[0001] Der vorliegende Ansatz bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Überwachen
eines Sandungsvorgangs für eine Sandungsanlage für ein Schienenfahrzeug und auf eine
Sandungsvorrichtung, ein Schienenfahrzeug und eine Gleisvorrichtung.
[0002] Beim Sanden eines Schienenfahrzeugs wird Streumittel in einen Radschienenspalt zwischen
eine Schiene und ein Rad des Schienenfahrzeugs befördert, um bei einem Bremsvorgang
bei niedrigen und sehr niedrigen Haftwerten die Bremswirkung signifikant zu verbessern
und damit kurze Bremswege zu ermöglichen. Dies kann erforderlich sein, wenn der Kraftschluss
durch Verunreinigungen wie Blätter oder auch durch Staub in Verbindung mit Feuchte
stakt reduziert wird. Ohne Gegenmaßnahme kann dies zum Stillstand der Räder und in
der Folge zu Flachställen auf den Rädern kommen. Die
WO 2014/108316 A1 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Analysieren eines Streumittels und
zum Steuern eines Aufbringens eines Streumittels auf eine Schiene für ein Schienenfahrzeug.
[0003] Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe des vorliegenden Ansatzes eine verbesserte
Sandungsvorrichtung, ein verbessertes Schienenfahrzeug, eine verbesserte Gleisvorrichtung,
und ein verbessertes Verfahren zum Überwachen eines Sandungsvorgangs zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Vorrichtungsanspruchs
1, durch eine Sandungsvorrichtung nach Anspruch 11, durch ein Schienenfahrzeug nach
Anspruch 12, durch eine Gleisvorrichtung nach Anspruch 14 und durch ein Verfahren
nach Anspruch 15 gelöst.
[0005] Die mit dem vorgestellten Ansatz erreichbaren Vorteile bestehen darin, dass ein Sandungsvorgang
einer Sandungsanlage eines Schienenfahrzeugs überwacht wird, um einen Bremsvorgang
des Schienenfahrzeugs optimieren zu können.
[0006] Eine Vorrichtung zum Überwachen eines Sandungsvorgangs für eine Sandungsanlage für
ein Schienenfahrzeug weist eine Auswerteeinrichtung auf, die dazu ausgebildet ist,
um ein Zermahlsignal einzulesen, das einen von einer Sensoreinrichtung sensierten
Zermahlvorgang repräsentiert, der ein Zermahlen zumindest eines Streumittelkorns in
einem Radschienenspalt zwischen einer Schiene und einem Rad des Schienenfahrzeugs
repräsentiert. Die Vorrichtung ist ferner dazu ausgebildet, um unter Verwendung des
Zermahlsignals ein Streumittelmengensignal zu bestimmen, das eine Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs anzeigt.
[0007] Während des Sandungsvorgangs kann von der Sandungsanlage des Schienenfahrzeugs Streumittel
ausgebracht werden. Streumittel kann sowohl auf natürlich vorkommenden (abgebauten)
Medien als auch auf künstlich hergestellten Stoffen basieren. Ein typisches Streumittel
ist Sand, der hier auch als Synonym für Streumittel verwendet werden kann. Das Zermahlsignal
kann eine von der Sensoreinrichtung während des Sandungsvorgangs sensierte physikalische
Größe anzeigen, beispielsweise eine sensierte Beschleunigung, einen sensierten Schall,
wie ein Geräusch, oder eine Vibration. Eine Charakteristik des Zermahlsignals kann
davon abhängen, ob und gegebenenfalls wie viel von dem ausgebrachten Streumittel zermahlen
wird. Somit kann durch eine geeignete Auswertung der Charakteristik des Zermahlsignals
auf die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs
geschlossen werden. Dabei kann das Zermahlsignal sowohl im Zeitbereich als auch im
Frequenzbereich ausgewertet werden. Eine solche Vorrichtung zum Überwachen eines Sandungsvorgangs
ermöglicht es vorteilhafterweise, die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
zu erkennen, wodurch eine Funktion oder Fehlfunktion der Sandungsanlage überprüft
werden kann. So kann das Streumittelmengensignal beispielsweise Aufschluss darüber
geben, ob beim Sandungsvorgang erwartungsgemäß viel Streumittel auf der Schiene, oder
aber unerwünscht viel Streumittel neben der Schiene gelandet ist. Ein Sandrohr oder
eine andere Komponente der Sandungsanlage kann im Folgenden entsprechend überprüft
oder neu eingestellt werden, um zukünftig einen idealen Sandungsvorgang zu ermöglichen,
um ein schnelleres und zusätzlich oder alternativ stärkeres Bremsen des Schienenfahrzeugs
sicherzustellen.
[0008] Die Vorrichtung kann auch die Sensoreinrichtung aufweisen, die dazu ausgebildet ist,
um den Zermahlvorgang zu sensieren und das den sensierten Zermahlvorgang repräsentierende
Zermahlsignal bereitzustellen. Wenn die Auswerteeinrichtung und die Sensoreinrichtung
separat voneinander angeordnet sind, kann eine drahtlose oder drahtgebundene Kommunikationsschnittstelle
zwischen der Auswerteeinrichtung und der Sensoreinrichtung vorgesehen sein. Vorteilhafterweise
können die Auswerteeinrichtung und die Sensoreinrichtung gemeinsam an dem Schienenfahrzeug
oder gemeinsam an einer Gleisvorrichtung oder aufgeteilt auf das Schienenfahrzeug
und die Gleisvorrichtung angeordnet sein.
[0009] Es ist weiterhin von Vorteil, wenn die Sensoreinrichtung ausgebildet ist, um eine
Beschleunigung eines Elements des Schienenfahrzeugs oder eines Schienenelements einer
Gleisvorrichtung und zusätzlich oder alternativ eine Schallwelle zu erfassen und ein
die Beschleunigung repräsentierendes Beschleunigungssignal bereitzustellen. Das Element
des Schienenfahrzeugs kann ein Rad oder eine Radachse des Schienenfahrzeugs sein.
Bei der Schallwelle kann es sich um eine Körperschallwelle oder eine Luftschallwelle
handeln. Somit kann die Sensoreinrichtung gemäß einer Ausführungsform ausgebildet
sein, um ein akustisches Signals zu erfassen. Eine akustische Auswertung ist vorteilhaft.
Die Sensoreinrichtung kann beispielsweise einen Beschleunigungssensor und zusätzlich
oder alternativ zumindest eine Membran oder ein Mikrofon umfassen. Beispielsweise
kann das Mikrofon am Sandschlauch, beispielsweise an der Sandrohrheizung, angeordnet
sein. Das Beschleunigungssignal und insbesondere das während des Sandungsvorgangs
bereitgestellte Beschleunigungssignal kann somit von der Vorrichtung als das Zermahlsignal
verwendet werden. Eine solche Sensoreinrichtung schafft eine einfache Methode, den
Zermahlvorgang zu sensieren.
[0010] Die Vorrichtung kann gemäß einer Ausführungsform ferner eine Sendeeinrichtung aufweisen,
die dazu ausgebildet ist, um das Streumittelmengensignal an eine Fahrzeugsteuerung
des Schienenfahrzeugs zu senden. So kann das Streumittelmengensignal von einer bereits
vorhandenen Fahrzeugsteuerung des Schienenfahrzeugs weiterverarbeitet werden.
[0011] Die Auswerteeinrichtung kann dazu ausgebildet sein, um die Amplitude und zusätzlich
oder alternativ Frequenz des Zermahlsignals auszuwerten, um das Streumittelmengensignal
zu bestimmen. Die Amplitude des Zermahlsignals kann vorteilhafterweise Aufschluss
darüber geben, ob bei der Überfahrt des Schienenfahrzeugs überhaupt Streumittel auf
der Schiene vorhanden ist. Die Frequenz kann einen Überblick darüber verschaffen,
wann wie viel Streumittel beim Sandungsvorgang zermahlen wird.
