[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Flügel für ein Fenster oder eine Tür, wobei
der Flügel einen aus mehreren Profilabschnitten gebildeten Flügelrahmen mit einer
Haupthohlkammer zur Aufnahme eines Verstärkungselements und einer Beschlagnut zur
zumindest teilweisen Aufnahme eines Beschlagelements; ein in den Flügelrahmen aufgenommenes
Flächenelement; ein zumindest teilweise in die Beschlagnut aufgenommenes Beschlagelement;
und ein in die Haupthohlkammer aufgenommenes, aus mehreren Schenkeln aufgebautes Verstärkungselement
umfasst. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Verstärkungselement
für einen derartigen Flügel.
[0002] Derartige Fenster- und Türflügel sowie Verstärkungselemente dafür sind im Stand der
Technik weitreichend bekannt. Beispielsweise beschreibt die
EP 0 585 531 A1 ein derartiger Flügel mit einem Flügelrahmen aus einem Hohlkammerprofil, in dessen
Haupthohlkammer ein im Querschnitt im Wesentlichen rechteckiges, einseitig offenes
Verstärkungselement aufgenommen ist, wobei in den vom Verstärkungselement umschlossenen
Hohlraum ausgehend von der Beschlagnut des Flügelrahmens ein als Schlosskasten ausgebildetes
Beschlagelement hineinragt. Nachteilig an dem in der
EP 0 585 531 A1 beschriebenen Flügel wird gesehen, dass der darin beschriebene Flügel einen relativ
geringen Einbruchschutz bietet. Darüber hinaus trägt das in dem Flügel gemäß der
EP 0 585 531 A1 verwendete Verstärkungselement nur eingeschränkt zur statischen Stabilität des Flügels
bei.
[0003] Vor diesem Hintergrund liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung in der Bereitstellung
eines Flügels für ein Fenster oder für eine Tür, der die Nachteile des Stands der
Technik zumindest teilweise überwindet. Insbesondere soll der erfindungsgemäße Flügel
einen verbesserten Einbruchsschutz bieten. Darüber hinaus soll das in dem erfindungsgemäßen
Flügel eingesetzte Verstärkungselement dem erfindungsgemäßen Flügel eine gegenüber
dem Stand der Technik erhöhte Stabilität verleihen. Schließlich liegt die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung auch in der Bereitstellung eines Verstärkungselements für
einen derartigen Flügel.
[0004] Gemäß der vorliegenden Erfindung werden diese und andere Aufgaben durch einen Flügel
für ein Fenster oder eine Tür mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch ein Verstärkungselement
mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Flügels sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0005] Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde erkannt, dass die Einbruchssicherheit eines
Fensters bzw. einer Tür dadurch erhöht werden kann, dass einem Beschlagelement, dass
in den vom Verstärkungselement umschlossenen Hohlraum hineinragt, weniger Spielraum
für ein Verschwenken zur Verfügung gestellt wird. Das Getriebe des Beschlags wird
auf von der Außenseite durch Verschrauben an dem Flügelrahmen befestigt. Bei einem
Einbruchsversuch kann daher durch Hin- und Herbewegen des Getriebes eine Hebelwirkung
auf das teilweise in den Hohlraum des Verstärkungselements aufgenommene Beschlagelements,
beispielsweise auf einen Schlosskasten, ausgeübt werden. Diese Hebelwirkung kann dazu
führen das Schließelemente, beispielsweise Schließzapfen, aus den am Blendrahmen befestigten
Schließblechen heraustreten und das Öffnen des Fensters freigeben können. Erfindungsgemäß
wird dem dadurch entgegengetreten, dass das Verstärkungselement zumindest einen Schenkel
aufweist, der mindestens einen Abschnitt umfasst, der parallel zu einer Nutwand der
Beschlagnut und in Verlängerung der Nutwand der Beschlagnut angeordnet ist. Wird bei
einem Einbruchsversuch nun versucht, das Fenster durch Einwirkung auf das Getriebe
zu öffnen, kommt es bereits bei einem sehr geringen Verschwenken des Beschlagelements
zu einem Anliegen des Beschlagelements an dem Schenkel, sodass ein weiteres Verschwenken
in diese Richtung nicht mehr möglich ist. Auf diese Weise wird der Einbruchschutz
eines den erfindungsgemäßen Flügel umfassenden Fensters erheblich erhöht. Darüber
hinaus trägt ein derartiges Verstärkungselement erheblich zur statischen Stabilität
des erfindungsgemäßen Flügels bei.
