[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansteuern einer Plasmaquelle eines, insbesondere
handführbaren, Geräts sowie ein solches Gerät, dessen Plasmaquelle mittels dieses
Verfahrens ansteuerbar ist.
[0002] Plasmen werden seit geraumer Zeit ob ihrer geruchsinaktivierenden und antimikrobiellen
Eigenschaften eingesetzt. Ursachen der antimikrobiellen Wirkung eines Plasmas liegen
in durch das Plasma erzeugter Hitze, Austrocknung, Scherspannung, UV-Strahlung, freien
Radikalen und Ladungen.
[0003] Neben den drei Aggregatzuständen fest, flüssig oder gasförmig, wird Plasma oft als
vierter Aggregatzustand bezeichnet. Es existieren dabei sogenannte Niederdruckplasmen,
die auch als kalte Plasmen bezeichnet werden und die gewöhnlich bei Raumtemperatur
betrieben werden. Solche kalten Plasmen finden seit einiger Zeit Anwendung in der
Medizintechnik, unter anderem bei der Behandlung von schlecht oder nicht heilenden
Wunden, so bei sogenannten Plasmastiften, in welchen auf die antimikrobielle Wirkung
von kaltem Plasma zurückgegriffen wird.
[0004] Dabei wird ausgenutzt, dass in kalten Plasmen besonders reaktive Partikel wie verschiedene
Sauerstoff- oder Stickstoffspezies entstehen, die eine ausreichend hohe Lebensdauer
aufweisen, um bei einer indirekten Exposition organische Verbindungen zu schädigen.
Zu diesen Partikeln zählen unter anderem atomarer Sauerstoff, Superoxidradikale, Ozon,
Hydroxylradikale, Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid.
[0005] Diese Partikel zeigen ferner eine zerstörerische Wirkung auf unterschiedlichste Geruchskomponenten,
die Zellkomponenten eines biologischen Organismus sein können. Besonders geruchsrelevante
Stoffe sind unter anderem Buttersäure, Schweiß, festgesetzter Zigarettenrauch und
andere, also gemeinhin Gerüche die als unangenehm empfundenen werden können. Weiter
können sogenannte nicht-geruchsrelevante Moleküle wie Allergene, Proteinmoleküle,
Prionen u. ä. beseitigt oder zerstört werden.
[0006] Werden Geruchskomponenten, welche im Fall von Zellwänden, Bakterien, Keimen, Viren,
Pilzen oder anderen vergleichbaren Mikroorganismen überwiegend aus Kohlenstoffverbindungen
bestehen, dem Plasma direkt ausgesetzt, so laden sich diese aufgrund des Beschusses
mit den im Plasma vorhandenen Elektronen negativ auf. Aufgrund der elektrostatischen
Abstoßung führt dies zu mechanischen Spannungen bis hin zur Überschreitung der Zugfestigkeit
und einer damit einhergehenden Zerstörung der Geruchsmoleküle. Niederdruckplasmen
sind dabei besonders gut zur Inaktivierung von Gerüchen an textilem Gewebe oder von
haushaltsüblichen Oberflächen oder dergleichen geeignet, da eine thermische Schädigung
einer solchen Oberfläche nicht zu befürchten ist.
[0007] Es sind bereits Geräte bekannt, die die voranstehend genannten Eigenschaften des
Plasmas für verschiedene Anwendungen nutzen. Vor diesem Hintergrund sind aus der
DE 10 2018 213 143 A1, der
DE 10 2018 2013 144 A1, der
CN 2 05 814 739 U sowie aus der
CN 1 08 771 767 A jeweils handführbare Geräte zum Behandeln einer Oberfläche mittels eines Plasmas
bekannt, welche die voranstehend aufgezeigten Effekte ausnutzten.
