Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Saite für ein Streichinstrument, bevorzugt
eine Saite für einen Kontrabass oder ein Cello, einen Satz Einzelsaiten für ein Streichinstrument,
sowie ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Saite.
Stand der Technik
[0002] Saiteninstrumente und insbesondere Streichinstrumente, bei denen die Saiten vornehmlich
mit einem Bogen gestrichen werden, sind seit langem bekannt. Der Begriff Streichinstrument
bedeutet nicht, dass diese Instrumente ausschließlich mit dem Bogen gespielt werden,
sondern andere Spieltechniken wie beispielsweise das Zupfen sind auf diesen Instrumenten
ebenfalls möglich.
[0003] Den Saiten der Streichinstrumente kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie
die eigentliche Tonerzeugung für die Instrumente vornehmen. Die grundlegenden physikalischen
Parameter der Saite, die durch die Länge der Saite und die angestrebte Tonhöhe und
damit deren Spannung in der Grundstimmung bestimmt werden, sind für alle Saiten prinzipiell
gleich.
[0004] Um die Saiten bezüglich ihrer Ansprache, ihres Klanges und ihrer Modulierfähigkeit
an die physikalischen und klanglichen Vorgaben des jeweiligen Instruments und den
Charakter und die Spieltechnik des jeweiligen Musikers anzupassen, ist es jedoch bekannt,
Saiten in unterschiedlichen Konstruktionen aus unterschiedlichen Materialien und Materialkombinationen
herzustellen.
[0005] Dabei werden Saiten speziell an bestimmte Musikstile oder Anwendungsbereiche angepasst.
Beispielsweise sind Saiten bekannt, die sich im Tutti eines Orchesters besonders gut
mit dem Klang der anderen Instrumente aus dergleichen Gruppe mischen und die dem Musiker
dennoch die bestmögliche Kontrolle über sein eigenes Spiel ermöglichen. Es sind Saiten
bekannt, die besonders für Solisten geeignet sind und einen entsprechend hervorstechenden
Klang aufweisen, damit sich die Solostimme gut gegen die jeweilige Begleitung durchsetzen
kann. Es sind Saiten bekannt, die in der historisch informierten Aufführungspraxis
verwendet werden, um das Verhalten und den Klang historischer Instrumente nachzubilden.
Es sind Saiten bekannt, die hauptsächlich zum Zupfen und/oder Slappen optimiert sind
und entsprechend im Jazz oder Rockabilly verwendet werden.
[0006] Um diesen sehr unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, werden Saiten unter
anderem aus unterschiedlichen Materialien hergestellt.
[0007] Weiterhin wird bei der Konstruktion einer Saite für einen Saitensatz eine Ausgewogenheit
der Saiten des Saitensatzes untereinander angestrebt, so dass die unterschiedlichen
Saiten des Saiteninstruments ein möglichst ähnliches Spielgefühl und eine möglichst
ähnliche Klangcharakteristik aufweisen.
[0008] Saiten für Streichinstrumente weisen üblicherweise einen Saitenkern auf, welcher
die Spannung der Saite trägt. In der Regel weisen Saiten weiter eine Umwicklung des
Saitenkerns auf, welche einen Massebelag bildet, welche jedoch selbst keine Saitenspannung
trägt. In den Saitenkern können weitere Fasern eingelegt werden, um die Saiten zu
dämpfen. Als Materialien für die Dämpfung sind beispielsweise Kunststofffasern oder
Naturfasern bekannt, die zusammen mit dem Saitenkern verarbeitet werden.
[0009] Beispielsweise ist es bekannt, Saiten aus Naturdarm herzustellen und diese Saiten
dann je nach Einsatzbereich entweder blank zu lassen, oder mit einer Umwicklung, beispielsweise
aus einem Metalldraht, zu versehen.
[0010] Weiterhin ist es bekannt, Stahlsaiten zu verwenden, bei denen ein aus einem Stahldraht
oder einer Stahllitze oder einem Stahlseil bestehender Saitenkern mit einer Umwicklung
versehen ist, wobei die Umwicklung zumindest in ihrer äußersten Lage beispielsweise
in Form eines Flachdrahtes vorgesehen ist, um eine im Wesentlichen glatte Außenoberfläche
bereit zu stellen.
[0011] Eine neuere Entwicklung sind Saiten, bei denen der Saitenkern aus Kunststofffasern
besteht oder Kunststofffasern umfasst, wobei der Saitenkern mit einem Metalldraht
umsponnen ist.
[0012] Beispielsweise ist aus der
EP 2 131 352 A1 eine Saite bekannt, bei welcher als Saitenkern ein Drahtseil beschrieben wird, wobei
Kunststofffäden in Form einer sogenannten Kerneinlage im Zentrum des Drahtseils angeordnet
werden. Die im Zentrum des Saitenkerns angeordneten Kunststofffäden haben keinen tragenden
Effekt, sondern sollen die Dämpfungseigenschaften und die Torsionseigenschaften der
Saite beeinflussen.
[0013] Die
US 2015/248876A1 beschreibt eine Saite, die einen Saitenkern aus einem synthetischen Multifilament
aufweist, wobei eine Umwicklung des Saitenkerns mit Fasern aus einem Flüssigkristallpolymer
vorgesehen ist.
[0014] Aus der
AT 15 509 U1 ist eine Musiksaite bekannt, bei der eine schraubenlinienförmige Umwicklung direkt
auf einen aus Kunststofffasern und/oder Hohlfasern ausgebildeten Saitenkern herum
aufgebracht ist, wobei die Umwicklung in mindestens einem ersten Kontaktbereich zwischen
den Wickellagen plastisch verformt wird.
[0015] Alle bisher bekannten Saiten für Streichinstrumente werden jeweils als Einzelsaiten
hergestellt. Mit anderen Worten wird hier jeder Saitenkern einzelnen in einer entsprechenden
Maschine eingespannt und dann mit der jeweiligen Umwicklung versehen. Dies führt zu
einem relativ hohen Arbeitsaufwand bei der Herstellung.
Darstellung der Erfindung
[0016] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Saite für ein Streichinstrument anzugeben, bei welcher die mechanischen
Eigenschaften der Saite verbessert sind und gleichzeitig eine vereinfachte Herstellung
erreicht werden kann.
[0017] Eine solche Saite für ein Streichinstrument wird durch den Gegenstand des Anspruchs
1 angegeben.
[0018] Entsprechend wird eine Saite für ein Streichinstrument, bevorzugt für einen Kontrabass
oder ein Cello, vorgeschlagen, welche einen Saitenkern aus mindestens einer sich in
Erstreckungsrichtung der Saite linear erstreckenden Kernfaser zur Aufnahme der Saitenspannung,
ein den Saitenkern umgebendes Hohlgeflecht mit einem Flechtwinkel zwischen 15° und
80° aus mindestens drei Flechtfasern, und eine den Saitenkern und das Hohlgeflecht
umgebende helixförmige Umwicklung aus einem Metalldraht umfasst.
