Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektrisches Kontaktteil. Das elektrische
Kontaktteil eignet sich beispielweise für Steckverbindungen. Ferner betrifft die Erfindung
ein Herstellungsverfahren für ein solches elektrisches Kontaktteil und die Verwendung
eines solchen Kontaktteils. Insbesondere eignet sich der elektrische Steckkontakt
für einen Einsatz in Fahrzeugen, wie etwa Kraftfahrzeugen usw.
Stand der Technik
[0002] Für elektrische Kontaktteile gibt es zahlreiche Anwendungen, beispielsweise in der
Kraftfahrzeugtechnik, in der sie als Steckverbinder oder ähnliches dienen können.
Exemplarisch seien Steckkontakte oder Steckbuchsen genannt, die zur Aufnahme von Gegenkontakten,
etwa Stecksicherungen usw., dienen können. Im Allgemeinen ist es bei Steckverbindungen
wünschenswert, dass diese hohen Kontaktkräfte zu dem Gegenkontakt bei gleichzeitig
geringen Steck- und/oder Ziehkräften des Gegenkontakts aufweisen. Dieser Zielkonflikt
soll in einigen Anwendungen auf relativ kleinem Bauraum realisiert werden.
[0003] Es hat sich gezeigt, dass insbesondere der oben genannte Zielkonflikt zu hohen Spannungskräften
innerhalb oder sogar zu plastischen Verformungen der beteiligten Kontakte führen kann.
Dies kann über die Lebensdauer der beteiligten Kontakte zu einem Rückgang der Kontaktkraft
führen, insbesondere bei hoher elektrischer und/oder thermischer Belastung. Es ist
daher wünschenswert, ein elektrisches Kontaktteil zu schaffen, dass dem Zielkonflikt
gerechter wird.
Beschreibung der Erfindung
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Einsatz konstruktiv möglichst einfacher
Mittel ein elektrisches Kontaktteil bereitzustellen, dass zumindest zu geringeren
Spannungen einer Steckverbindung führt.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
und den begleitenden Figuren angegeben.
[0006] Vorgeschlagen wird ein elektrisches Kontaktteil mit einem kastenförmigen Grundkörper,
der einen Aufnahmeraum zum Einstecken eines Gegenkontakts in einer Einsteckrichtung
ausbildet. Zudem weist das elektrische Kontaktteil wenigstens ein Federelement auf,
das an wenigstens einer flächigen Seite des Grundkörpers angeordnet ist und zum Aufbringen
einer Federkraft zumindest abschnittsweise in den Aufnahmeraum hinein gerichtet ist.
Ferner weist das Kontaktteil wenigstens eine Materialaussparung auf, die an wenigstens
einer relativ zu der flächigen Seite schmaleren Seite des Grundkörpers angeordnet
ist.
[0007] Die Materialaussparung erlaubt ein Federn, Mitfedern mit dem Gegenkontakt, Auslenken
bei Kraftaufbringung durch den Gegenkontakt oder, allgemein, eine elastische Verformung
des Grundkörpers zumindest während des Einsteckens und/oder Aussteckens des Gegenkontakts.
Auf diese Weise können Spannungen reduziert oder vermieden werden, die sich beim Zusammenstecken
des Kontaktteils mit dem Gegenkontakt ergeben können. Zudem können plastische Verformungen
des Kontaktteils und/oder des Gegenkontakts reduziert oder vermieden werden. Durch
diese Anordnung wird eine zumindest weitestgehend homogene Spannungsverteilung im
Kontaktteil und/oder dem Gegenkontakt erreicht, sowie vergleichsweise hohe Kontaktkräfte
bei niedrigen Steck- und Ziehkräften.
