[0001] Die Erfindung betrifft ein Gestrickteil mit einem zumindest über einen Abschnitt
eines Beins oder Arms zu ziehenden Bein- oder Armabschnitt.
[0002] Derartige Gestrickteile sind in unterschiedlichen Varianten bekannt. Ein Gestrickteil
kann als beispielsweise einfacher Wadenstrumpf ausgeführt sein, oder als längerer,
sich bis zum Knie erstreckender Halbschenkelstrumpf, oder als sich auch bis über den
Oberschenkel erstreckender Schenkelstrumpf. Auch die Ausführung als Strumpfhose ist
bekannt. Das Gestrickteil kann nur einen Beinabschnitt umfassen, der sich nur bis
zum oder auch noch über das Fußgelenk erstreckt, jedoch nicht mehr die Ferse und den
Fuß einfasst. Alternativ kann das Gestrickteil zusätzlich einen am Beinabschnitt angebundenen
Fußabschnitt aufweisen, der, wie bei einem Strumpf oder einer Strumpfhose bekannt,
den gesamten Fuß umgibt. Daneben kann ein solches Gestrickteil auch als Armstrumpf
ausgeführt sein, der beispielsweise nur über den Unterarm gezogen wird, oder sich
auch bis über den Oberarm erstreckt. Der Armstrumpf kann sich beispielsweise mit einem
Armabschnitt nur bis zum Handgelenk erstrecken. Alternativ kann sich an den Armabschnitt
ein Handabschnitt anschließen, der zumindest einen Teil des Handtellers oder die vollständige
Hand mit den Fingern einfasst.
[0003] Bei dem Gestrickteil kann es sich um ein übliches Bekleidungsstück handeln, also
um einen handelsüblichen Strumpf oder eine handelsübliche Strumpfhose oder Ähnliches,
dem keine spezifische Funktion zukommt respektive zu eigen ist. Bekannt ist es aber
auch, ein solches Gestrickteil mit einer spezifischen Funktion auszurüsten, beispielsweise
in Form eines kompressives Gestrickteils, mit dem auf das darunterliegende eingefasste
Gewebe ein Druck ausgeübt wird, beispielsweise zu therapeutischen Zwecken, wenn mit
dem Gestrickteil eine Versorgung einer Person erfolgen soll, oder wenn das Bekleidungsstück
beim Sport getragen wird, wo sich ein gewisser Druck als vorteilhaft auswirken kann.
[0004] Um einen Strumpf oder eine Strumpfhose anzuziehen und über das Bein zu ziehen, ist
es bekanntlich erforderlich, seine Körperhaltung beachtlich zu ändern, und sich einerseits
mit dem Oberkörper weit nach vorne zu beugen, andererseits aber auch das Bein entsprechend
anzuwinkeln. Dies fällt insbesondere älteren Personen oder Personen mit Mobilitätseinschränkungen
oft schwer. Insbesondere gestaltet es sich oft schwer, das Gestrickteil beispielsweise
über die Ferse zu ziehen, da das Gestrickteil mitunter etwas umständlich zu greifen
ist respektive der erforderliche Zug nicht aufgebracht werden kann. Häufig ist es
dann erforderlich, beim Anziehen Unterstützung durch eine zweite Person zu erhalten,
die den Strumpf anzieht. Auch für diese Person ist es mitunter schwierig, den Strumpf
oder die Strumpfhose in die Tragposition zu bringen. Ähnlich verhält es sich bei einem
Armstrumpf, wenngleich in diesem Fall die Körperposition nicht derart gravierend zu
verändern ist, wie beim Anziehen eines Beinbekleidungsstücks.
[0005] Die Probleme verschärfen sich noch, wenn das Gestrickteil mit einer kompressiven
Funktion versehen ist, wenn es sich also um ein kompressives Gestrickteil handelt.
In diesem Fall ist in das Grundgestrick des Gestrickteils, das aus wenigstens einem
Gestrickfaden gestrickt wird, üblicherweise wenigstens ein elastischer Faden, zumeist
als Schussfaden, eingebracht, der dem Gestrickteil die kompressive Eigenschaft verleiht.
Hieraus resultiert ein mitunter für eine einzelne Person nicht zu überwindendes Problem
beim Anziehen, wenn nämlich das kompressive Gestrickteil insbesondere über die Ferse
zu ziehen ist, resultierend aus der Geometrie des Fußes im Fersenbereich. Auch eine
Hilfsperson hat hiermit oft große Probleme.
[0006] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein demgegenüber verbessertes Gestrickteil
anzugeben.
[0007] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Gestrickteil der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß vorgesehen, dass an der Innenseite des Bein- oder Armabschnitts wenigstens
ein manuell greifbares Ziehelement vorgesehen ist. Das erfindungsgemäße Gestrickteil
ist mit wenigstens einem an der Innenseite des Bein- oder Armabschnitts vorgesehenen
Ziehelement versehen, das von einer Person beim Anziehen des Gestrickteils gegriffen
werden kann, und an dem beim Anziehen entsprechend kräftig beispielsweise in Längsrichtung
des Beins gezogen werden kann. Dieses Griffteil ermöglicht es nun der Person, sei
es die das Beinkleid tragende Person selbst, sei es eine Hilf- oder Pflegesperson,
das Gestrickteil deutlich einfacher anlegen zu können. Denn durch Greifen des Ziehelements
kann ein größerer Zug längs des Beins oder Arms aufgebracht werden, so dass das Gestrickteil
besser entlang des Beins oder Arms gezogen werden kann.
[0008] Das Ziehelement befindet sich an der Innenseite des Bein- oder Armabschnitts, und
dort bevorzugt an einer Längsposition, die vom oberen Rand des Bein- oder Armabschnitts,
der am weitesten längs des Beins oder Arms gezogen wird, und dem unteren Rand des
Bein- oder Armabschnitts, der sich entweder bis zum Fußgelenk oder über das Fußgelenk
hinaus bis zur Ferse oder bis zum Handgelenk erstreckt, beabstandet ist. Denn üblicherweise
ist das schlauchförmige Gestrickteil, das als Rundgestrick oder als Flachgestrick
gestrickt sein kann, im Durchmesser variierend ausgeführt, wobei sich üblicherweise
der Durchmesser vom unteren Rand im Bereich des Fußgelenks oder der Ferse respektive
des Handgelenks zum oberen Rand hin deutlich erweitert. Das heißt, dass der Bein-
oder Armabschnittsbereich mit größerem Durchmesser problemlos über den schmäleren
Bein- oder Armbereich gezogen werden kann, aber auch über die Ferse, während es beim
Überziehen des schmäleren Bein- oder Armabschnittsbereichs zu Problemen kommen kann,
resultierend aus dem geringen Durchmesser im Vergleich zu den gegebenen anatomischen
Gegebenheiten sowie der sich dann ergebenden Reibung des Gestrickteils am Körperteil.
Befindet sich nun das wenigstens eine Ziehelement in einem Bereich näher zum unteren
Ende des Bein- oder Armabschnitts als zum oberen Ende, so kann durch Ziehen am Ziehelement
unmittelbar im beim Anlegen problematischen Bein- oder Armabschnittsbereich der Längszug
aufgebracht werden, das heißt, dass unmittelbar letztlich am schwierig anzuziehenden
Bein- oder Armabschnittsbereich gezogen wird und demzufolge der Zug größer ist, als
wenn nur am oberen Ende des Bein- oder Armabschnitts gezogen werden würde, resultierend
in einer entsprechenden Dehnung des gesamten Bein- oder Armabschnitts.
[0009] Durch die Anordnung des wenigstens einen, manuell greifbaren Ziehelements an der
Innenseite des Bein- oder Armabschnitts des Gestrickteils, gleich wie dieses nun konkret
ausgeführt wird, kann demzufolge das Anziehen des Gestrickteils deutlich vereinfacht
werden, und zwar sowohl in dem Fall, dass die Person selbst das Gestrickteil anziehen
möchte, als auch in dem Fall, dass einer Person das Gestrickteil von einer zweiten
Person angezogen wird. Dabei kann es sich wie ausgeführt bei dem Gestrickteil entweder
um ein handelsübliches Gestrickteil handeln, beispielsweise einen einfachen Strumpf
oder eine einfache Strumpfhose oder dergleichen, also ein Gestrickteil ohne eine spezifische,
insbesondere kompressive Funktion. Gleichermaßen kann es sich aber auch um ein kompressives
Gestrickteil handeln, beispielsweise einen Kompressionsbein- oder -armstrumpf, wobei
ein solches kompressives Gestrickteil insbesondere gemäß den Vorschriften der deutschen
Industrienorm DIN 58133 (Medizinische Kompressionsstrümpfe) ausgeführt ist.
