[0001] Die Erfindung betrifft eine Schiebetorvorrichtung umfassend ein über wenigstens eine
untere Führung und wenigstens eine obere Führung horizontal verschiebbar gelagertes
Schiebetorelement, wobei die obere Führung an wenigstens einem ersten Stützelement
gehalten ist und wobei die untere Führung an einem Untergrund und/oder an dem ersten
Stützelement und/oder an wenigstens einem zweiten Stützelement gehalten ist. Ferner
umfasst die Erfindung eine Schiebetorlinearführung.
[0002] Schiebetorvorrichtungen beziehungsweise Schiebetorlinearführungen der gattungsgemäßen
werden insbesondere zum Verschließen von Einfahrten beziehungsweise Zufahrtswegen
von Grundstücken verwendet. Sie können aber grundsätzlich auch zum Verschließen von
Personendurchgängen, Maschineneinhausungen beziehungsweise zum Verschieben von Schiebtüren,
Schiebewänden, Schiebefenstern oder dergleichen verwendet werden. Schiebetorvorrichtungen
dieser Art sind dem Stand der Technik hinlänglich bekannt und in einer Vielzahl am
Markt erhältlich. Gleichwohl ist bei derartigen Schiebetorvorrichtungen gemein, dass
Führungen zum Führen des schweren Schiebetorelements als Laufrollenführungen realisiert
sind. Das hohe Gewicht des Schiebetorelements wird dabei in der Regel auf Laufrollen
der unteren Führung abgestützt. Die obere Führung verhindert ein Kippen des Schiebetorelements,
wobei das Schiebetorelement in der Regel längsseitig an wenigstens einer Laufrolle
und bevorzugt zwischen zwei oder mehr Laufrollen abgestützt wird. Die Laufrollen sind
drehbar und oftmals über Wälzlager in den Führungen gehalten. Derartige Wälzlagerungen
der Laufrollen sind jedoch teuer, aufwendig zu montieren und oftmals wartungsintensiv.
Durch Witterungseinflüsse kann Feuchtigkeit in die Wälzlager eindringen und diese
korrodieren lassen, was zu einer reduzierten Lebensdauer führt und oftmals einen Austausch
der Wälzlager erforderlich macht. Abhilfe hierfür schafft eine regelmäßige Wartung
der Wälzlager, indem diese mit Schmiermitteln und/oder Dichtungen vor den Witterungseinflüssen
geschützt werden. Zudem besteht die Gefahr, dass Schmutzpartikel wie beispielsweise
Sandkörner oder dergleichen sich mit der Zeit an den Laufrollen festhalten und beispielsweise
in deren Wälzlager eindringen. Auch dies führt zu einem vorzeitigen Wälzlagerverschleiß
beziehungsweise erfordert den Einsatz von geeigneten Wälzlagerdichtungen. Derartig
verschmutzte Laufrollen verursachen außerdem die Problematik, dass insbesondere an
der oberen Führung die Laufrollen beim Bewegen des Schiebetorelements beispielsweise
durch Abrieb einen Schmutzbelag, Schleifspuren oder Kratzer hinterlassen. Bei metallischen
Werkstoffen, welche mit einer äußeren, in der Regel dünnen Korrosionsschutzschicht
überzogen sind, können derartige Kratzer diese Korrosionsschutzschicht lokal zerstören,
sodass von diesen Stellen eine erhöhte Korrosionsgefahr für den darunterliegenden
Grundwerkstoff besteht. Des Weiteren beeinträchtigen derartige Abriebspuren der Laufrollen
die Ästhetik des Schiebetorelements und es besteht die Gefahr, dass man sich bei Kontakt
damit verschmutzt. Die Laufrollen sind oftmals frei zugänglich insbesondere an der
oberen Führung gehalten, wodurch zusätzlich die Gefahr von Quetschverletzungen besteht.
[0003] Werden besonders hohe Ansprüche an die Laufruhe beziehungsweise an die Genauigkeit
der Führungen des Schiebetorelements gestellt, ist dieses an beiden Längsseiten zwischen
Laufrollen der oberen Führung gehalten. Die obere Führung ist dabei bevorzugt auf
zwei Stützelementen abgestützt, sodass ihre Laufrollen mit möglichst geringen Biegemomenten
daran gehalten sind. Dadurch ergibt sich eine hohe Stabilität der oberen Führung,
gleichwohl sind an beiden Längsseiten des Schiebtorelements Stützelemente erforderlich
und in der Regel Fundamente auf denen diese abgestützt werden können. Der Montageaufwand
und die Herstellungskosten derartiger Schiebetorvorrichtungen sind somit vergleichsweise
hoch.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schiebetorvorrichtung beziehungsweise
eine Schiebetorlinearführung für eine Schiebetorvorrichtung derart weiterzuentwickeln,
dass diese bei einer gleichbleibenden Führungsgenauigkeit kostengünstiger herstellbar,
einfacher zu montieren, sicher und mit einem reduzierten Wartungsaufwand zu betreiben
sind.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe weist die Erfindung die Merkmale des Patentanspruchs 1 auf.
Demzufolge umfasst die obere Führung der Schiebetorvorrichtung wenigstens einen über
eine Schienenlänge längsgestreckten und an dem Schiebetorelement gehaltenen ersten
Gleitkörper und wenigstens einen an dem Stützelement gehaltenen zweiten Gleitkörper
mit einer Berührungslänge auf, die kleiner ist als die Schienenlänge des ersten Gleitkörpers,
wobei die Gleitkörper vorzugsweise korrespondierend zueinander geformte und/oder formschlüssig
aneinander anliegende Gleitflächen aufweisen und wobei der erste Gleitkörper mit der
ersten Gleitfläche horizontal verschiebbar entlang der zweiten Gleitfläche des zweiten
Gleitkörpers vorgesehen ist.
[0006] Der besondere Vorteil der Erfindung ergibt sich aus der Gestalt der oberen Führung
mit horizontal aneinander verschiebbaren Gleitkörpern. Gegenüber Kugelbeziehungsweise
Wälzlager- beziehungsweise Rollenführungen weist diese auf Gleitkörpern basierte obere
Führung eine deutlich geringere Flächenpressung auf. Demzufolge ergibt sich in den
Gleitflächen der Gleitkörper eine großflächige Lastverteilung, welche geeignet ist,
von schweren, großen Schiebetorelementen ausgehende hohe Kräfte aufzunehmen. Diese
obere Führung mit Gleitkörpern ist vergleichsweise unempfindlich gegenüber grobem
Schmutz und Sand. Diese Schmutzpartikel werden beim Bewegen des Schiebetorelements
selbst aus den Gleitflächen der Gleitkörper weggeschoben. Durch die obere Führung
geht demzufolge eine deutlich geringere Gefahr einer Beschädigung durch Schleifspuren
oder Kratzer des Schiebetorelements aus. Dadurch ist die obere Führung gegenüber Laufrollenführungen
langlebiger beziehungsweise wartungsfreier und birgt keine Gefahr von Verletzungen
durch offene Quetschkanten.
[0007] Der erste Gleitkörper und jedenfalls abschnittsweise das Schiebetorelement sind bevorzugt
profilförmig. Eine geeignete Profilform für das Schiebetorelement - jedenfalls abschnittsweise
- weisen Hohlkammerprofile, auch Konstruktions- oder Montageprofil genannt, auf. Diese
Hohlkammerprofile können kostengünstig, beispielsweise nach dem Strangpressverfahren,
hergestellt werden und weisen bei einem geringen Gewicht eine ausreichend hohe Festigkeit
auf.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der erste Gleitkörper an
einem vorzugsweise wenigstens über die Schienenlänge des ersten Gleitkörpers längsgestreckten
Obergurt des Schiebetorelements gehalten.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der Obergurt eine über die Schienenlänge
längserstreckte Profilnut auf, in welcher der erste Gleitkörper jedenfalls abschnittsweise
formschlüssig gehalten ist. Beispielsweise sieht der Obergurt ein langgestrecktes,
im Querschnitt C-förmiges Profil vor mit der Längsausnehmung, in welches der erste
Gleitkörper einschiebbar und formschlüssig gehalten ist.
