Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen elektrischen Schalter zum Trennen eines
Strompfads, insbesondere in Hochvolt-Strompfaden in einem Kraftfahrzeug-Bordnetz.
Stand der Technik
[0002] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden hauptsächlich in Verbindung mit Schaltelementen
für Fahrzeugbordnetze beschrieben. Die Erfindung kann aber in jeder Anwendung genutzt
werden, in der elektrische Lasten geschaltet werden.
[0003] Wenn beispielsweise im Falle eines Kurzschlusses in einem Antriebssystem ein hoher
Stromfluss durch einen Schalter eines Fahrzeugbordnetzes fließt, kann eine Kontaktstelle
durch eine aufgrund des Stromflusses bewirkte Lorentzkraft und/oder Engekraft in der
Kontaktstelle ungewollt geöffnet werden.
[0004] Wenn die Kontaktstelle bei einem großen Stromfluss geöffnet wird, entsteht ein Schaltlichtbogen
an einer Trennstelle zwischen den zwei zuvor verbundenen Enden des Schalters. Der
Schaltlichtbogen setzt eine große Energiemenge frei, die zu Schäden an dem Schalter
führen kann.
[0005] Um solche Schäden zu verhindern, sollte bestenfalls vermieden werden, dass ein mit
hohem Stromfluss betriebener Schalter unbeabsichtigt öffnet. Ergänzend sollte angestrebt
werden, dass die Zeit, in der der Schaltlichtbogen brennt, reduziert werden kann,
indem beispielsweise ein Spannungsabfall im Schaltlichtbogen größer gemacht wird als
eine zur Verfügung stehende elektrische Spannung zwischen den Enden. Der Spannungsabfall
kann beispielsweise vergrößert werden, indem eine Länge des Schaltlichtbogens verlängert
wird. Dies kann beispielsweise über einen Luftstrom beziehungsweise Gasstrom erreicht
werden, der den Schaltlichtbogen ablenkt. Dadurch wird der Schaltlichtbogen verlängert
und der Spannungsabfall im Schaltlichtbogen so weit erhöht, dass der Schaltlichtbogen
erlischt.
[0006] Die Druckschrift
EP 2 680 288 A1 betrifft eine Schützanordnung für den Betrieb in einer dielektrischen Flüssigkeitsumgebung
und eine elektrische Unterwasservorrichtung.
[0007] Die Druckschrift
EP 2 122 645 A1 betrifft ein plattenförmiges Löschelement für eine Löscheinrichtung eines Schaltgerätes.
[0008] Die Druckschrift
US 2013/021121 A1 zeigt ein Relais zum Öffnen und Schließen einer elektrischen Schaltung.
[0009] Die Druckschrift
DE 10 2017 205833 A1 betrifft eine Schaltschütz-Einrichtung für ein Kraftfahrzeug.
[0010] Die Druckschrift
US 2013/021122 A1 betrifft ein Relais, das eine Trennung zwischen beweglichen Kontakten und festen
Kontakten aufgrund einer elektromagnetischen Abstoßungskraft eines Kontaktabschnitts
einschränken kann.
[0011] Die Druckschrift
US 4 467 301 A bezieht sich auf elektrische Schalter und auf elektrische Schalter des Typs, der
einen Überbrückungskontakt verwendet, der geradlinig in und außer Eingriff mit einem
Paar fester Kontakte bewegbar ist.
[0012] Die Druckschrift
WO 2019/103064 A1 beschreibt eine Kontaktvorrichtung, ein elektromagnetisches Relais und eine elektrische
Vorrichtung, die in der Lage sind, einen Verbindungszustand zwischen einem beweglichen
Kontakt und einem festen Kontakt in einem Fall zu stabilisieren, in dem ein anormaler
Strom fließt.
[0013] Die Druckschrift
WO 2019/031587 A1 betrifft ein elektromagnetisches Relais, umfassend: ein Gehäuse; einen ersten Festkontaktanschluss
mit einem ersten Festkontakt; einen zweiten Festkontaktanschluss mit einem zweiten
Festkontakt; und ein bewegliches Kontaktstück, das auf einer Oberfläche einen ersten
beweglichen Kontakt und einen zweiten beweglichen Kontakt aufweist, die in der Kontakt-
und Trennrichtung eines Kontakts kontaktieren und trennen können.
Beschreibung der Erfindung
[0014] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, unter Einsatz konstruktiv möglichst einfacher
Mittel einen zuverlässig schaltenden elektrischen Schalter zum Trennen eines Strompfads
bereitzustellen.
[0015] Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
und den begleitenden Figuren angegeben.
[0016] Es wird ein elektrischer Schalter zum Trennen eines Strompfads vorgestellt, wobei
der Schalter eine Hinleitung mit einer Trennstelle zum Trennen des Strompfads aufweist,
wobei an der Trennstelle ein zumindest einseitig bewegliches Schaltglied zum Öffnen
und/oder Schließen der Trennstelle in der Hinleitung angeordnet ist,
wobei das Schaltglied in einer Geschlossenstellung auf einer beweglichen Seite eine
Kontaktstelle zu der Hinleitung aufweist,
wobei der Schalter ferner eine an einem Ende der Hinleitung elektrisch leitend mit
der Hinleitung verbundene Rückleitung aufweist,
wobei eine im Wesentlichen antiparallel beabstandete Anordnung von Hinleitung und
Rückleitung zumindest im Bereich der Trennstelle dazu ausgebildet ist, eine bei stromtragendem
Strompfad aufgrund einer lokalen Lorentzkraft in der Hinleitung und dem Schaltglied
und/oder einer Engekraft in der Kontaktstelle auf das Schaltglied wirkende Kraft durch
eine von der Rückleitung auf das Schaltglied wirkende Lorentzkraft zumindest teilweise
zu kompensieren.
[0017] Unter einem Strompfad kann ein durchgehend elektrisch leitender Pfad zwischen einer
Stromquelle und einem Verbraucher verstanden werden. Die Stromquelle kann beispielsweise
eine Traktionsbatterie eines Elektrofahrzeugs sein. Der Verbraucher kann beispielsweise
ein Antriebsmotor des Elektrofahrzeugs sein. An einem Schalter kann der Strompfad
geöffnet und unterbrochen beziehungsweise getrennt werden. Der Schalter kann unter
Verwendung von elektrischen Schnittstellen in den Strompfad integriert sein. Die Schnittstellen
können als Terminals bezeichnet werden. An den Terminals können elektrische Leiter
mit einem großen Leitungsquerschnitt angeschlossen werden. Im Schalter kann der Strompfad
durch Stromschienen ausgebildet sein. Stromschienen können massive Streifen aus elektrisch
leitendem Material sein. Eine Hinleitung kann von einer Eingangsschnittstelle des
Schalters in ein Gehäuse des Schalters hinein führen. Eine Rückleitung kann aus dem
Gehäuse des Schalters zu einer Ausgangsschnittstelle des Schalters führen. An einem
der Eingangsschnittstelle gegenüberliegenden Ende der Hinleitung kann die Hinleitung
elektrisch leitend mit der Rückleitung verbunden sein. Die Rückleitung kann im Wesentlichen
antiparallel zu der Hinleitung zurück zu der Ausgangsschnittstelle verlaufen.
[0018] Bei einem Stromfluss durch die Hinleitung und die Rückleitung fließt der Strom in
der Hinleitung und der Rückleitung in entgegengesetzte bzw. antiparallele Richtungen.
