[0001] Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung für ein Garnbildungselement einer
Luftspinndüse, eine Spinnstelle einer Luftspinnmaschine sowie ein Verfahren zum Reinigen
eines solchen Garnbildungselements.
[0002] Allgemein wird beim Luftspinnen ein Streckenband entsprechend der zu erreichenden
Garnfeinheit mittels einem Mehrfachwalzen-Streckwerk definiert verzogen und nachfolgend
einer Luftspinndüse zugeführt. Innerhalb einer Wirbelkammer der Luftspinndüse werden
die äußeren Fasern des Faserbandes mittels einer durch Luftdüsen erzeugten Wirbelluftströmung
im Bereich einer Einlassmündung eines Garnbildungselements der Luftspinndüse um einen
innenliegenden Faserkern gewunden, so dass sich ein luftgarnspezifischer Garnaufbau
eines parallelen Garnkerns und in einem bestimmten Winkel anliegende Umwindefasern
ergibt, wobei die Umwindefasern für die gewünschte Festigkeit des Garns ausschlaggebend
sind. Dabei gibt es klare Grenzen wie viele Fasern im Querschnitt vorhanden sein müssen,
um ausreichende Festigkeiten zu erreichen, weswegen sich konventionell gesponnene
Luftgarne typischerweise in einem Feinheitsbereich von Ne 20 - 50 befinden.
[0003] Das Luftspinnenverfahren kann grundsätzlich mit Fasern aus verschiedenen Materialien
durchgeführt werden, wobei sowohl natürliche Fasern, wie Baum- und/oder Tierwolle,
als auch synthetische Fasern, wie Polyester, sowie Gemische aus natürlichen und synthetischen
Fasern verwendet werden können. In der Praxis kommt es beim Verspinnen mit einem hohen
Anteil an Polymerfasern, insbesondere Fasern aus Polyester (PES), häufig zu einer
Ablagerung von Polymerresten, Polyester-Faserfragmenten und/oder Avivagen auf einer
Oberfläche eines Spinnkonus des Garnbildungselements. Durch solche Ablagerungen wird
jedoch der Luftspinnprozess deutlich gestört sowie das Spinnergebnis und somit die
Garnqualität deutlich gemindert. Insbesondere kann es während des Spinnprozesses zu
Fadenbrüchen aufgrund der erhöhten Reibung zwischen den Oberflächen der Luftspinndüse
und den Fasern kommen. Zudem können die Luftdüsen sowie weitere Bauteile der Luftspinndüse
durch Ablagerungen verstopfen, so dass das erhaltene Garn eine geringere Garnfestigkeit
sowie -qualität aufweist. Auch der mögliche Spinnbereich wird durch solche Ablagerungen
nachteilhaft begrenzt.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Spinnstelle einer Luftspinnmaschine
sowie ein Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements einer Luftspinndüse bereitzustellen,
die einen insbesondere langen und störungsfreien Betrieb bei gleichbleibender Qualität
und Festigkeit des hergestellten Garns ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Reinigungsvorrichtung für ein Garnbildungselement
einer Luftspinndüse gemäß Anspruch 1, eine Spinnstelle einer Luftspinnmaschine gemäß
Anspruch 4 sowie ein Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements einer Luftspinndüse
gemäß Anspruch 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung für wenigstens ein Garnbildungselement
einer Luftspinndüse, welche für eine Verwendung in einer Luftspinnmaschine ausgestaltet
ist, weist ein Reinigungsbändchen sowie ein Speicheraggregat zum Bereitstellen und
Einziehen des Reinigungsbändchens auf, wobei ein festes Ende des Reinigungsbändchens
am Speicheraggregat, insbesondere lös- und fixierbar zum Auswechseln des Reinigungsbändchens,
festgelegt und ein freies Ende des Reinigungsbändchens zur Reinigung des Garnbildungselements
bereitstellbar, insbesondere ausrollbar, und nach der Reinigung wieder einziehbar,
insbesondere einrollbar, ist. Zudem weist die Reinigungsvorrichtung eine Reinigungsbändchenführung
zum Zuführen des freien Endes des Reinigungsbändchens zum mechanischen Reinigen des
Garnbildungselements der Luftspinndüse auf.
[0007] Weiterhin bevorzugt ist das feste Ende um eine Erstreckungsachse des Reinigungsbändchen
rotierbar festgelegt. Dadurch kann eine die infolge einer mehrfachen Führung des freien
Endes um das Garnbildungselement fortpflanzende, ungewünscht starke Verdrillung des
Reinigungsbändchens vermieden werden. Das rotierbar festgelegte feste Ende rotiert
folglich passiv im Zuge der sich fortpflanzenden, auf das Reinigungsbändchen einwirkenden
Verdrillungskräfte verzögert mit. Alternativ oder zusätzlich bevorzugt kann eine aktive
Rotation des festen Endes um die Erstreckungsachse des Reinigungsbändchens mittels
eines Rotationsantriebs vorgesehen sein, um das feste Ende entsprechend der Bewegung
des freien Endes eine gesteuerte definierte, insbesondere identische, Mitrotation
zu ermöglichen, wodurch die Verdrillungskräfte bedarfsgerecht vermindert werden können.
