[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel für eine elektromotorisch
betriebene Küchenmaschine insbesondere mit Kochfunktion sowie ein Verfahren zur Reinigung
einer Küchenmaschine mit der erfindungsgemäßen Reinigungsmittelportion. Weiterhin
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Verwendung des erfindungsgemäßen Reinigungsmittels
zur Reinigung einer elektromotorisch betriebenen Küchenmaschine.
[0002] Elektromotorische Küchenmaschinen erfreuen sich großer Beliebtheit. Aktuelle Geräte
weisen zusätzlich zu der eigentlichen Funktion der Küchenmaschine eine Kochfunktion
auf, so dass in der Küchenmaschine Lebensmittel zubereitet werden können.
[0003] Insbesondere in Küchenmaschinen mit Koch- und damit Heizfunktion, wie sie z.B. unter
den Marken "Thermomix" (Fa. Vorwerk), "Cooking Chef oder "kCook" (Fa. Kenwood), "Cookit"
(Fa. Bosch), "Prep&Cook" (Fa. Krups) oder "Artisan CookProzessor" (Fa. Kitchen Aid)
auf dem Markt sind, können unterschiedlichste Arten von Speisen zubereitet werden.
Zur Reinigung müssen die Rührschüssel und das Rührwerkzeug üblicherweise ausgebaut
und entweder per Hand oder in einer Geschirrspülmaschine gereinigt werden.
[0004] Die Reinigung in der Geschirrspülmaschine dauert lange, so dass mehrere Gerichte,
die möglichst zusammen gegessen werden sollen, nicht in der Küchenmaschine zubereitet
werden können. Auch die Zubereitung von 2 Gängen eines Menus ist nur möglich, wenn
einer der beiden Gänge kalt gegessen wird oder aufgewärmt werden kann.
[0005] Die Reinigung mit der Hand ist üblicherweise schneller als mit der Geschirrspülmaschine.
Diese wird jedoch häufig als unangenehm empfunden. Zudem ist man während der Dauer
der Reinigung mit der Hand beschäftigt und kann in dieser Zeit keine andere Tätigkeit
vornehmen, wie beispielsweise die Vorbereitung des nächsten Ganges oder auch das bereits
zubereitete Gericht warm zu essen.
[0006] Gerade bei der Zubereitung von stärkehaltigen Speisen, wie beispielsweise Risotto
oder Pudding, können zudem sowohl nach der Reinigung in der Geschirrspülmaschine als
auch nach der Reinigung mit der Hand Verschmutzungen in der Rührschüssel und teilweise
auch am Rührwerkzeug vorhanden sein. Bei Küchenmaschinen mit Kochfunktion sind die
Rührschüsseln aus Edelstahl. Stärke-Anschmutzungen, wie sie beispielsweise beim Kochen
von Kartoffeln, Nudeln, Reis und insbesondere Risotto auftreten, können von Edelstahl
häufig nur schwer entfernt werden. Gerade bei der Zubereitung von Risotto, bei welchem
der Reis über einen längeren Zeitraum Kontakt mit der Edelstahl-Schüssel aufweist,
sind oft auch nach der Reinigung in der Geschirrspülmaschine oder mit der Hand Stärke-Anschmutzungen
zu erkennen.
[0007] Solche Stärke-Anschmutzungen können nach der eigentlichen Reinigung beispielsweise
mit Essig entfernt werden. Es ist also ein weiterer Reinigungsschritt erforderlich.
Anschließend muss die Rührschüssel nochmals gespült werden, um zu vermeiden, dass
weiter Speisen, die in der Rührschüssel zubereitet werden, den Geschmack von Essig
annehmen.
[0008] Je nach Ausgestaltung des Rührwerks können an diesem vergleichbare Verschmutzungen
wie an der Rührschüssel auftreten.
[0009] Die vollständige, gründliche Reinigung einer Rührschüssel, insbesondere einer solchen
aus Edelstahl, ist daher häufig aufwändig. Insbesondere die vollständige Entfernung
von Stärke-Anschmutzungen erfordert einen hohen Zeitaufwand und meist mehrere Reinigungsschritte.
[0010] Es besteht daher Bedarf an einem Reinigungsmittel, welches insbesondere Rührschüsseln
und Rührwerk einer Küchenmaschine, insbesondere einer elektromotorisch betriebenen
Küchenmaschine, insbesondere solche mit Kochfunktion, einfach und effektiv reinigt,
ohne dass eine manuelle Reinigung (schrubben) erforderlich ist. Dabei sollen auch
Stärke-Anschmutzungen insbesondere von Edelstahl möglichst effektiv entfernt werden.
Das Reinigungsmittel soll dabei möglichst schnell wirken, damit eine rasche Reinigung
und damit die erneute Nutzung der Rührschüssel für ein weiteres Gericht erfolgen kann.
[0011] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass ein Reinigungsmittel, welches gegenüber
bekannten Reinigungsmitteln einen höheren Anteil an Amylase aufweist, die der vorliegenden
Erfindung zu Grunde liegenden Aufgaben löst. In einer ersten Ausführungsform betrifft
die vorliegende Erfindung daher ein Reinigungsmittel zur Reinigung einer elektromotorisch
betriebenen Küchenmaschine, insbesondere einer Küchenmaschine mit Heizfunktion, dadurch
gekennzeichnet, dass es mindestens eine Amylase und mindestens eine Protease aufweist,
wobei das Gewichtsverhältnis von Amylase zu Protease 1:10 bis 5:1 beträgt.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher ein Reinigungsmittel
zur Reinigung einer elektromotorisch betriebenen Küchenmaschine, insbesondere einer
Küchenmaschine mit Heizfunktion, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Amylase
und mindestens eine Protease aufweist, wobei 0,05 bis 1,0 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis
0,6 Gew.-%, insbesondere 0,12 bis 0,4 aktives Enzymprotein der Amylase (bezogen auf
die Menge der Gesamtzusammensetzung) eingesetzt werden.
[0013] Es hat sich gezeigt, dass das erfindungsgemäße Reinigungsmittel so unmittelbar in
die Rührschüssel einer Küchenmaschine eingebracht werden kann. Durch Zugabe von Wasser
entsteht im Inneren der Schüssel eine Reinigungsflüssigkeit, welche für die Reinigung
im Inneren der Schüssel an den Wänden und im Bereich des Bodens sorgt, also die Flächen
reinigt, welche in Kontakt mit der Reinigungsflüssigkeit und damit mit den erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel gelangen. Wird ein Rührwerk angeschaltet, kann die Reinigung besonders
effektiv erfolgen, da die Flüssigkeit dann mit weiteren Bereichen der Rührschüssel
in Kontakt kommt, da die Flüssigkeit am Rand der Rührschüssel nach oben aufsteigt.
[0014] Gegenüber konventionellen Handgeschirrspülmitteln weist das erfindungsgemäße Reinigungsmittel
eine bessere Reinigungsleistung auf, insbesondere bei der Entfernung von Stärke-Anschmutzungen
von Edelstahl. Zur Reinigung von Rührschüsseln insbesondere elektromotorisch betriebener
Küchenmaschinen könnten auch Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen eingesetzt
werden. Diese sind jedoch auch nicht effektiv bei der Entfernung von Stärke-Anschmutzungen
von Edelstahl. Zudem liegen diese häufig in der Form von Tabs vor. Schaltet man nun
eine Küchenmaschine mit Rührwerk zur Verbesserung der Reinigungsleistung an, so kann
das Rührwerk durch Kontakt mit dem Tab beschädigt werden, insbesondere wenn das Rührwerk
in der Art von Messern ausgestaltet ist.
