[0001] Die vorliengende Erfindung betrifft eine Dickstofffördervorrichtung, insbesondere
Betonpumpe, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zur Förderung von Dickstoffen wie Beton werden üblicherweise spezielle Dickstoffpumpen
eingesetzt, die mittels hydraulisch angetriebener Förderzylinder den Dickstoff von
einem Sammelbehälter (z.B. einem Aufgabetrichter) in eine Förderleitung pumpen. Bei
derartigen Pumpen weisen die Förderzylinder hierzu an einem Ende eine Öffnung auf,
die mit einer entsprechenden Ansaugöffnung im Gehäuse des Sammelbehälters verbunden
ist, um den Dickstoff daraus ansaugen und anschließend in die Förderleitung pumpen
zu können.
[0003] In der Regel werden derartige Dickstofffördervorrichtungen als Zweizylinderpumpen
mit zwei im Gegentakt arbeitenden Förderzylindern betrieben. Hierbei ist innerhalb
des Dickstoffsammelbehälters eine üblicherweise als S-Rohr ausgebildete Rohrweiche
schwenkbar gelagert, welche an einem Ende permanent mit der Förderleitung und gegenüber
dieser drehbar verbunden ist und durch einen typischerweise hydraulischen Antrieb
derart hin und herverschwenkt wird, dass die andere Öffnung der Rohrweiche abwechselnd
die beiden Ansaugöffnungen überdeckt. Dabei sind die Antriebe der Förderzylinder und
der Rohrweiche so aufeinander abgestimmt, dass die Rohrweiche immer mit dem gerade
einen Pumphub ausführenden Förderzylinder verbunden ist, sodass dieser Dickstoff in
die Förderleitung pumpt, während der andere, einen Saughub ausführende Förderzylinder
Dickstoff aus dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters ansaugt.
[0004] Die Rohrweiche, welche ein Verschleißteil darstellt und daher regelmäßig gewartet
bzw. ausgetauscht werden muss, ist üblicherweise über eine starr verbundene Welle
in einer vorderen Lagerung an einer Vorderwand des Dickstoffsammelbehälters drehbar
gelagert, an der sich die Ansaugöffnungen für die Förderzylinder befinden. Als Antrieb
für die Drehbewegung der Welle bzw. Rohrweiche ist am Gehäuse des Dickstoffsammelbehälters
ein Schwenkantrieb angebracht, typischerweise in Form zweier hydraulischer Schwenkzylinder,
die mit einem an der Welle montierten oder ausgebildeten Schwenkhebel verbunden sind.
Im Bereich der vorderen Lagerung werden zum einen die Kräfte des Schwenkantriebs über
den Schwenkhebel als Drehmoment in die Rohrweiche geleitet und zudem die Lasten der
Rohrweiche aus dem Pumpbetrieb über die Lagerung aufgenommen. Eine zweite, hintere
Lagerung befindet sich normalerweise hinten am Dickstoffsammelbehälter im Bereich
der Förderleitung und ermöglicht eine Drehung der Rohrweiche gegenüber dieser.
