[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Förderung eines Fluids durch eine Schraubenspindelpumpe,
wobei wenigstens eine Antriebsspindel der Schraubenspindelpumpe durch einen Asynchronmotor
angetrieben wird. Daneben betrifft die Erfindung eine Schraubenspindelpumpe.
[0002] Schraubenspindelpumpen werden in vielen Bereichen eingesetzt, um Fluide zu fördern.
Hierbei können rein flüssige Medien, beispielsweise Rohöl oder Erdöl, gefördert werden.
Häufig liegen jedoch Gemische von Gasen und Flüssigkeiten, beispielsweise von Erdöl
und Erdgas, vor, die gefördert werden sollen.
[0003] Wird in herkömmlichen Schraubenspindelpumpen ein Gas-Flüssigkeitsgemisch mit einem
relativ hohen Gasanteil gefördert, so erfolgt die Gaskompression primär dadurch, dass
Flüssigkeit aus Pumpenkammern, die sich bereits auf einem relativ hohen Druck befinden,
in vorangehende Pumpenkammern zurückströmt und dort das Gas komprimiert. Nachteilig
ist hierbei, dass das Fluid zunächst gegen einen relativ steilen Druckgradienten gefördert
wird und anschließend zumindest teilweise in einen Bereich geringeren Drucks zurückströmt.
Hierdurch resultiert typischerweise eine Leistungsanforderung für die Pumpe, die näherungsweise
vom Gasanteil unabhängig ist. Selbst bei hohen Gasanteilen erfolgt die Auslegung und
Ansteuerung der Pumpe somit genauso, wie sie auch für eine reine Flüssigkeitsförderung
erfolgen würde.
[0004] Im Rahmen einer internen Weiterentwicklung entsprechender Pumpen wurde erkannt, dass
durch geeignete Wahl der Pumpengeometrie und Drehzahl erreicht werden kann, dass Schraubenspindelpumpen
im Mehrphasenbetrieb bei hohen Gasgehalten von beispielsweise 90 % oder mehr eine,
beispielsweise um 25 %, geringere Antriebsleistung benötigen als für einen reinen
Flüssigkeitstransport.
[0005] In vielen Anwendungsfällen, in denen ein Mehrphasengemisch gefördert wird, beispielsweise
im Bereich der gemeinsamen Erdöl- und Erdgasförderung, können jedoch Pfropfenströmungen
auftreten, sodass kurzzeitig ein Fluid mit nahezu 100 % Flüssigkeitsanteil gefördert
werden muss. Da die erwähnte Weiterentwicklung jedoch ausschließlich bei hohen Gasgehalten
die erforderliche Antriebsleistung senkt, resultiert in solchen Anwendungsfällen zwar
eine merkliche Reduktion der Energiekosten. Der Asynchronmotor muss jedoch so ausgelegt
werden, dass die Schraubenspindelpumpe eine ausreichende Leistung für einen reinen
Flüssigkeitstransport bereitstellt. Daher ist die Reduzierung der erforderlichen Antriebsleistung
ausschließlich beim Transport von Fluiden mit hohem Gasgehalt in den meisten Anwendungsfällen
nicht ausreichend ist, um auch den Antrieb der Schraubenspindelpumpe kleiner dimensionieren
zu können und somit die Anschaffungskosten der Schraubenspindelpumpe zu senken.
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die Kosten bzw. den technischen Aufwand
für die Bereitstellung einer Schraubenspindelpumpe zu reduzieren.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Förderung eines Fluids durch eine Schraubenspindelpumpe
gelöst, wobei wenigstens eine Antriebsspindel der Schraubenspindelpumpe durch einen
Asynchronmotor angetrieben wird, wobei
- der Asynchronmotor mit einer ersten Solfrequenz betrieben wird, wobei als Fluid ein
Gas-Flüssigkeitsgemisch gefördert wird,
- eine von einem Flüssigkeitsanteil des Fluids abhängige Messgröße erfasst wird, und
- nach einer Erfüllung einer von der Messgröße abhängigen Frequenzänderungsbedingung
der Asynchronmotor mit einer gegenüber der ersten Sollfrequenz reduzierten zweiten
Sollfrequenz betrieben wird.
[0008] Wie später noch genauer erläutert werden wird, kann eine Verringerung der erforderlichen
Antriebsleistung zur Förderung von Fluiden mit hohem Gasgehalt gegenüber der erforderlichen
Antriebsleistung zur Förderung von reinen Flüssigkeiten insbesondere bei relativ hohe
Drehzahlen der Schraubenspindelpumpe erreicht werden. Um ausreichend hohe Drehzahlen
bei relativ kleinbauenden Pumpen zu erreichen, ist es vorteilhaft, den Asynchronmotor
im sogenannten Feldschwächbereich zu betreiben, in dem eine Maximalspannung, die zum
bestromen der Wicklungen des Asynchronmotors genutzt wird, aufgrund der Induktivität
der Spulen und der genutzten Frequenz nicht ausreicht, um maximale Ströme und somit
maximale Feldstärken im Asynchronmotor zu erreichen. Dies wird im erfindungsgemäßen
Verfahren ausgenutzt, indem bei Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung die Sollfrequenz
abgesenkt wird, sodass keine oder zumindest eine geringere Feldschwächung resultiert
und somit bei gleicher Leistung ein höheres Drehmoment bereitgestellt werden kann.
Der Asynchronmotor kann somit so dimensioniert werden, dass er bei der ersten Sollfrequenz
ein ausreichend hohes Drehmoment bereitstellt, um ein Fluid mit hohem Gasanteil von
beispielsweise wenigstens 90 % bzw. einem entsprechenden Flüssigkeitsanteil von maximal
10% zu fördern. Wird anhand der Messgröße festgestellt, dass der Flüssigkeitsanteil
des Fluids zu hoch ist, kann die Sollfrequenz aufgrund der Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung
abgesenkt werden, womit ein ausreichend hohes Drehmoment bereitgestellt werden kann,
um auch ein Fluid mit einem höheren Flüssigkeitsanteil, beispielsweise eine reine
Flüssigkeit, zu fördern. Der Asynchronmotor und/oder dessen Stromversorgung können
somit bei im Wesentlichen gleicher Förderleistung kleiner dimensioniert werden als
dies ohne die erfindungsgemäße Absenkung der Sollfrequenz möglich wäre.
[0009] Die jeweilige Sollfrequenz kann an eine Motorsteuerung bzw. einen Frequenzumrichter
bereitgestellt werden, die bzw. der den Asynchronmotor bestromt. Die Sollfrequenz
kann in Abhängigkeit der Polpaarzahl des Asynchronmotors die Solldrehzahl des Asynchronmotors
vorgeben. Um trotz des bei Asynchronmotoren auftretenden Schlupfes die Solldrehzahl
tatsächlich zu erreichen, kann die Frequenz des dem Asynchronmotor zugeführten Wechselstroms
oberhalb der Sollfrequenz liegen, beispielsweise aufgrund einer Drehzahlrückführung
oder eines vorgegebenen Offsets. Alternativ kann die Sollfrequenz auch unmittelbar
als Frequenz des dem Asynchronmotor zugeführten Wechselstroms verwendet werden, womit
die tatsächlich erreichte Drehzahl des Asynchronmotors aufgrund des Schlupfes etwas
kleiner als die Solldrehzahl ist.