[0012] Gemäß einer Ausführungsform kann die Auswerteeinrichtung dazu ausgebildet sein, um
das Zermahlsignal mit einem festgelegten Amplitudengrenzwert zu vergleichen, um den
Zermahlvorgang zu erkennen. Wenn die Amplitude des Zermahlsignals den Amplitudengrenzwert
überschreitet, kann auf das Vorhandensein von Streumittel geschlossen werden. Zusätzlich
oder alternativ kann die Auswerteeinrichtung dazu ausgebildet sein, um ein Frequenzspektrum
des Zermahlsignals zu ermitteln und auszuwerten, um die zermahlene Streumittelmenge
zu bestimmen. Beispielsweise kann aus einer Verteilung oder einem Mittelwert der von
dem Zermahlsignal umfassten Frequenzen auf die Menge des pro Zeiteinheit zermahlenen
Streumittels geschlossen werden. Dies schafft eine sehr schnelle Methode, den Sandungsvorgang
zu überwachen.
[0013] Beispielsweise kann die Auswerteeinrichtung dazu ausgebildet sein, um das Frequenzspektrum
auszuwerten, um die zermahlene Streumittelmenge innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts
oder des gesamten Sandungsvorgangs zu bestimmen. Auf diese Weise kann der Sandungsvorgang
beispielsweise periodisch oder fortlaufend überwacht werden.
[0014] Es ist weiterhin von Vorteil, wenn die Vorrichtung eine Vergleichseinrichtung aufweist,
die dazu ausgebildet ist, um unter Verwendung des Streumittelmengensignals und eines
Sollstreumittelmengensignals, das eine erwartete Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
repräsentiert, ein Warnsignal auszugeben, wenn die Streumittelmenge an zermahlenen
Streumittelkörnern von der gewünschten Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
abweicht. Zusätzlich oder alternativ kann die Vergleichseinrichtung dazu ausgebildet
sein, ein Bestätigungssignal auszugeben, wenn die Streumittelmenge an zermahlenen
Streumittelkörnern der gewünschten Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
entspricht.
[0015] Die Vergleichseinrichtung kann in die Auswerteeinrichtung oder die Fahrzeugsteuerung
implementiert sein. Das Sollstreumittelmengensignal kann ein von einer Sandungsanforderungseinrichtung
der Sandungsanlage bereitgestelltes oder eingelesenes Signal sein. Die Vergleichseinrichtung
kann dazu ausgebildet sein, um die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
mit der erwarteten Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern zu vergleichen
und abhängig von einem Vergleichsergebnis entweder das Warnsignal oder das Bestätigungssignal
auszugeben. Das Bestätigungssignal kann hierbei als ein Entwarnungssignal verstanden
werden, das eine korrekte Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern anzeigt.
Dies schafft eine Unterscheidungsmöglichkeit zum Erkennen, ob die Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern korrekt ist, oder nicht.
[0016] Beispielsweise kann das Warnsignal dazu ausgebildet sein, um eine Information an
einen Fahrzeugführer des Schienenfahrzeugs über eine inkorrekte zermahlene Streumittelmenge
anzeigen. Zusätzlich oder alternativ kann das Warnsignal dazu ausgebildet sein, um
eine Differenz zwischen der ausgegebene Streumittelmenge und den zermahlenen Streumittelkörnern
anzeigen und zusätzlich oder alternativ eine Ausrichtung eines Sandrohrs der Sandungsanlage
zu verändern. Beispielsweise kann das Warnsignal geeignet sein, um eine optische oder
akustische Anzeigeeinrichtung zu aktivieren.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform können die Sensoreinrichtung und die Auswerteeinrichtung
als ein Bauteil ausgeformt sein oder aber als zumindest zwei getrennte Bauteile ausgeformt
sein. Als ein Bauteil können die Sensoreinrichtung und die Auswerteeinrichtung beispielsweise
in einem gemeinsamen Gehäuse aufgenommen oder aber die Auswerteeinrichtung kann in
die Sensoreinrichtung integriert angeordnet sein. Als zumindest zwei getrennte Bauteile
können die Sensoreinrichtung und die Auswerteeinrichtung beispielsweise in getrennten
Gehäusen aufgenommen sein. Als ein Bauteil kann die komplette Vorrichtung beispielsweise
nahe des Radschienenspalts angeordnet werden, beispielsweise an dem Rad oder Achslager
oder an einem Radlager, beispielsweise bei einem Einzelradfahrwerk, des Schienenfahrzeugs
oder an einem Schienenelement einer Gleisvorrichtung, um hier das Zermahlen des von
Streumittelkörnern ideal sensieren und auswerten zu können. Als zwei Bauteile kann
zumindest die Sensoreinrichtung nahe des Radschienenspalts angeordnet werden und die
Auswertung durch die Auswerteeinrichtung beispielsweise in einem anderen Bereich des
Schienenfahrzeugs stattfinden, der beispielsweise vor Umwelteinflüssen geschützt ist.
[0018] Eine Sandungsvorrichtung für ein Schienenfahrzeug weist eine Sandungsanlage und eine
Vorrichtung auf, die in einer der vorangehend beschriebenen Varianten ausgeformt ist.
Eine solche Sandungsvorrichtung kann vorteilhafterweise ein Sanden des Schienenfahrzeugs
ermöglichen und dabei dank der Vorrichtung die eigene Sandungsfunktion überwachen.
[0019] Es wird ferner ein Schienenfahrzeug mit einer solchen Sandungsvorrichtung vorgestellt.
Dieses Schienenfahrzeug kann vorteilhafterweise effektiv gesandet werden, wobei der
Sandungsvorgang dank der Vorrichtung optimal überwacht wird. Zumindest die Sensoreinrichtung
der Vorrichtung kann an oder in einem Achslager, einer Radachse, einem Rad, einem
Drehgestell und zusätzlich oder alternativ einem Unterbau des Schienenfahrzeugs angeordnet
sein. Es kann auch die gesamte Vorrichtung an oder in dem Achslager, der Radachse,
dem Rad, dem Drehgestell oder dem Unterbau des Schienenfahrzeugs angeordnet sein.
Die genannten Positionen sind nahe am Radschienenspalt und ermöglichen hier ein ideales
Sensieren des Zermahlens von Streumittelkörnern.
[0020] Eine Gleisvorrichtung mit einem Schienenelement weist eine der vorangehend beschriebenen
Vorrichtungen auf, wobei zumindest die Sensoreinrichtung an oder in dem Schienenelement
angeordnet ist. Es kann auch die gesamte Vorrichtung an oder in dem Schienenelement
angeordnet sein. Das Schienenelement kann ein Bauteil der Schiene oder eine Schienenschwelle
sein. Eine solche Gleisvorrichtung eignet sich beispielsweise für einen Einsatz im
Zusammenhang mit einer Testgleisanlage zum Testen des Sandungsvorgangs außerhalb des
normalen Fahrbetriebs des Schienenfahrzeugs. Die Vorrichtung kann hierbei ausgebildet
sein, um ansprechend auf ein Aktivierungssignal, das ein Nähern des Schienenfahrzeugs
an die Sensoreinrichtung repräsentiert, ein Sandungssignal an die Sandungsanlage des
Schienenfahrzeugs auszugeben, um den Sandungsvorgang zu starten. Das Aktivierungssignal
kann von einer Detektionseinrichtung ausgegeben oder bereitgestellt werden, die beispielsweise
an oder in dem Schienenelement angeordnet ist. Die Detektionseinrichtung kann auch
Teil der Vorrichtung sein. Eine solche Gleisvorrichtung kann vorteilhafterweise zum
Testen des Sandungsvorgangs der Sandungsanlage dienen, bevor die Sandungsanlage in
einem normalen Fahrbetrieb für das Schienenfahrzeug eingesetzt werden soll.
[0021] Ein Verfahren zum Überwachen eines Sandungsvorgangs für eine Sandungsanlage für ein
Schienenfahrzeug weist einen Schritt des Einlesens und einen Schritt des Bestimmens
auf. Im Schritt des Einlesens wird ein Zermahlsignal eingelesen, das einen von einer
Sensoreinrichtung sensierten Zermahlvorgang repräsentiert, der ein Zermahlen zumindest
eines Streumittelkorns in einem Radschienenspalt zwischen einer Schiene und einem
Rad des Schienenfahrzeugs repräsentiert. Im Schritt des Bestimmens wird unter Verwendung
des Zermahlsignals ein Streumittelmengensignal bestimmt, das eine Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs anzeigt.