[0010] Dabei kann es sich bei dem erfindungsgemäßen Gestrickteil ebenfalls um ein solches
mit einem Fußabschnitt, der an den Beinabschnitt anschließt, handeln, wobei in einem
solchen Fall der Fußabschnitt bis kurz über die Ferse läuft und unterhalb des Fußgelenks
endet, woran sich dann der Beinabschnitt anschließt. Es kann sich aber auch um ein
Gestrickteil nur umfassend einen Beinabschnitt handeln, der je nach Ausgestaltung
oberhalb des Fußgelenks oder unterhalb des Fußgelenks im Bereich der Ferse endet.
Entsprechend kann auch ein Armstrumpf nur aus einem Armabschnitt bestehen, der sich
bis zum Handgelenk oder etwas über das Handgelenk erstreckt, jedoch den Handteller
und die Finger nicht einfasst. Alternativ kann der Armstrumpf auch mit einem Handabschnitt
versehen sein, der dann nur den Handteller einfasst, oder zusätzlich auch die Finger.
[0011] Denkbar ist es, dass nur ein Ziehelement vorgesehen ist, das ringförmig um den Innenumfang
des Bein- oder Armabschnitts umlaufend ausgeführt ist. Dieses ringförmige Ziehelement
ist mit dem Bein- oder Armabschnitt am einen Ende verbunden und liegt ansonsten frei,
so dass es problemlos gegriffen werden kann. Es ist als geschlossener Ring ausgeführt,
was dahingehend vorteilhaft ist, als ein Längszug über einen großen Teil des Umfangs
bis hin zum gesamten Umfang beim Ziehen an dem Ziehelement auf den anschließenden
Bein- oder Armabschnittsbereich aufgebracht werden kann.
[0012] Alternativ zur ringförmigen Ausführung eines Ziehelements kann auch nur ein lokales
Ziehelement, oder vorzugsweise zwei am Innenumfang einander gegenüberliegend angeordnete
lokale Ziehelemente vorgesehen sein. Auch das oder die lokalen Ziehelemente sind mit
einem Ende am Innenumfang des Bein- oder Armabschnitts angeordnet und fixiert, während
das Ziehelement ansonsten frei liegt und daher problemlos gegriffen werden kann. Mit
einem solchen lokalen, quasi laschenartigen Ziehelement kann nur ein lokaler Zug ausgeübt
werden, der aber oft bereits ausreichend ist, das Anziehen zu vereinfachen, insbesondere
wenn zwei einander am Innenumfang gegenüberliegend positionierte Ziehelemente vorgesehen
sind.
[0013] Dabei sind in Bezug auf die Ausgestaltung eines Ziehelements unterschiedliche Varianten
denkbar. Gemäß einer ersten Variante kann das oder können die Ziehelemente gestrickte
Elemente sein. Das heißt, dass, wie auch das Gestrickteil mit seinem gestrickten Grundgestrick
selbst, auch das oder die Ziehelemente Gestricke sind, bestehend aus mit wenigstens
einem Gestrickfaden gestrickten Grundgestrick. Da die Ziehelemente nur wenige Zentimeter
lang sind, kommt es beim Ziehen an dem oder den Ziehelementen zu keiner nennenswerten
Dehnung des Ziehelementgestricks, so dass der Zug quasi unmittelbar in das eigentliche
Bein- oder Armgestrick eingebracht wird.
[0014] Alternativ zur Ausführung des der der Ziehelemente als gestrickte Ziehelemente ist
es auch denkbar, dass das oder die Ziehelemente aus einem flexiblen, flächigen Material,
insbesondere einem Kunststoffmaterial, sind. In diesem Fall wird kein Gestrick verwendet,
sondern ein Flächenmaterial, insbesondere in Form einer Kunststofffolie oder Ähnliches,
welches Flächenmaterial in geeigneter Weise am Innenumfang des Bein- oder Armabschnitts
befestigt ist. Dieses Flächenmaterial ist insbesondere in Längsrichtung des Bein-
oder Armabschnitts wenig bis kaum elastisch, so dass beim Ziehen an diesem Material
keine nennenswerte Dehnung einsetzt, sondern auch hier wiederum der Zug fast unmittelbar
in das Beinabschnitts- oder Armabschnittsgestrick eingebracht wird.
[0015] Ist ein oder sind mehrere gestrickte Ziehelemente vorgesehen, so sieht eine besonders
vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vor, das oder die gestrickten Ziehelemente
einstückig mit dem Bein- oder Armabschnitt zu stricken. Das heißt, dass das oder die
Ziehelemente beim Stricken des Bein- oder Armabschnitts unmittelbar mitgestrickt werden.
Ein erfindungsgemäßes Gestrickteil wird entweder auf einer Rundstrickmaschine als
Rundgestrick unter Verwendung wenigstens eines Gestrickfadens gestrickt, oder auf
einer Flachstrickmaschine als Flachgestrick ebenfalls unter Verwendung wenigstens
eines Gestrickfadens. Durch entsprechende Steuerung kann nun ohne weiteres das oder
können die Ziehelemente unmittelbar an den zu strickenden Bein- oder Armabschnitt
angestrickt werden. Denkbar ist es beispielsweise, den Bein- oder Armabschnitt am
oberen oder unteren Ende beginnend ein Stück weit zu stricken und sodann zur Bildung
des oder der Ziehelemente die Strickrichtung quasi umzukehren und ein Stück weit,
je nach gewünschter Länge des oder der Ziehabschnitte, wieder zurückzustricken, so
dass sich quasi eine zweite Gestricklage im Ziehelement bildet, die sodann in einen
Umkehrpunkt wieder mit dem Grundgestrickt verstrickt wird, woraufhin dann der Rest
des Bein- oder Armabschnitts bis zu seinem anderen Ende gestrickt wird. Dies ist lediglich
ein Beispiel für eine Möglichkeit, das oder die Ziehelemente einstückig beim Herstellen
des Bein- oder Armabschnitts respektive des Gestrickteils stricktechnisch auszubilden.
[0016] Alternativ ist es auch denkbar, ein oder mehrere separate gestrickte Ziehelemente
zu verwenden, die also separat gestrickt sind. Diese sind lediglich fest am Innenumfang
des Bein- oder Armabschnitts zu befestigen, was entweder durch Annähen oder Ankleben
an bzw. auf der Innenseite des Bein- oder Armabschnitts erfolgt. In dieser Weise,
also durch Annähen oder Ankleben, kann auch das oder können die nicht gestrickten,
aus einem flexiblen flächigen Material bestehenden Ziehelemente am Bein- oder Armabschnitt
befestigt werden.
[0017] Dabei ist es vorteilhaft, wenn das oder die gestrickten Ziehelemente, seien sie einstückig
mit dem Bein- oder Armabschnitt verbunden, seien sie separat angenäht oder angeklebt,
aus einem dünneren Faden gestrickt sind als das eigentliche Grundgestrick. Dies führt
dazu, dass die Dicke des Ziehelementgestricks geringer sein kann als die Dicke des
eigentlichen Grundgestricks des Bein- oder Armabschnitts. Nachdem wie beschrieben
das oder die Ziehelemente quasi frei beweglich am Innenumfang angeordnet sind, tragen
entsprechend dünn gestrickte Ziehelemente kaum auf, wenn das Gestrickteil in der Tragstellung
ist. Dabei ist es denkbar, mit einem dünneren Strickfaden sowohl bei einstückiger
Ausbildung des oder der Ziehelemente am Bein- oder Armabschnitt zu arbeiten, es ist
lediglich für das Stricken des oder der Ziehelemente ein Fadenwechsel im ansonsten
kontinuierlichen Strickprozess erforderlich. Separat gestrickte Ziehelemente können
ohnehin aus einem dünnen Strickfaden gestrickt werden. Aber auch bei Verwendung eines
Flächenmaterials ist es zweckmäßig, wenn dieses dünner ist als das Grundgestrick des
Bein- oder Armabschnitts, so dass auch dieses nicht oder kaum aufträgt. Dies ist bei
Verwendung insbesondere eines Folienmaterials ohne weiteres möglich.