[0010] Gegenüber einem alternativen Verfahren zur Förderung eines Fluids, bei dem unabhängig
von der Messgröße bzw. einem Flüssigkeitsanteil grundsätzlich ein Betrieb mit der
niedrigeren zweiten Sollfrequenz erfolgen würde, werden durch das erfindungsgemäße
Verfahren mehrere Vorteile erreicht. Zum einen resultiert durch Nutzung der ersten
Sollfrequenz solange die Frequenzänderungsbedingung nicht erfüllt ist eine höhere
Drehzahl des Asynchronmotors und somit auch der Antriebsspindel gegenüber einem Betrieb
mit der zweiten Sollfrequenz und somit auch eine höhere Förderleistung der Schraubenspindelpumpe
bei ansonsten gleicher Auslegung. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die Frequenzänderungsbedingung
nur für einen Bruchteil der Betriebszeit erfüllt ist, da in diesem Fall durch das
erfindungsgemäße Verfahren näherungsweise die gleiche Fördermenge erreicht wird wie
bei einer durchgehenden Nutzung der ersten Sollfrequenz und einer entsprechend angepassten
Auslegung des Asynchronmotors. Beispielsweise erreicht das erfindungsgemäße Verfahren
in Anwendungsfällen, in denen nur selten bzw. für kurze Zeiträume Flüssigkeitspfropfen
gefördert werden und ansonsten ein hoher Gasanteil vorliegt, fast die gleiche Förderleistung,
wie sie durch einen entsprechend größer ausgelegten Asynchronmotor, der stets mit
der ersten Sollfrequenz betrieben wird, erreicht wird.
[0011] Wie bereits erläutert, ermöglicht die Nutzung relativ hoher Drehzahl eine besonders
deutliche Reduzierung der erforderlichen Antriebsleistung bei einer Förderung eines
Fluids mit hohem Gasanteil gegenüber der Förderung von reinen Flüssigkeiten. Eine
dauerhafte Reduzierung der genutzten Sollfrequenz und somit der Drehzahl wäre somit
bezüglich der erforderlichen Leistung nachteilig, wenn über einen Großteil der Betriebszeit
Fluide mit sehr kleinem Flüssigkeitsanteil gefördert werden.
[0012] In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann während des Betriebs der Schraubenspindelpumpe,
abgesehen von An- und Auslaufphasen, eine Reduzierung der Sollfrequenz gegenüber der
ersten Sollfrequenz insbesondere ausschließlich bei bzw. nach Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung
erfolgen. Die Erfassung der Messgröße und die Prüfung der Frequenzänderungsbedingung
wird vorzugsweise wiederholt, insbesondere periodisch, durchgeführt. Insbesondere
kann auch nach dem Wechsel zur zweiten Sollfrequenz bzw. nach Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung
die Messgröße weiterhin überwacht werden und es kann eine weitere Frequenzänderungsbedingung
ausgewertet werden, bei bzw. nach deren Erfüllung ein Rückwechsel zur ersten Sollfrequenz
erfolgt.
[0013] Anders ausgedrückt kann eine Steuereinrichtung in einem ersten Betriebsmodus den
Asynchronmotor mit der ersten Sollfrequenz und in einem zweiten Betriebsmodus mit
der zweiten Sollfrequenz betreiben, wobei in Abhängigkeit der Messgröße, also insbesondere
bei Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung bzw. der weiteren Frequenzänderungsbedingungen,
zwischen den Betriebsmodi gewechselt wird.
[0014] Der zum Betrieb des Asynchronmotors genutzte Wechselstrom kann insbesondere ein Drehstrom
bzw. ein dreiphasiger Wechselstrom mit einem Phasenversatz von insbesondere 120° zwischen
den Phasen sein. Die verschiedenen Pole des Asynchronmotors werden hierbei durch die
unterschiedlichen Phasen des mehrphasigen Wechselstroms bestromt.
[0015] Die Messgröße kann ein durch die Asynchronmaschine aufgebrachtes Drehmoment oder
eine Stromstärke eines der Asynchronmaschine zugeführten Wechselstroms oder eine Drehzahl
der Asynchronmaschine betreffen. Bei einem höheren Flüssigkeitsanteil am geförderten
Fluid wirkt der Rotation der Antriebsspindel und somit des Asynchronmotors ein größeres
bremsendes Drehmoment entgegen. Dies führt zunächst zu einem Abbremsen der Antriebsspindel
und somit des Asynchronmotors, die durch Überwachung der Drehzahl erkannt werden kann.
[0016] Zugleich führt diese Drehzahlreduzierung zu einem größeren Schlupf der Asynchronmaschine.
Da Asynchronmaschinen typischerweise oberhalb des Kipppunkts betrieben werden, führt
eine solche Schlupfvergrößerung zu einer Erhöhung des Drehmoments der Asynchronmaschine
und somit auch zu einer höheren Stromstärke des Wechselstroms, insbesondere zu einem
höheren Wirkstrom. Das aufgebrachte Drehmoment kann beispielsweise über einen Drehmomentsensor
erfasst werden. Die Stromstärke bzw. die Stärke eines Wirkstroms kann durch einen
Stromsensor erfasst werden. Hierbei kann insbesondere ausgenutzt werden, dass Frequenzumrichter,
also z.B. Spannungs- bzw. Stromrichter, häufig bereits eine die Stromstärke betreffende
Information, beispielsweise eine zum Wirkstrom proportionale Spannung, an einem separaten
Ausgang bereitstellen, womit die Messgröße z.B. durch Abtasten eines solchen Ausgangs
erfasst werden kann.
[0017] Ergänzend oder alternativ zur obig erläuterten indirekten Erfassung des Flüssigkeitsanteils
über von diesem abhängende Messgrößen, die Parameter der Asynchronmaschine betreffen,
kann auch direkt wenigstens ein Fluidparameter als die Messgröße erfasst und ausgewertet
werden, beispielsweise eine elektrische Leitfähigkeit, eine Wärmeleitfähigkeit, eine
Temperaturleitfähigkeit oder eine Dichte des geförderten Fluids.
[0018] Ansätze zur Erfassung entsprechender Fluidgrößen sind prinzipiell im Stand der Technik
bekannt und können im erfindungsgemäßen Verfahren genutzt werden, um den Flüssigkeitsanteil
zu ermitteln bzw. im Rahmen der Frequenzänderungsbedingung als Messgröße ausgewertet
werden.
[0019] Der Wechsel von der ersten Sollfrequenz zu der zweiten Sollfrequenz kann über ein
Zeitintervall nach Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung kontinuierlich oder in
mehreren Stufen erfolgen. Ergänzend oder alternativ kann der Wechsel von der ersten
zu der zweiten Sollfrequenz durch einen Regelkreis erfolgen, der die Messgröße auf
einen vorgegebenen Wert regelt. Durch eine kontinuierliche bzw. zumindest mehrstufige
Änderung der Sollfrequenz werden plötzliche Drehmomentwechsel vermieden, die zu starken
mechanischen Belastungen von Komponenten der Schraubenspindelpumpe führen können.
Beispielsweise kann die Sollfrequenz durch eine digitale Signalverarbeitung, beispielsweise
durch einen Microcontroller, vorgegeben werden, der bei Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung
die Sollfrequenz pseudo-kontinuierlich rampenartig ändert.
[0020] Als Regelkreis zur Regelung der Sollfrequenz als Stellgröße können übliche Regler,
beispielsweise Integralregler oder Proportional-Integralregler genutzt werden. Wird
der entsprechende Regelkreis so ausgestaltet, dass die erste Sollfrequenz nicht überschritten
werden kann, also die Regelung bei der ersten Sollfrequenz sättigt, so entspricht
die Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung einem Reglerzustand, bei dem die erste
Sollfrequenz unterschritten wird und somit das Regelverhalten nicht gesättigt ist.
Die Nutzung eines Regelkreises ermöglicht es insbesondere, abhängig vom tatsächlichen
Flüssigkeitsanteil bzw. von dessen Auswirkung bezüglich des erforderlichen aufgebrachten
Drehmoments zur Aufrechterhaltung einer Drehzahl eine geeignete Sollfrequenz einzuregeln.