[0006] Dementsprechend liegt die vorliegende Erfindung in der Bereitstellung eines Flügels
für ein Fenster oder eine Tür, der einen aus mehreren Profilabschnitten gebildeten
Flügelrahmen mit einer Haupthohlkammer zur Aufnahme eines Verstärkungselements und
einer Beschlagnut zur zumindest teilweisen Aufnahme eines Beschlagelements; ein in
den Flügelrahmen aufgenommenes Flächenelement; ein zumindest teilweise in die Beschlagnut
auf genommenes Beschlagelement; und ein in die Haupthohlkammer aufgenommenes, aus
mehreren Schenkeln aufgebautes Verstärkungselement umfasst, wobei sich der Flügel
erfindungsgemäß dadurch auszeichnet, dass das Verstärkungselement zumindest einen
Schenkel aufweist, der mindestens einen Abschnitt aufweist, der parallel zu einer
Nutwand der Beschlagnut und in Verlängerung der Nutwand der Beschlagnut angeordnet
ist.
[0007] In Bezug auf den erfindungsgemäßen Flügel ist es bevorzugt, wenn der mindestens eine
Schenkel des Verstärkungselements eine Anlagefläche zur zumindest teilweisen Abstützung
des Beschlagelemnts aufweist. Hierin ist unter einer "Anlagefläche" eine Teilfläche
eines Schenkels des Verstärkungselements zu verstehen, an der ein Teil des Beschlagelements
bei einem geringen Verschwenken des Beschlagelements, beispielsweise um einen Winkel
im Bereich von 2° bis 15°, insbesondere von 3° bis 10°, in dem Verstärkungselement
zur Anlage kommt. Eine derartige Anlagefläche trägt weiter zum Einbruchsicherheit
eines einen erfindungsgemäßen Flügel umfassenden Fensters bei.
[0008] Zusätzlich oder alternativ dazu kann es hilfreich sein, zwei Schenkel des Verstärkungselements
jeweils zumindest einen Abschnitt umfassen, der jeweils parallel zu einer Nutwand
der Beschlagnut und jeweils in Verlängerung dieser Nutwand der Beschlagnut angeordnet
sind. Auf diese Weise wird ein Verschwenken des Beschlagelements in zwei Richtungen
durch einen Eingriff von außen eingeschränkt, was den Einbruchschutz weiter erheblich
verbessert.
[0009] Es kann sich auch als günstig erweisen, wenn der Flügelrahmen einen Profilsteg aufweist,
der zumindest abschnittsweise parallel zu einer Nutwand der Beschlagnut und in Verlängerung
der Nutwand der Beschlagnut angeordnet ist. Auf diese Weise wird das Verschwenken
des Beschlagelements, das zumindest teilweise in der Beschlagnut aufgenommen ist,
durch äußere Einwirkung in zwei Richtungen stark eingeschränkt, wobei dies in einer
Richtung durch das Verstärkungselement, in der anderen Richtung durch den Steg des
Flügelrahmenprofils erfolgt. Auf diese Weise kann die Einbruchsicherheit des Fensters,
das einen erfindungsgemäßen Flügel umfasst, weiter erhöht werden. In diesem Zusammenhang
kann es von besonderem Nutzen sein, wenn der Profilsteg des Flügelrahmens eine Profilanlage-fläche
zur zumindest teilweisen Abstützung des Beschlagelements aufweist. Auch eine derartige
Anlagefläche trägt weiter zum Einbruchsicherheit eines einen erfindungsgemäßen Flügel
umfassenden Fensters bei. Unter einer "Profilanlagefläche", wie hierin verwendet,
ist eine Teilfläche eines Stegs eines Profils zu verstehen, an der ein Teil des Beschlagelements
bei einem geringen Verschwenken des Beschlagelements, beispielsweise um einen Winkel
im Bereich von 2° bis 15°, insbesondere von 3° bis 10°, in dem Verstärkungselement
zur Anlage kommt.