[0010] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung weist der Obergurt einen geschlossenen
Querschnitt auf beziehungsweise ist der erste Gleitkörper stoffschlüssig beziehungsweise
über wenigstens ein erstes Verbindungsmittel an dem Obergurt gehalten. Der Obergurt
kann als kastenförmiges, im Querschnitt geschlossenes Hohlkammerprofil besonders kostengünstig
hergestellt werden. Der erste Gleitkörper der oberen Führung wird dabei an dem Obergurt
bevorzugt über geeignete erste Verbindungsmittel, beispielsweise Schrauben, mit einem
geringen Aufwand montiert. Alternativ kann der erste Gleitkörper auch an den Obergurt
angeschweißt werden.
[0011] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist zwischen dem Obergurt und
dem ersten Gleitkörper ein Zwischenverbindungsprofil vorgesehen. Das Zwischenverbindungsprofil
ist jedenfalls über die Schienenlänge längserstreckt und über das wenigstens eine
erstes Verbindungsmittel beziehungsweise stoffschlüssig an dem Obergurt gehalten.
[0012] Das Zwischenverbindungsprofil weist vorzugsweise eine korrespondierend zu dem ersten
Gleitkörper geformte Rastausnehmung auf zur jedenfalls abschnittsweisen Aufnahme des
ersten Gleitkörpers. Der erste Gleitkörper und das Zwischenverbindungsprofil weisen
hierfür miteinander in Eingriff verbringbare Rastverbindungsmittel auf. Der erste
Gleitkörper ist insofern über aus den miteinander in Eingriff verbrachten Rastverbindungsmitteln
gebildeten Rastverbindungen kraftbeziehungsweise formschlüssig an dem Zwischenverbindungsprofil
gehalten. Der erste Gleitkörper sieht bevorzugt einen im Wesentlichen plattenförmigen
Abschnitt vor, der ober- und unterseitig Rastnasen aufweist. Die Rastausnehmung des
Zwischenverbindungsprofils ist im wesentlichen C-förmig und korrespondierend zu dem
plattenförmigen Abschnitt des ersten Gleitkörpers geformt. Sie sieht ober- und unterseitig
einander gegenüberliegende Rasthaken vor, welche einen Hinterschnitt ausbildend mit
den Rastnasen in Eingriff verbringbar sind. Der erste Gleitkörper ist bevorzugt durch
eindrücken der Rastnasen zwischen die Rasthaken in das Zwischenverbindungsprofil einsetzbar.
[0013] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist der erste Gleitkörper integraler
Teil des Obergurts derart, dass eine im Querschnitt kreisförmige, längsgestreckte
Ausnehmung mit einem Längsspalt gebildet ist. Durch die so gebildete im Querschnitt
kreisförmige, längsgestreckte Ausnehmung und den Längsspalt ist funktional der erste
Gleitkörper in dem Obergurt gebildet. Der Obergurt mit dem ersten Gleitkörper ist
insofern einstückig gebildet und bevorzugt als Profil, insbesondere als metallisches
Strangpressprofil realisiert.
[0014] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der erste Gleitkörper einen ringsegmentförmigen
Querschnitt mit einem Längsspalt auf, wobei die zweite Gleitfläche durch seine Innenmantelflächen
gebildet ist. Die zweite Gleitfläche ist damit frei von Kanten und somit prinzipiell
gut für die Aufnahme des zweiten Gleitkörpers geeignet.
[0015] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der zweite Gleitkörper einen kreisförmigen
Querschnitt auf, wobei dessen Mantelfläche die zweite Gleitfläche bildet. Die zweite
Gleitfläche ist frei von Kanten und somit prinzipiell gut geeignet für ein Einschieben
in den ersten Gleitkörper.
[0016] Vorzugsweise umgreift in einer Montagestellung der erste Gleitkörper den zweiten
Gleitkörper mantelseitig. Diese Anordnung führt dazu, dass die Gleitflächen von dem
ringsegmentförmigen ersten Gleitkörper ummantelt und somit geschützt sind. Durch diese
Anordnung gelangt weniger Feuchtigkeit beziehungsweise weniger Schmutzpartikel an
die Gleitflächen, die eventuell zu einem frühzeitigen Verschleiß der aus den Gleitkörpern
gebildeten oberen Führung führen könnten. Da die Gleitflächen frei von Kanten und
korrespondierend zueinander geformt sind, ist diese Montagestellung ohne die Gefahr
eines Verkantens gut durchführbar. Der zweite Gleitkörper lässt sich ohne die Gefahr
eines Verkantens in den ersten Gleitkörper einschieben und wird in diesem formschlüssig
gehalten.
[0017] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der zweite Gleitkörper eine Halternut
auf, wobei zum Verbinden des zweiten Gleitkörpers mit dem ersten Stützelement in der
Halternut wenigstens ein und bevorzugt zwei oder mehr und besonders bevorzugt genau
zwei Halter gehalten sind. Die Halter und die Halternut des zweiten Gleitkörpers sind
vorzugsweise korrespondierend zueinander geformt, sodass sich ein Hinterschnitt bildet
nachdem die Halter in die Halternut des zweiten Gleitkörpers eingeschoben sind. Dadurch
sind die Halter sehr einfach mit dem zweiten Gleitkörper zu montieren.
[0018] Die Halter sind zum Verbinden des zweiten Gleitkörpers vorzugsweise mit dem ersten
Stützelement durch den Längsspalt des ersten Gleitkörpers geführt. Der Längsspalt
ist dabei vorzugsweise größer gleich einer Wandstärke des Halters, sodass sich der
zweite Gleitkörper mit leichtem Spiel in dem ersten Gleitkörper verdrehen lässt. Dadurch
ist die Gefahr eines Verkantens des Halters mit dem ersten Grundkörper minimiert und
eventuelle Ungenauigkeiten, beispielsweise bedingt durch die untere Führung beim Verschieben
des Schiebetorelements und/oder dabei auftretende Stoß- und Vibrationsbewegungen,
können aufgefangen beziehungsweise kompensiert werden, ohne die guten Laufeigenschaften
der oberen Führung zu beeinträchtigen. Das Führen der Halter durch den Längsspalt
des ersten Gleitkörpers ermöglicht es prinzipiell den ersten Gleitkörper horizontal
an den deutlich kürzeren zweiten Gleitkörper entlang zu verschieben, ohne dabei mit
dem Halter zu korrespondieren.
[0019] Der zweite Gleitkörper ist vorzugsweise stirnseitig zwischen genau zwei Haltern gehalten.
Hierdurch ist es verhindert, dass bei einem horizontalen Verschieben des Schiebetorelements
der zweite Gleitkörper mitbewegt wird und sich beispielsweise von seiner Halternut
horizontal zu den Haltern bewegt.
[0020] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der erste Gleitkörper an einer Längsseite
des Schiebetorelements gehalten, wobei der Längsspalt nach unten zeigt. Durch diese
Anordnung sind die Gleitflächen gut vor Witterungsbedingungen geschützt. Niederschlag
fließt an dem ersten Gleitkörper ab, ohne dabei an die Gleitflächen zu gelangen. Gute
Reibeigenschaften der durch die Gleitkörper gebildeten oberen Führung des Schiebetorelements
bleiben somit auch bei Niederschlag erhalten.
[0021] Die Halter sind vorzugsweise L-förmig beziehungsweise U-förmig beziehungsweise V-förmig
beziehungsweise bogenförmig geformt.
[0022] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die Halter über ein Zwischenverbindungsstück
mit dem ersten Stützelement verbunden. Das Zwischenverbindungsstück ermöglicht es,
Halter mit einer sehr einfachen Geometrie kostengünstig herzustellen. Außerdem ermöglicht
das Zwischenverbindungsstück eine Verbindung des stirnseitig zwischen den Haltern
gehaltenen zweiten Gleitkörpers der Berührungslänge B mit einem deutlich breiteren
ersten Stützelement.
[0023] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die Halter über wenigstens ein zweites
Verbindungsmittel und vorzugsweise über eine Schraubenverbindung als zweites Verbindungsmittel
mit dem ersten Stützelement und/oder mit dem zweiten Gleitkörper und/oder mit dem
Zwischenverbindungsstück verbunden. Hierdurch ergeben sich zum einen Vorteile einer
lösbaren Schraubenverbindung zum anderen ist es denkbar, dass die Halter über Schraubenverbindungen
äquivalent eines Drehgelenks gehalten sind und eine erste Drehachse mit dem zweiten
Gleitkörper und eine zweite Drehachse mit dem Zwischenverbindungsstück und/oder dem
ersten Stützelement bilden. Diese gelenkige Anordnung ist in der Lage, Ungenauigkeiten
der Führungen, insbesondere der unteren Führung des Schiebetorelements, auszugleichen.