[0008] Unter einem handführbaren Gerät wird im Rahmen der vorliegenden Patentanmeldung ein
mobiles Gerät verstanden, das von einem Benutzer händisch - also mittels einer oder
beider seiner Hände - im Betrieb des Geräts über die zu behandelnde Oberfläche bewegt
wird. Ein solches handführbares Gerät ist dabei im Gegensatz zu stationären Geräten
typischerweise vom Benutzer tragbar, worauf das Gerät massenmäßig und im Hinblick
auf seine Abmessungen abgestimmt sein muss.
[0009] Als nachteilig bei herkömmlichen handführbaren Geräten zum Behandeln einer Oberfläche
mittels eines Plasmas erweist es sich allerdings, dass die Plasmaquelle des jeweiligen
Geräts typischerweise unabhängig von einer Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche
angesteuert wird. Damit wird allerdings bei solchen herkömmlichen Geräten außer Acht
gelassen, dass eine konstante elektrische Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das
Plasma nicht für jede Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche ein optimales
Behandlungsergebnis liefern kann. So hängt eine für eine ordnungsgemäße Behandlung
einer textilen Oberfläche erforderliche elektrische Leistungsabgabe der Plasmaquelle
von einer Maschengröße der textilen Oberfläche in der Art ab, dass bei einer großen
Maschengröße eine geringere elektrische Leistungsabgabe erforderlich ist, als dies
bei einer kleineren Maschengröße der Fall wäre. Dies lässt sich damit erklären, dass
die im Plasma entstehenden reaktiven Partikel bei einer großen Maschengröße - im Vergleich
zu einer kleineren Maschengröße - einfacher in das Material der textilen Oberfläche
eindringen können. Da bei herkömmlichen handführbaren Geräten zum Behandeln einer
textilen Oberfläche mittels eines Plasmas aber für die Ansteuerung der Plasmaquelle
die Beschaffenheit der zu behandelnden textilen Oberfläche üblicherweise unberücksichtigt
bleibt, geht bei solchen herkömmlichen Geräten bei einer großen Maschengröße entweder
ein großer Anteil der abgegebenen elektrischen Leistung ungenutzt verloren oder es
werden bei kleinen Maschengröße nicht zufriedenstellende Ergebnisse der Behandlung
erzielt. Außerdem hat es sich gezeigt, dass die im Plasma entstehenden reaktiven Partikel
zu einem Verschleiß des Materials der textilen Oberfläche führen und eine Veränderung
der Farbe der textilen Oberfläche verursachen können.
[0010] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung - insbesondere zur Beseitigung
der voranstehend genannten Nachteile -, ein Verfahren zum Ansteuern einer Plasmaquelle
eines, insbesondere handführbaren, Geräts sowie ein solches Gerät, das zur Durchführung
dieses Verfahrens eingerichtet ist, anzugeben.
[0011] Grundidee der Erfindung ist demnach eine an ein Plasma abgegebene elektrische Leistung
einer Plasmaquelle eines Geräts zur Behandlung einer textilen Oberfläche auf eine
Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche abzustimmen. D. h., für die Ansteuerung
der Plasmaquelle findet die Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche Berücksichtigung.
[0012] Vorteilhaft kann so bei empfindlichen textilen Oberflächen die elektrische Leistungsabgabe
der Plasmaquelle derart angepasst werden, dass ein besonders schonendes Behandeln
solcher empfindlicher Oberflächen ermöglicht wird. Unter "schonendem Behandeln" ist
in diesem Zusammenhang ein besonders verschleißarmes und besonders wenig farbbeeinträchtigendes
Behandeln der textilen Oberfläche zu verstehen. Ferner kann die elektrische Leistungsabgabe
der Plasmaquelle an das Plasma verringert werden, falls erkannt wird, dass die zu
behandelnde textile Oberfläche eine große Maschengröße aufweist, was den elektrischen
Energieverbrauch des Geräts senkt.
[0013] Umgekehrt kann die elektrische Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das Plasma erhöht
werden, falls erkannt wird, dass die zu behandelnde textile Oberfläche eine kleine
Maschengröße aufweist, was erforderlich ist, um das Material einer textilen Oberfläche
mit kleiner Maschengröße mit dem gewünschten Ergebnis mit dem Plasma zu behandeln.