[0008] Der kastenförmige Grundkörper kann beispielweise auch durch eine Art von zumindest
teilweise hohler Quaderform beschrieben werden. Zudem kann der kastenförmige Grundkörper
mit zwei zueinander parallelen, flächigen bzw. größeren Seiten(flächen) und zwei zueinander
parallelen, schmaleren bzw. kleineren Seiten(flächen) beschrieben werden. Die flächigen
und schmaleren Seiten(flächen) können zueinander einen Winkel haben, wie etwa einen
Winkel von 90°± 5°. Das Federelement ist an wenigstens einer der flächigen Seiten
angeordnet und/oder ausgebildet. Die Materialaussparung ist an wenigstens einer schmaleren
Seite angeordnet und/oder ausgebildet. Der Grundkörper kann beispielsweise aus einem
Blechmaterial mit elektrischer Leitfähigkeit gefertigt sein. Hierzu kann das Blechmaterial
gestanzt, gebogen oder gestanzt und gebogen werden. Die Einsteckrichtung bzw. eine
dieser zugeordnete Einsteckachse kann einer Längsachse des Steckkontakts entsprechen.
[0009] In zumindest einigen Ausführungsbeispielen kann das Kontaktteil durch z.B. Kontaktfüße
selbst zum Stecken in einen Träger, wie beispielsweise eine Stromschiene oder Leiterplatte
eingerichtet sein. Es ist auch möglich, dass die Kontaktfüße zum Löten geeignet sind,
das Kontaktteil also ein Lötkontakt ist, der sich für z.B. eine Leiterplatte oder
Stromschiene eignet. Alternativ dazu, könnte das Kontaktteil auch zum Einpressen,
ggf. auch ohne zusätzliches Löten, in den Träger eingerichtet sein.
[0010] Der Gegenkontakt kann beispielsweise ein Flachkontakt sein. In einigen Anwendungsfällen
kann der Gegenkontakt eine Stecksicherung bzw. deren Kontaktfuß sein, wodurch sich
das Kontaktteil zur Anwendung in einem Kraftfahrzeug oder ähnlichem eignet.
[0011] In einem Ausführungsbeispiel kann die Materialaussparung wenigstens eine ansonsten
umlaufende, in der Einsteckrichtung des Gegenkontakts stirnseitige Kante des Grundkörpers
in einem Abschnitt der schmaleren Seite durchbrechen und/oder ein Material des Grundkörpers
aussparen. Die entsprechende Stirnseite kann vorzugsweise einer Einsteckseite für
den Gegenkontakt entsprechen, also in Einsteckrichtung des Gegenkontakts die erste
Stirnseite sein. Es sei angemerkt, dass die Einsteckseite vorzugsweise auch die Aussteckseite
für den Gegenkontakt darstellt. Dadurch kann der Aufnahmeraum bzw. der Grundkörper
während des Einsteckens und/oder Aussteckens des Gegenkontakts nachgeben, ausfedern
oder dergleichen, so dass Spannungen zumindest reduziert auftreten.
[0012] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Materialaussparung eine Schlitzform aufweisen,
wobei sich die Materialaussparung von einer in Einsteckrichtung des Gegenkontakts
stirnseitigen Kante des Grundkörpers über eine Länge entlang der Einsteckrichtung
erstreckt. In anderen Worten kann der Grundkörper abschnittsweise geschlitzt sein,
wobei sich der Schlitz von der Stirnseite, von der der Gegenkontakt eingeführt wird,
weg erstreckt. Dadurch kann der Aufnahmeraum bzw. der Grundkörper während des Einsteckens
und/oder Aussteckens des Gegenkontakts nachgeben, ausfedern oder dergleichen, so dass
Spannungen zumindest reduziert auftreten.
[0013] In einem Ausführungsbeispiel können wenigstens zwei Materialaussparungen auf einer
gemeinsamen schmaleren Seite angeordnet sein, wobei eine erste Materialaussparung
eine stirnseitige Kante einer ersten Stirnseite und eine zweite Materialaussparung
eine zweite Kante einer zweiten Stirnseite durchbricht und/oder ein Material des Grundkörpers
ausspart, und wobei die erste und zweite Stirnseite in der Einsteckrichtung des Gegenkontakts
voneinander beabstandet sind. In anderen Worten, kann der Grundkörper sowohl an der
Stirnseite, von der her der Gegenkontakt eingesteckt wird, als auch an der gegenüberliegenden
Stirnseite jeweils wenigstens eine Materialaussparung, z.B. eine Art Schlitz, aufweisen.
