[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elastische Putzlippe zur Reinigung einer
rotierenden Walze eines Streckwerks einer Textilmaschine, wobei die Putzlippe an einer
ihrer Längsseiten eine Abstreifkante und an ihrer anderen Längsseite ein Befestigungselement
zur Befestigung an einem Tragelement aufweist, sowie ein Tragelement zum Tragen einer
elastischen Putzlippe, wobei das Tragelement an den Stirnenden Aufnahmen aufweist
und zwischen den Aufnahmen eine Befestigungsleiste mit Seitenflächen und Stirnflächen
angeordnet ist und eine entsprechende Reinigungseinrichtung.
[0002] Aus der
DE 102 07 255 A1 ist eine Textilmaschine mit einem mehrere Walzen aufweisenden Streckwerk zum Verstrecken
eines Faserverbandes bekannt, die mindestens eine entlang einer Walze angeordnete
Putzlippe zum Reinigen der Walzenmantelfläche von textilem Fasermaterial und Mitteln
zum Erzeugen eines Luftstroms zum Abtransportieren dieses Fasermaterials aufweist.
Die Putzlippe besteht im Wesentlichen aus einem Tragemittel und einer elastischen
Lippe aus Kunststoff. Das Tragemittel kann beispielsweise eine Stange, ein Rohr oder
eine flache Leiste sein. Die Lippe ist im Spritzgussverfahren formschlüssig auf dem
Tragemittel befestigt. Nachteilig ist, dass bei einem Verschleiß der Lippe sowohl
das Tragemittel als auch die Lippe ersetzt werden müssen, da sie nicht voneinander
getrennt werden können.
[0003] Aus der
EP 0 045 725 A1 ist eine lösbare Verbindung einer Reinigungsleiste mit einer Stange bekannt. Ein
Wurzelteil greift in eine entsprechende Nut mit komplementärem Querschnitt ein, die
in der Stange 15 ausgebildet ist. Auf diese Weise kann die Reinigungsleiste aus der
Nut in Längsrichtung der Stange herausgeschoben werden, so dass sie am Ende ihrer
Lebensdauer ausgetauscht werden kann. Die Fixierung der Reinigungsleiste in Längsrichtung
der Stange kann aber problematisch sein. Außerdem wird viel Platz seitlich der Stange
benötigt, um die Reinigungsleiste aus der Stange herausziehen zu können.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die aus dem Stand der Technik bekannten
Nachteile zu beseitigen und eine Reinigungseinrichtung zur Reinigung einer rotierenden
Walze eines Streckwerks einer Textilmaschine, mit einem Tragelement und einer daran
angeordneten Putzlippe, zu schaffen, bei denen eine sichere Befestigung einer Putzlippe
und ein einfacher Ersatz einer verschlissenen Putzlippe möglich ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Putzlippe, ein Tragelement und eine Reinigungseinrichtung
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0006] Vorgeschlagen wird eine elastische Putzlippe zur Reinigung einer rotierenden Walze
eines Streckwerks einer Textilmaschine, wobei die Putzlippe an einer ihrer Längsseiten
eine Abstreifkante und an ihrer anderen Längsseite ein Befestigungselement zur Befestigung
an einem Tragelement aufweist. Erfindungsgemäß ist die Putzlippe im Querschnitt Y-förmig
mit einem Stamm und zwei im Wesentlichen parallelen Schenkeln ausgebildet, wobei an
dem offenen Ende des Stamms die Abstreifkante angeordnet ist und die beiden Schenkel
das Befestigungselement für eine formschlüssige Befestigung der Putzlippe an dem Tragelement
bilden. Die Putzlippe ist damit in der Lage das Tragelement, das sich zwischen den
beiden Schenkeln befindet, zu umgreifen. Sie kann auf das Tragelement aufgesteckt
werden, ist dort sicher für die Dauer ihres Einsatzes zur Reinigung der Walze befestigt
und kann nach ihrem Verschleiß einfach durch Abziehen von dem Tragelement wieder entfernt
werden. Auf dem Tragelement wird sodann eine neue Putzlippe befestigt. Das Tragelement
kann hierdurch wiederverwendet werden. Dies schont Ressourcen und ist kostengünstiger.