[0005] Bekannte Lösungen umfassen in der Regel eine Konstruktion mit einer vergleichsweise
dicken und schweren Grundplatte als Vorderwand (oder als Teil der Vorderwand) des
Dickstoffsammelbehälters und Aufnahme des Rohrweichenantriebs, einer einteiligen vorderen
Rohrweichenlagerung und einer Rohrweiche mit integrierter Welle. Derartige Konstruktionen
sind aufgrund der massiven Bauweise schwer. Darüber hinaus ist die Montage bzw. Demontage
einer solchen Rohrweiche erschwert, da die Trennstelle zwischen Rohrweiche und Schwenkhebel
außerhalb des Gehäuses des Dickstoffsammelbehälters liegt. Die hintere Lagerung muss
daher demontiert werden, damit die Welle aus der vorderen Lagerung gezogen werden
kann. Dies stellt einen entscheidenden Nachteil bei der Montage bzw. Demontage der
schweren und regelmäßig verschleißenden Rohrweiche dar.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine einfachere Montage bzw. Demontage
der Rohrweiche zu ermöglichen und deren Lagerung zu verbessern.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Dickstofffördervorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Demnach wird eine Dickstofffördervorrichtung vorgeschlagen,
insbesondere zur Förderung von Beton, die zwei Förderzylinder umfasst, mittels welchen
Dickstoff von einem Dickstoffsammelbehälter in eine Förderleitung förderbar ist. Dabei
sind die Förderzylinder derart antreibbar, dass einer der Förderzylinder einen Pumphub
ausführt, während gleichzeitig der andere Förderzylinder einen Saughub ausführt. Am
Dickstoffsammelbehälter ist eine mit der Förderleitung verbundene Rohrweiche schwenkbar
gelagert, welche über eine in einer vorderen Lagerung drehbar gelagerte Welle derart
antreibbar ist, dass sie die Förderleitung abwechselnd mit dem jeweils einen Pumphub
ausführenden Förderzylinder verbindet.
[0008] Erfindungsgemäß ist die Welle in der vorderen Lagerung über mindestens zwei Lagerstellen
gelagert und von der Rohrweiche trennbar. Die Lagerstellen sind dabei insbesondere
axial beabstandet.
[0009] Durch die doppelte Lagerung der Welle in der vorderen Lagerung kann die während des
Förderbetriebs auftretende Last deutlich besser vom Schiebersystem bzw. Dickstoffsammelbehälter
aufgenommen werden als bei einer einteiligen Lagerung, da sich die Last auf zwei Lagerstellen
aufteilt. Die Rohrweiche weist keine integrierte Welle auf, sondern kann von dieser
getrennt und dadurch ohne Welle aus dem Dickstoffsammelbehälter demontiert werden.
Die Trennstelle zwischen Welle und Rohrweiche bzw. zwischen Rohrweiche und Schwenkhebel
befindet sich dabei innerhalb des Dickstoffsammelbehälters.
[0010] Dadurch entfällt das typische, sperrige Ausfädeln des schweren Bauteils aus der vorderen
Lagerung. Insgesamt ergibt sich also eine wesentlich vereinfachte Montage bzw. Demontage
der Rohrweiche sowie eine bessere Lagerung bzw. Lastaufnahme. Selbstverständlich ist
es ebenfalls denkbar, dass die vordere Lagerung mehr als zwei getrennte Lagerstellen
aufweist.
[0011] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0012] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Welle einen Schwenkhebel aufweist,
über welchen sie rotatorisch antreibbar ist, wobei der Schwenkhebel vorzugsweise zwischen
den beiden Lagerstellen angeordnet ist. Durch diese Anordnung verteilt sich die Last
optimal auf die beiden Lagerstellen. Der Schwenkhebel ragt vorzugsweise einseitig
von der Welle weg und dient insbesondere der Anbindung von einem oder mehreren Schwenkzylindern.