[0010] Es kann auch günstig sein, wenn das Verstärkungselement einen im Wesentlichen L-förmigen
oder g-förmigen Querschnitt aufweist. Ein derartiger Querschnitt lässt sich bei hoher
Stabilität des Verstärkungselements gut in die Haupthohlkammer des Flügelrahmenprofils
einbringen.
[0011] Es kann auch hilfreich sein, wenn einer der Schenkel des einen im Wesentlichen orthogonal
zu dem Schenkel angeordneten weiteren Schenkel aufweist, an dem eine zusätzliche Anlagefläche
angeordnet ist. So wird in einfacher Weise ein Schutz vor dem von außen bewirkten
Verschwenken des Beschlagelements in beide Verschwenkrichtungen realisiert. In diesem
Zusammenhang kann es besonders günstig sein, wenn der weitere Schenkel doppelwandig
ausgebildet ist.
[0012] Es kann auch günstig sein, wenn der mindestens eine Schenkel des Verstärkungselements
im Bereich der Anlagefläche doppelwandig ausgebildet ist. Doppelte Wände erhöhen den
statisch stabilisierenden Faktor, der dem erfindungsgemäßen Flügel vom Verstärkungselement
übertragen wird, erheblich.
[0013] Bevorzugt handelt es sich bei den Rahmenprofilen sowohl für den Flügelrahmen als
auch für den Blendrahmen um ein mehrere Hohlkammern umfassendes Hohlkammerprofil,
insbesondere um ein mehrere Hohlkammern umfassendes Kunststoff-Hohlprofilkammerprofil
oder ein mehrere Hohlkammern umfassendes Aluminium-Hohlkammerprofil, wobei jeweils
Kunststoff-Hohlprofilkammerprofile besonders bevorzugt sind. Damit ist die Ausbildung
des erfindungsgemäßen Fensters als Kunststofffenster besonders bevorzugt.
[0014] Der erfindungsgemäße Flügel, das erfindungsgemäße Verstärkungselement sowie einzelne
Teile davon können auch zeilenweise oder schichtweise unter Verwendung eines zeilenaufbauenden
oder schichtaufbauenden Fertigungsverfahrens (z. B. 3D-Druck) hergestellt werden.
Das Profil des Flügelrahmens wird jedoch bevorzugt durch Extrusion bzw. Strangpressen
hergestellt und zu Holmen abgelängt, die auf Gehrung geschnitten und miteinander verschweißt
bzw. verbunden werden.
[0015] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Querschnittsdarstellung eines Fensterflügels nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine Querschnittsdarstellung eines Fensterflügels gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 eine Querschnittsdarstellung eines Fensterflügels gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
Fig. 4 eine Querschnittsdarstellung eines Fensterflügels gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung; und
Fig. 5 eine Querschnittsdarstellung eines Fensterflügels gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
[0016] In Fig. 1 ist ein Flügel 1 für ein Fenster nach dem Stand der Technik am Beispiel
eines Fensterflügels mit einem als Kunststoff-Hohlprofilrahmen ausgebildeten Flügelrahmen
2 einer Querschnittsdarstellung gezeigt. Der Flügelrahmen 2 ist aus Polyvinylchlorid
hergestellt. Der Flügelrahmen 2 umfasst einen Glasfalz 3, in den ein als Dreischeiben-Isolierverglasung
ausgebildetes und durch eine Halteleiste 4 gehaltenes Flächenelement 5 aufgenommen
ist. An der dem Glasfalz 3 gegenüberliegenden Seite weist der Flügelrahmen 2 eine
Beschlagnut 6 auf, in die ein als Schließkasten ausgebildetes Beschlagelement 7 eingebracht
ist. Dabei durchdringt das Beschlagelement 7 den Nutgrund der Beschlagnut 6 und ragt
in eine zentral im Profil des Flügelrahmens 2 angeordnete Haupthohlkammer 8 hinein,
die üblicherweise auch als Armierungskammer bezeichnet wird. In die Haupthohlkammer