Durch den Stromfluss verursachte elektromagnetische Kräfte, insbesondere auf das Schaltglied
wirkende Kräfte, wie die Lorentzkraft und die Holm'sche Engekraft heben sich aufgrund
des entgegengesetzten verursachenden Stromflusses im Wesentlichen auf.
[0019] Eine Trennstelle kann eine zum Trennen des Strompfads vorgesehene Stelle der Hinleitung
sein. Die Rückleitung kann im Gehäuse des Schalters im Bereich der Trennstelle parallel
zu der Hinleitung verlaufen. Die Rückleitung kann dabei in einem konstanten Abstand
zur Hinleitung angeordnet sein. Der Abstand zwischen der Hinleitung und der Rückleitung
beeinflusst die kompensierende Lorentzkraft. Der Abstand kann entsprechend einer erwarteten
Stromstärke auf dem Strompfad gewählt werden.
[0020] Der Schalter kann zum mehrmaligen Öffnen und Schließen ausgebildet sein. Das Schaltglied
kann zum Öffnen und/oder Schließen der Trennstelle ausgebildet sein. Der Schalter
kann einen Aktor zum Antreiben des Schaltglieds aufweisen. Das Schaltglied kann als
beidseitig bewegliche Schaltbrücke ausgeführt sein. Dabei kann sich das Schaltglied
parallel zu der Rückleitung erstrecken und in einer Richtung quer zu der Rückleitung
zu der Hinleitung hin bzw. von der Hinleitung weg bewegt werden. Dabei sind beide
Enden des Schaltglieds bewegbar, vorzugsweise in einer Richtung senkrecht zur Erstreckungsrichtung
der Hinleitung. Alternativ kann das Schaltglied als Schaltzunge einseitig fest mit
der Hinleitung verbunden sein. Eine zweite Seite der Schaltzunge kann beweglich sein.
Das Schaltglied kann über ein Gelenk mit der Hinleitung verbunden sein. Das Schaltglied
kann auch ein bewegliches Ende der Hinleitung sein.
[0021] Das Schaltglied kann zwischen einer Geschlossenstellung und einer Offenstellung bewegt
werden. In der Geschlossenstellung ist der Strompfad an der Kontaktstelle geschlossen.
In der Offenstellung ist der Strompfad getrennt. Das bewegliche Ende des Schaltglieds
kann in der Geschlossenstellung seitlich an dem Ende der Hinleitung anliegen.
[0022] Eine Länge des Schaltglieds in Erstreckungsrichtung des Schaltglieds und ein Abstand
zwischen dem Schaltglied und der Rückleitung in einer Richtung senkrecht zur Erstreckungsrichtung
des Schaltglieds können derart bemessen sein, dass die aufgrund der lokalen Lorentzkraft
und/oder der Engekraft auf das Schaltglied an der Kontaktstelle wirkende Kraft durch
die bei stromtragendem Strompfad in der Rückleitung bewirkte Lorentzkraft bei einer
durch den stromtragendem Strompfad fließenden Stromstärke, für die der Schalter ausgelegt
ist, zu zumindest 50% kompensiert wird. Alternativ kann die wirkende Kraft zu zumindest
70%, zu zumindest 90%, vollständig kompensiert oder sogar überkompensiert werden.
[0023] Indem die als Levitationkraft, d.h. abhebend auf das Schaltglied wirkenden Kräfte
wie die lokale Lorentzkraft und/oder die Holm'sche Engekraft zumindest zu einem signifikanten
Teil durch die mithilfe der Rückleitung erzeugte Lorentzkraft kompensiert werden,
kann ein Risiko, dass der Schalter bei hohen Stromstärken ungewollte öffnet und dabei
eventuell durch eine Bildung von Lichtbögen Schaden nimmt, reduziert werden.
[0024] Das Schaltglied kann an der Kontaktstelle an einer hin zu der Rückleitung gerichteten
Seite lösbar an der Hinleitung anliegen. Durch das Anliegen auf der zur Rückleitung
gerichteten Seite kann das Schaltglied durch die von der Rückleitung auf das Schaltglied
wirkende Lorentzkraft gegen die Hinleitung gedrückt werden. So wirken die Engekraft
beziehungsweise die lokale Lorentzkraft zwischen Hinleitung und Schaltglied und die
von der Rückleitung auf das Schaltglied wirkende Lorentzkraft in entgegengesetzte
Richtungen.
[0025] Das Schaltglied kann zum Öffnen der Trennstelle in einen Zwischenraum zwischen der
Hinleitung und der Rückleitung beweglich sein. Durch das Öffnen in den Zwischenraum
hinein kann das Schaltglied durch die Lorentzkraft der Rückleitung gegen die Hinleitung
gedrückt werden. So kann die Lorentzkraft der Rückleitung die lokale Lorentzkraft
und/oder die Engekraft kompensieren.
[0026] Der Schalter kann einen Aktor zum Heranführen des Schaltglieds an und/oder Wegbewegen
des Schaltglieds von der Kontaktstelle aufweisen. Anders ausgedrückt kann der Aktor
das Schaltglied aktiv zwischen der Offenstellung und der Geschlossenstellung bewegen.
Zum Heranführen oder Wegbewegen kann eine in einem Federspeicher des Aktors gespeicherte
Federkraft verwendet werden. Der Aktor kann zum Wegbewegen oder Heranführen entgegen
der Federkraft wirken. Das Schaltglied kann selbst als die Kontaktstelle geschlossen
haltendes oder offen haltendes Federelement wirken. Beim Bewegen des Schaltglieds
aus einer Ruhelage heraus kann das Schaltglied elastisch verformt werden.
[0027] Das Schaltglied kann als beidseitig bewegliche Schaltbrücke ausgebildet sein. Die
Schaltbrücke kann im Wesentlichen parallel zu der Rückleitung ausgerichtet sein. Die
Schaltbrücke kann im Bereich entgegengesetzter Enden je eine Kontaktstelle aufweisen.
Durch die im Wesentlichen parallele Ausrichtung kann die Lorentzkraft von der Rückleitung
im Wesentlichen vollständig auf das Schaltglied wirken.
[0028] Der Schalter weist eine Löscheinrichtung zum Löschen des beim Trennen der stromtragenden
Trennstelle resultierenden Schaltlichtbogens auf. Die Löscheinrichtung ist ein im
Regelbetrieb stromloses Sicherungselement in einem Sekundärpfad zu dem Strompfad aufweisen.
Das Sicherungselement ist zwischen einen Anschluss zu einer ersten Seite der Trennstelle
und eine Sekundärelektrode des Sekundärpfads geschaltet. Die Sekundärelektrode ist
im Bereich einer zweiten Seite der Trennstelle angeordnet und ist im Regelbetrieb
von dem Strompfad elektrisch isoliert. Der Sekundärpfad kann einen geringeren elektrischen
Widerstand aufweisen als der Schaltlichtbogen. Die Sekundärelektrode kann in einem
durch den Schaltlichtbogen ionisierten Bereich angeordnet sein. Dadurch kann der elektrische
Stromfluss zur Sekundärelektrode kommutieren und durch das Sicherungselement zur anderen
Seite der Trennstelle abfließen. Das Sicherungselement kann ansprechen, wenn der Stromfluss
größer als ein Auslösewert des Sicherungselements ist. Das Sicherungselement kann
beispielsweise eine Schmelzsicherung sein. In der Schmelzsicherung zündet beim Überschreiten
des Auslösewerts ein Lichtbogen, der durch aufschmelzenden Sand in der Sicherung gelöscht
wird. Bis das Sicherungselement auslöst, ist der vorherige Pfad des Schaltlichtbogens
wieder deionisiert. So kann der Schaltlichtbogen nicht erneut zünden.
