[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dickstofffördervorrichtung, insbesondere
Betonpumpe, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie einen Klappbogen für eine solche
Dickstofffördervorrichtung.
[0002] Zur Förderung von Dickstoffen wie Beton werden üblicherweise spezielle Dickstoffpumpen
eingesetzt, die mittels hydraulisch angetriebener Förderzylinder den Dickstoff von
einem Sammelbehälter (i.d.R. einem Aufgabetrichter) in eine Förderleitung pumpen.
Bei derartigen Pumpen weisen die Förderzylinder hierzu an einem Ende eine Öffnung
auf, die mit einer entsprechenden Ansaugöffnung im Gehäuse des Aufgabetrichters verbunden
ist, um den Dickstoff daraus ansaugen und anschließend in die Förderleitung pumpen
zu können.
[0003] Häufig werden derartige Dickstofffördervorrichtungen als Zweizylinderpumpen mit zwei
im Gegentakt arbeitenden Förderzylindern betrieben. Hierbei ist innerhalb des Aufgabetrichters
üblicherweise eine Rohrweiche schwenkbar gelagert, welche an einem Ende permanent
mit der Förderleitung verbunden ist und durch einen typischerweise hydraulischen Antrieb
derart hin und herverschwenkt wird, dass die andere Öffnung der Rohrweiche abwechselnd
die beiden Ansaugöffnungen überdeckt. Dabei sind die Antriebe der Förderzylinder und
der Rohrweiche so aufeinander abgestimmt, dass die Rohrweiche immer mit dem gerade
einen Pumphub ausführenden Förderzylinder verbunden ist, sodass dieser Dickstoff in
die Förderleitung pumpt, während der andere, einen Saughub ausführende Förderzylinder
Dickstoff aus dem Innenraum des Aufgabetrichters ansaugt.
[0004] Häufig weist die Förderleitung derartiger Pumpen ein als Klappbogen bezeichnetes
auf- und zuklappbares Bauteil auf, welches unmittelbar außerhalb des Dickstoffsammelbehälters
angeordnet ist und typischerweise direkt an eine in einer Rückwand des Dickstoffsammelbehälters
ausgebildete Förderöffnung anschließt. Der Klappbogen dient beim Reinigen zum Öffnen
der Förderleitung (im Folgenden wird der Klappbogen als Teil der Förderleitung angesehen)
am Pumpenausgang. Der Klapp- bzw. Verschlussmechanismus ist daher so gestaltet, dass
eine einfache Handhabung möglich ist.
[0005] Zusätzlich zur Schwenkbarkeit können Klappbögen auch um eine horizontale Achse drehbar
sein (auch als Klappschwenkbögen bezeichnet), beispielsweise um eine Schlauchleitung
anschließen zu können. Bei bekannten Lösungen existiert für jede dieser Bewegungen
(Klappen bzw. Schwenken und Drehen) ein eigener Arretiermechanismus, beispielsweise
jeweils ein Schließkeil. Neben dem ökonomischen Nachteil zweier Sicherungen, verschleißen
insbesondere die gängigen Schließkeile schnell und bergen ein gewisses Verletzungsrisiko
bei der Bedienung.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Dickstofffördervorrichtung
mit Klappbogen bereitzustellen, welcher sich einfach öffnen und schließen lässt und
einen weniger komplexen Aufbau aufweist.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Dickstofffördervorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Demnach wird eine Dickstofffördervorrichtung vorgeschlagen,
insbesondere zur Förderung von Beton, die mindestens einen Förderzylinder umfasst,
mittels welchem Dickstoff von einem Dickstoffsammelbehälter in eine Förderleitung
förderbar ist. Die Förderleitung umfasst dabei einen schwenkbaren Klappbogen, welcher
außen an einer Rückwand des Dickstoffsammelbehälters gelagert ist und im zugeklappten
bzw. geschlossenen Zustand eine in der Rückwand ausgebildete Förderöffnung überdeckt.
[0008] Erfindungsgemäß ist der Klappbogen um eine horizontale Drehachse drehbar und um eine
von der Drehachse beabstandete Schwenkachse schwenkbar am Dickstoffsammelbehälter
gelagert und mittels eines gemeinsamen Verschlussmechanismus gegenüber der Dreh- und
der Schwenkbewegung gleichzeitig arretierbar.
[0009] Die erfindungsgemäße Idee besteht also darin, einen Klappbogen bzw. Klappschwenkbogen
so zu gestalten, dass beide Arretierungsfunktionen von einem gemeinsamen Bauteil bzw.
