[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schachtsegment für eine Personentransportanlage,
einen Schacht für eine Personentransportanlage sowie ein Verfahren zum Herstellen
eines solchen Schachts.
[0002] Eine Personentransportanlage beispielsweise in Form eines Aufzugs verfügt über zumindest
eine Kabine, in der Personen und Objekte aufgenommen werden können, um dann innerhalb
eines Bauwerks befördert zu werden.
[0003] Das Bauwerk kann dazu einen Schacht aufweisen, in dem die Kabine bewegt wird. Der
Schacht kann während einer Rohbauphase des Bauwerks errichtet werden. Während einer
Ausbauphase des Bauwerks kann die Kabine in Einzelteilen im Schacht zusammengesetzt
werden.
[0004] Feststehende Teile der Personentransportanlage, wie beispielsweise eine Führung der
Kabine in Form von Führungsschienen können während der Ausbauphase in dem Schacht
installiert werden. Dazu können die feststehenden Teile im Bauwerk verankert werden.
Beispielsweise können Bohranker gesetzt werden, um die feststehenden Teile mit Wänden
des Schachts zu verbinden.
[0005] Die
DE 27 55 266 A1 beschreibt einen Aufzugschacht, der aus Aufzugschachtbausteinen gebildet ist.
[0006] Es kann unter anderem ein Bedarf an einem verbesserten Schachtsegment für eine Personentransportanlage,
einem verbesserten Schacht für eine Personentransportanlage sowie einem verbesserten
Verfahren zum Herstellen eines solchen Schachts bestehen. Insbesondere kann ein Bedarf
an einer Möglichkeit bestehen, einen Schacht eines Aufzugs möglichst einfach, schnell
und/oder kostengünstig aufbauen zu können.
[0007] Einem solchen Bedarf kann durch ein Schachtsegment für eine Personentransportanlage,
einen Schacht für eine Personentransportanlage sowie ein Verfahren zum Herstellen
eines solchen Schachts gemäss den unabhängigen Ansprüchen entsprochen werden. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert und in der Beschreibung
beschrieben.
[0008] Gemäss einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein Schachtsegment für eine Personentransportanlage
vorgeschlagen, wobei das Schachtsegment mehrere einen an gegenüberliegenden Enden
offenen Schachtinnenraum umschliessende Wandbereiche aufweist, wobei zumindest ein
Schienenteilstück einer Führungsschiene der Personentransportanlage im Schachtinnenraum
angeordnet ist und mit einem der Wandbereiche verbunden ist, wobei das Schienenteilstück
kürzer als eine Höhe des Wandbereichs ist und hinter den Enden des Wandbereichs zurücksteht.
[0009] Gemäss einem zweiten hierin geschilderten Aspekt wird ein Verbindungselement zum
Verbinden von zwei Schienenteilstücken vorgeschlagen, wobei das Verbindungselement
zwei in entgegengesetzte Richtungen ausgerichtete Schnittstellen zum Ausrichten der
Schienenteilstücke und eine Überbrückungszunge zum Überbrücken eines Abstands zwischen
den Schienenteilstücken aufweist.
[0010] Gemäss einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Schacht für eine Personentransportanlage
vorgeschlagen, wobei der Schacht zumindest zwei übereinander angeordnete Schachtsegmente
gemäss einer Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung umfasst, wobei zwischen
den Schienenteilstücken jeweils ein einen Abstand zwischen den Schienenteilstücken
überbrückendes Verbindungselement gemäss einer Ausführungsform des oben genannten
zweiten Aspekts angeordnet ist.
[0011] Gemäss einem vierten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen eines
Schachts für eine Personentransportanlage vorgeschlagen, wobei zwei Schachtsegmente
gemäss einer Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung übereinander angeordnet
werden und ein einen Abstand zwischen den Schienenteilstücken überbrückendes Verbindungselement
gemäss einer Ausführungsform des oben genannten zweiten Aspekts zwischen den Schienenteilstücken
angeordnet wird.