[0022] Dieses Verfahren kann beispielsweise in Software oder Hardware oder in einer Mischform
aus Software und Hardware beispielsweise in der vorangehend beschriebenen Vorrichtung
implementiert sein.
[0023] Ausführungsbeispiele des hier vorgestellten Ansatzes werden in der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug zu den Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische seitliche Darstellung eines Schienenfahrzeugs mit einer Sandungsvorrichtung
mit einer Sandungsanlage und einer Vorrichtung zum Überwachen eines Sandungsvorgangs
der Sandungsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 eine schematische seitliche Darstellung eines Schienenfahrzeugs und einer Gleisvorrichtung
mit einem Schienenelement und einer Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Beschleunigungssignals einer Sensoreinrichtung
für einen Bremsvorgangs ohne Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Zermahlsignals einer Vorrichtung für einen
Bremsvorgang mit Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Frequenzspektrums für einen Bremsvorgangs
ohne Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines von einer Vorrichtung ermittelten Frequenzspektrums
für einen Bremsvorgang mit Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 7 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Überwachen eines Sandungsvorgangs für
eine Sandungsanlage für ein Schienenfahrzeug gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0024] In der nachfolgenden Beschreibung günstiger Ausführungsbeispiele des vorliegenden
Ansatzes werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0025] Fig. 1 zeigt eine schematische seitliche Darstellung eines Schienenfahrzeugs 100 mit einer
Sandungsvorrichtung 105 mit einer Sandungsanlage 110 und einer Vorrichtung 115 zum
Überwachen eines Sandungsvorgangs der Sandungsanlage 110 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0026] Lediglich beispielhaft ist die Sandungsvorrichtung 105 gemäß diesem Ausführungsbeispiel
an dem Schienenfahrzeug 100 aufgenommen. Die Sandungsvorrichtung 105 weist die Sandungsanlage
110 zum Sanden des Schienenfahrzeugs 100 und die Vorrichtung 115 auf, die dazu ausgebildet
ist, um den Sandungsvorgangs der Sandungsanlage 110 zu überwachen. Die Sandungsanlage
110 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel einen Sandkasten 120 zum Bevorraten von
Streumittel, einen Sanddosierer 125 zum Dosieren des Streumittels und ein Sandrohr
130 zum Zuführen des Streumittels in einen Radschienenspalt 135 zwischen einem Rad
140 des Schienenfahrzeugs 100 und einer Schiene 145, auf welcher das Schienenfahrzeug
100 angeordnet ist. Das Schienenfahrzeug 100 weist ferner gemäß diesem Ausführungsbeispiel
zumindest ein Achslager 150 mit je zwei gelagerten Rädern 140 und/oder zumindest ein
Drehgestell 155, eine Fahrzeugsteuerung 160 und/oder eine Sandungssteuerung 165 auf.
Die Sandungssteuerung 165 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel signaltechnisch mit
der Fahrzeugsteuerung 160 verbunden und dazu ausgebildet, um den Sanddosierer 125
anzusteuern, um das Dosieren des Streumittels zu bewirken. Die Fahrzeugsteuerung 160,
Sandungssteuerung 165, der Sandkasten 120, Sanddosierer 125 und/oder teilweise auch
das Sandrohr 130 sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel in einem Fahrzeugkörper 167
des Schienenfahrzeugs 100 aufgenommen. Das Drehgestell 155, die Achslager 150, Räder
140 und/oder teilweise auch das Sandrohr 130 sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel
außerhalb des Fahrzeugkörpers 167 angeordnet. Ein Pfeil 168 zeigt eine Fahrtrichtung
des Schienenfahrzeugs 100.
[0027] Die Vorrichtung 115 weist eine Auswerteeinrichtung 170 auf, die dazu ausgebildet
ist, um ein Zermahlsignal 175 einzulesen, das einen von einer Sensoreinrichtung 180
sensierten Zermahlvorgang repräsentiert, der ein Zermahlen zumindest eines Streumittelkorns,
beispielsweise eines Sandkorns, in dem Radschienenspalt 135 repräsentiert. Die Auswerteeinrichtung
170 ist ferner dazu ausgebildet, um unter Verwendung des Zermahlsignals 175 ein Streumittelmengensignal
185 zu bestimmen, das eine Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern während
des Sandungsvorgangs anzeigt. Beispielsweise ist die Auswerteeinrichtung 170 ausgebildet,
um eine Charakteristik des Zermahlsignals 175 unter Verwendung einer geeigneten Auswertevorschrift
auszuwerten, um das Streumittelmengensignal 185 zu bestimmen. Gemäß einem Ausführungsbeispiel
ist die Auswerteeinrichtung 170 ausgebildet, um einen zeitlichen Verlauf und zusätzlich
oder ein Frequenzspektrum des Zermahlsignals 175 auszuwerten, beispielsweise durch
einen Vergleich mit für einen Zermahlvorgang charakteristischen Referenzverläufen,
Referenzspektren oder Referenzschwellenwerten.
[0028] Die Auswerteeinrichtung 170 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in dem Fahrzeugkörper
167 aufgenommen.
[0029] Die Vorrichtung 115 umfasst gemäß diesem Ausführungsbeispiel die Sensoreinrichtung
180, die dazu ausgebildet ist, um den Zermahlvorgang zu sensieren und das den sensierten
Zermahlvorgang repräsentierende Zermahlsignal 175 bereitzustellen. Die Sensoreinrichtung
180 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ausgebildet, um eine Beschleunigung eines
Elements des Schienenfahrzeugs 100 oder eines Schienenelements einer Gleisvorrichtung
und/oder eine Schallwelle zu erfassen und ein die Beschleunigung repräsentierendes
Beschleunigungssignal bereitzustellen, wie es beispielsweise in Fig. 3 gezeigt ist.
Die Sensoreinrichtung 180 weist hierzu gemäß diesem Ausführungsbeispiel einen Beschleunigungssensor
und/oder zumindest eine Membran oder ein Mikrofon auf. Das Zermahlsignal 175 zeigt
somit gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine von der Sensoreinrichtung 180 während
des Sandungsvorgangs sensierte Beschleunigung an, beispielsweise einen sensierten
Schall wie ein Geräusch oder eine Vibration. Somit kann das Beschleunigungssignal
während des Sandungsvorgangs als das Zermahlsignal 175 verwendet werden, wie es beispielsweise
in Fig. 4 gezeigt ist. Die Sensoreinrichtung 180 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
an oder in dem Achslager 150, oder gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel an
oder in der Radachse, dem Rad 140, Drehgestell 155 oder einem Unterbau des Schienenfahrzeugs
100 angeordnet. Wenn die Vorrichtung 115 die Sensoreinrichtung 180 nicht umfasst,
weist die Vorrichtung 115 beispielsweise eine Schnittstelle auf, um das Zermahlsignal
175 beispielsweise von einer anderweitig bereits verwendeten Sensorik, Verarbeitungseinrichtung
oder Speichereinrichtung einzulesen.
[0030] Die Vorrichtung 115 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ferner eine optionale
Sendeeinrichtung auf, die dazu ausgebildet ist, um das Streumittelmengensignal 185
an die Fahrzeugsteuerung 160 des Schienenfahrzeugs 100 zu senden.
[0031] Die Auswerteeinrichtung 170 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel beispielhaft dazu
ausgebildet, um die Amplitude und/oder Frequenz des Zermahlsignals 175 auszuwerten,
um das Streumittelmengensignal 185 zu bestimmen. Hierbei ist die Auswerteeinrichtung
170 gemäß diesem Ausführungsbeispiel dazu ausgebildet, um die Amplitude mit einem
festgelegten Amplitudengrenzwert zu vergleichen, um den Zermahlvorgang zu erkennen.