[0014] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Ansteuern einer Plasmaquelle eines, insbesondere
handführbaren Geräts, zur Behandlung einer textilen Oberfläche mittels eines, insbesondere
kalten, Plasmas wird im Betrieb des Geräts das Plasma mittels der Plasmaquelle des
Geräts erzeugt und auf die zu behandelnde Oberfläche aufgebracht. Dabei wird eine
elektrische Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das erzeugte Plasma in Abhängigkeit
von wenigstens einer Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche wenigstens einmal
angepasst bzw. abgestimmt. Dieses Abstimmen erfolgt zweckmäßig in Form eines Anpassens
bzw. eines Variierens der elektrischen Leistungsabgabe. Vorteilhaft kann so bei verschiedensten
Beschaffenheiten zu behandelnder Oberflächen stets ein optimaler Kompromiss zwischen
der schonenden und zugleich wirksamen Behandlung erreicht werden.
[0015] Zweckmäßig erfolgt die wenigstens eine Anpassung der Leistungsabgabe erfolgt, während
das Gerät über die zu behandelnde Oberfläche hinwegbewegt wird. Somit kann die Leistungsabgabe
an sich ändernde Beschaffenheit der Oberfläche angepasst werden.
[0016] Besonders bevorzugt erfolgt also eine Änderung der Leistungsabgabe, wenn sich die
Beschaffenheit der Oberfläche, insbesondere beim Bewegen des Geräts über die Oberfläche
hinweg, ändert.
[0017] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird die Beschaffenheit der
zu behandelnden Oberfläche von einem Benutzer des Geräts vorgegeben. Zweckmäßig wird
die Beschaffenheit von dem Benutzer des Geräts mittels einer Zuordnung zu einer vorgegebenen
Beschaffenheits-Kategorie vorgegeben. Dabei wird die seitens des Benutzers für das
Verfahren vorgegebene Beschaffenheit dem Gerät über eine Eingaberichtung zugeführt.
Die Eingabeeinrichtung ist im Gerät integriert oder Teil einer, zweckmäßigerweise
kabellos, mit dem Gerät datenübertragend gekoppelten gesonderten mobilen Einrichtung.
Bevorzugt erfolgt die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe im Betrieb des Geräts
inkrementell. Besonders bevorzugt wird die Leistungsabgabe genau einmal abgestimmt.
Dies bietet eine besonders einfach umzusetzende Möglichkeit, die Abstimmung der elektrischen
Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das Plasma umzusetzen.
[0018] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens wird die Beschaffenheit
der zu behandelnden Oberfläche, insbesondere beim Bewegen des Geräts über die zu behandelnde
Oberfläche hinweg, mittels einer die Oberfläche abtastenden Sensoreinrichtung erkannt.
Bevorzugt ist die Sensoreinrichtung im Gerät integriert oder Teil einer, bevorzugt
kabellos, mit dem Gerät datenübertragend gekoppelten gesonderten mobilen Einrichtung.
Dabei erfolgt die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe im Betrieb des Geräts
vorzugsweise kontinuierlich. Damit kann vorteilhaft eine besonders präzise Abstimmung
der elektrischen Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das Plasma realisiert werden.
[0019] Es versteht sich, dass sowohl das Gerät als auch die gesonderte mobile Einrichtung
jeweils sowohl eine Eingabeeinrichtung als auch eine Sensoreinrichtung aufweisen können.
Die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe kann dann im Betrieb des Geräts entweder
instrumentell oder kontinuierlich erfolgen. Dies bietet eine besonders flexible Abstimmungsmöglichkeit
der elektrischen Leistungsabgabe der Plasmaquelle an das Plasma.
[0020] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass die Sensoreinrichtung
einen Fotosensor sowie jeweils alternativ oder zusätzlich eine Kamera, einen Ultraschallsensor
oder ein mechanisches Abtastelement umfasst. Eine solche Sensoreinrichtung erlaubt
ein besonders genaues und zugleich schnelles Erkennen der Beschaffenheit der zu behandelnden
Oberfläche.