[0012] Mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung können unter anderem
und ohne die Erfindung einzuschränken als auf nachfolgend beschriebenen Ideen und
Erkenntnissen beruhend angesehen werden.
[0013] Unter einer Personentransportanlage kann eine Aufzuganlage verstanden werden. Die
Personentransportanlage kann zumindest eine entlang einer Bahn bewegliche Kabine aufweisen.
Die Personentransportanlage kann auch mehrere Kabinen aufweisen. Die Bahn der Kabine
kann innerhalb eines länglichen und im Allgemeinen vertikal ausgerichteten Schachts
verlaufen. Die Bahn kann durch eine oder mehrere entlang des Schachts verlaufende
Führungsschienen definiert sein. Die Kabine kann in vertikaler Richtung an der Führungsschiene
entlang bewegt werden. Die Führungsschiene kann laterale Bewegungen der Kabine verhindern.
[0014] Der Schacht und die Führungsschiene können in Segmenten beziehungsweise Teilstücken
vorgefertigt und vormontiert werden. Mehrere Schachtsegmente können als vormontierte
Fertigteile an eine Baustelle der Personentransportanlage angeliefert werden und während
einer Rohbauphase beispielsweise mittels eines Krans in die Baustelle eingehoben werden.
An Ort und Stelle werden die Segmente des Schachts zu dem Schacht übereinandergestapelt
und die Teilstücke der Führungsschiene durch Verbindungselemente zu der durchgehenden
Führungsschiene verbunden. Ein Segment des Schachts kann als Schachtsegment bezeichnet
werden. Ein in einem Schachtsegment angeordnetes Teilstück der Führungsschiene kann
als Schienenteilstück bezeichnet werden. Die Führungsschiene bzw. jedes der Schienenteilstücke
können als Profile, insbesondere Stahlprofile, ausgebildet sein. Zumindest eine Oberfläche
der Führungsschiene kann dabei eine Führungsfläche bilden, an der die Kabine während
ihrer vertikalen Fahrt durch den Schacht in lateraler Richtung abgestützt werden kann,
beispielsweise indem ein Führungsschuh der Kabine an der Führungsfläche entlang gleitet
oder rollt.
[0015] Der Schacht kann beispielsweise einen viereckigen Querschnitt aufweisen. Dann hat
jedes Schachtsegment vier zusammenhängende Wandbereiche, die einen Wandkörper des
Schachtsegments ausbilden. Der Wandkörper kann beispielsweise an einem Stück aus armiertem
Beton gegossen werden. Der Wandkörper kann auch aus Stahl oder Holz sein. Die Schachtsegmente
können derart konzipiert und dimensioniert sein, dass der aus ihnen zusammengesetzte
Schacht eine in sich stabile, selbsttragende Struktur bildet und gegebenenfalls als
tragende Struktur für andere Komponenten der Aufzuganlage dienen kann. Der Wandkörper
kann Öffnungen und Türausschnitte der Personentransportanlage aufweisen. In den Wandkörper
können auch Befestigungsmittel für feststehende Komponenten der Personentransportanlage,
wie die Führungsschiene angeordnet sein. Die Befestigungsmittel können beispielsweise
eingegossene Gewinde und/oder Gewindestifte sein.
[0016] Ein Schienenteilstück ist kürzer als der Wandbereich hoch ist. Dabei ist das Schienenteilstück
entlang einer Längserstreckungsrichtung des zugehörigen Schachtsegments angeordnet
und an einem von dessen Wandbereichen befestigt. Das Schienenteilstück kann hierbei
zentral zwischen einem oberen Ende und einem unteren Ende des Wandbereichs des Schachtsegments
angeordnet sein. Dementsprechend kann ein oberes Ende des Schienenteilstücks von dem
oberen Ende des Wandbereichs des Schachtsegments, also des oberen Rands des Wandbereichs
und damit des Schachtsegments zurückstehen, d.h. von diesem in vertikaler Richtung
beabstandet sein, und ein unteres Ende des Schienenteilstücks kann von dem unteren
Ende des Wandbereichs des Schachtsegments, also des unteren Rands des Wandbereichs
und damit des Schachtsegments zurückstehen. Ein Abstand zwischen dem jeweiligen Ende
des Schienenteilstücks und dem zu diesem nächstliegenden Ende des zugehörigen Wandbereichs
kann derart gewählt sein, dass das Schienenteilstück aufgrund seiner zurückgesetzten
Anordnung insbesondere während des Transports des Schachtsegments durch den überstehenden
Wandbereich geschützt wird. Beispielsweise kann ein solcher Abstand in einem Bereich
zwischen 1 mm und 50 mm, vorzugsweise zwischen 3 mm und 20 mm liegen.