[0024] Das Zwischenverbindungsstück ist vorzugsweise U-förmig geformt mit einem Verbindungsabschnitt
und mit zwei senkrecht von dem Verbindungsabschnitt abragenden Stirnabschnitten. In
einer Montagestellung des Zwischenverbindungsstücks sind vorzugsweise über das wenigstens
eine zweite Verbindungsmittel die Stirnabschnitte mit den Haltern und der Verbindungsabschnitt
mit dem ersten Stützelement verbunden.
[0025] Die Halter und der zweite Gleitkörper beziehungsweise die Halter und das Zwischenverbindungsstück
können unter Beibehaltung der erfinderischen Idee auch einstückig hergestellt sein.
[0026] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die untere Führung über längsprofilierte,
teleskopförmig ausziehbare Auszugelemente gebildet, wobei ein erstes Auszugelement
an dem Untergurt des Schiebetorelements und ein mit dem ersten Auszugelement in Eingriff
stehendes zweites Auszugelement an dem Untergrund beziehungsweise an dem ersten Stützelement
beziehungsweise an wenigstens einem weiteren Stützelement gehalten ist. Diese Ausführungsform
der unteren Führung ist besonders vorteilhaft, wenn ein kurzer Hub benötigt wird,
vorzugsweise im Bereich von 40 cm bis 1,5 m, und das Schiebetorelement der Schiebetorvorrichtung
als eine Schiebetür, ein Schiebefenster, eine Schiebewand oder dergleichen ausgebildet
ist. Die untere Führung ist insofern ähnlich zu einem Schubladenauszug mit Auszugschienen
gebildet, wobei die Auszugelemente ähnlich zu den Auszugschienen des Schubladenauszugs
relativ verschiebbar zueinander ineinandergreifen. Bevorzugt sind zwischen den Auszugelementen
Führungsmittel, beispielsweise Gleitlager oder Wälzlager vorgesehen.
[0027] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist die untere Führung eine
Rollenführung mit wenigstens einer und vorzugsweise vier oder mehr Laufrollen. Derartige
Rollenführungen haben sich bewährt, das hohe Gewicht von mehreren Metern breiten Schiebetorelementen
aufzunehmen und das Schiebetorelement gleichzeitig zu führen.
[0028] Es ist unter Beibehaltung der erfinderischen Idee grundsätzlich denkbar, dass die
Laufrollen der unteren Führung direkt auf dem Untergrund beziehungsweise auf wenigstens
einer auf dem Untergrund aufgesetzten Schiene oder Platte abrollen.
[0029] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist die untere Führung des Schiebetorelements
eine Mehrzahl von zwei oder mehr Rollenböcken auf, an denen die Laufrollen drehbar
gelagert und mit einer Höhe zum Untergrund gehalten sind, wobei die Rollenböcke über
eine gleiche Mehrzahl Fußplatten auf dem Untergrund abgestützt sind. Hierdurch ist
verhindert, dass die Laufrollen direkt auf dem Untergrund abrollen, was eine verstärkte
Verschmutzung der Laufrollen verursachen würde. Schmutzpartikel, wie beispielsweise
Sandkörner und dergleichen könnten sich an den Laufrollen leicht festsetzen und beim
Bewegen des Schiebetorelements auf dessen Oberfläche Kratzer oder Schleifspuren hinterlassen.
Dadurch, dass die Laufrollen auf den Rollenböcken gehalten sind, ist die Gefahr einer
solchen Verschmutzung deutlich reduziert.
[0030] Es ist denkbar, dass die Rollenböcke ein Drehgelenk zum Einstellen einer Neigung
der Laufrollen zum Untergrund aufweisen. In diesem Fall können leichte Unebenheiten
oder Neigungen im Untergrund ohne großen Aufwand ausgeglichen werden. Die Fußplatten
sind vorzugsweise so gestaltet, dass sie eine ausreichend große Stützfläche zum Abstützen
der hohen Gewichtskräfte des Schiebetorelements aufweisen. Außerdem weisen sie bevorzugt
Bohrungen beziehungsweise Ausnehmungen auf, so dass sie über weitere Verbindungsmittel,
beispielsweise Erdanker oder Schraubenverbindungen, direkt mit dem Untergrund oder
vorzugsweise mit einem Fundament im Untergrund verbunden werden können.
[0031] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das Schiebetorelement unterseitig über
eine längsprofilierte Laufschiene entlang der Laufrollen geführt. Eine geeignete Laufschienengeometrie
bietet beispielsweise ein Hohlkammerprofil, welches sich kostengünstig herstellen
lässt und bei einem geringen Gewicht eine ausreichend hohe Festigkeit aufweist. Ein
Beispiel ist ein stranggepresstes Aluminiumprofil. Es ist grundsätzlich denkbar, dass
die Laufschiene längsseitig an dem Schiebetorelement gehalten ist, beispielsweise
dann, wenn die untere Führung an Stützelementen gehalten ist.
[0032] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die Rollenböcke durch einen vorzugsweise
zum Untergrund hingewandten Längsschlitz der Laufschiene geführt. Diese Anordnung
stellt eine bevorzugte Anordnung dar und ermöglicht eine kostengünstige Montage der
erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung auf einem Untergrund.
[0033] Nach einer Weiterbildung der Erfindung umschließen Innenwände der Laufschiene die
Laufrollen derart, dass vorzugsweise eine mantelförmige Lauffläche der Laufrollen
an den Innenwänden der Laufschiene anliegt und diese längsseitig aufgeweitet ist derart,
dass Stirnflächen der Laufrollen die Innenwände der Laufschiene vorzugsweise nicht
tangieren. Die Laufrollen sind durch die umliegende Laufschiene gut vor Verschmutzung
und Witterungseinflüssen geschützt. Dadurch können ein geringerer Verschleiß und eine
geringere Wartungsanfälligkeit der unteren Führung realisiert werden. Da die Laufrollen
nur mit ihrer Lauffläche mit der Laufschiene in Kontakt stehen, ergibt sich beim Bewegen
des Schiebetorelements eine minimale Reibung. Die Laufschiene ist längsseitig aufgeweitet,
beispielsweise durch eine längsseitige V-Form, sodass keine unnötige Reibung zwischen
den Stirnseiten der Laufrollen und den Innenwänden der Laufschiene beim Bewegen des
Schiebetorelements entsteht.
[0034] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das erste Stützelement ein vorzugsweise
von dem Untergrund aufragender und neben der den ersten Gleitkörper haltenden Längsseite
des Schiebetorelements positionierter Stützpfosten. Der Stützpfosten weist vorzugsweise
einen vierkantigen Querschnitt auf. Er kann jedoch auch unter Beibehaltung der erfinderischen
Idee einen kreisförmigen oder einen anders geformten Querschnitt aufweisen.
[0035] Vorzugsweise ist das erste Stützelement für eine verbesserte Standfestigkeit auf
einer Fußplatte aufgestellt. Die Fußplatte weist vorzugsweise Öffnungen auf, um mittels
Erdankern oder Schrauben oder dergleichen an einem Untergrund festgelegt werden zu
können.
[0036] Grundsätzlich ist es auch denkbar, dass das erste Stützelement, beispielsweise eine
Gebäudewand oder ein Mauerpfosten oder im Falle einer erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
mit mehreren, nebeneinander verschiebbaren Schiebetorelementen ein benachbartes Schiebetorelement
ist.
[0037] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist ein erster Werkstoff der ersten Gleitfläche
des ersten Gleitkörpers anders als ein zweiter Werkstoff der zweiten Gleitfläche des
zweiten Gleitkörpers. Vorzugsweise ist der erste Werkstoff der ersten Gleitfläche
des ersten Gleitkörpers härter als der zweite Werkstoff der zweiten Gleitfläche des
zweiten Gleitkörpers. Diese Werkstoffkombination ist so gewählt, dass ein Verschleiß
vorzugsweise an dem kostengünstigeren und leichter auszuwechselnden zweiten Gleitkörper
auftritt. Für den Fall, dass ein solcher verschleißbedingter Austausch des zweiten
Gleitkörpers erforderlich ist, können die dabei verursachten Reparaturkosten möglichst
geringgehalten werden.