8 ist ein als Stahlarmierung ausgebildetes Verstärkungselement 9 aufgenommen. Das
Verstärkungselement 9 ist aus mehreren Schenkeln gebildet und weist einen im Wesentlichen
C-förmigen Querschnitt auf, wobei das Beschlagelement 7 durch die offene Seite des
Verstärkungselements 9 in den durch die Schenkel des Verstärkungselements 9 umgebenen
Hohlraum hineinragt. Durch den C-förmigen Querschnitt weisen die Schenkel des Verstärkungselements
einen großen Abstand zu den Seitenflächen des Beschlagelements 7 auf. Wenn das den
Flügel 1 umfassende Fenster bei einem Einbruchsversuch von außen aufgebrochen werden
soll, kann von außen mit einem Schraubenzieher auf das Getriebeband 10 eingewirkt
werden. Dieses Einwirken überträgt sich auf das als Schließkasten ausgebildete Beschlagelement
7, das dadurch in zwei Richtungen verdreht werden kann. Diese beiden Richtungen sind
in Fig. 1 durch einen Doppelpfeil angedeutet. Da die Seiten des Beschlagelements 7
von den Schenkeln des Verstärkungselements 9 relativ weit beabstandet sind, ist die
Bewegungsmöglichkeit des Beschlagelements 7 in beide Richtungen relativ groß. Dadurch
wird es möglich, den Schließzapfen 11 des Beschlagelements 7 aus einen am Blendrahmen
befestigten Schließblech herauszulösen, der im geschlossenen Zustand des Fensters
in ein am Blendrahmen des Fensters angebrachtes Schließblech eingreift. Durch das
Herauslösen des Schließzapfens 11 aus dem Schließblech wird das Öffnen des Fensters
freigegeben.
[0017] Fig. 2 zeigt im Gegensatz dazu einen Flügel 1 für ein Fenster nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ebenfalls am Beispiel eines Fensterflügels mit einem als
Kunststoff-Hohlprofilrahmen ausgebildeten Flügelrahmen in einer Querschnittsdarstellung.
Das Hohlkammerprofil des Flügelrahmens 2 ist aus einem thermoplastischen Polymermaterial
hergestellt, vorzugsweise Polyvinylchlorid (PVC), insbesondere Hart-PVC (PVC-U) oder
glasfaserverstärktem PVC, dem zusätzlich Zusatzstoffe wie z. B. Stabilisatoren, Weichmacher,
Pigmente und dergleichen zugesetzt sind. Es ist aus einer Vielzahl von Hohlkammern
aufgebaut, die jeweils von Stegen des Flügelrahmens 2 umgeben sind. Zentral umfasst
das Profil des Flügelrahmens 2 wiederum eine Haupthohlkammer 8, in der ein als Stahlarmierung
ausgebildetes Verstärkungselement 9 aufgenommen ist. Der in der Einbausituation gemäß
Fig. 2 obere Steg 12 der Haupthohlkammer 8 bildet zusammen mit einem Außenüberschlag
13 einen Glasfalz 3. An der dem Außenüberschlag 13 gegenüberliegenden Seite weist
das Profil des Flügelrahmens 2 eine Halteleistennut auf, in der wiederum die Halteleiste
4 verankert ist, die in der dargestellten Ausführungsform als Glashalteleiste ausgebildet
ist und durch die ein in den Glasfalz 3 aufgenommenes, nicht dargestelltes Flächenelement,
insbesondere eine Isolierverglasung, vorzugsweise eine Zwei- oder Dreischeiben-Isolierverglasung,
stabilisiert wird.
[0018] An der dem oberen Steg 12 gegenüberliegenden Seite weist der Flügelrahmen 2 eine
Beschlagnut 6 auf. Die Beschlagnut 6 wird durch zwei Nutwände 14.1 und 14.2 und einen
Nutgrund 15 begrenzt. Über einen Großteil ihrer Tiefe sind die beiden Nutwände 14.1
und 14.2 parallel zueinander angeordnet. In der Beschlagnut 6 ist ein als Schlosskasten
mit Schließzapfen 11 ausgebildetes Beschlagelement 7 festgelegt. Dabei durchdringt
das Beschlagelement 7 den Nutgrund 15 und ragt so in die Haupthohlkammer 8 des Flügelrahmens
2 hinein.