[0017] Durch das Zurückstehen hinter dem oberen Ende und dem unteren Ende des Wandkörpers
kann das Schienenteilstück während des Transports, während der Lagerung und während
des Aufbaus des Schachts vor Beschädigungen geschützt sein. Das Schienenteilstück
kann unter Verwendung der Befestigungsmittel an den Wandbereich angeschraubt oder
in anderer Weise befestigt sein. Das Schienenteilstück kann im Schachtsegment vertikal
ausgerichtet sein.
[0018] Durch das genannte Zurückstehen wird insbesondere verhindert, dass das Schachtelement
beim Abstellen auf seinem unteren Rand auf dem Schienenteilstück steht und das Schienenteilstück
damit nach oben gedrückt wird, was die Befestigung des Schienenteilstücks an dem Wandbereich
beschädigen oder lösen könnte.
[0019] Das Schachtsegment kann an den Enden bzw. seinen Rändern gegengleiche Verbindungskonturen
zum Übereinanderstapeln gleichartiger Schachtsegmente aufweisen. Eine Verbindungskontur
eines Schachtsegments kann in eine gegengleiche Verbindungskontur eines anderen Schachtsegments
eingreifen und die Schachtsegmente seitlich zentrieren. Die Verbindungskontur des
oberen Schachtsegments kann beim Aufsetzen auf das untere Schachtsegment an der Verbindungskontur
des unteren Schachtsegments seitlich abgleiten bis eine bestimmungsgemässe Lage des
oberen Schachtsegments erreicht ist. Durch die Verbindungskonturen können die Schienenteilstücke
der Schachtsegmente schon beim Aufeinandersetzen der Schachtsegmente relativ zueinander
ausgerichtet werden.
[0020] Das Schienenteilstück kann unter Verwendung von zumindest zwei Schienenbügel mit
dem Wandbereich verbunden sein. Die Schienenbügel verfügen insbesondere ein oberes
und ein unteres Schienenbügelteil, welche möglichst nahe am jeweiligen Ende des Schienenteilstücks
angeordnet sind. Die Schienenbügel sind zwischen dem Wandbereich und dem Schienenteilstück
angeordnet. Die Schienenbügel können an dem Wandbereich angeschraubt sein. Das Schienenteilstück
kann mit den Schienenbügeln verschraubt sein. Das Schachtelement weist insbesondere
zwei parallele Schienenteilstücke auf, welche an gegenüberliegenden Wandbereichen
angeordnet sind.
[0021] Es ist auch möglich, dass das Schienenteilstück nur mit einem Schienenbügel mit dem
Wandbereich verbunden ist. Um ein Verdrehen des Schienenteilstücks um den einen Schienenbügel
zu vermeiden, kann eine Verdrehsicherung, beispielsweise in Form einer temporären
Verbindung zwischen dem Schienenteilstück und dem Wandbereich vorgesehen sein.
[0022] Das Verbindungselement kann eine Überbrückungszunge zum Überbrücken des Abstands
zwischen den Schienenteilstücken zweier benachbarter, vertikal übereinander gestapelter
Schachtsegmente und zwei in entgegengesetzte Richtungen ausgerichtete Schnittstellen
zum Ausrichten der Schienenteilstücke aufweisen. Die Überbrückungszunge kann in einem
Spalt zwischen den Schienenteilstücken angeordnet werden und die Schnittstellen können
mit je einem der Schienenteilstücke verbunden werden. Die Schnittstellen des Verbindungselements
können Führungsflächen zum lateralen Ausrichten des Verbindungselements an dem jeweiligen
Schienenteilstück aufweisen. Die Schnittstellen können dazu ausgebildet sein, zumindest
in der lateralen Richtung einen Formschluss zu den Schienenteilstücken herzustellen.