[0021] Die erste Sollfrequenz kann um wenigstens 10 % oder um wenigstens 20 % größer sein
als die Eckfrequenz der Asynchronmaschine, an der bei gegebener Maximalbetriebsspannung
der Feldschwächbereich beginnt. Ergänzend oder alternativ kann die erste Sollfrequenz
um maximal 30 % oder um maximal 40 % größer sein als die Eckfrequenz. Die erste Sollfrequenz
wird insbesondere im Regelbetrieb der Schraubenspindelpumpe genutzt. Wie eingangs
erläutert, kann es insbesondere zur Förderung von Fluiden mit geringem Flüssigkeitsanteil
und somit mit hohem Gasanteil vorteilhaft sein, relativ große Drehzahlen zu nutzen
und somit die Asynchronmaschine im Feldschwächbereich, also oberhalb der Eckfrequenz,
die auch als Typ-Punkt bezeichnet wird, zum Betreiben. Das erreichte Drehmoment ist
jedoch näherungsweise proportional zum Quadrat des Quotienten aus Eckfrequenz und
Sollfrequenz, sodass bei einer allzu starken Überschreitung der Eckfrequenz durch
die erste Sollfrequenz sehr geringe Drehmomente resultieren würden. Daher haben sich
die oben angegebenen Grenzen für die erste Sollfrequenz als vorteilhaft herausgestellt.
[0022] Ergänzend oder alternativ kann die zweite Sollfrequenz größer oder gleich der Eckfrequenz
sein. Diese Wahl der zweiten Sollfrequenz ist vorteilhaft, da bei einer Absenkung
der Sollfrequenz unter die Eckfrequenz die dem Asynchronmotor zugeführten Spannungen
reduziert werden sollten, um zu große Ströme und somit eine potenzielle Beschädigung
des Asynchronmotors zu vermeiden. Hieraus resultiert jedoch unterhalb der Eckfrequenz
typischerweise ein konstantes Drehmoment, womit eine weitere Absenkung der Sollfrequenz
unter die Eckfrequenz keine weiteren Vorteile bringen würde und zugleich die Förderleistung
der Schraubenspindelpumpe reduzieren würde.
[0023] Die Eckfrequenz bzw. der Typ-Punkt kann der Frequenz des Netzes von 50 Hz oder 60
Hz entsprechen, sodass beispielsweise bei zwei Poolpaaren bei einem Netzbetrieb eine
Synchrondrehzahl von 1500 U/min bzw. 1800 U/min resultieren würde. Der Betriebspunkt
bzw. die erste Sollfrequenz kann dann beispielsweise als 70 Hz gewählt werden, sodass
beim Normalbetrieb, also bei nicht allzu hohem Flüssigkeitsanteil, eine Synchrondrehzahl
von 2100 U/min resultiert.
[0024] In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann eine Schraubenspindelpumpe verwendet werden,
die ein Gehäuse aufweist, das wenigstens einen Fluideinlass und einen Fluidauslass
ausbildet und in dem die wenigstens eine Antriebsspindel und wenigstens eine mit dieser
rotationsgekoppelte Laufspindel der Schraubenspindelpumpe aufgenommen sind, die in
jeder Rotationsstellung der Antriebsspindel gemeinsam mit dem Gehäuse mehrere Pumpenkammern
begrenzen, wobei die Antriebsspindel durch die Asynchronmaschine in eine Antriebsrichtung
rotiert wird, wodurch eine jeweilige zunächst zu dem jeweiligen Fluideinlass offene
der Pumpenkammern verschlossen, die resultierende verschlossene Pumpenkammer axial
zu dem Fluidauslass hin bewegt und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels
zu dem Fluidauslass hin geöffnet wird, wobei die Antriebsspindel zumindest vor Erfüllung
der Frequenzwechselbedingung derart angetrieben wird, dass bei einem unter einem Grenzwert
liegenden Flüssigkeitsanteil bei gegebener Pumpengeometrie der Schraubenspindelpumpe
der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer vor und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels
gegenüber dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe, der im Bereich des jeweiligen Fluideinlasses
vorliegt, um maximal 20 % oder um maximal 10 % eines Differenzdrucks zwischen dem
Saugdruck und dem Druck im Bereich des Fluidauslasses erhöht ist. Dies kann z.B. bis
zu einem Grenzwert für den Flüssigkeitsanteil von 1 % oder 3 % oder 5 % oder 10 %
oder 15 % oder auch bis zu einem zwischen den angegebenen Werten liegenden Grenzwert
gelten.
[0025] Es wurde erkannt, dass durch geeignete Anpassung der Pumpengeometrie und/oder der
Drehzahl der Pumpe ein Rückströmen von Fluid durch verbleibende Spalte zwischen den
Pumpenkammern so weit reduziert werden kann, dass der überwiegende Teil des durch
die Schraubenspindelpumpe erzeugten Druckanstiegs erst nach dem Öffnen der jeweiligen
Pumpenkammer zum Fluidauslass hin erfolgt. Bei hinreichender Drehzahl bzw. geeigneter
Pumpengeometrie kann hierbei zumindest näherungsweise davon ausgegangen werden, dass
die bereits im Bereich des Fluidauslasses befindliche Flüssigkeit aufgrund ihrer Trägheit
im Wesentlichen nicht in die öffnende Pumpenkammer einströmt, sondern stattdessen
näherungsweise als starre Wand betrachtet werden kann, gegen die das Gas-Flüssigkeitsgemisch
verdichtet wird. Solange das Fluid in der öffnenden Kammer einen hohen Gasanteil aufweist,
wird somit ein ähnlich guter Wirkungsgrad erreicht wie mit Gaskompressoren, die Gas
gegen eine starre Wand des Gehäuses fördern. Im Gegensatz zu diesen Gaskompressoren
können jedoch auch Fluide mit einem sehr hohen Flüssigkeitsanteil bzw. reine Flüssigkeiten
gefördert werden.
[0026] Vor dem Erreichen des Öffnungsrotationswinkels ist die jeweilige Pumpenkammer zum
Fluideinlass bzw. zur in Richtung des Fluideinlasses benachbarten Pumpenkammer und
zum Fluidauslass hin abgesehen von toleranzbedingten Abweichungen gleich abgedichtet.
Ein Fluidaustausch in beide Richtungen ist somit im Wesentlichen nur über die Radial-
und Axialspalte der Pumpe möglich. Das Öffnen der Pumpenkammer zum Fluidauslass hin
bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels resultiert daraus, dass der die Pumpenkammer
bildende Gang der jeweiligen Spindel bzw. die den jeweiligen Gang zum Fluidauslass
hin begrenzte Wand an einer bestimmten Winkelposition endet, die vom Rotationswinkel
der Spindel abhängt. Dies führt dazu, dass ab einem gewissen Grenzwinkel ein Spalt
in Umfangsrichtung zwischen dieser Wand und einer anderen Spindel resultiert, die
die Pumpenkammer begrenzt. Durch diesen Spalt in Umfangsrichtung ist die Pumpenkammer
zum Fluidauslass hin geöffnet. Der Öffnungsrotationswinkel kann somit als jener Winkel
definiert werden, ab dem zusätzlich zu den Axial- bzw. Radialspalten ein Spalt in
Umfangsrichtung resultiert. Alternativ könnte der Öffnungsrotationswinkel über den
einen Fluidaustausch zwischen Pumpenkammer und Fluidauslass ermöglichenden Strömungsquerschnitt
definiert werden. Ist dieser Strömungsquerschnitt um 50 % oder 100 % oder 200 % gegenüber
der verschlossenen Pumpenkammer vergrößert, kann das Erreichen dieser Grenze als Erreichen
des Öffnungsrotationswinkels definiert werden.
[0027] Die verwendete Schraubenspindelpumpe kann ein- oder zweiflutig sein, das heißt, einen
oder zwei in Axialrichtung gegenüberliegende Fluideinlässe aufweisen. Die Schraubenspindelpumpe
kann zwei, drei oder mehr Spindeln aufweisen. Einzelne Spindeln können beispielsweise
zweigängig sein. Einzelne oder alle Spindeln können jedoch auch eingängig oder dreigängig
sein oder auch mehr Gänge aufweisen.