[0029] Die Sekundärelektrode ist mit zumindest einer Zinke eines benachbart zu der Trennstelle
angeordneten Löschkamms verbunden. Die zumindest zwei Zinken des Löschkamms sind im
Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet, elektrisch voneinander getrennt und
über eine Öffnungsweite der Trennstelle verteilt angeordnet. Ein Löschkamm kann mehrere
Zinken aufweisen. Die Zinken können unterschiedlich lang sein. Beispielsweise können
die äußeren Zinken des Löschkamms länger sein als die inneren Zinken des Löschkamms.
Der Schaltlichtbogen kann auf den Löschkamm überspringen, da der Weg über den Löschkamm
einen geringeren elektrischen Widerstand aufweist als der ursprüngliche Schaltlichtbogen.
Der Schaltlichtbogen kann im Löschkamm auf mehrere Teillichtbögen aufgeteilt werden.
Die Teillichtbögen können in den Löschkamm hineinwandern. Die Sekundärelektrode kann
insbesondere mit einer mittleren Zinke des Löschkamms verbunden sein. Die mittlere
Zinke kann die kürzeste Zinke sein. Die Sekundärelektrode kann einen Pfad für den
Stromfluss durch den Schaltlichtbogen bereitstellen, der einen geringeren Widerstand
aufweist, als ein Pfad an der Sekundärelektrode vorbei beziehungsweise über die restlichen
Zinken. Der Stromfluss folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Wenn sich der Stromfluss
durch den Sekundärpfad etabliert hat, verlöschen die abgeschnittenen Teillichtbögen.
Anschließend unterbricht das Sicherungselement im Sekundärpfad den Stromfluss vollständig.
[0030] Die Zinken des Löschkamms können als im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtete
Platten ausgebildet sein. Eine Vorderkante der Platten kann beabstandet zu dem Strompfad
im Bereich der Trennstelle angeordnet sein. Im Wesentlichen kann die Vorderkante parallel
zu dem Strompfad ausgerichtet sein. Durch plattenförmige Zinken können die Teillichtbögen
über eine Fläche der Platten wandern und sich voneinander entfernen. Dadurch können
erloschene Teillichtbögen schwerer wieder zünden.
[0031] Der Schalter weist zumindest einen Blasmagneten auf. Der Blasmagnet ist benachbart
zu der Trennstelle angeordnet. Der Blasmagnet ist dazu ausgebildet, den Schaltlichtbogen
aus der Trennstelle abzulenken. Ein Blasmagnet kann ein Permanentmagnet oder ein Elektromagnet
sein. Der Blasmagnet kann in mehrere Teilmagnete unterteilt sein. Teilmagnete können
ihr Magnetfeld gegenseitig verstärken und/oder homogenisieren. Der Blasmagnet kann
so ausgerichtet sein, dass sein Magnetfeld im Bereich der Trennstelle im Wesentlichen
homogen ist. Das Magnetfeld lenkt die durch den Stromfluss durch den Schaltlichtbogen
bewegten Ladungsträger und die ionisierten Teilchen im Bereich des Schaltlichtbogens
seitlich ab. Durch die Ablenkung wird eine Länge des Schaltlichtbogens vergrößert
und so der Spannungsabfall im Schaltlichtbogen erhöht. Der Blasmagnet lenkt den Schaltlichtbogen
in Richtung der Sekundärelektrode ab. Bei Verwendung eines Blasmagneten kann eine
Feldstärke des Magnetfelds im Bereich des Schaltglieds bei der Festlegung des Abstands
zwischen der Hinleitung und der Rückleitung berücksichtigt werden.
[0032] Der Schalter kann ein bewegliches, in die geöffnete Trennstelle einschiebbares, elektrisch
isolierendes Element und einen Aktor zum Bewegen des Elements aufweisen. Das Element
kann ein Formstück sein, das Ausschnitte für die Komponenten der Trennstelle aufweist.
Das Element kann die Komponenten so im Wesentlichen umschließen. Durch das Umschließen
wird die durch den Schaltlichtbogen zu überbrückende Strecke wesentlich vergrößert.
Ein erneutes Zünden eines neuen Schaltlichtbogens kann so verhindert werden. Zusätzlich
sind die Komponenten der Trennstelle in den Ausschnitten fixiert, wodurch der geöffnete
Zustand der Trennstelle auch bei Erschütterungen sicher erhalten bleibt.
Kurze Figurenbeschreibung
[0033] Nachfolgend wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitenden Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Darstellung eines Schalters gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fign. 2a bis 2c Darstellungen eines Schalters mit einem einschiebbaren Element gemäß
einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 eine Darstellung eines Schalters mit einer Löscheinrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fign. 4a und 4b Darstellungen eines Löschens eines Schaltlichtbogens an einem Schalter
gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0034] Die Figuren sind lediglich schematische Darstellungen und dienen nur der Erläuterung
der Erfindung. Gleiche oder gleichwirkende Elemente sind durchgängig mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
Detaillierte Beschreibung
[0035] Zum leichteren Verständnis werden in der folgenden Beschreibung die Bezugszeichen
zu den Figuren 1-6 als Referenz beibehalten.
[0036] Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Schalters 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Der Schalter 100 ist dazu ausgebildet einen Strompfad 102 wiederholt zu trennen und
zu schließen. Der Schalter ist zum Schalten von KFZ-Hochvoltspannung mit entsprechend
hohen elektrischen Stromflüssen ausgelegt und weist dementsprechend groß dimensionierte
Leitungsquerschnitte aus elektrisch leitendem Material, angepasste Materialstärken
elektrisch isolierenden Materials sowie die erforderlichen Luft- und Kriechstrecken
auf. KFZ-Hochvoltspannung kann bis zu einem Kilovolt betragen. Beispielsweise kann
die Spannung im Hochvolt Bordnetz bei 400 bis 600V oder 800 bis 1000V liegen. Dabei
können insbesondere im Kurzschlussfall hohe Ströme fließen. Beispielsweise kann der
maximale Kurzschlussstrom bis 15kA betragen. Je nach Innenwiderstand der Batterie
kann der Kurzschlussstrom bis 30kA betragen.
[0037] Der Schalter 100 weist ein erstes Terminal 104 als Eingangsschnittstelle und ein
zweites Terminal 106 als Ausgangsschnittstelle auf. Die Terminals 104, 106 sind auf
der gleichen Seite des Schalters 100 angeordnet, da der Schalter 100 eine Hinleitung
108 von dem ersten Terminal 104 in den Schalter 100 und eine parallel dazu angeordnete
Rückleitung 110 aus dem Schalter 100 zurück zu dem zweiten Terminal 106 aufweist.
Die Hinleitung 108 und die Rückleitung 110 verlaufen damit in einem innerhalb eines
engen Toleranzbereichs konstanten Abstand durch den Schalter 100. Die Hinleitung 108
und die Rückleitung 110 sind an einer von den Terminals 104, 106 abgewandten Seite
miteinander elektrisch leitend verbunden.
[0038] Die Terminals 104, 106 sind hier als Verlängerungen der Hinleitung 108 beziehungsweise
der Rückleitung 110 ausgeführt. Die Hinleitung 108, die Rückleitung 110 und die Verbindung
zwischen den beiden sind als massive Stromschienen aus elektrisch leitendem Vollmaterial,
wie beispielsweise Kupfer ausgeführt. Die Terminals 104, 106 weisen je einen Durchbruch
für ein Verbindungsmittel zum Verbinden des Schalters 100 mit dem Strompfad auf.