[0008] Die erfindungsgemäße Spinnstelle einer Luftspinnmaschine weist eine Zuführung für
ein Faserband zu einer Luftspinndüse, die Luftspinndüse mit einem Faserbandeinlass
zum Einlass des zugeführten Faserbandes in die Luftspinndüse, eine im Inneren der
Luftspinndüse angeordnete Wirbelkammer zum Erzeugen einer Wirbelluftströmung mittels
wenigstens einer in die Wirbelkammer mündende Wirbelluftdüse, wenigstens ein innerhalb
der Wirbelkammer angeordnetes Garnbildungselement zum Herstellen eines Garns aus dem
über einen Ausgang des Faserbandeinlasses in die Wirbelkammer der Luftspinndüse zugeführten
Faserbandes, einen sich durch das Garnbildungselement erstreckenden Abzugskanal zum
Abziehen des luftgesponnenen Garns sowie eine Reinigungsvorrichtung, insbesondere
eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung, mit einem aus einem Speicheraggregat
bereitstellbaren und der Wirbelkammer zuführbaren sowie nach der Reinigung auch wieder
einziehbaren freien Ende eines Reinigungsbändchens zum mechanischen Reinigen einer
Oberfläche des Garnbildungselements auf.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements einer
Luftspinndüse, insbesondere einer Oberfläche eines Garnbildungselements, wird zunächst
ein freies Ende eines Reinigungsbändchens aus einer Reinigungsvorrichtung durch einen
Abzugskanal eines Garnbildungselements bis in die Wirbelkammer der Luftspinndüse,
insbesondere bis zu einem in die Wirbelkammer führenden Ausgangs eines Faserbandeinlasses,
über welchen das Faserband in die Luftspinndüse und in die Wirbelkammer eingeführt
wird, zugeführt und dann eine Wirbelluftströmung in der Wirbelkammer mittels wenigstens
einer in der Wirbelkammer mündende Wirbelluftdüse erzeugt, um das Reinigungsbändchen,
insbesondere mehrfach, über eine Oberfläche wenigstens an der Spitze des Garnbildungselements
und/oder über wenigstens eine Düsenmündung der Wirbelluftdüse und/oder über eine Oberfläche
des Abzugskanals zu führen, um die entsprechenden Bereiche zu reinigen. Schließlich
wird das Reinigungsbändchen nach dem Reinigungsvorgang zurück durch den Abzugskanal
in Richtung der bzw. zu der Reinigungsvorrichtung, bevorzugt in die Reinigungsvorrichtung
eingezogen.
[0010] Mittels der vorgeschlagenen Reinigungsvorrichtung sowie dem vorgeschlagenen Verfahren
kann in besonders einfacher Weise eine mechanische Reinigung von Bauteilen im Inneren
der Wirbelkammer einer Luftspinndüse vorgenommen werden, wobei es besonders vorteilhaft
dazu nicht notwendig ist, die Luftspinndüse zu öffnen, so dass die Reinigung besonders
schnell und störungsfrei erfolgen kann.
[0011] Unter einer Luftspinndüse wird zunächst jede Spinndüse verstanden, die mittels wenigstens
eines Luftstroms Fasern, insbesondere Umwindefasern, um einen innenliegenden Faserkern
zu einem Faden bzw. Garn verwirbelt. Der Vorgang der Garnbildung erfolgt im Bereich
einer Wirbelkammer der Luftspinndüse, in der wenigstens ein Garnbildungselement angeordnet
ist. Die Luftspinndüse ist von einer Spinnstelle umfasst, wobei jede Spinnstelle der
Herstellung eines Garns aus einem der Luftspinndüse der Spinnstelle zugeführten Faserband
dient.
[0012] Die Luftspinndüse weist dabei eine Zuführung sowie einen Einlass für das Faserband
auf. Weiterhin weist die Luftspinndüse eine innenliegende Wirbelkammer, ein oder mehrere
wenigstens abschnittsweise in der Wirbelkammer angeordnete Garnbildungs- bzw. Spinnelemente
sowie einen Auslass für das im Inneren der Wirbelkammer erzeugte, luftgesponnene Garn
auf. Der Auslass ist dabei bevorzugt als ein das Garnbildungselement vollständig durchdringender
Abzugskanal gebildet. Dabei ist der Abzugskanal bevorzugt teilweise von dem Garnbildungselement
und einem sich an das Garnbildungselement in Abzugsrichtung des luftgesponnenen Garns
anschließenden Garnkanal angeordnet oder ausschließlich durch das Garnbildungselement
gebildet.
[0013] Zudem sind an der Luftspinndüse bevorzugt mehrere in die Wirbelkammer mündende Wirbelluftdüsen
angeordnet, die besonders bevorzugt mit wenigstens einer Luftversorgungsleitung in
Fluidverbindung stehen, wobei während des Betriebs der Luftspinnmaschine von der Luftversorgungsleitung
bereitgestellte Druckluft über die Luftdüsen in die Wirbelkammer einströmt. Die Wirbelluftdüse
ist bzw. die Wirbelluftdüsen sind in bekannter Weise zum Erzeugen einer Wirbelluftströmung
innerhalb der Wirbelkammer zum Luftspinnen des Faserbandes zu einem Garn angeordnet.
Dabei befindet sich die Wirbelkammer in Transportrichtung des Faserbandes hinter dem
Faserbandeinlass bzw. der Faserbandeinlass bildet auf einer der der Wirbelkammer zugewandten
Seite eine Zuführöffnung bzw. einen Ausgang für das zuzuführende Faserband zur Wirbelkammer.
[0014] Ein Garn bzw. ein Faden im Sinne der Erfindung ist ein Faserverband, bei dem zumindest
ein Teil der Fasern um einen innenliegenden Faserkern gewunden sind. Dabei kann ein
Garn auch ein Vorgarn bzw. eine Lunte zur weiteren Verarbeitung, beispielsweise mittels
einer Ringspinnmaschine, sein. Das Faserband und damit das daraus hergestellte Garn
ist bevorzugt zumindest teilweise, besonders bevorzugt vollständig aus synthetischen
Fasern bzw. Chemiefasern gebildet, beispielsweise aus Polyester oder aus Polyethersulfon.
