[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohrantriebsvorrichtung für ein Erdbohrgerät mit einer
Spindelanordnung, welche eine innere Spindeleinheit und eine äußere Spindeleinheit
aufweist, welche axial verschiebbar auf der inneren Spindeleinheit und schwimmend
zwischen zwei Federeinrichtungen gelagert ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Derartige Bohrantriebsvorrichtungen sind insbesondere bei Bohrgeräten zum Erd- und
Gesteinsbohren bekannt, bei welchen als ein Bohrwerkzeug eine Imlochhammerbohreinheit
eingesetzt wird. Bei einer Imlochhammerbohreinheit sind ein oder mehrere axial angetriebene
Schlagelemente vorgesehen, welche beim rotierenden Antrieb der Imlochhammerbohreinheit
zusätzlich eine schlagende Bewegung ausführen. Derartige Imlochhammerbohreinheiten
können insbesondere zum Erstellen eines Bohrloches in einem Felsgestein eingesetzt
werden. Eine Imlochhammereinheit geht etwa aus der
EP 3 336 301 A1 hervor.
[0003] Es ist bekannt, dass die bei einer Imlochhammerbohreinheit ausgeübte zusätzliche
Schlagbewegung zu einer zusätzlichen Belastung des Rotationsbohrantriebes führt. Zur
Reduzierung dieser Belastung ist es weiter bekannt, eine Antriebsspindel des Bohrantriebes
in axialer Richtung federnd zu lagern, so dass die axialen Hammerschläge sich nicht
unmittelbar auf die Lager des Bohrantriebes auswirken können.
[0004] Allerdings wird durch eine derartige Lagerung die weitere Betriebsweise der Antriebsspindel
beeinflusst. Insbesondere ist es im Bohrbetrieb erforderlich, auch bei einem Einsatz
einer Imlochhammerbohreinheit eine gewisse axiale Andruckkraft aufzubringen. Zudem
muss auch ein gewisses axiales Spiel vorgesehen sein, um ein axiales Verschrauben
bei einem Bohrgestänge aus mehreren Bohrstangen mit Gewindeverbindungen zu erlauben.
[0005] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Bohrantriebsvorrichtung anzugeben, welche einerseits einen effizienten
Bohrbetrieb und andererseits eine gute Schonung des Bohrantriebs beim Einsatz eines
axial schlagenden Bohrwerkzeuges ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird nach der Erfindung durch eine Bohrantriebsvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0007] Die erfindungsgemäße Bohrantriebsvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass eine
erste vordere Federeinrichtung, welche an einer Bohrwerkzeugseite angeordnet ist,
eine Kombination zumindest einer Spiraldruckfeder und einer ersten Tellerfederanordnung
umfasst, und dass eine zweite hintere Federeinrichtung, welche von der Bohrwerkzeugseite
abgewandt ist, eine zweite Tellerfederanordnung aufweist.
[0008] Eine Grundidee der Erfindung besteht darin, zwischen der äußeren Spindeleinheit und
der inneren Spindeleinheit eine schwimmende Lagerung zwischen zwei Federvorspannvorrichtungen
vorzusehen. Insbesondere weist dabei eine erste vordere Federeinrichtung, welche der
Seite mit dem Bohrwerkzeug zugewandt ist, und eine zweite hintere Federeinrichtung,
welche von der Bohrwerkzeugseite abgewandt ist, jeweils eine Tellerfederanordnung
auf. Durch diese beiden Tellerfederanordnungen können Schlagbewegungen, welche von
dem Bohrwerkzeug, insbesondere einer Imlochhammereinheit, ausgehen, besonders gut
aufgefangen und abgedämpft werden. Je nach Art der Anordnung kann dabei ein Bohrwerkzeug
mit der inneren Spindeleinheit oder der äußeren Spindeleinheit verbunden sein. Vorzugsweise
wird das Drehmoment über die äußere Spindeleinheit eingeleitet, so dass durch die
fehlende Lagerung Stöße von der inneren Spindeleinheit nicht oder nur stark abgedämpft
auf die äußere Spindeleinheit übertragen werden können. Im umgekehrter Weise kann
auch eine Drehmomentübertragung von einem Bohrantrieb zunächst auf die innere Spindeleinheit
erfolgen, während das Bohrwerkzeug direkt oder über ein Bohrgestänge mit der äußeren
Spindeleinheit verbunden ist.