Dadurch wird eine Art Federwippe ausgebildet, die eine besonders homogene Spannungsverteilung
bewirken kann.
[0014] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann in der Einsteckrichtung des Gegenkontakts die
erste Materialaussparung sich über eine erste Länge erstrecken, die zweite Materialaussparung
sich über eine zweite Länge erstrecken, wobei die erste Länge größer sein kann als
die zweite Länge. Auf der Stirnseite, von der her der Gegenkontakt eingesteckt wird,
können höhere Spannungen auftreten als auf der gegenüberliegenden Stirnseite. Diese
Ausführungsvariante berücksichtigt diese Spannungsverteilung.
[0015] In einem Ausführungsbeispiel kann jeweils wenigstens eine Materialaussparung an einer
ersten schmaleren Seite und wenigstens eine Materialaussparung an einer, der ersten
schmaleren Seite gegenüberliegenden, zweiten schmaleren Seite angeordnet sein. In
anderen Worten, in der Einsteckrichtung des Gegenkontakts bzw. entlang der Längsachse
des Kontaktteils betrachtet, weist der Grundkörper beidseitig jeweils wenigstens eine
Materialaussparung auf. Dadurch kann eine noch homogenere Spannungsverteilung erreicht
werden.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung kann das Federelement eine Wellenform aufweisen. Dadurch
kann eine hohe Kontaktkraft mit hoher Lebensdauer erreicht werden.
[0017] In einer Weiterbildung kann das Federelement an seinen zwei Längsenden an dem Grundkörper
angelenkt sein und zwischen den beiden Längsenden in den Aufnahmeraum hervorstehen.
Das Federelement kann streifenförmig oder zungenförmig aus dem Material des Grundkörpers
geschnitten, z.B. gestanzt, sein, wobei es bei beiden Längsenden mit dem Material
des Grundkörpers verbunden bleibt. Dadurch kann eine hohe Kontaktkraft mit hoher Lebensdauer
erreicht werden.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung kann das Federelement einstückig mit dem Grundkörper ausgebildet
sein. Dadurch lässt sich das Kontaktteil besonders einfach fertigen und ist robust
ausgeführt.
[0019] In einer Weiterbildung kann der Grundkörper einen Verschlussmechanismus zum miteinander
verbinden eines ersten Endes und eines zweiten Endes seiner Abwicklung aufweisen,
wobei der Verschlussmechanismus benachbart zu der wenigstens einen Materialaussparung
an der schmaleren Seite angeordnet sein kann. Wenn zwei Materialaussparungen an derselben
Seite angeordnet sind, kann der Verschlussmechanismus in Einsteckrichtung bzw. entlang
der Längsachse betrachtet zwischen den Materialaussparungen angeordnet sein. Diese
ermöglicht eine einfache Fertigung und eine hohe Robustheit.
[0020] Vorgeschlagen wird zudem ein Verfahren zum Herstellen eines elektrischen Kontaktteils,
mit den Schritten:
Bereitstellen eines Blechmaterials,
Ausbilden von wenigstens einem Federelement in dem Blechmaterial,
Ausbilden von wenigstens einer Materialaussparung in dem Blechmaterial,
Biegen des Blechmaterials zu einem kastenförmigen Grundkörper mit einem innenliegenden
Aufnahmeraum derart, dass das wenigstens eine Federelement an einer flächigen Seite
des Grundkörpers angeordnet ist und zum Aufbringen einer Federkraft zumindest abschnittsweise
in den Aufnahmeraum hinein gerichtet ist und die wenigstens eine Materialaussparung
an wenigstens einer relativ zu der flächigen Seite schmaleren Seite des Grundkörpers
angeordnet ist.
[0021] Die Schritte des Verfahrens müssen nicht zwingend in der Abfolge der genannten Merkmale
durchgeführt werden. Zudem kann das Verfahren abgewandelt werden, um ein Kontaktteil
in einer oder mehreren der vorstehend beschriebenen Ausführungsvarianten herzustellen.