[0019] Dadurch, dass um den aus linearen Kernfasern ausgebildeten vorgesehenen Saitenkern
herum ein Hohlgeflecht mit einem Flechtwinkel zwischen 15° und 80° aus mindestens
drei Flechtfasern vorgesehen ist und auf das Hohlgeflecht eine Umwicklung aus einem
Metalldraht aufgebracht ist, ist es möglich, eine Saite mit verbesserten mechanischen
Eigenschaften bereit zu stellen. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, da das
zwischen der oder en linearen Kernfaser(n) und der helixförmigen Umwicklung angeordnete
Hohlgeflecht eine Vermittlungslage bereitstellt, welche eine bessere Verbindung zwischen
dem Saitenkern und der Umwicklung ermöglicht. Damit kann eine verbesserte Flexibilität
bei der Auswahl der Kernfasern ermöglicht werden. Weiterhin kann ein mögliches Verrutschen
der Umwicklung relativ zum Saitenkern verringert oder ganz unterbunden werden.
[0020] Damit können die Saiten schlussendlich auf eine effiziente Weise auch in einem kontinuierlichen
Verfahren hergestellt werden, da ein Festhalten der Enden der Umwicklung auf dem Saitenkern
nicht notwendig ist, sondern die Umwicklung durch die Vermittlungslage über die gesamte
Länge der Saite hinweg in Erstreckungsrichtung der Saite rutschfest mit dem Saitenkern
verbunden ist.
[0021] Gleichzeitig bleibt der Saitenkern durch die vorgeschlagene Konstruktion im Wesentlichen
unbeeinflusst von der Umwicklung, da der Saitenkern nicht direkt mit dem Metalldraht
der Umwicklung in Kontakt steht. Damit kann eine in herkömmlichen Saiten durch die
Umwicklung aufgebrachte marginale Verbiegung der Kernfasern des Saitenkerns reduziert
oder vermieden werden, wodurch die Dehnsteifigkeit der Saite erhöht werden kann. Mit
anderen Worten ermöglicht dieser Aufbau, die absolute Dehnung der Saite sowohl beim
ersten Aufziehen als auch im Spielbetrieb, beispielsweise bei Temperaturschwankungen
oder bei Ortswechseln, zu reduzieren, was das schnelle Erreichen einer stabilen Erststimmung
ermöglicht und die Stimmstabilität verbessert.
[0022] Mit anderen Worten erstrecken sich die Kernfasern des Saitenkerns linear entlang
der Erstreckungsrichtung der Saite. Damit sind sie insbesondere nicht miteinander
verdrillt, verseilt oder verflochten oder in irgendeiner anderen Weise mit Biegungen
oder Kurven versehen.
[0023] Unter der Erstreckungsrichtung der Saite wird hierin die Richtung verstanden, in
der die Spannung der Saite hauptsächlich getragen wird. Die Erstreckungsrichtung ist
bei einer exemplarisch zwischen zwei Punkten eingespannten Saite die Gerade zwischen
diesen beiden Punkten. Typischer Weise verläuft die Erstreckungsrichtung der Saite
bei einer zylindrischen Ausgestaltung der Saite in Richtung der Höhenrichtung des
Zylinders, wobei die radiale Richtung dann die Saitendicke beschreibt.
[0024] Durch die lineare und sich in Erstreckungsrichtung der Saite verlaufende Ausrichtung
der Kernfasern des Saitenkerns werden die oben beschriebenen Eigenschaften bezüglich
der reduzierten Dehnung erreicht.
[0025] Durch die Bereitstellung des Hohlgeflechts kann im Falle der Verwendung eines Saitenkerns
aus mindestens zwei Kernfasern oder einem Bündel an Kernfasern erreicht werden, dass
der Saitenkern zusammen mit dem Hohlgeflecht einen im Wesentlichen runden Querschnitt
bereitstellt und so eine im Querschnitt im Wesentlichen runde Basis für die Umwicklung
bereitstellt, die dann ihrerseits zu einem im Wesentlichen runden Querschnitt der
Umwicklung führt. Damit kann die Formhaltigkeit der Saite verbessert werden.
[0026] Durch das Bereitstellen des Hohlgeflechts unter einem Flechtwinkel zwischen 15° und
80° aus mindestens drei Flechtfasern kann weiterhin erreicht werden, dass die Saitenspannung
vollständig oder zumindest im ganz überwiegenden Teil von den Kernfasern getragen
wird. Mit anderen Worten kann das Hohlgeflecht keine Saitenspannung in der Erstreckungsrichtung
der Saite tragen, so dass im Wesentlichen die gesamte Saitenspannung durch den Saitenkern
getragen wird. Dies ist auch unmittelbar einleuchtend, da das Hohlgeflecht mit den
unter einem Winkel zur Erstreckungsrichtung angeordneten Flechtfasern immer eine höhere
Dehnung aufweisen wird, als ein linear in Erstreckungsrichtung ausgedehnter Saitenkern
aus linearen Saitenfasern.
[0027] Bevorzugt umfasst mindestens eine Kernfaser eine lineare Kunststofffaser oder ist
eine lineare Kunststofffaser, und die Kernfaser bildet bevorzugt ein Monofilament
oder ein Multifilament aus, wobei als Kernfaser besonders bevorzugt mindestens zwei
lineare Kunststofffasern vorgesehen sind, bevorzugt ein Bündel linearer Kunststofffasern,
wobei die Kunststofffasern bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0028] Das Monofilament oder die Kunststofffasern des Multifilaments verlaufen dabei immer
in Erstreckungsrichtung der Saite.
[0029] In Kombination mit dem Hohlgeflecht kann der Saitenkern aus den linearen Kunststofffasern
dennoch eine Saite bereitstellen, die eine erhöhte Dehnsteifigkeit bereitstellt, obwohl
der Saitenkern die Saitenspannung trägt.
[0030] Um eine hohe Dehnungssteifigkeit der Saite zu erreichen, umfasst die lineare Kunststofffaser
des Saitenkerns bevorzugt die Kunststofffaser ein Polyamid, ein Aramid, PEK, PEEK,
PBT, Polyester, Nylon, Polyethylen, PET, PEET, PES, PE, PP, POM, PTFE, PVDF, PVDC
und/oder PVC oder besteht daraus. Auf diese Weise wird ein Saitenkern bereitgestellt,
der besonders vorteilhafte Eigenschaften bezüglich der Dehnungssteifigkeit und gleichzeitig
der Biegesteifigkeit aufweist.
[0031] Um einen homogenen Saitenkern ausbilden zu können sind bevorzugt alle Kernfasern
des Saitenkerns lineare Kunststofffasern.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung umfasst mindestens eine Kernfaser einen linearen
Metalldraht oder ist ein linearer Metalldraht, wobei als Kernfaser bevorzugt mindestens
zwei lineare Metalldrähte vorgesehen sind, bevorzugt ein Bündel linearer Metalldrähte,
wobei die Metalldrähte bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0033] Es können auch alle Kernfasern des Saitenkerns lineare Metalldrähte sein.
[0034] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung weist das Hohlgeflecht einen Flechtwinkel
von 35° bis 55°, bevorzugt einen Flechtwinkel von 40° bis 50°, auf. Durch einen auf
diese Weise ausgebildeten Flechtwinkel können die oben beschriebenen Vorteile bezüglich
der Wirkung des Hohlgeflechts als Vermittlungslage bei gleichzeitiger Auswirkung auf
die Rundheit der Saite besonders gut erreicht werden, ohne gleichzeitig das Schwingungsverhalten
der Saite negativ zu beeinflussen.
[0035] Um eine besonders gute Verbindung zwischen dem Saitenkern und der Umwicklung bereit
zu stellen, kann mindestens eine Flechtfaser einen Kunststoff oder ein Metall umfassen
und die Flechtfaser bevorzugt eine Kunststofffaser oder ein Metalldraht sein.