[0039] In der Hinleitung 108 ist eine Trennstelle 112 des Schalters 100 angeordnet. Hier
ist die Trennstelle 112 durch ein beidseitig bewegliches Schaltglied 114 ausgebildet.
Das Schaltglied 114 ist mechanisch mit einem Aktor 116 gekoppelt. Das Schaltglied
114 ist als massive Schaltbrücke ausgebildet und weist an zwei gegenüberliegenden
Endbereichen Kontaktflächen 118 auf, mit denen das Schaltglied an den freien Enden
der Hinleitung 108 anliegt. Die Schaltbrücke weist im Wesentlichen den gleichen Leitungsquerschnitt
wie die Hinleitung 108 auf.
[0040] Das Schaltglied 114 ist hier in einem Zwischenraum 120 zwischen der Hinleitung 108
und der Rückleitung 110 angeordnet. Zum Trennen der Trennstelle 112 wird das Schaltglied
114 von der Hinleitung 108 weg weiter in den Zwischenraum 120 bewegt. Die Kontaktflächen
118 sind als Kontaktplättchen ausgeführt, um bei geschlossenem Schalter 100 eine erhöhte
Flächenpressung für einen anforderungsgerechten elektrischen Kontakt beziehungsweise
geringen Übergangswiderstand zwischen dem Schaltglied 114 und der Hinleitung 108 zu
erreichen.
[0041] Bei geschlossenem Schalter 100 ist der Strompfad 102 geschlossen und es kann Strom
durch den Schalter 100 fließen. Durch den Stromfluss resultiert an den Kontaktstellen
118 eine lokale Lorentzkraft und/oder Engekraft 122, die das Schaltglied 114 von der
Hinleitung 108 abheben will. Durch den in der entgegengesetzten Richtung fließenden
Stromfluss durch die parallele Rückleitung 110 wird ebenfalls eine Lorentzkraft 124
erzeugt, die entgegengesetzt zu der Lorentzkraft und/oder Engekraft 122 gerichtet
ist. Die Lorentzkraft 124 und die Lorentzkraft und/oder Engekraft 122 heben sich im
Wesentlichen gegenseitig auf. Die Lorentzkraft 124 ist dabei im Wesentlichen von der
Stromstärke in der Rückleitung 110 und dem Abstand zwischen der Hinleitung 108 und
der Rückleitung 110 abhängig.
[0042] In einem Ausführungsbeispiel sind in dem Zwischenraum 120 zwei Blasmagnete 126 angeordnet.
Die Blasmagnete 126 sind rechts und links des Schaltglieds 114 angeordnet.
[0043] Die Blasmagnete 126 sind dabei so ausgerichtet, dass sich ihre Magnetfelder im Bereich
des Schaltglieds 114 gegenseitig verstärken. Der Nordpol des einen Blasmagneten 126
weist dabei auf den Südpol des anderen Blasmagneten 126. Zusätzlich ergibt sich so
ein homogenes Magnetfeld zwischen den Blasmagneten 126.
[0044] Fign. 2a bis 2c zeigen Darstellungen eines Schalters 100 mit einem einschiebbaren
Element 200 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Der Schalter entspricht dabei im Wesentlichen
dem Schalter in Fig. 1. Die Darstellung in Fig. 2a entspricht im Wesentlichen der
Darstellung in Fig. 1. Im Gegensatz dazu ist der Schalter 100 mit geöffneter Trennstelle
112 dargestellt. Das Schaltglied 114 ist durch den Aktor 116 in den Zwischenraum 128
gezogen worden. Die Kontaktstellen 118 sind kontaktfrei. In die geöffnete Trennstelle
112 ist das Element 200 durch einen nicht dargestellten weiteren Aktor von der Seite
eingeschoben worden. Das Element 200 ist aus einem elektrisch isolierenden Material,
beispielsweise einem Keramikmaterial. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird kein
Blasmagnet verwendet, um die kompensierende Lorentzkraft nicht zu beeinflussen.
[0045] In Fig. 2b ist das Element 200 mir Aussparungen 202 für die Enden der Hinleitung
108 und das Schaltglied 114 dargestellt. Auch die Kontaktplättchen der Kontaktstellen
118 sind in den Aussparungen 202 abgebildet. In Fig. 2a sind die Enden und das Schaltglied
114 in den Aussparungen 202 angeordnet. Durch die Aussparungen ist eine Relativposition
des Schaltglieds 114 zu der Hinleitung 108 gesichert und ein versehentliches Schließen
der Trennstelle 112 durch das in der Trennstelle 112 angeordnete Element 200 ausgeschlossen.
Das Element 200 stellt sicher, dass der Schalter 100 geöffnet bleibt, auch wenn der
Schalter 100 starken Erschütterungen ausgesetzt ist und/oder der Aktor 116 versagt.
[0046] In Fig. 2c ist der weitere Aktor 204 dargestellt. Hier ist der weitere Aktor 204
gerade dabei, das Element 200 in die geöffnete Trennstelle 112 einzuschieben.
[0047] Mit anderen Worten zeigen die Fign 1 bis 2 einen Schalter mit einer Kompensation
der Levitationskraft. Dabei geht es um das Zusammenspiel zwischen Hochvolt-Schütz
und Hochvolt-Sicherung in Hochvolt-Schaltboxen von Elektro- und Hybridfahrzeugen (BEV
& PHEV).
[0048] Bei großen Kurzschlussströmen soll das Schütz geschlossen bleiben und eine insbesondere
in Reihe zum Schütz geschaltete Sicherung soll die Unterbrechung des Stroms übernehmen.
Wenn allerdings aufgrund der im Schütz vorherrschenden elektromagnetischen Kräfte,
insbesondere der Lorentzkraft und der Holm'schen Engekraft, sich die Schaltkontakte
ungewollt öffnen, bevor die Sicherung auslöst, so kann es zur Explosion des Schützes
kommen. Weiterhin begrenzen die dann im Schütz entstehenden Lichtbögen aufgrund ihres
Spannungsfalls den Kurzschlussstrom, was das Auslösen der Schmelzsicherung verzögert.
Die Sicherung löst aus, wenn ihr Schmelzintegral (I
2t-Wert) erreicht ist.
[0049] Die hier vorgestellte Geometrie der Stromführung führt zu einer Kompensation der
Lorentz- und Engekraft. Dadurch wirkt nunmehr nur noch die durch eine Feder erzeugte
und gewünschte Kontaktkraft. Zusätzlich kann der entstehende Lichtbogen durch Einschieben
eines elektrischen Isolators beispielsweise aus Keramik gelöscht werden.
[0050] Blasmagnete können zur Löschung des Lichtbogens verwendet werden. Diese erzeugen
ein Magnetfeld, welches quer zur Bewegungsrichtung der Elektronen in den Lichtbögen
orientiert ist, wodurch die Elektronen auf eine Kreisbahn abgelenkt werden. Hierdurch
verlängert sich die Lichtbogenstrecke, die proportional zur Lichtbogenspannung ist.
Blasmagnete können eine zusätzliche Lorentzkraft erzeugen, die auf die Schaltbrücke
wirkt, wodurch sich die Levitationsgrenze, bei der es zur Abhebung der Schaltkontakte
kommt, reduziert.
[0051] Durch den hier vorgestellten Ansatz ergibt sich eine Steigerung der Systemsicherheit,
da das Schütz in einem geschlossenen Zustand verbleibt, nicht explodiert, sondern
maximal verschweißt. Eine in Reihe geschaltete Schmelzsicherung mit einem größeren
Sicherungsnennwert kann verwendet werden, da die Robustheit des Schützes erhöht wird.