[0038] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der erste Gleitkörper aus einem korrosionsbeständigen
Werkstoff hergestellt. Diesbezüglich geeignete Werkstoffe für den ersten Gleitkörper
sind insbesondere Kunststoff beziehungsweise vorzugsweise ein korrosionsbeständiges
Metall und besonders bevorzugt Edelstahl und ganz besonders bevorzugt eloxiertes Aluminium.
[0039] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der zweite Gleitkörper aus einem selbstschmierenden
zweiten Werkstoff und vorzugsweise aus Kunststoff und/oder aus einer Keramik und/oder
aus Graphit derart, dass der erste Gleitkörper vorzugsweise dauerhaft und ohne Hilfsschmierstoffe
entlang des zweiten Gleitkörpers verschiebbar ist. Diese Selbstschmierung durch den
zweiten Gleitkörper kann durch unterschiedliche Prinzipien bewirkt werden. Der zweite
Werkstoff des zweiten Gleitkörpers kann beispielsweise eine amorphe Grundstruktur
mit darin eingebetteten Festschmierstoffen, wie beispielsweise Graphit und/oder Messing,
aufweisen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass mikroskopisch kleine Mengen des zweiten
Werkstoffs der zweiten Gleitfläche an die erste Gleitfläche des ersten Gleitkörpers
übertragen werden und dort Unebenheiten ausfüllen beziehungsweise glätten, wodurch
die erfindungsgemäße Schiebetorvorrichtung ohne Hilfsschmierstoffe dauerhaft und wartungsfrei
entlang der oberen Führung verschiebbar ist.
[0040] Das Zwischenverbindungsprofil ist vorzugsweise aus Aluminium und besonders bevorzugt
als ein Stranggussbauteil hergestellt beziehungsweise mit einem Schutzlack überzogen.
[0041] Zur Lösung der Aufgabe weist die Erfindung die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs
14 auf. Demzufolge umfasst die Schiebetorlinearführung
- einen über eine Schienenlänge längsprofilierten ersten Gleitkörper mit einer ersten
Gleitfläche,
- einen zweiten Gleitkörper mit einer zweiten Gleitfläche und mit einer Berührungslänge
kleiner gleich der Schienenlänge des ersten Gleitkörpers und
- zur Montage des zweiten Gleitkörpers an einem ersten Stützelement der Schiebetorvorrichtung
wenigstens einen und vorzugsweise zwei Halter und ein zum Verbinden der Halter mit
dem ersten Stützelement ausgebildetes Zwischenverbindungsstück,
wobei in einer Verwendungsstellung der Schiebetorlinearführung an der Schiebetorvorrichtung
- die erste Gleitfläche des ersten Gleitkörpers die zweite Gleitfläche des zweiten Gleitkörpers
formschlüssig umgreift, wobei die Gleitkörper entlang der Gleitflächen horizontal
verschiebbar sind,
- die Halter formschlüssig in eine Halternut des zweiten Gleitkörpers eingreifen und/oder
der zweite Gleitkörper stirnseitig zwischen den Haltern gehalten ist, die Halter durch
einen Längsspalt des ersten Gleitkörpers hinausragen und mit dem Zwischenverbindungsstück
verbunden sind,
- der erste Gleitkörper an dem Schiebetorelement gehalten ist und
- das Zwischenverbindungsstück an dem ersten Stützelement gehalten ist.
[0042] Der besondere Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die auf den Gleitkörpern
basierende erfindungsgemäße Schiebetorlinearführung formstabil, langlebig und wartungsarm
ist und hohe Kräfte aufnehmen kann, insbesondere von schweren, großen Schiebetorelementen,
da zwischen den Gleitkörpern eine geringe Flächenpressung und eine großflächige Lastverteilung
gebildet ist. Die erfindungsgemäße Schiebetorlinearführung ist unempfindlich gegenüber
grobem Schmutz und Sand, da diese Schmutzpartikel beim Verschieben der Gleitkörper
gegeneinander selbstständig aus den Gleitflächen der Gleitkörper ausgeschoben werden.
Auch geht von der erfindungsgemäßen Schiebetorlinearführung keine Gefahr von Verletzungen
durch offene Quetschkanten aus.
[0043] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist in der Verwendungsstellung der erste Gleitkörper
in einer Profilnut eines profilförmigen, beispielsweise im Querschnitt C-förmigen
und längsgestreckten Obergurts des Schiebetorelements gehalten. Der erste Gleitkörper
ist hierbei beispielsweise stirnseitig in die Profilnut des Schiebetorelements einschiebbar
und wird darin formschlüssig und/oder kraftschlüssig gehalten. Somit ergibt sich eine
kostengünstige und einfache Montage für die Verwendungsstellung der erfindungsgemäßen
Schiebetorlinearführung an dem Schiebetorelement.
[0044] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist in der Verwendungsstellung
der erste Gleitkörper an einem Obergurt des Schiebetorelements stoffschlüssig beziehungsweise
über wenigstens ein erstes Verbindungsmittel beziehungsweise über ein jedenfalls über
die Schienenlänge längserstrecktes Zwischenverbindungsprofil gehalten. Das erste Verbindungsmittel
ist bevorzugt als eine Schraube ausgebildet. Diese Ausführungsform ermöglicht eine
schnelle und einfache Montage der Schiebetorlinearführung.
[0045] Das Zwischenverbindungsprofil weist vorzugsweise eine korrespondierend zu dem ersten
Gleitkörper geformte Rastausnehmung auf zur jedenfalls abschnittsweisen Aufnahme des
ersten Gleitkörpers in der Verwendungsstellung. Der erste Gleitkörper und das Zwischenverbindungsprofil
weisen miteinander in Eingriff verbringbare Rastverbindungsmittel auf. Die Rastverbindungsmittel
sind bevorzugt aus miteinander in Eingriff verbringbaren Rasthaken und Rastnasen gebildet,
die ober- und unterseitig an der Rastausnehmung des Zwischenverbindungsprofils und
eines korrespondierend geformten Abschnitts des ersten Gleitkörpers vorgesehen sind.
[0046] Das Zwischenverbindungsprofil ist vorzugsweise aus Aluminium und besonders bevorzugt
als ein Stranggussbauteil hergestellt beziehungsweise mit einem Schutzlack überzogen.
[0047] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist in der Verwendungsstellung
der erste Gleitkörper mit dem Obergurt des Schiebetorelements vorzugsweise über das
wenigstens eine erste Verbindungsmittel und besonders bevorzugt über eine Schraube
als erstes Verbindungsmittel verbunden. Der Obergurt kann hierbei beispielsweise als
im Querschnitt geschlossenes und damit besonders kostengünstig zu fertigendes, längsgestrecktes
Hohlkammerprofil realisiert werden.
[0048] Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung geht der erste Gleitkörper
einstückig in den Obergurt des Schiebetorelements über derart, dass eine im
[0049] Querschnitt kreisförmige, längsgestreckte Ausnehmung mit dem Längsspalt gebildet
ist. Der erste Gleitkörper ist demzufolge in dem Obergurt des Schiebetorelements ausgebildet.
Durch die im Querschnitt kreisförmige, längsgestreckte Ausnehmung mit dem Längsspalt
ist funktional der erste Gleitkörper gebildet. Demzufolge kann eine Montage des ersten
Gleitkörpers an dem Schiebetorelement eingespart werden.
[0050] Es ist unter Beibehaltung der erfinderischen Idee denkbar, dass die erfindungsgemäße
Schiebtorlinearführung in der Verwendungsstellung als obere Führung insbesondere an
einem Obergurt des Schiebetorelements der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
nach einem der Patentansprüche 1 bis 13 verwendet wird.
[0051] Die vorgenannten Werkstoffangaben für die Komponenten der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
beziehungsweise Schiebetorlinearführung sind nicht abschließend zu verstehen.
[0052] Aus den weiteren Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung sind weitere
Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung zu entnehmen. Dort erwähnte Merkmale
können jeweils einzeln für sich oder auch in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein. Erfindungsgemäß beschriebene Merkmale und Details der Schiebetorvorrichtung
gelten selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der Schiebetorlinearvorrichtung
und umgekehrt. So kann auf die Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets
wechselseitig Bezug genommen werden. Die Zeichnungen dienen lediglich beispielhaft
der Klarstellung der Erfindung und haben keinen einschränkenden Charakter.