[0015] Bei dem Faserband handelt es sich grundsätzlich um das dem Luftspinnprozess zugeführte
Fasermaterial, das bevorzugt als ein zusammenhängendes Band bzw. Verbund von zu verspinnenden
Fasern bereitgestellt wird. Dabei können alle Fasern aus dem gleichen Material gebildet
sein oder das Faserband kann chemisch zueinander unterschiedliche Fasern enthalten.
Grundsätzlich sind die Fasern im Faserband jedoch noch nicht miteinander versponnen.
[0016] Das Garnbildungselement kann sowohl ein eigenständiges Bauteil, als auch ein Abschnitt
einer Baueinheit oder aber eine funktionale Einheit sein, die unmittelbar am Luftspinnprozess
beteiligt ist. Dabei kann das Garnbildungselement einstückig oder mehrstückig gebildet
sein. Bevorzugt weist das Garnbildungselement einen Spinnkonus oder einen Teil eines
Spinnkonus auf. Ganz besonders bevorzugt bildet das Garnbildungselement den Spinnkonus
aus. Im Rahmen des Luftspinnprozesses gelangt das Garnbildungselement zumindest abschnittsweise
in unmittelbaren Kontakt mit den zu verspinnenden Fasern zum Erzeugen des Garns sowie
mit dem gesponnenen Garn.
[0017] Eine Reinigungsvorrichtung ist grundsätzlich eine beliebige Vorrichtung mittels der
ein mechanisches Reinigen eines Garnbildungselements einer Luftspinndüse einer Luftspinnmaschine
möglich ist. Das mechanische Reinigen ist dabei bevorzugt ein mechanisches Abreiben
der zu reinigenden Oberfläche im Inneren der Luftspinndüse mittels des Reinigungsbändchens.
Das mechanische Reinigen kann aber zusätzlich auch durch ein chemisches Reinigungsmedium,
bevorzugt eine Reinigungsflüssigkeit und besonders bevorzugt eine wässrige Reinigungslösung
auf dem Reinigungsbändchen unterstützt werden. Zusätzlich ist ein Einbringen eines
entsprechenden chemischen Reinigungsmediums, insbesondere einer Reinigungsflüssigkeit,
in die Wirbelkammer und dabei insbesondere auf die zu reinigenden Oberflächen zum
Unterstützen der mechanischen Reinigung durch das Reinigungsbändchen denkbar.
[0018] Das Reinigungsbändchen kann grundsätzlich eine beliebige Länge, einen beliebigen
Durchmesser und eine beliebige chemische Zusammensetzung aufweisen, solange das Reinigungsbändchen
noch zur zu reinigenden Oberfläche der Luftspinndüse führbar und zur Reinigung geeignet
ist. Bevorzugt ist das Reinigungsbändchen dabei um wenigstens 10 %, besonders bevorzugt
wenigstens 50 %, ganz besonders bevorzugt wenigstens 100 % und insbesondere bevorzugt
wenigstens 200 % länger als der Abstand des Speicheraggregats der Reinigungsvorrichtung
zur davon entferntesten, zu reinigenden Oberfläche, so dass auch bei einem Verschleiß
des Reinigungsbändchens, insbesondere im Bereich der Spitze des Reinigungsbändchens,
nach wie vor eine vollständige Reinigung möglich ist.
[0019] Bevorzugt ist das Reinigungsbändchen aus einem Fasermaterial gebildet und/oder weist
eine raue Oberfläche auf, um die mechanische Reinigung zu unterstützen. Zudem ist
das Reinigungsbändchen derart biegsam, dass das in die Luftspinndüse zum Reinigen
eingeführte Ende des Reinigungsbändchens aufgrund der Wirbelluftströmung, insbesondere
mehrfach, über die zu reinigenden Oberflächen der Luftspinndüse, insbesondere des
Garnbildungselements und/oder eine Düsenmündung der Wirbelluftdüse, bewegt werden
kann. Insbesondere bevorzugt ist das Reinigungsbändchen derart gebildet, dass es mittels
der Wirbelluftströmung insbesondere mehrfach über eine Spinnkonusspitze, über wenigstens
eine Düsenmündung der Wirbelluftdüse und/oder über eine Oberfläche eines Abzugskanals
geführt werden kann.
[0020] Weiterhin bevorzugt bildet das freie Ende des Reinigungsbändchens, insbesondere mit
oder nach Beaufschlagung mit der Wirbelluft und/oder mit Feuchtigkeit, eine Faserschar
aus. Dadurch kann das freie Ende mit mehreren vereinzelten Faserenden in der Wirbelkammer
aufgefächert bereitgestellt werden, wodurch eine effektive Reinigung ermöglicht wird.
Die zur Auffächerung erforderliche Feuchtigkeit kann beispielsweise über die Wirbelluftdüse
zugeführt werden. Die vereinzelbaren Faserenden können vor Zuführung in die Wirbelkammer
miteinander verdrillt oder verklebt sein, wobei sich die Haltekräfte zum Auffächern
durch die Wirbelluft und/oder die Feuchtigkeit auflösen lassen.
[0021] Das Speicheraggregat ist zunächst ein beliebiges Bauteil oder eine beliebige Baugruppe
zum Aufbewahren des eingezogenen Reinigungsbändchens im Betrieb der Spinnstelle oder
der Luftspinnmaschine außerhalb eines Reinigungsvorgangs. Dabei kann das Speicheraggregat
ein geschlossenes Gehäuse aufweisen und/oder eine abgeschlossene Baueinheit sein.