[0021] Zweckmäßig ist die zumindest eine Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche,
eine Farbe und jeweils alternativ oder zusätzlich eine Maschengröße oder eine Textilart.
Solche Beschaffenheiten der zu behandelnden Oberfläche sind besonders gut identifizierbar.
[0022] Die Erfindung betrifft außerdem ein Gerät zur Behandlung einer textilen Oberfläche
mittels eines Plasmas. Vorzugsweise ist das Gerät handführbar, kann also manuell von
einem Benutzer geführt werden. Das Plasma ist bevorzugt ein kaltes Plasma. Das Gerät
umfasst eine Plasmaquelle zur Erzeugung und Emission des Plasmas. Dabei ist die Plasmaquelle
so ausgebildet, dass eine elektrische Leistungsabgabe an das erzeugte Plasma angepasst
bzw. variiert werden kann. Das Gerät umfasst außerdem eine Steuerungs-/Regelungseinrichtung,
die zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der voranstehenden Beschreibung
eingerichtet/programmiert ist. Die voranstehend aufgezeigten Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens übertragen sich daher auch auf das erfindungsgemäße Gerät. Besonders bevorzugt
wird das erfindungsgemäße Verfahren im Betrieb des erfindungsgemäßen Geräts durchführt.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Geräts weist dieses eine Daten-Schnittstelle
mit einem Sender und mit einem Empfänger auf. Die Daten-Schnittstelle dient zum, insbesondere
kabellosen, Übertragen von Daten. Die Daten-Schnittstelle kann auf dem Bluetooth-
oder WiFi-Standard basieren. Mittels dieser Schnittstelle ist das Gerät mit einer
gesonderten mobilen Einrichtung koppelbar. Damit kann vorteilhaft auf Rechenkapazität
der mobilen Einrichtung zurückgegriffen werden, um das erfindungsgemäße Verfahren
durchzuführen, womit einhergehend die im Gerät realisierte Rechenkapazität reduziert
werden kann.
[0024] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Geräts ist in dem Gerät eine Sensoreinrichtung
zum Abtasten der zu behandelnden Oberfläche integriert, mittels welcher Sensoreinrichtung
zumindest eine Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche erkennbar ist. Dies erlaubt
eine kontinuierliche Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe der Plasmaquelle,
was sich insbesondere dann als vorteilhaft erweist, wenn die zu behandelnde Oberfläche
mehrere Abschnitte mit verschiedenen Beschaffenheiten aufweist.
[0025] Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung des Geräts umfasst dieses eine Eingabeeinrichtung,
mittels welcher wenigstens eine vom Benutzer des Geräts vorgegebene Beschaffenheit
dem Gerät für die Ansteuerung der Plasmaquelle zuführbar ist. Dies erlaubt eine besonders
intuitive Ansteuerung der Plasmaquelle und es kann kostensenkend auf typischerweise
teure Sensorik des Geräts zumindest teilweise verzichtet werden.
[0026] Ferner betrifft die Erfindung eine Anordnung, die ein der voranstehenden Beschreibung
entsprechendes erfindungsgemäßes Gerät und eine gesonderte mobile Einrichtung umfasst.
Die Anordnung mit dem Gerät und der mobilen Einrichtung kann ein Arrangement mit dem
Gerät und der mobilen Einrichtung sein. Die mobile Einrichtung ist zur Versorgung
des Geräts mit Daten über die Beschaffenheit der zu behandelnden Oberfläche, bevorzugt
drahtlos, mit dem Gerät datenübertragend gekoppelt. Die mobile Einrichtung weist eine
Eingabeeinrichtung auf, mittels welcher wenigstens eine vom Benutzer der Anordnung
identifizierte Beschaffenheit dem Gerät für die Ansteuerung der Plasmaquelle zuführbar
ist. Alternativ oder zusätzlich weist die mobile Einrichtung eine Sensoreinrichtung
zum Abtasten der zu behandelnden Oberfläche auf, mittels welcher die Beschaffenheit
der zu behandelnden Oberfläche erkennbar ist. Dies erlaubt eine für den Benutzer der
Anordnung besonders komfortable Bedienung des Geräts bzw. der Anordnung bei der Behandlung
der textilen Oberfläche.