Der Amplitudengrenzwert ist geeignet, um eine Situation in der kein Streumittel zermahlen
wird von einer Situation zu unterscheiden, in der Streumittel zermahlen wird. Der
Amplitudengrenzwert kann beispielsweise durch eine Testfahrt bestimmt oder angelernt
werden. Zusätzlich oder alternativ ist die Auswerteeinrichtung 170 gemäß diesem Ausführungsbeispiel
dazu ausgebildet, um unter Verwendung des Zermahlsignals 175 ein Frequenzspektrum
des Zermahlsignals 175 zu ermitteln und auszuwerten, um die zermahlene Streumittelmenge
zu bestimmen. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Auswerteeinrichtung 170 dazu
ausgebildet, um das Frequenzspektrum auszuwerten, um die zermahlene Streumittelmenge
innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts oder des gesamten Sandungsvorgangs zu bestimmen,
wie in Fig. 6 gezeigt. Dazu ist die Auswerteeinrichtung 170 beispielsweise dazu ausgebildet,
um ein Maximum oder einen Mittelwert oder eine Verteilung des Frequenzspektrums zu
ermitteln und auszuwerten. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Auswerteeinrichtung
170 dazu ausgebildet, um das Maximum des Frequenzspektrums zu verwenden, um eine Menge
von pro Zeiteinheit zermahlenen Streumittelkörnern zu ermitteln. Dabei kann das Maximum
beispielsweise verwendet werden, wenn eine dem Maximum zugeordnete Frequenz in einem
vorbestimmten und für einen Zermahlvorgang charakteristischen Frequenzbereich 610
liegt.
[0032] Die Vorrichtung 115 weist ferner gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine Vergleichseinrichtung
190 auf, die dazu ausgebildet ist, um unter Verwendung des Streumittelmengensignals
185 und eines Sollstreumittelmengensignals, das eine erwartete Streumittelmenge an
zermahlenen Streumittelkörnern repräsentiert, ein Warnsignal 192 auszugeben, wenn
die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern von der gewünschten Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern abweicht und/oder ein Bestätigungssignal auszugeben,
wenn die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern der gewünschten Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern entspricht. Das Sollstreumittelmengensignal wird
beispielsweise über eine Schnittstelle zu einer Steuereinrichtung zum Steuern der
Sandungsanlage 110 oder zum Steuern einer Bremsvorrichtung des Schienenfahrzeugs 100
eingelesen.
[0033] Die Vergleichseinrichtung 190 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in die Auswerteeinrichtung
170 oder gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel in die Fahrzeugsteuerung 160
oder Sandungssteuerung 165 implementiert. Die Vergleichseinrichtung 190 ist gemäß
diesem Ausführungsbeispiel dazu ausgebildet, um das Sollstreumittelmengensignal von
einer Sandungsanforderungseinrichtung der Sandungsanlage 110 einzulesen. Die Vergleichseinrichtung
190 ist dazu ausgebildet, um die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern
mit der erwarteten Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern zu vergleichen
und abhängig von einem Vergleichsergebnis entweder das Warnsignal 192 oder das Bestätigungssignal
auszugeben.
[0034] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Warnsignal 192 dazu ausgebildet, um eine
Information an einen Fahrzeugführer 195 des Schienenfahrzeugs 100 über eine inkorrekte
zermahlene Streumittelmenge anzeigen und/oder eine Differenz zwischen der ausgegebene
Streumittelmenge und der zermahlenen Streumittelmenge anzeigen und/oder eine Ausrichtung
des Sandrohrs 130 der Sandungsanlage 110 zu verändern. Eine entsprechende Anzeige
für den Fahrzeugführer 195 kann über eine geeignete Anzeigeeinrichtung erfolgen. Die
Ausrichtung des Sandrohrs 130 kann unter Verwendung einer geeigneten Stelleinrichtung
erfolgen.
[0035] Lediglich beispielhaft sind die Sensoreinrichtung 180 und die Auswerteeinrichtung
170 gemäß diesem Ausführungsbeispiel als zwei getrennte Bauteile ausgeformt, wobei
die Sensoreinrichtung 180 und die Auswerteeinrichtung 170 gemäß einem Ausführungsbeispiel
in getrennten Gehäusen aufgenommen sind. Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel
sind die Sensoreinrichtung 180 und die Auswerteeinrichtung 170 als ein Bauteil ausgeformt.
Hierbei sind die Sensoreinrichtung 180 und die Auswerteeinrichtung 170 gemäß einem
Ausführungsbeispiel in einem gemeinsamen Gehäuse aufgenommen oder aber die Auswerteeinrichtung
170 ist in die Sensoreinrichtung 180 integriert angeordnet. Als ein Bauteil ist die
komplette Vorrichtung 115 gemäß einem Ausführungsbeispiel nahe des Radschienenspalts
135 angeordnet, beispielsweise an dem Rad 140, Achslager 150, der Radachse, dem Drehgestell
155 oder dem Unterbau des Schienenfahrzeugs 100.
[0036] Sandungssysteme mit Sandungsanlagen 110 dienen bei Schienenfahrzeugen 100 dazu, Streumittel
auf die Schiene 145 vor das ihn überrollende Rad 140 oder direkt in den Radschienenspalt
135 zu bringen, um den Reibwert zwischen Rad 140 und Schiene 145 zu erhöhen oder auf
einen ursprünglich höheren Wert zu bringen. Durch diese Maßnahme können die Traktion
und die Bremsung des Schienenfahrzeuges 100 verbessert werden. Sandungssysteme werden
oft als Systeme betrachtet, welche einen erheblichen Faktor zur Risikominderung betreffend
Unfälle beitragen, da bei einer Bremsung mit aktivierter Streumittelausbringung, also
einem Sandungsvorgang, der Bremsweg verkürzt werden kann.
[0037] Die hier vorgestellte Vorrichtung 115 ermöglicht es nun vorteilhafterweise, die vollständige
Funktionskette des Sandungssystems von der Anforderung der Sandung durch den Fahrzeugführer
195 oder die Fahrzeugsteuerung 160 durch die Sandrohrdüse bis hin zum Streumittel,
welcher im Radschienenspalt 135 zermahlen wird, überprüfen zu können. Somit ist nun
eine Anrechnung der hier vorgestellten Sandungsvorrichtung 105 zu risikomindernden
Maßnahmen - im Konkreten zu Bremsweg reduzierenden Maßnahmen - möglich. Hierbei ermöglicht
die Vorrichtung 115 vorteilhafterweise eine quantitative Erfassung des in den Radschienenspalt
135 gelangenden Streumittels.
[0038] Nur das Streumittel, welches in den Radschienenspalt 135 gelangt, trägt zu der erwünschten
Reibwerterhöhung bei. Ob das Streumittel auf die Schiene 145 gelangt, könnte beispielsweise
im Stillstand des Schienenfahrzeuges 100 ermittelt werden, wobei durch die Luftströmung,
welche bei der Fahrt entsteht, das Streumittel im Extremfall auch neben die Schiene
145 geblasen werden könnte. Es könnten bei Fahrversuchen auch Kameras verwendet werden,
um die Treffgenauigkeit der Streumittelausbringung in den Radschienenspalt 135 optisch
zu überwachen. Kameras liefern aber nur qualitative, nicht aber quantitative Ergebnisse.
Die Vorrichtung 115 ermöglicht nun eine Methode, im regulären Bahnbetrieb in den Radschienenspalt
135 gelangtes Streumittel quantitativ und/oder während der Fahrt zu erfassen.
[0039] Der hier vorgestellte Ansatz betrifft eine mobile oder stationäre Überwachungs- und
Messeinrichtung für das Sandungssystem eines Schienenfahrzeugs. In Fig. 1 ist ein
mobiles und in Fig. 2 ein stationäres Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 115 beschrieben.
Die Vorrichtung 115 löst das Problem, die im Radschienenspalt 135 zermahlene Streumittelmenge,
während der Fahrt und auch im normalen Fahrbetrieb, erfassen zu können. Eine Aufgabe
des hier beschriebenen Ansatzes besteht also darin, eine entsprechende Sensorik und
Auswertprozeduren zu finden.
[0040] Ein grundsätzlicher Gedanke ist es, aus zumindest einem Zermahlsignal 175, welches
auch als "zeitliche Beschleunigungssignale" bezeichnet werden kann, welche an entsprechenden
Messstellen aufgenommen werden, auf die Menge des zermahlenen Streumittels zu schließen.