Durch das beidseitige Umgreifen des Tragelements wird eine stabile Befestigung der
Putzlippe auf dem Tragelement ermöglicht. Außerdem ist das Montieren und Demontieren
der Putzlippe auf dem Tragelement senkrecht zur Längserstreckung des Tragelements
bzw. der Putzlippe möglich. Das Tragelement muss deshalb nicht zwangsläufig aus der
Textilmaschine entfernt werden, um die Putzlippe tauschen zu können.
[0007] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Schenkel mit zumindest einem Steg, vorzugsweise
einer Vielzahl von Stegen, miteinander verbunden sind. Die Stege stabilisieren die
Schenkel, sodass bei einer Querkraft auf die Putzlippe die Schenkel nicht aufgebogen
werden können. Die Stege verstärken somit die Putzlippe und sichern damit zusätzlich
die Möglichkeit der sicheren Befestigung der Putzlippe auf dem Tragelement.
[0008] Vorteilhaft ist es, wenn der Steg, vom offenen Ende der Schenkel aus betrachtet,
zumindest eine Hinterschneidung aufweist. Der Schenkel kann beispielsweise streifenförmig,
keilförmig, trapezförmig oder tropfenförmig ausgebildet sein. Durch die Hinterschneidung
kann eine Kraft erzeugt werden, welche ein unbeabsichtigtes Abziehen der Putzlippe
von dem Tragelement verhindert. Zum Befestigen der Putzlippe auf dem Tragelement kann
die Hinterschneidung überwunden werden, insbesondere wenn die Putzlippe und/oder das
Tragelement elastisch ausgebildet sind.
[0009] Vorteile bringt es mit sich, wenn der Steg in Bezug auf die Längsseite der Putzlippe
in einem stumpfen Winkel, insbesondere einem Winkel zwischen 60° und 85°, geneigt
ist. Die zuvor beschriebene Hinterschneidung des Stegs ist durch eine derartige Schrägstellung
des Stegs zur Längsseite der Putzlippe ein sehr guter Kompromiss zwischen einer Rückhaltekraft,
welche die Putzlippe an dem Tragelement hält und der Möglichkeit, dass die Hinterschneidung
aufgrund der Elastizität der Putzlippe oder des Tragelements überwunden werden kann.
[0010] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn benachbarte Stege gegengleich zueinander
geneigt sind. Hierdurch wird sichergestellt, dass auch bei einer Querkraft, welche
schräg zur Längsrichtung der Putzlippe gerichtet ist, eine sichere Befestigung der
Putzlippe an dem Tragelement gewährleistet wird, da stets Stege vorhanden sind, welche
stark entgegen der auftretenden, schräggestellten Querkraft geneigt sind und dem Abziehen
der Putzlippe von dem Tragelement entgegenstehen.
[0011] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Putzlippe am Stamm eine in ihrer Längsrichtung
verlaufende und bei der vorgesehenen Verwendung der Putzlippe in der Textilmaschine
horizontal und parallel zu den Walzen verlaufende Nut aufweist. Diese in der Längsrichtung
der Putzlippe verlaufende Nut bewirkt, dass die Putzlippe in der Richtung, in welche
sich die Nut befindet, leichter abgebogen werden kann als in der anderen Richtung.
Dies ist besonders beim Einsatz zur Reinigung einer Walze vorteilhaft, da sich die
Putzlippe besser an die Walze anlegen kann und sie von Faserresten oder Staub sehr
gut befreien kann.
