des gebildeten
Umschlages aufgenommen ist. Allerdings ist der Einlage-Abschnitt 4 im Innenraum nur
durch den Verbindungs-Abschnitt 3 fixiert, der seinerseits mit dem Umschlag-Abschnitt
2 verklebt ist.
[0036] Figur 3b zeigt die undurchsichtige Darstellung des Druckerzeugnisses von der Rückseite,
so wie ein Empfänger den Umschlag erhält. In dieser Darstellung ist auch zu erkennen,
dass an der Perforation 7 an der Rückseite eine Sichtmulde oder Fingermulde 7a gestanzt
ist, die später den Zugriff und die Einsicht auf die Einlage im Umschlag freigibt.
[0037] Das derart fertiggestellte Produkt in einer Vorderansicht ist in Figur 4a dargestellt.
Ein Empfänger erhält den Umschlag und kann über die Aussparung 11 auf die Lasche 10
zugreifen und diese entlang der Perforationslinie 7 abtrennen. Der anfängliche Abtrennvorgang
ist in Figur 4b dargestellt.
[0038] Wird die Lasche bis zum Ende abgerissen, wie in Figur 4c gezeigt, so führt die umlaufende
Perforation 7 (siehe auch Figuren 3a und 3b) dazu, dass der randseitige Bereich des
Umschlag-Abschnittes 2 entlang der Perforationslinie 7 abgetrennt wird. Dabei wird
zusammen mit dem endseitigen Rand (Abschnitt D der Figuren 1, 2a, 2b) auch der mit
der Lasche 10 verklebte Verbindungs-Abschnitt 3 (siehe auch Abschnitt B in Figur 1)
von dem Einlage-Abschnitt 2 entlang der Perforationslinie 5 abgetrennt, ohne dass
es einer separaten Aktion des Empfängers bedarf. Der Einlage-Abschnitt 4 liegt nun
frei entnehmbar im Inneren des Umschlag-Abschnittes 2, wie in Figur 4d gezeigt. Ein
Benutzer kann nun, erleichtert durch die rückseitige Fingermulde 7a, den Einlage-Abschnitt
4 aus dem Umschlag-Abschnitt 2 entnehmen und diesen entfalten. Für den Benutzer wirkt
es entsprechend so, als sei der Einlage-Abschnitt 4 in dem Umschlag 2 als separate
Einlage platziert worden, während der Einlage-Abschnitt 4 und Umschlag-Abschnitt 2
bis zur Öffnung integral ausgebildet waren und erst beim Öffnungsvorgang voneinander
getrennt wurden.
1. Druckerzeugnis aus einem Flachmaterial (1), wobei das Druckerzeugnis eine Mehrzahl
von Perforationslinien (5, 7) aufweist,
wobei ein Abschnitt des Druckerzeugnisses einen Umschlag-Abschnitt (2) bildet, welcher
zu einem Umschlag mit einem inneren Aufnahmeraum gefaltet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Umschlag-Abschnitt (2) ein Einlage-Abschnitt (4) integral verbunden ist,
wobei der Übergang zwischen Umschlag-Abschnitt (2) und Einlage-Abschnitt (4) durch
einen Verbindungs-Abschnitt (3) gebildet ist,
wobei zwischen Verbindungs-Abschnitt (3) und Einlage-Abschnitt (4) eine erste Perforationslinie
(5) in dem Flachmaterial (1) ausgebildet ist,
wobei der Einlage-Abschnitt (4) durch Faltung entlang des Verbindungs-Abschnitts (3)
in den zu einem Umschlag gefalteten Umschlag-Abschnitt (2) eingelegt ist,
wobei eine zweite Perforationslinie (7) einen dem Umschlag-Abschnitt (2) ausgebildet
ist, durch welche eine abtrennbare Lasche (10) derart gebildet ist, dass die abtrennbare
Lasche (10) mit dem Verbindungs-Abschnitt (3) verbunden ist und mitsamt dem Verbindungs-Abschnitt
(3) entlang der ersten Perforationslinie (5) von dem Einlage-Abschnitt (4) abtrennbar
ist.
2. Druckerzeugnis nach Anspruch 1, wobei der Umschlag-Abschnitt (2) mit einem Bruch-Wickelfalz
zu einem Umschlag gefaltet ist, wobei der Verbindungs-Abschnitt (3) sich entlang dem
Umschlag-Abschnitt zwischen zwei benachbarten Brüchen (2a, 2b) erstreckt.
3. Druckerzeugnis nach Anspruch 2, wobei der Verbindungs-Abschnitt (3) so bemessen ist,
dass er sich entlang einem Mittelabschnitt des Umschlag-Abschnitts (2) zwischen zwei
benachbarten Brüchen (2a, 2b) erstreckt, wobei einseitig oder beidseitig ein Abstand
von den Brüchen zu dem Verbindungs-Abschnitt (3) verbleibt.
4. Druckerzeugnis nach Anspruch 2 oder 3, wobei die zweite Perforationslinie (7) am Umschlag-Abschnitt
(2) bei dem gefalteten Umschlag eine geschlossene Linie bildet, welche in Wickelrichtung
umläuft.
5. Druckerzeugnis nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Klebeverbindung
zwischen Verbindungs-Abschnitt (3) und abtrennbarer Lasche (10) ausgebildet ist.
6. Druckerzeugnis nach Anspruch 5, wobei die Klebeverbindung als durchgehende Klebebahn
entlang eines Randes (D) des Umschlag-Abschnitts (2) ausgebildet ist, an welchem der
Verbindungs-Abschnitt (3) angrenzt, so dass die Klebeverbindung sowohl den Verbindungs-Abschnitt
mit der abtrennbaren Lasche verklebt, als auch mehrere Abschnitte des Umschlag-Abschnitts
miteinander verklebt.
7. Verfahren zur Herstellung eines Druckerzeugnisses, mit den Schritten:
Trennen eines Druckbogens, wobei ein integraler Verbund aus einem Umschlag-Abschnitt,
einem daran anschließenden Verbindungs-Abschnitt und einem an den Verbindungs-Abschnitt
anschließenden Einlage-Abschnitt gebildet wird,
Perforieren entlang einer ersten Perforationslinie zwischen dem Verbindungs-Abschnitt
und dem Einlage-Abschnitt,
Perforieren entlang einer zweiten Perforationslinie, die sich auf dem Umschlag-Abschnitt
erstreckt, so dass durch die zweite Perforationslinie ein erster Bereich des Umschlag-Abschnitts
von einem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnitts abgegrenzt wird, wobei der Verbindungs-Abschnitt
sich von dem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnitts erstreckt,
Falten des Einlage-Abschnitts auf den Umschlag-Abschnitt entlang des Verbindungs-Abschnitts,
Falten des Umschlag-Abschnitts zum Bilden eines Umschlags, wobei der Einlage-Abschnitt
in dem Umschlag aufgenommen wird,
Verbinden von Abschnitten des Umschlag-Abschnitts, um dem Umschlag zu verschließen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei zum Verbinden der Abschnitte des Umschlag-Abschnitts
eine Klebeverbindung geschaffen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei beim Verbinden der Verbindungs-Abschnitt mit
dem zweiten Bereich des Umschlag-Abschnitts verklebt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei der Umschlag-Abschnitt zur Bildung
eines Umschlags gemäß einem Wickelfalz gefaltet wird.