[0019] Das als Stahlarmierung ausgebildete Verstärkungselement 9 ist mehrschenklig ausgebildet.
Es weist einen im Wesentlichen L-förmigen Querschnitt auf, wobei der Schenkel 16 des
L-förmigen Querschnitt einen Hohlraum umschließt, während der andere Schenkel 17 durch
Umlegen des Armierungsstahls doppelwandig und hinsichtlich seiner Geometrie gerade
ausgebildet ist. Die zur Nutwand 14.1 weisende Seite des einen Hohlraum umschließenden
Schenkels 16 weist eine Stufe auf, durch die diese Seite in zwei Abschnitte 18.1 und
18.2 unterteilt wird. Die beiden Abschnitte 18.1 und 18.2 verlaufen weitgehend parallel
zur Nutwand 14.1. Zusätzlich liegt der Abschnitt 18.2 in der Verlängerung der Nutwand
14.1. Damit liegt zwischen dem Abschnitt 18.2 des Verstärkungselements 9 und dem Beschlagelement
7 nur ein sehr geringer Abstand. Auf diese Weise liegt eine Seite des Beschlagelement
7 bereits nach einem sehr geringen Verdrehen an einer Anlagefläche 19 des Abschnitts
18.2 an.
[0020] Die der Nutwand 14.1 gegenüberliegenden Nutwand 14.2 wird durch den Profilsteg 20
bis zum oberen Steg 12 der Haupthohlkammer 8 verlängert. Damit verläuft der Profilsteg
20 parallel zur Nutwand 14.2 der Beschlagnut 6. So ist auf dieser Seite des Beschlagelement
7 der Abstand zwischen dem Beschlagelement 7 und dem Profilsteg 20 sehr gering, sodass
bereits bei einem sehr geringen Verdrehen diese Seite des Beschlagelement 7 gegen
eine Profilanlagefläche 21 des Profilsteg 20 stößt.
[0021] Damit ist ein stärkeres Verdrehen des Beschlagelements 7 in beide Richtungen durch
eine äußere Einwirkung auf das mit dem Flügelrahmen 2 verbundene Getriebeband 10 verhindert,
was die Einbruchsicherheit des den erfindungsgemäßen Flügel 1 umfassenden Fensters
erheblich verbessert.
[0022] Der Schenkel 17 des Verstärkungselements 9 ist im Bereich des Beschlagelements 7
umgelegt und damit doppelwandig ausgeführt. Dadurch wird der Abstand zwischen dem
Schenkel 17 und dem Beschlagelement 7 verringert, sodass ein Eindrücken des Beschlagelements
7 in die Haupthohlkammer 8 des Flügelrahmens hinein verhindert wird, was ebenfalls
der Einbruchsicherheit erhöht. Darüber hinaus trägt dies zur statischen Stabilität
des erfindungsgemäßen Flügels bei, weil das Gewicht des in den Flügelrahmen 2 aufgenommene
Flächenelements 5 (vgl. Fig. 4) besser abgetragen werden kann.
[0023] Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf weitere Ausführungsformen
erläutert, die in Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 5 dargestellt sind. Um Wiederholungen zu
vermeiden, wird hierin lediglich auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausführungsformen
eingegangen. Ansonsten gelten die Ausführungen in Bezug auf die Ausführungsform gemäß
Fig. 2 entsprechend. Identische Bezugszeichen stehen für gleiche Elemente.