[0012] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Putzlippe zumindest eine quer zu ihrer
Längsrichtung verlaufende Nut aufweist. Die quer zur Längsrichtung der Putzlippe verlaufende
Nut kann als Markierung dienen. Insbesondere wenn unterschiedliche Längen der Putzlippe
benötigt werden, kann diese Nut ein Zeichen darstellen, welches anzeigt, wo die Putzlippe
für die weitere benötigte Länge abgeschnitten werden soll. Auf diese Weise ist es
möglich, dass die Putzlippe mit einer längeren Länge, welche beispielsweise für die
Unterwalzen eines Streckwerkes vorgesehen ist, ausgeliefert wird. Bei Bedarf, wenn
die Putzlippe beispielsweise für die Oberwalzen eines Streckwerks verwendet werden
muss, und dort eine kürzere Länge der Putzlippe erforderlich ist, kann die Putzlippe
an der Markierung gekürzt werden und somit auch für die Oberwalzen des Streckwerks
eingesetzt werden. Außerdem ist es möglich, dass die Putzlippe als sogenannte Meterware
an die Kunden ausgeliefert wird. Durch die regelmäßig angeordneten Markierungen an
dieser sehr langen Putzlippe kann die Putzlippe auf die richtige Länge gekürzt werden.
[0013] Ein erfindungsgemäßes Tragelement zum Tragen einer zuvor beschriebenen elastischen
Putzlippe weist an ihren Stirnenden Aufnahmen auf. Die Aufnahmen dienen dazu, dass
das Tragelement und damit die Putzlippe in dem Streckwerk korrekt positioniert und
befestigt werden kann, um die zu reinigende Walze mit dem vorgesehenen Druck und einer
vorgesehenen Stellung in Bezug auf die Walze zu kontaktieren. Zwischen den Aufnahmen
des Tragelements ist eine Befestigungsleiste mit Seitenflächen und Stirnflächen angeordnet.
Erfindungsgemäß sind die Seitenflächen und zumindest eine der Stirnflächen des Tragelements
zur formschlüssigen Befestigung der Putzlippe vorgesehen. Wie zuvor beschrieben, umgreift
die Putzlippe das Tragelement und wird hierdurch an dem Tragelement befestigt. Die
Putzlippe sitzt somit auf einer längs des Tragelements verlaufenden Stirnfläche des
Tragelements und kontaktiert die beiden Seitenflächen, um sich daran abzustützen.
Hierdurch ermöglicht das Tragelement eine zuverlässige Befestigung der Putzlippe an
dem Tragelement. Durch die Möglichkeit sich an dem Tragelement auch gegen Querkräfte,
welche quer zur Längsrichtung des Tragelement bzw. der Putzlippe gerichtet sind, abzustützen,
kann eine ausreichende Kraft gegen die zu reinigende Walze aufgebracht werden.
[0014] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Befestigungsleiste an der Stirnfläche
zumindest einen Einschnitt, vorzugsweise eine Vielzahl von Einschnitten zur Aufnahme
von zumindest einem Steg der Putzlippe aufweist. Durch den oder die Einschnitte in
der Befestigungsleiste ist nicht nur ein Abstützen der Putzlippe quer zu ihrer Längsrichtung
an dem Tragelement ermöglicht, sondern es kann hierdurch auch Kräften, welche in Längsrichtung
der Putzlippe wirken, entgegengewirkt werden. Die Position der Einschnitte korrespondiert
mit den Stegen der Putzlippe, die zur Befestigung auf dem Tragelement vorgesehen ist.
[0015] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Einschnitt in Bezug auf die Stirnfläche
in einem stumpfen Winkel, insbesondere einem Winkel zwischen 60° und 85°, geneigt
ist. Durch die Schrägstellung der Einschnitte ist eine noch bessere Verkrallung der
Putzlippe mit ihren Stegen an der Befestigungsleiste des Tragelements möglich. Auch
Kräfte, welche nicht nur in Längsrichtung oder quer zur Längsrichtung auf die Putzlippe
wirken, können hierdurch aufgenommen werden. Zudem kann durch diese Neigung der Einschnitte
auch Kräften, welche schräg auf die Putzlippe wirken, besonders wirkungsvoll entgegengewirkt
werden.
[0016] Auch ist es von Vorteil, wenn benachbarte Einschnitte gegengleich zueinander geneigt
sind. Durch diese gegengleiche Neigung der Einschnitte, in welchen sich die Stege
der Putzlippe verkrallen können, ist eine besonders sichere Aufnahme der Putzlippe
an dem Tragelement ermöglicht. Die geneigten Einschnitte verhindern während des Betriebs
der Putzlippe zuverlässig ein ungewolltes Trennen der Verbindung zwischen Putzlippe
und Tragelement, auch wenn Kräfte aus unterschiedlichsten Richtungen auf die Putzlippe
einwirken.