[0015] Erfindungsgemäß bevorzugt kann das Reinigungsmittel portioniert vorliegen. Entsprechende
Reinigungsmittelportionen sind auf das Volumen üblicher Rührschüsseln von Küchenmaschinen
abgestimmt. Hierdurch ist die Handhabung für den Verbraucher einfach und sicher. Zudem
kann die Konzentration an Enzymen und weiteren ggf. vorhanden aktiven Substanzen in
der Reinigungsflüssigkeit sichergestellt werden.
[0016] Zudem ist das erfindungsgemäße Reinigungsmittel besonders gut löslich in Wasser,
so dass eine kurze Reinigungszeit der Rührschüssel von vorzugsweise 10 Minuten oder
weniger, insbesondere von 7 Minuten oder weniger ermöglicht wird. Dies gilt auch,
wenn das Reinigungsmittel als Reinigungsmittelportion vorliegt. In diesem Fall liegt
das Reinigungsmittel in einem wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren Behältnis
(Pouch) vor. Wobei wasserlöslich oder wasserdispergierbar bedeutet, dass sich das
Behältnis in kaltem Wasser (Temperatur des Wassers: 20 °C) unter Rühren innerhalb
von 30 s oder weniger auflöst oder dispergiert, so dass das Reinigungsmittel vollständig
zur Verfügung steht. Entsprechende Pouches sind üblicherweise aus PVA gebildet und
sind dem Fachmann bekannt.
[0017] "Mindestens ein", wie hierin verwendet, schließt ein, ist aber nicht begrenzt auf,
1, 2, 3, 4, 5, 6 und mehr. Bezogen auf einen Inhaltsstoff bezieht sich die Angabe
auf die Art des Inhaltsstoffs und nicht auf die absolute Zahl der Moleküle. "Mindestens
ein Tensid" bedeutet somit beispielsweise mindestens eine Art von Tensid, d.h. dass
eine Art von Tensid oder eine Mischung mehrerer verschiedener Tenside gemeint sein
kann. Zusammen mit Gewichtsangaben bezieht sich die Angabe auf alle Verbindungen der
angegebenen Art, die in der Zusammensetzung/Mischung enthalten sind, d.h. dass die
Zusammensetzung über die angegebene Menge der entsprechenden Verbindungen hinaus keine
weiteren Verbindungen dieser Art enthält.
[0018] Die in dieser Anmeldung genannten Angaben in Gew.-% beziehen sich, soweit nichts
anderes erwähnt, auf den Aktivstoffgehalt in g bezogen auf das Gewicht der gesamten
Zusammensetzung in g.
[0019] Diese und weitere Aspekte, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden für den Fachmann
aus dem Studium der folgenden detaillierten Beschreibung und Ansprüche ersichtlich.
Dabei kann jedes Merkmal aus einem Aspekt der Erfindung in jedem anderen Aspekt der
Erfindung eingesetzt werden. Ferner ist es selbstverständlich, dass die hierin enthaltenen
Beispiele die Erfindung beschreiben und veranschaulichen sollen, diese aber nicht
einschränken und insbesondere die Erfindung nicht auf diese Beispiele beschränkt ist.
Numerische Bereiche, die in dem Format "von x bis y" angegeben sind, schließen die
genannten Werte ein. Wenn mehrere bevorzugte numerische Bereiche in diesem Format
angegeben sind, ist es selbstverständlich, dass alle Bereiche, die durch die Kombination
der verschiedenen Endpunkte entstehen, ebenfalls erfasst werden.
[0020] Da die Mittel der Erfindung vorzugsweise fest sind, bezieht sich der angegebene pH-Wert
in verschiedenen Ausführungsformen auf eine 10% Lösung der jeweiligen Zusammensetzung
in destilliertem Wasser bei 25 °C.
[0021] "Phosphatfrei" und "phosphonatfrei", wie hierin verwendet, bedeutet, dass die betreffende
Zusammensetzung im Wesentlichen frei von Phosphaten bzw. Phosphonaten ist, d.h. insbesondere
Phosphate bzw. Phosphonate in Mengen kleiner als 0,1 Gew.-%, vorzugsweise kleiner
als 0,01 Gew.-%, bezogen auf die jeweilige Zusammensetzung, enthält.
[0022] Die Anwesenheit von Enzymen in Geschirr-Reinigungsmitteln ist hinlänglich bekannt.
Üblicherweise werden Proteasen in Reinigungsmitteln eingesetzt, um Eiweiß-haltige
Verschmutzungen, beispielsweise hervorgerufen durch Fleisch oder Eier, von Porzellan
und Gläsern zu entfernen. Auch wenn Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen sowohl
Amylasen als auch Proteasen in einem Reinigungsmittel enthalten sind, ergeben sich
trotzdem Probleme bei der Ablösung von stärkehaltigen Anschmutzungen von Edelstahl.
[0023] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass wenn dabei der Anteil an Amylasen gegenüber
dem Anteil der Proteasen deutlich angehoben wird, nicht nur Eiweiß-haltige Verschmutzungen
sondern auch Stärke-Anschmutzungen von harten Oberflächen und insbesondere von Edelstahl
entfernt werden können. Dabei ist nicht nur die Reinigungsleistung an sich sehr gut,
sondern auch die Dauer, die zur Reinigung benötigt wird. Die Reinigung erfolgt innerhalb
weniger Minuten.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung ein Reinigungsmittel
zur Reinigung einer elektromotorisch betriebenen Küchenmaschine, insbesondere einer
Küchenmaschine mit Heizfunktion, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Amylase
und mindestens eine Protease aufweist, wobei das Gewichtsverhältnis von Amylase zu
Protease 1:10 bis 5:1 beträgt.
[0025] Das Gewichtsverhältnis von Amylase zu Protease beträgt bevorzugt (jeweils bezogen
auf die Menge des aktiven Enzymproteins) 1:7 bis 2:1, bevorzugt 1:5 bis 1:1,5, insbesondere
1:3 bis 1:1.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung ein Reinigungsmittel
zur Reinigung einer elektromotorisch betriebenen Küchenmaschine, insbesondere einer
Küchenmaschine mit Heizfunktion, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Amylase
und mindestens eine Protease aufweist, wobei 0,05 bis 1,0 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis
0,6 Gew.-%, insbesondere 0,12 bis 0,4 aktives Enzymprotein der Amylase (bezogen auf
die Menge der Gesamtzusammensetzung) eingesetzt werden und wobei das Gewichtsverhältnis
von Amylase zu Protease (jeweils bezogen auf die Menge des aktiven Enzymproteins)
1:10 bis 5:1, 1:7 bis 2:1, bevorzugt 1:5 bis 1:1,5, insbesondere 1:3 bis 1:1 beträgt.
[0027] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus Bacillus
licheniformis, aus B. amyloliquefaciens, aus B. stearothermophilus, aus Aspergillus
niger und A. oryzae sowie die für den Einsatz in Geschirrspülmitteln verbesserten
Weiterentwicklungen der vorgenannten Amylasen. Bevorzugt geeignet sind Amylasen, die
eine gesteigerte Stabilität gegenüber Bleiche aufweisen, insbesondere bevorzugt sind
beispielsweise Excellenz
™ S1000, Excellenz
™ S3300 (Dupont) sowie Stainzyme
™ Plus, insbesondere Stainzyme
™Plus 12 T bzw. Stainzyme
™Plus 24 T, von Novozymes, insbesondere bevorzugt ist der Einsatz von Excellenz
™ S3300 bzw. Stainzyme Plus.