Das Zermahlen der Streumittelkörner erzeugt Vibrationen, die - wenn im hörbaren Frequenzbereich
- auch akustisch wahrnehmbar sind. Durch das Zermahlen der Streumittelkörner im Radschienenspalt
135 kommen Beschleunigungen zustande, welche sich auf Rad 140 und Schiene 145 und
in Folge auf Radachse und Radlager einerseits sowie auf Schienenschwelle und Unterbau
andererseits übertragen. Entsprechende Messstellen für die Sensoreinrichtung 180 sind
somit gemäß einem Ausführungsbeispiel an Rad 140, Schiene 145, Radachse, Achslager
150, Drehgestell 155, Schienenschwelle, Unterbau und/oder an weiteren Körpern, an
die diese Beschleunigungen übertragen werden. Beschleunigungen können auch an Gase,
wie beispielsweise als Schall in die Umgebungsluft, und an feste Körper, als Körperschall
übertragen werden. Entsprechende Messstellen für die Sensoreinrichtung 180 können
somit auch gemäß einem Ausführungsbeispiel an Membranen, in Mikrofonen nahe dem Radschienenspalt
135 angebracht sein.
[0041] Jedes im Radschienenspalt 135 zermahlene Streumittelkorn erzeugt einen Beschleunigungsimpuls.
Ein solcher Beschleunigungsimpuls wird in dem Zermahlsignal 175 abgebildet. Mehrere
solcher Pulse, welche in zeitlicher Folge erzeugt werden, liefern ein Beschleunigungsspektrum.
In diesem Beschleunigungsspektrum kann aus den Frequenzen der zeitliche Abstand von
aufeinander folgenden Streumittelkornzermahlungen bestimmt werden. Hierzu wird gemäß
diesem Ausführungsbeispiel die Auswerteeinrichtung 170 verwendet. Aus der Amplitude
des Zermahlsignals 175 in Form eines Beschleunigungssignals schließt die Auswerteeinrichtung
170 gemäß einem Ausführungsbeispiel bereits auf die korrekte Ausrichtung der Sandrohrdüse
des Sandrohrs 130 betreffend der Treffergenauigkeit des Streumittels in den Radschienenspalt
135. Ein Maximum im Beschleunigungsspektrum zeigt gemäß einem Ausführungsbeispiel
außerdem die mittlere Frequenz der Streumittelkornzermahlungen an. Aus dieser mittleren
Frequenz schießt die Auswerteeinrichtung 170 gemäß einem Ausführungsbeispiel auf die
Anzahl der zermahlenen Streumittelkörner pro Zeiteinheit. Unter Verwendung der bekannten
mittleren Streumittelkornmasse schließt die Auswerteeinrichtung 170 gemäß einem Ausführungsbeispiel
auf die zermahlene Streumittelmenge pro Zeiteinheit, das heißt, auf die die Masse
des zermahlenen Streumittels pro Zeiteinheit. Im Beispiel in Fig. 6 eines Beschleunigungsspektrums,
das auch als Frequenzspektrum bezeichnet werden kann, ist die Ausbringung von ca.
1500 Streumittelkörnern pro Sekunde im Spektrum durch das Maximum bei ca. 1500 Hz
repräsentiert. Die von der Auswerteeinrichtung 170 ermittelten Ergebnisse werden gemäß
einem Ausführungsbeispiel unter Verwendung geeigneter Signale, wie beispielsweise
dem Streumittelmengensignal 185, angezeigt oder bereitgestellt.
[0042] Gemäß einem Ausführungsbeispiel zeigt Fig.1 eine mobile Ausführung der Vorrichtung
115 mit der Sensoreinrichtung 180 am Achslager 150. Die Vorrichtung 115 wird gemäß
einem Ausführungsbeispiel als eine manuell aktivierte Sandungsüberprüfung entweder
manuell durch den Fahrzeugführer 195 oder als automatische Sandungsüberprüfung automatisch
bei jedem eingeleiteten Sandungsvorgang aktiviert.
[0043] Der Fahrzeugführer 195 oder auch gemäß einem Ausführungsbeispiel ein Gleitschutz
fordern über die Fahrzeugsteuerung 160 während der Fahrt des Schienenfahrzeugs 100
die Sandung an. Die Sandungssteuerung 165 aktiviert den Sanddosierer 125, welcher
aus dem Sandkasten 120 Streumittel dosiert und durch das Sandrohr 130 und die Sandrohrdüse
in den Radschienespalt 135 fördert. Das Streumittel wird im Radschienespalt 135 zermahlen
und erzeugt entsprechende Beschleunigungen am Achslager 150, welche gemäß diesem Ausführungsbeispiel
vom Beschleunigungssensor der Sensoreinrichtung 180 aufgenommen und von der Auswerteeinrichtung
170 betreffend Amplitudensignal und Frequenzspektrum ausgewertet werden. Aus dem Amplitudensignal
wird mittels eines zuvor festgelegten Grenzwertes ermittelt, ob Streumittel im Radschienespalt
135 zermahlen wurde. Aus dem Frequenzspektrum ermittelt die Auswerteeinrichtung 170
gemäß diesem Ausführungsbeispiel die Anzahl der im Radschienespalt 135 zermahlenen
Streumittelkörner. Mit der zuvor festgelegten mittleren Streumittelkornmasse errechnet
die Auswerteeinrichtung 170 gemäß diesem Ausführungsbeispiel die Streumittelmenge
pro Zeit. Außerdem berechnet die Auswerteeinrichtung 170 gemäß diesem Ausführungsbeispiel
aus der Signaldauer die kumulierte Streumittelmenge. Die ermittelten Werte werden
gemäß einem Ausführungsbeispiel an die Fahrzeugsteuerung 160 und/oder die Vergleichseinrichtung
190 gesendet, welche den Sollwert der Sandungsanforderung mit dem Istwert vergleicht
und die korrekte oder inkorrekte Ausführung der Sandungsanforderung an den Fahrzeugführer
195 meldet.
[0044] Fig. 2 zeigt eine schematische seitliche Darstellung eines Schienenfahrzeugs 100 und einer
Gleisvorrichtung 200 mit einem Schienenelement 205 und einer Vorrichtung 115 gemäß
einem Ausführungsbeispiel. Dabei kann es sich um das anhand von Fig. 1 beschriebene
Schienenfahrzeug 100 und die Vorrichtung 115 handeln, mit dem Unterschied, dass die
Vorrichtung 115 gemäß diesem Ausführungsbeispiel als ein Bauteil ausgeformt und/oder
an oder in dem Schienenelement 205 angeordnet ist. Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel
ist lediglich die Sensoreinrichtung 180 an oder in dem Schienenelement 205 angeordnet
und die anderen Komponenten der Vorrichtung 115 sind wie in Fig. 1 beschrieben in
dem Fahrzeugkörper 167 aufgenommen.
[0045] Das Schienenelement 205 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel als ein Bauteil der
Schiene 145 oder eine Schienenschwelle ausgeformt.
[0046] Die Vorrichtung 115 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ausgebildet, um ansprechend
auf ein Aktivierungssignal 210, das ein Nähern des Schienenfahrzeugs 100 an die Sensoreinrichtung
180 repräsentiert, ein Sandungssignal 215 an die Sandungsanlage 110 des Schienenfahrzeugs
100 auszugeben, um den Sandungsvorgang zu starten. Das Aktivierungssignal 210 wird
gemäß diesem Ausführungsbeispiel von einer Detektionseinrichtung 220 ausgegeben oder
bereitgestellt, die gemäß diesem Ausführungsbeispiel an oder in dem Schienenelement
205 angeordnet ist. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Detektionseinrichtung
220, die auch als "Fahrzeugdetektor" bezeichnet werden kann, Teil der Vorrichtung
115.
[0047] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel empfängt die Sendeeinrichtung 225 der Vorrichtung
115 das Aktivierungssignal 210 und sendet ansprechend auf das Aktivierungssignal 210
das Sandungssignal 215 an einen Empfänger 230 im Fahrzeugkörper 167. Der Empfänger
230 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel signaltechnisch mit der Fahrzeugsteuerung
160 verbunden.