[0018] Wie beschrieben kann das erfindungsgemäße Strickteil als reines Bekleidungsstück
ausgeführt sein, ohne eine spezifische Funktionsausrüstung. Erfindungsgemäß kann aber
zumindest der Bein- oder Armabschnitt zumindest abschnittsweise kompressiv ausgeführt
sein. Das heißt, dass das Gestrickteil, zumindest abschnittsweise, kompressive Eigenschaften
aufweist, insbesondere gemäß der in DIN 58133 definierten Vorgaben und Parameter.
Das heißt, dass der Bein- oder Armabschnitt entweder über einen Teil seiner Länge
oder über seine gesamte Länge eine kompressive Eigenschaft aufweist, mithin also einen
relativ hohen Stützdruck auf das darunter liegende Gewebe ausübt. Ist das Gestrickteil
zusätzlich mit einem Fußabschnitt oder einem Handabschnitt versehen, so kann die kompressive
Eigenschaft auch in diesem Bereich gegeben sein, was aber nicht zwingend ist. Die
Kompression des Gestrickteils kann, wie beispielsweise in DIN 58133 oder der vergleichbaren
Gütesicherung RAL-GZ 387/1 "Medizinische Kompressionsstrümpfe" des Deutschen Instituts
für Gütesicherung und Kennzeichen e.V. unter Verwendung eines entsprechenden Messgeräts
ermittelt werden. Hierfür wird bevorzugt das Prüfgerät "HOSY" bzw. "HOSYcan", das
insbesondere für die Kompressionsdruckmessung an Kompressionstextilien, insbesondere
medizinischen Kompressionstextilien dient, des Hohenstein Textile Testing Institute
GmbH & Co. KG verwendet.
[0019] Die kompressive Eigenschaft wird in an sich bekannter Weise durch Einbringen eines
elastischen Fadens in das Grundgestrick des Gestrickteils erzeugt. Üblicherweise wird
der elastische Faden als Schussfaden eingebracht. Wie bereits beschrieben, ergeben
sich insbesondere bei Ausführung des Gestrickteils als Kompressionsgestrick große
Probleme beim Anziehen aufgrund der kompressiven Eigenschaften. Denn das Gestrickteil
wird in der Tragstellung umfangsmäßig gedehnt, wobei dieser Dehnung durch den elastischen
Faden ein Widerstand entgegengesetzt wird, worüber der Druck erzeugt wird. Das heißt,
dass im unbelasteten Zustand der Durchmesser des Gestrickteils insbesondere in dem
Bein- oder Armabschnittsbereich, der über dünnere Bein- oder Armbereiche gezogen wird,
beachtlich klein, so dass es bereits sehr frühzeitig beim Anziehen zu einer hohen
Reibung kommt, die durch den Längszug überwunden werden muss. Ein großes Problem ergibt
sich auch im Falle eines Beingestrickteils, wenn das Gestrickteil mit dem einen kleineren
Durchmesser aufweisenden Abschnitt über die Ferse zu ziehen ist, da der Fußbereich
mit der Ferse relativ breit ist, verglichen mit dem ungedehnten Durchmesser des Gestrickteilabschnitts.
Insbesondere bei einem kompressiven Gestickteil zeigen sich die beachtlichen Vorteile
der erfindungsgemäßen Anordnung des oder der Ziehelemente. Denn mithilfe des oder
der Ziehelemente kann ein großer Zug auf das Gestrickteil in Längsrichtung ausgeübt
werden, der ein leichteres Ziehen über beispielsweise die Ferse respektive entlang
des Beins oder Arms ermöglicht.
[0020] Ist das Ziehelement ringförmig um den Umfang verlaufend ausgeführt, so besteht einerseits
die Möglichkeit, das Ziehelement nicht kompressiv auszuführen, also lediglich aus
einem Gestrickfaden zu stricken oder aus einem in Umfangsrichtung nicht elastischen
Flächenmaterial auszuführen. Denkbar ist es aber auch, dieses ringförmig umlaufende
Ziehelement kompressiv auszuführen, das heißt, dass auch dieses Ziehelement selbst
kompressive Eigenschaften aufweist, nicht nur der Bein- oder Armabschnitt. Diese kompressive
Eigenschaft in Umfangsrichtung kann einem gestrickten ringförmigen Ziehelement wiederum
durch Einbringen eines elastischen Fadens oder Kompressionsfadens verliehen werden,
beispielweise durch Einbringen als Schussfaden oder durch maschenbildendes Verstricken
mit dem Grundgestrickfaden. Im Fall eines Flächenmaterials kann ein entsprechend zumindest
in Umfangsrichtung elastisches Material respektive Kunststoffmaterial verwendet werden,
das der Umfangsdehnung einen entsprechenden Widerstand entgegensetzt.
[0021] Ist ein kompressives ringförmiges Ziehelement vorgesehen, so kann sowohl das ringförmige
Ziehelement als auch der Bein- oder Armabschnitt im Überlappungsbereich mit dem Ziehelement
kompressiv sein. Das heißt, dass sowohl der Bein- oder Armabschnitt als auch das Ziehelement
kompressive Eigenschaften aufweisen. Beide überlappen sich in einem Überlappungsbereich,
das heißt, dass dort lokal sowohl seitens des Ziehelements als auch des Bein- oder
Armabschnitts eine Kompression gegeben ist. Beide Kompressionen überlagern sich demzufolge
zu einer Gesamtkompression im Überlappungsbereich. Im Überlappungsbereich liegt dann
lokal eine höhere Kompression als in daran anschließenden Bereichen, in denen die
Kompression nur durch den Bein- oder Armabschnitt erzeugt wird, vor. Das heißt, dass
hierüber vorteilhaft lokal eine Kompressionserhöhung durch Überlagerung der Basiskompression
seitens des Bein- oder Armabschnitts mit der Kompression des Ziehelements erfolgt.
[0022] Dabei kann das kompressive Ziehelement und der im Überlappungsbereich kompressive
Beinabschnitt zumindest näherungsweise gleich stark kompressiv sein. Das heißt, sie
weisen fast oder vollständig gleiche kompressive Eigenschaften auf. Unter "näherungsweise
gleich stark kompressiv" wird auch ein Kompressionsunterschied bis zu maximal +/-
10 % verstanden. Alternativ ist es denkbar, dass sich die kompressiven Eigenschaften
von Ziehelement und Bein- oder Armabschnitt unterscheiden, also deutlich hier voneinander
abweichen. Hierüber kann in einem weiten Spektrum die Gesamtkompression im Überlappungsbereich
variiert werden. Dies gilt sowohl bei einstückig angestricktem Zielelement als auch
bei separat gestricktem Ziehelement, da jeweils mit einem weniger oder stärker kompressiven
elastischen Faden, verglichen zu dem elastischen Faden des Grundgestricks des Bein-
oder Armabschnitts, gearbeitet werden kann. In gleicher Weise kann natürlich auch
bei Verwendung eines zumindest in Umfangsrichtung elastischen Flächenmaterials durch
Wahl seiner Elastizität eine Variation der Gesamtkompression im Überlappungsbereich
erreicht werden.