[0009] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist an der ersten vorderen Federeinrichtung
zusätzlich zu der ersten Tellerfederanordnung mindestens eine Spiraldruckfeder angeordnet.
Die vorzugsweise relativ weiche Spiraldruckfeder ermöglicht dabei insbesondere ein
leichtes Relativverschieben zwischen den beiden Spindeleinheiten, was etwa beim Anschrauben
von Bohrgestängeelementen mit Gewindeverbindungen vorteilhaft ist. Insgesamt kann
so ein effizienter Bohrbetrieb bei einer gleichzeitigen guten Dämpfung von Schlägen
vom Bohrwerkzeug auf den Bohrantrieb erreicht werden.
[0010] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Spiraldruckfeder
der ersten Federeinrichtung einerseits an einem radial nach außen gerichteten ersten
Flansch an der Außenseite der inneren Spindeleinheit und andererseits an einem Auflagering
abgestützt ist, welcher axial verschiebbar durch die Tellerfederanordnung federnd
an der äußeren Spindeleinheit gelagert ist. Durch die Lagerung der Spiraldruckfeder
an der Außenseite der Spindelanordnung wird eine gute Beweglichkeit bei einfacher
Wartung der Teile sichergestellt.
[0011] Der Flansch kann an der Außenseite einstückig mit der inneren Spindeleinheit ausgebildet
oder daran befestigt sein.
[0012] Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Bohrantriebsvorrichtung nach der Erfindung
ergibt sich dadurch, dass die zweite Tellerfederanordnung der zweiten hinteren Federeinrichtung
einerseits an einem radial nach außen gerichteten zweiten Flansch der inneren Spindeleinheit
und andererseits an der äußeren Spindeleinheit abgestützt ist. Zumindest einer der
radial nach außen gerichteten Flansche ist dabei lösbar angebracht. Insgesamt wird
so eine gute Montierbarkeit der Federanordnung ermöglicht.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass eine Drehmomentübertragungseinrichtung,
insbesondere eine axiale Keilwellenverzahnung, angeordnet ist. Die Drehmomentübertragungseinrichtung
ist ausgebildet, ein Drehmoment von einem Antriebsrad eines Bohrantriebes auf die
Spindelanordnung zu übertragen. Die Drehmomentübertragungseinrichtung kann dabei an
der inneren Spindeleinheit oder der äußeren Spindeleinheit ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist die Drehmomentübertragungseinrichtung zwischen der vorderen Federeinrichtung und
der hinteren Federeinrichtung angeordnet. Hierdurch wird einer übermäßigen Belastung
eines Bohrantriebes durch axiale Schläge im Bohrbetrieb entgegengewirkt.
[0014] Grundsätzlich können die Tellerfederanordnungen beliebig ausgebildet sein. Eine besonders
wartungsarme Ausbildungsform ergibt sich nach einer Weiterbildung der Erfindung dadurch,
dass die erste Tellerfederanordnung und/oder die zweite Tellerfederanordnung in einer
Aufnahmetasche aufgenommen sind. Die Aufnahmetasche kann dabei insbesondere an einem
der Flansche ausgebildet sein. Die Aufnahmetasche ist insbesondere eine ringförmige
Aufnahmenut.
[0015] Nach einer weiteren Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung ist
es vorteilhaft, dass an einer Vorderseite der inneren Spindeleinheit eine Verbindungseinrichtung
zum Anbringen eines Bohrgestängeelementes vorgesehen ist. Bei der Verbindungseinrichtung
kann dabei insbesondere ein Gewinde vorgesehen sein, an welchem ein passender Gewindebereich
eines Bohrgestängeelementes angeschraubt wird.
[0016] Für einen effizienten Bohrbetrieb ist es insbesondere vorteilhaft, dass die Spiraldruckfeder
eine kleinere Federkonstante und einen größeren Federweg aufweist als die der ersten
Tellerfederanordnung. Die Spiraldruckfeder kann so insbesondere ein notwendiges axiales
Spiel sicherstellen, welches zum Anbringen von Bohrgestängeelementen gewünscht ist.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass der Federweg der Spiraldruckfeder gleich
oder größer als eine Gewindelänge eines anzubringenden Bohrgestängeelementes mit einem
Verbindungsgewinde ist.