[0028] Beispiele für Amylasen sind die α-Amylasen aus Bacillus licheniformis, Bacillus amyloliquefaciens
oder Bacillus stearothermophilus sowie insbesondere auch deren für den Einsatz in
Wasch- oder Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen. Das Enzym aus Bacillus
licheniformis ist von dem Unternehmen Novozymes unter dem Namen Termamyl
® und von dem Unternehmen Danisco/DuPont unter dem Namen Purastar
® ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind unter den Handelsnamen
Duramyl
® und Termamyl
® ultra (beide von Novozymes), Purastar
® OxAm (Danisco/DuPont) und Keistase
® (Daiwa Seiko Inc.) erhältlich. Die α-Amylase von Bacillus amyloliquefaciens wird
von dem Unternehmen Novozymes unter dem Namen BAN
® vertrieben, und abgeleitete Varianten von der α-Amylase aus Bacillus stearothermophilus
unter den Namen BSG
® und Novamyl
®, ebenfalls von dem Unternehmen Novozymes. Des Weiteren sind für diesen Zweck die
α-Amylase aus Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase
(CGTase) aus Bacillus agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben. Ferner sind die amylolytischen
Enzyme einsetzbar, die in den internationalen Patentanmeldungen
WO 95/26397 A1,
WO 96/23873 A1,
WO 99/23211 A1,
WO 00/60060 A2,
WO 03/002711 A2,
WO 03/054177 A2,
WO 2006/002643 A2,
WO 2007/079938 A2,
WO 2011/100410 A2 und
WO 2013/003659 A1 offenbart sind. Ebenso sind Fusionsprodukte aller genannten Moleküle einsetzbar.
Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl
® von dem Unternehmen Novozymes erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und A. oryzae geeignet. Weitere vorteilhaft einsetzbare Handelsprodukte
sind z.B. die Amylase-LT
® und Stainzyme
® oder Stainzyme
® ultra bzw. Stainzyme
® plus sowie AmplifyTM 12L oder Amplify PrimeTM 100L, letztere ebenfalls von dem Unternehmen
Novozymes, sowie die PREFERENZ S
® Serie von dem Unternehmen Danisco/DuPont, umfassend z.B. PREFERENZ S100
®, PREFERENZ S1000
® oder PREFERENZ S210
®. Auch durch Punktmutationen erhältliche Varianten dieser Enzyme können erfindungsgemäß
eingesetzt werden.
[0029] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Proteasen sind insbesondere Proteasen vom
Subtilisin-Typ (Subtilasen, Subtilopeptidasen,
EC 3.4.21.62), welche aufgrund der katalytisch wirksamen Aminosäuren Serin-Proteasen sind. Sie
wirken als unspezifische Endopeptidasen und hydrolysieren beliebige Säureamidbindungen,
die im Inneren von Peptiden oder Proteinen liegen. Ihr pH-Optimum liegt meist im deutlich
alkalischen Bereich. Einen Überblick über diese Familie bietet beispielsweise der
Artikel "Subtilases: Subtilisin-like Proteases" von R. Siezen, Seite 75-95 in "Subtilisin
enzymes ", herausgegeben von R. Bott und C. Betzel, New York, 1996. Subtilasen werden natürlicherweise von Mikroorganismen gebildet. Hierunter sind
insbesondere die von Bacillus-Spezies gebildeten und sezernierten Subtilisine als
bedeutendste Gruppe innerhalb der Subtilasen zu erwähnen sowie die aus dem Stand der
Technik bekannten optimierten Varianten davon.
[0030] Beispiele für Proteasen sind die Subtilisine BPN' aus Bacillus amyloliquefaciens
und Carlsberg aus Bacillus licheniformis, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und
309, die Protease aus Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht
mehr jedoch den Subtilisinen im engeren Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase
K und die Proteasen TW3 und TW7. Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form
unter dem Handelsnamen Alcalase
® von dem Unternehmen Novozymes erhältlich. Die Subtilisine 147 und 309 werden unter
den Handelsnamen Esperase
® bzw. Savinase
® von dem Unternehmen Novozymes vertrieben. Von der Protease aus Bacillus lentus DSM
5483 leiten sich Proteasevarianten ab. Weitere brauchbare Proteasen sind z.B. die
unter den Handelsnamen Durazym
®, Relase
®, Everlase
®, Nafizym
®, Natalase
®, Kannase
®, Progress Uno 101L
® und Ovozyme
® von dem Unternehmen Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect
®, Purafect
® OxP, Purafect
® Prime, Excellase
®, Properase
®, Preferenz P100
® und Preferenz P300
® von dem Unternehmen Danisco/DuPont, das unter dem Handelsnamen Lavergy pro 104 LS
® von dem Unternehmen BASF, das unter dem Handelsnamen Protosol
® von dem Unternehmen Advanced Biochemicals Ltd., das unter dem Handelsnamen Wuxi
® von dem Unternehmen Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., die unter den Handelsnamen Proleather
® und Protease P
® von dem Unternehmen Amano Pharmaceuticals Ltd., und das unter der Bezeichnung Proteinase
K-16 von dem Unternehmen Kao Corp. erhältlichen Enzyme. Besonders bevorzugt eingesetzt
werden auch die Proteasen aus Bacillus gibsonii und Bacillus pumilus, die offenbart
sind in den internationalen Patentanmeldungen
WO 2008/086916 A1 und
WO 2007/131656 A1. Weitere vorteilhaft einsetzbare Proteasen sind offenbart in den Patentanmeldungen
WO 91/02792 A1,
WO 2008/007319 A2,
WO 93/18140 A1,
WO 01/44452 A1,
GB 1243784 A,
WO 96/34946 A1,
WO 02/029024 A1 und
WO 03/057246 A1. Weitere verwendbare Proteasen sind diejenigen, die in den Mikroorganismen Stenotrophomonas
maltophilia, insbesondere Stenotrophomonas maltophilia K279a, Bacillus intermedius
sowie Bacillus sphaericus natürlicherweise vorhanden sind.
[0031] Besonders bevorzugt einzusetzende Protease sind beispielsweise die in der
WO 2017/215925 A1 offenbarten Proteasen, sowie Excellenz
™ P1000 (Dupont), Ovozymes
™ und/oder Blaze
™, insbesondere Blaze Evity 125 T und 150 T, (Novozymes).
[0032] Außer den hier beschriebenen beispielhaften Amylasen und Proteasen können auch weitere
Amylasen und/oder Proteasen verwendet werden.
[0033] Das Reinigungsmittel liegt vorzugsweise portioniert vor. Dabei ist eine Portionsgröße
an die Größe der zu reinigenden Rührschüssel angepasst.
[0034] Übliche Größen für Rührschüsseln von elektromotorisch betriebenen Küchenmaschinen
umfassen ein Volumen von etwa 1 I bis 3 I. Das Reinigungsmittel ist vorzugsweise derart
bereitgestellt, dass Portionsgrößen von 5-15 g, insbesondere von 7-12 g vorliegen.
Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass geeignete Behältnisse, beispielsweise
Pouches, zur Verfügung gestellt werden, die mit dem erfindungsgemäßen Reinigungsmittel
gefüllt sind.
[0035] Die Portionierung sorgt dafür, dass das Gewichtsverhältnis von Amylase zu Protease
bei jeder Anwendung sichergestellt ist. Auch die in der Reinigungsflotte, die sich
dadurch ausbildet, dass das Reinigungsmittel in Wasser gelöst wird, ist die Konzentration
an Amylase und Protease mit einer Reinigungsmittelportion sichergestellt, so dass
eine gute Reinigungsleistung erfolgen kann.
[0036] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beträgt die Menge aller Amylasen,
bezogen auf die Menge an aktivem Enzymprotein, in der Reinigungsflotte von 1 bis 100
mg, bevorzugt 5 bis 50, insbesondere 8 bis 25 mg der Amylase.
[0037] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beträgt die Menge aller Proteasen,
bezogen auf die Menge an aktivem Enzymprotein, in der Reinigungsflotte 5 bis 800,0
mg, bevorzugt 10 bis 200 mg, insbesondere 15 bis 100 mg.
[0038] Bei diesen Mengenbereichen kann eine gute Reinigung in der gewünschten Zeit, nämlich
innerhalb von 10 Minuten oder weniger, insbesondere von 7 Minuten oder weniger sichergestellt
werden.