[0027] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0028] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0029] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0030] Es zeigen, jeweils schematisch
- Fig. 1
- drei unterschiedliche Beispiele an mittels eines erfindungsgemäßen Geräts behandelbaren
textilen Oberflächen mit verschiedenen Beschaffenheiten,
- Fig. 2
- ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Geräts zur Behandlung einer textilen Oberfläche
mittels eines Plasmas bei der beispielhaften Durchführung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens,
- Fig. 3
- beispielhaft eine erfindungsgemäße Anordnung mit einer gesonderten mobilen Einrichtung
und mit einem beispielhaften Gerät gemäß der Erfindung bei der beispielhaften Durchführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 4
- beispielhaft eine weitere erfindungsgemäße Anordnung mit einer gesonderten mobilen
Einrichtung und mit einem beispielhaften Gerät gemäß der Erfindung bei der beispielhaften
Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0031] In der Figur 1 sind beispielhaft drei textile Oberflächen 3 gezeigt, die unterschiedlich
beschaffen sind. Die drei textilen Oberflächen 3 der Figur 1 weisen also jeweils zumindest
eine Beschaffenheit 5 auf, in welcher sie sich von den übrigen gezeigten Oberflächen
3 unterscheiden. Eine solche Beschaffenheit 5 der textilen Oberfläche 3 ist beispielsweise
eine Farbe 10, eine Maschengröße 11 oder eine Textilart 12 der textilen Oberfläche
3 bzw. ihres Materials. Jede dieser Beschaffenheiten 5 kann eine Beschaffenheits-Kategorie
6 festlegen bzw. jeweils einer solchen Beschaffenheits-Kategorie 6 angehören.
[0032] Die Figur 2 illustriert ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Geräts 1 zur Behandlung
einer textilen Oberfläche 3, die beispielsweise einer der Oberflächen 3 der Figur
1 entspricht, mittels eines Plasmas 4.
[0033] Die Figuren 3 und 4 veranschaulichen je ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung
17 mit einem beispielhaften erfindungsgemäßen Gerät 1 und mit einer gesonderten mobilen
Einrichtung 8.
[0034] Dabei ist das Gerät 1 in den Figuren 2, 3 und 4 jeweils bei der beispielhaften Durchführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Ansteuern einer Plasmaquelle 2 des Geräts 1
zur Behandlung der textilen Oberfläche 3 mittels eines Plasmas 4 gezeigt.
[0035] Das Gerät 1 ist zum Beispiel ein handführbares Gerät 1. Das Plasma 4 ist beispielsweise
ein kaltes Plasma 4. Dabei ist eine elektrische Leistungsabgabe P der Plasmaquelle
2 an das Plasma 4 abstimmbar ausgebildet. Dies bedeutet, dass die elektrische Leistungsabgabe
P der Plasmaquelle 2 angepasst werden kann. Das Gerät 1 weist eine Steuerungs-/Regelungseinrichtung
CPU auf, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet/programmiert
ist.
[0036] Gemäß den Figuren 2, 3 und 4 wird beim erfindungsgemäßen Verfahren zum Ansteuern
der Plasmaquelle 2 des Geräts 1 im Betrieb des Geräts 1 das Plasma 4 mittels der Plasmaquelle
2 des Geräts 1 erzeugt, emittiert und auf die zu behandelnde Oberfläche 3 aufgebracht.
Dabei wird die elektrische Leistungsabgabe P der Plasmaquelle 2 an das erzeugte Plasma
4 in Abhängigkeit von wenigstens einer Beschaffenheit 5 der zu behandelnden Oberfläche
3 zumindest einmal abgestimmt, d. h. angepasst. Die Anpassung der Leistungsabgabe
kann dabei erfolgen, wenn sich die Beschaffenheit 5 der Beschaffenheit der Oberfläche
3 beim Bewegen des Geräts 1 über die Oberfläche 3 hinweg ändert.