[0017] Vorteilhaft ist es zudem, wenn das Tragelement aus Kunststoff oder aus Metall hergestellt
ist. Wesentlich ist, dass das Tragelement einen ausreichenden Widerstand bildet, damit
die Putzlippe sicher und gleichmäßig gegen die zu reinigende Walze drücken kann.
[0018] Eine erfindungsgemäße Reinigungseinrichtung zur Reinigung einer rotierenden Walze
eines Streckwerks einer Textilmaschine, weist ein Tragelement und eine daran angeordnete
Putzlippe auf, welche derart ausgebildet sind, wie sie zuvor beschrieben wurden.
[0019] Die Putzlippe wird zum Reinigen der Ober- und/oder Unterwalzen eines Streckwerks
verwendet. Zweck der Neuentwicklung ist es insbesondere, dass bei einem Verschleiß
der Putzlippe nicht das die Putzlippe tragende Metallteil weggeschmissen werden muss.
[0020] Die neue Putzlippe umgreift den Metallträger mit seitlichen Schenkeln. Die seitlichen
Schenkel sind vorzugsweise mit Stegen bzw. Rippen miteinander verbunden. Diese Stege
bzw. Rippen greifen in Aussparungen des Metallträgers ein. Die Stege bzw. Rippen bewirken
einerseits, dass die seitlichen Schenkel stabil sind. Andererseits sorgen sie für
eine besonders gute Befestigung der Putzlippe an dem Metallträger, wenn die Stege
bzw. Rippen nicht rechtwinklig, sondern schräg bzw. geneigt zu der Oberkante der Putzlippe
angeordnet sind. Durch diese Neigung entsteht ein Formschluss der Stege zum Metallträger
(in Art eines Reißverschlusses). Die Neigung ist vorzugsweise in Form von mehreren
zueinander v-förmig, also gegengleich, angeordneten Stegpaaren ausgebildet.
[0021] Nachdem die Putzlippe für die Oberwalze und die Unterwalze unterschiedlich lang sein
muss, ist die Putzlippe vorteilhafterweise als längere Version ausgebildet, wobei
zur Markierung der kürzeren Länge eine Kerbe bzw. Nut an der Putzlippe selbst und/oder
an dem seitlichen Schenkel angeordnet sein kann. Grundsätzlich könnte die Putzlippe
auch endlos hergestellt sein und von dem Kunden je nach Bedarf abgelängt werden.
[0022] Zur Kennzeichnung der Vorder- und Hinterseite der Putzlippe sind Markierungen, beispielsweise
die Schnittmarkierungen oder auch Teilenummern an nur einer Seite vorgesehen.
[0023] Das Material der elastischen Putzlippe ist vorzugsweise Polyurethan oder Hydrierter
Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR) oder Silikon.
[0024] Die Vorrichtung ist gemäß der vorangegangenen Beschreibung ausgebildet, wobei die
genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination vorhanden sein können.
[0025] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- ein schematisch dargestelltes Streckwerk in Seitenansicht,
- Figur 2
- eine Seitenansicht einer Reinigungseinrichtung mit einem Tragelement und einer daran
angeordneten, geschnitten dargestellten Putzlippe,
- Figur 3
- einen Querschnitt einer Reinigungseinrichtung,
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung einer Putzlippe und
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung eines Tragelements.
[0026] Bei der nachfolgenden Beschreibung der in den Figuren dargestellten alternativen
Ausführungsbeispiele werden für Merkmale, die im Vergleich zu den zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispielen in ihrer Ausgestaltung und/oder Wirkweise identisch und/oder
zumindest vergleichbar sind, gleiche Bezugszeichen verwendet. Sofern diese nicht nochmals
detailliert erläutert werden, entspricht deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise der
Ausgestaltung und Wirkweise der vorstehend bereits beschriebenen Merkmale. Aus übersichtlichkeitsgründen
sind nicht alle gleichen Teile mit Bezugszeichen versehen, aber gleichartig gezeichnet.