So können die zukünftig sehr wahrscheinlich weiter steigenden Ladeströme bewältigt
werden.
[0052] Der hier vorgestellte Schalter weist deutlich erhöhte Levitationsgrenzen im Vergleich
zu bekannten Schützen auf, ohne eine wesentliche Vergrößerung der Komponente. Als
Levitationsgrenze kann beispielsweise mehr als acht Kiloampere erreicht werden.
[0053] Bei dem hier vorgestellten Schalter sind die Stromschienen so angeordnet, dass die
Lorentzkraft auf die Schaltbrücke, verursacht durch die zusätzliche untere Stromschiene,
diese andrückt. Dazu ist die untere Stromschiene genau so beabstandet, dass sich die
elektromagnetischen Kräfte kompensieren. Die kompensierende Lorentzkraft kann durch

mit dem Strom I, der vektoriellen Länge der Schaltbrücke L sowie der magnetischen
Flussdichte B(I, d) an der Stelle der Schaltbrücke, die abhängig vom Strom sowie dem
Abstand d zur unteren Stromschiene ist, beschrieben werden.
[0054] Durch geeignete Wahl der Parameter d und L lässt sich die äußere Lorentzkraft so
einstellen, dass diese die lokale Lorentz- und Engekraft an den beiden Kontaktstellen
kompensiert.
[0055] Um beim Öffnen der Kontakte unter Strom den entstehenden Schaltlichtbogen löschen
zu können, können Magnete verwendet werden. Diese zwingen die Elektronen aufgrund
Ihrer Magnetfeldrichtung, welche quer zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger ist,
auf eine Kreisbahn. So wird die Lichtbogenlänge vergrößert, bis der Lichtbogen schließlich
abreißt. Das Magnetfeld der Magnete durchsetzt jedoch auch die Schaltbrücke und verstärkt
so die abstoßend wirkende Lorentzkraft.
[0056] Um dies zu vermeiden, weist der Schalter in Fig. 2 keine Blasmagnete auf. Die Löschung
des Lichtbogens erfolgt durch Einschieben eines Körpers, der aus einem elektrischen
Isolator (z.B. Keramik) gefertigt ist. Dieser dringt in die Kontaktstelle ein und
verlängert anschließend den Lichtbogen stark, bis er abreißt.
[0057] Fig. 3 zeigt eine Darstellung eines Schalters 100 mit einer Löscheinrichtung 300
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Der Schalter 100 entspricht dabei im Wesentlichen
dem Schalter in den Figuren 1 und 2. Zusätzlich dazu weist der Schalter 100 als die
Löscheinrichtung 300 einen im Regelbetrieb stromlosen Sekundärpfad 302 zu dem Strompfad
102 auf. In dem Sekundärpfad 302 ist ein Sicherungselement 304 angeordnet. Das Sicherungselement
304 ist hier eine Schmelzsicherung. Ein erstes Ende des Sicherungselements 304 ist
auf einer ersten Seite der Trennstelle 112 mit dem Strompfad 102 elektrisch leitend
verbunden. Ein zweites Ende des Sicherungselements 304 ist elektrisch leitend mit
einer Sekundärelektrode 306 verbunden. Die Sekundärelektrode 306 ist im Regelbetrieb
elektrisch isoliert von dem Strompfad 102 angeordnet. Hier ist die Sekundärelektrode
306 seitlich neben der Trennstelle 112 angeordnet.
[0058] In einem Ausführungsbeispiel ist die Sekundärelektrode 306 mit einer mittleren Zinke
308 eines Löschkamms 310 verbunden. Der Löschkamm 310 weist hier fünf Zinken 308 auf,
die über eine Öffnungsweite der Trennstelle 112 verteilt angeordnet sind. Die Zinken
308 sind voneinander elektrisch isoliert. Die äußeren Zinken 308 des Löschkamms 310
sind länger als die inneren Zinken 308 des Löschkamms 310. Die mittlere Zinke 308
ist die kürzeste Zinke 308 und damit am weitesten von der Trennstelle 112 entfernt.
[0059] In einem Ausführungsbeispiel ist die Sekundärelektrode 306 über das Sicherungselement
304 mit der Rückleitung 110 verbunden und verkürzt so den Sekundärpfad 302. Hier ist
ein einzelner Blasmagnet 126 seitlich neben der Trennstelle 112 angeordnet. Dadurch
verlaufen Feldlinien des Magnetfelds bogenförmig durch die Trennstelle 112. Der Blasmagnet
126 ist jedoch wesentlich länger als das Schaltglied 114, sodass das Magnetfeld im
Bereich der Trennstelle 112 im Wesentlichen homogen ist.
[0060] In einem Ausführungsbeispiel sind die Zinken 308 des Löschkamms 310 als Platten ausgeführt.
Die Platten sind im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet. Jede der Platten
weist einen im Wesentlichen konstanten Abstand zu dem Strompfad 102 auf.
[0061] Anders ausgedrückt weist der hier dargestellte Schalter 100 eine Hinleitung 108 mit
einer Trennstelle 112 zum Trennen eines Strompfads 102 auf, wobei an der Trennstelle
112 ein zumindest einseitig bewegliches Schaltglied 114 zum Öffnen und/oder Schließen
der Trennstelle 112 in der Hinleitung 108 angeordnet ist, wobei das Schaltglied 114
in einer Geschlossenstellung auf einer beweglichen Seite eine Kontaktstelle 118 zu
der Hinleitung 108 aufweist, wobei der Schalter 100 eine Löscheinrichtung 300 zum
Löschen eines beim Trennen der stromtragenden Trennstelle 112 resultierenden Schaltlichtbogens
aufweist, wobei die Löscheinrichtung 300 ein im Regelbetrieb stromloses Sicherungselement
304 in einem Sekundärpfad 302 zu dem Strompfad 102 aufweist, wobei das Sicherungselement
304 zwischen einen Anschluss zu einer ersten Seite der Trennstelle 112 und eine Sekundärelektrode
306 des Sekundärpfads 302 geschaltet ist, wobei die Sekundärelektrode 306 im Bereich
einer zweiten Seite der Trennstelle 112 angeordnet ist und im Regelbetrieb von dem
Strompfad 102 elektrisch isoliert ist, wobei der Schalter 100 ferner einen benachbart
zu der Trennstelle 112 angeordneten Löschkamm mit zumindest zwei Zinken 308 aufweist,
wobei die Zinken 308 möglicherweise im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind, elektrisch voneinander getrennt sind und über eine Öffnungsweite der Trennstelle
112 verteilt angeordnet sind, wobei die Sekundärelektrode 306 mit zumindest einer
der Zinken 308 verbunden ist.
[0062] Fign. 4a und 4b zeigen Darstellungen eines Löschens eines Schaltlichtbogens 400 an
einem Schalter 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Der Schalter 100 entspricht dabei
im Wesentlichen dem Schalter in Fig. 3. In Fig. 4a ist der Schalter 100 gerade unter
Verwendung des nicht dargestellten Aktors geöffnet worden. In der Kontaktstelle 118
hat der Schaltlichtbogen 400 zwischen der Hinleitung 108 und dem Schaltglied 114 gezündet.