Zudem wird die Verwendung eines elektrischen Kontaktteils in einer oder mehreren Ausführungsvarianten
beschrieben. Die Verwendung sieht vor, dass in einer Einsteckrichtung ein Gegenkontakt
in das Kontaktteil eingesteckt wird, ein Federelement eine Kontaktkraft und/oder Klemmkraft
auf den Gegenkontakt ausübt, und sich ein Grundkörper des Kontaktteils zumindest während
des Einsteckens und/oder Aussteckens des Gegenkontakts in einen durch den Grundkörper
ausgebildeten Aufnahmeraum des Kontaktteils durch wenigstens eine an dem Grundkörper
angeordnete Materialaussparung verformen kann.
[0022] Diese Verwendung kann zu einer besonders hohen Lebensdauer des Kontaktteils und/oder
Gegenkontakts führen.
[0023] Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von vorteilhaften Ausführungsformen und den begleitenden
Figuren.
Kurze Figurenbeschreibung
[0024] Nachfolgend wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitenden Figuren erläutert. Es zeigen:
Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht ein elektrisches Kontaktteil gemäß einer
Ausführungsform.
Figur 2 in einer perspektivischen Ansicht ein elektrisches Kontaktteil gemäß einer
Ausführungsform.
Figur 3 in einer perspektivischen Ansicht ein elektrisches Kontaktteil gemäß einer
Ausführungsform.
Figur 4 in einer perspektivischen Ansicht ein elektrisches Kontaktteil gemäß einer
Ausführungsform.
Figur 5 in einem Flussdiagramm ein Verfahren zum Herstellen eines elektrischen Kontaktteils
gemäß einer Ausführungsform.
[0025] Die Figuren sind lediglich schematische Darstellungen und dienen nur der Erläuterung
der Erfindung. Gleiche oder gleichwirkende Elemente sind durchgängig mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
Detaillierte Beschreibung
[0026] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein elektrisches Kontaktteil 10 gemäß
einer Ausführungsform. Das Kontaktteil 10 eignet sich insbesondere zur Verwendung
in einer Steckverbindung, bei der es einen Gegenkontakt (nicht gezeigt) aufnehmen
kann. Diese Steckverbindung kann beispielsweise in einem Kraftfahrzeug oder ähnlichem
angewendet werden.
[0027] Das Kontaktteil 10 weist einen kastenförmigen Grundkörper 12 auf, der einen Aufnahmeraum
14 zum Einstecken des Gegenkontakts in einer Einsteckrichtung A ausbildet, die hier
zugleich einer Längsachse des Kontaktteils 10 bzw. seines Grundkörpers 12 entspricht.
Die Kastenform ähnelt oder entspricht einem hohen Quader. Zudem weist der Grundkörper
12 eine Einstecköffnung auf einer ersten Stirnseite und eine Anzahl Kontaktfüße auf
einer der ersten Stirnseite gegenüberliegenden, zweiten Stirnseite auf. Die Kontaktfüße
dienen beispielsweise der Befestigung an und/oder der elektrischen Verbindung mit
einem Träger (nicht gezeigt), wie etwa einer Stromschiene, einer Leiterplatte, oder
dergleichen.
[0028] Das Kontaktteil 10 weist zudem wenigstens ein Federelement 16 auf, das an wenigstens
einer flächigen Seite des Grundkörpers angeordnet ist und zum Aufbringen einer Federkraft
zumindest abschnittsweise in den Aufnahmeraum 14 hinein gerichtet ist. Gemäß Figur
1 kann das Kontaktteil auch als eher flacher und/oder breiter Kasten beschrieben werden,
so dass die Anordnung des Federelements 16 an wenigstens einer Flachseite des Kastens
beschrieben werden kann.
[0029] Gemäß Figur 1 weist das Federelement 16 eine Wellenform auf. Zudem kann das Kontaktteil
10 zwei sich gegenüberliegende, bezogen auf die Wirkrichtung der jeweiligen Federkraft
auch entgegenwirkende, Federelemente 16 aufweisen.
[0030] Zudem ist das Federelement 16 gemäß Figur 1 an seinen zwei Längsenden an dem Grundkörper
12 angelenkt und steht zwischen den beiden Längsenden in den Aufnahmeraum 14 hervor.
Gemäß Figur 1 ist das Federelement 16 einstückig mit dem Grundkörper 12 ausgebildet.