Welle und Schwenkhebel können prinzipiell zwei Teile sein, bilden vorzugsweise aber
eine Einheit.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Schwenkhebel fest, insbesondere
einstückig, mit der Welle verbunden ist. Die Welle weist also einen integrierten Schwenkhebel
auf. Bei der Demontage der Rohrweiche verbleibt die Welle mitsamt Schwenkhebel in
der vorderen Lagerung, während die von der Welle lösbare Rohrweiche aus dem Dickstoffsammelbehälter
entfernt wird.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass mit dem Schwenkhebel mindestens
ein hydraulischer Schwenkzylinder zum rotatorischen Antreiben der Welle verbunden
ist, welcher vorzugsweise derart gelagert und/oder ausgebildet ist, dass die mit dem
Schwenkzylinder gekoppelte Welle axial verschiebbar ist. Vorzugsweise sind zwei Schwenkzylinder
vorgesehen. Der mindestens eine Schwenkzylinder ist dabei vorzugsweise mit einem Ende
am Schwenkhebel befestigt und mit dem anderen Ende an der Dickstofffördervorrichtung,
insbesondere am Dickstoffsammelbehälter, gelagert. Dadurch, dass der oder die Schwenkzylinder
eine gewisse axiale Verschiebung der Welle zulassen, kann diese zur Trennung von der
Rohrweiche in der vorderen Lagerung verschoben werden, ohne dass der oder die Schwenkzylinder
abgebaut werden müssen. Dies erleichtert die Montage / Demontage enorm.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die vordere Lagerung ein abnehmbares
Lagerteil umfasst, welches eine der beiden Lagerstellen für die Welle aufweist. Die
vordere Lagerung ist also insbesondere zweiteilig aufgebaut, wobei Ausführungsformen
mit mehr als zwei Lagerteilen und/oder mehr als einem abnehmbaren Lagerteil ebenfalls
möglich sind. Die Teilbarkeit der vorderen Lagerung ermöglicht eine Verschiebung der
Welle in axialer Richtung, um diese von der Rohrweiche zu trennen. Das abnehmbare
Teil befindet sich vorzugsweise an dem der Rohrweiche abgewandten Ende der vorderen
Lagerung und fungiert somit als abnehmbares Endstück.
[0016] Es kann ferner vorgesehen sein, dass das abnehmbare Lagerteil zusätzlich als Verstärkung
der Vorderwand des Dickstoffsammelbehälters dient, sodass zusätzliche Verstärkungen
oder Spangen zur Aufnahme der Zugkräfte entfallen. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn die Vorderwand nicht wie bei gattungsgemäßen Lösungen als massive Grundplatte,
sondern als leichtere Rahmenkonstruktion ausgebildet ist.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die vordere Lagerung derart
ausgebildet ist, dass nach Entfernen des abnehmbaren Lagerteils die Welle durch axiales
Verschieben relativ zum verbleibenden Teil der vorderen Lagerung von der Rohrweiche
trennbar ist.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die vordere Lagerung in einer
als Rahmenstruktur ausgebildeten Vorderwand des Dickstoffsammelbehälters angeordnet
ist, wobei die Vorderwand vorzugsweise ferner zwei Ansaugöffnungen aufweist, über
die die Förderzylinder mit dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters verbunden sind.
Die Rahmenkonstruktion ist leichter als die bei bisherigen Vorrichtungen verwendeten
massiven Grundplatten und führt somit zu einer Gewichtsreduktion der gesamten Dickstofffördervorrichtung.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Schwenkhebel und der mindestens
eine Schwenkzylinder innerhalb der Rahmenstruktur der Vorderwand angeordnet sind.
Dadurch ist der Schwenkantrieb besser vor Verschmutzungen und Beschädigungen geschützt.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Rahmenstruktur zwei Seitenwände
umfasst, wobei jede der Lagerstellen im Bereich einer der Seitenwände angeordnet ist.