[0039] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel ist vorzugsweise alkalisch. Der pH-Wert einer
10%-igen Lösung des Reinigungsmittels in destilliertem Wasser liegt bei 25 °C vorzugsweise
im Bereich von 8,5-12, insbesondere von 9,5-11. Bei diesem pH-Wertbereich können die
Enzyme stabil gelagert werden, ohne dass es zu einer Abschwächung der Wirkung kommt.
Zudem ist auch hier eine gute Reinigung möglich, wobei die Edelstahlrührschüssel nicht
beispielsweise korrosiv angegriffen wird. Neben den Amylasen und Proteasen in den
genannten Gewichtsverhältnissen kann das erfindungsgemäße Reinigungsmittel weiterhin
ein oder mehrere für Reinigungsmittel übliche Bestandteile ausgewählt aus Tensiden,
Enzymstabilisatoren, Lösungsmitteln, Salzen, Gerüststoffen (Buildern), pH-Stabilisatoren,
Korrosionshemmern, Verdickern, Schauminhibitoren, Farbstoffen, Duftstoffen, Polymeren
und Parfumträgern, enthalten.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung
eines erfindungsgemäßen Reinigungsmittels zur Reinigung einer Rührschüssel und/oder
eines Rührwerkes insbesondere einer elektromotorisch betriebenen Küchenmaschine. Insbesondere
eignet sich das erfindungsgemäße Reinigungsmittel zur Entfernung von Stärkeanschmutzungen
von Edelstahl. Die Reinigung erfolgt dabei vorzugsweise innerhalb eines Zeitraums
von 10 Minuten oder weniger, insbesondere von 7 Minuten oder weniger.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Reinigung einer Rührschüssel und/oder eines Rührwerks einer elektromotorisch betriebenen
Küchenmaschine, das dadurch gekennzeichnet ist, das man
- a) ein Reinigungsmittel wie vorstehend in verschiedenen Ausführungsformen beschrieben
in die Rührschüssel gibt und das Reinigungsmittel in Wasser auflöst, so dass eine
Reinigungsflotte entsteht,
- b) einwirken lassen der Reinigungsflotte in der Rührschüssel über einen Zeitraum von
5 Minuten bis 10 Minuten, wobei die Temperatur der Reinigungsflotte 75 °C nicht übersteigt,
wobei sich gegebenenfalls das Rührwerk im Inneren der Rührschüssel befindet und mit
der Reinigungsflotte in Kontakt steht, und
- c) abschließend Ausspülen der Rührschüssel und ggf. Abspülen des Rührwerks mit klarem
Wasser.
[0042] Zur Reinigung der Rührschüssel und/oder des Rührwerks ist es nicht notwendig, dass
mit einem Schwamm oder einer Bürste die Rührschüssel mechanisch gereinigt wird. Die
Reinigung und insbesondere auch die Entfernung von Stärke-Anschmutzungen erfolgt allein
aufgrund der spezifischen Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Reinigungsmittels.
[0043] Die Temperatur der Reinigungsflotte beträgt vorzugsweise 30 °C bis 70 °C. In diesem
Temperaturbereich sind die enthaltenen Enzyme aktiv und können so besonders gute Verschmutzungen
aus der Rührschüssel entfernen bzw. diese vom Material lösen. Eine Temperatur von
75 °C sollte nicht überstiegen werden, da ansonsten die Enzyme inaktiviert werden.
[0044] Bei Temperaturen unterhalb von 50 °C und insbesondere unterhalb von 45 °C, bevorzugt
von weniger als 30 °C ist die Aktivität der Enzyme zu gering, als dass eine effektive
Reinigung erfolgen könnte.
[0045] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel ermöglicht damit ein Verfahren zur Reinigung
von Edelstahloberflächen innerhalb von kürzester Zeit bei angemessenen Temperaturen.
Eine mechanische Reinigung wie beispielsweise mit einem Schwamm oder einer Bürste
ist nicht notwendig. Dennoch erhält man eine saubere Oberfläche.
[0046] Aufgrund der bevorzugten Temperatur ist die Oberfläche, also die Rührschüssel, dann
auch nicht so warm, als dass man sie nicht mehr anfassen könnte. Eine weitere Benutzung
unmittelbar nach der Reinigung und einem anschließenden Ausspülen ist daher möglich.
[0047] Vorzugsweise ist das Reinigungsmittel portioniert, wobei die Umhüllung, also das
wasserlösliche Behältnis, bevorzugt derart gewählt ist, dass es sich innerhalb eines
Zeitraums von 10 Sekunden in Wasser auflöst. Auflösen bedeutet dabei, dass das im
Inneren befindliche Reinigungsmittel vollständig aus dem wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren
Behältnis austreten kann und damit seine Reinigungswirkung entfalten kann.
[0048] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem
Reinigungsmittel, bevorzugt Geschirrspülmittel, insbesondere maschinellem Geschirrspülmittel
um eine Reinigungsmittelportion in einer wasserlöslichen Umhüllung mit einer oder
ggf. auch mehreren Kammern/Kompartimenten. Dabei ist das Reinigungsmittel bevorzugt
als Reinigungsmitteleinmalportion konfektioniert, so dass es zur Durchführung eines
Reinigungsdurchlaufs eingesetzt wird und dabei (weitestgehend) im wesentlichen verbraucht
wird.
[0049] Die wasserlösliche Umhüllung wird vorzugsweise aus einem wasserlöslichen Folienmaterial,
welches ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Polymeren oder Polymergemischen,
gebildet. Die Umhüllung kann aus einer oder aus zwei oder mehr Lagen aus dem wasserlöslichen
Folienmaterial gebildet werden. Das wasserlösliche Folienmaterial der ersten Lage
und der weiteren Lagen, falls vorhanden, kann gleich oder unterschiedlich sein.
[0050] Es ist bevorzugt, dass die wasserlösliche Umhüllung Polyvinylalkohol oder ein Polyvinylalkoholcopolymer
enthält. Wasserlösliche Umhüllungen, die Polyvinylalkohol oder ein Polyvinylalkoholcopolymer
enthalten, weisen eine gute Stabilität bei einer ausreichend hohen Wasserlöslichkeit,
insbesondere Kaltwasserlöslichkeit, auf.
[0051] Geeignete wasserlösliche Folien zur Herstellung der wasserlöslichen Umhüllung basieren
bevorzugt auf einem Polyvinylalkohol oder einem Polyvinylalkoholcopolymer, dessen
Molekulargewicht im Bereich von 10.000 bis 1.000.000 gmol
-1, vorzugsweise von 20.000 bis 500.000 gmol
-1, besonders bevorzugt von 30.000 bis 100.000 gmol
-1 und insbesondere von 40.000 bis 80.000 gmol
-1 liegt.
[0052] Die Herstellung von Polyvinylalkohol geschieht üblicherweise durch Hydrolyse von
Polyvinylacetat, da der direkte Syntheseweg nicht möglich ist. Ähnliches gilt für
Polyvinylalkoholcopolymere, die aus entsprechend aus Polyvinylacetatcopolymeren hergestellt
werden. Bevorzugt ist, wenn wenigstens eine Lage der wasserlöslichen Umhüllung einen
Polyvinylalkohol umfasst, dessen Hydrolysegrad 70 bis 100 Mol-%, vorzugsweise 80 bis
90 Mol-%, besonders bevorzugt 81 bis 89 Mol-% und insbesondere 82 bis 88 Mol-% ausmacht.
[0053] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die wasserlösliche Verpackung zu mindestens
20 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 40 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu
mindestens 60 Gew.-% und insbesondere zu mindestens 80 Gew.-% aus einem Polyvinylalkohol,
dessen Hydrolysegrad 70 bis 100 Mol-%, vorzugsweise 80 bis 90 Mol-%, besonders bevorzugt
81 bis 89 Mol-% und insbesondere 82 bis 88 Mol-%, beträgt.