[0027] Fig. 1 zeigt schematisch drei Walzenpaare eines Streckwerks 1, nämlich das Eingangswalzenpaar
4, 5, das Mittelwalzenpaar 6, 7 und das Ausgangs- bzw. Lieferwalzenpaar 8, 9. Zusätzlich
ist am Ausgang des Streckwerks 1 eine Umlenkoberwalze 10 angeordnet. Die Umlaufrichtungen
der einzelnen Walzen sind durch Pfeile dargestellt. Die Oberwalzen 4, 6, 8, 10 weisen
jeweils einen elastischen Walzenbezug auf. Faserband bzw. Faserbänder 2 werden in
Laufrichtung 11 im Streckwerk 1 verstreckt, indem die aufeinanderfolgenden Walzenpaare
4-10 mit zunehmender Umfangsgeschwindigkeit rotieren.
[0028] Des Weiteren sind Putzlippen 14 zur Reinigung der metallischen Unterwalzen 5, 7,
9 vorhanden, die unter Biegespannung an der entsprechenden Walzenmantelfläche anliegen
und einerseits Faser- und Schmutzmaterial von dieser abschaben und andererseits einen
Teil der Fasern und auch Schmutz unter Abbremsung hindurchlassen. Der hindurchtransportierte
Teil des Materials verliert im Wesentlichen seine Haftreibung mit der jeweiligen Unterwalze
5, 7, 9 und kann nach unten fallen. Ein Luftstrom transportiert sowohl das abgeschabte
als auch das unter der Putzlippe hindurchgeförderte Material nach unten hin ab. Weitere
Putzlippen 15 sind zur Reinigung der Oberwalzen 4, 6, 8 und 10 vorgesehen. Diese Putzlippen
15 sind in der Regel kürzer als die Putzlippen 14, da die Oberwalzen 4, 6, 8 und 10
kürzer als die Unterwalzen 5, 7, 9 sind.
[0029] Die Putzlippen 14 und 15 sind Teil einer Reinigungseinrichtung 16 bzw. 17, die grundsätzlich
gleich aufgebaut sind. Jede Reinigungseinrichtung 16 bzw. 17 umfasst ein Tragelement
18 bzw. 19 sowie eine daran angeordnete Putzlippe 14 bzw. 15. Ein Unterschied besteht
lediglich darin, dass die Putzlippen 14 für die Unterwalzen 5, 7, 9 länger sind als
die Putzlippen 15 für die Oberwalzen 4, 6, 8 und 10. Ein entsprechender Längenunterschied
kann auch in den Tragelementen 18 und 19 vorgesehen sein. Dies ist durch die Gestaltung
der Unterwalzen 5, 7, 9, welche längere Metallzylinder sind und die Gestaltung der
Oberwalzen 4, 6, 8 und 10, welche kürzere, mit einem Gummibelag beschichtete Walzen
sind, verursacht.
[0030] Weiterhin sind die Reinigungseinrichtungen 16 und 17 im Wesentlichen parallel zur
Walzenlängsachse der Unterwalzen 5, 7, 9 und der Oberwalzen 4, 6, 8 und 10 angeordnet.
Der Fig. 1 ist zu entnehmen, dass die Putzlippe 14 bzw. 15 gegenüber der durch eine
Walzenlängsachse verlaufenden Vertikalebene in Faserverbandlaufrichtung mehr oder
weniger versetzt angeordnet sind. Dadurch ist eine definierte Schrägstellung des elastischen
Teils der Putzlippe 14, 15 gegenüber der Walze 4-10 gewährleistet.
[0031] Jede der Reinigungseinrichtungen 16 und 17 umfasst im Wesentlichen ein Tragelement
18 bzw. 19 und eine elastische Putzlippe 14 bzw. 15. Das Tragelement 18 bzw. 19 kann
beispielsweise eine Stange, ein Rohr oder eine flache Leiste sein. Die elastische
Putzlippe 14 bzw. 15 ist formschlüssig auf dem Tragelement 18 bzw. 19 befestigt, wie
im Folgenden noch näher beschrieben wird.