Der Blasmagnet 126 hat den Schaltlichtbogen 400 in den Löschkamm 310 geblasen. Dadurch
hat sich der Schaltlichtbogen 400 in fünf Teillichtbögen 402 aufgeteilt. Die Teillichtbögen
402 verlaufen dabei von der Hinleitung 108 zur nächstgelegenen Zinke 308, von dort
von Zinke 308 zu Zinke 308, wobei die kürzeste, mittlere Zinke 308 übersprungen wird,
und von der letzten Zinke 308 zum Schaltglied 114. In jedem Teillichtbogen 402 fällt
dabei Spannung ab und schwächt den Schaltlichtbogen 400.
[0063] In Fig. 4b ist der Schaltlichtbogen 400 auf die mittlere Zinke 308 und damit auf
die Sekundärelektrode 306 übergesprungen, da an der Sekundärelektrode 306 das elektrische
Potenzial der Rückleitung 110 direkt anliegt. Die Teillichtbögen 402 zu den weiteren
Zinken 308 sind erloschen. Durch den Überschlag auf die Sekundärelektrode 306 übersteigt
der Stromfluss im Sekundärpfad 302 eine Ansprechschwelle des Sicherungselements 304
und es löst aus. Durch das ausgelöste Sicherungselement 304 wird der Stromfluss unterbrochen,
der Schaltlichtbogen 400 erlischt und die Trennstelle 112 ist getrennt.
[0064] Mit anderen Worten zeigen die Fign 3 und 4 einen Schalter mit Lichtbogenweiche in
einem Löschkamm.
[0065] Das hier vorgestellte Schütz kann größere Kurzschlussströme abschalten. Dabei wird
die Lichtbogenweiche zum Löschen des Lichtbogens verwendet. Die Lichtbogenweiche ist
in einen sogenannten Löschkamm oder Lichtbogen-Kamm integriert. Das Prinzip eines
solchen Löschkamms beruht auf dem Effekt der Verlängerung der Lichtbogenstrecke sowie
dem initialen Spannungsfall eines Lichtbogens von ca. 10 bis 20 V. Durch eine Luftströmung
oder Magnete wird der Lichtbogen in den Löschkamm hineingetrieben. Im hinteren Teil
des Löschkamms befindet sich die Sekundärelektrode der Lichtbogenweiche. Diese kann
auch als Anschluss an eine Lamelle des Kamms ausgeführt sein. Durch den geringeren
Widerstand des Sekundärpfads im Vergleich zum gestörten Primärpfad über den gesamten
Löschkamm fließt ein Großteil des Stroms anschließend über diesen Pfad. In dem Sicherungselement
der Lichtbogenweiche schmilzt durch den Strom eine Engstelle, wodurch ein Lichtbogen
in diesem Element entsteht. Dieser wird von dem Sicherungselement, das bspw. mit Sand
gefüllt sein kann, ebenfalls gelöscht. Damit ist der Pfad unterbrochen und galvanisch
getrennt.
[0066] In einem Ausführungsbeispiel weist der Schalter die in Fig. 1 dargestellte spezielle
Stromschienengeometrie auf, um den Effekt der Levitation zu kompensieren. Da für die
Funktion des Löschkamms Blasmagnete benötigt werden, lassen sich die elektromagnetischen
Kräfte nicht vollständig eliminieren, jedoch stark reduzieren. Hierdurch wird die
Levitationsgrenze signifikant erhöht.
[0067] Durch den hier vorgestellten Ansatz wird eine Steigerung der Systemsicherheit erreicht,
da das Schütz durch den Löschkamm größere Ströme trennen kann. Hierdurch wird der
unsichere Zustand, der durch das Zusammenspiel von Schütz und in Reihe geschalteter
Sicherung entstehen kann, eliminiert. Hintergrund ist, dass die Auslösezeit der Sicherung
durch den charakteristischen I
2t-Wert bestimmt wird. Je geringer also der Strom, desto länger benötigt die Sicherung,
bis ihr Schmelzintegral erreicht wird. Da die Aufheizung der Engstelle bei geringeren
Strömen zusätzlich weniger adiabatisch ist, verlängert sich die Auslösezeit zusätzlich.
Kann die Schaltgrenze des Schützes nun erhöht werden, ist die Auslösezeit der Sicherung
deutlich reduziert.
[0068] In Fig. 3 ist das Schütz mit der in einen Löschkamm integrierten Lichtbogenweiche
dargestellt. Dabei ist ein Magnet seitlich zur Schaltkammer angeordnet. Dieser Magnet
kann auch wie in Fig. 1 unterbrochen sein, sodass die Anordnung zwei Magnete beinhaltet.
Der Blasmagnet erzeugt ein Magnetfeld in der Schaltkammer, welches quer zur Stromrichtung
der Elektronen im Lichtbogen ausgerichtet ist, wodurch diese ausgelenkt werden und
in Richtung des Löschkamms getrieben werden. Wenn die Blasmagnete rechts und links
der Schaltkammer angeordnet sind, entsteht ein sehr homogenes Magnetfeld im Inneren
der Schaltkammer. Die Blasmagnete könnten auch als Elektromagnete ausgeführt sein.
[0069] In Fig. 4 ist die Ablenkung der Elektronen auf eine Kreisbahn gut zu erkennen. Durch
die Einwirkung des Kamms wird der Lichtbogen in mehrere Teile aufgeteilt. Jeder Teil
führt zu einer initialen Lichtbogenspannung von 10 bis 20 V abhängig vom Material
des Kamms, sodass die Lichtbogenspannung stufenweise erhöht wird. Dies reicht für
normale Überströme zum Erlöschen des Lichtbogens aus. Dabei reißt der Lichtbogen kurz
nach Eintritt in den Löschkamm ab und der Strom wird unterbrochen. Die Lichtbogenweiche
bleibt in diesem Fall inaktiv.
[0070] Bei sehr hohen zu trennenden Kurzschlussströmen erreicht die "Wolke" aus ionisiertem
Gas im Lichtbogenkamm die Sekundärelektrode der Lichtbogenweiche, die über eine Überstromschutzeinrichtung
mit dem anderen Potential verbunden ist, sodass zwischen dem Lichtbogenfußpunkt auf
dem Schütz und der Sekundärelektrode eine Potentialdifferenz vorliegt. Der Lichtbogen
kommutiert zu dieser Sekundärelektrode, sodass der Anteil des Primärlichtbogens zur
Schaltbrücke erlischt. Ist das Schmelzintegral der Überstromschutzeinrichtung / Sicherungselement
erreicht, zündet in dieser einen Lichtbogen, wodurch in der Folge der Strompfad unterbrochen
wird.
[0071] In einem Ausführungsbeispiel ist der Schütz mit der Lichtbogenweiche im Löschkamm
mit dem in Fig. 1 dargestellten Prinzip der Kompensation der Levitationskraft kombiniert.
Dabei beeinflusst das zusätzliche Magnetfeld der Permanentmagnete / Blasmagnete die
Lorentzkraft stromunabhängig. Die Stromschienen sind dabei so angeordnet, dass die
Lorentzkraft verursacht durch die Leiterschleife auf die Schaltbrücke schließend wirkt.
Die Schaltbrücke bewegt sich im Magnetfeld der unteren Stromschiene B(I, d) und im
Magnetfeld der Blasmagnete B
L. Für die resultierende Lorentzkraft gilt:

mit dem Strom I und der Länge der Schaltbrücke L (vektoriell). L ist dabei so definiert,
dass es positiv ist, wenn der Strom in L Richtung fließt. B
x x L beschreibt das Kreuzprodukt der jeweiligen Magnetfeldkomponente mit der Länge
der Kontaktbrücke (vektoriell).