[0054] Einem zur Herstellung der wasserlöslichen Umhüllung geeignetem Polyvinylalkohol-enthaltendem
Folienmaterial kann zusätzlich ein Polymer ausgewählt aus der Gruppe umfassend (Meth)Acrylsäure-haltige
(Co)Polymere, Polyacrylamide, Oxazolin-Polymere, Polystyrolsulfonate, Polyurethane,
Polyester, Polyether, Polymilchsäure oder Mischungen der vorstehenden Polymere zugesetzt
sein. Ein bevorzugtes zusätzliches Polymer sind Polymilchsäuren.
[0055] Bevorzugte Polyvinylalkoholcopolymere umfassen neben Vinylalkohol Dicarbonsäuren
als weitere Monomere. Geeignete Dicarbonsäure sind Itaconsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure
und Mischungen daraus, wobei Itaconsäure bevorzugt ist. Ebenfalls bevorzugte Polyvinylalkoholcopolymere
umfassen neben Vinylalkohol eine ethylenisch ungesättige Carbonsäure, deren Salz oder
deren Ester. Besonders bevorzugt enthalten solche Polyvinylalkoholcopolymere neben
Vinylalkohol Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäureester, Methacrylsäureester oder
Mischungen daraus.
[0056] Es kann bevorzugt sein, dass das Folienmaterial weitere Zusatzstoffe enthält. Das
Folienmaterial kann beispielsweise Weichmacher wie Dipropylenglycol, Ethylenglycol,
Diethylenglycol, Propylenglycol, Glyzerin, Sorbitol, Mannitol oder Mischungen daraus
enthalten. Weitere Zusatzstoffe umfassen beispielsweise Freisetzungshilfen, Füllmittel,
Vernetzungsmittel, Tenside, Antioxidationsmittel, UV-Absorber, Antiblockmittel, Antiklebemittel
oder Mischungen daraus.
[0057] Geeignete wasserlösliche Folien zum Einsatz in den wasserlöslichen Umhüllungen der
wasserlöslichen Verpackungen gemäß der Erfindung sind Folien, die von der Firma MonoSol
LLC beispielsweise unter der Bezeichnung M8720, M8630, M8312, M8440, M7062, C8400
oder M8900 vertrieben werden. Weiter geeignet sind Folien, welche unter der Bezeichnung
SH2601, SH2504, SH2707 oder SH2701 von Nippon Gohsei vertrieben werden. Andere geeignete
Folien umfassen Folien mit der Bezeichnung Solublon
® PT, Solublon
® GA, Solublon
® KC oder Solublon
® KL von der Aicello Chemical Europe GmbH oder die Folien VF-HP von Kuraray.
[0058] Die wasserlösliche Umhüllung weist bevorzugt zumindest teilweise einen Bitterstoff
mit einem Bitterwert zwischen 1.000 und 200.000, insbesondere solche ausgewählt aus
Chininsulfat (Bitterwert = 10.000), Naringin (Bitterwert = 10.000), Saccharoseoctaacetat
(Bitterwert = 100.000), Chininhydrochlorid und Mischungen daraus auf. Insbesondere
ist die äußere Oberfläche der wasserlöslichen Umhüllung zumindest teilweise mit einem
Bitterstoff mit einem Bitterwert zwischen 1.000 und 200.000 beschichtet. In diesem
Zusammenhang ist es insbesondere zu bevorzugen, dass die wasserlösliche Umhüllung
zu mindestens 50 %, vorzugsweise zu mindestens 75 % und ganz besonders bevorzugt mindestens
90 % mit dem Bitterstoff mit einem Bitterwert zwischen 1.000 und 200.000 beschichtet
ist. Das Aufbringen des Bitterstoffs mit einem Bitterwert zwischen 1.000 und 200.000
kann beispielsweise mittels Bedruckung, Besprühens oder Bestreichung erfolgen.
[0059] Weist das erfindungsgemäße Reinigungsmittel mindestens ein Tensid auf, so kann es
ein oder mehrere anionische Tenside, kationische Tenside, nichtionische Tenside oder
amphotere Tenside aufweisen.
[0060] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Reinigungsmittel mindestens ein nichtionisches
Tensid. Es ist bevorzugt, dass eine Mischung aus zwei oder mehr nichtionischen Tensiden
in dem Reinigungsmittel eingesetzt wird.
[0061] Ein in den hierin beschriebenen Reinigungsmitteln einsetzbares nichtionisches Tensid
kann jedes der dem Fachmann bekannten nichtionischen Tenside sein. In bevorzugten
Ausführungsformen werden nichtionische Tenside aus der Gruppe der alkoxylierten Alkohole
verwendet. Eine Klasse bevorzugt einsetzbarer nichtionischer Tenside, die entweder
als alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen
Tensiden eingesetzt werden können, sind demnach alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte
oder ethoxylierte und propoxylierte Fettalkohole.
[0062] In verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen werden daher ein Fettalkoholalkoxylat,
insbesondere ein Fettalkoholethoxylat, eingesetzt. Insbesondere sind nicht endgruppenverschlossene
Fettalkoholalkoxylate bevorzugt.
[0063] In bevorzugten Ausführungsformen hat das Fettalkoholethoxylat die Formel
R
1-O-(EO)
m-H,
wobei R
1 eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit
12 bis 24, insbesondere 14 bis 20, insbesondere 16 bis 18 C-Atomen ist; EO eine Ethylenoxid-Einheit
ist; und m 10 bis 50, insbesondere 20 bis 30, vorzugsweise 22 bis 27, insbesondere
25 ist.
[0064] In besonders bevorzugten Ausführungsformen hat das Fettalkoholethoxylat die Formel
R
1-O-(EO)
m-H,
wobei R
1 eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit
16 bis 18 C-Atomen ist; EO eine Ethylenoxid-Einheit ist; und m 20 bis 30, vorzugsweise
22 bis 27, insbesondere 25 ist.
[0065] In einer Ausführungsform ist die Alkylgruppe R
1 eine lineare, vorzugsweise unsubstituierte, Alkylgruppe mit 16 bis 18 C-Atomen.
[0066] Das Fettalkoholalkoxylat, bevorzugt das Fettalkoholethoxylat, insbesondere das Fettalkoholethoxylat
der genannten Formeln kann in dem Reinigungsmittel in einer Menge von 0,1 bis 20 Gew.-%,
vorzugsweise 1 bis 13 Gew.-%, besonders bevorzugt 3 bis 9 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht
des Reinigungsmittels enthalten sein. Derartige Mengen sind bevorzugt, um eine ausreichende
Fettlösung und - entfernung zu gewährleisten.
[0067] Es ist bevorzugt, dass ein in den hierin beschriebenen Reinigungsmitteln einsetzbares
nichtionische Tensid in einer absoluten Menge von 0,1 bis 4 g/job, vorzugsweise 1
bis 3 g/job, insbesondere 1,2 bis 2,2 g/job, beispielsweise 1,5 g/job in der Zusammensetzung
enthalten ist.
[0068] Es ist dabei besonders bevorzugt, dass ein Fettalkoholethoxylat der Formel
R
1-O-(EO)
m-H,
wobei R
1 eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit
12 bis 24, insbesondere 14 bis 20, insbesondere 16 bis 18 C-Atomen ist; EO eine Ethylenoxid-Einheit
ist; und m 10 bis 50, insbesondere 20 bis 30, vorzugsweise 22 bis 27, insbesondere
25 ist; in einer
[0069] absoluten Menge von 0,1 bis 4 g/job, vorzugsweise 1 bis 3 g/job, insbesondere 1,2
bis 2,2 g/job, beispielsweise 1,5 g/job in der Zusammensetzung enthalten ist.