Die Schnittstellen können über Schraubverbindungen mit den Schienenteilstücken verbunden
werden. Die Schnittstellen können an einem Grundkörper des Verbindungselements angeordnet
sein. Die Überbrückungszunge kann mit dem Grundkörper verbunden sein. Das gesamte
Verbindungselement kann einstückig oder mehrstückig ausgebildet sein.
[0023] Das Verbindungselement kann auch einfach zwischen die beiden genannten Schienenteilstücke
gesteckt oder geklemmt werden, ohne dass es mit einem oder beiden Schienenteilstücke
zusätzlich verbunden wird. Es kann dann insbesondere mit den Schnittstellen am Wandbereich
anliegen und so gegen ein Herausfallen gesichert werden.
[0024] Die Überbrückungszunge kann ein Profil der Schienenteilstücke im Wesentlichen abbilden.
Anders ausgedrückt können ein Profil bzw. ein Querschnitt der Überbrückungszunge einerseits
und des Schienenteilstücks andererseits im Wesentlichen gleich sein. Die Überbrückungszunge
kann somit im Wesentlichen bündig zwischen vertikal benachbarte, voneinander beabstandete
Schienenteilstücke übereinandergestapelt der Schachtsegmente angeordnet werden. Dadurch
kann das Profil der Führungsschiene im Bereich des Verbindungselements im Wesentlichen
gleichbleiben. Die Kabine kann dann ohne Erschütterungen über das Verbindungselement
entlang der Führungsschiene bewegt werden. Die Schienenteilstücke und damit die Führungsschiene
weisen insbesondere ein T-förmiges Profil auf.
[0025] Die Überbrückungszunge und damit auch das ganze Verbindungselement kann aus einem
Kunststoffmaterial bestehen. Ein Kunststoffmaterial kann geringfügig elastisch sein.
Insbesondere kann das die Überbrückungszunge bildende Material eine höhere Elastizität
aufweisen als ein die Schnittstellen bildendes Material und/oder als ein Material
der Schienenteilstücke. Das Kunststoffmaterial kann beispielsweise ein hartes Elastomer,
wie Hartgummi sein. Durch eine gewisse Elastizität kann die Überbrückungszunge Toleranzen
der Schienenteilstücke ausgleichen. Die Überbrückungszunge kann auch Vibrationen dämpfen.
Ebenso kann die Überbrückungszunge thermische Dehnungen ausgleichen.
[0026] Alternativ oder ergänzend können Verbindungselemente mit unterschiedlich dimensionierten
Überbrückungszungen vorgehalten werden. Insbesondere können Verbindungselemente mit
verschiedenen Überbrückungszungen unterschiedlicher Dicke vorgehalten werden. Die
Dicke ist hierbei im eingebauten Zustand des Verbindungselements in vertikaler Richtung
zu messen. Nach dem Stapeln der Schachtsegmente kann ein Abstand bzw. eine Spaltbreite
zwischen den gegenüberliegenden Enden der benachbarten Schienenteilstücke gemessen
werden und ein Verbindungselement mit einer entsprechend dimensionierten Überbrückungszunge
mit beiden Schienenteilstücken verbunden werden, um die Führungsschiene zusammenzusetzen.
[0027] Das Verbindungselement kann vor dem Anordnen der Schachtsegmente axial auf eines
der Schienenteilstücke aufgeschoben werden. Das Verbindungselement kann beim Anordnen
des Schachtsegments an dem anderen Schienenteilstück ausgerichtet werden. Das Verbindungselement
kann axial auf das andere Schienenteilstück aufgeschoben werden. Die Schnittstellen
können einen Rückenbereich der Schienenteilstücke zumindest anteilig umschliessen.
Die Schnittstellen können Gleitflächen für die Enden der Schienenteilstücke ausbilden.