[0031] Ferner weist das Kontaktteil 10 wenigstens eine Materialaussparung 18 auf, die an
wenigstens einer relativ zu der flächigen Seite schmaleren Seite des Grundkörpers
12 angeordnet ist. Gemäß Figur 1 kann das Kontaktteil auch als eher flacher und/oder
breiter Kasten beschrieben werden, so dass die Anordnung der Materialaussparung an
wenigstens einer Schmalseite des Kastens, bzw. wenn der Kasten liegend betrachtet
wird seitlich, angeordnet beschrieben werden kann.
[0032] Gemäß Figur 1 ist die Materialaussparung 18 derart ausgeführt, dass sie wenigstens
eine ansonsten umlaufende, in der Einsteckrichtung A des Gegenkontakts stirnseitige
Kante des Grundkörpers 12 in einem Abschnitt der schmaleren Seite durchbricht und/oder
dort ein Material des Grundkörpers 12 ausspart. Gemäß Figur 1 wird der Gegenkontakt
von oben her in den Grundkörper 12 bzw. den Aufnahmeraum 14 eingesteckt, so dass die
Materialaussparung 18 vorzugsweise dort eine Kante durchbricht, wie dies in Figur
1 dargestellt ist.
[0033] Ferner weist die Materialaussparung 18 gemäß Figur 1 eine Schlitzform auf, wobei
sich die Materialaussparung 18 von einer in Einsteckrichtung A des Gegenkontakts stirnseitigen
Kante des Grundkörpers 12 über eine Länge entlang der Einsteckrichtung erstreckt.
Die Materialaussparung 18 erstreckt sich also als Schlitz von der Stirnseite entlang
der Längsachse des Grundkörpers 12. Vorzugsweise ist die Materialaussparung 18 in
Dickenrichtung des Grundkörpers 12, die senkrecht zur Einsteckrichtung verläuft, etwa
oder exakt mittig angeordnet.
[0034] Gemäß Figur 1 weist das Kontaktteil 10 wenigstens zwei Materialaussparungen 18 auf,
die auf einer gemeinsamen schmaleren Seite angeordnet sind, wobei eine erste Materialaussparung
eine stirnseitige Kante einer ersten Stirnseite und eine zweite Materialaussparung
eine zweite Kante einer zweiten Stirnseite durchbricht und/oder dort ein Material
des Grundkörpers 12 ausspart, und wobei die erste und die zweite Stirnseite in der
Einsteckrichtung A des Gegenkontakts voneinander beabstandet sind. Bezogen auf Figur
1, ist der Grundkörper 12 also sowohl oben als auch unten stirnseitig mit der jeweiligen
Materialaussparung 18 versehen. Dies bildet eine Art Wippe, insbesondere Federwippe
aus, die beim Einstecken und/oder Ausstecken des Gegenkontakts entsprechend nachgeben,
auslenken, mitfedern oder dergleichen kann. Gemäß Figur 1 erstrecken sich in der Einsteckrichtung
des Gegenkontakts die erste Materialaussparung 18 über eine erste Länge und die zweite
Materialaussparung über eine zweite Länge, wobei die erste Länge größer ist als die
zweite Länge. Demnach müssen die Materialaussparungen 18 nicht zwingend symmetrisch
ausgeführt sein (bezogen auf eine Querachse des Grundkörpers 12), sondern können unterschiedlich
lang, und ggf. auch unterschiedlich breit, ausgeführt sein.
[0035] Ferner zeigt Figur 1, dass jeweils wenigstens eine Materialaussparung 18 an einer
ersten schmaleren Seite und wenigstens eine Materialaussparung an einer, der ersten
schmaleren Seite gegenüberliegenden, zweiten schmaleren Seite angeordnet ist. In anderen
Worten, kann der Grundkörper an beiden Seiten, wenn liegend betrachtet, jeweils eine
Materialaussparung 18 oder jeweils zwei Materialaussparungen 18, also insgesamt vier
Materialaussparungen 18, aufweisen.