[0023] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn das kompressive ringförmige Ziehelement im
Bereich B oder B1 gemäß DIN 58133 angeordnet ist. DIN 58133 definiert für Kompressionsstrümpfe
(hierunter fallen sowohl einzelne Strümpfe als auch Strumpfhosen) spezifische Positionen
entlang des Beinabschnitts, über die ein anzustrebender Druckverlauf längs des Beinabschnitts
definiert werden kann. An den Positionen B oder B1 ist üblicherweise ein höherer Kompressionsdruck
gefordert, als in benachbarten Bereichen, wobei die Position B sehr nahe am Fußgelenk,
nämlich an der Fessel ist, während die Position B1 etwas weiter davon zum Knie hin
beabstandet ist. Im Bereich B wird zu medizinischen oder therapeutischen Zwecken üblicherweise
der höchste Kompressionsdruck gefordert. Dieser kann nun durch Überlagerung der Einzelkompressionsdrücke
des Beinabschnitts und des ringförmigen Ziehelements vorteilhaft entsprechend hoch
ausgelegt werden, mithin also der entsprechende Gradient entlang des Beinabschnitts
ausgebildet werden.
[0024] Ein beachtlicher Vorteil der Anordnung des Ziehelements in diesem B- oder B1-Bereich
ist ferner darin zu sehen, dass sich zwar in der Tragstellung aufgrund der Einzeldrucküberlagerung
ein Gesamtdruck ergibt, der größer ist als der Basisdruck, der nur über den kompressiven
Bein- oder Armabschnitt in diesem Überlappungsbereich erzeugt werden würde. Da die
Überlappung aber erst in der Tragstellung gegeben ist, nicht aber beim Anziehen, da
hierbei ja das Ziehelement noch frei liegt und gegriffen und gezogen wird, der Beinabschnitt
jedoch noch nicht in die Tragstellung darüber gezogen ist, wird der Anziehvorgang
im Hinblick auf den sich in der Tragstellung einstellenden, deutlich erhöhten Gesamtdruck
vereinfacht. Denn wenn ein derart hoher Gesamtdruck allein über den Beinabschnitt
lokal erzeugt werden würde, wäre dieser deutlich weniger dehnbar und wäre noch schwieriger
anzuziehen. Im Endeffekt kann durch diese Einzeldrucküberlagerung in Bezug auf den
Überlappungsbereich ein Kompressionsdruck eingestellt werden, der im Tragzustand quasi
mindestens eine Kompressionsklasse (gemäß DIN 58133, die spezifische Kompressionsklassen
definiert) höher liegt als die Kompressionsklasse, der dem nur über den kompressiven
Beinabschnitt gegebene Basisdruck entspricht.
[0025] Insbesondere bei einem langen Gestrickteil respektive einem langen Bein- oder Armabschnitt
ist es zweckmäßig, wenn längs des Bein- oder Armabschnitts an wenigstens einer Innenseitenlängsposition
wenigstens ein weiteres Ziehelement vorgesehen ist. Das heißt, dass der Bein- oder
Armabschnitt über seine Länge gesehen an wenigstens zwei Längspositionen oder Längsebenen
mit jeweils einem oder mehreren Ziehelementen ausgerüstet ist. Dabei kann es sich
um ein beliebiges Ziehelement wie vorstehend beschrieben handeln, also um ein gestricktes
und beispielsweise einstückig angestricktes Ziehelement oder mehrere solcher Ziehelemente,
oder um ein aus einem Flächenmaterial gefertigtes Ziehelement etc. Die Anordnung mehrerer
solcher Ziehelemente an verschiedenen Längspositionen ermöglicht auf vorteilhafte
Weise ein quasi stufenweises Hochziehen, da definiert z.B. an zwei verschiedenen Längspositionen
gezogen werden kann. Handelt es sich bei dem Gestrickteil beispielsweise um einen
Beinstrumpf, der sich bis zum Oberschenkel erstreckt, so kann zunächst am ersten,
dem unteren Ende näheren Ziehelement der Beinstrumpf in eine Tragposition in Bezug
auf den unteren Bereich, der einen Teil des Unterschenkels einfasst, gezogen werden,
wonach über das oder die Ziehelemente an der zweiten Längsposition der Beinstrumpf
in die Tragstellung bis über das Knie gezogen wird, woraufhin durch Greifen am oberen
Rand sodann der letzte Beinabschnittsbereich in die Tragstellung am Oberschenkel gezogen
wird. Es ist also ein sukzessives, schrittweises Längsziehen nur bestimmter Beinabschnittsbereiche
über die einzelnen Ziehelemente an den unterschiedlichen Längspositionen möglich.
Da hierüber jeweils lokal ein direkter Längszug bestmöglich in das Gestrick eingebracht
werden kann, kann das Anziehen hierüber deutlich vereinfacht werden.
[0026] Wie beschrieben, liegt in der Tragstellung das oder liegen die Ziehelemente unterhalb
des Bein- oder Armabschnitts, so dass in diesem Bereich quasi eine Lagendoppelung
gegeben ist. Um zu vermeiden, dass sich diese in der Tragstellung übermäßig abzeichnet,
ist es denkbar, an der Innenseite des Bein- oder Armabschnitts zumindest abschnittsweise
eine die Dicke des Gestricks erhöhende Polsterung einzustricken. Das heißt, dass die
Innenseite zusätzlich beispielsweise mit einer Plüschlage ausgerüstet ist, das heißt,
dass das Grundgestrick an der Innenseite als Plüschlage gestrickt wird. Diese Polsterung
oder der Plüsch erstreckt sich bis nahe an den Rand des Ziehelements, so dass sich
die Lagendoppelung durch das Ziehelement über diese Polsterung zumindest teilweise
ausgleichen lässt. Diese Polsterung oder Plüschlage kann sich, quasi anschließend
an das Ziehelement, nur über einen kürzeren Längsabschnitt des Bein - oder Armabschnitts
erstrecken, oder über dessen gesamte verbleibende Länge. Natürlich kann zu beiden
Seiten des Ziehelements, beispielsweise des ringförmigen Ziehelements, eine solche
Polsterung vorgesehen werden. In der Tragstellung bildet sich dann keine oder nur
eine kaum sichtbare Kante am Übergang des doppelten Bereichs zum einfachen, nur durch
den gepolsterten Bein- oder Armabschnitt gebildeten Bereich aus.
[0027] Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass an der Innenseite des
Bein- oder Armabschnitts oder am Ziehelement wenigstens eine die Lage einer in der
Grundstellung eingestülpten Ferse oder Handabschnitts anzeigende optische Markierung
vorgesehen ist. In der Grundstellung, in der das Gestrickteil vor dem Anziehen vorliegt,
ist das Gestrickteil eingestülpt, das heißt, dass der Bein- oder Armabschnitt ausgehend
von der nicht eingestülpten Form, in der die Gestrickaußenseite außen und die Gestrickinnenseite
innen angeordnet ist, abschnittsweise umgestülpt ist, so dass sich letztlich zwei
übereinanderliegende Lagen ergeben. Ist das Gestrickteil mit einem Fußabschnitt oder
einem Handabschnitt versehen, so befindet sich der Fußabschnitt oder Handabschnitt
im Inneren dieser eingestülpten Anordnung. Der Fußabschnitt wie auch der Handabschnitt
weisen eine spezifische Geometrie auf. Am Fußabschnitt ist die Ferse ausgeformt wie
auch, wenn die Fußspitze geschlossen ist, dort eine der Zehenform entsprechende Spitzengeometrie
ausgeformt ist. Am Handabschnitt ist der Handteller ausgeformt, mit einer definierten
Ober- und Unterseite, sowie gegebenenfalls die Finger. Es ist natürlich erforderlich,
das umgestülpte Gestrickteil mit der richtigen Fußabschnitts- und Handabschnittsausrichtung
beim Einschlüpfen mit dem Fuß oder der Hand zu positionieren, damit der Fuß formkorrekt
in den Fußabschnitt eintaucht respektive die Hand in den Handabschnitt. Da Fußabschnitt
und Handabschnitt in dieser Grundstellung eingestülpt sind, also nicht sichtbar sind,
sieht die Erfindung die Anbringung einer optischen Markierung an der Innenseite des
Bein- oder Armabschnitts respektive am Ziehelement vor, über die der Nutzer sofort
erkennen kann, in welche Position er den Bein- oder Armstrumpf etc. zu bringen hat,
damit er positionskorrekt einschlüpfen kann. Eine solche optische Markierung kann
beispielsweise ein eingestrickter Faden sein oder ein farblicher Aufdruck oder Ähnliches.