[0028] Die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel und Laufspindel können derart
gewählt sein, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern pro Antriebsspindel
und Laufspindel, die sowohl gegenüber dem Fluideinlass als auch gegenüber dem Fluidauslass
verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel von 360 ° maximal
1,5 ist. Werden beispielsweise genau eine Antriebsspindel und genau eine Laufspindel
verwendet, können im Mittel maximal drei Pumpenkammern vollständig geschlossen sein.
Der Mittelwert kann beispielsweise durch Integration der Anzahl der für einen jeweiligen
Rotationswinkel der Antriebsspindel geschlossenen Kammern über den Winkel von 360°
und anschließendes Teilen des Ergebnisses durch 360° ermittelt werden. Dies entspricht
bei konstanter Drehzahl einer Integration der Anzahl der gleichzeitig geschlossenen
Pumpenkammern über eine Rotationsperiode der Antriebsspindel und einer Division durch
die Rotationsperiode.
[0029] Während bei Schraubenspindelpumpen zur Flüssigkeitsförderung typischerweise eine
Nutzung von relativ vielen axial aufeinanderfolgenden Pumpenkammern gewünscht ist,
wurde im Rahmen der Erfindung erkannt, dass durch Nutzung von relativ wenigen maximal
gleichzeitig geschlossenen Kammern bei reduzierter Länge des Schraubenprofils ein
größeres Volumen für die einzelnen Pumpenkammern resultiert. Die gleiche Menge von
durch Pumpenspalte rückströmender Flüssigkeit führt somit zu einer geringeren relativen
Änderung des für den Gasanteil verbleibenden Volumens, wodurch eine geringere Gaskompression
und somit eine geringere Druckerhöhung vor dem Öffnen der Pumpenkammer zum Fluidauslass
hin resultiert.
[0030] Die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe und die Solldrehzahl bei
der ersten Sollfrequenz können so gewählt sein, dass die Umfangsgeschwindigkeit am
Profilaußendurchmesser der Antriebsspindel oder wenigstens einer der Antriebsspindeln
und/oder der Laufspindeln oder wenigstens einer der Laufspindeln wenigstens 15 m/s
ist. Dies kann insbesondere für alle Antriebs- und Laufspindeln gelten. Die Umfangsgeschwindigkeit
kann als Produkt aus dem Profilaußendurchmesser, der Solldrehzahl und Pi berechnet
werden. Die Solldrehzahl kann proportional zu der Sollfrequenz sein, wobei der Proportionalitätsfaktor
durch die Polpaarzahl der Asynchronmaschine vorgegeben ist. Somit kann die angegebene
Bedingung insbesondere bei Nutzung von hohen Drehzahlen bzw. großen Profilaußendurchmessern
erreicht werden. Hierdurch kann der Beitrag von durch Spalte rückströmender Flüssigkeit
an der Gaskompression reduziert werden und hierdurch ein höherer Wirkungsgrad bei
hohen Gasanteilen erreicht werden.
[0031] Ergänzend oder alternativ können die Pumpengeometrie und die Solldrehzahl bei der
ersten Sollfrequenz so gewählt sein, dass die Axialgeschwindigkeit der jeweiligen
Pumpenkammer bei der axialen Bewegung zu dem Fluidauslass hin wenigstens 4 m/s ist.
Die Axialgeschwindigkeit hängt sowohl von der Steigung des Gangs bzw. der Gänge der
jeweiligen Spindel als auch von der Drehzahl ab. Anders ausgedrückt können hohe Axialgeschwindigkeiten
durch hohe Drehzahlen und/oder hohe Steigungen bzw. relativ lange Pumpenkammern erreicht
werden. All diese Faktoren führen zu einer Verringerung des Einflusses von rückströmender
Flüssigkeit auf den Druck in der Pumpenkammer und somit zum erläuterten Effizienzgewinn.
[0032] Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren betrifft die Erfindung eine Schraubenspindelpumpe
zur Förderung eines Fluids, die ein Gehäuse, in dem wenigstens eine Antriebsspindel
und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte Laufspindel der Schraubenspindelpumpe
aufgenommen sind, einen Asynchronmotor zum Antrieb der Antriebsspindel und eine Steuereinrichtung
zur Bestromung des Asynchronmotors aufweist, wobei die Steuereinrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet ist. Insbesondere betreibt die Steuereinrichtung
in einem ersten Betriebszustand den Asynchronmotor mit der ersten Sollfrequenz und
in einem zweiten Betriebszustand mit der zweiten Sollfrequenz. Über interne oder externe
Sensoren, die bereits obig erläutert wurden, kann die Steuereinrichtung die Messgröße
erfassen und in Abhängigkeit der Messgröße im ersten oder zweiten Betriebsmodus betrieben
werden. Insbesondere kann bei oder nach Erfüllung der von der Messgröße abhängende
Frequenzänderungsbedingung ein Wechsel in den zweiten Betriebsmodus erfolgen.
[0033] Die erfindungsgemäße Schraubenspindelpumpe kann mit den zum erfindungsgemäßen Verfahren
erläuterten Merkmalen mit den dort genannten Vorteilen weitergebildet werden und umgekehrt.
[0034] Insbesondere kann das Gehäuse wenigstens einen Fluideinlass und einen Fluidauslass
ausbilden, wobei die Antriebsspindel und die Laufspindel in jeder Rotationsstellung
der Antriebsspindel gemeinsam mit dem Gehäuse mehrere Pumpenkammern begrenzen, wobei
die Asynchronmaschine dazu eingerichtet ist, die Antriebsspindel in eine Antriebsrichtung
zu rotieren, wodurch eine jeweilige zunächst zu dem jeweiligen Fluideinlass offene
der Pumpenkammern verschlossen, die resultierende verschlossene Pumpenkammer axial
zu dem Fluideinlass hinbewegt und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels
zu dem Fluidauslass hin geöffnet wird, wobei die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel
und Laufspindel derart gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern
pro Antriebsspindel und Laufspindel, die sowohl gegenüber dem Fluideinlass als auch
gegenüber dem Fluidauslass verschlossen sind, bei einem Rotationswinkel der Antriebsspindel
von 360° maximal 1,5 ist.
[0035] In der erfindungsgemäßen Schraubenspindelpumpe kann einerseits der Innendurchmesser
des Schraubenprofils der Antriebsspindel oder wenigstens einer der Antriebsspindel
und/oder der Laufspindel oder wenigstens einer der Laufspindeln weniger als das 0,7-fache
des Außendurchmessers des jeweiligen Schraubenprofils sein und/oder andererseits der
mittlere Umfangsspalt zwischen dem äußeren Rand des Schraubenprofils der Antriebsspindel
oder wenigstens einer der Antriebsspindeln und/oder der Laufspindel oder wenigstens
einer der Laufspindeln und dem Gehäuse weniger als das 0,002-fache des Außendurchmessers
des jeweiligen Schraubenprofils sein. Durch einen relativ großen Unterschied zwischen
Innen- und Außendurchmesser kann ein großes Pumpenkammervolumen erreicht werden, wodurch
die gleiche Menge von rückströmender Flüssigkeit zu einem geringeren Druckanstieg
in der Pumpenkammer führt und somit geringere Leistungen bei hohen Gasanteilen im
Fluid erforderlich sind. Relativ enge Spalte können ergänzend oder alternativ die
Menge an rückströmendem Fluid begrenzen und somit ebenfalls zur hohen Effizienz beim
Fluidtransport mit hohem Gasanteil beitragen. Als mittlerer Umfangsspalt kann insbesondere
der Mittelwert der Breite des Umfangspalts entlang der Länge des Umfangsspaltes betrachtet
werden. Ergänzend kann eine Mittelung über eine Rotation an der Antriebsspindel von
360° erfolgen, um Variationen des Umfangspalts mit der Rotation der Spindel zu berücksichtigen.
[0036] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie den zugehörigen Zeichnungen.