[0036] Gemäß Figur 1 weist der Grundkörper einen Verschlussmechanismus 20 zum miteinander
verbinden eines ersten Endes und eines zweiten Endes seiner Abwicklung auf, wobei
der Verschlussmechanismus 20 benachbart zu der wenigstens einen Materialaussparung
18 an der schmaleren Seite angeordnet ist. In der exemplarisch gezeigten Ausführungsform
gemäß Figur 1 sind zwei Materialaussparungen 18 an einer gemeinsamen schmaleren Seite
ausgebildet, wobei der Verschlussmechanismus 20 dann vorzugsweise zwischen den beiden
Materialaussparungen 18 angeordnet ist. Der Verschlussmechanismus 20 kann formschlüssig,
wie hier nach Art eines Puzzles, und/oder stoffschlüssig, durch einen ggf. auch zusätzlichen
Schweißpunkt, funktionieren.
[0037] Figur 2 zeigt das Kontaktteil 10 aus Figur 1 von einer anderen Seite (etwa 180° um
die Längsachse gedreht). Dementsprechend ist zu erkennen, dass in zumindest einigen
Ausführungsformen wenigstens zwei Federelemente 16 und/oder wenigstens zwei Materialaussparungen
18 vorgesehen sind. Gemäß Figur 2 sind jedoch exemplarisch insgesamt vier Materialaussparungen
18 vorgesehen.
[0038] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des Kontaktteils 10. Abweichend von der
vorstehend beschriebenen Ausführungsform, weist das Kontaktteil 10 gemäß Figur 3 zwei
Federelemente 16 auf einer gemeinsamen flachen Seite des Grundkörpers 12 auf. Die
Federelemente 16 sind entlang der Querachse des Grundkörpers 12 voneinander beabstandet
und bilden zwischen sich einen Steg aus. Bei einer symmetrischen Ausführung, weist
das Kontaktteil 10 demnach insgesamt wenigstens vier Federelemente 16 auf, da auch
mehr als zwei Federelemente pro flacher Seite des Grundkörpers 12 vorgesehen sein
können.
[0039] Figur 4 zeigt das Kontaktteil 10 aus Figur 3 von einer anderen Seite (etwa 180° um
die Längsachse gedreht). Dementsprechend ist zu erkennen, dass in zumindest einigen
Ausführungsformen wenigstens vier Federelemente 16 und/oder wenigstens vier Materialaussparungen
18 vorgesehen sind. Gemäß Figur 2 sind jedoch exemplarisch insgesamt vier Materialaussparungen
18 sowie insgesamt vier Federelemente 16 vorgesehen.
[0040] Figur 5 zeigt in einem Flussdiagramm ein Verfahren zum Herstellen des Kontaktteils
10. In einem Schritt S1, wird ein Blechmaterial bereitgestellt. In einen Schritt S2,
wird das wenigstens eine Federelement 16 einstückig mit dem Blechmaterial ausgebildet,
beispielsweise durch Stanzen und/oder Biegen. In einem Schritt S3, wird die wenigstens
eine Materialaussparung 18 in dem Blechmaterial ausgebildet. Es sei angemerkt, dass
die Schritte S2 und S3 nicht zwingend nacheinander, sondern auch gleichzeitig, sowie
in entgegengesetzter Reihenfolge durchgeführt werden können. In einem Schritt S4 wird
das Blechmaterial gebogen, um die oben beschriebene Ausgestaltung des Kontaktteils
10 zu erreichen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0041]
- 10
- elektrisches Kontaktteil
- 12
- Grundkörper
- 14
- Aufnahmeraum
- 16
- Federelement
- 18
- Materialaussparung
- 20
- Verschlussmechanismus
- A
- Einsteckrichtung / Längsachse
1. Elektrisches Kontaktteil (10), mit
einem kastenförmigen Grundkörper (12), der einen Aufnahmeraum (14) zum Einstecken
eines Gegenkontakts in einer Einsteckrichtung (A) ausbildet,
wenigstens einem Federelement (16), das an wenigstens einer flächigen Seite des Grundkörpers
(12) angeordnet ist und zum Aufbringen einer Federkraft zumindest abschnittsweise
in den Aufnahmeraum (14) hinein gerichtet ist, und
wenigstens einer Materialaussparung (18), die an wenigstens einer relativ zu der flächigen
Seite schmaleren Seite des Grundkörpers (12) angeordnet ist.