Die Schnittstellen können axial entlang des Rückenbereichs gleiten. Eine Position
des Verbindungselements kann durch ein Einklemmen der Überbrückungszunge zwischen
den Enden der beiden Schienenteilstücke fixiert werden.
[0028] Es wird daraufhingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung
hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen von Verfahren einerseits und
von Vorrichtungen andererseits beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale
in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren
Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
[0029] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die
Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Schachts einer Personentransportanlage gemäss
einem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 2 zeigt eine Darstellung einer Führungsschiene aus mehreren Schienenteilstücken
und Verbindungselementen für einen Schacht gemäss einem Ausführungsbeispiel.
[0030] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht massstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen in den verschiedenen Figuren gleiche oder gleichwirkende Merkmale.
[0031] Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Schachts 100 einer Personentransportanlage gemäss
einem Ausführungsbeispiel. Der Schacht 100 besteht aus mehreren übereinander gestapelten
Schachtsegmenten 102. Der Schacht 100 umschliesst einen Schachtinnenraum 104. Im Schachtinnenraum
104 ist zumindest eine aus mehreren vormontierten Schienenteilstücken 106 zusammengesetzte
Führungsschiene 108 der Personentransportanlage angeordnet. Dabei ist in jedem Schachtsegment
102 pro Führungsschiene 108 eines der Schienenteilstücke 106 angeordnet. Zwischen
zwei Schienenteilstücken 106 ist jeweils ein Verbindungselement 110 angeordnet und
verbindet die Schienenteilstücke 106 zu der Führungsschiene 108.
[0032] Entlang der Führungsschiene 108 wird im Betrieb eine Kabine der Personentransportanlage
in vertikaler Richtung zwischen mehreren Geschossen eines Gebäudes geführt.
[0033] Jedes Schachtsegment 102 weist vier den Schachtinnenraum 104 umschliessende Wandbereiche
112 auf. Der Schachtinnenraum 104 weist eine rechteckige Querschnittsfläche auf. Die
Wandbereiche 112 sind zumindest mit nicht dargestellten Türöffnungen ausgestattet,
um den Schacht 100 an die Geschosse des Gebäudes anzuschliessen. Pro Geschoss weist
der Schacht 100 ein Schachtsegment 102 auf. Die Führungsschiene 108 weist pro Geschoss
ein Schienenteilstück 106 auf.
[0034] Die Schienenteilstücke 106 sind kürzer als die Wandbereiche 112 hoch sind. Dadurch
stehen Enden des Schienenteilstücks 106 jeweils hinter einem oberen Rand beziehungsweise
einem unteren Rand des jeweiligen Schachtsegments 102 zurück. So sind die Schienenteilstücke
106 vollständig innerhalb des Schachtinnenraums 104 ihres Schachtsegments 102 angeordnet
und die Enden damit vor Beschädigungen während des Transports der Schachtsegmente
102 geschützt.
[0035] Um den Schacht 100 herzustellen werden vorgefertigte Schachtsegmente 102 mit den
vormontierten Schienenteilstücken 106 an eine Baustelle des Gebäudes angeliefert und
dort übereinandergestapelt. Dabei werden die Schachtsegmente 102 so gestapelt, dass
die Schienenteilstücke 106 zueinander fluchten. Je zwei Schienenteilstücke 106 benachbarter
Schachtsegmente 102 werden mit einem Verbindungselement 110 verbunden. Aus mehreren
Schienenteilstücken 106 wird so eine durchgehende Führungsschiene 108.
[0036] Die Schachtsegmente 102 können an ihren übereinandergestapelten Enden, also ihren
oberen und unteren Rändern eine Verbindungskontur aufweisen, über die ein Formschluss
zwischen benachbarten Schachtsegmenten 102 hergestellt wird. Die Verbindungskontur
kann dabei ein Zentrieren des zu stapelnden Schachtsegments 102 am bereits gestapelten
Schachtsegment 102 beispielsweise durch Zentrierschrägen unterstützen.