[0024] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Flügels 1 für ein
Fenster in einer Querschnittsdarstellung gezeigt. Der erfindungsgemäße Flügel 1 gemäß
Fig. 3 unterscheidet sich von dem in Fig. 2 dargestellten erfindungsgemäßen Flügel
1 lediglich hinsichtlich des in die Haupthohlkammer 8 des Flügelrahmens 2 aufgenommenen
Verstärkungselements 9. Gemäß Fig. 3 umfasst die zur Nutwand 14.1 weisende Seite des
mehrschenklig ausgebildeten Verstärkungselements 9 eine Umlegung. Dadurch ist diese
Seite des Schenkels 16 in zwei Abschnitte 18.1 und 18.2 unterteilt. Dabei ist der
Abschnitt 18.2 doppelwandig ausgeführt. Der umgelegte Teil des Abschnitts 18.2 verläuft
wiederum weitgehend parallel zur Nutwand 14.1 der Beschlagnut 6 und ist in Verlängerung
der Nutwand 14.1 angeordnet. Damit liegt wiederum zwischen dem Abschnitt 18.2 des
Verstärkungselements 9 und dem Beschlagelement 7 nur ein sehr geringer Abstand. Dadurch
liegt eine Seite des Beschlagelement 7 bereits nach einem sehr geringen Verdrehen
an einer Anlagefläche 19 des Abschnitts 18.2 an. Ein stärkeres Verdrehen zur anderen
Seite wird wiederum durch den Profilsteg 20 mit der Profilanlagefläche 21 verhindert.
Auf diese Weise verbessert auch der erfindungsgemäße Flügel 1 den Einbruchschutz beträchtlich.
[0025] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Flügels 1 ist in Fig. 4 ebenfalls
in einer Querschnittsdarstellung gezeigt, in der auch das Flächenelement 5 schematisch
dargestellt ist. Gemäß Fig. 4 ist das Profil des Flügelrahmens 2 geringfügig gegenüber
Fig. 2 und Fig. 3 verändert. Das in die Haupthohlkammer 8 aufgenommene Verstärkungselement
9 umfasst in der Ausführungsform gemäß Fig. 4 neben den Schenkeln 16 und 17 einen
weiteren Schenkel 22, der sich gegen eine Profilwand 23 der Haupthohlkammer 8 abstützt.
Das Verstärkungselement 9 gemäß Fig. 4 besitzt damit einen im wesentlichen g-förmigen
Querschnitt.
[0026] Gemäß Fig. 4 weist die zur Nutwand 14.1 der Beschlagnut 6 weisende Seite des Verstärkungselement
9 wiederum eine Umlegung auf. Dadurch ist diese Seite des Schenkels 16 in zwei Abschnitte
18.1 und 18.2 unterteilt. Der Abschnitt 18.2 ist dabei wiederum doppelwandig ausgeführt.
Der umgelegte Teil des Abschnitts 18.2 verläuft auch in der Ausführungsform gemäß
Fig. 4 weitgehend parallel zur Nutwand 14.1 der Beschlagnut 6 und ist in Verlängerung
der Nutwand 14.1 angeordnet. Damit liegt wiederum zwischen dem Abschnitt 18.2 des
Verstärkungselements 9 und dem Beschlagelement 7 nur ein sehr geringer Abstand. Dadurch
liegt eine Seite des Beschlagelement 7 bereits nach einem sehr geringen Verdrehen
an einer Anlagefläche 19 des Abschnitts 18.2 an, wodurch die Einbruchsicherheit eines
Fensters, das den in Fig. 4 dargestellten erfindungsgemäßen Flügel 1 umfasst, verbessert
wird. Ein stärkeres Verdrehen des Beschlagelement 7 in Richtung des Schenkels 22 ist
in der Ausführungsform nach Fig. 4 allerdings möglich.
[0027] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Flügels 1 erneut
in einer Querschnittsdarstellung. Die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Flügels
1 gemäß Fig. 5 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß Fig. 4 lediglich bezüglich
der Ausgestaltung des Verstärkungselements 9. Gemäß Fig. 5 ist der weitere Schenkel
22 verkürzt und doppelwandig ausgebildet. Der weitere Schenkel 22 weist einen Abschnitt
24 auf, der weitgehend parallel zur Nutwand 14.2 der Beschlagnut 6 verläuft und in
Verlängerung der Nutwand 14.2 angeordnet ist. Dabei weist der orthogonal zum Schenkel
17 angeordnete weitere Schenkel 22 an seiner dem Beschlagelement 7 zugewandten Seite
lediglich einen geringen Abstand zum Beschlagelement 7 auf. Bei einem geringfügigen
Verdrehen des Beschlagelements 7 schlägt das Beschlagelement 7 gegen eine zusätzliche
Anlagefläche 25 an, die sich am zusätzlichen Schenkel 22 befindet.