[0036] In einer Ausbildung umfasst das Hohlgeflecht sowohl Flechtfasern aus Metall als auch
Flechtfasern aus Kunststoff, wobei die metallischen Fasern und die Kunststofffasern
bevorzugt in unterschiedlichen Flechtfasern des Hohlgeflechts vorliegen. Dadurch kann
eine besonders gute Verbindung sowohl mit dem die Kunststofffasern aufweisenden Saitenkern
als auch mit der den Metalldraht umfassenden Umwicklung bereitgestellt werden.
[0037] Bevorzugt ist das Hohlgeflecht direkt auf dem Saitenkern aufgebracht, wobei das Hohlgeflecht
bevorzugt mit einer radialen Vorspannung auf den Saitenkern aufgebracht ist. Durch
das Aufbringen des Hohlgeflechts mit einer Vorspannung auf den Saitenkern kann eine
besonders gute Rundheit des Saitenkerns bei der Verwendung von mehreren Kunststofffasern
oder einem Faserbündel für den Saitenkern erreicht werden.
[0038] In einer Weiterbildung umgibt mindestens ein weiteres Hohlgeflecht das den Saitenkern
umgebende Hohlgeflecht. Mit anderen Worten sind zwischen dem Saitenkern und der Umwicklung
in dieser Ausgestaltung mindestens zwei voneinander unabhängige Lagen Hohlgeflecht
vorgesehen.
[0039] Die helixförmige Umwicklung umfasst bevorzugt einen metallischen Runddraht und ist
an ihrer dem Saitenkern abgewandten Außensaite plan geschliffen, um eine zylinderförmige
Außenseite bereit zu stellen. Auf diese Weise kann eine effiziente Herstellung erreicht
werden und gleichzeitig ein angenehmes Spielgefühl für den Musiker erreicht werden.
[0040] Bevorzugt ist die helixförmige Umwicklung direkt auf das Hohlgeflecht oder das weitere
Hohlgeflecht aufgebracht. Auf diese Weise kann das Hohlgeflecht besonders gut als
Vermittlungslage dienen.
[0041] Um die Dicke der Saite und deren Massenbelegung justieren zu können, umfasst die
Umwicklung mindestens zwei Lagen, wobei die innere Lage einen ersten Metalldraht und
die äußere Lage einen zweiten Metalldraht umfasst, wobei sich das Material des ersten
und des zweiten Metalldrahts unterscheiden kann. Es können auch mehr als zwei Lagen
der Umwicklung vorgesehen sein. Beispielsweise können auch drei oder vier Lagen der
Umwicklung vorgesehen sein.
[0042] Zwischen den Lagen der Umwicklung können Dämpfungsfasern eingelegt sein, um das Dämpfungsverhalten
der Saiten zu beeinflussen.
[0043] Die Erfindung betrifft weiterhin einen Satz Saiten für ein Streichinstrument, wobei
3, 4 oder 5 Saiten gemäß der vorstehenden Beschreibung vorgesehen sind und der Flechtwinkel
für das Hohlgeflecht bei allen Saiten des Satzes gleich ist. So kann ein Satz Saiten
mit besonders homogenen Eigenschaften über den gesamten Satz hinweg erreicht werden.
[0044] Dabei können bevorzugt mindestens zwei Einzelsaiten des Saitensatzes einen identischen
Aufbau des Saitenkerns und des Hohlgeflechts aufweisen. Mit anderen Worten werden
die Massebelegung und der Durchmesser dieser Einzelsaiten nur durch die Anzahl und
Dimensionierung der Lagen der Umwicklung angepasst.
[0045] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Saite für ein Streichinstrument
mit den Merkmalen des Anspruchs 13.
[0046] Entsprechend wird ein Verfahren zur Herstellung einer Saite für ein Streichinstrument
angegeben, bevorzugt zur Herstellung einer Saite für einen Kontrabass oder ein Cello,
umfassend das Bereitstellen eines Saitenkerns aus mindestens einer linearen Kernfaser,
das Umflechten des Saitenkerns mit einem Hohlgeflecht mit einem Flechtwinkel zwischen
15° und 80° mit mindestens drei Flechtfasern und das Umwickeln des Saitenkerns und
des Hohlgeflechts mit einer helixförmigen Umwicklung aus einem Metalldraht.
[0047] Besonders bevorzugt wird die Saite kontinuierlich hergestellt und es werden Einzelsaiten
von der kontinuierlich hergestellten Saite abgeschnitten. So kann eine besonders effiziente
Herstellung der Saite erreicht werden, da mindestens zwei Einzelsaiten in einem kontinuierlichen
Herstellungsprozess hergestellt werden können.
[0048] Bevorzugt wird die Saite geschliffen und in Einzelsaiten geschnitten und den Einzelsaiten
wird in einem ersten Bereich zumindest eine Lage der Umwicklung entfernt, um auf diese
Weise den Durchmesser der Saite zu reduzieren.
[0049] Dann wird besonders bevorzugt in dem ersten Bereich der entfernten Umwicklung eine
Schlaufe aus dem übrigen Material fixiert, wobei die Schlaufe bevorzugt mit einer
Aufpresshülse fixiert wird.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0050] Bevorzugte weitere Ausführungsformen der Erfindung werden durch die nachfolgende
Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Streichinstruments mit darauf aufgezogenen Einzelsaiten;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Saite mit dem hier vorgeschlagenen Aufbau in einer
Schichtdarstellung;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch eine Saite in einem Ausführungsbeispiel
mit einem Saitenkern aus einem Monofilament;
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch eine Saite in einem weiteren
Ausführungsbeispiel mit einem Saitenkern aus einem Multifilament;
- Figur 5
- eine schematische Draufsicht auf einen Saitenkern mit aufgeflochtenem Hohlgeflecht;
- Figur 6
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Herstellung einer Saite;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens zum Schleifen und Abtrennen von Einzelsaiten;
und
- Figur 8
- eine schematische Darstellung einer Einzelsaite mit einem oberen und einem unteren
Abschnitt.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführunqsbeispiele
[0051] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen
Figuren mit identischen Bezugszeichen versehen und auf eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente wird teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
[0052] Figur 1 zeigt sehr schematisch eine Saite 1 für ein Streichinstrument 105, beispielsweise
für ein Cello oder einen Kontrabass, wobei die Saite 1 in der üblichen Art und Weise
an dem jeweiligen Streichinstrument montiert wird. Die Saite 1 wird dazu an einem
Saitenhalter 110 fest befestigt, über den Steg 120 geführt und dann entlang des Griffbretts
125 über den Obersattel 130 bis in den Wirbelkasten 135 geführt, wo die Saite dann
mittels eines Wirbels 140 gespannt wird.
[0053] Am Saitenhalter 110 können auch für bestimmte Saiten oder für alle Saiten Feinstimmer
vorgesehen sein, in welche die jeweiligen Saiten 1 eingehängt werden. Das Vorsehen
von Feinstimmern ist bei Kontrabässen nicht sehr verbreitet, bei Celli, Violas und
Violinen hingegen schon. Der prinzipielle Aufbau der Saiten 1 wird dadurch aber nicht
verändert.