Dadurch können die auf die Rohrweiche wirkenden Kräfte über die Lagerstellen optimal
in die Vorderwand bzw. die Seitenwände der als Rahmenkonstruktion ausgebildeten Vorderwand
eingeleitet werden.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Welle am der Rohrweiche
zugewandten Ende eine Verzahnung aufweist, welche mit einer entsprechenden Verzahnung
der Rohrweiche in Eingriff steht und von dieser trennbar ist. Insbesondere ist die
Verzahnung der Welle durch axiale Verschiebung der Welle relativ zur Rohrweiche von
der Verzahnung der Rohrweiche trennbar. Durch die Verzahnung wird eine Rotation der
Welle in eine Rotation bzw. Schwenkbewegung der Rohrweiche umgewandelt. Zudem kann
eine lösbare Verriegelung bzw. Befestigung der Welle in einer Aufnahme der Rohrweiche
vorgesehen sein.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Rohrweiche im hinteren
Bereich des Dickstoffsammelbehälters (insbesondere im Bereich der Förderleitung) über
eine hintere Lagerung drehbar gelagert ist. Beim Verschwenken der Rohrweiche dreht
sich der hintere Anschluss an der hinteren Lagerung gegenüber der Förderleitung, wobei
permanent eine dichte Verbindung besteht. Zur Demontage der Rohrweiche kann die Verbindung
an der hinteren Lagerung vorzugsweise gelöst bzw. getrennt werden.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Rohrweiche ein S-Rohr
ist, wobei die vordere Lagerung vorzugsweise oberhalb zweier Ansaugöffnungen angeordnet
ist, über die die Förderzylinder mit dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters verbunden
sind. An der Innenseite des Dickstoffsammelbehälters im Bereich der Ansaugöffnungen
kann eine Verschleißplatte angeordnet sein, welche von der förderzylinderseitigen
Öffnung der Rohrweiche überstrichen bzw. kontaktiert wird und die Innenwandung des
Dickstoffsammelbehälters schützt.
[0024] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Demontage der Rohrweiche
einer erfindungsgemäßen Dickstofffördervorrichtung mit den folgenden Schritten:
- Trennen bzw. Entfernen des abnehmbaren Lagerteils von der vorderen Lagerung,
- axiales Verschieben der Welle relativ zum verbleibenden Teil der vorderen Lagerung
in Richtung Außenseite des Dickstoffsammelbehälters, um die Welle von der Rohrweiche
zu trennen, insbesondere unter Lösen der Verbindung einer Verzahnung der Welle mit
einer in einer Aufnahme der Rohrweiche angeordneten Gegenverzahnung,
- Lösen der Verbindung der Rohrweiche mit der hinteren Lagerung, und
- Herausnehmen der Rohrweiche aus dem Dickstoffsammelbehälter.
[0025] Dabei ergeben sich offensichtlich dieselben Vorteile und Eigenschaften wie für die
erfindungsgemäße Dickstofffördervorrichtung, weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende
Beschreibung verzichtet wird. Für eine Montage der Rohrweiche werden die Schritte
in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt.
[0026] Beim Trennen bzw. Entfernen des abnehmbaren Lagerteils von der vorderen Lagerung
kann vorgesehen sein, dass vorher eine Zentralschraube der vorderen Lagerung entfernt
werden muss.
[0027] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass mit
dem Schwenkhebel mindestens ein hydraulischer Schwenkzylinder zum rotatorischen Antreiben
der Welle verbunden ist, welcher derart gelagert ist, dass nach Trennen des abnehmbaren
Lagerteils von der vorderen Lagerung die mit dem Schwenkzylinder gekoppelte Welle
axial verschiebbar ist.
[0028] Als weiterer Schritt kann vorgesehen sein, dass nach dem Trennen der Verbindung zwischen
Welle und Rohrweiche und vor dem Herausnehmen der Rohrweiche aus dem Dickstoffsammelbehälter
ein an der Förderleitung vorgesehener Klappbogen zur Entlastung der Rohrweiche geöffnet
wird.
[0029] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
- Figuren 1-5:
- verschiedene Schritte bei der Demontage der Rohrweiche gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Dickstofffördervorrichtung in einer Seitenansicht auf einen
Längsschnitt durch die Rohrweiche und deren Lagerungen;
- Figur 6:
- eine vergrößerte Ansicht der vorderen Lagerung gemäß dem in der Figur 1 eingezeichneten
Kreis; und
- Figur 7:
- eine entsprechende Ansicht der vorderen Lagerung der Rohrweiche bei einer aus dem
Stand der Technik bekannten Dickstofffördervorrichtung.