Grundsätzlich kann das Speicheraggregat aber auch in eine andere Vorrichtung oder
Baueinheit der Luftspinnmaschine und insbesondere der Spinnstelle integriert werden.
Dabei erfolgt das Aufbewahren bzw. das Speichern des Reinigungsbändchens bevorzugt
in einem aufgerollten Zustand. Obwohl es grundsätzlich auch denkbar ist, dass mehrere
Reinigungsbändchen in einem Speicheraggregat aufbewahrt werden, ist es bevorzugt,
dass sich in jedem Speicheraggregat genau ein Reinigungsbändchen befindet.
[0022] Um eine Reinigung zu ermöglichen, wird das Reinigungsbändchen aus dem Speicheraggregat
bereitgestellt und nachfolgend wieder eingezogen. Das Bereitstellen kann dabei insbesondere
sowohl aktiv mittels einer Antriebsvorrichtung erfolgen oder aber bevorzugt passiv
durch ein Erfassen und Ziehen an einem Ende des Reinigungsbändchens mittels einer
weiteren Vorrichtung an der Spinnstelle, an der Luftspinnmaschine oder an einem die
Spinnstelle bedienenden Serviceaggregat und/oder durch einen gezielten Luftstrom.
Zur Reinigung wird das Reinigungsbändchen bevorzugt wenigstens bis zu der vom Speicheraggregat
der Reinigungsvorrichtung am entferntesten gelegenen, zu reinigenden Oberfläche ausgezogen
bzw. bewegt. Auch das Einziehen kann bevorzugt aktiv mittels einer Antriebsvorrichtung
oder insbesondere durch eine beim Bereitstellen gespannte Feder erfolgen. Jedoch ist
auch ein passives Einziehen aufgrund der Schwerkraft oder einem von außen angelegten
Luftstrom denkbar. Ein aktives Einziehen wird jedoch bevorzugt.
[0023] Das Speicheraggregat kann insbesondere mit einer Einrichtung zum Verbinden der vereinzelten
Faserenden des freien Endes im Zuge des Einziehens ausgestattet sein. So kann beispielsweise
eine Verdrilleinrichtung vorgesehen sein, welche eine Verdrillung der Faserschar und
damit das Wiederherstellen eines kompakten freien Endes aus miteinander über Haltekräfte
verbundenen einzelnen Faserenden für ein erneutes, leichtes Einführen in den Abzugskanal
bewirkt. Alternativ oder zusätzlich dazu kann die Einrichtung ein Mittel zur Befeuchtung
der vereinzelten Faserenden und ein Mittel zur Kompaktierung der befeuchteten einzelnen
Faserenden zu dem kompakten freien Ende aufweisen.
[0024] Unter einer Reinigungsbändchenführung wird zunächst jedes Mittel und jede Vorrichtung
verstanden, die dazu beiträgt, dass das Reinigungsbändchen aus dem Speicheraggregat
bzw. nach dem Verlassen des Speicheraggregats zu der Luftspinndüse und insbesondere
in das Innere der Luftspinndüse gelangt bzw. zugeführt werden kann. Dabei kann die
Reinigungsbändchenführung einstückig als Bauteil oder mehrstückig als Baugruppe gebildet
sein. Die Reinigungsbändchenführung kann auch mittels weiterer Bauteile einer Luftspinnmaschine,
insbesondere mittels weiterer Bauteile einer Spinnstelle einer Luftspinnmaschine,
oder mittels Bauteile des die Spinnstelle bedienenden Serviceaggregats gebildet sein.
Darüber hinaus kann die Reinigungsbändchenführung auch funktional verstanden werden
und somit ein beliebiges Mittel sein, um das Reinigungsbändchen mit einem freien Ende
zu dem zu reinigenden Garnbildungselement zu führen.
[0025] Unter einem Serviceaggregat wird dabei jede übliche Einrichtung oder Vorrichtung
verstanden, welche sich entlang der Mehrzahl an, insbesondere aneinandergereihten,
Spinnstellen wenigstens einer Luftspinnmaschine bewegen kann, um an einer jeweiligen
Spinnstelle im Bedarfsfall unterstützende Fadenhandhabung- und/oder Wartungs- bzw.
Servicetätigkeiten auszuführen.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Reinigungsvorrichtung weist das Speicheraggregat
eine Speicherspule zum Ab- und Aufrollen des Reinigungsbändchens auf, wobei das feste
Ende des Reinigungsbändchens bevorzugt an der Speicherspule festgelegt ist, wodurch
das Reinigungsbändchen besonders einfach und ohne das Risiko einer Knoten- oder Schlingenbildung
auf- und abgerollt werden kann. Weiterhin bevorzugt ist die Speicherspule mit einem
darauf befindlichen Reinigungsbändchen aus dem Speicheraggregat entnehmbar, so dass
in einfacher Weise das Reinigungsbändchen gewechselt und/oder erneuert werden kann.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Reinigungsvorrichtung ist das Speicheraggregat
und insbesondere die Speicherspule mit einer automatischen und/oder motorischen Antriebseinheit
zum gesteuerten Bereitstellen und/oder Einziehen des freien Endes des Reinigungsbändchens
verbunden, wodurch eine aktive Ansteuerung in besonders einfacher Weise möglich ist.