[0037] Die Schachtsegmente 102 werden vor Ort an der Baustelle beispielsweise mittels eines
Krans zu dem Schacht 100 gestapelt. Resultierende Spalte zwischen den Enden der Schienenteilstücke
106 werden durch Überbrückungszungen 114 der Verbindungselemente 110 ausgefüllt. Die
Verbindungselemente 110 werden über Schnittstellen 116 mit den beiden Schienenteilstücken
106 verbunden. Die Überbrückungszungen 114 bilden ein Profil der Führungsschiene 108
zumindest in Führungsbereichen der Führungsschiene 108, d.h. sich beispielsweise dort,
wo sich die Kabine an der Führungsschiene 108 abstützt, ab. Die Führungsschiene 108
ist durch die Überbrückungszungen 114 über alle Schienenteilstücke 102 durchgängig.
[0038] In einem Ausführungsbeispiel werden die Schnittstellen 116 mit den Enden der Schienenteilstücke
106 verschraubt. Die Überbrückungszunge 114 wird zwischen die Enden benachbarter Führungsschienen
108 eingeschoben und unter Verwendung der Schnittstellen 116 fixiert.
[0039] In einem Ausführungsbeispiel wird ein Abstand zwischen den Enden benachbarter Führungsschienen
108 nach dem Stapeln der zugehörigen Schachtsegmente 102 gemessen und ein Verbindungselement
110 mit einer zu dem Abstand passenden Überbrückungszunge 114 ausgewählt und zwischen
die Schienenteilstücke gesteckt, ohne dass es mit einem oder beiden Schienenteilstücke
zusätzlich verbunden wird.
[0040] In einem Ausführungsbeispiel ist die Überbrückungszunge 114 aus einem elastischen
Material. Das elastische Material kann beim Stapeln der Schachtsegmente 102 zwischen
den Enden der Schienenteilstücke 106 gequetscht werden und kann so Bauteiltoleranzen
und/oder Montagetoleranzen ausgleichen. Die Überbrückungszunge 114 kann auch nach
dem Stapeln der Schachtelemente 102 zwischen die Enden der Schienenteilstücke 106
gesteckt werden. In beiden Fällen werden die Schnittstellen der Verbindungselemente
nicht mit einem oder beiden Schienenteilstücke verbunden.
[0041] In einem Ausführungsbeispiel wird das Verbindungselement 110 axial auf ein Ende eines
der Schienenteilstücke 106 aufgeschoben, bevor die Schachtsegmente 102 gestapelt werden.
Beim Stapeln wird das Ende des anderen Schienenteilstücks 106 in das bereits aufgeschobene
Verbindungselement 110 eingefädelt und ebenfalls axial auf das andere Ende aufgeschoben.
Beim Aufschieben gleiten Gleitflächen der Schnittstellen 116 entlang des Profils der
Schienenteilstücke 106 bis die Schachtsegmente 102 in ihrer Endlage angeordnet sind.
Die Schachtsegmente 102 werden beim Stapeln durch das zumindest eine Verbindungselement
110 lateral geführt, um die Schienenteilstücke 106 axial fluchtend auszurichten.
[0042] In einem Ausführungsbeispiel sind Schienenbügel 118 zwischen den Schienenteilstücken
106 und dem Wandbereich 112 des Schachtsegments 102 angeordnet. Die Schienenbügel
118 definieren einen lateralen Abstand der Schienenteilstücke 102 von dem Wandbereich.
In der Fig. 1 ist nur eine Führungsschiene 108 dargestellt. Der Schacht weist insbesondere
eine zweite, am gegenüberliegenden Wandbereich angeordnete Führungsschiene auf.