[0054] In Figur 2 ist sehr schematisch eine Saite 1 gemäß der vorliegenden Offenbarung gezeigt,
wobei die unterschiedlichen Lagen und Komponenten der Saite 1 so dargestellt werden,
als seien sie jeweils mit einem Versatz zueinander aufgebracht. Dies ist hier aber
nur der Darstellung wegen so ausgeführt - die tatsächlich nach dem vorliegenden Konzept
hergestellte Saite ist zunächst durchgehend mit allen Lagen und Komponenten versehen.
[0055] Die schematisch in Figur 2 dargestellte Saite 1 umfasst einen Saitenkern 2, der aus
mindestens einer linearen Kernfaser ausgebildet ist.
[0056] Unter einer linearen Kernfaser wird hier verstanden, dass sich die Kernfaser linear
in Richtung der Saitenerstreckung erstreckt und dabei keine Kurven und keine Welligkeit
aufweist. Mit anderen Worten wird die lineare Kernfaser, wenn sie unter Spannung versetzt
wird, nicht erst aus einer gekurvten oder welligen Ausrichtung gerade gezogen und
dann erst durch die Materialdehnung gespannt, sondern eine extern aufgebrachte Spannung
wirkt sofort auf die Materialdehnung.
[0057] Besonders aber wird bei Verwendung einer linearen Kernfaser vermieden, dass diese
in sich oder mit anderen Kernfasern des Saitenkerns verdreht, verdrillt, verflochten
oder mit diesen überkreuzt ist. Die lineare Kernfaser erstreckt sich entsprechend
direkt in Erstreckungsrichtung der Saite.
[0058] Der Saitenkern 2 trägt die Spannung der Saite 1. Mit anderen Worten wird die zwischen
dem Saitenhalter 110, dem Steg 120 und dem Wirbel 140 auf die Saite 1 aufgebrachte
Spannung vom Saitenkern 2 getragen. Dieser längt sich dann entsprechend seiner Dehnsteifigkeit
und der durch das Spannen der Saite aufgebrachten Spannung.
[0059] Die lineare Kernfaser kann beispielsweise eine Kunststofffaser sein, wobei die lineare
Kunststofffaser dann beispielsweise in Form eines Monofilaments oder eines Multifilaments
aus dem jeweiligen Kunststoffmaterial ausgebildet sein kann.
[0060] Das Kunststoffmaterial der linearen Kunststofffasern des Saitenkerns 2 kann beispielsweise
ein Polyamid, ein Aramid, PEK, PEEK, PBT, Polyester, Nylon, Polyethylen, PET, PEET,
PES, PE, PP, POM, PTFE, PVDF, PVDC und/oder PVC umfassen oder daraus bestehen.
[0061] Bevorzugt wird hier eine Längendehnung des Saitenkerns 2 von unter 2,5% erreicht.
[0062] Bei einer Ausbildung des Saitenkerns 2 als Monofilament ist der gesamte Saitenkern
2 durch eine einzige Kunststofffaser ausgebildet.
[0063] Bei einer Ausbildung des Saitenkerns 2 als Multifilament sind mindestens zwei lineare
Kunststofffasern vorgesehen, die parallel zueinander verlaufen und die sich linear
in Richtung der Saite 1 erstrecken. Bei der Ausbildung als Multifilament ist typischer
Weise ein Bündel linear zueinander verlaufender Kunststofffasern vorgesehen, die gemeinsam
den Saitenkern 2 ausbilden. Die einzelnen Fasern des Multifilaments können jeweils
die gleiche Stärke aufweisen, oder aber auch unterschiedliche Stärken aufweisen.
[0064] Bevorzugt ist es jedoch, den Saitenkern 2 homogen auszubilden in Bezug auf Material
und Stärken der linearen Fasern des Kunststoffmaterials. Mit anderen Worten können
alle Kernfasern durch die gleichen Kunststofffasern ausgebildet sein.
[0065] Mindestens eine Kernfaser kann aber auch einen linearen Metalldraht umfassen oder
ein linearer Metalldraht sein, wobei als Kernfaser bevorzugt mindestens zwei lineare
Metalldrähte vorgesehen sind, bevorzugt ein Bündel linearer Metalldrähte, wobei die
Metalldrähte bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0066] Auch kann hier vorgesehen sein, dass alle Kernfasern des Saitenkerns lineare Metalldrähte
sind.
[0067] Kombinationen der genannten Kernfasern sind auch denkbar, solange alle Kernfasern
linear ausgeführt sind und zu einem parallel zueinander liegenden Bündel an sich in
Erstreckungsrichtung erstreckenden Fasern zusammengefasst werden können.
[0068] Auf den Saitenkern 2 der Saite 1 ist ein den Saitenkern 2 umgebendes Hohlgeflecht
3 aufgebracht. Das Hohlgeflecht 3 wird direkt auf den Saitenkern 2 aufgebracht - es
ist also keine Zwischenlage zwischen dem Saitenkern 2 und dem Hohlgeflecht 3 vorgesehen.
[0069] Die Flechtfasern 30, 32 des Hohlgeflechts 3 schließen miteinander einen Flechtwinkel
zwischen 15° und 80° ein. Auf die genaue Ausbildung des Hohlgeflechts 3 wird unter
Bezugnahme auf Figur 4 weiter unten noch einmal genauer eingegangen.
[0070] Wie auch aus Figur 2 zu erkennen ist, ist auf dem Hohlgeflecht 3 eine den Saitenkern
2 und das Hohlgeflecht 3 umgebende Umwicklung 4 aufgebracht. Die Umwicklung 4 ist
als helixförmig um das Hohlgeflecht 3 und den Saitenkern 2 gewickelter Metalldraht
ausgebildet. Die Umwicklung 4 stellt entsprechend die äußerste Lage der Saite 1 bereit,
welche von dem jeweiligen Musiker sowohl mit den Fingern der Greifhand als auch mit
den Fingern der Zupfhand beziehungsweise mit dem Bogen berührt wird. Die äußerste
Lage der Umwicklung 4 tritt bei gegriffenen Tönen auch mit dem Griffbrett des Streichinstruments
in Kontakt.
[0071] Die Umwicklung 4 ist direkt auf das Hohlgeflecht 3 aufgebracht - es ist entsprechend
keine weitere Lage zwischen dem Hohlgeflecht 3 und der Umwicklung 4 vorgesehen.
[0072] Einzig ein weiteres Hohlgeflecht könnte zwischen dem den Saitenkern 2 umgebenden
Hohlgeflecht und der Umwicklung 4 ausgebildet sein. Mit anderen Worten könnten auch
zwei oder mehr Lagen eines Hohlgeflechts auf den Saitenkern 2 aufgebracht sein.
[0073] Das den Saitenkern 2 umgebende Hohlgeflecht 3 stellt entsprechend eine Vermittlungslage
zwischen dem Saitenkern 2 und der Umwicklung 4 bereit. Auf diese Weise kann die mechanische
Verbindung zwischen dem Saitenkern 2 und der Umwicklung 4 verbessert werden, so dass
auch bei der Verwendung linearer Kunststofffasern für den Saitenkern 2 ein Rutschen
der Umwicklung 4 auf dem Saitenkern 2 verringert oder vermieden werden kann. Weiterhin
kann durch die Vermittlungslage in Form des Hohlgeflechts 3 erreicht werden, dass
die Rundheit der Umwicklung 4 der Saite 1 - in Querschnittsrichtung gesehen - verbessert
wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn für den Saitenkern 2 ein Bündel linearer
Kernfasern verwendet wird, die durch das Aufbringen des Hohlgeflechts 3 beim Aufbringen
der Umwicklung 4 besser in einer runden Querschnittsform gehalten werden können.