Hierbei zeigen schematisch:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schraubenspindelpumpe,
- Fig. 2
- sollfrequenzabhängige Leistungen und Drehmomente für zwei Asynchronmotoren,
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens, und
- Fig. 4 und 5
- Detailansichten der in Fig. 1 gezeigten Schraubenspindelpumpe.
[0037] Fig. 1 zeigt schematisch eine Schraubenspindelpumpe 1 zur Förderung eines Fluids
45 von einem Fluideinlass 3 zu einem Fluidauslass 4. Zur Förderung des Fluids 45 sind
in dem Gehäuse 2 der Schraubenspindelpumpe 1 eine durch den Asynchronmotor 10 angetriebene
Antriebsspindel 5 und eine mit dieser über ein Getriebe 26 gekoppelte Laufspindel
6 angeordnet. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist eine relativ einfach gestaltete Schraubenspindelpumpe
1 dargestellt, die einflutig ist, also nur einen Fluideinlass 3 aufweist, und in der
nur eine Laufspindel 6 genutzt wird. Die folgenden Erläuterungen lassen sich jedoch
auch auf mehrflutige Schraubenspindelpumpen bzw. Schraubenspindelpumpen mit mehr als
zwei Spindeln, beispielsweise mit mehreren Laufspindeln oder sogar mit mehreren Antriebsspindeln,
übertragen.
[0038] Bei üblichen Schraubenspindelpumpen wird, wie bereits im allgemeinen Teil der Beschreibung
erläutert, zum Transport von Flüssigkeiten und Gasen zumindest näherungsweise das
gleiche Drehmoment und somit auch die gleiche Leistung des Asynchronmotors 10 benötigt.
Der Zusammenhang zwischen dem Drehmoment 31 bzw. der Leistung 32 und der Drehzahl
für eine solche übliche Auslegung einer Schraubenspindelpumpe ist in Fig. 2 dargestellt.
Dort zeigt die X-Achse die Drehzahl in Umdrehungen pro Minute (U/min), die linke Y-Achse
28 das Drehmoment in Newtonmeter (Nm) und die rechte Y-Achse 29 die Leistung in Kilowatt
(kW).
[0039] Im Rahmen der Weiterentwicklung entsprechender Pumpen wurde festgestellt, dass durch
geeignete Wahl der Pumpengeometrie und Drehzahl der Schraubenspindelpumpe 1, wie später
noch mit Bezug auf die Fig. 4 und 5 erläutert werden wird, erreicht werden kann, dass
bei einer Förderung eines Fluids 45 mit hohem Gasanteil und somit mit geringem Flüssigkeitsanteil
deutlich geringere Drehmomente erforderlich sind. Zur Förderung eines Fluids 45 mit
hohem Gasanteil kann somit ein kleiner dimensionierter Asynchronmotor 10 genutzt werden.
Auch für diesen kleiner dimensionierten Asynchronmotor 10 ist in der Fig. 2 der Zusammenhang
zwischen der auf der X-Achse 27 aufgetragenen Drehzahl und dem erreichten Drehmoment
34 bzw. der erforderlichen Leistung 35 aufgetragen. Die in Fig. 2 aufgetragenen Drehzahlen
sind jeweils Solldrehzahlen. Zudem sind in Fig. 2 die bei einer jeweiligen Sollfrequenz
37, 38 erreichten Solldrehzahl markiert. Wird beispielsweise eine Asynchronmaschine
10 mit zwei Polpaaren genutzt, entspricht eine erste Sollfrequenz 37 von 70 Hz einer
Solldrehzahl von 2100 U/min.
[0040] Wird nun die Schraubenspindelpumpe 1 beispielsweise für eine Solldrehzahl von 2100
U/min und somit für eine entsprechende Fördermenge ausgelegt, und wird hierbei davon
ausgegangen, dass Fluid mit hohem Gasanteil transportiert wird, so resultiert statt
dem erforderlichen Drehmoment 30, das für einen Flüssigkeitstransport erforderlich
wäre, ein erforderliches Drehmoment 33. Entsprechend ist auch eine geringere Leistung
der Asynchronmaschine 10 erforderlich, wobei je nach Geometrie, Drehzahl und Flüssigkeitsanteil
Leistungsunterschiede 36 von bis zu 25 % der Leistung 32 bei reinem Flüssigkeitstransport
erreicht werden können.
[0041] Beim Transport von Mehrphasengemischen kann typischerweise nicht von einem homogenen
Gemisch ausgegangen werden, sodass die Schraubenspindelpumpe 1 derart ausgelegt sein
muss, dass sie zumindest vorübergehend einen Fluid 45 mit einem Flüssigkeitsanteil
von bis zu 100 % transportieren kann. Im einfachsten Fall wäre es möglich, die Asynchronmaschine
10 so auszulegen, dass sie bei der genutzten ersten Sollfrequenz 37 ein ausreichend
hohes Drehmoment 30 bereitstellen kann, um auch reine Flüssigkeiten fördern zu können.
Die Möglichkeit, ein Fluid 45 mit hohem Gasanteil mit geringerer Leistung zu fördern,
würde in diesem Fall zwar den Energiebedarf und das somit die Betriebskosten der Schraubenspindelpumpe
1 senken, der technische Aufwand und die Anschaffungskosten blieben jedoch unverändert,
da der Asynchronmotor 10 weiterhin gleich dimensioniert werden muss, wie für eine
Schraubenspindelpumpe, die zum reinen Flüssigkeitstransport dient.
[0042] Um auch eine Nutzung eines kleiner dimensionierten Asynchronmotors 10 zu ermöglichen,
wird in der Schraubenspindelpumpe 1 stattdessen eine Steuereinrichtung 19 zur Bereitstellung
des Wechselstroms 42 für die Asynchronmaschine 10 genutzt, die das im Folgenden mit
Bezug auf Fig. 3 erläuterte Steuerungsverfahren implementiert.
[0043] In Schritt S1 wird hierbei der Asynchronmotor 10 zunächst mit einer ersten Sollfrequenz
37 betrieben. Hierbei wird im Rahmen der Erläuterung des Verfahrens davon ausgegangen,
dass zunächst ein Gas-Flüssigkeitsgemisch mit relativ hohem Gasanteil gefördert wird,
sodass das erreichte Drehmoment 33 für eine Aufrechterhaltung der gewünschten Drehzahl
ausreicht.
[0044] Zur Bereitstellung der Wechselspannung 42 kann beispielsweise ein bereitgestellter
Wechselstrom 43, insbesondere ein Drehstrom, zunächst durch einen Gleichrichter 20
gleichgerichtet werden, um einen Gleichstrom 44 bereitzustellen, der anschließend
durch einen Wechselrichter 21 in den Wechselstrom 42, insbesondere ebenfalls in einen
Drehstrom, umgesetzt wird. Der Wechselrichter 21 kann beispielsweise mithilfe einer
Pulsweitenmodulation eine Wechselspannung 42 über einen weiteren Frequenzbereich von
Sollfrequenzen bereitstellen und auch die Spannungsamplitude variieren. Das Vorgehen
in Schritt S1 entspricht somit dem üblichen Vorgehen zur Bereitstellung von Wechselstrom
für einen Asynchronmotor, sobald eine von der Netzspannung abweichende Sollfrequenz
gewünscht ist.
[0045] In Schritt S2 wird durch ein Mess- und Steuerglied 22 eine Messgröße 46 erfasst,
die von einem Flüssigkeitsanteil des Fluids abhängt. Steigt der Flüssigkeitsanteil
des Fluids 45, so führt dies zu einem stärkeren Bremsmoment auf die Antriebs- und
Laufspindel 5, 6 und somit auf die Asynchronmaschine 10, wodurch die Drehzahl der
Asynchronmaschine 10 reduziert wird. Dies führt wiederum zu einem größeren Schlupf
und somit, zumindest solange der Kipppunkt der Asynchronmaschine noch nicht erreicht
ist, zu einem höheren durch die Asynchronmaschine 10 bereitgestellten Drehmoment und
höheren Stromstärken des der Asynchronmaschine 10 zugeführten Wechselstroms.