[0028] Daneben verläuft auch der Abschnitt 18.2 des Schenkels 16 parallel zur Nutwand 14.1
der Beschlagnut 6 und ist in der Verlängerung der Beschlagnut 14.1 angeordnet. Dadurch
ist ein Verdrehen des Beschlagelement 7 in beide Verschwenkungsrichtungen durch äußere
Einwirkung auf das Getriebeband 10 ebenfalls nur in geringem Umfang möglich. Dadurch
verleiht der erfindungsgemäße Flügel 1 einem diesen umfassenden Fenster einen erheblich
erhöhten Einbruchschutz.
[0029] Die Erfindung wurde vorangehend unter Bezugnahme auf einen Flügel für ein Fenster
im Detail erläutert. Es versteht sich, dass die Ausführungen auch für einen Flügel
für eine Tür entsprechend gelten. Dabei ist als Profilrahmen exemplarisch ein Kunststoff-Hohlprofilrahmen
beschrieben. Die Ausführungen gelten entsprechend auch für andere Arten von Profilrahmen,
beispielsweise Aluminiumprofilrahmen, Holzprofilrahmen, Alumini-um-Kunststoff-Verbundprofilrahmen,
Aluminium-Holz-Verbundprofilrahmen und dergleichen.
1. Flügel (1) für ein Fenster oder eine Tür, umfassend:
- einen aus mehreren Profilabschnitten gebildeten Flügelrahmen (2) mit einer Haupthohlkammer
(8) zur Aufnahme eines Verstärkungselements (9) und einer Beschlagnut (6) zur zumindest
teilweisen Aufnahme eines Beschlagelements (7);
- ein in den Flügelrahmen (2) aufgenommenes Flächenelement (5);
- ein zumindest teilweise in die Beschlagnut (6) aufgenommenen Beschlagelement (7);
und
- ein in die Haupthohlkammer (8) aufgenommenes, aus mehreren Schenkeln (16, 17, 22)
aufgebautes Verstärkungselement (9);
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verstärkungselement (9) mindestens einen Schenkel (16, 17, 22) aufweist, der mindestens
einen Abschnitt (18.2, 24) umfasst, der parallel zu einer Nutwand (14.1, 14.2) der
Beschlagnut (6) und in Verlängerung der Nutwand (14.1, 14.2) der Beschlagnut (6) angeordnet
ist.
2. Flügel (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Abschnitt (18.2, 24) des Verstärkungselements (9) eine Anlagefläche
(19, 25) zur zumindest teilweisen Abstützung des Beschlagelements (7) aufweist.
3. Flügel (1) gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Schenkel (16, 22) des Verstärkungselements (9) jeweils zumindest einen Abschnitt
(18.2, 24) umfassen, der jeweils parallel zu einer Nutwand (14.1, 14.2) der Beschlagnut
(6) und jeweils in Verlängerung dieser Nutwand (14.1, 14.2) der Beschlagnut (6) angeordnet
sind.
4. Flügel (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Flügelrahmen (2) einen Profilsteg (20) aufweist, der zumindest abschnittsweise
parallel zur Nutwand (14.2) der Beschlagnut (6) und in Verlängerung der Nutwand (14.2)
der Beschlagnut (6) angeordnet ist.
5. Flügel (1) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilsteg (20) des Flügelrahmens (2) eine Profilanlagefläche (21) zur zumindest
teilweisen Abstützung des Beschlagelements (7) aufweist.
6. Flügel (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (9) einen im Wesentlichen L-förmigen oder g-förmigen Querschnitt
aufweist.
7. Flügel (1) gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Schenkel (17) des Verstärkungselements (9) einen im Wesentlichen orthogonal
zu dem Schenkel (17) angeordneten weiteren Schenkel (22) aufweist, an dem eine zusätzliche
Anlagefläche (25) angeordnet ist.
8. Flügel (1) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Schenkel (22) doppelwandig ausgebildet ist.
9. Flügel (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Abschnitt (18.2, 24) des Schenkels (16, 22) des Verstärkungselements
(9) im Bereich der Anlagefläche (19) doppelwandig ausgebildet ist.
10. Verstärkungselement (9) für einen Flügel (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.