[0043] Fig. 2 zeigt eine Darstellung einer Führungsschiene 108 aus mehreren Schienenteilstücken
106 und Verbindungselementen 110 gemäss einem Ausführungsbeispiel. Die Führungsschiene
108 entspricht dabei im Wesentlichen der Führungsschiene in Fig. 1. Hier sind die
Schnittstellen 116 mit Rückseiten 200 der Enden der Schienenteilstücke 106 mit nicht
dargestellten Schrauben verschraubt. Eine gemeinsame Verbindungsplatte 202 bildet
die Schnittstellen 116 aus. Die Überbrückungszunge 114 ist mittig zwischen den Schnittstellen
116 mit der Verbindungsplatte 202 verbunden und steht rechtwinklig von der Verbindungsplatte
202 ab. Die Überbrückungszunge 114 erstreckt sich von der Rückseite 200 der Schienenteilstücke
106 bis zu einem Führungsprofil 204 der Führungsschiene 108.
[0044] Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend",
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschliessen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschliessen. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind
nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Schachtsegment (102) für eine Personentransportanlage, wobei das Schachtsegment (102)
mehrere einen an gegenüberliegenden Enden offenen Schachtinnenraum (104) umschliessende
Wandbereiche (112) aufweist, wobei zumindest ein Schienenteilstück (106) einer Führungsschiene
(108) der Personentransportanlage im Schachtinnenraum (104) angeordnet ist und mit
einem der Wandbereiche (112) verbunden ist, wobei das Schienenteilstück (106) kürzer
als eine Höhe des Wandbereichs (112) ist und hinter den Enden des Wandbereichs (112)
zurücksteht.
2. Schachtsegment (102) nach Anspruch 1, wobei die Wandbereiche (112) an den Enden gegengleiche
Verbindungskonturen zum Übereinanderstapeln gleichartiger Schachtsegmente (102) aufweisen.
3. Schachtsegment (102) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Schienenteilstück
(106) unter Verwendung von zumindest zwei Schienenbügeln (118) mit dem Wandbereich
(112) verbunden ist.
4. Schacht (100) für eine Personentransportanlage, wobei der Schacht (100) zumindest
zwei übereinander angeordnete Schachtsegmente (102) gemäss einem der Ansprüche 1 bis
3 umfasst, wobei zwischen gegenüberliegenden Enden von benachbarten Schienenteilstücken
(106) zweier übereinander angeordneter Schachtsegmente (102) jeweils ein einen Abstand
zwischen den Schienenteilstücken (106) überbrückendes Verbindungselement (110) angeordnet
ist.
5. Schacht (100) nach Anspruch 4, wobei das Verbindungselement (110) eine Überbrückungszunge
(114) zum Überbrücken des Abstands zwischen den gegenüberliegenden Enden der benachbarten
Schienenteilstücke (102) und zwei in entgegengesetzte Richtungen ausgerichtete Schnittstellen
(116) zum Ausrichten der Schienenteilstücke (106) aufweist.
6. Schacht (100) nach Anspruch 5, wobei die Überbrückungszunge (114) mit einem elastischen
Material ausgebildet ist.
7. Verfahren zum Herstellen eines Schachts (100) für eine Personentransportanlage, wobei
zumindest zwei Schachtsegmente (102) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3 übereinander
angeordnet werden und ein einen Abstand zwischen gegenüberliegenden Enden von benachbarten
Schienenteilstücken (106) zweier übereinander angeordneter Schachtsegmente (102) überbrückendes
Verbindungselement (110) zwischen den Schienenteilstücken (106) angeordnet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Verbindungselement (110) eine Überbrückungszunge
(114) zum Überbrücken des Abstands zwischen den gegenüberliegenden Enden der benachbarten
Schienenteilstücke (106) und zwei in entgegengesetzte Richtungen ausgerichtete Schnittstellen
(116) zum Ausrichten der Schienenteilstücke (106) aufweist, wobei die Überbrückungszunge
(114) in einem Spalt zwischen den gegenüberliegenden Enden der benachbarten Schienenteilstücke
(106) angeordnet wird und die Schnittstellen (116) mit je einem der Schienenteilstücke
(106) verbunden werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei das Verbindungselement (110) vor
dem Anordnen der Schachtsegmente (102) axial auf eines der Schienenteilstücke (106)
aufgeschoben wird, beim Anordnen an dem anderen Schienenteilstück (106) ausgerichtet
wird und axial auf das andere Schienenteilstück (106) aufgeschoben wird.