[0053] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Schiebetorvorrichtung mit einem stirnseitig offenen und abschnittsweise dargestellten
Schiebetorelement gehalten an einem ersten Stützelement,
- Fig. 2
- das Detail X der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine stirnseitige Detailansicht einer oberen Führung der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
nach Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Hinteransicht der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach Fig. 1,
- Fig. 5
- das Detail Y der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach Fig. 4,
- Fig. 6
- einen perspektivisch dargestellten Ausbruch einer in dem Schiebetorelement gehaltenen
oberen Führung der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach Fig. 1,
- Fig. 7
- eine Hinteransicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung,
- Fig. 8
- das Detail Z der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach Fig. 7,
- Fig. 9
- einen perspektivisch dargestellten Ausbruch der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
nach Fig. 7,
- Fig. 10
- eine stirnseitige Detailansicht der oberen Führung der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
in einem dritten Ausführungsbeispiel und
- Fig. 11
- eine stirnseitige Detailansicht der oberen Führung der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
in einem vierten Ausführungsbeispiel.
[0054] Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung, welche
zum Verschließen von Personendurchgängen, Zufahrtswegen oder Einfahrten für Grundstücke
dient, ist in den Fig. 1 bis Fig. 6 dargestellt. Die Schiebetorvorrichtung umfasst
ein freitragendes Schiebetorelement 1, das an einer unteren Führung 2 und an einer
oberen Führung 3 horizontal verschiebbar gelagert ist.
[0055] Das Schiebetorelement 1 nach Fig. 1 ist längsgestreckt und weist in der Regel eine
Länge von 40 cm bis zu mehreren Metern auf, sodass in einer Offenstellung der erfindungsgemäßen
Schiebetorvorrichtung beispielsweise Personen hindurchgehen beziehungsweise Kraftfahrzeuge
hindurchfahren können. Derartige längsgestreckte Schiebetorelemente 1 sind in der
Regel aus einem metallischen Werkstoff wie beispielsweise Aluminium oder Edelstahl
gefertigt und weisen dementsprechend oftmals ein hohes Gewicht auf. Die untere Führung
3 des Schiebetorelements 1 ist unterseitig an dem Untergurt 24 festgelegt und nimmt
das Gewicht des Schiebetorelements 1 größtenteils auf. Um Belastungen die infolge
von Kippmomenten des Schiebetorelements 1 wirken aufzunehmen und um die untere Führung
2 zu entlasten, ist zusätzlich eine obere Führung 3 längsseitig an dem Schiebetorelement
1 vorgesehen. Die obere Führung 3 ist für eine vorteilhafte Lastverteilung vorzugsweise
oberhalb eines Höhenschwerpunkts des Schiebetorelements 1 vorgesehen. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung ist die obere Führung
3 in einer besonders bevorzugten Position an einem Obergurt 23 des Schiebetorelements
1 vorgesehen und an einem ersten Stützelement 19 abgestützt.
[0056] Die erfindungsgemäße Schiebetorvorrichtung ist in Fig. 1 perspektivisch und mit einem
stirnseitig offenen und in eine Längsrichtung abschnittsweise dargestellten Schiebetorelement
1 abgebildet. Diese stirnseitig offene Darstellung des Schiebetorelements 1 dient
vorrangig seiner Beschreibung. In der Praxis ist das Schiebetorelement 1 stirnseitig
vorzugsweise verschlossen beziehungsweise abgedeckt. Das Schiebetorelement 1 weist
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine zaunartige Gestalt auf. Dabei sind zwischen
einem horizontal längsgestreckten und hohlprofilierten Obergurt 23 und einem gleichartig
geformten Untergurt 24 des Schiebetorelements 1 eine Mehrzahl von vertikal und parallel
zueinander angeordneten Querträgern gehalten, welche zueinander jeweils gleich beabstandet
sind. Auf den Obergurt 23 ist zudem ein konvex gebogenes, hohlkammerförmiges Deckelprofil
25 oberseitig aufgesetzt.
[0057] Der Obergurt 23 des Schiebetorelements 1 weist längsseitig eine Profilnut 20 auf,
in welcher die obere Führung 3 formschlüssig gehalten ist. Die untere Führung 2 ist
unterseitig an dem Untergurt 24 des Schiebetorelements 1 vorgesehen. Sie weist eine
längsgestreckte und hohlprofilförmige Laufschiene 17 mit einem Längsschlitz 22 auf,
innerhalb welcher eine Mehrzahl von Laufrollen 18 geführt ist. Die Laufschiene 17
ist in der Schiebetorvorrichtung nach Fig. 1 einstückig mit dem Untergurt 24 des Schiebetorelements
1 gefertigt. Der Längsschlitz 22 der Laufschiene 17 zeigt zum Untergrund. Durch den
Längsschlitz 22 sind zwei Rollenböcke 15 geführt, welche als Festlager für die paarweise
angeordneten Laufrollen 18 fungieren und diese mit einer Höhe zum Untergrund und drehbar
gelagert halten. Durch die Rollenböcke 15 ist verhindert, dass die Laufrollen 18 direkt
auf dem Untergrund abrollen und dabei Schmutzpartikel vom Untergrund an den Laufrollen
18 anhaften. Dies erhöht die Lebensdauer beziehungsweise Wartungsfreiheit der Laufrollen
18 und gewährleistet gleichbleibende Laufeigenschaften.
[0058] Die obere Führung 3 ist in dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 an genau einer Längsseite
21 des Obergurts 23 des Schiebetorelements 1 an einem ersten Stützelement 19 gehalten.
Dieses erste Stützelement 19 hat die Form eines vierkantigen Stützpfostens und schließt
aus ästhetischen Gründen horizontal auf nahezu gleicher Höhe mit dem Obergurt 23 des
Schiebetorelement 1 ab. Einer der Rollenböcke 15 und das erste Stützelement 19 sind
auf einer gemeinsamen Fußplatte 16 auf dem Untergrund abgestützt. Der zweite Rollenbock
15 ist auf einer flächenmäßig kleineren Fußplatte 16 auf dem Untergrund abgestützt.
Zum Verbinden mit den Fußplatten 16 beziehungsweise mit dem Untergrund weisen sowohl
die Rollenböcke 15 als auch das erste Stützelement 19 untere Verbindungsbeziehungsweise
Flanschabschnitte auf. In diesen Verbindungs- beziehungsweise Flanschabschnitten und
in den Fußplatten 16 sind vorzugsweise Bohrungen und/oder Aussparungen vorgesehen,
sodass die Rollenböcke 15 und das erste Stützelement 19 mit den Fußplatten 16 vorzugsweise
über Bolzen oder Schrauben oder ähnlichen Verbindungsmitteln verbunden werden können.
Für einen ausreichend sicheren Halt sollten die Fußplatten 16 und/oder die Rollenböcke
15 und das erste Stützelement 19 vorzugsweise auf Fundamenten aufgestellt werden.
[0059] Das Detail Y aus Fig. 1 ist in Fig. 2 dargestellt und zeigt vergrößert die zwischen
dem Obergurt 23 des Schiebetorelements 1 und dem ersten Stützelement 19 gehaltene
obere Führung 3. Die obere Führung 3 des Schiebetorelements 1 ist über Halter 10 und
ein Zwischenverbindungsstück 11 mit dem ersten Stützelement 19 verbunden. Das Stützelement
19 ist im Wesentlichen C-förmig gebogen und weist zwei Stirnabschnitte 13 auf, die
von dem ersten Stützelement 19 rechtwinklig in Richtung des Schiebetorelements 1 abragen.
Das Zwischenverbindungsstück 11 ist zwischen zwei Haltern 10 über zweite Verbindungsmittel
14.2 gehalten. Geeignete zweite Verbindungsmittel 14.2 stellen beispielsweise - wie
dargestellt - Schraubenverbindungen dar. Zum Durchführen der zweiten Verbindungsmittel
14.2 weisen der Halter 10 und/oder die Stirnabschnitte 13 des Zwischenverbindungsstücks
11 vorzugsweise Aussparungen wie beispielsweise Bohrungen oder Gewindebohrungen auf.
Die Halter 10 sind durch einen Längsspalt 6 eines ersten Gleitkörpers 4 der oberen
Führung 3 geführt, sodass ein Endabschnitt und ein zwischen den Haltern 10 gehaltener
zweiter Gleitkörper 7 von dem ersten Gleitkörper 4 verdeckt sind.