[0037] Bei den in den Figuren 3 und 4 gezeigten Beispielen des Geräts 1 weist das Gerät
1 eine Daten-Schnittstelle 13 mit einem Sender 14 und mit einem Empfänger 15 auf.
Der Sender 14 und der Empfänger 15 können von einer Sender-/Empfängereinheit baueinheitlich
umfasst sein. Die Daten-Schnittstelle 13 ist zum, beispielsweise drahtlosen, Übertragen
von Daten 16 eingerichtet. Mittels der Daten-Schnittstelle 13 ist das Gerät 13 mit
der gesonderten mobilen Einrichtung 8 der Anordnung 17 koppelbar. Die mobile Einrichtung
8 kann ein Smartphone oder ein Tablet-Computer o. ä. sein.
[0038] Gemäß den Figuren 2 und 3 ist im Gerät 1 eine Sensoreinrichtung 9 zum Abtasten der
zu behandelnden Oberfläche 3 integriert, mittels welcher zumindest eine Beschaffenheit
5 der zu behandelnden Oberfläche 3 erkennbar ist. Das Gerät 1 kann eine Eingabeeinrichtung
7 aufweisen, mittels welcher wenigstens eine von einem Benutzer des Geräts 1 vorgegebene
Beschaffenheit 5 dem Gerät 1 für die Ansteuerung der Plasmaquelle 2 zuführbar ist,
was in den Figuren aber nicht gezeigt ist. Die Eingabeeinrichtung 7 des Geräts 1 kann
ein Touchscreen und/oder physische Tasten und/oder eine Spracheingabeeinrichtung umfassen.
[0039] Figur 4 veranschaulicht darüber hinaus, dass bei ihrem Beispiel die gesonderte mobile
Einrichtung 8, die zur Versorgung des Geräts 1 mit Daten 16 über die Beschaffenheit
5 der zu behandelnden Oberfläche 3, beispielsweise drahtlos, mit dem Gerät 1 datenübertragend
verbunden ist, eine Eingabeeinrichtung 7 aufweist. Mittels dieser Eingabeeinrichtung
7 der mobilen Einrichtung 8 kann wenigstens eine vom Benutzer der Anordnung 17 identifizierte
Beschaffenheit 5 dem Gerät 1 für die Ansteuerung der Plasmaquelle 2 des Geräts 1 zugeführt
werden. Die Eingabeeinrichtung 7 der mobilen Einrichtung 8 kann ein Touchscreen und/oder
physische Tasten und/oder eine Spracheingabeeinrichtung umfassen. Alternativ oder
zusätzlich kann die mobile Einrichtung 8 eine eigene Sensoreinrichtung 9 zum Abtasten
der zu behandelnden Oberfläche 3 umfassen, mittels welcher die Beschaffenheit 5 der
zu behandelnden Oberfläche 3 erkennbar ist. Diese der mobilen Einrichtung 8 zugehörige
Sensoreinrichtung 9 kann eine in der mobilen Einrichtung 8 integrierte Kamera sein.
[0040] Wie die Figur 4 außerdem erkennen lässt, wird gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
beispielsweise die Beschaffenheit 5 der zu behandelnden Oberfläche 3 von einem Benutzer
des Geräts 1 vorgegeben. So wird die Beschaffenheit 5 vom Benutzer mittels einer Zuordnung
zu einer vorgegebenen Beschaffenheits-Kategorie 6 vorgegeben. Dabei wird die seitens
des Benutzers für das Verfahren vorgegebene Beschaffenheit 5 dem Gerät 1 über die
Eingabeeinrichtung 7 zugeführt, welche im Gerät 1 integriert (nicht gezeigt) oder
Teil der beispielsweise kabellos mit dem Gerät 1 datenübertragend gekoppelten gesonderten
mobilen Einrichtung 8 ist. Dabei kann die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe
P im Betrieb des Geräts 1 inkrementell, beispielsweise genau einmal bei Zuordnung
der vom Benutzer erkannten Beschaffenheit 5 zu einer Beschaffenheits-Kategorie 6,
erfolgen.