[0048] Gemäß einem Ausführungsbeispiel zeigt Fig. 2 ein stationäres Ausführungsbeispiel
der Vorrichtung 115 an der Schiene 145 mit einer gemäß diesem Ausführungsbeispiel
automatischen Sandungsüberprüfung.
[0049] Die vorgelagerte Detektionseinrichtung 220 sendet gemäß einem Ausführungsbeispiel
per Funk an den Empfänger 230 im Schienenfahrzeug 100 ein Signal, dass das Schienenfahrzeug
100 kurz vor der Vorrichtung 115 ist, die auch als "Sandungsüberprüfungseinheit" bezeichnet
werden kann. Die Fahrzeugsteuerung 160 fordert daraufhin für eine definierte Zeit
bei weiterhin konstanter Fahrt die Sandung an. Die Sandungssteuerung 165 aktiviert
den Sanddosierer 125, welcher aus dem Sandkasten 120 Streumittel dosiert und durch
das Sandrohr 130 in den Radschienespalt 135 fördert. Das Streumittel wird im Radschienespalt
135 zermahlen und erzeugt entsprechende Beschleunigungen an der Schiene 145, welche
vom stationären Beschleunigungssensor der Sensoreinrichtung 180 aufgenommen und von
der Auswerteeinheit 170 betreffend Amplitudensignal und Frequenzspektrum ausgewertet
werden. Aus dem Amplitudensignal wird mittels zuvor festgelegten Grenzwertes ermittelt,
ob Streumittel im Radschienespalt 135 zermahlen wurde. Aus dem Frequenzspektrum wird
die Anzahl der im Radschienespalt 135 zermahlenen Streumittelkörner ermittelt. Die
ermittelten Werte werden gemäß einem Ausführungsbeispiel an die Fahrzeugsteuerung
160 oder Vergleichseinrichtung gesendet, welche mit der zuvor festgelegten mittleren
Streumittelkornmasse die Streumittelmenge pro Zeit errechnet, den Sollwert der Sandungsanforderung
mit dem Istwert vergleicht und/oder die korrekte oder inkorrekte Ausführung der Sandungsanforderung
an den Fahrzeugführer 195 meldet.
[0050] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Beschleunigungssignals 300 einer Sensoreinrichtung
für einen Bremsvorgangs 305 ohne Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Dabei kann es sich um ein von einer der in Fig. 1 oder 2 beschriebenen Sensoreinrichtungen
bereitgestelltes Beschleunigungssignal 300 handeln. Das Beschleunigungssignal 300
ist über die Zeit t(s) aufgetragen. Die Ordinate zeigt eine Beschleunigung m/s
2 Der Bremsvorgang 305 erfolgt gemäß diesem Ausführungsbeispiel über eine gesamte Strecke
ohne Streumittel und mit 10% Schlupf. Das Beschleunigungssignal 300 stellt ein Zeitsignal
dar.
[0051] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Zermahlsignals 175 einer Vorrichtung für
einen Bremsvorgang mit Sandungsvorgang 400 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Dabei
kann es sich um ein von der in Fig. 1 oder 2 beschriebenen Sensoreinrichtung bereitgestelltes
Zermahlsignal 175 handeln, welches von der in Fig. 1 oder 2 beschriebenen Auswerteeinrichtung
einlesbar ist.
[0052] Gezeigt ist entsprechend zu Fig. 3 ein Beschleunigungssignal 300 einer Sensoreinrichtung
, wobei das Beschleunigungssignal 300 gemäß diesem Ausführungsbeispiel während des
Zeitraums des Sandungsvorgangs 400 als das Zermahlsignal 175 verwendet wird.
[0053] Das Beschleunigungssignal 300 und somit das Zermahlsignal 175 ist über die Zeit t(s)
aufgetragen. Die Ordinate zeigt eine Beschleunigung m/s
2 Der Sandungsvorgang 400 erfolgt gemäß diesem Ausführungsbeispiel während des Bremsvorgangs
für eine Teilstrecke der in Fig. 3 beschriebenen gesamten Strecke mit beispielhaften
4 g/m Sand.
[0054] Das Beschleunigungssignal 300 weist Schwingungen auf, deren Amplitude während des
Sandungsvorgangs 400 um ein Vielfaches über den Amplituden von Schwingungen des Beschleunigungssignals
300 außerhalb des Sandungsvorgangs 400 liegen. Diese Schwingungen werden durch das
Zermahlen von Streumittel hervorgerufen. Durch einen Vergleich der Amplituden des
Beschleunigungssignals 300 und somit des Zermahlsignals 175 mit einem geeigneten Amplitudengrenzwert
kann erkannt werden, das Streumittel zermahlen wird. Dies ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
der Fall, wenn das Zermahlsignal 175 den Amplitudengrenzwert betragsmäßig überschreitet.
[0055] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Frequenzspektrums 500 für einen Bremsvorgang
ohne Sandungsvorgang gemäß einem Ausführungsbeispiel. Dabei kann es sich um das Frequenzspektrum
500 für das in Fig. 3 beschriebene Beschleunigungssignal handeln. Zu erkennen ist,
dass das Beschleunigungssignal vorwiegend Frequenzen in einem niedrigen Frequenzbereich,
beispielsweise bis 1000 Hz aufweist.
[0056] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung eines beispielsweise von einer Auswerteeinrichtung
ermittelten Frequenzspektrums 600 für einen Bremsvorgang mit Sandungsvorgang gemäß
einem Ausführungsbeispiel. Dabei kann es sich um das Frequenzspektrum 600 für das
in Fig. 4 beschriebene Zermahlsignal handeln. Ein Teilspektrum 605 eines für den Sandungsvorgang
relevanten Frequenzbereichs 610 des Frequenzspektrums 600 zeigt einen für den Sandungsvorgang
charakteristischen Verlauf. Aus dem Verlauf des Teilspektrums 605 kann zum einen darauf
geschlossen werden, dass Streumittel zermahlen wird, und zum anderen darauf geschlossen
werden, wie viel Streumittel pro Zeiteinheit zermahlen wird. Dazu können beispielsweise
Frequenzanteile des Frequenzspektrums 600 oder des Teilspektrums 605 mit Frequenzschwellenwerten
verglichen werden, oder es kann eine Verteilung der Frequenzanteile des Frequenzspektrums
600 oder des Teilspektrums 605 mit einer Referenzverteilung verglichen werden oder
es kann ein Mittelwert der Frequenzanteile des Frequenzspektrums 600 oder des Teilspektrums
605 mit einem Referenzmittelwert verglichen werden oder es kann ein Maximum des Frequenzspektrums
600 oder des Teilspektrums 605 mit einem Referenzmaximum verglichen werden.
[0057] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel umfasst der Frequenzbereich 610 beispielhaft Frequenzen
zwischen 1500 und 2500Hz. Im Vergleich zu dem in Fig. 5 gezeigten Frequenzspektrum
weist das in Fig. 6 gezeigte Frequenzspektrum 600 eine Häufung von Frequenzanteilen
innerhalb des Frequenzbereichs 610 auf. Die Häufung der Frequenzanteilen innerhalb
des Frequenzbereichs 610 wird gemäß einem Ausführungsbeispiel verwendet, um zu erkennen,
das Streumittel zermahlen wird. Eine Verteilung der Frequenzanteile innerhalb des
Frequenzbereichs 610 wird gemäß einem Ausführungsbeispiel verwendet, um zu erkennen,
wieviel Streumittel pro Zeiteinheit zermahlen wird.
[0058] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist eine Zerkleinerung von ca. 1500 Sandkörnern
pro Sekunde im Frequenzspektrum 600 erkennbar. Die Zerkleinerung der ca. 1500 Sandkörnern
pro Sekunde ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel im Teilspektrum 605 durch das Maximum
615 bei ca. 1500 Hz repräsentiert.
[0059] Fig. 7 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 700 zum Überwachen eines Sandungsvorgangs
für eine Sandungsanlage für ein Schienenfahrzeug gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Dieses Verfahren 700 ist von einer der in einer der Figuren 1 oder 2 beschriebenen
Vorrichtungen ansteuerbar oder ausführbar.