[0060] Die obere Führung 3 basiert auf den Gleitkörpern 4, 7. In Fig. 3 sind die korrespondieren
geformten und ineinandergreifenden Gleitkörper 4, 7 der oberen Führung in einer Seitenansicht
ohne die zweiten Verbindungsmittel 14.2 dargestellt. Die obere Führung 3 ist mit einem
formschlüssig in einer Halternut 9 des zweiten Gleitkörpers 7 gehaltenen Halter 10
und dem ersten Gleitkörper 4 in der Profilnut 20 des Obergurts 23 des Schiebetorelements
1 gehalten gezeigt. Der erste Gleitkörper 4 weist einen ringsegmentförmigen Querschnitt
mit einem Längsspalt 6 auf. Seine Innenmantelfläche bildet eine erste Gleitfläche
5. Der zweite Gleitkörper 7 ist korrespondierend zu der ersten Gleitfläche 5 des ersten
Gleitkörpers 4 geformt und formschlüssig in dem ersten Gleitkörper 4 gehalten. Der
zweite Gleitkörper 7 weist einen kreisförmigen Querschnitt auf, wobei seine Mantelfläche
die zweite Gleitfläche 8 bildet. Die Gleitkörper 4, 7 sind demzufolge formschlüssig
miteinander verbunden derart, dass ihre Gleitflächen 5, 8 aneinander liegen. Bei einer
horizontalen Bewegung des Schiebetorelements 1 gleitet die erste Gleitfläche 5 entlang
der zweiten Gleitfläche 8. Das Material der Gleitkörper 4, 7 beziehungsweise ihrer
Gleitflächen 5, 8 ist vorzugsweise so gewählt, dass sie möglichst geringe Reibkoeffizienten
aufweisen beziehungsweise beim Bewegen des Schiebetorelements 1 eine möglichst geringe
Reibung erzeugen. Auf den Obergurt 23 ist das Deckelprofil 25 aufgesetzt. Es überragt
den Obergurt 23 längsseitig, sodass Regen über den ersten Gleitkörper 3 abgeleitet
wird und eine Verbindungsstelle des ersten Gleitkörpers 4 und der Profilnut 20 des
Obergurts 23 geschützt ist.
[0061] Der Halter 10 weist einen nasenförmigen Abschnitt auf, welcher formschlüssig in der
Halternut 9 des zweiten Gleitkörpers 7 gehalten ist und zu der Halternut 9 korrespondierend
geformt ist. Der Halter 10 ist dabei durch den Längsspalt 6 des ersten Gleitkörpers
4 geführt. Der erste Gleitkörper 4 ist so an dem Schiebetorelement 1 gehalten, dass
sein Längsspalt 6 nach unten beziehungsweise in Richtung des Untergrunds zeigt. Dies
hat den Vorteil, dass die Gleitflächen 5, 8 bei Niederschlag frei von Feuchtigkeit
bleiben, welche sich negativ auf ihre Laufeigenschaften auswirken könnte. Des Weiteren
sind die Gleitflächen 5, 8 durch diese Anordnung des Längsspalts 6 auch weitestgehend
vor einer Anhaftung durch Schmutzpartikel geschützt. Der Halter 10 ist vorzugsweise
V- beziehungsweise L- beziehungsweise konkav-gebogen derart, dass ein daran befestigtes
Zwischenverbindungsstück 11 auf gleicher Höhe mit den Gleitkörpern 4, 7 gehalten ist.
[0062] Fig. 4 zeigt eine Hinteransicht der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach
Fig. 1 und gewährt einen Einblick in das stirnseitig offene Schiebetorelement 1. Die
Laufschiene 17 weist längsseitig eine Aufweitung auf, sodass Stirnflächen der Laufrollen
18 nicht an vertikalen Innenwänden der Laufschiene 17 entlangreiben. Die Laufrollen
18 laufen vielmehr entlang ihrer Laufflächen an horizontalen Innenwänden der Laufschiene
17. Dadurch wird die entstehende Reibung an den Laufrollen 18 und der Laufschiene
17 auf ein erforderliches Minimum reduziert. Die Laufrollen 18 sind paarweise auf
axial gleicher Höhe angeordnet und an dem Rollenbock 15 mit einer Höhe zum Untergrund
gehalten. Der Rollenbock 15 ist durch den Längsschlitz 22 der Laufschiene 17 geführt.
Er ist aus zwei L-förmig gebogenen und spiegelverkehrt zueinander positionierten Abschnitten
gebildet, zwischen denen ein Tragabschnitt mit Rollenachsen für die Laufrollen 18
verschraubt und/oder genietet und/oder drehgelenkig gehalten ist.
[0063] Fig. 5 zeigt das Detail Z aus Fig. 4. Darin ist die obere Führung 3 vergrößert dargestellt.
Die Halter 10 sind über die zweiten Verbindungsmittel 14.2 jeweils mit den Stirnabschnitten
13 des Zwischenverbindungsstücks 11 und mit dem zweiten Gleitkörper 7 verbunden. Geeignete
zweite Verbindungsmittel 14.2 sind beispielsweise Schraubenverbindungen derart, dass
der Halter 10 drehgelenkig gehalten ist. Hierdurch ist es möglich, leichte Fluchtungsfehler
beziehungsweise Fertigungstoleranzen der Führungen 2, 3 auszugleichen.
[0064] Fig. 6 zeigt die obere Führung 3 der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung nach
Fig. 1 in einem detaillierten Ausbruch. Dabei ist das C-förmig gebogene Zwischenverbindungsstück
11 zwischen den Haltern 10 über die zweiten Verbindungsmittel 14.2 gehalten. Das Zwischenverbindungsstück
11 weist einen Verbindungsabschnitt 12 auf, welcher zum Anbinden an das erste Stützelement
19 vorgesehen ist, in dieser Darstellung jedoch frei und nicht an das erste Stützelement
19 angebunden gezeigt ist. Die Stirnabschnitte 13 des Zwischenverbindungsstücks 11
ragen senkrecht von dem Verbindungsabschnitt 12 ab und außenseitig mit den Haltern
10 über die zweiten Verbindungsmittel 14.2 verbunden. Als zweites Verbindungsmittel
14.2 wird eine Schraubenverbindung bestehend aus jeweils einer Schraube und einer
Mutter verwendet. Zum Verbinden des Zwischenverbindungsstücks 11 mit dem ersten Stützelement
19 weist der Verbindungsabschnitt 12 in diesem Ausführungsbeispiel drei Bohrungen
auf, sodass das Zwischenverbindungsstück 11 über Schraubenverbindungsmittel mit dem
ersten Stützelement 19 verbunden werden kann. Der zweite Gleitkörper 7 mit einer Berührungslänge
B ist zwischen den Haltern 10 in der ersten Gleitfläche 5 des ersten Gleitkörpers
4 gehalten. Die Berührungslänge B des zweiten Gleitkörpers 7 ist vorzugsweise deutlich
kleiner als die Schienenlänge S des ersten Gleitkörpers 4.
[0065] Ein in den Fig. 7 bis 9 dargestelltes, zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Schiebetorvorrichtung sieht vor, dass der Obergurt 23 des Schiebetorelements 1 und
der erste Gleitkörper 4 der oberen Führung 3 einstückig sind. Demzufolge ist der Obergurt
23 des Schiebetorelements 1 als ein längsgestrecktes, vierkantiges Hohlkammerprofil
mit einer an der Längsseite 21 vorgesehenen, im Querschnitt kreissegmentförmigen und
über die Schienenlänge S längsgestreckten Ausnehmung, welche an der Längsseite 21
den Längsspalt 6 bildet. Durch die Ausnehmung mit dem Längsspalt 6 ist funktional
der erste Gleitkörper 4 gebildet. Die Ausnehmung bildet eine von dem Längsspalt 6
aus nach innen ragende, ringsegmentförmig umschlossene Struktur auf, in der der zweite
Gleitkörper 7 horizontal längsverschiebbar gehalten ist.
[0066] Die obere Führung 3 und den Profilquerschnitt des Obergurts 23 des Schiebetorelements
1 eines dritten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung zeigt
Fig. 10 in einer stirnseitig offenen Detailansicht. Der Obergurt 23 weist hierbei
ein im Querschnitt geschlossenes, vierkantiges Hohlkammerprofil auf, welches eine
vorteilhafte hohe mechanische Stabilität aufweist und sich kostengünstig fertigen
lässt.