[0041] Gemäß den Figuren 2 und 3 wird beispielsweise die Beschaffenheit 5 der zu behandelnden
Oberfläche 3 mittels der die Oberfläche 3 abtastenden Sensoreinrichtung 9 erkannt.
Dabei ist die Sensoreinrichtung 9 beispielsweise im Gerät 1 integriert. Alternativ
oder zusätzlich kann die Sensoreinrichtung 9 Teil der mit dem Gerät 1 datenübertragend
gekoppelten gesonderten mobilen Einrichtung 8 sein, was in den Figuren aber nicht
gezeigt ist. Dabei kann die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe P im Betrieb
des Geräts 1 kontinuierlich erfolgen. Die Sensoreinrichtung 9 umfasst beispielsweise
einen Fotosensor, eine Kamera, einen Ultraschallsensor oder ein mechanisches AbtastElement
oder eine Kombination daraus.
[0042] Figur 4 veranschaulicht ferner, dass die mobile Einrichtung 8 der Anordnung 17 eine
Steuerungs-/Regelungseinrichtung CPU umfasst. Auf dieser Steuerungs-/Regelungseinrichtung
kann eine Software-Applikation ausgeführt werden, mittels welcher der Benutzer der
Anordnung 17 die Zuordnung der von ihm erkannten Beschaffenheit 5 der zu behandelnden
Oberfläche 3 zu einer vorgegebenen Beschaffenheits-Kategorie 6 vorgenommen werden
kann. Die Steuerungs-/Regelungseinrichtung CPU des mobilen Einrichtung 8 und des Geräts
1 können also beide zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet/programmiert
sein und bei der Durchführung des Verfahrens zusammenwirken.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Gerät
- 2
- Plasmaquelle
- 3
- Oberfläche
- 4
- Plasma
- 5
- Beschaffenheit
- 6
- Beschaffenheits-Kategorie
- 7
- Eingabeeinrichtung
- 8
- mobile Einrichtung
- 9
- Sensoreinrichtung
- 10
- Farbe
- 11
- Maschengröße
- 12
- Textilart
- 13
- Daten-Schnittstelle
- 14
- Sender
- 15
- Empfänger
- 16
- Daten
- 17
- Anordnung
- P
- elektrische Leistungsabgabe
- CPU
- Steuerung-/Regelungseinrichtung
1. Verfahren zum Ansteuern einer Plasmaquelle (2) eines, insbesondere handführbaren,
Geräts (1) zur Behandlung einer textilen Oberfläche (3) mittels eines, insbesondere
kalten, Plasmas (4), wobei gemäß dem Verfahren
- im Betrieb des Geräts (1) das Plasma (4) mittels der Plasmaquelle (2) des Geräts
(1) erzeugt und auf die zu behandelnde Oberfläche (3) aufgebracht wird,
- eine elektrische Leistungsabgabe (P) der Plasmaquelle (2) an das erzeugte Plasma
(4) in Abhängigkeit von wenigstens einer Beschaffenheit (5) der zu behandelnden Oberfläche
(3) zumindest einmal angepasst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die wenigstens eine Anpassung der Leistungsabgabe erfolgt, während das Gerät (1)
über die zu behandelnde Oberfläche (3) hinwegbewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Änderung der Leistungsabgabe erfolgt, wenn sich die Beschaffenheit (5) der Oberfläche
(3), insbesondere beim Bewegen des Geräts (1) über die Oberfläche (3) hinweg, ändert.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Beschaffenheit (5) der zu behandelnden Oberfläche (3) von einem Benutzer des
Geräts (1), insbesondere mittels Zuordnung zu einer vorgegebenen Beschaffenheits-Kategorie
(6), vorgegeben wird,
- die seitens des Benutzers für das Verfahren vorgegebene Beschaffenheit (5) dem Gerät
(1) über eine Eingabeeinrichtung (7) zugeführt wird, welche im Gerät (1) integriert
oder Teil einer, vorzugsweise kabellos, mit dem Gerät (1) datenübertragend gekoppelten
gesonderten mobilen Einrichtung (8) ist,