[0032] Jede Putzlippe 14 oder 15 ist Y-förmig ausgebildet. Dabei ist am Ende eines Stamms
20 eine Abstreifkante 21 angeordnet. Die Abstreifkante 21 kontaktiert die jeweilige
Walze 4-10 und schleift dabei über deren Oberfläche, wenn sich die jeweilige Walze
4-10 dreht. Dabei wird die Oberfläche der jeweiligen Walze 4-10 gereinigt. Das Y der
Putzlippe 14 oder 15 weist im Anschluss an das von der Abstreifkante 21 abgewandten
Ende des Stamms 20 zwei Schenkel 22 auf, welche im Wesentlichen parallel zueinander
ausgerichtet sind. Die beiden Schenkel 22 umgreifen das Tragelement 18 bzw. 19 und
sorgen dabei für eine feste, formschlüssige Verbindung zwischen der Putzlippe 14 bzw.
15 und dem Tragelement 18 bzw. 19.
[0033] Figur 2 zeigt eine Seitenansicht einer Reinigungseinrichtung 16 mit einem Tragelement
18 und einer daran angeordneten, geschnitten dargestellten Putzlippe 14. Das Tragelement
18 umfasst eine Befestigungsleiste 24 sowie an seinen beiden Enden jeweils eine Aufnahme
25, welche gegenüber der Befestigungsleiste 24 gekröpft ist. Die Reinigungseinrichtung
16 kann mittels den Aufnahmen 25 in der Textilmaschine befestigt werden. Auf der Befestigungsleiste
24 ist die Putzlippe 14 befestigt. Die Befestigungsleiste weist Seitenflächen 12 und
Stirnflächen 13 auf. Die Seitenflächen 12 und zumindest eine der Stirnflächen 13 sind
zur formschlüssigen Befestigung der Putzlippe 14, 15 vorgesehen.
[0034] Zusätzlich zu den Figur 1 dargestellten seitlichen Schenkeln 22 weist die Putzlippe
14 gemäß Figur 2 auch Stege 23 auf, welche die Schenkel 22 miteinander verbinden.
Die Stege 23 ragen in Einschnitte 26 der Befestigungsleiste 24 hinein. Die Einschnitte
26 sind an der Stirnfläche 13 der Befestigungsleiste 24 offen. Damit ist bereits sichergestellt,
dass die Putzlippe 14 in Längsrichtung auf der Befestigungsleiste 24 nicht verschoben
werden kann. Um zusätzlich senkrecht zur Längsrichtung der Befestigungsleiste 24 eine
gute Befestigung zu erhalten, sind eine Vielzahl von Stegen 23 und Einschnitten 26
vorhanden, welche geneigt zur Längsrichtung der Reinigungseinrichtung 16 ausgebildet
sind.
[0035] Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind benachbarte Stege 23 bzw. Einschnitte
26 v-förmig aufeinander zu gerichtet. Dabei weisen die Stege 23 und Einschnitte 26
beispielsweise jeweils einen Winkel α von 80 Grad auf. Mit einem derartigen Winkel
α ist einerseits eine ausreichende Verzahnung der Putzlippe 14 in der Befestigungsleiste
24 gewährleistet. Andererseits ist aber durch die Elastizität der Putzlippe 14 auch
sichergestellt, dass mit einem Kraftaufwand, welcher höher ist als er im normalen
Betrieb in der Textilmaschine zu erwarten ist, die Putzlippe 14 von der Befestigungsleiste
24 abgezogen werden kann. Die Hinterschneidungen, welche durch den Winkel α gebildet
werden, halten die Putzlippe 14 zuverlässig auf der Befestigungsleiste 24, ohne dass
andere mechanische Klemmeinrichtungen oder kraftschlüssige Verbindungsmittel, wie
Klebstoffe, verwendet werden müssen.