Verriegelungsmechanismus erfüllt werden. Die Dreh- und Schwenkbewegungen werden in
ein Bauteil bzw. einen einzigen Mechanismus integriert. Dadurch ergibt sich ein Aufbau
mit verringerter Bauteilanzahl, Komplexität und Baulänge sowie eine verbesserte und
einfachere Zugänglichkeit zum Dickstoffsammelbehälter. Die Kosten werden reduziert
und die Anwendbarkeit verbessert.
[0010] Wenn im Folgenden von einer horizontalen Achse die Rede ist, wird davon ausgegangen,
dass die Dickstofffördervorrichtung auf einem ebenen Untergrund steht. Die Arretierung
mittels des Verschlussmechanismus ist reversibel.
[0011] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0012] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schwenkachse senkrecht zur Drehachse
orientiert ist und sich vorzugsweise bei einer Drehung des Klappbogens mitdreht. Dadurch
ist in einem nicht arretierten Zustand die Schwenkfunktion unabhängig von der Drehfunktion
und der Klappbogen kann in jeder beliebigen Drehposition geöffnet bzw. geschlossen
werden.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Arretierung der Drehbewegung
über einen Kraftschluss erfolgt. Dadurch ist es möglich, die Kraft zum Schließen des
Klappbogens, d.h. zum Arretieren der Schwenkbewegung, auch zum Fixieren bzw. Arretieren
des Klappbogens bezüglich der Drehbewegung einzusetzen. Es müssen somit weniger Handgriffe
zum Öffnen und Schließen sowie zum Drehen bzw. Ausrichten des Klappbogens durchgeführt
werden.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Klappbogen in einer beliebigen
Drehposition schwenkbar und arretierbar ist, d.h. das der Verschlussmechanismus bei
einem beliebigen Drehwinkel betätigbar ist.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Klappbogen an oder in
einer starr mit der Rückwand verbundenen Halterung drehbar gelagert ist. Die Halterung
ist an der Rückwand des Dickstoffsammelbehälters im Bereich der Förderöffnung angeordnet
und sorgt insbesondere dafür, dass der Klappbogen frei drehbar aber dennoch in axialer
und radialer Richtung fixiert ist. Die Halterung kann ringförmig sein (also als Haltering
ausgebildet sein) und/oder eine Öffnung aufweisen, die die Förderöffnung überdeckt.
Die Halterung kann als Flansch ausgebildet sein oder einen Flansch aufweisen, über
den sie an der Rückwand montiert ist.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Klappbogen ein Aufnahmeteil
und ein Klappteil umfasst, welche um die Schwenkachse schwenkbar miteinander verbunden
sind, wobei das Aufnahmeteil an oder in der Halterung frei drehbar gelagert ist. Das
Klappteil wird also gegenüber dem in/an der Halterung verbleibenden Aufnahmeteil verschwenkt,
um den Klappbogen zu öffnen bzw. zu schließen. Das Klappteil umfasst vorzugsweise
einen gebogenen Rohrabschnitt bzw. Rohrbogen, an den ein weiteres Rohr oder eine Schlauchleitung
der Förderleitung anschließbar ist.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Aufnahmeteil über einen
Absatz oder ein Einlegelement, insbesondere einen Einlegring, an oder in der Halterung
drehbar gelagert ist. Die Lagerung des Aufnahmeteils in/an der Halterung erfolgt also
z.B. über einen Absatz oder Einlegering, der von der Halterung radial und axial fixiert
wird.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verschlussmechanismus
im arretierten Zustand das Aufnahmeteil gegen die Rückwand oder die Halterung drückt
und eine Drehung durch Kraftschluss hemmt, wobei vorzugsweise das Aufnahmeteil vom
zugeklappten Klappteil gegen die Rückwand oder die Halterung gedrückt wird. Das Aufnahmeteil
kann also vom Klappteil in Richtung Rückwand gedrückt oder zum Klappteil hingezogen
und dabei gegen einen Anschlag der Halterung gedrückt werden. Durch die auf einem
Kraftschluss basierende Arretierung ist die Wahl der Drehposition, bei der die Arretierung
erfolgt, frei wählbar.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Halterung oder der Klappbogen
ein elastisches Element umfasst, wobei der Verschlussmechanismus derart ausgebildet
ist, dass beim Arretieren das Klappteil gegen das elastische Element drückt und dadurch
eine über das Aufnahmeteil in die Rückwand oder die Halterung übertragene Vorspannkraft
erzeugt wird. Wird die Arretierung verschlossen, drückt das Klappteil gegen das elastische
Element und erzeugt somit eine Vorspannkraft. Letztere wird über das drehbare Aufnahmeteil
in die Rückwand oder die Halterung übertragen und der Kraftschluss dadurch geschlossen.