- wobei bevorzugt die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe (P) im Betrieb des
Geräts (1) inkrementell, besonders bevorzugt genau einmal, erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Beschaffenheit (5) der zu behandelnden Oberfläche (3), insbesondere beim Bewegen
des Geräts (1) über die Oberfläche (3) hinweg,mittels einer die Oberfläche (3) abtastenden
Sensoreinrichtung (9) erkannt wird,
- bevorzugt die Sensoreinrichtung (9) im Gerät (1) integriert oder Teil einer, vorzugsweise
kabellos, mit dem Gerät (1) datenübertragend gekoppelten gesonderten mobilen Einrichtung
(8) ist; oder/und
die Abstimmung der elektrischen Leistungsabgabe (P) im Betrieb des Geräts (1) kontinuierlich
erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (9) einen Fotosensor und/oder eine Kamera und/oder einen Ultraschallsensor
und/oder ein mechanisches Abtastelement umfasst.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Beschaffenheit (5) der zu behandelnden Oberfläche (3) eine Farbe
(10) und/oder eine Maschengröße (11) und/oder eine Textilart (12) ist.
8. Gerät (1), insbesondere handführbares Gerät (1), zur Behandlung einer textilen Oberfläche
(3) mittels eines, insbesondere kalten, Plasmas (4),
- mit einer Plasmaquelle (2) zur Erzeugung und Emission des Plasmas (4), wobei die
Plasmaquelle (2) so ausgebildet ist, dass eine elektrische Leistungsabgabe (P) an
das erzeugte Plasma (P) variierbar ist,
- mit einer Steuerungs-/Regelungseinrichtung (CPU), die zur Durchführung eines Verfahrens
nach einem der vorhergehenden Ansprüche eingerichtet/programmiert ist und vorzugsweise
im Betrieb des Geräts das Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche durchführt.
9. Gerät (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät (1) eine Daten-Schnittstelle (13) mit einem Sender (14) und mit einem Empfänger
(15) zum, insbesondere drahtlosen, Übertragen von Daten (16) aufweist, mittels welcher
Schnittstelle (13) das Gerät (1) mit einer gesonderten mobilen Einrichtung (8) koppelbar
ist.
10. Gerät (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Gerät (1) eine Sensoreinrichtung (9) zum Abtasten der zu behandelnden Oberfläche
(3) integriert ist, mittels welcher zumindest eine Beschaffenheit (5) der zu behandelnden
Oberfläche (3) erkennbar ist.
11. Gerät (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät (1) eine Eingabeeinrichtung (7) aufweist, mittels welcher wenigstens eine
vom Benutzer des Geräts (1) vorgegebene Beschaffenheit (5) dem Gerät (1) für die Ansteuerung
der Plasmaquelle (2) zuführbar ist.
12. Anordnung (17), mit einem Gerät (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
- mit einer gesonderten mobilen Einrichtung (8), die zur Versorgung des Geräts (1)
mit Daten (16) über die Beschaffenheit (5) der zu behandelnden Oberfläche (3), insbesondere
drahtlos, mit dem Gerät (1) datenübertragend gekoppelt ist,
- wobei die mobile Einrichtung (8) eine Eingabeeinrichtung (7) aufweist, mittels welcher
wenigstens eine vom Benutzer der Anordnung (17) identifizierte Beschaffenheit (5)
dem Gerät (1) für die Ansteuerung der Plasmaquelle (2) zuführbar ist, und/oder die
mobile Einrichtung (8) eine Sensoreinrichtung (9) zum Abtasten der zu behandelnden
Oberfläche (3) umfasst, mittels welcher die Beschaffenheit (5) der zu behandelnden
Oberfläche (3) erkennbar ist.