Geeignet ist jede Form von optischer Markierung, die ein einfaches Erfassen ermöglicht.
[0028] Weiterhin ist es denkbar, dass das Ziehelement farblich unterschiedlich zum Bein-
oder Armabschnitt ausgeführt ist. Dies ermöglicht es, das Ziehelement selbst respektive
seine Position auf einfache Weise zu erkennen, insbesondere bei etwas schlechtem Licht
oder bei verminderter Sehfähigkeit, da sich das Ziehelement farblich deutlich vom
Grundgestrick unterscheidet.
[0029] Das Gestrickteil selbst kann, wie bereits beschrieben, in unterschiedlicher Form
ausgeführt sein. Es kann sich um einen Wadenstrumpf, einen Halbschenkelstrumpf, einen
Schenkelstrumpf oder eine Strumpfhose handeln, wobei gegebenenfalls ein an dem Beinabschnitt
anschließender Fußabschnitt vorgesehen sein kann, aber nicht unbedingt vorgesehen
sein muss. Ist ein solches Fußabschnitt vorgesehen, so kann dieser im Zehenbereich
geschlossen sein, also die Zehen einhüllen, oder aber offen sein. Alternativ kann
es sich bei dem Gestrickteil auch um einen Halbarmstrumpf oder einen Armstrumpf handeln,
der gegebenenfalls einen an den Armabschnitt anschließenden Handabschnitt aufweisen
kann, aber nicht muss. Auch dieser Handabschnitt kann geschlossen sein, also sowohl
Handteller als auch die Finger einhüllen, oder offen sein, das heißt, dass die Finger
nicht eingefasst werden.
[0030] Neben dem Gestrickteil selbst betrifft die Erfindung ferner ein Verfahren zum Anziehen
eines Gestrickteils der vorstehend beschriebenen Art. Dieses Verfahren zeichnet sich
dadurch aus, dass das sich in der Grundstellung befindliche Gestrickteil, in der der
Bein- oder Armabschnitt, mit seiner Innenseite nach außen weisend, umgestülpt und
gegebenenfalls über den Fuß- oder Handabschnitt, sofern vorgesehen, gestülpt ist,
durch Ziehen an dem wenigstens einen Ziehelement über den Fuß oder die Hand gezogen
wird, wonach der Bein- oder Armabschnitt entweder durch Greifen und Ziehen an einem
Randabschnitt des Bein- oder Armabschnitts weiter über das Bein oder den Arm in die
Tragestellung gezogen wird, oder durch Greifen und Ziehen an wenigstens einem weiteren
Ziehelement weiter über das Bein oder den Arm und anschließend durch Greifen und Ziehen
an einem Randabschnitt des Bein- oder Armabschnitts in die Tragestellung gezogen wird.
[0031] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Gestrickteil in Form eines Wadenstrumpfs in der Grundstellung
mit umgestülptem Beinabschnitt,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Gestrickteils aus Fig. 1,
- Fig. 3
- das Gestrickteil aus Fig. 1 in der ausgezogenen Form,
- Fig. 4
- das Gestrickteil aus Fig. 3 in einer Seitenansicht,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Teilansicht eines erfindungsgemäßen Gestrickteils im Bereich der
Anordnung eines ringförmigen Ziehelements, das einstückig mit dem Beinabschnitt gestrickt
ist,
- Fig. 6
- eine Teilansicht eines erfindungsgemäßen Gestrickteils im Bereich eines am Beinabschnitt
angeordneten Ziehelements, das als separates Ziehelement mit dem Beinabschnitt verbunden
ist,
- Fig. 7
- eine weitere Teilansicht eines erfindungsgemäßen Gestrickteils mit lokalem Ziehelement,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht eines Gestrickteils in Form eines langen Schenkelstrumpfs mit zwei
an verschiedenen Längspositionen befindlichen Ziehelementen, und
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines Gestrickteils in Form eines Armstrumpfs.
[0032] Fig. 1 zeigt, wie auch die Seitenansicht gemäß Figur 2, ein erfindungsgemäßes Gestrickteil
1 in seiner umgestülpten Grundposition, das als Rundgestrick auf einer Rundstrickmaschine
oder als Flachgestrick auf einer Flachstrickmaschine als einteiliges Getrickteil gestrickt
ist. Es umfasst, siehe auch die das Gestrickteil 1 in der ausgezogenen Stellung zeigenden
Figuren 3 und 4, einen schlauchförmigen Beinabschnitt 2 sowie einen an diesen unmittelbar
anschließenden Fußabschnitt 3. Der Beinabschnitt 2 erstreckt sich bevorzugt über das
Fußgelenk bis kurz vor die Ferse, woran sich dann der Fußabschnitt 3 anschließt. Dies
ist beispielhaft über die gestrichelte Trennlinie 4 in Fig. 4 dargestellt. Am oberen
Ende des Beinabschnitts 2 ist ein Bund 5 angestrickt, an dem unter anderem zum Anziehen
des Gestrickteils 1 in Längsrichtung gezogen werden kann.
[0033] Bei dem Gestrickteil 1 handelt es sich beispielsweise um ein kompressives Gestrickteil,
bei dem das den Beinabschnitt 2 und den Fußabschnitt 3 bildende, aus wenigstens einem
Grundgestrickfaden gestrickte Grundgestrick zumindest abschnittsweise und zumindest
im Beinabschnitt 2 mit einer kompressiven Eigenschaft ausgerüstet ist. Natürlich kann
das gesamte Getrickteil 1 sowohl im Beinabschnitt 2 als auch im Fußabschnitt 3 kompressiv
sein. Diese wird dadurch verliehen, dass in das Grundgestrick ein elastischer Faden,
beispielsweise als Schussfaden, eingebracht wird, der der Dehnung in Umfangsrichtung
einen Widerstand entgegensetzt, so dass auf das darunter liegende, übergriffene Gewebe
ein Kompressionsdruck aufgebracht werden kann. Die Kompression des Gestrickteils 1
insbesondere im Beinabschnitt 2 (bzw. im Armabschnitt bei einem Armstrumpf) kann,
wie beispielsweise in DIN 58133 oder der vergleichbaren Gütesicherung RAL-GZ 387/1
"Medizinische Kompressionsstrümpfe" des Deutschen Instituts für Gütesicherung und
Kennzeichen e.V. angegeben, unter Verwendung eines entsprechenden Messgeräts ermittelt
werden. Bevorzugt wird diese Messung mit dem Prüfgerät "HOSY" bzw. "HOSYcan", das
insbesondere für die Kompressionsdruckmessung an Kompressionstextilien, insbesondere
medizinischen Kompressionstextilien, verwendet wird, des Hohenstein Textile Testing
Institute GmbH & Co. KG ermittelt werden. Dies gilt für alle beschriebenen Ausführungsbeispiele.
[0034] Für ältere Personen oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen bereitet das
Anziehen eines solchen Gestrickteils 1 respektive Strumpfs, insbesondere wenn dieser
kompressiv ist, große Schwierigkeiten. Denn aufgrund der anatomisch gestrickten Grundform
von Bein- und Fußabschnitt und dem sich ergebenden, im Durchmesser engen Übergangsbereich
vom Bein- zum Fußabschnitt ist es mitunter schwierig, den Strumpf insbesondere über
den Fersenbereich zu ziehen. Dieses Problem ist umso größer, wenn der Strumpf benachbart
zum oder auch im Übergang zum Fußabschnitt 3 kompressive Eigenschaften aufweist.
[0035] Um das Anziehen zu erleichtern, ist an der Innenseite 6 des Beinabschnitts 2 wenigstens
ein Ziehelement 7 angeordnet, das zum Längsziehen des Gestrickteils 1 dient. Die Figuren
1 und 2 zeigen das Gestrickteil 1 in der Grundstellung, in der sich das Gestrickteil
vor dem Anziehen befindet. In dieser ist der Beinabschnitt 2 ist über den Fußabschnitt
3 gestülpt, so dass die Innenseite 6 des Beinabschnitts 2 außen liegt. In der gezeigten
Grundform liegt das Ziehelement 7 frei, kann also problemlos mit zwei Händen gegriffen
werden.