[0070] Es ist dabei besonders bevorzugt, dass ein Fettalkoholethoxylat der Formel
R
1-O-(EO)
m-H,
wobei R
1 eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit
16 bis 18 C-Atomen ist; EO eine Ethylenoxid-Einheit ist; und m 20 bis 30, vorzugsweise
22 bis 27, insbesondere 25 ist; in einer absoluten Menge von 0,1 bis 4 g/job, vorzugsweise
1 bis 3 g/job, insbesondere 1,2 bis 2,2 g/job, beispielsweise 1,5 g/job in der Zusammensetzung
enthalten ist.
[0071] Das nichtionische Tensid ist vorzugsweise ein bei Standardbedingungen (Temperatur
25°C, Druck 1013 mbar) festes Fettalkoholethoxylat und kann vorzugsweise in Form eines
Pulvers oder Granulats eingesetzt werden.
[0072] Als nichtionisches Tensid eignet sich außerdem ein Fettalkoholalkoxylat der Formel
R
2-(AO)
w-R
3 ,
wobei R
2 für eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe
mit 8 bis 16 C-Atomen steht; R
3 für H oder einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen
steht; jedes A unabhängig für einen Rest aus der Gruppe -CH
2CH
2- und-CH
2-CH(CH
3)-, -CH
2-CH
2-CH
2-, -CH
2-CH
2-CH
2-CH
2-, -CH
2-CH(CH
2-CH
3)-, -CH
2-C(CH
3)
2- oder -CH
2-CH
2-CH(CH
3)- steht, wobei mindestens ein A -CH
2CH
2- und mindestens ein A -CH
2-CH(CH3)-, -CH
2-CH
2-CH
2-, -CH
2-CH
2-CH
2-CH
2-, -CH
2-CH(CH
2-CH
3)-, -CH
2-C(CH
3)
2- oder-CH
2-CH
2-CH(CH
3)- ist; und w für eine ganze Zahl von 2 bis 50, vorzugsweise 10 bis 30, steht.
[0073] In verschiedenen Ausführungsformen beträgt das Verhältnis der Ethylenoxid-Einheiten
und der höheren Alkylenoxid-Einheiten in dem Fettalkoholalkoxylat der Formel 12:1
bis 1:1, vorzugsweise 10:1 bis 2:1, insbesondere 6:1 bis 3:1. Besonders bevorzugt
sind solche Fettalkohohlalkoxylate der Formel, bei denen R
2 eine lineare Alkylgruppe mit 12-16 C-Atomen sowie R
3 =H und w=10 bis 30 ist.
[0074] Das Fettalkoholalkoxylat dieser Formel kann in der Zusammensetzung insbesondere in
einer Menge von 0,01 bis 3 Gew.-% bezogen auf die Zusammensetzung enthalten sein.
Die absolute Menge des Fettalkoholalkoxylats dieser Formel in der Zusammensetzung
kann insbesondere 0,001 bis 3 g/job, vorzugsweise 0,01 bis 1 g/job, noch bevorzugter
0,1 bis 0,5, ganz besonders bevorzugt 0,2 g/job betragen.
[0075] Als nichtionische Tenside eignen sich außerdem beispielsweise Alkylglykoside der
allgemeinen Formel RO(G)
x , in der R einem primären lineare oder methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung
methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen
entspricht und G das Symbol ist, das für eine Glykose-Einheit mit 5 oder 6 C-Atomen,
vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von
Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl zwischen 1 und
10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0076] Eine weitere Klasse einsetzbarer nichtionischer Tenside sind alkoxylierte, vorzugsweise
ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette.
[0077] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0078] Weitere geeignete Tenside sind die als PHFA bekannten Polyhydroxyfettsäureamide.
[0079] Schließlich können auch weitere schwachschäumende nichtionische Tenside aus der Gruppe
der alkoxylierten Alkohole eingesetzt werden.
[0080] Ein weiterer bevorzugter Gegenstand ist demnach ein Reinigungsmittel, wobei die Zusammensetzung
nichtionisches Tensid enthält, bevorzugt in einer Menge von 0,1 bis 20 Gew.-%, besonders
bevorzugt 5 bis 17 Gew.-%, insbesondere bevorzugt 7 bis 15 Gew.-%, bezogen auf die
Gesamtmenge an Reinigungsmittel. Außerdem ist es bevorzugt, dass Mischungen verschiedener
nichtionischer Tenside eingesetzt werden.
[0081] Ein weiterer bevorzugter Gegenstand ist demnach ein Reinigungsmittel, wobei die Zusammensetzung
nichtionisches Tensid enthält, wobei es sich bei dem nichtionischen Tensid um ein
Fettalkoholethoxylat der Formel
R
1-O-(EO)
m-H
handelt, wobei R
1 eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit
16 bis 18 C-Atomen ist; EO eine Ethylenoxid-Einheit ist; und m 20 bis 30, vorzugsweise
22 bis 27, insbesondere 25 ist, bevorzugt in einer Menge von 0,1 bis 20 Gew.-%, besonders
bevorzugt 5 bis 16 Gew.-%, insbesondere bevorzugt 6 bis 14 Gew.-%, bezogen auf die
Gesamtmenge an Zusammensetzung.
[0082] Die Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Reinigungsmittel können weitere Bestandteile,
bevorzugt mindestens einen weiteren Bestandteil, enthalten, vorzugsweise ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus weiteren Gerüststoffen, Tensiden, Polymeren, Enzymen,
Korrosionsinhibitoren, Glaskorrosionsinhibitoren, Verdickern, Schauminhibitoren, Farbstoffen,
Desintegrationshilfsmitteln, Duftstoffen und Parfümträgern, bevorzugt ein oder mehrere
Polymere.
[0083] Bevorzugte anionische Tenside sind Fettalkoholsulfate, Fettalkoholethersulfate, Dialkylethersulfate,
Monoglyceridsulfate, Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, Alkansulfonate, Ethersulfonate,
n-AIkylethersulfonate, Estersulfonate und Ligninsulfonate. Ebenfalls im Rahmen der
vorliegenden Erfindung verwendbar sind Fettsäurecyanamide, Sulfosuccinate (Sulfobernsteinsäureester),
insbesondere Sulfobernsteinsäuremono- und -di-Alkylester mit 8 bis 18 C-Atomen, Sulfosuccinamate,
Sulfosuccinamide, Fettsäureisethionate, Acylaminoalkansulfonate (Fettsäuretauride),
Fettsäuresarcosinate, Ethercarbonsäuren und Alkyl(ether)phosphate sowie α-Sulfofettsäuresalze,
Acylglutamate, Monoglyceriddisulfate und Alkylether des Glycerindisulfats.
[0084] Die anionischen Tenside werden vorzugsweise als Natriumsalze eingesetzt, können aber
auch als andere Alkali- oder Erdalkalimetallsalze, beispielsweise Kalium- oder Magnesiumsalze,
sowie in Form von Ammonium- oder Mono-, Di-, Tri- bzw. Tetraalkylammoniumsalzen enthalten
sein, im Falle der Sulfonate auch in Form ihrer korrespondierenden Säure, z.B. Dodecylbenzolsulfonsäure.
[0085] Zu den zusätzlich einsetzbaren Gerüststoffen zählen insbesondere Carbonate, organische
Co-Builder und Silikate.
[0086] Möglich ist beispielsweise der Einsatz von Carbonat(en) und/oder Hydrogencarbonat(en),
vorzugsweise Alkalicarbonat(en), besonders bevorzugt Natriumcarbonat. Alkalicarbonate,
insbesondere Natriumcarbonat, können in verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung
in einer Menge von 1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Reinigungsmittels, im Reinigungsmittel enthalten sein.
[0087] Als organische Co-Builder sind insbesondere Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere
Carboxylate, Asparaginsäure, Polyacetale und Dextrine zu nennen.