[0018] Zum Sicherstellen einer definierten axialen Bewegung zwischen den beiden Spindeleinheiten
ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung zweckmäßig, dass an der inneren Spindeleinheit
ein ringförmiger Führungsschlitz gebildet ist, in welchem ein hülsenförmiger Führungsvorsprung
der äußeren Spindeleinheit passend eingreift. Hierdurch wird eine geführte Bewegung
zwischen den beiden Spindeleinheiten sichergestellt.
[0019] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Bohrgerät, insbesondere ein Erdbohrgerät mit
mindestens einem Bohrantrieb, wobei durch den Bohrantrieb eine äußere Spindeleinheit
einer erfindungsgemäßen Bohrantriebsvorrichtung angetrieben ist. Das Bohrgerät kann
dabei insbesondere ein Pfahlbohrgerät sein, welches zum Herstellen von Gründungspfählen
im Boden zum Einsatz kommt. Dabei kann eine beliebiges Bohrwerkzeug eingesetzt werden,
etwa eine Bohrschnecke, ein Endlosbohrer, ein Bohreimer oder Ähnliches.
[0020] Nach einer Weiterbildung ist es bevorzugt, dass als ein Bohrwerkzeug eine Imlochhammereinheit
an einem Bohrgestänge angebracht ist, welches rotierend mittels der Bohrantriebsvorrichtung
antreibbar ist. Eine derartige Imlochhammereinheit ist grundsätzlich aus dem Stand
der Technik bekannt. Diese weist einen in der Regel zylindrischen Grundkörper auf,
an dessen zum Boden gerichteter Unterseite ein oder mehrere Hammerelemente axial reversierend
angetrieben sind. Ein axiales Antreiben der Hammerelemente kann dabei insbesondere
über Zuführung eines Druckfluides, insbesondere von Druckluft, erfolgen. Zur Zuführung
des Druckfluides sowie einer Bohrflüssigkeit und/oder zum Abführen der Bohrflüssigkeit
mit Bohrklein kann die Spindelanordnung und insbesondere die innere Spindeleinheit
rohrförmig mit einem inneren Hohlraum ausgebildet sein, durch welche entsprechende
Leitungen geführt sein können.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles weiter
beschrieben, welches schematisch in den Zeichnungen dargestellt ist. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Querschnittsansicht durch eine erfindungsgemäße Bohrantriebsvorrichtung;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des linksseitigen Bereichs der Bohrantriebsvorrichtung
gemäß Fig. 1; und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Querschnittsansicht des rechtsseitigen Bereichs der Bohrantriebsvorrichtung
gemäß Fig. 1.
[0022] Eine erfindungsgemäße Bohrantriebsvorrichtung 10, welche in den Figuren 1 bis 3 dargestellt
ist, ist im Wesentlichen aus einer inneren Spindeleinheit 20 mit einem rohrförmigen
Grundkörper 22 mit einem inneren Kanal 23 sowie einer rohrförmigen äußeren Spindeleinheit
40 aufgebaut, welche koaxial zur inneren Spindeleinheit 20 ist und diese umgibt. Über
eine etwa mittige Drehmomentübertragungseinrichtung 70 wird in grundsätzlich bekannter
Weise über einen oder mehrere Bohrantriebe 5, welche vorzugsweise hydraulisch angetrieben
sind, ein Drehmoment auf die äußere Spindeleinheit 40 und/oder die innere Spindeleinheit
20 übertragen. Die innere Spindeleinheit 20 erstreckt sich durch die ringförmige Drehmomentübertragungseinrichtung
70 nach hinten hindurch und weist an ihrem hinteren, von einem Bohrwerkzeug abgewandten
Ende, eine Drehdurchführung 12 zur Übertragung wenigstens eines Fluides von einem
nicht-dargestellten Bohrgerät in den inneren Kanal 23 der rohrförmigen inneren Spindeleinheit
20 auf.