[0036] Das Ziehelement 7 ist hier als ringförmiges, umlaufendes Ziehelement 7 ausgeführt,
das mit einem unteren Ende 8 fest an der Innenseite 6 des Beinabschnitts 3 befestigt
ist, während das Ziehelement 7 ansonsten frei bzw. lose ist, wie in den Figuren 3
und 4 gezeigt, wo das Ziehelement 7 leicht nach innen geführt gezeigt ist.
[0037] Wie Fig. 1 zeigt, ist an der Außenseite des Ziehelements 7, das bevorzugt eine andere
Farbe als der Beinabschnitt 2 und der Fußabschnitt 3 besitzt, eine optische Markierung
18, beispielsweise ein eingestrickter Faden oder ein Aufdruck oder dergleichen, vorgesehen.
Diese optische Markierung 18 zeigt an, wo die Oberseite 9 des Fußteils 3 ist, so dass
sich der Anwender hieran orientieren kann und das Gestrickteil 1 in eine korrekte
Position relativ zum Fuß respektive Bein bringen kann. Denn wie die Figuren 1 - 4
zeigen, weist natürlich auch der Fußabschnitt 3 eine anatomisch, dem Fuß entsprechende
Form auf, indem an ihm einerseits ein entsprechender Fersenabschnitt 10, andererseits
ein entsprechender Zehenabschnitt 11 vorgesehen ist. Über diese optische Markierung
18 kann nun eine korrekte Positionierung relativ zum Fuß erfolgen, so dass mit dem
Fuß korrekt in den Fußabschnitt 3 eingeschlüpft werden kann.
[0038] Im Rahmen des Anziehens wird, ausgehend von der umgestülpten Grundform gemäß der
Figuren 1 und 2, das Gestrickteil 1 zunächst an dem ringförmigen Ziehelement 7 gegriffen
und mit dem Fußabschnitt 3 über die Zehen und weiter über den Fuß gezogen. Insbesondere
das Ziehen über die Ferse gestaltet sich häufig sehr schwierig, insbesondere wenn
das Gestrickteil 1 kompressive Eigenschaften aufweist. Denn hierbei muss der in seinem
Durchmesser deutlich reduzierte, untere Abschnitt des Beinabschnitts 2, der quasi
an die in Fig. 4 gezeigte Trennlinie angrenzt, über die Ferse gezogen werden, die
bekanntlich und wie Fig. 2 andeutet in der Seitenansicht relativ breit ist. Das heißt,
dass das Gestrickteil 1 respektive der Beinabschnitt 2 in diesem Bereich stark gedehnt
werden muss, was mitunter bei einem kompressivem Gestrick sehr schwierig ist.
[0039] Dadurch, dass am Beinabschnitt 2 jedoch das ringförmige Ziehelement 7 angeordnet
ist, kann ein starker unmittelbarer Zug auf den unteren Bereich des Beinabschnitts
2 und über diesen auf den Fußabschnitt 3 in Längsrichtung ausgeübt werden, was das
Ziehen über den Fersenbereich deutlich vereinfacht.
[0040] Wie insbesondere Fig. 4 zeigt, befindet sich das ringförmige Ziehelement 7 respektive
grundsätzlich das oder die Ziehelemente (es können auch mehrere Ziehelemente vorgesehen
sein) an einer Längsposition des Beinabschnitts 2, die in der Nähe des unteren Endes
des Beinabschnitts, also im Bereich des bzw. benachbart zum Übergang zum Fußabschnitt
3, sofern ein solcher vorgesehen ist. Ist kein Fußabschnitt 3 vorgesehen, befindet
sich das Ziehelement 7 in der Nähe bzw. benachbart zum unteren Rand des Beinabschnitts
2, also in der Nähe des im Durchmesser stark verringerten Abschnitts. Das Ziehelement
7 befindet sich demzufolge gerade in dem Bereich, der im Durchmesser sehr schmal ist,
verglichen mit dem sich daran zum Bund 5 hin anschließenden sonstigen Bereich des
Beinabschnitts 2, und der gerade sehr schwierig über die Ferse zu ziehen ist. Das
heißt, dass über das Ziehelement 7 sehr gerichtet und unmittelbar in den entsprechenden
Beinabschnittsbereich, der schwierig zum Überziehen ist, ein kräftiger Längszug eingebracht
werden kann, was das Anziehen beachtlich vereinfacht.
[0041] Ist ausgehend von der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Grundstellung der Fuß in den
Fußabschnitt 3 eingeführt und demzufolge der untere Beinabschnittsbereich über die
Ferse und das Fußgelenk gezogen, so wird der Bund 5 gegriffen und der restliche Beinabschnittsbereich
des Beinabschnitts 2 hoch und über die Wade gezogen, bis der Strumpf vollständig hochgezogen
ist und in der Tragstellung ist. In dieser überlappt der Beinabschnitt 2 nun mit seiner
Innenseite 6 das Ziehelement 7, dieses liegt also zwischen dem Bein und dem Beinabschnittsgestrick.
[0042] Bei dem Ziehelement 7, das hier ringförmig ausgeführt ist, kann es sich um ein Ziehelement
handeln, das, wie auch zumindest der Beinabschnitt 2, kompressive Eigenschaften aufweist,
also einen Druck auf das übergriffene Gewebe ausübt. Hierzu kann das Ziehelement 7
ebenfalls gestrickt sein und mit einem elastischen Faden versehen sein, der die Kompression
bewirkt. Alternativ kann das Ziehelement 7 auch aus einem in Umfangsrichtung elastischen
Flächenmaterial wie eine Kunststofffolie oder dergleichen bestehen, so dass auch hierüber
ein entsprechender, radial nach innen wirkender Druck erzeugt werden kann. Ist auch
der Beinabschnitt 2 kompressiv ausgerüstet, so überlappen sich im Überlappungsbereich,
in dem also der Beinabschnitt 2 oberhalb des Ziehelements 7 liegt, die beiden kompressiven
Abschnitte. Das heißt, dass dort eine Lagendoppelung gegeben ist, aus dem Ziehelement
7 und dem Beinabschnitt 2, sowie zwei separate Kompressionen, die sich überlagern.
Es stellt sich dort ein Gesamtdruck eint, resultierend aus dem über das Ziehelement
7 ausgeübten Druck und dem über den Beinabschnitt 2 ausgeübten Druck.
[0043] Wie die Figuren 3 und 4 zeigen, ist das ringförmige Ziehelement 7 bevorzugt in einem
gemäß DIN 58133 definierten B-Bereich (Fessel) angeordnet (alternativ kann es auch
im B1-Bereich gemäß DIN 58133 angeordnet sein). In diesem B-Bereich ist, wenn es sich
bei dem Gestrickteil 1 um einen Kompressionsstrumpf handelt, gemäß DIN 58133 der höchste
Kompressionsdruck zu erzeugen. Ein entsprechender Druck kann nun auf einfache Weise
durch Überlagerung der beiden Einzelkompressionen erzeugt werden, wobei der Druck
in einem relativ breiten Bereich variiert werden kann. Denn je größer der über das
Ziehelement 7 erzeugte zusätzliche Druckanteil ist, umso höher kann der lokale Gesamtdruck
eingestellt werden. Das heißt, dass sich in der Tragstellung ein relativ hoher lokaler
Gesamtdruck einstellt. Beim Anziehen jedoch wirkt sich dieser in der Tragstellung
gegebene hohe Druck nicht nachteilig aus. Denn dadurch, dass beim Anziehen das Ziehelement
7 getrennt vom Beinabschnitt 2 ist, sie einander also nicht überlappen, ist beim Ziehen
über die Ferse einerseits nur das Ziehelement 7 zu dehnen, andererseits erst im Anschluss
daran der entsprechende Beinabschnittsbereich. Das heißt, dass jeweils nur die eine
Lage zu dehnen ist, nicht aber die in der Tragstellung gegebene Doppellage mit dem
deutlich höheren Gesamtdruck.