[0030] Die Figuren 1-5 zeigen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Dickstofffördervorrichtung
10, wobei unterschiedliche Schritte beim Demontagevorgang der Rohrweiche 18 aus dem
Dickstoffsammelbehälter 14 dargestellt sind. Die Zeichnungen stellen dabei Längsschnitte
durch die Rohrweiche 18 und deren Lagerungen in der Vorderwand 40 des Dickstoffsammelbehälters
14 sowie an der Förderleitung 16 dar. Ein vergrößerter Ausschnitt der vorderen Lagerung
20 gemäß dem in der Figur 1 eingezeichneten Kreis ist in der Figur 6 zu sehen.
[0031] Die Rohrweiche 18, welche als S-Rohr ausgebildet ist, dient dazu, die Förderleitung
16 abwechselnd mit einem von zwei hydraulisch angetriebenen Förderzylindern 12 zu
verbinden. Die Förderzylinder 12, welche in der Figur 1 lediglich schematisch durch
einen gestrichelten Kasten dargestellt sind, sind an einem Ende an einer Vorderwand
40 des Dickstoffsammelbehälters 14 befestigt. Bei letzterem handelt es sich bevorzugt
um einen Aufgabetrichter. Die Förderzylinder 12 weisen an den dem Dickstoffsammelbehälter
14 zugewandten Enden Zylinderöffnungen auf, welche entsprechende Ansaugöffnungen in
der Vorderwand 40 überdecken. Durch diese Ansaugöffnungen saugen sie abwechselnd Dickstoff
(beispielsweise Beton) aus dem Dickstoffsammelbehälter 14 an und drücken diesen mittels
eines Pumphubes durch die Rohrweiche 18 in die Förderleitung 16.
[0032] Hierzu wird das vordere, den Förderzylindern 12 zugewandte Ende der Rohrweiche 18
zwischen den Ansaugöffnungen hin und herverschwenkt, sodass immer der gerade pumpende
Förderzylinder 12 mit der Förderleitung 16 verbunden ist, während der andere Förderzylinder
12 durch die freie Ansaugöffnung Dickstoff ansaugt.
[0033] Die Rohrweiche 18 ist über eine hintere Lagerung 21 drehbar an der Förderleitung
16 befestigt bzw. gelagert. Die Verbindung der Rohrweiche 18 an bzw. in der hinteren
Lagerung 21 ist zur Demontage der Rohrweiche 18 lösbar. An der Vorderwand 40 des Dickstoffsammelbehälters
14 ist die Rohrweiche 18 in einer vorderen Lagerung 20 schwenkbar gelagert. Hierzu
ist mit der Rohrweiche 18 eine Welle 22 verbunden, die in der vorderen Lagerung 20
drehbar gelagert ist. Die vordere Lagerung 20 ist in die Vorderwand 40 integriert
und als zweiteiliges Lager mit zwei axial beabstandeten Lagerstellen 24 aufgebaut,
über die die Welle 22 gelagert ist.
[0034] Zum Antrieb der Rohrweiche 18 weist die Welle 22 einen radial einseitig abstehenden
Schwenkhebel 26 auf, welcher einstückig, d.h. untrennbar mit der Welle 22 verbunden
ist. Am Ende des Schwenkhebels 26 sind zwei hier nicht dargestellte hydraulische Schwenkzylinder
befestigt, welche derart mit dem hydraulischen Antrieb der Förderzylinder 12 synchronisiert
sind, dass sich die zuvor beschriebene Bewegung der Rohrweiche 18 ergibt.
[0035] Die Vorderwand 40 des Dickstoffsammelbehälters 14 bildet eine Rahmenstruktur mit
zwei Seitenwänden, zwischen denen der Schwenkhebel 26 sowie die Schwenkzylinder angeordnet
sind. Dadurch sind diese Komponenten optimal vor für den Pumpenbetrieb typischen Verunreinigung
und Beschädigungen geschützt. Ferner ergibt sich durch die Rahmenbauweise ein wesentlich
leichterer Aufbau des Dickstoffsammelbehälters 14, als bei Verwendung einer einteiligen
Grundplatte mit der gleichen Stärke wie die gesamte Rahmenstruktur. Durch die zweiteilige
Lagerung der Welle 22 über die beiden Lagerstellen 24, welche jeweils oberhalb bzw.
im Bereich einer der beiden Seitenwände der Vorderwand 40 angeordnet sind, werden
die auftretenden Kräfte bzw. Lasten optimal aufgenommen und in die Vorderwand 40 eingeleitet.