[0072] Durch geeignete Wahl der Parameter d und L lässt sich die äußere Lorentzkraft so
einstellen, dass diese die lokale Lorentz- und Engekraft an den beiden Kontaktstellen
zu einem großen Teil kompensiert. Durch die Wirkung der Blasmagnete wird die kompensierende
Kraft je nach Stromrichtung reduziert oder verstärkt. Da das Magnetfeld der Blasmagnete
nicht vom Strom I abhängt, lässt sich mit dieser Anordnung ein Gleichgewicht der abstoßendend
und andrückend auf die Schaltbrücke wirkenden elektromagnetischen Kräfte nur für einen
bestimmten Stromwert erreichen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0073]
- 100
- Schalter
- 102
- Strompfad
- 104
- Terminal
- 106
- Terminal
- 108
- Hinleitung
- 110
- Rückleitung
- 112
- Trennstelle
- 114
- Schaltglied
- 116
- Aktor
- 118
- Kontaktfläche
- 120
- Zwischenraum
- 122
- Engekraft
- 124
- Lorentzkraft
- 126
- Blasmagnet
- 200
- Element
- 202
- Aussparung
- 204
- Aktor
- 300
- Löscheinrichtung
- 302
- Sekundärpfad
- 304
- Sicherungselement
- 306
- Sekundärelektrode
- 308
- Zinke
- 310
- Löschkamm
- 400
- Schaltlichtbogen
- 402
- Teillichtbogen
1. Elektrischer Schalter (100) zum Trennen eines Strompfads (102),
wobei der Schalter (100) eine Hinleitung (108) mit einer Trennstelle (112) zum Trennen
des Strompfads (102) aufweist,
wobei an der Trennstelle (112) ein zumindest einseitig bewegliches Schaltglied (114)
zum Öffnen und/oder Schließen der Trennstelle (112) in der Hinleitung (108) angeordnet
ist,
wobei das Schaltglied (114) in einer Geschlossenstellung auf einer beweglichen Seite
eine Kontaktstelle (118) zu der Hinleitung (108) aufweist,
wobei der Schalter (100) ferner eine an einem Ende der Hinleitung (108) elektrisch
leitend mit der Hinleitung (108) verbundene Rückleitung (110) aufweist,
wobei eine im Wesentlichen antiparallel beabstandete Anordnung von Hinleitung (108)
und Rückleitung (110) zumindest im Bereich der Trennstelle (112) dazu ausgebildet
ist, eine bei stromtragendem Strompfad (102) aufgrund einer lokalen Lorentzkraft in
der Hinleitung (108) und dem Schaltglied (114) und einer Engekraft (122) in der Kontaktstelle
(118) auf das Schaltglied (114) wirkende Kraft durch eine von der Rückleitung (110)
auf das Schaltglied (114) wirkende Lorentzkraft (124) zumindest teilweise zu kompensieren,
mit einer Löscheinrichtung (300) zum Löschen eines beim Trennen der stromtragenden
Trennstelle (112) resultierenden Schaltlichtbogens (400), dadurch gekennzeichnet, dass die Löscheinrichtung (300) ein im Regelbetrieb stromloses Sicherungselement (304)
in einem Sekundärpfad (302) zu dem Strompfad (102) aufweist, wobei das Sicherungselement
(304) zwischen einen Anschluss zu einer ersten Seite der Trennstelle (112) und eine
Sekundärelektrode (306) des Sekundärpfads (302) geschaltet ist, wobei die Sekundärelektrode
(306) im Bereich einer zweiten Seite der Trennstelle (112) angeordnet ist und im Regelbetrieb
von dem Strompfad (102) elektrisch isoliert ist, ferner aufweisend einen benachbart
zu der Trennstelle (112) angeordneten Löschkamm (310) mit zumindest zwei Zinken, wobei
die Zinken (308) im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind, elektrisch
voneinander getrennt sind und über eine Öffnungsweite der Trennstelle (112) verteilt
angeordnet sind, wobei die Sekundärelektrode (306) mit zumindest einer der Zinken
(308) verbunden ist, ferner aufweisend zumindest einen Blasmagnet (126), der benachbart
zu der Trennstelle (112) angeordnet ist und dazu ausgebildet ist, den Schaltlichtbogen
(400) aus der Trennstelle (112) abzulenken,
wobei der Blasmagnet (126) eingerichtet ist, den Schaltlichtbogen (400) in den Löschkamm
(310) zu blasen.
2. Schalter (100) gemäß Anspruch 1, wobei eine Länge (L) des Schaltglieds (114) in Erstreckungsrichtung
des Schaltglieds (114) und ein Abstand (d) zwischen dem Schaltglied (114) und der
Rückleitung (110) in einer Richtung senkrecht zur Erstreckungsrichtung des Schaltglieds
(114) derart bemessen sind, dass die aufgrund der lokalen Lorentzkraft und der Engekraft
(122) auf das Schaltglied (114) an der Kontaktstelle (118) wirkende Kraft durch die
bei stromtragendem Strompfad (102) in der Rückleitung (110) bewirkte Lorentzkraft
(124) bei einer durch den stromtragenden Strompfad (102) fließenden Stromstärke (I),
für die der Schalter (100) ausgelegt ist, zu zumindest 50% kompensiert werden.
3. Schalter (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Schaltglied (114)
an der Kontaktstelle (118) an einer hin zu der Rückleitung (110) gerichteten Seite
lösbar an der Hinleitung (108) anliegt.
4. Schalter (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Schaltglied (114)
zum Öffnen der Trennstelle (112) in einen Zwischenraum (120) zwischen der Hinleitung
(108) und der Rückleitung (110) hinein beweglich ist.
5. Schalter (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, ferner aufweisend einen Aktor
(116) zum Heranführen des Schaltglieds (114) an und Wegbewegen des Schaltglieds (114)
von der Kontaktstelle (118).
6. Schalter (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Schaltglied (114)
als beidseitig bewegliche Schaltbrücke ausgebildet ist, wobei die Schaltbrücke im
Wesentlichen parallel zu der Rückleitung (110) ausgerichtet ist.
7. Schalter (100) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Zinken (308)
des Löschkamms (310) als im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtete Platten
ausgebildet sind, wobei eine Vorderkante der Platten beabstandet zu dem Strompfad
(102) im Bereich der Trennstelle (112) angeordnet ist und im Wesentlichen parallel
zu dem Strompfad (102) ausgerichtet ist.
8. Schalter (100) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner aufweisend ein bewegliches,
in die geöffnete Trennstelle (112) einschiebbares, elektrisch isolierendes Element
(200) und einem Aktor (204) zum Bewegen des Elements (200).
1. Electrical switch (100) for breaking a current path (102),
wherein the switch (100) has a feed line (108) with a breaking point (112) for breaking
the current path (102), wherein a switching element (114) which is movable at least
on one side is arranged at the breaking point (112) in the feed line (108) for opening
and/or closing the breaking point (112),
wherein the switching element (114) has a contact point (118) to the feed line (108)
on a movable side in a closed position,
wherein the switch (100) further has a return line (110) which is electrically conductively
connected to the feed line (108) at one end of the feed line (108),
wherein an arrangement of the feed line (108) and the return line (110) in a manner
spaced apart substantially antiparallel, at least in the region of the breaking point
(112), is designed for at least partially compensating for a force which, while the
current path (102) is carrying current, acts on the switching element (114) due to
a local Lorentz force in the feed line (108) and the switching element (114) and a
constriction force (122) at the contact point (118) by means of a Lorentz force (124)
which acts on the switching element (114) from the return line (110),
having an extinguishing device (300) for extinguishing a switching arc (400) resulting
from breaking the current-carrying breaking point (112), characterized in that the extinguishing device (300) has a fuse element (304), which is de-energized during
regular operation, in a secondary path (302) to the current path (102), wherein the
fuse element (304) is connected between a connection to a first side of the breaking
point (112) and a secondary electrode (306) of the secondary path (302), wherein the
secondary electrode (306) is arranged in the region of a second side of the breaking
point (112) and is electrically insulated from the current path (102) during regular
operation, further comprising an arc chute (310) which is arranged adjacent to the
breaking point (112) and has at least two prongs, wherein the prongs (308) are oriented
substantially parallel to each other, are electrically isolated from each other and
are arranged distributed over an opening width of the breaking point (112), wherein
the secondary electrode (306) is connected to at least one of the prongs (308), further
comprising at least one blowout coil (126) which is arranged adjacent to the breaking
point (112) and is designed to deflect the switching arc (400) from the breaking point
(112),
wherein the blowout coil (126) is configured to drive the switching arc (400) into
the arc chute (310).