[0044] Fig. 5 zeigt eine Teilansicht eines erfindungsgemäßen Gestrickteils 1, wobei für
gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet werden. Exemplarisch sei angenommen,
dass es sich bei dem Gestrickteil 1 wiederum um einen Wadenstrumpf handelt. Alternativ
kann es sich hierbei natürlich um ein andersartiges Gestrickteil wie einen Halbschenkelstrumpf,
eine Strumpfhose oder einen Armstrumpf handeln, ohne oder mit Fuß- oder Handabschnitt.
[0045] Gezeigt ist eine Schnittansicht durch den Bereich, in dem das Ziehelement 7, hier
wiederum ringförmig, angeordnet ist. Gezeigt ist einerseits der schlauchförmige Beinabschnitt
2, der aus einem Grundgestrick aus wenigstens einem Gestrickfaden besteht. Ist der
Beinabschnitt 2 kompressiv, so ist zusätzlich ein elastischer Faden beispielsweise
als Schussfaden eingebracht.
[0046] Bei dieser Ausgestaltung ist das Ziehelement 7 ebenfalls ein gestricktes Ziehelement
7, das einstückig an dem Beinabschnitt 2 mit seinem Ende 8 angestrickt ist. Dieses
Anstricken als quasi frei hängender, flexibler und ringförmiger "Lappen" ist sowohl
auf einer Rundstrick- als auch auf einer Flachstrickmaschine ohne weiteres möglich.
Dabei ist das Ziehelement 7 entweder aus demselben Gestrickfaden wie der Beinabschnitt
2 gestrickt und gegebenenfalls ebenfalls durch Einbringen eines elastischen Fadens
kompressiv ausgerüstet. Es ist aber auch denkbar, das Ziehelement 7 aus einem anderen,
bevorzugt dünneren und gegebenenfalls andersfarbigen Gestrickfaden als dem Gestrickfaden
des Beinabschnitts 2 zu stricken, so dass letztlich die Dicke des Ziehelements 7 etwas
reduziert werden kann und es sich in der Tragstellung nicht allzu deutlich abzeichnet.
Auch kann, wenn es kompressiv ausgelegt ist, in das Ziehelement 7 ein anderer elastischer
Faden als in den Beinabschnitt 2 eingebracht werden, worüber auf einfache Weise der
Kompressionsdruck des Ziehelements 7 variiert werden kann.
[0047] Um zu vermeiden, dass sich in der Tragstellung das Ziehelement 7, das vom Beinabschnitt
2 übergriffen ist, deutlich abzeichnet und sich eine entsprechende, leichte wulstförmige
Erhebung ergibt, ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 an der Innenseite 6
des Beinabschnitts 2 eine Polsterung 12 vorzugsweise in Form eines Plüschs respektive
einer Plüschlage vorgesehen, die beim Stricken des Beinabschnitts 2 sogleich mit ausgebildet
wird. Diese Polsterung 12 erhöht die Dicke des Beinabschnitts 2. Sie erstreckt sich,
wie Fig. 5 zeigt, im gezeigten Beispiel zu beiden Seiten des Ziehelements 7 und schließt
an dieses nahtlos oder mit geringem Abstand an. In der Tragstellung kompensiert nun
diese Polsterung 12 den aus der Überlappung ergebenden doppellagigen Aufwurf, so dass
sich keine oder nur unwesentlich eine entsprechende umlaufende Kante oder Wulst ausbildet.
[0048] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 ist das Ziehelement 7 gestrickt und einstückig
an den Beinabschnitt 2 angestrickt. Bei der Variante gemäß Fig. 6 ist das auch hier
ringförmige Ziehelement 7 ein separates Element, das entweder aus einem Gestrickfaden
gestrickt sein kann, gegebenenfalls auch über einen elastischen Faden kompressiv ausgerüstet
sein kann, oder das aus einem in Umfangsrichtung elastischen, in Querrichtung jedoch
möglichst rigiden Flächenmaterial, insbesondere Kunststoffmaterial, besteht. Dieses
separate Ziehelement 7 ist nun über eine entsprechende Verbindung 13, die in Fig.
6 nur schematisch angedeutet ist, im Bereich des unteren Endes 8 des Ziehelements
7 fest mit dem schlauchförmigen Beinabschnitt 2 an dessen Innenseite 6 verbunden.
Bei dieser Verbindung 13 kann es sich beispielsweise um eine Naht handeln, das heißt,
dass das Ziehelement 7 angenäht ist. Alternativ kann es sich auch um eine Klebeverbindung
handeln. Unabhängig davon ist die Verbindung 13 so auszulegen, dass über das Ziehelement
7 eine hohe Zugkraft auf den Beinabschnitt 2 aufgebracht werden kann.
[0049] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gestrickteils 1 in Form
einer geschnittenen Teilansicht, bei dem als Ziehelement 7 ein lokales Ziehelement
7 angeordnet ist, das entweder als gestricktes Ziehelement 7 einstückig an der Innenseite
6 des schlauchförmigen Beinabschnitts 2 mit seinem unteren Ende 8 angestrickt ist,
oder das als separates, gestricktes oder aus einem Flächenabschnitt bestehendes Ziehelement
7 über eine Verbindung 13, die hier exemplarisch nur gestrichelt dargestellt ist,
an der Innenseite 6 des Beinabschnitts 2 befestigt ist. Bevorzugt sind zwei solcher
lokaler Ziehelemente 7, die quasi als frei stehende Laschen ausgeführt sind, einander
diametral gegenüberliegend am Innenumfang des Beinabschnitts 2 vorgesehen. Diese lokalen
Ziehelemente 7 sind vorzugsweise seitlich offen, also als offene Laschen ausgeführt,
was es ermöglicht, mit dem Finger in das laschen- oder doppellagige respektive ringförmige
Ziehelement 7 eingreifen zu können und es so sehr gut manuell greifen und eine hohe
Zugkraft aufbringen zu können.
[0050] Fig. 8 zeigt eine Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Gestrickteils 1 hier in Form
eines langen Schenkelstrumpfs, wiederum umfassend einen Beinabschnitt 2 sowie einen
daran angestrickten Fußabschnitt 3. Exemplarisch ist hier der Fußabschnitt 3 mit einem
offenen Zehenende dargestellt.
[0051] Wiederum kann es sich bei dem Gestrickteil 1 um ein nicht kompressives oder ein kompressives
Gestrickteil 1 handeln, wobei die Vorzüge der Anordnung des oder der Ziehelemente
7 natürlich insbesondere bei einem kompressiven Gestrickteil 1 gegeben sind. Bei dem
in Fig. 8 gezeigten Ausführungsbeispiel ist wiederum an der Innenseite 6 des schlauchförmigen
Beinabschnitts 2, bevorzugt im B-Bereich, ein erstes Ziehelement 7, hier wiederum
exemplarisch ein ringförmiges Ziehelement 7, mit seinem unteren Ende 8 befestigt,
beispielsweise einstückig mitgestrickt oder separat angenäht oder angeklebt, wie vorstehend
beschrieben. An einer zweiten Längsposition entlang des Beinabschnitts 2 ist bei dieser
Ausgestaltung ein weiteres Ziehelement 7', auch hier wiederum exemplarisch ringförmig,
mit seinem unteren Ende 8' vorgesehen, das bevorzugt natürlich in gleicher Weise wie
das erste Ziehelement 7 mit der Innenseite 6 des Beinabschnitts 2 verbunden ist, also
ebenfalls einstückig angestrickt ist oder als separates Ziehelement 7' angenäht oder
angeklebt ist.
[0052] Diese Ausgestaltung mit an zwei Längspositionen respektive in zwei Längsebenen vorgesehenen
Ziehelementen 7, 7' ermöglicht ein quasi mehrstufiges, optimales Anziehen des langen
Schenkelstrumpfs. In der Grundstellung ist wiederum, ähnlich wie bei dem kürzeren
Wadenstrumpf gemäß Fig. 1, der Beinabschnitt 2 über den Fußabschnitt 3 gestülpt. Ähnlich
wie in Fig. 1 liegt das erste Ziehelement 7 am einen Ende frei und kann gegriffen
werden, so dass der Fuß in den Fußabschnitt 3 eingeschoben respektive der Fußabschnitt
3 und das untere Ende des Beinabschnitts 2 über die Ferse gezogen werden können.