[0060] Das Verfahren 700 weist einen Schritt 705 des Einlesens und einen Schritt 710 des
Bestimmens auf. Im Schritt 705 des Einlesens wird ein Zermahlsignal eingelesen, das
einen von einer Sensoreinrichtung sensierten Zermahlvorgang repräsentiert, der ein
Zermahlen zumindest eines Streumittelkorns in einem Radschienenspalt zwischen einer
Schiene und einem Rad des Schienenfahrzeugs repräsentiert. Im Schritt 710 des Bestimmens
wird unter Verwendung des Zermahlsignals ein Streumittelmengensignal bestimmt, das
eine Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs
anzeigt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0061]
- 100
- Schienenfahrzeug
- 105
- Sandungsvorrichtung
- 110
- Sandungsanlage
- 115
- Vorrichtung
- 120
- Sandkasten
- 125
- Sanddosierer
- 130
- Sandrohr
- 135
- Radschienenspalt
- 140
- Rad
- 145
- Schiene
- 150
- Achslager
- 155
- Drehgestell
- 160
- Fahrzeugsteuerung
- 165
- Sandungssteuerung
- 167
- Fahrzeugkörper
- 168
- Fahrtrichtung
- 170
- Auswerteeinrichtung
- 175
- Zermahlsignal
- 180
- Sensoreinrichtung
- 185
- Streumittelmengensignal
- 190
- Vergleichseinrichtung
- 192
- Warnsignal
- 195
- Fahrzeugführer
- 200
- Gleisvorrichtung
- 205
- Schienenelement
- 210
- Aktivierungssignal
- 215
- Sandungssignal
- 220
- Detektionseinrichtung
- 225
- Sendeeinrichtung
- 230
- Empfänger
- 300
- Beschleunigungssignal
- 305
- Bremsvorgang
- 400
- Sandungsvorgang
- 500
- Frequenzspektrum für einen Bremsvorgang ohne Sandungsvorgang
- 600
- Frequenzspektrum für einen Bremsvorgang mit Sandungsvorgang
- 605
- Teilspektrum
- 610
- Frequenzbereich
- 615
- Maximum
- 700
- Verfahren zum Überwachen eines Sandungsvorgangs für eine Sandungsanlage für ein Schienenfahrzeug
- 705
- Schritt des Einlesens
- 710
- Schritt des Bestimmens
1. Vorrichtung (115) zum Überwachen eines Sandungsvorgangs (400) für eine Sandungsanlage
(110) für ein Schienenfahrzeug (100), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (115) die folgenden Merkmale aufweist:
eine Auswerteeinrichtung (170), die dazu ausgebildet ist, um ein Zermahlsignal (175)
einzulesen, das einen von einer Sensoreinrichtung (180) sensierten Zermahlvorgang
repräsentiert, der ein Zermahlen zumindest eines Streumittelkorns in einem Radschienenspalt
(135) zwischen einer Schiene (145) und einem Rad (140) des Schienenfahrzeugs (100)
repräsentiert, und die dazu ausgebildet ist, um unter Verwendung des Zermahlsignals
(175) ein Streumittelmengensignal (185) zu bestimmen, das eine Streumittelmenge an
zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs (400) anzeigt.
2. Vorrichtung (115) gemäß Anspruch 1, mit der Sensoreinrichtung (180), die dazu ausgebildet
ist, um den Zermahlvorgang zu sensieren und das den sensierten Zermahlvorgang repräsentierende
Zermahlsignal (175) bereitzustellen.
3. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die Sensoreinrichtung
(180) ausgebildet ist, um eine Beschleunigung eines Elements (140, 150) des Schienenfahrzeugs
(100) oder eines Schienenelements (205) einer Gleisvorrichtung (200) und/oder eine
Schallwelle und/oder ein akustisches Signal zu erfassen.
4. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer Sendeeinrichtung
(225), die dazu ausgebildet ist, um das Streumittelmengensignal (185) an eine Fahrzeugsteuerung
(160) des Schienenfahrzeugs (100) zu senden.
5. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die Auswerteeinrichtung
(170) dazu ausgebildet ist, um die Amplitude und/oder Frequenz (Hz) des Zermahlsignals
(175) auszuwerten, um das Streumittelmengensignal (185) zu bestimmen.
6. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die Auswerteeinrichtung
(170) dazu ausgebildet ist, um das Zermahlsignal (175) mit einem festgelegten Amplitudengrenzwert
zu vergleichen, um den Zermahlvorgang zu erkennen und/oder um ein Frequenzspektrum
(600, 605) des Zermahlsignals (175) zu ermitteln und auszuwerten, um die zermahlene
Streumittelmenge zu bestimmen.
7. Vorrichtung (115) gemäß Anspruch 6, bei der die Auswerteeinrichtung (170) dazu ausgebildet
ist, um das Frequenzspektrum (600, 605) auszuwerten, um die zermahlene Streumittelmenge
innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts oder des gesamten Sandungsvorgangs (400)
zu bestimmen.
8. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer Vergleichseinrichtung
(190), die dazu ausgebildet ist, um unter Verwendung des Streumittelmengensignals
(185) und eines Sollstreumittelmengensignals , das eine erwartete Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern repräsentiert, ein Warnsignal (192) auszugeben,
wenn die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern von der gewünschten Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern abweicht und/oder ein Bestätigungssignal auszugeben,
wenn die Streumittelmenge an zermahlenen Streumittelkörnern der gewünschten Streumittelmenge
an zermahlenen Streumittelkörnern entspricht.
9. Vorrichtung (115) gemäß Anspruch 8, bei der das Warnsignal (192) dazu ausgebildet
ist, um eine Information an einen Fahrzeugführer (195) des Schienenfahrzeugs (100)
über eine inkorrekte zermahlene Streumittelmenge anzuzeigen.
10. Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die Sensoreinrichtung
(180) und die Auswerteeinrichtung (170) als ein Bauteil ausgeformt sind oder als zumindest
zwei getrennte Bauteile ausgeformt sind.
11. Sandungsvorrichtung (105) für ein Schienenfahrzeug (100), wobei die Sandungsvorrichtung
(105) eine Sandungsanlage (110) und eine Vorrichtung (115) gemäß einem der vorangegangenen
Ansprüche aufweist.
12. Schienenfahrzeug (100) mit einer Sandungsvorrichtung (105) gemäß Anspruch 11.
13. Schienenfahrzeug (100) gemäß Anspruch 12, bei der zumindest die Sensoreinrichtung
(180) an oder in einem Achslager (150), einer Radachse, einem Rad (140), einem Drehgestell
(155) und/oder einem Unterbau des Schienenfahrzeugs (100) angeordnet ist.
14. Gleisvorrichtung (200) mit einem Schienenelement (205) und einer Vorrichtung (115)
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei zumindest die Sensoreinrichtung (180) an
oder in dem Schienenelement (205) angeordnet ist.
15. Verfahren (700) zum Überwachen eines Sandungsvorgangs (400) für eine Sandungsanlage
(110) für ein Schienenfahrzeug (100),
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren (700) zumindest die folgenden Schritte aufweist:
Einlesen (705) eines Zermahlsignals (175), das einen von einer
Sensoreinrichtung (180) sensierten Zermahlvorgang repräsentiert, der ein Zermahlen
zumindest eines Streumittelkorns in einem Radschienenspalt (135) zwischen einer Schiene
(145) und einem Rad (140) des Schienenfahrzeugs (100) repräsentiert; und
Bestimmen (710) eines Streumittelmengensignals (185), das eine Streumittelmenge an
zermahlenen Streumittelkörnern während des Sandungsvorgangs (400) anzeigt, unter Verwendung
des Zermahlsignals (175).
1. Device (115) for monitoring a sanding process (400) for a sanding system (110) for
a rail vehicle (100), characterised in that the device (115) has the following features:
an evaluation device (117), which is designed to read in a grinding signal (175) representing
a grinding process sensed by a sensor device (180), which grinding process represents
a grinding of at least one grit grain in a wheel-rail gap (135) between a rail (145)
and a wheel (140) of the rail vehicle (100), and which is designed to determine, using
the grinding signal (175), a grit quantity signal (185) indicating a grit quantity
of ground grit grains during the sanding process (400).