Die Antriebseinheit kann dabei elektrisch und/oder pneumatisch betrieben werden. Bevorzugt
handelt es sich bei der Antriebseinheit um einen Motor, wobei jedoch auch ein direkter
Antrieb mittels wenigstens eines Luftstroms denkbar ist.
[0028] Obwohl die Reinigungsvorrichtung grundsätzlich an einer beliebigen Position einer
Spinnstelle, einer Luftspinnmaschine oder eines Serviceaggregats angeordnet sein kann,
sieht eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Spinnstelle einer Luftspinnmaschine
vor, dass die Reinigungsvorrichtung außerhalb der Wirbelkammer und bevorzugt außerhalb
des Bereichs der Luftspinndüse angeordnet ist, so dass der Luftspinnprozess durch
die Reinigungsvorrichtung ungestört durchgeführt werden kann. Dabei ist die Reinigungsvorrichtung
besonders bevorzugt in einer Fadenabzugsrichtung des luftgesponnenen Garns hinter
dem Garnbildungselement und/oder hinter dem Abzugskanal und/oder im Bereich eines
Aggregats der Fadenvorbereitung, insbesondere an dem Aggregat der Fadenvorbereitung,
angeordnet.
[0029] Eine Anordnung im Bereich eines Aggregats der Fadenvorbereitung ist dabei besonders
vorteilhaft, da die sonst zum Aufnehmen eines Endes eines gesponnenen Fadens vorgesehene
Fadenvorbereitung in besonders einfacher Weise auch das freie Ende des Reinigungsbändchens
aufnehmen kann und diese in gleicher Weise wie ein Fadenende in das Innere der Luftspinndüse,
insbesondere bis in die Wirbelkammer, insbesondere bis hin zum Ausgang des Faserbandeinlasses,
führen bzw. ziehen kann. Entsprechend ist es auch bevorzugt, dass das Zuführen des
freien Endes des Reinigungsbändchens insbesondere bis zum Ausgang des Faserbandeinlasses,
mittels eines Faserführungselements erfolgt. Um das freie Ende des Reinigungsbändchens
bis in die Wirbelkammer bzw. bis zum Ausgang des Faserbandeinlasses innerhalb der
Wirbelkammer führen zu können, kann die Fadenvorbereitung, insbesondere ein Aggregat
der Fadenvorbereitung, entsprechend geschaltet werden, wobei sowohl eine direkte Steuerung
der Fadenvorbereitung zum Greifen des Endes des Reinigungsbändchens möglich ist, als
auch ein Bewegen des Speicheraggregats und/oder des freien Endes des Reinigungsbändchens
in den Bereich der Fadenvorbereitung, so dass bei einer regulären Bedienung der Fadenvorbereitung
nun das Reinigungsbändchen anstelle des Garns ergriffen wird.
[0030] Viele Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements des Standes der Technik haben
den Nachteil, dass dazu die Luftspinndüse geöffnet werden muss. Obwohl grundsätzlich
auch eine Reinigung eines Garnbildungselements mittels eines Reinigungsbändchens mit
einer geöffneten Spinndüse denkbar wäre, sieht eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens
vor, dass eine Reinigung grundsätzlich in der geschlossenen Spinndüse bzw. mit geschlossener
Wirbelkammer erfolgt. Zudem ist bevorzugt, dass eine Reinigung bei einer Unterbrechung
des Luftspinnbetriebs erfolgt, so dass sich kein gesponnenes Garn oder zu spinnendes
Faserband in der Wirbelkammer befindet und das Reinigungsbändchen, insbesondere durch
den Abzugskanal, ungehindert in die Wirbelkammer ein- und ausgeführt werden kann.
[0031] Eine bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens zum Reinigen eines Garnbildungselements
sieht vor, dass das Einziehen mit eingeschalteter Wirbelluftströmung erfolgt, um Ablagerungen
abzuführen und/oder die Oberfläche des Abzugskanals besser zu reinigen, da bei einer
eingeschalteten Wirbelluftströmung es auch beim Einziehen zu einer Bewegung und/oder
einer Verwirbelung des Reinigungsbändchens kommt.
[0032] Weiterhin bevorzugt wird die Wirbelluftströmung in der Wirbelkammer mit oder nach
Austritt des freien Endes des Reinigungsbändchens aus dem Abzugskanal bzw. mit oder
nach Eintritt des freien Endes in die Wirbelkammer erzeugt. Dadurch kann eine effektive
und zuverlässige Reinigung des Bereichs auch um die Abzugskanalmündung des Garnbildungselements
innerhalb der Wirbelkammer gewährleistet werden. Ferner kann dadurch in zuverlässiger
Weise die Führung des freien Endes des Reinigungsbändchens innerhalb der Wirbelkammer
entlang der Oberfläche des Garnbildungselements ermöglicht werden.
[0033] Grundsätzlich kann das Reinigungsbändchen über eine beliebige Dauer und beliebig
oft wiederholt verwendet werden. Aufgrund von zunehmender Verschmutzung und/oder Abnutzung,
insbesondere im Bereich des freien Endes des Reinigungsbändchens, ist es jedoch vorteilhaft,
die Spitze des freien Endes des Reinigungsbändchens regelmäßig, insbesondere über
die der Spinnstelle, der Luftspinnmaschine oder des Serviceaggregats eigene Fadentrennmittel,
abzutrennen und zu verwerfen, wobei dies sowohl nach jeder Reinigung, als auch nach
einer festgelegten Anzahl an Reinigungen oder nach dem Verschmutzungs- oder Abnutzungsgrad
erfolgen kann. Die Fadentrennmittel können besonders bevorzugt Bestandteil der Fadenvorbereitung
sein, mittels welcher weiterhin bevorzugt ein Fadenende nach einer Spinnunterbrechung
für einen Anspinnprozess in vorbekannter Weise geeignet vorbereitet werden kann. Darüber
hinaus ist auch ein regelmäßiger Austausch des Reinigungsbändchens nach einer festgelegten
Anzahl an Reinigungen oder nach dem Verschmutzungs- oder Abnutzungsgrad denkbar. Zudem
kann auch eine Reinigung des Reinigungsbändchens bei dem Einziehen oder nach dem Einziehen
in die Reinigungsvorrichtung erfolgen, um das Reinigungsbändchen zumindest teilweise
zu reinigen und die Einsatzzeit zu verlängern.