Da die Vorspannung im drehbaren Aufnahmeteil wirkt, ist im verschlossenen Zustand
die Drehbewegung gehemmt und damit kraftschlüssig arretiert. Die Verformung des elastischen
Elements ermöglicht insbesondere eine Überspannung eines Kniehebelverschlusses über
den Totpunkt hinaus in eine selbsthemmende Verriegelungsposition.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verschlussmechanismus
einen Kniehebelverschluss umfasst. Der Kniehebelverschluss ermöglicht eine einfache,
sichere und selbsthemmende bzw. feste Arretierung des Klappbogens gegenüber sämtlicher
Bewegungsrichtungen.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kniehebelverschluss drei
Glieder und drei Gelenke umfasst, wobei durch Überstrecken eines Gelenks der Kniehebelverschluss
über einen Totpunkt hinaus von einer Öffnungsposition in eine selbsthemmende Verriegelungsposition
verbringbar ist, in der gleichzeitig eine Drehung des Klappbogens über einen Kraftschluss
gehemmt wird. Die angreifenden Kräfte im geschlossenen bzw. arretierten Zustand wirken
aufgrund der Verriegelungsposition in Schließrichtung, sodass der Verschlussmechanismus
selbsthemmend ist.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verschlussmechanismus
einen Schließkeil umfasst. Vorzugsweise weist das Aufnahmeteil einen Stift mit schlitzförmiger
Öffnung und das Klappteil einen Vorsprung mit einer Ausnehmung auf, wobei beim Schließen
des Klappbogens der Stift des Aufnahmeteils durch die Ausnehmung des Klappteils geschoben
wird, sodass die schlitzförmige Öffnung auf der dem Aufnahmeteil abgewandten Seite
des Vorsprungs liegt. Sodann kann der Schließkeil in die schlitzförmige Öffnung getrieben
werden, beispielsweise mittels eines Hammers. Durch die keilförmige Ausgestaltung
wird mit zunehmender Eindringtiefe des Schließkeils eine zunehmende Vorspannkraft
erzeugt bzw. Aufnahmeteil und Klappteil immer mehr zusammengepresst. Der Schließkeil
und/oder der Stift kann ein Sicherungselement zur Fixierung des Schließkeils in einer
bestimmten Eindringtiefe aufweisen, beispielsweise eine Sicherheitsöffnung, durch
die ein Sicherheitselement steckbar ist.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verschlussmechanismus
von einer Öffnungsposition, in der der Klappbogen frei drehbar und schwenkbar ist,
in eine selbsthemmende Verriegelungsposition verbringbar ist.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform sind zwei Förderzylinder vorgesehen, die über zwei
in einer Rückwand des Dickstoffsammelbehälters ausgebildete Ansaugöffnungen mit dessen
Innenraum verbunden sind und deren Bewegungsabläufe bei der Dickstoffförderung derart
miteinander synchronisiert sind, dass beim Pumpen des einen Förderzylinders der andere
Förderzylinder einen Saughub ausführt. Die Rückwand mit den Ansaugöffnungen liegt
insbesondere gegenüber der Rückwand mit dem Förderanschluss. Vorzugsweise ist im Dickstoffsammelbehälter
eine insbesondere hydraulisch angetriebene Rohrweiche vorgesehen, welche mit einem
Ende permanent mit der Förderleitung verbunden ist und deren anderes Ende derart zwischen
den Ansaugöffnungen hin- und herbewegbar ist, dass der jeweils einen Pumphub ausführende
Förderzylinder mit der Förderleitung verbunden ist, während der den Saughub ausführende
Förderzylinder mit dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters verbunden ist. Die Rohrweiche
kann als S-Rohr ausgebildet sein.
[0025] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen Klappbogen für eine erfindungsgemäße
Dickstofffördervorrichtung. Der Klappbogen kann in einem Set zusammen mit einer Halterung
zur Montage am Dickstoffsammelbehälter bereitgestellt werden, wobei der Klappbogen
in der Halterung drehbar gelagert ist. Dabei ergeben sich offensichtlich dieselben
Vorteile und Eigenschaften wie für die erfindungsgemäße Dickstofffördervorrichtung,
weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende Beschreibung verzichtet wird. Der
erfindungsgemäße Klappbogen bzw. das vorgenannte Set kann an bestehenden Dickstofffördervorrichtungen
nachrüstbar sein.