[0053] Im nächsten Schritt wird sodann das ebenfalls außenseitig frei liegende, weil ja
mit umgestülpte zweite Ziehelement 7 gegriffen, was es ermöglicht, den Bereich des
Beinabschnitts 2, der zwischen den beiden Ziehelementen 7 und 7' liegt, weiter über
die Wade und über das Knie zu ziehen, das heißt, dass bezüglich dieses Beinabschnittsbereichs
wiederum in optimaler Weise unmittelbar ein Längszug in das Gestrick eingebracht werden
kann und dieser Bereich in die Tragstellung gebracht werden kann. Anschießend wird
im letzten Schritt der Bund 5 gegriffen und sodann der endständige Bereich des Beinabschnitts
2 in die Endstellung über den Oberschenkel gezogen.
[0054] Selbstverständlich ist es denkbar, Ziehelemente 7, 7' auch in mehr als zwei Längspositionen
vorzusehen, wie natürlich auch anstelle der ringförmigen Ziehelemente 7, 7'entsprechende
lokale Ziehelemente 7, 7'vorgesehen werden können.
[0055] Auch hier, wie auch bei den Ausgestaltungen gemäß der Figuren 6 und 7, besteht natürlich
die Möglichkeit, an der Innenseite 6 eine Polsterung 12 vorzusehen.
[0056] Fig. 9 zeigt schließlich ein Gestrickteil 1 in Form eines Armstrumpfs, umfassend
einen länglichen, schlauchförmigen Armabschnitt 14, mit einem oberen Ende mit einem
ersten Bund 15 sowie einem unteren Ende hier mit einem zweiten Bund 16. Anstelle des
zweiten Bunds 16 kann, wie gestrichelt dargestellt ist, auch ein Handabschnitt 17
an einstückig den Armabschnitt 14 angestrickt sein. Natürlich ist auch der Armabschnitt
14 wie gegebenenfalls auch der Handabschnitt 17 aus einem Grundgestrick aus wenigstens
einem Gestrickfaden hergestellt und kann gegebenenfalls über einen elastischen Faden
mit einer kompressiven Eigenschaft ausgerüstet werden.
[0057] Auch hier ist an der Innenseite des hier mit seiner Außenseite gezeigten Armabschnitts
14 ein Ziehelement 7, hier exemplarisch wiederum in Ringform, mit seinem unteren Ende
8 befestigt, wobei auch hier das Ziehelement 7 entweder einstückig angestrickt sein
kann oder als separates, gestricktes oder flächenmaterialiges Ziehelement 7 angenäht
oder angeklebt sein kann. Auch hier kann das Ziehelement 7 in gleicher Weise das Anziehen
erleichtern, wie vorstehend zu den anderen Ausführungsformen beschrieben.
[0058] In der Grundstellung ist hier der in Fig. 9 rechts neben dem Ziehelement 7 gezeigte
Armabschnittsbereich über den links des Ziehelements 7 gezeigten Armabschnittsbereich
übergestülpt, so dass das Ziehelement 7 frei liegt und zum Überziehen gegriffen werden
kann. Nach Ziehen über den Unterarm kann sodann der Bund 15 gegriffen und der restliche
Armabschnittsbereich über den Oberarm gezogen werden. Auch hier kann das Ziehelement
7 eine optische Markierung 18 aufweisen, die die korrekte Orientierung des Gestrickteils
1 relativ zum Arm bzw. der Hand anzeigt, insbesondere wenn ein Handabschnitt 17 vorgesehen
ist.
1. Gestrickteil mit einem zumindest über einen Abschnitt eines Beins oder Arms zu ziehenden
Bein- oder Armabschnitt (2, 14), dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite (6) des Bein- oder Armabschnitts (2, 14) wenigstens ein manuell
greifbares Ziehelement (7, 7') vorgesehen ist.
2. Gestrickteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ziehelement (7, 7') ringförmig um den Innenumfang umlaufend ausgeführt ist, oder
dass wenigstens ein, vorzugsweise zwei am Innenumfang einander gegenüberliegend angeordnete,
lokale Ziehelemente (7) vorgesehen sind.
3. Gestrickteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Ziehelemente (7, 7') gestrickte Elemente sind, oder dass das oder die
Ziehelemente (7, 7') aus einem flexiblen, flächigen Material, insbesondere einem Kunststoffmaterial,
sind.
4. Gestrickteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die gestrickten Ziehelemente (7, 7') einstückig mit dem Bein- oder Armabschnitt
(2, 14) gestrickt sind, oder dass das oder die gestrickten Ziehelemente (7, 7') oder
das oder die aus dem flexiblen flächigen Material bestehenden Ziehelemente (7, 7')
am Bein- oder Armabschnitt (2, 14) angenäht oder angeklebt sind.
5. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der Bein- oder Armabschnitt (2, 14) zumindest abschnittsweise kompressiv
ausgeführt ist.
6. Gestrickteil nach Anspruch 5 und Anspruch 2, wobei das Ziehelement (7, 7') ringförmig
um den Umfang umlaufend ausgeführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Ziehelement (7, 7') ebenfalls kompressiv ist, oder dass das Ziehelement (7, 7')
nicht kompressiv ist.
7. Gestrickteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl das ringförmige Ziehelement (7, 7') als auch der Bein- oder Armabschnitt (2,
14) im Überlappungsbereich mit dem Ziehelement (7, 7') kompressiv ist, oder dass nur
der Bein- oder Armabschnitt (2, 14) im Überlappungsbereich kompressiv ist.
8. Gestrickteil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das kompressive Ziehelement (7, 7') und der im Überlappungsbereich kompressive Bein-
oder Armabschnitt (2, 14) zumindest näherungsweise gleich stark kompressiv sind, oder
dass sie unterschiedlich stark kompressiv sind.
9. Gestrickteil nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das kompressive ringförmige Ziehelement (7, 7') im Bereich B oder B1 gemäß DIN 58133
angeordnet ist.
10. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Bein- oder Armabschnitts (2, 14) an wenigstens einer Innenseitenlängenposition
wenigstens ein weiteres Ziehelement (7') vorgesehen ist.
11. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite (6) des Bein- oder Armabschnitts (2, 14) zumindest abschnittsweise
eine die Dicke des Gestricks erhöhende Polsterung (12) eingestrickt ist.
12. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite (6) des Bein- oder Armabschnitts (2, 14) oder am Ziehelement (7,
7') wenigstens eine die Lage der in der Grundstellung eingestülpten Ferse (10) oder
Handabschnitts (17) anzeigende optische Markierung (18) vorgesehen ist.
13. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ziehelement (7, 7') farblich unterschiedlich zum Bein- oder Armabschnitt (2,
14) ausgeführt ist.
14. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Wadenstrumpf, ein Halbschenkelstrumpf, Schenkelstrumpf oder eine Strumpfhose
ist, gegebenenfalls umfassend ein an den Beinabschnitt (2) anschließendes Fußabschnitt
(3), das geschlossen oder offen ist, oder dass es ein Halbarmstrumpf oder ein Armstrumpf
ist, gegebenenfalls umfassend ein an den Armabschnitt (14) anschließendes Handabschnitt
(17), das offen oder geschlossen ist.
15. Verfahren zum Anziehen eines Gestrickteils nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das sich in der Grundstellung befindliche Gestrickteil (1), in der der Bein- oder
Armabschnitt (2, 14), mit seiner Innenseite (6) nach außen weisend, umgestülpt und
gegebenenfalls über den Fuß- oder Handabschnitt (3, 17) gestülpt ist, durch Ziehen
an dem wenigstens einen Ziehelement (7) über den Fuß oder die Hand gezogen wird, wonach
der Bein- oder Armabschnitt (2, 14) entweder durch Greifen und Ziehen an einem Randabschnitt
(5, 15) des Bein- oder Armabschnitts (2, 14) weiter über das Bein oder den Arm in
die Tragestellung gezogen wird, oder durch Greifen und Ziehen an wenigstens einem
weiteren Ziehelement (7') weiter über das Bein oder den Arm und anschließend durch
Greifen und Ziehen an einem Randabschnitt (5, 15) des Bein- oder Armabschnitts (2,
14) in die Tragestellung gezogen wird.