[0046] Eine einfache Möglichkeit, eine geeignete Messgröße zu erfassen, ist somit ein Stromsensor
23, der eine Stromstärke des Wechselstroms 42 misst. Dieser ist in Fig. 1 zur klaren
Darstellung als separate Komponente dargestellt. In vielen Fällen kann der Wechselrichter
21 bzw. allgemein der Frequenzumrichter, der den Wechselstrom 42 bereitstellt, jedoch
bereits ein Ausgangssignal, insbesondere eine Spannung, bereitstellen, die zur Stromstärke
proportional ist, sodass die Messgröße beispielsweise durch Analog-Digital-Wandlung
dieser Spannung erfasst werden kann.
[0047] Alternativ könnte als Messgröße beispielsweise auch eine Drehzahl oder ein Drehmoment
über einen im Bereich der Antriebswelle abgeordneten Sensor 24 erfasst werden oder
ein Messwert eines Fluidsensors 25, der beispielsweise eine elektrische Leitfähigkeit
oder eine Temperaturleitfähigkeit des Fluids 45 misst.
[0048] In Schritt S3 wird eine Frequenzänderungsbedingung 47 ausgewertet, die von der Messgröße
46 abhängt. Die Frequenzänderungsbedingung kann beispielsweise erfüllt sein, wenn
die Messgröße einen vorgegebenen Grenzwert über- bzw. unterschreitet. Beispielsweise
kann die Frequenzänderungsbedingung 47 erfüllt sein, wenn ein von der Asynchronmaschine
aufgebrachtes Drehmoment oder eine Stromstärke des der Asynchronmaschine zugeführten
Wechselstroms einen Grenzwert überschreitet oder wenn eine Ist-Drehzahl der Asynchronmaschine
einen Grenzwert unterschreitet. Ist die Frequenzänderungsbedingung 47 nicht erfüllt,
kann das Verfahren ab Schritt S1 wiederholt werden, wobei insbesondere die Erfassung
der Messgröße und die Prüfung der Frequenzänderungsbedingung periodisch wiederholt
werden können.
[0049] Nach Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung 47 wird hingegen in Schritt S4 der
Asynchronmotor 10 mit einer gegenüber der ersten Sollfrequenz 37 reduzierten zweiten
Sollfrequenz 38 betrieben. Die Änderung der Sollfrequenz kann über ein Zeitintervall
50 erfolgen, um plötzliche Drehmomentänderungen zu vermeiden. Wie in Fig. 2 dargestellt
ist, kann durch Nutzung der niedrigeren, zweite Sollfrequenz 38 ein Drehmoment 39
erreicht werden, das im gezeigten Beispiel dem Drehmoment 30 entspricht, dass bei
der ursprünglich genutzten Drehzahl von 2100 U/min für einen reinen Fluidtransport
erforderlich wäre. Hierbei wird vereinfachend davon ausgegangen, dass das zur Aufrechterhaltung
der Drehzahl erforderliche Drehmoment von der Drehzahl unabhängig ist. In Schraubenspindelpumpen
ist bei nicht allzu geringen Drehzahlen zur Aufrechterhaltung von niedrigeren Drehzahlen
typischerweise auch ein geringeres Drehmoment erforderlich, sodass die zweite Sollfrequenz
38 auch geringfügig höher gewählt werden könnte, als in Fig. 2 dargestellt ist.
[0050] Die beschriebene, bedarfsgerechte Drehmomenterhöhung ist möglich, da die erste und
zweite Sollfrequenz 37, 38 im Feldschwächbereich 40 der Asynchronmaschine 10 liegen,
das heißt in einem Bereich, in dem aufgrund einer begrenzten maximalen Betriebsspannung,
die durch die Steuereinrichtung 19 bereitgestellt werden kann bzw. der Asynchronmaschine
10 zugeführt werden darf, in den Spulen der Asynchronmaschine 10 nicht mehr die Maximalströme
und somit nicht die maximalen Feldstärken erreicht werden. Zum Erreichen von hohen
Effizienzen für einen Transport von Fluiden mit hohem Gasanteil ist es vorteilhaft,
relativ hohe Drehzahlen der Antriebs- und Laufspindel und somit der Asynchronmaschine
10 zu nutzen. Um gleichzeitig eine kleinbauende Pumpe zu erreichen ist es typischerweise
ohnehin vorteilhaft, im normalen Betrieb einer Schraubenspindelpumpe Sollfrequenzen
im Feldschwächbereich 40, also oberhalb der Eckfrequenz 41 der Asynchronmaschine 10
zu nutzen. Im gezeigten Beispiel wird zur deutlicheren Hervorhebung des beschriebenen
Effekts eine erste Sollfrequenz 37 genutzt, die ca. 40 % oberhalb der Eckfrequenz
41 liegt. Bei realen Umsetzungen des beschriebenen Vorgehens sind, je nach konkretem
Anwendungsfall, typischerweise erste Sollfrequenzen 37 zweckmäßig, die um 20 ― 30
% oberhalb der Eckfrequenz 41 liegen.
[0051] Der Betrieb der Asynchronmaschine 10 mit Wechselstrom 42 mit der zweiten Sollfrequenz
38 und somit mit geringerer Drehzahl soll typischerweise nur vorübergehend erfolgen,
beispielsweise während ein Flüssigkeitspfropf gefördert wird. Daher wird in Schritt
S5 erneut eine Messgröße 48 erfasst, die von dem Flüssigkeitsanteil des Fluids abhängt.
Hierbei können die gleichen Größen erfasst werden, die bereits zur Messgröße 46 erläutert
wurden.
[0052] In Schritt S6 wird eine weitere Frequenzänderungsbedingung 49 ausgewertet, bei deren
Erfüllung ein Wechsel zurück zur ersten Sollfrequenz 37 und somit eine Fortsetzung
des Verfahrens in Schritt S1 erfolgt. Bei Nichterfüllung der weiteren Frequenzänderungsbedingung
wird das Verfahren hingegen ab Schritt S4 wiederholt.
[0053] Das beschriebene Verfahren kann auch modifiziert werden, indem beispielsweise statt
dem erwähnten Grenzwertvergleich im Rahmen der Frequenzänderungsbedingung ein Regelkreis
51 als Teil des Mess- und Steuerglieds 22 genutzt wird, der versucht die Messgröße
46 auf einen vorgegebenen Wert zu regeln, wobei die Sollfrequenz 37, 38 als Stellgröße
dient. Hierbei kann diese Stellgröße derart begrenzt werden, dass die erste Sollfrequenz
nicht überschritten werden kann, beispielsweise indem ein Sättigungsglied vorgesehen
wird. Die Nichterfüllung der Frequenzänderungsbedingung entspricht in diesem Fall
der Sättigung des Regelkreises 51. Solange der Sättigungsbereich der Regelung nicht
verlassen wird, wird somit die erste Sollfrequenz als Stellgröße ausgegeben.
[0054] Fig. 4 und 5 zeigen verschiedene Detailansichten einer Schraubenspindelpumpe, die
bei einer Förderung eines Fluids, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch mit geringem Flüssigkeitsanteil
ist, deutlich geringere Leistung, beispielsweise 25 % weniger Leistung, benötigt als
bei einem Transport einer Flüssigkeit. Hierbei zeigt Fig. 4 schematisch eine perspektivische
Ansicht der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 der Schraubenspindelpumpe 1, wobei
aus Übersichtlichkeitsgründen das Gehäuse nicht dargestellt ist. Fig. 4 verdeutlicht
insbesondere die Form der Schraubenprofile der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel
6 sowie deren ineinandergreifen. Fig. 5 zeigt einen Stirnschnitt, in dem insbesondere
das Zusammenwirken der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 mit dem Gehäuse 2 zu
erkennen ist, um mehrere getrennte Pumpenkammern 7, 8, 9 auszubilden, die wiederum
in Fig. 4 gekennzeichnet sind, da sie sich über die in Fig. 2 gezeigte Schnittebene
hinaus erstrecken.