[0026] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
- Figuren 1a-b:
- Seiten- und Draufsichten auf den Klappbogen einer aus dem Stand der Technik bekannten
Dickstofffördervorrichtung;
- Figuren 2a-b:
- Seiten- und Draufsichten auf den Klappbogen der erfindungsgemäßen Dickstofffördervorrichtung
gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel;
- Figur 3:
- eine vergrößerte Ansicht der Figur 2b; und
- Figur 4:
- eine schematische Darstellung des Wirkungsprinzips des Kniehebelverschlusses des erfindungsgemäßen
Klappbogens.
[0027] Die Figuren 1a und 1b zeigen eine aus dem Stand der Technik bekannte Dickstofffördervorrichtung,
bei der es sich insbesondere um eine Betonpumpe handelt, in einer Seitenansicht mit
Blick auf den Klappbogen 2 (Figur 1a) und in einer Draufsicht auf den Klappbogen 2
(Figur 1b). Der Klappbogen 2, welcher einen Teil der Förderleitung 14 bildet, ist
an einer Rückwand 16 des als Aufgabetrichter ausgebildeten Dickstoffsammelbehälters
12 der Betonpumpe befestigt und überdeckt eine in der Rückwand 16 ausgebildete Förderöffnung,
die eine Verbindung zum Innenraum des Dickstoffsammelbehälters 12 bildet. An den Klappbogen
2 können weitere Rohre oder ein Schlauch der Förderleitung 14 angeschlossen werden.
[0028] Um einen Zugang zum Innenraum des Dickstoffsammelbehälters 12 zu erhalten, lässt
sich der Klappbogen 2 um eine vertikale Schwenkachse 4 verschwenken bzw. zur Seite
aufklappen (vgl. den gebogenen Pfeil in Figur 1b). Der schwenkbare Teil des Klappbogens
2 kann mittels eines Schließkeils 6 arretiert werden. Bei dem hier gezeigten Beispiel
kann der Klappbogen 2 nicht um eine horizontale Achse gedreht werden (vgl. den durchgekreuzten
gebogenen Pfeil in Figur 1a), d.h. der Anschluss für das weitere Rohr / den Schlauch
zeigt stets in dieselbe Richtung (im Bild nach links).
[0029] Die Figuren 2a und 2b zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Dickstofffördervorrichtung 10 in einer Seitenansicht mit Blick auf die Vorderseite
16 mit dem erfindungsgemäßen Klappbogen 20 (Figur 2a) und in einer Draufsicht auf
den Klappbogen 20 (Figur 2b). Die Bauteile, die dieselben Bezugszeichen wie in den
Figuren 1a-b aufweisen, sind gleich ausgestaltet und bedürfen daher keiner wiederholenden
Beschreibung. Eine vergrößerte Darstellung der Ansicht gemäß Figur 2b, in der der
Verschlussmechanismus besser erkennbar ist, ist in der Figur 3 gezeigt.
[0030] Im Unterschied zum Klappbogen 2 aus den Figuren 1a-b ist der erfindungsgemäße Klappbogen
20 sowohl um eine Schwenkachse 19 als auch um eine horizontale Drehachse 18 drehbar
(vgl. die gebogenen Pfeile in den Figuren 2a und 2b). Der Klappbogen 20 ist am Pumpenausgang
mittels einer starr an der Rückwand 16 per Flanschverbindung befestigten Halterung
20 frei drehbar gelagert. Die Halterung 22 ist als Haltering ausgeführt und fixiert
den Klappbogen 20 in axialer und radialer Richtung.
[0031] Der erfindungsgemäße Klappbogen 20 umfasst zwei um die Schwenkachse 19 schwenkbar
miteinander verbundene Bauteile: ein Aufnahmeteil 24, welches im geöffneten Zustand
frei drehbar in der Halterung 22 gelagert ist, und ein Klappteil 26, welches einen
bogenförmigen Rohrabschnitt 28 aufweist, dessen Ende einen Anschlussbereich für ein
weiteres Rohr oder einen Schlauch der Förderleitung 14 aufweist.