2. Device (115) according to claim 1, having the sensor device (180), which is designed
to sense the grinding process and to provide the grinding signal (175) representing
the sensed grinding process.
3. Device (115) according to any of the preceding claims, in which the sensor device
(180) is designed to detect an acceleration of an element (140, 150) of the rail vehicle
(100) or of a rail element (205) of a track device (200) and/or a sound wave and/or
an acoustic signal.
4. Device (115) according to any of the preceding claims, having a transmitting device
(225), which is designed to transmit the grit quantity signal (185) to a vehicle control
unit (160) of the rail vehicle (100).
5. Device (115) according to any of the preceding claims, in which the evaluation device
(117) is designed to evaluate the amplitude and/or the frequency (Hz) of the grinding
signal (175) in order to determine the grit quantity signal (185).
6. Device (115) according to any of the preceding claims, in which the evaluation device
(117) is designed to compare the grinding signal (175) to a fixed amplitude limit
value in order to identify the grinding process and/or in order to determine and evaluate
a frequency spectrum (600, 605) of the grinding signal (175) for determining the ground
grit quantity.
7. Device (115) according to claim 6, in which the evaluation device (117) is designed
to evaluate the frequency spectrum (600, 605) in order to determine the ground grit
quantity within a defined period of time or within the entire sanding process (400).
8. Device (115) according to any of the preceding claims, having a comparison device
(190), which is designed to output, using the grit quantity signal (185) and a set
grit quantity signal representing an expected grit quantity of ground grit grains,
a warning signal (192) if the grit quantity of ground grit grains deviates from the
desired grit quantity of ground grit grains, and/or to output a confirmation signal
if the grit quantity of ground grit grains corresponds to the desired grit quantity
of ground grit grains.
9. Device (115) according to claim 8, in which the warning signal (192) is designed to
indicate an information to a driver (195) of the rail vehicle (100) about an incorrect
ground grit quantity.
10. Device (115) according to any of the preceding claims, in which the sensor device
(180) and the evaluation device (170) are shaped as one component or as at least two
separate components.
11. Sanding device (105) for a rail vehicle (100), wherein the sanding device (105) has
a sanding system (110) and a device (115) according to any of the preceding claims.
12. Rail vehicle (100) having a sanding device (105) according to claim 11.
13. Rail vehicle (100) according to claim 12, in which at least the sensor device (180)
is located at or in an axle bearing (150), a wheel axle, a wheel (140), a bogie (155)
and/or an undercarriage of the rail vehicle (100).
14. Track device (200) having a rail element (205) and a device (115) according to any
of claims 1 to 10, wherein at least the sensor device (180) is located at or in the
rail element (205).
15. Method (700) for monitoring a sanding process (400) for a sanding system (110) for
a rail vehicle (100),
characterised in that the method (700) comprises at least the following steps:
reading in a grinding signal (175) representing a grinding process sensed by a sensor
device (180), which grinding process represents a grinding of at least one grit grain
in a wheel-rail gap (135) between a rail (145) and a wheel (140) of the rail vehicle
(100); and
determining a grit quantity signal (185) indicating a grit quantity of ground grit
grains during the sanding process (400), using the grinding signal (175).
1. Système (115) de contrôle d'une opération (400) de sablage d'une installation (110)
de sablage pour un véhicule (100) ferroviaire, caractérisé en ce que le système (115) a les caractéristiques suivantes :
un dispositif (170) d'analyse, qui est constitué pour lire un signal (175) de broyage,
qui représente, détectée par un dispositif (180) capteur, une opération de broyage,
qui représente un broyage d'au moins un grain d'agent d'épandage dans un intervalle
(135) roue - rail entre un rail (145) et une roue (140) du véhicule (100) ferroviaire,
et qui est constitué pour déterminer, en utilisant le signal (175) de broyage, un
signal (185) de quantité d'agents d'épandage, qui indiquent une quantité d'agent d'épandage
en grains d'agent d'épandage broyés pendant l'opération (400) de sablage.
2. Système (115) suivant la revendication 1, comprenant le dispositif (180) capteur,
qui est constitué pour détecter l'opération de broyage et pour disposer du signal
(175) de broyage représentant l'opération de broyage détectée.
3. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(180) capteur est constitué pour détecter une accélération d'un élément (140, 150)
du véhicule (100) ferroviaire ou d'un élément (205) de rail d'un dispositif (200)
de rail et/ou une onde sonore et/ou un signal acoustique.
4. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, comprenant un dispositif
(225) d'envoi, qui est constitué pour envoyer le signal (185) de quantité d'agent
d'épandage à une commande (160) du véhicule (100) ferroviaire.
5. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(170) d'analyse est constitué pour analyser l'amplitude et/ou la fréquence (Hz) du
signal (175) de broyage, afin de déterminer le signal (185) de quantité d'agent d'épandage.
6. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(170) d'analyse est constitué pour comparer le signal (175) de broyage à une valeur
limite d'amplitude fixée, afin de détecter l'opération de broyage et/ou de déterminer
et d'analyser un spectre (600, 605) de fréquence du signal (175) de broyage, afin
de déterminer la quantité d'agent d'épandage broyée.
7. Système (115) suivant la revendication 6, dans lequel le dispositif (170) d'analyse
est constitué pour analyser le spectre (600, 605) de fréquence, afin de déterminer
la quantité d'agent d'épandage broyée dans un laps de temps déterminé ou dans toute
l'opération (400) de sablage.
8. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, comprenant un dispositif
(190) de comparaison, qui est constitué pour, en utilisant le signal (185) de quantité
d'agent d'épandage et un signal de consigne de quantité d'agent d'épandage, qui représente
une quantité escomptée d'agent d'épandage en grains broyés d'agent d'épandage, donner
un signal (192) d'alerte, si la quantité d'agent d'épandage en grains broyée d'agent
d'épandage s'écarte de la quantité souhaitée d'agent d'épandage en grains d'agents
d'épandage broyés et/ou donner un signal d'actionnement, si la quantité d'agent d'épandage
en grains d'agent d'épandage broyée correspond à la quantité d'agent d'épandage en
grains d'agent d'épandage broyés.
9. Système (115) suivant la revendication 8, dans lequel le signal (192) d'alerte est
constitué pour indiquer, à un conducteur (195) du véhicule (100) ferroviaire, une
information sur une quantité incorrecte d'agent d'épandage broyée.
10. Système (115) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(180) capteur et le dispositif (170) d'analyse sont formés en une pièce ou sont formés
en au moins deux pièces distinctes.
11. Système (105) de sablage pour un véhicule (100) ferroviaire, dans lequel le système
(105) de sablage a une installation (110) de sablage et un système (115) suivant l'une
des revendications précédentes.
12. Véhicule (100) ferroviaire ayant un système (105) de sablage suivant la revendication
11.
13. Véhicule (100) ferroviaire suivant la revendication 12, dans lequel au moins le dispositif
(180) capteur est monté sur ou dans un palier (150) d'essieu, un essieu, une roue
(140), un bogie (155) et/ou une infrastructure du véhicule (100) ferroviaire.
14. Système (200) de voie comprenant un élément (205) de rail et un système (115) suivant
l'une des revendications 1 à 10, dans lequel au moins le dispositif (180) capteur
est monté sur ou dans l'élément (205) de rail.
15. Procédé (700) de contrôle d'une opération (400) d'une installation (110) de sablage
pour un véhicule (100) ferroviaire,
caractérisé en ce que le procédé (700) a au moins les stades suivants :
lecture (705) d'un signal (175) de broyage, qui représente une opération, détectée
par un dispositif (180) capteur, de broyage, qui représente un broyage d'au moins
un grain d'agent d'épandage dans un intervalle (135) roue - rail entre un rail (145)
et une roue (140) du véhicule (100) ferroviaire ; et
détermination (710) d'un signal (185) de quantité d'agent d'épandage, qui indique
une quantité d'agent d'épandage en grains d'agents d'épandage broyés pendant l'opération
(400) de sablage, en utilisant le signal (175) de broyage.