Der vollständig montierte Zustand der Rohrweiche 18 und der vorderen Lagerung 20 ist
in der Figur 1 dargestellt, eine vergrößerte Ansicht der vorderen Lagerung 20 ist
in der Figur 6 zu sehen.
[0036] Die vordere Lagerung 20 umfasst ein fest in die Vorderwand 40 integriertes (d.h.
verbleibendes) Lagerteil 30 sowie ein von der Vorderwand 40 abnehmbares Lagerteil
28, wobei je eine der Lagerstellen 24 in / an einem der beiden Lagerteile 28, 30 angeordnet
ist. Das abnehmbare Lagerteil 28 bildet das die Welle 22 an ihrem der Rohrweiche 18
abgewandten Ende umschließende Endteil der vorderen Lagerung 20. Das abnehmbare Lagerteil
28 kann mit der Vorderwand 40 und/oder mit dem verbleibenden Lagerteil 30 lösbar verbindbar
bzw. verriegelbar sein.
[0037] Die Welle 22 weist am anderen, der Rohrweiche 18 zugewandten Ende eine radial umlaufende
Verzahnung 32 auf, welche im montierten Zustand in eine entsprechende Verzahnung einer
am oberen Ende der Rohrweiche 18 angeordneten Aufnahme 34 eingreift, die das Ende
der Welle 22 umgibt. Durch die Verbindung der Verzahnungen wird eine Rotationsbewegung
der Welle 22 in eine Schwenkbewegung der förderzylinderseitigen Öffnung der Rohrweiche
18 übersetzt. Die trennbare Verbindung der Welle 22 in der Aufnahme 34 der Rohrweiche
18 kann eine zusätzliche lösbare Verbindung bzw. Verriegelung aufweisen.
[0038] Durch Abbauen des abnehmbaren Lagerteils 28 ist es möglich, die Welle 22 samt dem
integrierten Schwenkhebel 26 axial zu verschieben und dadurch aus der Aufnahme 34
herauszuziehen. Dadurch wird die Verbindung zwischen Welle 22 bzw. Schwenkhebel 26
und Rohrweiche 18 getrennt. Die Trennstelle liegt innerhalb des Dickstoffsammelbehälters
14. Die Schwenkzylinder sind dabei derart in bzw. an der Dickstofffördervorrichtung
10, insbesondere dem Dickstoffsammelbehälter 14, gelagert bzw. derart ausgebildet,
dass sie eine solche axiale Verschiebung der Welle 22 ermöglichen, ohne vom Schwenkhebel
26 abgebaut werden zu müssen. Der zuvor erläuterte Vorgang des Trennens der Welle
22 von der Rohrweiche 18 ist in den Figuren 2 (Abbau des abnehmbaren Lagerteils 28)
und 3 (Verschieben der Welle 22 nach außen) dargestellt.
[0039] Anschließend wird die hintere Lagerung 21 der Rohrweiche 18 an der Förderleitung
16 gelöst. Dabei kann die hintere Lagerung 21 an der Rohrweiche 18 oder an der Förderleitung
16 verbleiben. Insbesondere ist die hintere Lagerung 21 mehrteilig aufgebaut, wobei
ein Teil an der Rohrweiche 18 und ein Teil an der Förderleitung 16 verbleibt. Hierbei
kann vorgesehen sein, dass die Lagerung bzw. der an der Förderleitung 16 verbleibende
Teil für den Ausbau der Rohrweiche 18 nach hinten verschoben werden kann, ohne ausgebaut
zu werden.