2. Switch (100) according to Claim 1, wherein a length (L) of the switching element (114)
in the direction of extent of the switching element (114) and a distance (d) between
the switching element (114) and the return line (110) in a direction perpendicular
to the direction of extent of the switching element (114) are dimensioned in such
a way that the force which acts on the switching element (114) at the contact point
(118) due to the local Lorentz force and the constriction force (122) is compensated
for by at least 50% by means of the Lorentz force (124) that is created in the return
line (110) while the current path (102) is carrying current at a current (I) which
flows through the current-carrying current path (102) and for which the switch (100)
is designed.
3. Switch (100) according to either of the preceding claims, wherein the switching element
(114) detachably bears against the feed line (108) at the contact point (118) on a
side directed towards the return line (110).
4. Switch (100) according to any of the preceding claims, in which the switching element
(114) can be moved into an intermediate space (120) between the feed line (108) and
the return line (110) for opening the breaking point (112).
5. Switch (100) according to any of the preceding claims, further comprising an actuator
(116) for bringing the switching element (114) to and moving the switching element
(114) away from the contact point (118).
6. Switch (100) according to any of the preceding claims, in which the switching element
(114) is designed as a switching bridge which is movable on both sides, wherein the
switching bridge is oriented substantially parallel to the return line (110).
7. Switch (100) according to any of the preceding claims, in which the prongs (308) of
the arc chute (310) are designed as plates which are oriented substantially parallel
to each other, wherein a leading edge of the plates is arranged spaced apart from
the current path (102) in the region of the breaking point (112) and is oriented substantially
parallel to the current path (102).
8. Switch (100) according to any of the preceding claims, further comprising a movable,
electrically insulating element (200) which can be pushed into the opened breaking
point (112) and an actuator (204) for moving the element (200).
1. Commutateur électrique (100) pour la coupure d'un trajet de courant (102),
le commutateur (100) présentant une ligne d'alimentation (108) pourvue d'un point
de coupure (112) pour couper le trajet de courant (102),
un élément de commutation (114) mobile au moins d'un côté étant disposé au niveau
du point de coupure (112) pour ouvrir et/ou fermer le point de coupure (112) dans
la ligne d'alimentation (108),
l'élément de commutation (114) présentant, dans une position de fermeture sur un côté
mobile, un point de contact (118) avec la ligne d'alimentation (108),
le commutateur (100) présentant en outre une ligne de retour (110) reliée de manière
électriquement conductrice à la ligne d'alimentation (108) au niveau d'une extrémité
de la ligne d'alimentation (108),
un agencement de la ligne d'alimentation (108) et de la ligne de retour (110) espacées
de manière sensiblement antiparallèle étant conçu, au moins dans la zone du point
de coupure (112), pour compenser au moins partiellement une force agissant sur l'élément
de commutation (114), lorsque le trajet de courant (102) est parcouru par un courant,
en raison d'une force de Lorentz locale dans la ligne d'alimentation (108) et l'élément
de commutation (114) et/ou d'une force de constriction (122) dans le point de contact
(118), par une force de Lorentz (124) agissant depuis la ligne de retour (110) sur
l'élément de commutation (114),
comprenant un dispositif d'extinction (300) pour éteindre un arc électrique de commutation
(400) résultant de la coupure du point de coupure (112) parcouru par le courant, caractérisé en ce que le dispositif d'extinction (300) présente un élément fusible (304), hors courant
en fonctionnement normal, dans un trajet secondaire (302) par rapport au trajet de
courant (102), l'élément fusible (304) étant monté entre un raccordement à un premier
côté du point de coupure (112) et une électrode secondaire (306) du trajet secondaire
(302), l'électrode secondaire (306) étant disposée dans la zone d'un deuxième côté
du point de coupure (112) et étant isolée électriquement du trajet de courant (102)
en fonctionnement normal, présentant en outre un peigne d'extinction (310) disposé
de manière adjacente au point de coupure (112) et doté d'au moins deux dents, les
dents (308) étant orientées sensiblement parallèlement les unes aux autres, étant
isolées électriquement les unes des autres et étant réparties sur une largeur d'ouverture
du point de coupure (112), l'électrode secondaire (306) étant reliée à au moins l'une
des dents (308), présentant en outre au moins un aimant de soufflage (126) qui est
disposé de manière adjacente au point de coupure (112) et qui est conçu pour dévier
l'arc électrique de commutation (400) hors du point de coupure (112),
l'aimant de soufflage (126) étant conçu pour souffler l'arc électrique de commutation
(400) dans le peigne d'extinction (310).
2. Commutateur (100) selon la revendication 1, dans lequel une longueur (L) de l'élément
de commutation (114) dans la direction d'extension de l'élément de commutation (114)
et une distance (d) entre l'élément de commutation (114) et la ligne de retour (110)
dans une direction perpendiculaire à la direction d'extension de l'élément de commutation
(114) sont dimensionnées de telle manière que la force agissant sur l'élément de commutation
(114) au niveau du point de contact (118) en raison de la force de Lorentz locale
et de la force de constriction (122) soit compensée à au moins 50 % par la force de
Lorentz (124) provoquée dans la ligne de retour (110), lorsque le trajet de courant
(102) est parcouru par un courant, pour une intensité de courant (I) parcourant le
trajet de courant (102) pour laquelle le commutateur (100) est conçu.
3. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel
l'élément de commutation (114) au niveau du point de contact (118), sur un côté dirigé
vers la ligne de retour (110), repose de manière amovible sur la ligne d'alimentation
(108).
4. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel
l'élément de commutation (114) est mobile vers l'intérieur d'un espace intermédiaire
(120) situé entre la ligne d'alimentation (108) et la ligne de retour (110) pour l'ouverture
du point de coupure (112).
5. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant
en outre un actionneur (116) pour amener l'élément de commutation (114) vers le point
de contact (118) et éloigner l'élément de commutation (114) de celui-ci.
6. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel
l'élément de commutation (114) est réalisé sous la forme d'un pont de commutation
mobile des deux côtés, le pont de commutation étant orienté de manière sensiblement
parallèle à la ligne de retour (110).
7. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel
les dents (308) du peigne d'extinction (310) sont réalisées sous la forme de plaques
orientées de manière sensiblement parallèle les unes aux autres, un bord avant des
plaques étant disposé à distance du trajet de courant (102) dans la zone du point
de coupure (112) et étant orienté de manière sensiblement parallèle au trajet de courant
(102).
8. Commutateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant
en outre un élément (200) électriquement isolant, mobile et pouvant être inséré dans
le point de coupure (112) ouvert, et un actionneur (204) pour déplacer l'élément (200).