[0088] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form der freien
Säure und/oder ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren
solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise
sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA),
sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie
Mischungen aus diesen.
[0089] Bei einem möglichen Einsatz der genannten Gerüststoffe in der erfindungsgemäßen Reinigungsmittelzusammensetzung
und/oder in der Reinigungsmittelportion ist deren Einfluss auf das gegebenenfalls
vorhandene Puffersystem zu beachten.
[0090] Als Gerüststoffe sind weiterhin polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0091] Es können sowohl Homopolymere als auch Copolymere sowie Terpolymere eingesetzt werden,
auch komplexere Polymertypen sind möglich. Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate
und/oder Copolymere und/oder Terpolymere, enthaltend Acrylatmonomere, die bevorzugt
eine Molekülmasse von 1000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit
können aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von
1000 bis 10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 3000 bis 5000 g/mol, aufweisen,
bevorzugt sein.
[0092] Als Polycarboxylat wird vorzugsweise ein copolymeres Polyacrylat, vorzugsweise ein
Sulfopolymer vorzugsweise ein copolymeres Polysulfonat, vorzugsweise ein hydrophob
modifiziertes copolymeres Polysulfonat eingesetzt. Die Copolymere können zwei, drei,
vier oder mehr unterschiedliche Monomereinheiten aufweisen. Bevorzugte copolymere
Polysulfonate enthalten neben Sulfonsäuregruppen-haltigem(n) Monomer(en) wenigstens
ein Monomer aus der Gruppe der ungesättigten Carbonsäuren.
[0093] Als ungesättigte Carbonsäure(n) wird/werden mit besonderem Vorzug ungesättigte Carbonsäuren
der Formel R
1(R
2)C=C(R
3)COOH eingesetzt, in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für -H, -CH
3 , einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2 , -OH oder-COOH substituierte Alkyl- oder
Alkenylreste wie vorstehend definiert oder für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettiger oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist.
[0094] Besonders bevorzugte ungesättigte Carbonsäuren sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Ethacrylsäure,
α-Chloroacrylsäure, α-Cyanoacrylsäure, Crotonsäure, α-Phenyl-Acrylsäure, Maleinsäure,
Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Itaconsäure, Citraconsäure, Methylenmalonsäure, Sorbinsäure,
Zimtsäure oder deren Mischungen. Einsetzbar sind selbstverständlich auch die ungesättigten
Dicarbonsäuren.
[0095] Bei den Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren sind solche der Formel R
5(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H bevorzugt, in der R
5 bis R
7 unabhängig voneinander für-H, -CH
3 , einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste oder für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n - mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k - mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2-, -C(O)-NH-C(CH
3)
2-CH
2- und -C(O)-NH-CH(CH
3)-CH
2-.
[0096] Unter diesen Monomeren bevorzugt sind solche der Formeln H
2C=CH-X-SO
3H, H
2C=C(CH
3)-X-SO
3H oder HO
3S-X-(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H, in denen R
6 und R
7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH
3 , -CH
2CH
3 , -CH
2CH
2CH
3 und -CH(CH
3)
2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k - mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2-, -C(O)-NH-C(CH
3)
2-CH
2- und -C(O)-NH-CH(CH
3)-CH
2-.
[0097] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann ein Polymer umfassend als
sulfonsäuregruppenhaltiges Monomer Acrylamidopropansulfonsäuren, Methacrylamidomethylpropansulfonsäuren
oder Acrylamidomethylpropansulfonsäure enthalten sein.
[0098] Besonders bevorzugte Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere sind dabei 1-Acrylamido-1-propansulfonsäure,
2-Acrylamido-2-propansulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure, 2-Methacrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure,
3-Methacrylamido-2-hydroxy-propansulfonsäure, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure,
Allyloxybenzolsulfonsäure, Methallyloxybenzolsulfonsäure, 2-Hydroxy-3-(2-propenyloxy)propansulfonsäure,
2-Methyl-2-propen1-sulfonsäure, Styrolsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, 3-Sulfopropylacrylat,
3-Sulfopropylmethacrylat, Sulfomethacrylamid, Sulfomethylmethacrylamid sowie Mischungen
der genannten Säuren oder deren wasserlösliche Salze. In den Polymeren können die
Sulfonsäuregruppen ganz oder teilweise in neutralisierter Form vorliegen, das heißt
dass das acide Wasserstoffatom der Sulfonsäuregruppe in einigen oder allen Sulfonsäuregruppen
gegen Metallionen, vorzugsweise Alkalimetallionen und insbesondere gegen Natriumionen,
ausgetauscht sein kann. Der Einsatz von teil- oder vollneutralisierten Sulfonsäuregruppen-haltigen
Copolymeren ist erfindungsgemäß bevorzugt.
[0099] Die Monomerenverteilung der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Copolymere beträgt
bei Copolymeren, die nur Carbonsäuregruppen-haltige Monomere und Sulfonsäuregruppen-haltige
[0100] Monomere enthalten, vorzugsweise jeweils 5 bis 95 Gew.-%, besonders bevorzugt beträgt
der Anteil des Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomers 50 bis 90 Gew.-% und der Anteil
des Carbonsäuregruppen-haltigen Monomers 10 bis 50 Gew.-%, die Monomere sind hierbei
vorzugsweise ausgewählt aus den zuvor genannten. Die Molmasse der erfindungsgemäß
bevorzugt eingesetzten Sulfo-Copolymere kann variiert werden, um die Eigenschaften
der Polymere dem gewünschten Verwendungszweck anzupassen. Bevorzugte Reinigungsmittel
sind dadurch gekennzeichnet, dass die Copolymere Molmassen von 2000 bis 200.000 g·mol
-1, vorzugsweise von 4000 bis 25.000 g·mol
-1 und insbesondere von 5000 bis 15.000 g·mol
1 aufweisen.
[0101] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die Copolymere neben Carboxylgruppen-haltigem
Monomer und Sulfonsäuregruppen-haltigem Monomer weiterhin wenigstens ein nichtionisches,
vorzugsweise hydrophobes Monomer.
[0102] Besonders bevorzugt kann ein anionisches Copolymer in einer Ausführungsform enthalten
sein,
wobei als anionisches Copolymer ein Copolymer, umfassend
- i) Carbonsäuregruppen-haltige Monomere
- ii) Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere
- iii) nichtionische Monomere, insbesondere hydrophobe Monomere
eingesetzt wird.
[0103] Als nichtionische Monomere werden vorzugsweise Monomere der allgemeinen Formel R
1(R
2)C=C(R
3)-X-R
4 eingesetzt, in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für-H, -CH
3 oder -C
2H
5 steht, X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus
-CH
2-, -C(O)O- und -C(O)-NH-, und R
4 für einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen
oder für einen ungesättigten, vorzugsweise aromatischen Rest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
steht.