[0074] Dabei wird das Hohlgeflecht 3 bevorzugt mit einer vorgegebenen Vorspannung auf den
Saitenkern 2 aufgebracht. Die Vorspannung kann bevorzugt knapp unterhalb der Bruchgrenze
der schwächsten Flechtfaser liegen, um eine möglichst hohe Vorspannung des Hohlgeflechts
3 auf dem Saitenkern 2 zu erreichen.
[0075] Das Hohlgeflecht 3 wirkt entsprechend wie eine Vermittlungslage, die ein rutschsicheres
und in seinem Endergebnis rundes Aufbringen der Umwicklung 4 relativ zu dem Saitenkern
2 ermöglicht. Dies ermöglicht gleichzeitig bei dem genannten Aufbau der Saite 1, dass
die Saite 1 auch besonders effizient hergestellt werden kann und insbesondere auch
eine kontinuierliche Herstellung der Saite ermöglicht.
[0076] Herkömmliche Saiten werden als Einzelsaiten hergestellt, wobei der Beginn und das
Ende der Umwicklung bezüglich des Saitenkerns in Saitenlängsrichtung festgehalten
wird, um ein Verrutschen der Umwicklung zu vermeiden.
[0077] Die mit dem vorliegenden Aufbau versehenen Saiten lassen sich hingegen auch kontinuierlich
herstellen, da ein Verrutschen der Umwicklung 4 relativ zum Saitenkern 2 in der Saitenlängsrichtung
durch das als Vermittlungslage ausgebildete Hohlgeflecht 3 reduziert oder vermieden
werden kann. Damit kann die kontinuierlich hergestellte Saite 1 dann nach der eigentlichen
Herstellung auf die benötigten Längen der Einzelsaiten abgeschnitten werden, ohne
dass es zu einem relevanten Verrutschen der Umwicklung 4 gegenüber dem Saitenkern
2 kommt.
[0078] Durch die Bereitstellung des Hohlgeflechts 3 kann darüber hinaus auch die Zusammensetzung
der Kernfasern des Saitenkerns 2 bezüglich der verwendeten Materialien und Stärken
der Kernfasern flexibel gehandhabt werden. Das Hohlgeflecht 3 wirkt auch hier als
Vermittlungslage und zur Verbesserung der Rundheit des Querschnitts des Saitenkerns
2, um beim anschließenden Umwickeln mit der Umwicklung 4 ebenfalls einen runden Querschnitt
zu erreichen und eine gute Kopplung der Lagen untereinander zu erreichen.
[0079] Weiterhin kann durch die Verwendung des Hohlgeflechts 3 erreicht werden, dass ein
direkter Kontakt zwischen den Kernfasern im Saitenkern 2 und der helixförmigen Umwicklung
4 nicht vorliegt. Dadurch kann auch die Längsdehnung der Saite verringert werden,
denn ein - wenn auch marginales - Auslenken des Saitenkerns 2 durch das Aufbringen
der Umwicklung 4 findet nicht statt. Vielmehr kann durch das Hohlgeflecht 3 erreicht
werden, dass die Umwicklung 4 keinen direkten Einfluss auf die Linearität des Saitenkerns
2 ausübt.
[0080] Weiterhin werden die Kernfasern im Saitenkern 2 durch das Hohlgeflecht 3 vor mechanischen
Beanspruchungen durch die metallische Umwicklung 4 geschützt, so dass hier eine längere
Standzeit der Saiten erreicht werden kann.
[0081] In Figur 3 ist sehr schematisch ein Querschnitt durch die in Figur 2 dargestellte
Saite 1 gezeigt, wobei der Saitenkern 2 hier durch eine Kernfaser 20 in Form eines
Monofilaments dargestellt ist. Das Hohlgeflecht 3, welches den Saitenkern 2 umgibt,
ist in dieser Schnittdarstellung durch die das Hohlgeflecht ausbildenden Flechtfasern
30, 32 exemplarisch und schematisch dargestellt, wobei auf den Aufbau des Hohlgeflechts
3 in Figur 5 unten noch explizit eingegangen wird. Die Umwicklung 4 aus dem Metalldraht
ist ebenfalls sehr schematisch als eine einzelne helixförmige Umwicklung dargestellt.
[0082] In Figur 4 ist ganz schematisch eine weitere Ausführungsform einer Saite 1 in einem
schematisch angedeuteten Querschnitt gezeigt. Der Saitenkern 2 ist hier als Multifilament
ausgebildet und umfasst ein Bündel von linearen Kernfasern 20 in Form der linearen
Filamente des Multifilaments.
[0083] Das Hohlgeflecht 3 ist in der Schnittdarstellung wieder schematisch durch die unterschiedlichen
Flechtfasern 30, 32 dargestellt. Das Hohlgeflecht 3 dient in dieser Ausgestaltung
unter anderem dazu, dem Bündel von Kernfasern 20 in dem Saitenkern 2 eine im Querschnitt
möglichst runde Form aufzuprägen, um auf diese Weise ein effizientes und problemloses
Umwickeln mit der Umwicklung 4 zu ermöglichen und entsprechend zu einem im Wesentlichen
runden Saitenquerschnitt zu gelangen.
[0084] In der in Figur 4 gezeigten Ausprägung ist die Umwicklung 4 exemplarisch durch zwei
übereinander angeordnete Wickeldrähte 40, 42 ausgebildet, wobei entsprechend eine
erste und innere Lage mit dem ersten metallischen Wickeldraht 40 durchgeführt wird,
und dann eine zweite und äußere Lage mit einem weiten metallischen Wickeldraht 42
um die erste Lage herum aufgelegt wird. Durch das Bereitstellen von mindestens zwei
Lagen der Umwicklung 4 kann entsprechend die Massenbelegung der Saite 1 so eingestellt
werden, dass beispielsweise für die tiefen Saiten eines Kontrabasses die entsprechend
notwendige schwingende Masse erreicht werden kann, um den gewünschten Klang und das
gewünschte Tonvolumen zu erreichen.
[0085] Die beiden hier verwendeten Wickeldrähte 40, 42 können entweder aus dem gleichen
Material bereitgestellt werden, oder aus unterschiedlichen Materialien, um die sowohl
Massebelegung als auch Klang, Ansprache und Griffgefühl anzupassen.
[0086] In den unterschiedlichen Ausbildungen der Saiten 1 kann zumindest die äußerste Lage
der Umwicklung 4 durch einen Flachdraht ausgebildet sein, um so eine im Wesentlichen
glatte Außenseite der Saite 1 bereit zu stellen, die keine oder nur geringe Nacharbeit
benötigt.
[0087] In Figur 5 ist sehr schematisch das für die vorliegenden Saiten 1 vorgesehene Hohlgeflecht
3 mit einer Mehrzahl an Flechtfasern 30, 32 gezeigt, welche um einen ebenfalls schematisch
gezeigten Saitenkern 2 herum geflochten ist.
[0088] In den Figuren werden nur exemplarisch die Bezugszeichen 30 und 32 für die Flechtfasern
verwendet, wobei die Flechtfasern 30 und die Flechtfasern 32 sich jeweils kreuzen,
also unter einem Winkel zueinander angeordnet sind.