[0034] Grundsätzlich kann die Reinigung zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen und beliebig
häufig wiederholt werden. Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens zum Reinigen
eines Garnbildungselements sieht vor, dass ein Reinigen eines Garnbildungselements
im Zuge einer Spinnunterbrechung beispielsweise nach wenigstens einem oder jedem Fadenbruch,
nach wenigstens einem oder jedem Schnitt des Garns, während einer Entnahme einer mittels
des luftgesponnenen Garns aufgespulten Auflaufspule und/oder während eines Wechsels
einer Spinnkanne, aus welcher das Faserband der Spinnstelle zugeführt wird, erfolgt.
Eine Reinigung nach einem Fadenbruch ermöglicht insbesondere, dass eine Verschmutzung
als möglicher Grund eines Fadenbruchs vor der Wiederaufnahme des Luftspinnvorgangs
beseitig wurde. Eine Reinigung nach einem Schnitt des Garns, während einer Entnahme
der Auflaufspule bzw. einem Einsetzen einer neuen Leerhülse in die Spulvorrichtung
und während eines Spinnkannenwechsels gewährleistet wie die Reinigung nach einem Fadenbruch
eine gleichbleibend hohe Garnqualität und -festigkeit. Alternativ oder zusätzlich
kann eine Reinigung auch periodisch mit definierten gleichen oder zueinander unterschiedlichen
Intervallabschnitten, insbesondere bezogen auf die Betriebszeit der Spinnstelle, die
Anzahl der Fadenbrüche, die Anzahl der Schnitte des Garns, die Anzahl der Auflaufspulenentnahmen
bzw. die Anzahl eingesetzter Leerhülsen, die Anzahl der Spinnkannenwechsel, im Allgemeinen
der Anzahl der Spinnunterbrechungen bzw. der Spinnstopps erfolgen, um eine regelmäßige
Reinigung gewährleisten bzw. längere Zeiträume ohne eine Reinigung vermeiden zu können.
Weiterhin alternativ oder zusätzlich kann eine Reinigung vor einer Inbetriebnahme
der Spinnstelle nach einer definierten Stillstandzeit und/oder vor Außerbetriebnahme
der Spinnstelle in Vorbereitung einer definierten Stillstandzeit erfolgen. Dadurch
kann ebenso sichergestellt werden, dass mit Wiederaufnahme des Luftspinnprozesses
diese störenden Ablagerungen in der Luftspinndüse weitestgehend minimiert oder eliminiert
sind.
[0035] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Spinnstelle von einer
Arbeitsstelle der Luftspinnmaschine umfasst sein. Unter einer Arbeitsstelle wird jede
Position an der Luftspinnmaschine verstanden, an welcher ein luftgesponnener Spinnfaden
bzw. ein Garn mittels der Spinnstelle aus einem der Spinnstelle zugeführten Faserband
erzeugt und über eine der Spinnstelle im Fadenlaufweg nachgelagerte Spulvorrichtung
zum Aufspulen einer Auflaufspule, insbesondere einer Kreuzspule, aufgespult wird.
Die Faserbandzuführung kann dabei über einen der Luftspinnmaschine zugeordneten zentralen
Faserbandspeicher oder über einen der einzelnen Spinnstelle zugeordneten jeweiligen
Faserbandspeicher, wie insbesondere eine Spinnkanne, in welcher eine definierte Menge
an Faserband aus der Spinnkanne entnehmbar abgelegt ist, erfolgen. Die Arbeitsstelle
kann weitere Faserband- oder Fadenbehandlungseinrichtungen zur definierten und bedarfsgerechten
Behandlung des Faserbandes bzw. des Fadens aufweisen. So kann die Arbeitsstelle über
Sensoriken zur Überwachung der Faserbandzuführung und/oder der Faserbandparameter
sowie oder alternativ zur Überwachung des Fadenabzugs, der Fadenzuführung zur Spulvorrichtung,
der Garnparameter, zur Ausreinigung von Garnfehlern und/oder zum Anspinnen nach einem
Faserband- oder Fadenbruch oder nach einem Spinnkannenwechsel oder einer Auflaufspulenentnahme
aufweisen. Weiterhin können der Arbeitsstelle Sensoriken oder andere Einrichtungen
im Bereich eines die Zuführung des Faserbands umfassenden Streckwerks zugeordnet sein,
mittels welchen das Faserband definiert und bedarfsgerecht verzogen und/oder mit zusätzlichen
Fasern, insbesondere aus einem unterschiedlichen Fasermaterial, einem sogenannten
Coregarn, versehen werden kann.
[0036] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spinnstelle einer Luftspinnmaschine
wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Luftspinndüse einer Luftspinnmaschine während des
Spinnprozesses,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht der in Figur 1 dargestellten Luftspinndüse mit einer Reinigungsvorrichtung
vor einer Reinigung eines Garnbildungselements der Luftspinndüse, und
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht der in Figur 1 dargestellten Luftspinndüse mit einer Reinigungsvorrichtung
während der Reinigung des Garnbildungselements.