[0023] Die Drehdurchführung 12 weist dabei im Wesentlichen zwei Hauptkomponenten auf, nämlich
einen Rotor 14, welcher mit der inneren Spindeleinheit 20 drehfest verbunden ist und
einen davon nach hinten abgewandten Stator 16, welcher über eine Drehmomentstütze
18 an einem Gehäuse der Drehmomentübertragungseinrichtung 70 abgestützt ist. Der Rotor
14 dreht sich relativ zu dem feststehenden Stator 16, an welchem eine Fluidleitung,
etwa zur Übertragung einer Spül- oder Bohrsuspension, angeschlossen werden kann. Die
äußere Spindeleinheit 40 dreht mit der inneren Spindeleinheit 20, welche relativ axial
verschiebbar zur äußeren Spindeleinheit 40 gelagert ist.
[0024] An einer zu einem Bohrloch gerichteten Vorderseite der inneren Spindeleinheit 20
ist ein radial nach außen gerichteter erster Flansch 24 angeordnet, an welchem mittels
einer Verbindungseinrichtung 25 ein Bohrwerkzeug direkt oder indirekt über angebrachte
Bohrgestängeelemente lösbar befestigt werden kann. Das Bohrwerkzeug kann insbesondere
eine Imlochhammerbohreinheit sein, welche ein oder mehrere axial angetriebene Schlagelemente
aufweist.
[0025] Zur Dämpfung von Schlagimpulsen von einer Imlochhammerbohreinheit auf die Drehmomentübertragungseinrichtung
70 ist die Bohrantriebsvorrichtung 10 mit einer ersten Federeinrichtung 50 und einer
zweiten Federeinrichtung 60 versehen, welche nachfolgend näher mit Bezug auf die Figuren
2 und 3 näher beschrieben werden.
[0026] Die erste Federeinrichtung 50 weist dabei zwei Federkomponenten auf, nämlich eine
Spiraldruckfeder 52 und eine erste Tellerfederanordnung 54. Die zur Bohrachse koaxiale
Spiraldruckfeder 52 ist dabei nach vorne an dem ersten Flansch 24 am rohrförmigen
Grundkörper 22 der inneren Spindeleinheit 20 und andererseits an einem Auflagering
30 abgestützt.
[0027] Der Auflagering 30 kann einen ersten Ring 31 und einen zweiten Ring 32 aufweisen.
Der erste Ring 31 ist dabei verschiebbar an der Außenseite der inneren Spindeleinheit
20 gelagert und gegenüber der äußeren Spindeleinheit 40 mittels der koaxialen ersten
Tellerfederanordnung 54 federnd abgestützt, wobei durch die erste Tellerfederanordnung
54 auf den ersten Ring 31 und damit den Auflagering 30 eine erste Vorspannkraft F
TF ausgeübt wird. Über einen radial vorstehenden Anschlag steht der erste Ring 31 mit
dem zweiten Ring 32 in Verbindung, auf welchen sich auf einem treppenartigen Absatz
das andere Ende der Spiraldruckfeder 52 abstützt, wobei über die Spiraldruckfeder
52 eine Vorspannkraft F
DF auf den ersten Flansch 24 und damit die erste innere Spindeleinheit 20 ausgeübt wird.
[0028] Die Spiraldruckfeder 52 ermöglicht dabei einen Hub H1, welcher deutlich größer als
ein Hub H2 der ersten Tellerfederanordnung 54 ist. Vorzugsweise ist dabei die Spiraldruckfeder
52 mit einer kleineren Federkonstante versehen als die erste Tellerfederanordnung
54. Der Hub H1 kann insbesondere dazu ausgelegt sein, beim Anschrauben eines zusätzlichen
Bohrgestängeelementes den notwendigen Gewindeweg oder Verschraubungsweg zu kompensieren.
Der Hub H2 der ersten Tellerfederanordnung 54 dient vorzugsweise zur Dämpfung der
axialen Schläge, die von dem Bohrwerkzeug ausgeübt werden können.