2. Elektrisches Kontaktteil (10) nach Anspruch 1, wobei die Materialaussparung wenigstens
eine ansonsten umlaufende, in der Einsteckrichtung (A) des Gegenkontakts stirnseitige
Kante des Grundkörpers (12) in einem Abschnitt der schmaleren Seite durchbricht und/oder
ein Material des Grundkörpers (12) ausspart.
3. Elektrisches Kontaktteil (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Materialaussparung
eine Schlitzform aufweist, und wobei sich die Materialaussparung (18) von einer in
Einsteckrichtung (A) des Gegenkontakts stirnseitigen Kante des Grundkörpers (12) über
eine Länge entlang der Einsteckrichtung (A) erstreckt.
4. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens
zwei Materialaussparungen (18) auf einer gemeinsamen schmaleren Seite angeordnet sind,
wobei eine erste Materialaussparung (18) eine stirnseitige Kante einer ersten Stirnseite
und eine zweite Materialaussparung eine zweite Kante einer zweiten Stirnseite durchbricht
und/oder ein Material des Grundkörpers (12) ausspart, und wobei die erste und zweite
Stirnseite in der Einsteckrichtung (A) des Gegenkontakts voneinander beabstandet sind.
5. Elektrisches Kontaktteil (10) nach Anspruch 4, wobei in der Einsteckrichtung (A) des
Gegenkontakts die erste Materialaussparung (18) sich über eine erste Länge erstreckt,
die zweite Materialaussparung (18) sich über eine zweite Länge erstreckt, und wobei
die erste Länge größer ist als die zweite Länge.
6. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jeweils
wenigstens eine Materialaussparung (18) an einer ersten schmaleren Seite und wenigstens
eine Materialaussparung (18) an einer, der ersten schmaleren Seite gegenüberliegenden,
zweiten schmaleren Seite angeordnet ist.
7. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Federelement
(16) eine Wellenform aufweist.
8. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Federelement
an seinen zwei Längsenden an dem Grundkörper (12) angelenkt ist und zwischen den beiden
Längsenden in den Aufnahmeraum (14) hervorsteht.
9. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Federelement
(16) einstückig mit dem Grundkörper (12) ausgebildet ist.
10. Elektrisches Kontaktteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper
einen Verschlussmechanismus (20) zum miteinander verbinden eines ersten Endes und
eines zweiten Endes seiner Abwicklung aufweist, und wobei der Verschlussmechanismus
(20) benachbart zu der wenigstens einen Materialaussparung (18) an der schmaleren
Seite angeordnet ist.
11. Verfahren zum Herstellen eines elektrischen Kontaktteils (10), mit den Schritten:
Bereitstellen (S1) eines Blechmaterials,
Ausbilden (S2) von wenigstens einem Federelement in dem Blechmaterial,
Ausbilden (S3) von wenigstens einer Materialaussparung in dem Blechmaterial,
Biegen (S4) des Blechmaterials zu einem kastenförmigen Grundkörper (12) mit einem
innenliegenden Aufnahmeraum (14) derart, dass das wenigstens eine Federelement (16)
an einer flächigen Seite des Grundkörpers (12) angeordnet ist und zum Aufbringen einer
Federkraft zumindest abschnittsweise in den Aufnahmeraum hinein gerichtet ist und
die wenigstens eine Materialaussparung (18) an wenigstens einer relativ zu der flächigen
Seite schmaleren Seite des Grundkörpers (12) angeordnet ist.
12. Verwendung eines elektrischen Kontaktteils (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei in einer Einsteckrichtung (A) ein Gegenkontakt in das Kontaktteil (10) eingesteckt
wird, ein Federelement (16) eine Klemmkraft auf den Gegenkontakt ausübt, und sich
ein Grundkörper (12) des Kontaktteils (10) zumindest während des Einsteckens des Gegenkontakts
durch wenigstens eine an dem Grundkörper (12) angeordnete Materialaussparung (18)
verformen kann.