[0037] Um ein Garn 14 mittels einer Spinnstelle 9 einer Luftspinnmaschine aus einem mittels
eines Streckwerks gestreckten Faserband 11 zu spinnen, wird einer in Figur 1 rein
schematisch dargestellten Luftspinndüse 12 das Faserband 11 im Bereich einer Zuführung
10 zugeführt. Das Faserband 11 gelangt durch einen Ausgang 13 eines Faserbandeinlasses
16 in eine Wirbelkammer im Inneren der Luftspinndüse 12 und wird dort mittels einer
Wirbelluftströmung an einem als Spinnkonus gebildeten Garnbildungselement 2 zu einem
Garn 14 versponnen, wobei die äußeren Fasern des Faserbandes 11 mittels der durch
Wirbelluftdüsen erzeugten Wirbelluftströmung um einen innenliegenden Faserkern gewunden
werden, so dass sich ein luftgarnspezifischer Garnaufbau eines parallelen Garnkerns
und in einem bestimmten Winkel anliegende Umwindefasern ergibt. Schließlich wird das
gesponnene Garn 14 durch einen Abzugskanal 15 aus der Luftspinndüse 12 abgezogen,
um einer nachfolgenden Fadenhandhabungseinrichtung wie einer Spulvorrichtung zum Bilden
einer Auflaufspule zugeführt werden zu können.
[0038] Wird beim Luftspinnen ein Faserband 11 aus synthetischen Fasern, insbesondere aus
Polyesterfasern, verwendet, so kann es im Laufe des Luftspinnprozesses zu Ablagerungen
von Faserfragmenten und Avivagen auf der Oberfläche des Garnbildungselements 2 oder
auch den Oberflächen des das Garnbildungselement 2 umgebenden Wandungen der Wirbelkammer
der Luftspinndüse 12 kommen, die langfristig zu einer Verschlechterung des Spinnergebnisses
und somit zu einer verminderten Garnfestigkeit und -qualität führen.
[0039] Um diese Oberfläche reinigen zu können, ist in Garnabzugsrichtung hinter dem Abzugskanal
15 und im Bereich eines Aggregats der Fadenvorbereitung der Spinnstelle 9 eine Reinigungsvorrichtung
1 angeordnet. Im Inneren eines Speicheraggregats 4 der Reinigungsvorrichtung 1 ist
ein Reinigungsbändchen 3 auf einer Speicherspule 8 aufgerollt.
[0040] Dabei ist das Reinigungsbändchen 3 mit einem festen Ende 5 an der Speicherspule 8
wiederholbar lös- und fixierbar festgelegt. Das freie Ende 6 des Reinigungsbändchens
3 ist durch Ab- und Aufrollen der Speicherspule 8 aus dem Speicheraggregat 4 ausleit-
und wieder einziehbar. Das Reinigungsbändchen 3 ist aus einem Fasermaterial gebildet
und weist eine raue Oberfläche auf.
[0041] Um das Reinigungsbändchen 3 nach dem Herausrollen aus dem Speicheraggregat 4 der
Luftspinndüse 12 zuführen zu können, weist die Reinigungsvorrichtung 1 schließlich
eine Reinigungsbändchenführung 7 auf, die durch weitere Bauteile der Spinnstelle 9,
insbesondere ein Aggregat der Fadenvorbereitung gebildet ist.
[0042] Um die Oberfläche des Garnbildungselements 2 reinigen zu können, wird der Luftspinnprozess
unterbrochen und anschließend bei noch immer geschlossener Luftspinndüse 12 das freie
Ende 6 des Reinigungsbändchens 3 mittels der Reinigungsbändchenführung 7 in den Bereich
der äußeren Öffnung des Abzugskanals 15 geführt (siehe Figur 2).
[0043] Anschließend wird das freie Ende 6 des Reinigungsbändchens 3 mittels der Fadenvorbereitung
in den Abzugskanal 15 geführt und dort in das Innere der Wirbelkammer in Richtung
des Ausgangs 13 des Faserbandeinlasses 16 vorgeschoben. Durch ein Einschalten der
Wirbelluftströmung im Inneren der Wirbelkammer wird das freie Ende 6 des Reinigungsbändchens
3 mehrfach gegen und um die Oberfläche des als Spinnkonus gebildeten Garnbildungselements
2 herum bewegt. Durch weiteres Zuführen des Reinigungsbändchens 3 zur Wirbelkammer
kann zudem das freie Ende 6 des Reinigungsbändchens 3 auch an den Düsenmündungen der
Wirbelluftdüsen vorbeigeführt werden, wobei besonders eine Reinigung im Bereich der
Spitze des Garnbildungselements 2 und im Bereich der Düsenmündungen erfolgt. Die über
die Wirbelluftströmung bedingte Bewegung des freien Endes 6 setzt sich entlang des
Reinigungsbändchens 3 in Richtung des festen Endes 5 derart fort, dass auch die Oberfläche
des Abzugskanals 15 innerhalb des Garnbildungselements 2 gereinigt werden. Das feste
Ende 5 des Reinigungsbändchens 3 ist rotierbar um die Erstreckungsachse des Reinigungsbändchens
3 derart festgelegt, dass eine ungewünscht starke Verdrillung des Reinigungsbändchens
3 durch Fortpflanzung der Bewegung des freien Endes 6 in Richtung des festen Endes
5 vermieden werden kann.