[0032] Erfindungsgemäß weist der Klappbogen 20 einen einzigen Verschlussmechanismus auf,
mittels welchem beide Bewegungsarten, die freie Drehung um die Drehachse 18 sowie
die Schwenkbewegung um die darauf senkrecht stehende Schwenkachse 19, gemeinsam blockierbar
bzw. der Klappbogen 20 arretierbar ist. Es existieren nicht wie bei bekannten Lösungen
zwei getrennte Arretierungsmechanismen für die Dreh- und die Schwenkbewegung. Die
Arretierung bezüglich der Drehbewegung basiert dabei auf einem Kraftschluss.
[0033] Die Arretierung erfolgt in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel mittels eines Kniehebelverschlusses
30, welcher aus drei Gliedern 32 und drei Gelenken 34 besteht (vgl. Figur 4). Beim
Schließen wird ein Gelenk 34 überstreckt, sodass der Aufbau von einer Einbaulage über
den Totpunkt in eine selbsthemmende Verriegelungsposition übergeht. Die angreifenden
Kräfte im geschlossenen Zustand wirken aufgrund der neuen Einbaulage bzw. Verriegelungsposition
in Schließrichtung, sodass der Verschluss 30 selbsthemmend ist.
[0034] In der Figur 3 ist zu erkennen, dass ein abstehendes elastisches Element 36 vorgesehen
ist, welches im arretierten Zustand mit einem um ein Gelenk 34 drehbaren Element des
Klappteils 26 zusammenwirkt und den arretierenden Kraftschluss bildet. Das Klappteil
26 drückt also gegen das elastische Element 36 und erzeugt dadurch eine Vorspannkraft.
Die Vorspannkraft wird über das drehbare Aufnahmeteil 24 in die Halterung 22 bzw.
die Rückwand 16 übertragen und der Kraftfluss geschlossen. Da die Vorspannung im drehbaren
Aufnahmeteil 24 wirkt, ist im verschlossenen Zustand die Drehbewegung gehemmt und
damit kraftschlüssig arretiert. Die Arretierung kann in jeder Drehposition erfolgen.
Die Schwenkachse 19 bildet dabei ein weiteres Gelenk 34 des Kniehebels.
[0035] Das Wirkprinzip des Kniehebelverschlusses 30 ist in der Figur 4 schematisch dargestellt.
Alternativ ließe sich auch ein Verschluss mittels eines einzigen (für Dreh- und Schwenkbewegung
gemeinsam verwendeten) Schließkeils realisieren.
[0036] Bei der Dickstofffördervorrichtung 10 handelt es sich insbesondere um eine als Zweikolbenpumpe
ausgebildete Betonpumpe, wobei zwei hydraulisch angetriebene lineare Förderzylinder
(nicht gezeigt) im Gegentakt abwechselnd Pump- und Saughübe ausführen und Beton vom
als Aufgabetrichter ausgebildeten Dickstoffsammelbehälter 12 in die Förderleitung
14 pumpen. Die Förderzylinder sind über in einer der Rückwand 16 gegenüberliegenden
Rückwand ausgebildete Ansaugöffnungen an den Innenraum des Dickstoffsammelbehälters
12 angeschlossen. Eine hydraulisch angetriebene und innerhalb des Dickstoffsammelbehälters
12 angeordnete Rohrweiche (nicht gezeigt) ist permanent mit der Förderleitung 14 verbunden
und wird derart zwischen den Ansaugöffnungen hin- und hergeschwenkt, dass immer der
jeweils den Pumphub ausführende Förderzylinder über die Rohrweiche mit der Förderleitung
14 verbunden ist, während der andere, gerade den Saughub ausführende Förderzylinder
Beton aus dem Dickstoffsammelbehälter 12 ansaugt.
Bezugszeichenliste:
[0037]
- 2
- Klappbogen (Stand der Technik)
- 4
- Schwenkachse
- 6
- Schließkeil
- 10
- Dickstofffördervorrichtung
- 12
- Dickstoffsammelbehälter
- 14
- Förderleitung
- 16
- Rückwand
- 18
- Drehachse
- 19
- Schwenkachse
- 20
- Klappbogen
- 22
- Halterung
- 24
- Aufnahmeteil
- 26
- Klappteil
- 28
- Bogenförmiger Abschnitt
- 30
- Kniehebelverschluss
- 32
- Glied
- 34
- Gelenk
- 36
- Elastisches Element
1. Dickstofffördervorrichtung (10), insbesondere zur Förderung von Beton, mit mindestens
einem Förderzylinder, mittels welchem Dickstoff von einem Dickstoffsammelbehälter
(12) in eine Förderleitung (14) förderbar ist, wobei die Förderleitung einen schwenkbaren
Klappbogen (20) umfasst, welcher außen an einer Rückwand (16) des Dickstoffsammelbehälters
(12) gelagert ist und im zugeklappten Zustand eine in der Rückwand (16) ausgebildete
Förderöffnung überdeckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Klappbogen (20) um eine horizontale Drehachse (18) drehbar und um eine von der
Drehachse (18) beabstandete Schwenkachse (19) schwenkbar am Dickstoffsammelbehälter
(12) gelagert und mittels eines gemeinsamen Verschlussmechanismus gegenüber der Dreh-
und der Schwenkbewegung gleichzeitig arretierbar ist.
2. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (19) senkrecht zur Drehachse (18) orientiert ist und sich vorzugsweise
bei einer Drehung des Klappbogens (20) mitdreht.
3. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierung der Drehbewegung über einen Kraftschluss erfolgt.
4. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klappbogen (20) in einer beliebigen Drehposition schwenkbar und arretierbar ist.
5. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klappbogen (20) an oder in einer starr mit der Rückwand (16) verbundenen Halterung
(22) drehbar gelagert ist.
6. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Klappbogen (20) ein Aufnahmeteil (24) und ein Klappteil (26) umfasst, welche
um die Schwenkachse (19) schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei das Aufnahmeteil
(24) an oder in der Halterung (22) frei drehbar gelagert ist und wobei vorzugsweise
das Klappteil (26) einen bogenförmigen Abschnitt (28), insbesondere bogenförmigen
Rohrabschnitt, umfasst.
7. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeteil (24) über einen Absatz oder ein Einlegelement, insbesondere einen
Einlegring, an oder in der Halterung (22) drehbar gelagert ist.
8. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus im arretierten Zustand das Aufnahmeteil (24) gegen die
Vorderwand (16) oder die Halterung (22) drückt und eine Drehung durch Kraftschluss
hemmt, wobei vorzugsweise das Aufnahmeteil (24) vom zugeklappten Klappteil (26) gegen
die Vorderwand (16) oder die Halterung (22) gedrückt wird.
9. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (22) oder der Klappbogen (20) ein elastisches Element (36) umfasst,
wobei der Verschlussmechanismus derart ausgebildet ist, dass beim Arretieren das Klappteil
(26) gegen das elastische Element (36) drückt und dadurch eine über das Aufnahmeteil
(24) in die Vorderwand (16) oder die Halterung (22) übertragene Vorspannkraft erzeugt
wird.
10. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus einen Kniehebelverschluss (30) umfasst.
11. Dickstofffördervorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Kniehebelverschluss (30) drei Glieder (32) und drei Gelenke (34) umfasst, wobei
durch Überstrecken eines Gelenks (34) der Kniehebelverschluss (30) über einen Totpunkt
hinaus in eine selbsthemmende Verriegelungsposition verbringbar ist, in der gleichzeitig
eine Drehung des Klappbogens (20) über einen Kraftschluss gehemmt wird.
12. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus einen Schließkeil umfasst, welcher in eine insbesondere
schlitzförmige Öffnung eines vorzugsweise mit dem Aufnahmeteil (24) verbundenen Bauteils
schiebbar ist.
13. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus von einer Öffnungsposition, in der der Klappbogen (20)
frei drehbar und schwenkbar ist, in eine selbsthemmende Verriegelungsposition verbringbar
ist.
14. Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Förderzylinder vorgesehen sind, die über zwei in einer Rückwand des Dickstoffsammelbehälters
(12) ausgebildete Ansaugöffnungen mit dessen Innenraum verbunden sind und deren Bewegungsabläufe
bei der Dickstoffförderung derart miteinander synchronisiert sind, dass beim Pumpen
des einen Förderzylinders der andere Förderzylinder einen Saughub ausführt, wobei
vorzugsweise im Dickstoffsammelbehälter (12) eine insbesondere hydraulisch angetriebene
Rohrweiche vorgesehen ist, welche mit einem Ende permanent mit der Förderleitung (14)
verbunden ist und deren anderes Ende derart zwischen den Ansaugöffnungen hin- und
herbewegbar ist, dass der jeweils einen Pumphub ausführende Förderzylinder mit der
Förderleitung (14) verbunden ist, während der den Saughub ausführende Förderzylinder
mit dem Innenraum des Dickstoffsammelbehälters (12) verbunden ist.
15. Klappbogen (20) für eine Dickstofffördervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.