[0089] Die übrigen Flechtfasern liegen üblicher Weise parallel zu den beiden unter einem
Winkel angeordneten Flechtfasern 30, 32, sind aber bezüglich der Flechtphase zueinander
verschoben, so dass bei nebeneinander liegenden Flechtfasern bezüglich einer im Winkel
zu diesen verlaufenden Flechtfaser eine erste Flechtfaser über diese hinweg geführt
wird, eine zweite Flechtfaser aber unter dieser hindurch. Die Bereitstellung eines
Hohlgeflechts an sich ist bekannt.
[0090] Das Hohlgeflecht 3 besteht typischerweise aus mindestens 12 Flechtfasern, welche
gemeinsam das Hohlgeflecht 3 ausmachen. Die Flechtfasern werden auch als "Flechten"
bezeichnet.
[0091] In Figur 5 ist gezeigt, dass die Flechtfasern 30, 32 gegenüber der Längserstreckung
X der Saite 1 und insbesondere gegenüber der Längserstreckung X des Saitenkerns 2
einen sogenannten Flechtwinkel einschließen. Der Flechtwinkel ist definiert aus der
Flechtrichtung der jeweiligen Flechtfaser 30, 32 gegenüber der Längserstreckung X
der Saite 1.
[0092] Der Flechtwinkel zwischen der Flechtfaser 30 und der Längserstreckung X der Saite
beträgt bevorzugt zwischen 15° und 80°, wobei der Flechtwinkel hier mit α gekennzeichnet
ist. Der Flechtwinkel zwischen der Flechtfaser 32 und der Längserstreckung X der Saite
1 ist hier mit β gekennzeichnet. Der Flechtwinkel in den beiden Richtungen ist bevorzugt
gleich. Mit anderen Worten liegen die Flechtfasern 30, 32 unter dem gleichen Winkel
vor - einmal als positiver Winkel und einmal als negativer Winkel ausgedrückt. Oder
auch als |
α| = |
β| ausgedrückt.
[0093] Das Vorliegen des Flechtwinkels führt dazu, das Hohlgeflecht 4 keinen oder keinen
nennenswerten Beitrag zur Zugübertragung in Richtung der Längserstreckung der Saite
1 leistet. Mit anderen Worten trägt der Saitenkern 2 die Saitenspannung.
[0094] Der Flechtwinkel und der Durchmesser d des entstehenden Hohlgeflechts 3 führt zu
einer Flechtweite f. Die Flechtweite f ist, wie in Figur 5 gezeigt, dadurch bestimmt,
wie lange eine einzige Flechtfaser 30, 32 braucht, bis sie eine vollständige Umrundung
des Saitenkerns 2 erreicht hat, also einen Winkel von 360° beschrieben hat. Die in
Erstreckungsrichtung X liegende Distanz zwischen zwei Punkten, die in der Erstreckungsrichtung
auf der gleichen Linie auf dem Umfang des Hohlgeflechts liegen, wird als Flechtweite
f bezeichnet.
[0095] Über die Flechtweite f in Kombination mit der Anzahl der Flechtfasern und deren Stärke
kann entsprechend bestimmt werden, wie eng beziehungsweise wie locker in Erstreckungsrichtung
der Saite das Hohlgeflecht 3 auf dem Saitenkern 2 sitzt. Entsprechend kann hierüber
die Flechtdichte eingestellt werden, die sich aus der Anzahl an Flechtfasern pro Längeneinheit,
beispielsweise pro Zoll oder pro Zentimeter, ergibt.
[0096] Das Hohlgeflecht 3 kann aus Flechtfasern 30, 32 aufgebaut sein, welche alle das gleiche
Material und die gleichen Dimensionen umfassen. In Ausgestaltungen der herzustellenden
Saite 1 kann ein solches Hohlgeflecht 3 mit Flechtfasern 30, 32, welche alle aus dem
gleichen Material ausgebildet sind, beispielsweise in Fällen von Bedeutung sein, in
welchen eine bestimmte Massenbelegung erreicht werden soll, beispielsweise im Bereich
von dünneren beziehungsweise höher gestimmten Saiten.
[0097] Eine gewünschte Massenbelegung kann auch über die Flechtweite variiert werden. Beispielsweise
kann zur Herstellung der gleichen Massenbelegung die Flechtweite bei der Verwendung
von metallischen Flechtfasern 30, 32 größer gewählt werden, als bei der Verwendung
von Flechtfasern 30, 32 aus Kunststoff. Mit anderen Worten müsste zur Erreichung einer
gleichen Massenbelegung bei der Verwendung von Flechtfasern 30, 32 aus Kunststoff
das Hohlgeflecht enger geflochten werden, als bei Verwendung von metallischen Flechtfasern.
[0098] Das Hohlgeflecht 3 kann aber auch aus unterschiedlichen Flechtfasern 30, 32 ausgebildet
sein, die bevorzugt aus unterschiedlichen Materialien ausgebildet sind. Beispielsweise
kann das Hohlgeflecht 3 mindestens eine Flechtfaser 30, 32 aus einem Kunststoffmaterial
und eine weitere Flechtfaser aus einem Metalldraht aufweisen.
[0099] Mit einer solchen Kombination aus Flechtfasern 30, 32 unterschiedlicher Materialien
lässt sich ein besonders fester Verbund zwischen dem Saitenkern 2 und der Umwicklung
4 herstellen, da sich der Saitenkern 2 aus dem linearen Kunststoffmaterial besser
mit den Kunststofffasern des Hohlgeflechts 3 verbindet und die metallische Umwicklung
4 besser mit der dem Metalldraht des Hohlgeflechts 3 verbindet.
[0100] Die Flechtweite kann auch abhängig von der jeweiligen spezifischen Kombination aus
Flechtfasern variiert werden.
[0101] Weiterhin ist es möglich, über die Auswahl der Flechtfasern des Hohlgeflechts 3 eine
mögliche Massebelegung der Saite 1 zu variieren und in den entsprechend optimalen
Bereich für den jeweiligen Anwendungsbereich und die gewünschte Tonhöhe der Saite
zu bewegen.
[0102] Als Materialien für die Flechtfasern 30, 32 können beispielsweise Fasern aus Kunststoff
wie beispielsweise Polyester oder auch zugfestere Kunststoffe verwendet werden. An
metallischen Fasern beziehungsweise Drähten können beispielsweise solche aus Kupfer
oder Aluminium verwendet werden.
[0103] Eine Saite 1, welche wie vorstehend beschrieben aufgebaut ist, lässt sich besonders
vorteilhaft in einem kontinuierlichen Verfahren herstellen. Das Verfahren wird hier
sehr schematisch in Figur 6 gezeigt.
[0104] Ein Saitenkern 2, welcher entweder als Monofilament ausgebildet ist oder als Multifilament,
wird in eine Flechtmaschine 300 eingeführt. Um den in die Flechtmaschine 300 eingeführten
Saitenkern 2 herum wird dann auf an sich bekannte Weise ein Hohlgeflecht 3 aufgebracht,
indem die einzelnen Flechtfasern 30, 32 in der entsprechenden Anzahl, beispielsweise
mit 12 unterschiedlichen Flechtfasern, in der Flechtmaschine unter Einstellung des
entsprechenden Vorschubs und damit unter Einstellung des vorgegebenen Flechtwinkels,
aufgeflochten werden. Dieser Prozess kann kontinuierlich durchgeführt werden, sodass
eine Länge hergestellt werden kann, die für mindestens zwei Einzelsaiten ausreichend
ist. In einem bevorzugten Verfahren wird auf diese Weise aus einem Saitenkern 2 und
dem Aufbringen des Hohlgeflechts 3 eine kontinuierliche, ausgedehnte Saite 1 hergestellt.