[0029] Gemäß Fig. 3 weist die koaxiale zweite Federeinrichtung 60 ausschließlich eine zweite
Tellerfederanordnung 64 auf, welche sich einerseits an einer Schulter der äußeren
Spindeleinheit 60 und andererseits an einem zweiten Flansch 28 abstützt, welcher lösbar
an der Außenseite des rohrförmigen Grundkörpers 22 der inneren Spindeleinheit 20 befestigt,
insbesondere aufgeschraubt ist. Mittels eines Abdeckringes 42 an der äußeren Spindeleinheit
40 ist eine zweite Aufnahmetasche 66 gebildet, in welcher die Tellerfedern der zweiten
Tellerfederanordnung 60 geschützt angeordnet sind. Über die zweite Tellerfederanordnung
60 kann eine Vorspannkraft F
TFZ von der äußeren Spindeleinheit 40 auf die innere Spindeleinheit 20 übertragen werden,
welche ebenfalls zum Dämpfen von Axialkräften einer Imlochhammerbohreinheit dienen
kann. Der Abdeckring 42 hält Tellerfedern 60 in Vorspannung, wenn die innere Spindeleinheit
20 axial nach rechts verschoben ist.
[0030] Zur Sicherstellung einer Führung kann an der Außenseite des rohrförmigen Grundkörpers
22 ein ringförmiger Führungsschlitz 34 angeordnet sein, in welchen ein entsprechender
Führungsvorsprung 44 der äußeren Spindeleinheit 40 eingreift.
1. Bohrantriebsvorrichtung für ein Erdbohrgerät mit einer Spindelanordnung, welche eine
innere Spindeleinheit (20) und eine äußere Spindeleinheit (40) aufweist, welche axial
verschiebbar auf der inneren Spindeleinheit (20) und schwimmend zwischen zwei Federeinrichtungen
(50, 60) gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine erste vordere Federeinrichtung (50), welche an einer Bohrwerkzeugseite angeordnet
ist, eine Kombination aus zumindest einer Spiraldruckfeder (52) und einer ersten Tellerfederanordnung
(54) umfasst, und
- dass eine zweite hintere Federeinrichtung (60), welche von der Bohrwerkzeugseite abgewandt
ist, eine zweite Tellerfederanordnung (64) aufweist.
2. Bohrantriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spiraldruckfeder (52) der ersten Federeinrichtung (50) einerseits an einem radial
nach außen gerichteten ersten Flansch (24) an der Außenseite der inneren Spindeleinheit
(20) und andererseits an einem Auflagering (30) abgestützt ist, welcher axial verschiebbar
und durch die erste Tellerfederanordnung (54) federnd an der äußeren Spindeleinheit
(40) gelagert ist.
3. Bohrantriebsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Tellerfederanordnung (64) der zweiten hinteren Federeinrichtung (60) einerseits
an einem radial nach außen gerichteten zweiten Flansch (28) der inneren Spindeleinheit
(20) und andererseits an der äußeren Spindeleinheit (40) abgestützt ist.
4. Bohrantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Drehmomentübertragungseinrichtung (70), insbesondere eine axiale Keilwellenverzahnung,
angeordnet ist.
5. Bohrantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Tellerfederanordnung (54) und/oder die zweite Tellerfederanordnung (64)
in einer Aufnahmetasche (56, 66) aufgenommen sind.
6. Bohrantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Vorderseite der inneren Spindeleinheit (20) eine Verbindungseinrichtung
(25) zum Anbringen eines Bohrgestängeelementes vorgesehen ist.
7. Bohrantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spiraldruckfeder (25) eine kleinere Federkonstante und einen größeren Federweg
aufweist als die der ersten Tellerfederanordnung (54).
8. Bohrantriebsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Federweg der Spiraldruckfeder (52) gleich oder größer als eine Gewindelänge eines
anzubringenden Bohrgestängeelementes mit einem Verbindungsgewinde ist.
9. Bohrantriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der inneren Spindeleinheit (20) ein ringförmiger Führungsschlitz (34) gebildet
ist, in welchen ein hülsenförmiger Führungsvorsprung (44) der äußeren Spindeleinheit
(40) passend eingreift.
10. Bohrgerät, insbesondere Erdbohrgerät, mit mindestens einem Bohrantrieb (5),
dadurch gekennzeichnet,
dass durch den Bohrantrieb (5) eine äußere Spindeleinheit (40) einer Bohrantriebsvorrichtung
(10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 angetrieben ist.
11. Bohrgerät nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass als ein Bohrwerkzeug eine Imlochhammereinheit an einem Bohrgestänge angebracht ist,
welches rotierend mittels der Bohrantriebsvorrichtung (10) antreibbar ist.