[0104] Besonders bevorzugte nichtionische Monomere sind Buten, Isobuten, Penten, 3-Methylbuten,
2-Methylbuten, Cyclopenten, Hexen, Hexen-1, 2-Methlypenten-1, 3-Methlypenten-1, Cyclohexen,
Methylcyclopenten, Cyclohepten, Methylcyclohexen, 2,4,4-Trimethylpenten-1, 2,4,4-Trimethylpenten-2,2,3-Dimethylhexen-1,
2,4-Diemthylhexen-1, 2,5-Dimethlyhexen-1, 3,5-Dimethylhexen-1, 4,4-Dimethylhexan-1,
Ethylcyclohexyn, 1-Octen, α-Olefine mit 10 oder mehr Kohlenstoffatomen wie beispielsweise
1-Decen, 1-Dodecen, 1-Hexadecen, 1-Oktadecen und C
22-α-Olefin, 2-Styrol, α-Methylstyrol, 3-Methylstyrol, 4-Propylstryol, 4-Cyclohexylstyrol,
4-Dodecylstyrol, 2-Ethyl-4-Benzylstyrol, 1-Vinylnaphthalin, 2-Vinylnaphthalin, Acrylsäuremethylester,
Acrylsäureethylester, Acrylsäurepropylester, Acrylsäurebutylester, Acrylsäurepentylester,
Acrylsäurehexylester, Methacrylsäuremethylester, N-(Methyl)acrylamid, Acrylsäure-2-Ethylhexylester,
Methacrylsäure-2-Ethylhexylester, N-(2-Ethylhexyl)acrylamid, Acrylsäureoctylester,
Methacrylsäureoctylester, N-(Octyl)acrylamid, Acrylsäurelaurylester, Methacrylsäurelaurylester,
N-(Lauryl)acrylamid, Acrylsäurestearylester, Methacrylsäurestearylester, N-(Stearyl)acrylamid,
Acrylsäurebehenylester, Methacrylsäurebehenylester und N-(Behenyl)acrylamid oder deren
Mischungen, insbesondere Acrylsäure, Ethylacrylat, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure
(AMPS) sowie deren Mischungen.
[0105] Polyacrylat-haltige Polymere können in Mengen von 0,5 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 0,6
bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt in Mengen von 0,8 bis 3 Gew.-% oder 1 bis 5 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, in der Zusammensetzung enthalten
sein. Dabei können auch Mischungen von verschiedenen Polymeren eingesetzt werden.
[0106] Die Mittel können als Gerüststoff weiterhin kristalline schichtförmige Silikate der
allgemeinen Formel NaMSix O
2x+1 · y H
2O enthalten, worin M Natrium oder Wasserstoff darstellt, x eine Zahl von 1,9 bis 22,
vorzugsweise von 1,9 bis 4, wobei besonders bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind,
und y für eine Zahl von 0 bis 33, vorzugsweise von 0 bis 20 steht. Einsetzbar sind
auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche vorzugsweise löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. In
bevorzugten Mitteln wird der Gehalt an Silikaten, bezogen auf das Gesamtgewicht der
Zusammensetzung, auf Mengen unterhalb 10 Gew.-%, vorzugsweise unterhalb 7 Gew.-% und
insbesondere unterhalb 5 Gew.-% begrenzt. Besonders bevorzugte Zusammensetzungen der
Reinigungsmittelportion enthalten Silikat als Gerüststoff. Ganz besonders bevorzugte
Zusammensetzungen enthalten Silikat in dem angegebenen Mengenbereich in Anteil A,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung. Weiterhin ist es dabei bevorzugt,
dass die Menge an Silikat, bezogen auf die Masse des Anteils A, zwischen 5 und 50
Gew.-%, bevorzugt zwischen 10 und 30 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zwischen 15
und 25 Gew.-% beträgt.
[0107] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzelne
Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen Produkte vom Typ der Ester, Ether,
Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Bevorzugt werden
jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet, die gemeinsam eine ansprechende
Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle können auch natürliche Riechstoffgemische enthalten,
wie sie aus pflanzlichen Quellen zugänglich sind, z.B. Pinien-, Citrus-, Jasmin-,
Patchouli-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl.
[0108] In bevorzugten Ausführungsformen ist die Reinigungsmittelportion und/oder die Reinigungsmittelzusammensetzung
phosphat- und/oder phosphonatfrei. "Phosphatfrei" und "phosphonatfrei", wie hierin
verwendet, bedeutet, dass die betreffende Zusammensetzung im Wesentlichen frei von
Phosphaten bzw. Phosphonaten ist, d.h. insbesondere Phosphate bzw. Phosphonate in
Mengen kleiner als 0,1 Gew.-%, vorzugsweise kleiner als 0,01 Gew.-% bezogen auf die
Gesamtportion enthält. Bevorzugt ist, dass eine Gesamtmenge an Phosphor von 0,3 g
pro Job vorzugsweise 0,03 g nicht überschritten wird.
[0109] Daher ist ein weiterer bevorzugter Gegenstand ein phosphat- und/oder phosphonatfreies
Reinigungsmittel.
[0110] Die im Kontext mit den erfindungsgemäßen Mitteln beschriebenen Ausführungsformen
sind ohne Weiteres auch auf die erfindungsgemäßen Verfahren und Verwendungen übertragbar
und umgekehrt.
[0111] In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen wird die vorliegende Erfindung in nicht
limitierender Weise weiter erläutert.
Ausführungsbeispiele:
[0112]
Tabelle 1: Formelbeispiel für ein erfindungsgemäßes Reinigungsmittel in fester Form
Aktivstoff (in Gew.-%, sofern nichts anderes angegeben) |
|
Etidronsäure |
4,5 |
TAED |
4,5 |
Natriumcarbonat |
34,0 |
Natrium-Citrat |
10,0 |
C16/C18 alcohol polyglycol ether |
11,0 |
Natriumpercarbonat |
15,0 |
MnTACN |
0,1 |
Protease (aktives Enzymprotein) |
0,4 |
Amylase (aktives Enzymprotein) |
0,2 |
Hilfsstoffe |
Add 100 |
[0113] Als Protease wurde eine Protease wie in
WO 2017/215925 A1 offenbart eingesetzt.
Als Amylase wurde Stainzyme
™ Plus Evity 24 T (Novozymes) eingesetzt.
Das Verhältnis Protease zu Amylase (bezogen jeweils auf die Menge an aktivem Enzymprotein)
beträgt 2:1.
Versuch:
[0114] In einer Küchenmaschine mit Kochfunktion (Thermomix
® von Vorwerk) wurde nach Rezeptvorgabe des Herstellers ein Reisgericht (Risotto) zubereitet.
Anschließend wurde das Reisgericht aus dem Topf entnommen und der so angeschmutzte
Rührtopf 2 h bei Raumtemperatur antrocknen gelassen.
[0115] Danach wurde dem Topf 1,5 I Wasser und das Reinigungsmittel hinzugefügt und unter
Rühren (mittlere Umdrehungszahl) innerhalb von 5 min auf 60°C erwärmt. Es wurden dazu
10 g des Reinigers gemäß Tabelle 1 bzw. 5 ml handelsübliches Geschirrspülmittel (Pril
Ultra Kraft Gel) eingesetzt. Anschließend wurde die Reinigungsflotte ausgegossen und
einmal mit klarem Wasser nachgespült.
[0116] Das Reinigungsergebnis ist in Tabelle 3 aufgeführt. Die Reinigung wurde visuell beurteilt
von 0 (sehr schlecht, kaum Reinigung) bis 10 (keinerlei Rückstände).
Tabelle 3: Reinigungsergebnis
Reiniger |
Ergebnis |
Kommentar |
Handgeschirrspülmittel (Vergleichsbeispiel) |
6,0 |
Deutliche Reste am Boden, Speisereste unter dem Messer |
Erfindungsgemäßes Reinigungsmittel |
9,0 |
Wenige Reiskörner unter dem Messer |
Tabelle 4: Formelbeispiel für ein weiteres erfindungsgemäßes Reinigungsmittel
Aktivstoff (in Gew.-%, sofern nichts anderes angegeben) |
|
Etidronsäure |
4,5 |
TAED |
4,5 |
Natriumcarbonat |
34,0 |
Natrium-Citrat |
10,0 |
C16/C18 alcohol polyglycol ether |
11,0 |
Natriumpercarbonat |
15,0 |
MnTACN |
0,1 |
Protease (aktives Enzymprotein) |
0,5 |
Amylase (aktives Enzymprotein) |
0,25 |
Hilfsstoffe |
Add 100 |
[0117] Als Protease wurde Blaze Evity 125 T eingesetzt. Als Amylase wurde Excellenz S1000
eingesetzt.