[0067] Auf die Wiedergabe des oberseitig aufgesetzten Deckelprofils 25 ist hierbei verzichtet.
An der Längsseite 21 ist an den Obergurt 23 ein über die Schienenlänge S längserstrecktes
Zwischenverbindungsprofil 26 mittels schraubenförmiger erster Verbindungsmittel 14.1
festgelegt. Das Zwischenverbindungsprofil 26 weist eine im Wesentlichen C-förmige
Rastausnehmung auf, welche ober- und unterseitig durch Rasthaken 28.1, 28.2 umschlossen
ist.
[0068] Der erste Gleitkörper 4 weist einen korrespondierend zu der Rastausnehmung des Zwischenverbindungsprofils
26 geformten Abschnitt mit zwei einander ober- und unterseitig gegenüberliegenden
Rastnasen 27.1, 27.2 auf, sodass er zwischen die Rasthaken 28.1, 28.2 in die Rastausnehmung
einsteckbar ist. Vorteilhaft sind dadurch die Schrauben, mit denen das Zwischenverbindungsprofil
26 an dem Obergurt 23 festgelegt ist, durch den ersten Gleitkörper 4 verdeckt. Um
eine notwendige Biegeflexibilität für ein Einrasten der Rastnasen 27.1, 27.2 zwischen
die Rasthaken 28.1, 28.2 herzustellen, ist im Bereich der unterseitigen Rastnase 27.2
an dem ersten Gleitkörper 4 eine parallel zu der Rastnase 27.2 verlaufende Rastnasenaussparung
30 vorgesehen. Zudem ragt ein umgreifbarer Griffabschnitt 29 senkrecht von der unterseitigen
Rastnase 27.2 nach unten ab. Zusätzlich zu den Rastverbindungen ist der erste Gleitkörper
4 unterseitig über von dem ersten Gleitkörper 4 teilverdeckte und von oben nicht sichtbare
Schrauben als erste Verbindungsmittel 14.1 mit dem Zwischenverbindungsprofil 26 verbunden.
[0069] Die erste Gleitfläche 5 und der Längsspalt 6 sind wie gehabt in dem ersten Gleitkörper
4 ausgebildet. Der zweite Gleitkörper 7 ist wie gehabt in der ersten Gleitfläche 5
gehalten.
[0070] Eine stirnseitig offene Detailansicht auf die obere Führung 3 und den Profilquerschnitt
des Obergurts 23 eines vierten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
gibt Fig. 11 an. Der Obergurt 23 weist ein vierkantig geschlossenes Hohlkammerprofil
auf, welches kostengünstig fertigbar ist und eine hohe mechanische Stabilität aufweist.
Auf die Wiedergabe des Deckelprofils 25 ist verzichtet. Der erste Gleitkörper 4 ist
hier direkt an der Längsseite 21 an den Obergurt 23 über die schraubenförmigen ausgebildeten
ersten Verbindungsmittel 14.1 festgelegt. Ansonsten sind die erste Gleitführung 3
und die Gleitkörper 4, 7 wie gehabt ausgebildet.
[0071] Ein zweiter Werkstoff des zweiten Gleitkörpers 7 ist vorzugsweise weicher als ein
erster Werkstoff des ersten Gleitkörpers 4. Infolge des Aneinandergleitens der Gleitkörper
4, 7 nutzt sich dadurch der weichere zweite Gleitkörper 7 bevorzugt ab und schützt
somit den teureren, längeren ersten Gleitkörper 4 vor Verschleiß.
[0072] Ein weiterer Gedanke der erfinderischen Schiebetorvorrichtung beziehungsweise Schiebetorlinearführung
sieht vor, dass bevorzugt der zweite Werkstoff des zweiten Gleitkörpers 7 selbstschmierend
ist. Dadurch kann die obere Führung 3 über ihre Lebensdauer ohne fremden Schmierstoff
betrieben werden und ist vorzugsweise wartungsfrei. Der Effekt der Selbstschmierung
kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass schmierende Partikel in einen amorphen
Grundwerkstoff des zweiten Werkstoffs eingebunden sind, oder dass sich beim Bewegen
des Schiebetorelements 1 Partikel des zweiten Werkstoffs Oberflächenunebenheiten der
ersten Gleitfläche 5 schließen und somit für einen reibungsarmen und wartungsfreien
Betrieb der oberen Führung 3 sorgen.
[0073] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele der Schiebetorvorrichtung
beschränkt. Insbesondere sind die Komponenten in ihrer Gestalt, Dimensionierung und
Anordnung zueinander in weiten Grenzen frei wählbar.
[0074] Alternative Ausführungsbeispiele für die Schiebetorvorrichtung sind unter Beibehaltung
der Erfindung beispielsweise dadurch gebildet, dass anstelle eines stützpfostenförmigen
ersten Stützelements 19 die obere Führung 3 an einer Gebäudewand, einem Zaunpfosten
oder dergleichen gehalten ist. Ferner ist es unter Beibehaltung der erfinderischen
Idee möglich, dass die untere Führung 2 mit ihren Laufrollen 18 direkt auf dem Untergrund
rollt.
[0075] Insbesondere können die in den Fig. 1 bis Fig. 9 dargestellten Elemente der erfindungsgemäßen
Schiebetorvorrichtung unter Beibehaltung der erfinderischen Idee eine andersförmige
Gestalt aufweisen.
[0076] Es ist zudem vorstellbar, dass als obere Führung 3 der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
eine erfindungsgemäße Schiebetorlinearführung in einer Verwendungsstellung montiert
an die erfindungsgemäße Schiebetorvorrichtung Anwendung findet.
[0077] Des Weiteren sind die erfindungsgemäße Schiebetorlinearführung beziehungsweise die
Schiebetorvorrichtung nicht auf die beschriebenen Verwendungen begrenzt und vielseitig
einsetzbar. Beispielsweise kann die Schiebetorlinearführung über die Funktion als
ein Führungselement für ein Schiebetorelement 1 auch innerhalb eines Gebäudes oder
einer Maschineneinhausung zur Führung einer Schiebetür beziehungsweise einer Schiebewand
oder eines Schiebefensters dienen.
[0078] Nach einem alternativen Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Schiebetorvorrichtung
ist die untere Führung 2 durch teleskopförmig ausziehbare Auszugelemente gebildet,
welche zwischen dem Schiebetorelement 1 und dem Stützelement 19 oder dem Unterboden
gehalten sind. Gegenüber eine Laufrollenführung ist diese Art der unteren Führung
2 vergleichsweise wenig wartungsintensiv. Sie kommt bevorzugt dann zum Einsatz, wenn
das Schiebetorelement 1 eine Länge von maximal einem Meter und demzufolge eine vergleichsweise
geringe abzustützende Gewichtskraft aufweist.
[0079] Gleiche Bauteile und Bauteilfunktionen sind durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet.
1. Schiebetorvorrichtung umfassend ein über wenigstens eine untere Führung (2) und wenigstens
eine obere Führung (3) horizontal verschiebbar gelagertes Schiebetorelement (1), wobei
die obere Führung (3) an wenigstens einem ersten Stützelement (19) gehalten ist und
wobei die untere Führung (2) an einem Untergrund und/oder an dem ersten Stützelement
(19) und/oder an wenigstens einem zweiten Stützelement gehalten ist, wobei die obere
Führung (3) wenigstens einen über eine Schienenlänge (S) längsgestreckten und an dem
Schiebetorelement (1) gehaltenen ersten Gleitkörper (4) und wenigstens einen an dem
ersten Stützelement (19) gehaltenen zweiten Gleitkörper (7) mit einer Berührungslänge
(B) aufweist, die kleiner ist als die Schienenlänge (S) des ersten Gleitkörpers (4),
wobei die Gleitkörper (4, 7) vorzugsweise korrespondierend zueinander geformte und/oder
formschlüssig aneinander anliegende Gleitflächen (5, 8) aufweisen und wobei der erste
Gleitkörper (4) mit der ersten Gleitfläche (5) horizontal verschiebbar entlang der
zweiten Gleitfläche (8) des zweiten Gleitkörpers (7) vorgesehen ist.
2. Schiebetorvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gleitkörper (4) an einem vorzugsweise wenigstens über die Schienenlänge
(S) des ersten Gleitkörpers (4) längsgestreckten Obergurt (23) des Schiebetorelements
(1) gehalten ist.
3. Schiebetorvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Obergurt (23) eine über die Schienenlänge (S) längserstreckte Profilnut (20)
aufweist, in welcher der erste Gleitkörper (4) jedenfalls abschnittsweise formschlüssig
gehalten ist, und/oder dass der Obergurt (23) einen geschlossenen Querschnitt aufweist
und der erste Gleitkörper (4) stoffschlüssig und/oder über wenigstens ein erstes Verbindungsmittel
(14.1) und bevorzugt über eine Schraube als erstes Verbindungsmittel (14.1) an dem
Obergurt (23) gehalten ist, und/oder dass zwischen dem Obergurt (23) und dem ersten
Gleitkörper (4) ein jedenfalls über die Schienenlänge (S) längsgestrecktes Zwischenverbindungsprofil
(26) vorgesehen ist, wobei das Zwischenverbindungsprofil (26) stoffschlüssig und/oder
über das wenigstens eine erste Verbindungsmittel (14.1) und bevorzugt über eine Schraube
als erstes Verbindungsmittel (14.1) an dem Obergurt (23) gehalten ist und/oder wobei
das Zwischenverbindungsprofil (26) eine korrespondierend zu dem ersten Gleitkörper
(4) geformte Rastausnehmung zur jedenfalls abschnittsweisen Aufnahme des ersten Gleitkörpers
(4) aufweist, wobei der erste Gleitkörper (4) und das Zwischenverbindungsprofil (26)
miteinander in Eingriff verbringbare Rastverbindungsmittel (27.1, 27.2, 28.1, 28.2)
vorsehen und/oder dass der erste Gleitkörper (4) einstückig in den Obergurt (23) übergehend
ist, derart, dass eine im Querschnitt kreisförmige, längsgestreckte Ausnehmung mit
einem Längsspalt (6) gebildet ist.
4. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gleitkörper (4) einen ringsegmentförmigen Querschnitt mit dem Längsspalt
(6) aufweist, wobei die zweite Gleitfläche (5) durch seine Innenmantelflächen gebildet
ist und der zweite Gleitkörper (7) einen kreisförmigen Querschnitt aufweist, wobei
dessen Mantelfläche die zweite Gleitfläche (8) bildet, wobei in einer Montagestellung
der erste Gleitkörper (4) den zweiten Gleitkörper (7) mantelseitig umgreift.
5. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gleitkörper (7) eine Halternut (9) aufweist, wobei zum Verbinden des zweiten
Gleitkörpers (7) mit dem ersten Stützelement (19) in der Halternut (9) wenigstens
ein und bevorzugt zwei oder mehr und besonders bevorzugt genau zwei Halter (10) gehalten
sind, wobei die Halter (10) zum Verbinden des zweiten Gleitkörpers (7) mit dem ersten
Stützelement (19) durch den Längsspalt (6) des ersten Gleitkörpers (4) geführt sind
derart, dass der zweite Gleitkörper (7) stirnseitig zwischen genau zwei Haltern (10)
gehalten ist.
6. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gleitkörper (4) an einer Längsseite (21) des Schiebetorelements (1) gehalten
ist, wobei der Längsspalt (6) nach unten zeigt.
7. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (10) über ein Zwischenverbindungsstück (11) mit dem ersten Stützelement
(19) verbunden sind, wobei die Halter (10) über wenigstens ein zweites Verbindungsmittel
(14.2) und vorzugsweise über eine Schraubverbindung als zweites Verbindungsmittel
(14.2) mit dem ersten Stützelement (19) und/oder mit dem zweiten Gleitkörper (7) und/oder
mit dem Zwischenverbindungsstück (11) verbunden sind, wobei das Zwischenverbindungsstück
(11) vorzugsweise U-förmig ist mit einem Verbindungsabschnitt (12) und mit zwei senkrecht
von dem Verbindungsabschnitt (12) abragenden Stirnabschnitten (13) und wobei in einer
Montagestellung des Zwischenverbindungsstücks (11) vorzugsweise über das wenigstens
eine zweite Verbindungsmittel (14.2) die Stirnabschnitte (13) mit den Haltern (10)
und der Verbindungabschnitt (12) mit dem ersten Stützelement (19) verbunden sind.
8. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stützelement (19) ein vorzugsweise von dem Untergrund aufragender und neben
der den ersten Gleitkörper (4) haltenden Längsseite (21) des Schiebetorelements (1)
positionierter Stützpfosten ist.
9. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass genau eine untere Führung (2) und genau eine obere Führung (3) und genau ein erstes
Stützelement (19) vorgesehen sind.
10. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Werkstoff der ersten Gleitfläche (5) des ersten Gleitkörpers (4) anders
ist als ein zweiter Werkstoff der zweiten Gleitfläche (8) des zweiten Gleitkörpers
(7).
11. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Werkstoff der ersten Gleitfläche (5) des ersten Gleitkörpers (4) härter
ist als der zweite Werkstoff der zweiten Gleitfläche (8) des zweiten Gleitkörpers
(7).
12. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gleitkörper (4) aus Kunststoff und/oder einem vorzugsweise korrosionsbeständigen
Metall und besonders bevorzugt aus Edelstahl und/oder eloxiertem Aluminium ist.
13. Schiebetorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gleitkörper (7) aus einem selbstschmierenden zweiten Werkstoff und vorzugsweise
aus Kunststoff und/oder aus einer Keramik und/oder aus Graphit ist derart, dass der
erste Gleitkörper (4) vorzugsweise dauerhaft und ohne Hilfsschmierstoffe entlang des
zweiten Gleitkörpers (7) verschiebbar ist.
14. Schiebetorlinearführung für eine Schiebetorvorrichtung, umfassend
- einen über eine Schienenlänge (S) längsprofilierten ersten Gleitkörper (4) mit einer
ersten Gleitfläche (5),
- einen zweiten Gleitkörper (7) mit einer zweiten Gleitfläche (8) und mit einer Berührungslänge
(B) kleiner gleich der Schienenlänge (S) des ersten Gleitkörpers (4) und
- zur Montage des zweiten Gleitkörpers (7) an einem ersten Stützelement (19) der Schiebetorvorrichtung
wenigstens einen und vorzugsweise zwei Halter (10) und ein zum Verbinden der Halter
(10) mit dem ersten Stützelement (19) ausgebildetes Zwischenverbindungsstück (11),
wobei in einer Verwendungsstellung der Schiebetorlinearführung an der Schiebetorvorrichtung
- die erste Gleitfläche (5) des ersten Gleitkörpers (4) die zweite Gleitfläche (8)
des zweiten Gleitkörpers (7) formschlüssig umgreift, wobei die Gleitkörper (4, 7)
entlang der Gleitflächen (5, 8) horizontal verschiebbar sind,
- die Halter (10) formschlüssig in eine Halternut (9) des zweiten Gleitkörpers (7)
eingreifen und/oder der zweite Gleitkörper (7) stirnseitig zwischen den Haltern (10)
gehalten ist, die Halter (10) durch einen Längsspalt (6) des ersten Gleitkörpers (4)
hinausragen und mit dem Zwischenverbindungsstück (11) verbunden sind,
- der erste Gleitkörper (4) an dem Schiebetorelement (1) gehalten ist und
- das Zwischenverbindungsstück (11) an dem ersten Stützelement (19) gehalten ist.
15. Schiebetorlinearführung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verwendungsstellung der erste Gleitkörper (4) formschlüssig in einer über
die Schienenlänge (S) längserstreckten Profilnut (20) eines profilförmigen, längsgestreckten
Obergurts (23) des Schiebetorelements (1) und/oder an dem Obergurt (23) des Schiebetorelements
(1) stoffschlüssig und/oder über wenigstens ein erstes Verbindungsmittel (14.1) und
bevorzugt über eine Schraube als erstes Verbindungsmittel (14.1) und/oder über ein
jedenfalls über die Schienenlänge (S) längsgestrecktes Zwischenverbindungsprofil (26)
gehalten ist und/oder dass der erste Gleitkörper (4) und der Obergurt (23) des Schiebetorelements
(1) einstückig hergestellt sind derart, dass eine im Querschnitt kreisförmige, längsgestreckte
Ausnehmung mit dem Längsspalt (6) als Teil des ersten Gleitkörpers (4) an dem Obergurt
(23) gebildet ist.