[0105] Auf die entsprechend kontinuierlich hergestellte Kombination aus dem Saitenkern 2
und dem Hohlgeflecht 3 wird dann die Umwicklung 4 aufgebracht, welche ebenfalls in
einem kontinuierlichen Verfahren in einer Wickelmaschine 400 aufgebracht wird. Entsprechend
kann eine Saite 1 hergestellt werden, welche eine Länge aufweist, die das Abtrennen
von mindestens zwei Einzelsaiten ermöglicht, welche dann die für das jeweilige Instrument
vorgesehene Länge aufweist.
[0106] Dadurch, dass zwischen dem Saitenkern 2 und der Umwicklung 4 das Hohlgeflecht 3 angeordnet
ist, besteht eine gute mechanische Verbindung zwischen dem Saitenkern 2 und der Umwicklung
4, sodass die Eigenschaften der Saite 1 nicht verändert werden, wenn hier die jeweiligen
Einzelsaiten abgeschnitten werden. Weiterhin ist die Gestaltung und Wahl der Umwicklung
4 damit auch entkoppelt von der Gestaltung und Wahl des Saitenkerns 2.
[0107] Ein entsprechendes Verfahren ist schematisch in Figur 6 gezeigt, wobei hier von einer
Rolle 24 der Saitenkern 2 abgewickelt wird, dann in einer Flechtmaschine 300 mit den
Flechtfasern 30, 32 ein Hohlgeflecht 3 auf den Saitenkern 2 aufgebracht wird und dann
in einer Umwicklungsmaschine 400 der Metalldraht 40 um das seinerseits bereits den
Saitenkern 2 umgreifende Hohlgeflecht 3 aufgebracht wird und entsprechend auf diese
Weise die Umwicklung 4 erzeugt wird. Die auf diese Weise hergestellte Saite 1 kann
in einer Rolle 100 aufgerollt werden und entsprechend für die nachfolgende Weiterverarbeitung
vorgehalten werden.
[0108] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens, wie sehr schematisch in Figur
7 gezeigt ist, wird die Rolle 100 mit der kontinuierlich hergestellten Saite 1 dann
einem Schleifprozess in einer Schleifmaschine 5 unterzogen und dann in einer Schneidvorrichtung
6 auf die entsprechend vorgesehenen Längen für die Einzelsaiten geschnitten, sodass
sich hier mehrere auf die korrekte Länge geschnittene Einzelsaiten 14 ergeben.
[0109] Um nun die auf diese Weise hergestellte Einzelsaite 14 einfach an einem Instrument
montieren zu können, insbesondere dann, wenn die Einzelsaite 14 einen relativ großen
Durchmesser aufweist, wird bevorzugt in einem unteren Bereich 10 der Einzelsaite 14,
welcher dem Saitenhalter entgegen zeigt, zumindest eine Lage der Umwicklung 4 entfernt.
Auf diese Weise wird beispielsweise das Hohlgeflecht 3 freigelegt - es kann aber auch
nur eine darunter liegende Lage der Umwicklung freigelegt werden.
[0110] Es kann alternativ auch, beim Vorsehen von mehreren Lagen der Umwicklung 4, beispielsweise
nur eine äußere Lage der Umwicklung 4 entfernt werden. Das auf diese Weise hergestellte
untere Ende 10 der Einzelsaite 14 weist entsprechend einen geringeren Durchmesser
auf, als in dem Bereich der vollständigen Umwicklung 4 und kann so besonders einfach
zu einer Schleife 70 gelegt werden, welche über eine Aufpresshülse 72 fixiert wird.
[0111] Die Aufpresshülse 72 ermöglicht es entsprechend, dass die Schlaufe 70 stabil haltbar
ausgebildet ist und entsprechend die Einzelsaite 14 an ihrem unteren Ende 10 am Saitenhalter
fixiert werden kann. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Einzelsaite
14 zunächst durch die entsprechende Bohrung des Saitenhalters hindurchgezogen wird
und dann durch die Schlaufe 70 hindurch zurückgeschleift wird.
[0112] Die Schlaufe 70 kann, wie in der Figur 8 sehr schematisch gezeigt, einfach aus dem
Material der Einzelsaite 14 bestehen. Die Schlaufe 70 kann jedoch beispielsweise zur
Aufrechterhaltung eines vorgegebenen Schleifenradius, mit einer Einlage in Form einer
Schleifenhülse versehen werden.
[0113] Das obere Ende 12 der Einzelsaite 14 kann ebenfalls in seinem Durchmesser dadurch
verringert werden, dass zumindest die äußerste Lage der Umwicklung 4 oder mehrere
Lagen der Umwicklung 4 oder die gesamte Umwicklung 4 so entfernt wird, dass entsprechend
ein in seinem Durchmesser reduzierter Abschnitt der Einzelsaite 14 verbleibt, welcher
dann entsprechend in eine Bohrung bzw. Ausnehmung des jeweiligen Wirbels im Wirbelkasten
eingeführt werden kann.
[0114] Bevorzugt werden das untere Ende 10 und/oder das das obere Ende 12 mit einem Kunststofffaden,
Lederfaden oder Textilfaden umsponnen, um auf diese Weise eine farbliche Markierung
der Einzelsaiten 14 zu ermöglichen. Dadurch kann auch das jeweilige Drahtende der
Umwicklung 4 festgelegt werden und entsprechend verhindert werden, dass sich der Draht
der Umwicklung 4 nach und nach auflöst oder abgewickelt wird.
[0115] Zusätzlich oder alternativ zu der Befestigung des Drahtendes der Umwicklung 4 durch
eine Umspinnung mit einem Textil-, Synthetik-, oder Lederfaden kann auch eine Schrumpfhülse
oder Schrumpfschlauch zur Fixierung des jeweiligen Drahtendes der abgewickelten Umwicklung
4 verwendet werden.
[0116] Bevorzugt wird mit dem Verfahren ein Satz an Einzelsaiten bereitgestellt, wobei der
Satz an Einzelsaiten an das jeweilige Streichinstrument angepasst ist. Beispielweise
können über das beschriebene Verfahren Einzelsaiten 1 bereitgestellt werden, welche
für einen Kontrabass in Orchesterstimmung mit den Saitenhöhen EADG vorgesehen sind.
Gleichermaßen können auch Sätze an Einzelsaiten für 5-saitige Kontrabässe bereitgestellt
werden, wobei dann noch eine H Saite hinzugefügt wird.
[0117] Weiterhin kann auch ein Satz an Einzelsaiten in Solostimmung für Kontrabässe bereitgestellt
werden, beispielsweise F#HEA. Auch andere Stimmungen für die Sätze an Einzelsaiten
sind denkbar, beispielsweise eine Quintstimmung oder eine Wiener Stimmung. Gleichermaßen
können auch für andere Streichinstrumente auf die beschriebene Weise ein Einzelsaiten
hergestellt werden, beispielsweise für ein Cello, eine Geige oder eine Bratsche oder
eine Gambe oder einen Violone.