[0044] Schließlich wird das Reinigungsbändchen 3 wieder über den Abzugskanal 15 aus dem
Inneren der Luftspinndüse 12 abgezogen, wobei eine wiederholte Reinigung der Oberfläche
des Abzugskanals 15 erfolgt. Um das Reinigungsbändchen 3 knoten- und schlingenfrei
Lagern zu können, wird das Reinigungsbändchen 3 wieder im Inneren des Speicheraggregats
4 auf die Speicherspule 8 aufgerollt.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Reinigungsvorrichtung
- 2
- Garnbildungselement
- 3
- Reinigungsbändchen
- 4
- Speicheraggregat
- 5
- festes Ende
- 6
- freies Ende
- 7
- Reinigungsbändchenführung
- 8
- Speicherspule
- 9
- Spinnstelle
- 10
- Zuführung
- 11
- Faserband
- 12
- Luftspinndüse
- 13
- Ausgang
- 14
- Garn
- 15
- Abzugskanal
- 16
- Faserbandeinlass
1. Reinigungsvorrichtung (1) für ein Garnbildungselement (2) einer Luftspinndüse (12),
mit
- einem Reinigungsbändchen (3),
- einem Speicheraggregat (4) zum Bereitstellen und Einziehen des Reinigungsbändchens
(3), wobei
- ein festes Ende (5) des Reinigungsbändchens (3) am Speicheraggregat (4) festgelegt
und ein freies Ende (6) des Reinigungsbändchens (3) zum Reinigen des Garnbildungselements
(2) bereitstellbar und nach der Reinigung wieder einziehbar ist, und
- einer Reinigungsbändchenführung (7) zum Zuführen des freien Endes (6) des Reinigungsbändchens
(3) zu dem Garnbildungselement (2) zum mechanischen Reinigen.
2. Reinigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Speicheraggregat (4) eine Speicherspule (8) zum Ab- und Aufrollen des Reinigungsbändchens
(3) aufweist, wobei das feste Ende (5) des Reinigungsbändchens (3) an der Speicherspule
(8) festgelegt ist.
3. Reinigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Speicheraggregat (4) mit einer elektrischen und/oder pneumatischen Antriebseinheit
zum gesteuerten Bereitstellen und Einziehen des freien Endes (6) des Reinigungsbändchens
(3) verbunden ist.
4. Spinnstelle (9) einer Luftspinnmaschine, mit
- einer Zuführung (10) für ein Faserband (11) zu einer Luftspinndüse (12),
- eine Luftspinndüse (12) mit einem Faserbandeinlass (16) zum Einlass des zugeführten
Faserbandes (11) in die Luftspinndüse (12),
- einer im Inneren der Luftspinndüse (12) angeordneten Wirbelkammer zum Erzeugen einer
Wirbelluftströmung mittels wenigstens einer in die Wirbelkammer mündenden Wirbelluftdüse,
- einem innerhalb der Wirbelkammer angeordneten Garnbildungselement (2) zum Herstellen
eines Garns (14) aus dem über einen Ausgang (13) des Faserbandeinlasses (16) in die
Wirbelkammer zugeführten Faserband (11),
- einem sich durch das Garnbildungselement (2) erstreckenden Abzugskanal (15) zum
Abziehen des luftgesponnenen Garns (14), sowie
- einer Reinigungsvorrichtung (1), insbesondere nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 3, mit einem aus einem Speicheraggregat (4) bereitstellbaren und der Wirbelkammer
zuführbaren freien Ende (6) eines Reinigungsbändchens (3) zum mechanischen Reinigen
einer Oberfläche des Garnbildungselements (2).
5. Spinnstelle (9) einer Luftspinnmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) außerhalb der Luftspinndüse (12) angeordnet ist.
6. Spinnstelle (9) einer Luftspinnmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) in Fadenabzugsrichtung des luftgesponnenen Garns (14)
dem Garnbildungselement (2) nachgelagert und/oder im Bereich eines Aggregats der Fadenvorbereitung
angeordnet ist.
7. Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements (2) einer Luftspinndüse (12), mit
den Schritten:
- Zuführen eines freien Endes (6) eines Reinigungsbändchens (3) aus einer Reinigungsvorrichtung
(1) durch einen Abzugskanal (15) eines Garnbildungselements (2) in eine Wirbelkammer
der Luftspinndüse (12),
- Erzeugen einer Wirbelluftströmung in der Wirbelkammer mittels wenigstens einer in
der Wirbelkammer mündenden Wirbelluftdüse, um das Reinigungsbändchen (3) über eine
Oberfläche des Garnbildungselements (2) und/oder über wenigstens eine Düsenmündung
der Wirbelluftdüse zu führen, und nachfolgend
- Einziehen des Reinigungsbändchens (3) durch den Abzugskanal (15) zu der Reinigungsvorrichtung
(1).
8. Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements (2) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirbelluftströmung in der Wirbelkammer mit oder nach Austritt des freien Endes
(6) des Reinigungsbändchens (3) aus dem Abzugskanal (15) bzw. mit oder nach Eintritt
des freien Endes (6) in die Wirbelkammer erzeugt wird.
9. Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements (2) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführen des freien Endes (6) des Reinigungsbändchens (3) über eine Fadenvorbereitung
geschaltet wird.
10. Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements (2) nach wenigstens einem der Ansprüche
7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigen bei einer Unterbrechung des Luftspinnbetriebs bei geschlossener Luftspinndüse
(12) erfolgt.
11. Verfahren zum Reinigen eines Garnbildungselements (2) nach wenigstens einem der Ansprüche
7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Einziehen des freien Endes (6) mit eingeschalteter Wirbelluftströmung erfolgt.