[0055] Wie bereits mit Bezug auf Fig. 1 diskutiert wurde, ist die Laufspindel 6 mit der
Antriebsspindel 5 durch eine Kupplungseinrichtung 26 rotationsgekoppelt, wobei im
Beispiel von einer 1:1-Übersetzung ausgegangen wird. Somit wird bei einem Antrieb
der Antriebswelle 5 durch den Asynchronmotor 10 in die Antriebsrichtung 11 die Laufspindel
6 mit umgekehrtem Drehsinn 12 und gleicher Drehzahl rotiert. Die Drehzahl wird durch
die obig erläuterte Wahl der Sollfrequenz 37, 38 durch die Steuereinrichtung 19 vorgegeben.
[0056] Durch das Ineinandergreifen der Schraubenprofile der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel
6 wird das im Gehäuse 2 befindliche Fluid in mehreren voneinander getrennten Pumpenkammern
7, 8, 9 aufgenommen. Das Trennen bzw. der Verschluss der Pumpenkammern 7, 8, 9 ist
aufgrund des Radialspalts 17 zwischen Gehäuse 2 und Antriebsspindel 5 bzw. Laufspindel
6 und aufgrund von verbleibenden Axialspalten zwischen denen ineinandergreifenden
Schraubenprofilen nicht vollständig dicht, sondern erlaubt einen gewissen Fluidaustausch
zwischen den Pumpenkammern 7, 8, 9, der auch als Leckage betrachtet werden kann.
[0057] In der in Fig. 4 gezeigten Rotationsstellung der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel
6 ist die Pumpenkammer 7 zum Fluideinlass 3 hin offen, da das freie Ende 13 der Wand
15 des Schraubengangs der Antriebsspindel 5 in Fig. 1 nach oben gerichtet ist, womit
ein Spalt in Umfangsrichtung zwischen diesem freien Ende 13 und der Laufspindel 6
verbleibt, durch den das Fluid zwischen der Pumpenkammer 7 und dem Fluideinlass 3
strömen kann. Entsprechend ist die in Fig. 4 durch Bepunktung ihrer Außenfläche markierte
Pumpenkammer 8 offen zum Fluidauslass 4, da das freie Ende 14 der diese begrenzenden
Wand 15 aufgrund der Rotationsstellung wiederum von der Laufspindel 6 beabstandet
ist und somit einen Radialspalt bildet, durch den Fluid strömen kann. Die Pumpenkammer
9 ist sowohl gegenüber dem Fluideinlass 3 als auch gegenüber dem Fluidauslass 4 verschlossen.
[0058] Bei einem Antrieb der Antriebsspindel 5 in die Antriebsrichtung 11 wird zunächst
das freie Ende 13 der Wand 15 zur Laufspule 6 hinbewegt und somit die zunächst offene
Pumpenkammer 7 verschlossen. Eine weitere Rotation führt dann zur Verschiebung der
verschlossenen Pumpenkammer zum Fluidauslass 4 hin. Beim Erreichen eines gewissen
Öffnungsrotationswinkels wird die Pumpenkammer dann zum Fluidauslass 4 hin geöffnet,
wobei bei einer Rotation um 90° nach Erreichen des Öffnungsrotationswinkels die Anordnung
resultiert, wie sie in Fig. 1 für die Pumpenkammer 8 dargestellt ist, bei der bereits
ein Spalt in Umfangsrichtung mit einer gewissen Breite zwischen dem freien Ende 14
und der Laufspindel 6 resultiert.
[0059] Es wurde erkannt, dass die Leistungsaufnahme bei einer Förderung von Gas-Flüssigkeitsgemischen
mit hohem Gasanteil erheblich reduziert werden kann, wenn erreicht wird, dass eine
Gaskompression bei der Förderung nicht primär dadurch erfolgt, dass Fluid von dem
Fluidauslass bzw. stromabwärts liegenden Pumpenkammern in geschlossene Pumpenkammern
rückströmt und dort das Gas verdichtet, sondern die Kompression des Gases und somit
auch die Druckerhöhung in den Pumpenkammer 7, 8, 9 im Wesentlichen erst nach dem Öffnen
der jeweiligen Pumpenkammer zum Fluidauslass 4 hin erfolgt. Dies wird im gezeigten
Beispiel einerseits durch die Wahl einer geeigneten Pumpengeometrie und andererseits
durch Nutzung einer ausreichend hohen Drehzahl erreicht. Hierdurch kann erreicht werden,
dass der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer 7, 8, 9 vor bzw. beim Erreichen des
Öffnungsrotationswinkels gegenüber dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe 1, der
in dem Bereich des Fluideinlasses 3 vorliegt, nur um einige Prozent des Differenzdrucks
zwischen dem Saugdruck und dem Druck im Bereich des Fluidauslasses 4 erhöht ist. Beispielsweise
kann der Druck in der Pumpenkammer bei Öffnen maximal 10 % oder maximal 20 % des Differenzdrucks
oberhalb des Saugdrucks liegen.
[0060] Das beschriebene Verhalten ließe sich prinzipiell alleine durch Wahl einer ausreichend
hohen Drehzahl auch mit üblichen Pumpengeometrien erreichen, wobei die erforderlichen
hohen Drehzahlen unter Umständen zu hohen Belastungen bzw. hohem Verschleiß der Pumpe
führen können. Daher nutzt die Schraubenspindelpumpe 1 eine spezielle Pumpengeometrie,
bei der das beschriebene Verhalten bereits bei relativ geringen Drehzahlen, beispielsweise
bereits bei 1000 U/min oder 1800 U/min, erreicht werden kann. Insbesondere werden
statt der bei Schraubenspindelpumpen üblichen Nutzung von einer Vielzahl von in Axialrichtung
aufeinanderfolgenden Pumpenkammern relativ wenige Pumpenkammern bzw. Umläufe der Schraubengänge
der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 genutzt. In der in Fig. 4 gezeigten Rotationsstellung
ist nur genau eine Pumpenkammer 9 sowohl gegenüber dem Fluideinlass 3 als auch gegenüber
dem Fluidauslass 4 verschlossen. Abhängig von der konkreten geometrischen Ausgestaltung
der freien Enden 13, 14 der Wand 15 können hierbei unabhängig vom Rotationszustand
der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 im gezeigten Beispiel maximal eine oder
maximal zwei gleichzeitig verschlossene Pumpenkammern resultieren.
[0061] Durch die Nutzung relativ weniger in Axialrichtung aufeinanderfolgender Pumpenkammern
wird bereits ein relativ großes Volumen der einzelnen Pumpenkammern erreicht, wodurch
die gleiche Menge einer durch Spalte in die jeweilige Pumpenkammer rückströmenden
Flüssigkeit einen geringeren Einfluss auf den Druck in der Pumpenkammer hat. Zum Erreichen
eines großen Volumens der Pumpenkammern 7 bis 9 ist es zudem vorteilhaft, dass der
Innendurchmesser 16 des Schraubenprofils der Antriebs- und Laufspindel 5, 6, wie insbesondere
in Fig. 5 deutlich zu erkennen ist, deutlich kleiner, zum Beispiel ungefähr um den
Faktor 2 kleiner, ist als der Außendurchmesser 18 der jeweiligen Spindel.
[0062] Durch Nutzung eines hinreichend schmalen Radialspalts 17 zwischen dem Gehäuse 2 und
dem jeweiligen Außendurchmesser 18 der Antriebsspindel 5 bzw. der Laufspindel 6 kann
zudem die Menge der in die jeweilige Pumpenkammer 7, 8, 9 rückströmenden Flüssigkeit
weiter reduziert werden. Beispielsweise kann der Radialspalt 25 schmaler sein als
zwei Tausendstel des Außendurchmessers 18.