[0036] Die in Figur 2 dargestellte Putzlippe 14 weist darüber hinaus eine horizontale Nut
27 sowie eine vertikale Nut 28 auf. Die horizontale Nut 27 verläuft in Längsrichtung
der Putzlippe 14 und gewährleistet einen leichtes Abknicken des Stamms 20 gegenüber
den Schenkeln 22 bzw. dem Tragelement 18. Sie trägt außerdem dazu bei, dass die Schenkel
22 der Putzlippe 14 nicht zu stark aufgebogen werden können und dadurch der Halt der
Putzlippe 14 an der Befestigungsleiste 24 geschwächt werden würde.
[0037] Die vertikale Nut 28 dient als Markierung. Soll die Putzlippe 14 in einer kürzeren
Länge als Putzlippe 15, beispielsweise als Reinigungseinrichtung 17 für kürzere Oberwalzen
4,6, 8 oder 10, verwendet werden, so kann sie an dieser Stelle der vertikalen Nut
28 abgeschnitten werden. Derartige vertikale Nuten 28 können auch die in Figur 2 dargestellte
längere Länge der Putzlippe 14 markieren. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn die Putzlippe 14, 15 als Meterware hergestellt und vertrieben wird und beispielsweise
an der Maschine selbst auf die benötigte Länge abgeschnitten werden soll.
[0038] Figur 3 zeigt einen Querschnitt der Reinigungseinrichtung 16. Es ist darin der der
rechteckige Querschnitt der Befestigungsleiste 24 mit jeweils zwei Seitenflächen 12
und zwei Stirnflächen 13 zu erkennen. Die Befestigungsleiste 24 wird von den beiden
Schenkeln 22 der Putzlippe 14 seitlich umgriffen. Die beiden Schenkel 22 sind darüber
hinaus mit dem Steg 23 miteinander verbunden. Der Steg 23 befindet sich dem Einschnitt
26 der Befestigungsleiste 24. An dem Stamm 20 der Putzlippe 14 ist die horizontale
Nut 27 angeordnet, welche den Stamm 20 schwächt, sodass er leichter abknicken kann.
Am Ende des Stamms 20, welches von den beiden Schenkeln 22 abgewandt ist, ist die
Abstreifkante 21 vorgesehen. Aus der Darstellung der Figur 3 ist sehr gut die, hier
umgekehrt dargestellte, Y-förmige Querschnittsgestaltung der Putzlippe 14 zu erkennen.
[0039] Figur 4 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Putzlippe 14. An einem Ende
des Stamms 20 ist die Abstreifkante 21 angeordnet. Am anderen Ende des Stamms 20,
an welchem die beiden Schenkel 22 angeordnet sind, befindet sich die horizontale Nut
27. Die beiden Schenkel 22 sind mit einem Steg 23 miteinander teilweise verbunden,
sodass eine ausreichende Formstabilität der beiden Schenkel 22 gewährleistet und ein
Aufbiegen der Schenkel 22 weitgehend vermieden wird.
[0040] Während die Putzlippe 14 aus einem elastischen Material, beispielsweise Polyurethan
oder HNBR oder Silikon, hergestellt ist, ist das Tragelement 18 gemäß der perspektivischen
Darstellung der Figur 5, aus einem starren Kunststoff oder aus Metall gefertigt. Das
Tragelement 18 weist an seinen beiden Enden die Aufnahmen 25 auf. Zwischen den beiden
Aufnahmen befindet sich die Befestigungsleiste 24. Auf der Stirnfläche 13 der Befestigungsleiste
24 sind die geneigten Einschnitte 26 zu erkennen, welche paarweise in Form eines V
aufeinander zu geneigt sind. Hierdurch wird eine feste Verzahnung zwischen dem Tragelement
18 und einer darauf anordenbaren Putzlippe 14 ermöglicht. Durch die Elastizität der
Putzlippe 14 ist aber mit einem entsprechenden Kraftaufwand die Putzlippe 14 vorzugsweise
zerstörungsfrei von dem Tragelement 18 zu entfernen und eine neue Putzlippe 14 kann
wieder in die Einschnitte 26 eingesetzt werden. Das Tragelement 18 kann somit mit
der neuen Putzlippe 14 wiederverwendet werden, auch wenn die vorherige Putzlippe 14
verschlissen ist.