[0118] Bei Herstellung eines Satzes an Einzelsaiten für ein bestimmtes Instrument beziehungsweise
für eine bestimmte Stimmung ist es von Vorteil, wenn der Flechtwinkel für alle Saiten
des Satzes identisch gehalten wird. Abhängig von dem jeweiligen Durchmesser des Saitenkerns
2 ergeben sich daraus unterschiedliche Flechtweiten.
[0119] Bevorzugt wird für mindestens zwei Einzelsaiten, bevorzugt für fast alle oder alle
Saiten des Saitensatzes ein Saitenkern 2 mit aufgebrachtem Hohlgeflecht 3 mit identischem
Aufbau und Dimensionen verwendet. Mit anderen Worten wird der Durchmesser und die
Massenbelegung der Einzelsaiten des Saitensatzes nur über die Dimensionierung und
Anzahl der Lagen der Umwicklung variiert.
[0120] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezuqszeichenliste
[0121]
- 1
- Saite
- 10
- unteres Ende einer Einzelsaite
- 12
- oberes Ende der Einzelsaite
- 14
- Einzelsaite
- 100
- Rolle
- 105
- Streichinstrument
- 110
- Saitenhalter
- 120
- Steg
- 125
- Griffbrett
- 130
- Obersattel
- 135
- Wirbelkasten
- 140
- Wirbel
- 2
- Saitenkern
- 20
- Filament des Saitenkerns
- 24
- Rolle
- 3
- Hohlgeflecht
- 30
- Flechtfaser
- 32
- Flechtfaser
- 300
- Flechtvorrichtung
- 4
- Umwicklung
- 40
- erster Wickeldraht
- 42
- zweiter Wickeldraht
- 400
- Wickelvorrichtung
- 5
- Schleifvorrichtung
- 6
- Schneidevorrichtung
- 70
- Schlaufe
- 72
- Presshülse
- X
- Erstreckungsrichtung der Saite
- f
- Flechtweite
- d
- Durchmesser
- α
- Flechtwinkel
- β
- Flechtwinkel
1. Saite (1) für ein Streichinstrument, bevorzugt für einen Kontrabass oder ein Cello,
umfassend
einen Saitenkern (2) aus mindestens einer linear in Erstreckungsrichtung (x) der Saite
ausgerichteten Kernfaser (20) zur Aufnahme der Spannung der Saite (1),
ein den Saitenkern (2) umgebendes Hohlgeflecht (3) mit einem Flechtwinkel (a, β) zwischen
15° und 80° aus mindestens drei Flechtfasern (30, 32), und
eine den Saitenkern (2) und das Hohlgeflecht (3) umgebende helixförmige Umwicklung
(4) aus einem Metalldraht (40, 42).
2. Saite (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kernfaser (20) eine lineare Kunststofffaser umfasst oder eine lineare
Kunststofffaser ist, und die Kernfaser (20) bevorzugt ein Monofilament oder ein Multifilament
ausbildet, wobei als Kernfaser (20) besonders bevorzugt mindestens zwei lineare Kunststofffasern
vorgesehen sind, bevorzugt ein Bündel linearer Kunststofffasern, wobei die Kunststofffasern
bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
3. Saite (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffaser ein Polyamid, ein Aramid, PEK, PEEK, PBT, Polyester, Nylon, Polyethylen,
PET, PEET, PES, PE, PP, POM, PTFE, PVDF, PVDC und/oder PVC umfasst oder daraus besteht.
4. Saite (1) gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Kernfasern (20) des Saitenkerns (2) lineare Kunststofffasern sind.
5. Saite (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kernfaser (20) einen linearen Metalldraht umfasst oder ein linearer
Metalldraht ist, wobei als Kernfaser (20) bevorzugt mindestens zwei lineare Metalldrähte
vorgesehen sind, bevorzugt ein Bündel linearer Metalldrähte, wobei die Metalldrähte
bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
6. Saite (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Kernfasern (20) des Saitenkerns (2) lineare Metalldrähte sind.
7. Saite (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlgeflecht (3) einen Flechtwinkel (a, β) von 35° bis 55°, bevorzugt einen Flechtwinkel
(a, β) von 40° bis 50° aufweist, wobei der Flechtwinkel bevorzugt symmetrisch zur
Erstreckungsrichtung (x) ausgerichtet ist.
8. Saite (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Flechtfaser (30, 32) eine Kunststofffaser oder ein Metalldraht ist,
und/oder
das Hohlgeflecht (3) metallische Flechtfasern und Kunststofffasern umfasst, wobei
die metallischen Fasern und die Kunststofffasern bevorzugt in unterschiedlichen Flechtfasern
(30, 32) des Hohlgeflechts (3) vorliegen und/oder das Hohlgeflecht (3) direkt auf
dem Saitenkern (2) aufgebracht ist, wobei das Hohlgeflecht (3) bevorzugt mit einer
radialen Vorspannung auf den Saitenkern (2) aufgebracht ist, und/oder
mindestens ein weiteres Hohlgeflecht das den Saitenkern (2) umgebende Hohlgeflecht
(3) umgibt.
9. Saite (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die helixförmige Umwicklung (4) einen metallischen Runddraht (40, 42) umfasst und
auf der dem Saitenkern (2) abgewandten Außenseite plan geschliffen ist, um eine zylinderförmige
Außenseite bereit zu stellen, und/oder
die helixförmige Umwicklung (4) direkt auf das Hohlgeflecht (3) oder das weitere Hohlgeflecht
aufgebracht ist.
10. Saite (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umwicklung (4) mindestens zwei Lagen umfasst, wobei die innere Lage einen ersten
Metalldraht (40) und die äußere Lage einen zweiten Metalldraht (42) umfasst, wobei
sich das Material des ersten und des zweiten Metalldrahts (40, 42) unterscheiden kann.
11. Satz Saiten, wobei bevorzugt 3, 4 oder 5 Einzelsaiten (14) gemäß einem der vorstehenden
Ansprüche vorgesehen sind und der Flechtwinkel (a, β) für das Hohlgeflecht (3) bei
allen Einzelsaiten (14) gleich ist.
12. Satz Saiten gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Einzelsaiten (14) einen identischen Aufbau des Saitenkerns (2) und
des Hohlgeflechts (3) aufweisen.
13. Verfahren zur Herstellung einer Saite (1) für ein Streichinstrument, bevorzugt einer
Saite (1) für einen Kontrabass oder ein Cello, umfassend
Bereitstellen eines Saitenkerns (2) aus mindestens einer linear in Erstreckungsrichtung
(x) der Saite ausgerichtete Kernfaser (20),
Umflechten des Saitenkerns (2) mit einem Hohlgeflecht (3) mit einem Flechtwinkel (a,
β) zwischen 15° und 80° aus mindestens drei Flechtfasern (30, 32), und
Umwickeln des Saitenkerns (2) und des Hohlgeflechts (3) mit einer helixförmigen Umwicklung
(4) aus einem Metalldraht (40, 42).
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Saite (1) kontinuierlich hergestellt wird und Einzelsaiten (14) von der kontinuierlich
hergestellten Saite (1) geschnitten werden, und/oder
die Saite (1) geschliffen und in Einzelsaiten (14) geschnitten wird und den Einzelsaiten
(14) in einem ersten Bereich (10) zumindest eine Lage der Umwicklung (4) entfernt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Bereich (10) der entfernten Umwicklung (4) eine Schlaufe (70) fixiert
wird und die Schlaufe (70) bevorzugt mit einer Presshülse (72) fixiert wird.