[0063] Wie erläutert, wirken die Pumpengeometrie der Schraubenspindelpumpe 1 und eine hinreichend
hohe Drehzahl zusammen, um die obig erläuterten Effekte zu erreichen. Die Drehzahl
sollte hierbei bei gegebener Pumpengeometrie so gewählt werden, dass die Axialgeschwindigkeit
der Bewegung der jeweiligen Pumpenkammern 7, 8, 9 zum Fluidauslass 4 hin zumindest
4 m/s ist und/oder dass die Umfangsgeschwindigkeit am Außenprofil 18 der Antriebsspindel
5 bzw. der Laufspindel 6 zumindest 15 m/s ist.
1. Verfahren zur Förderung eines Fluids durch eine Schraubenspindelpumpe (1), wobei wenigstens
eine Antriebsspindel (5) der Schraubenspindelpumpe (1) durch einen Asynchronmotor
(10) angetrieben wird, wobei
- der Asynchronmotor (10) mit einer ersten Sollfrequenz (37) betrieben wird, wobei
als Fluid (45) ein Gas-Flüssigkeitsgemisch gefördert wird,
- eine von einem Flüssigkeitsanteil des Fluids (45) abhängige Messgröße (46) erfasst
wird, und
- nach einer Erfüllung einer von der Messgröße (46) abhängigen Frequenzänderungsbedingung
(47) der Asynchronmotor (10) mit einer gegenüber der ersten Sollfrequenz (37) reduzierten
zweiten Sollfrequenz (38) betrieben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messgröße (46) ein durch die Asynchronmaschine (10) aufgebrachtes Drehmoment
oder eine Stromstärke eines der Asynchronmaschine (10) zugeführten Wechselstroms (42)
oder eine Drehzahl der Asynchronmaschine (10) betrifft.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechsel von der ersten Sollfrequenz (37) zu der zweiten Sollfrequenz (38) über
ein Zeitintervall nach Erfüllung der Frequenzänderungsbedingung (50) kontinuierlich
oder in mehreren Stufen erfolgt und/oder dass der Wechsel von der ersten zu der zweiten
Sollfrequenz (37, 38) durch einen Regelkreis (51) erfolgt, der die Messgröße (46)
auf einen vorgegebene Wert regelt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sollfrequenz (37) um wenigstens 10% oder um wenigstens 20% größer ist als
die Eckfrequenz (41) der Asynchronmaschine (10), an der bei gegebener Maximalbetriebsspannung
der Feldschwächbereich (40) beginnt, und/oder dass die erste Sollfrequenz (37) um
maximal 30% oder um maximal 40% größer ist als die Eckfrequenz (41), und/oder dass
die zweite Sollfrequenz (38) größer oder gleich der Eckfrequenz (41) ist.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schraubenspindelpumpe (1) verwendet wird, die ein Gehäuse (2) aufweist, das
wenigstens einen Fluideinlass (3) und einen Fluidauslass (4) ausbildet und in dem
die wenigstens eine Antriebsspindel (5) und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte
Laufspindel (6) der Schraubenspindelpumpe (1) aufgenommen sind, die in jeder Rotationsstellung
der Antriebsspindel (5) gemeinsam mit dem Gehäuse (2) mehrere Pumpenkammern (7, 8,
9) begrenzen, wobei die Antriebsspindel (5) durch die Asynchronmaschine in eine Antriebsrichtung
(11) rotiert wird, wodurch eine jeweilige zunächst zu dem jeweiligen Fluideinlass
(4) offene der Pumpenkammern (7, 8, 9) verschlossen, die resultierende verschlossene
Pumpenkammer (7, 8, 9) axial zu dem Fluidauslass (4) hinbewegt und dort bei Erreichen
eines Öffnungsrotationswinkels zu dem Fluidauslass (4) hin geöffnet wird, wobei die
Antriebsspindel (5) zumindest vor Erfüllung der Frequenzwechselbedingung derart angetrieben
wird, dass bei einem unter einem Grenzwert liegenden Flüssigkeitsanteil bei gegebener
Pumpengeometrie der Schraubenspindelpumpe (1) der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer
(7, 8, 9) vor und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels gegenüber dem Saugdruck
der Schraubenspindelpumpe (1), der im Bereich des jeweiligen Fluideinlasses (3) vorliegt,
um maximal 20% oder um maximal 10% eines Differenzdrucks zwischen dem Saugdruck und
dem Druck im Bereich des Fluidauslasses (4) erhöht ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel (5) und Laufspindel (6) derart
gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern (7, 8, 9) pro Antriebsspindel
(5) und Laufspindel (6), die sowohl gegenüber dem Fluideinlass (3) als auch gegenüber
dem Fluidauslass (4) verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel
(5) von 360° maximal 1,5 ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass einerseits die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe (1) und die
Solldrehzahl bei der ersten Sollfrequenz (37) so gewählt sind, dass die Umfangsgeschwindigkeit
am Profilaußendurchmesser (18) der Antriebsspindel (5) oder wenigstens einer der Antriebsspindeln
(5) und/oder der Laufspindel (6) oder wenigstens einer der Laufspindeln (6) wenigstens
15 m/s ist und/oder dass andererseits die Pumpengeometrie und die Solldrehzahl bei
der ersten Sollfrequenz so gewählt sind, dass die Axialgeschwindigkeit der jeweiligen
Pumpenkammer (7, 8, 9) bei der axialen Bewegung zu dem Fluidauslass (4) hin wenigstens
4 m/s ist.
8. Schraubenspindelpumpe zur Förderung eines Fluids, die ein Gehäuse (2), in dem wenigstens
eine Antriebsspindel (5) und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte Laufspindel
(6) der Schraubenspindelpumpe (1) aufgenommen sind, einen Asynchronmotor (10) zum
Antrieb der Antriebsspindel (5) und eine Steuereinrichtung (19) zur Bestromung des
Asynchronmotors (10) aufweist, wobei die Steuereinrichtung (19) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche eingerichtet ist.
9. Schraubenspindelpumpe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) wenigstens einen Fluideinlass (3) und einen Fluidauslass (4) ausbildet,
wobei die Antriebsspindel (5) und die Laufspindel (6) in jeder Rotationsstellung der
Antriebsspindel (5) gemeinsam mit dem Gehäuse (2) mehrere Pumpenkammern (7, 8, 9)
begrenzen, wobei die Asynchronmaschine (10) dazu eingerichtet ist, die Antriebsspindel
(5) in eine Antriebsrichtung (11) zu rotieren, wodurch eine jeweilige zunächst zu
dem jeweiligen Fluideinlass (3) offene der Pumpenkammern (7, 8, 9) verschlossen, die
resultierende verschlossene Pumpenkammer (7, 8, 9) axial zu dem Fluidauslass (4) hinbewegt
und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels zu dem Fluidauslass (4) hin
geöffnet wird, wobei die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel (5) und Laufspindel
(6) derart gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern (7, 8, 9)
pro Antriebsspindel (5) und Laufspindel (6), die sowohl gegenüber dem Fluideinlass
(3) als auch gegenüber dem Fluidauslass (4) verschlossen sind, über einen Rotationswinkel
der Antriebsspindel (5) von 360° maximal 1,5 ist.
10. Schraubenspindelpumpe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass einerseits der Innendurchmesser (16) des Schraubenprofils der Antriebsspindel (5)
oder wenigstens einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel (6) oder wenigstens
einer der Laufspindeln (6) weniger als das 0,7-fache des Außendurchmessers (18) des
jeweiligen Schraubenprofils ist und/oder dass andererseits der mittlere Umfangsspalt
(17) zwischen dem äußeren Rand des Schraubenprofils der Antriebsspindel (5) oder wenigstens
einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel (6) oder wenigstens einer
der Laufspindeln (6) und dem Gehäuse (2) weniger als das 0,002-fache des Außendurchmessers
(18) des jeweiligen Schraubenprofils ist.