[0040] Wie in der Figur 4 zu sehen ist, weist in diesem Ausführungsbeispiel die Förderleitung
16 ferner einen schwenkbaren Klappbogen 36 auf. Dieser wird vor der Herausnahme der
Rohrweiche 18 geöffnet, um die Rohrweiche 18 zu entlasten. Nun kann die Rohrweiche
18 aus dem Dickstoffsammelbehälter 14 herausgenommen werden, wie dies in der Figur
5 zu sehen ist. Die Welle 22 samt Schwenkhebel 26 verbleiben in der vorderen Lagerung
20 bzw. im verbleibenden Lagerteil 30. Die Montage der Rohrweiche 18 erfolgt in umgekehrter
Reihenfolge.
[0041] Das abnehmbare Lagerteil 28 dient zudem der Verstärkung für die Rahmenbauweise der
Vorderwand 40, sodass zusätzliche Verstärkungen oder Spangen zur Aufnahme der Zugkräfte
wie bisher notwendig entfallen.
[0042] Die Figur 7 zeigt die vordere Lagerung 20 der als S-Rohr ausgebildeten Rohrweiche
18 einer aus dem Stand der Technik bekannten Dickstofffördervorrichtung. Hier ist
die Welle 22 fest in der Rohrweiche 18 verbaut bzw. mit dieser verbunden und über
eine einteilige vordere Lagerung 20 in einer massiven, als Grundplatte ausgeführten
Vorderwand 40 des Dickstoffsammelbehälters 14 gelagert. An der Außenseite des Dickstoffsammelbehälters
14, am der Rohrweiche 18 entgegengesetzten Ende der Welle 22, ist ein Schwenkhebel
26 befestigt, an welchem die Schwenkzylinder (nicht gezeigt) angebunden sind.
[0043] Zur Demontage der Rohrweiche 18 wird der Schwenkhebel 26 von der Welle 22 abmontiert,
d.h. die Trennstelle zwischen Rohrweiche 18 und Schwenkhebel 26 liegt außerhalb des
Dickstoffsammelbehälters 14. Zum Abbauen der Rohrweiche 18 muss die Welle 22 mit ausgebaut
und umständlich aus der vorderen Lagerung 20 ausgefädelt werden, was sich aufgrund
der massiven bzw. schweren Bauweise der Rohrweiche 18 schwierig gestaltet. Hierfür
muss zudem die hintere Lagerung 21 der Rohrweiche 18 aufwändig demontiert werden,
damit die Welle 22 ausgefädelt werden kann.
Bezugszeichenliste:
[0044]
- 10
- Dickstofffördervorrichtung
- 12
- Förderzylinder
- 14
- Dickstoffsammelbehälter
- 16
- Förderleitung
- 18
- Rohrweiche
- 20
- Vordere Lagerung
- 21
- Hintere Lagerung
- 22
- Welle
- 24
- Lagerstelle
- 26
- Schwenkhebel
- 28
- Abnehmbares Lagerteil
- 30
- Verbleibendes Lagerteil
- 32
- Verzahnung
- 34
- Aufnahme
- 36
- Klappbogen
- 40
- Vorderwand
1. Dickstofffördervorrichtung (10), insbesondere zur Förderung von Beton, mit zwei Förderzylindern
(12), mittels welchen Dickstoff von einem Dickstoffsammelbehälter (14) in eine Förderleitung
(16) förderbar ist, wobei die Förderzylinder (12) derart antreibbar sind, dass einer
der Förderzylinder (12) einen Pumphub ausführt während gleichzeitig der andere Förderzylinder
(12) einen Saughub ausführt und wobei am Dickstoffsammelbehälter (14) eine mit der
Förderleitung (16) verbundene Rohrweiche (18) schwenkbar gelagert ist, welche über
eine in einer vorderen Lagerung (20) drehbar gelagerte Welle (22) derart antreibbar
ist, dass sie die Förderleitung (16) abwechselnd mit dem jeweils einen Pumphub ausführenden
Förderzylinder (12) verbindet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Welle (22) in der vorderen Lagerung (20) über mindestens zwei Lagerstellen (24)
gelagert und von der Rohrweiche (18) trennbar ist.
2. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (20) einen Schwenkhebel (26) aufweist, über welchen sie rotatorisch antreibbar
ist, wobei der Schwenkhebel (26) vorzugsweise zwischen den beiden Lagerstellen (24)
angeordnet ist.
3. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (26) fest, insbesondere einstückig, mit der Welle (22) verbunden
ist.
4. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Schwenkhebel (26) mindestens ein hydraulischer Schwenkzylinder zum rotatorischen
Antreiben der Welle (22) verbunden ist, welcher vorzugsweise derart und/oder ausgebildet
gelagert ist, dass die mit dem Schwenkzylinder gekoppelte Welle (22) axial verschiebbar
ist.
5. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Lagerung (20) ein abnehmbares Lagerteil (28) umfasst, welches eine der
beiden Lagerstellen (24) für die Welle (22) aufweist.
6. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Lagerung (20) derart ausgebildet ist, dass nach Entfernen des abnehmbaren
Lagerteils (28) die Welle (22) durch axiales Verschieben relativ zum verbleibenden
Teil (30) der vorderen Lagerung (20) von der Rohrweiche (18) trennbar ist.
7. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Lagerung (20) in einer als Rahmenstruktur ausgebildeten Vorderwand (40)
des Dickstoffsammelbehälters (14) angeordnet ist, wobei die Vorderwand (40) vorzugsweise
ferner zwei Ansaugöffnungen aufweist, über die die Förderzylinder (12) mit dem Innenraum
des Dickstoffsammelbehälters (14) verbunden sind.
8. Dickstofffördervorrichtung (10) nach den Ansprüchen 4 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (26) und der mindestens eine Schwenkzylinder innerhalb der Rahmenstruktur
der Vorderwand (40) angeordnet sind.
9. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenstruktur zwei Seitenwände umfasst, wobei jede der Lagerstellen (24) im
Bereich einer der Seitenwände angeordnet ist.
10. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (22) am der Rohrweiche (18) zugewandten Ende eine Verzahnung (32) aufweist,
welche mit einer entsprechenden Verzahnung der Rohrweiche (18) in Eingriff steht und
von dieser trennbar ist, insbesondere durch axiale Verschiebung der Welle (22) relativ
zur Rohrweiche (18) trennbar ist.
11. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrweiche (18) in einem hinteren Bereich des Dickstoffsammelbehälters (14),
insbesondere im Bereich der Förderleitung (16), über eine hintere Lagerung (21) drehbar
gelagert ist.
12. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrweiche (18) ein S-Rohr ist, wobei die vordere Lagerung (20) vorzugsweise
oberhalb zweier Ansaugöffnungen angeordnet ist, über die die Förderzylinder (12) mit
dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters (14) verbunden sind.
13. Verfahren zur Demontage der Rohrweiche (18) einer Dickstofffördervorrichtung (10)
nach Anspruch 6, mit den Schritten:
- Entfernen des abnehmbaren Lagerteils (28) von der vorderen Lagerung (20),
- axiales Verschieben der Welle (22) relativ zum verbleibenden Teil (30) der vorderen
Lagerung (20) in Richtung Außenseite des Dickstoffsammelbehälters (14), um die Welle
(22) von der Rohrweiche (18) zu trennen,
- Lösen der Verbindung der Rohrweiche (18) mit der Förderleitung (16), und
- Herausnehmen der Rohrweiche (18) aus dem Dickstoffsammelbehälter (14).
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Schwenkhebel (26) mindestens ein hydraulischer Schwenkzylinder zum rotatorischen
Antreiben der Welle (22) verbunden ist, welcher derart gelagert ist, dass nach Trennen
des abnehmbaren Lagerteils (28) von der vorderen Lagerung (20) die mit dem Schwenkzylinder
gekoppelte Welle (22) axial verschiebbar ist.