[0041] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Streckwerk
- 2
- Faserband
- 4
- Oberwalze
- 5
- Unterwalze
- 6
- Oberwalze
- 7
- Unterwalze
- 8
- Oberwalze
- 9
- Unterwalze
- 10
- Umlenkoberwalze
- 11
- Laufrichtung
- 12
- Seitenfläche
- 13
- Stirnfläche
- 14
- Putzlippe
- 15
- Putzlippe
- 16
- Reinigungseinrichtung
- 17
- Reinigungseinrichtung
- 18
- Tragelement
- 19
- Tragelement
- 20
- Stamm
- 21
- Abstreifkante
- 22
- Schenkel
- 23
- Steg
- 24
- Befestigungsleiste
- 25
- Aufnahme
- 26
- Einschnitt
- 27
- horizontale Nut
- 28
- vertikale Nut
- α
- Winkel
1. Elastische Putzlippe zur Reinigung einer rotierenden Walze (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10)
eines Streckwerks (1) einer Textilmaschine, wobei die Putzlippe (14, 15) an einer
ihrer Längsseiten eine Abstreifkante (21) und an ihrer anderen Längsseite ein Befestigungselement
zur Befestigung an einem Tragelement (18, 19) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Putzlippe (14, 15) im Querschnitt Y-förmig mit einem Stamm (20) und zwei im Wesentlichen
parallelen Schenkeln (22) ausgebildet ist, wobei an dem offenen Ende des Stamms (20)
die Abstreifkante (21) angeordnet ist und die beiden Schenkel (22) das Befestigungselement
für eine formschlüssige Befestigung der Putzlippe (14, 15) an dem Tragelement (18,
19) bilden.
2. Putzlippe nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (22) mit zumindest einem Steg (23), vorzugsweise einer Vielzahl von
Stegen (23), miteinander verbunden sind.
3. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (23), vom offenen Ende der Schenkel (22) aus betrachtet, zumindest eine
Hinterschneidung aufweist.
4. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (23) in Bezug auf die Längsseite der Putzlippe (14, 15) in einem stumpfen
Winkel (a), insbesondere einem Winkel (a) zwischen 60° und 85°, geneigt ist.
5. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Stege (23) gegengleich zueinander geneigt sind.
6. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Putzlippe (14, 15) am Stamm (20) eine in ihrer Längsrichtung verlaufende Nut
aufweist.
7. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Putzlippe (14, 15) zumindest eine quer zu ihrer Längsrichtung verlaufende Nut
(28) aufweist.
8. Putzlippe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Putzlippe (14, 15) aus Polyurethan oder Hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk
oder Silikon hergestellt ist.
9. Tragelement zum Tragen einer elastischen Putzlippe (14, 15) gemäß einem der vorherigen
Ansprüche, wobei das Tragelement (18, 19) an seinen Enden Aufnahmen (25) aufweist
und zwischen den Aufnahmen (25) eine Befestigungsleiste (24) mit Seitenflächen (12)
und Stirnflächen (13) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen (12) und zumindest eine der Stirnflächen (13) zur formschlüssigen
Befestigung der Putzlippe (14, 15) vorgesehen sind.
10. Tragelement nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsleiste (24) an der Stirnfläche (13) zumindest einen Einschnitt (26),
vorzugsweise eine Vielzahl von Einschnitten (26) zur Aufnahme von zumindest einem
Steg (23) der Putzlippe (14, 15) aufweist.
11. Tragelement nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einschnitt (26) in Bezug auf die Stirnfläche (13) in einem stumpfen Winkel (a),
insbesondere einem Winkel (a) zwischen 60° und 85°, geneigt ist.
12. Tragelement nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Einschnitte (26) gegengleich zueinander geneigt sind.
13. Tragelement nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (18, 19) aus Kunststoff oder aus Metall hergestellt ist.
14. Reinigungseinrichtung zur Reinigung einer rotierenden Walze eines Streckwerks (1)
einer Textilmaschine, mit einem Tragelement (18, 19) und einer daran angeordneten
Putzlippe (14, 15), dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (18, 19) und/oder die Putzlippe (14, 15) nach einem oder mehreren
der vorherigen Ansprüche ausgebildet ist.