[0001] Die Erfindung betrifft ein Andrucksystem zum Andrücken eines Beschichtungsmaterials,
insbesondere eines Kantenbandes, sowie eine Holzverarbeitungsmaschine mit einem solchen
Andrucksystem und ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Holzverarbeitungsmaschine.
[0002] In der Holzverarbeitung werden Kantenbänder an die Schmalseiten von plattenförmigen
Werkstücken angebracht. Üblicherweise werden Kantenband und Werkstück dabei mittels
eines Haftmaterials, z. B. eines Schmelzklebers, aneinandergefügt. Um einen möglichst
innigen Kontakt zwischen dem Kantenband und dem Werkstück herzustellen, wird in der
Regel ein Andrucksystem verwendet, welches das Kantenband gegen das Werkstück drückt.
Ein solches Andrucksystem weist in der Regel wenigstens eine an einer Halterung um
eine Drehachse drehbar gelagerte Andruckrolle auf, die auf der Außenseite gegen das
Kantenband drückt und so den Fügeprozess unterstützt. Üblicherweise wird die Andruckrolle
so an das Kantenmaterial herangefahren, dass eine möglichst gleichmäßige Andruckkraft
herrscht, damit sich ein homogenes Fügebild ergibt.
[0003] In der Regel wird dies dadurch gelöst, dass man die Zustellung der Andruckrolle auf
eine gewisse Andruckkraft einstellt.
[0004] Dies führt jedoch trotzdem nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen. Dies liegt
zum einen daran, dass beim Aufbau einer Holzverarbeitungsmaschine zwangsläufig Toleranzen
zwischen den einzelnen Bauteilen vorhanden sind, die beispielsweise dazu führen, dass
die Rollenachse der Andruckrolle einen Winkel zur Fügeebene, d. h. der Ebene zwischen
Werkstück und Kantenband, aufweist. Dieser Winkel kann einen zufälligen Wert einnehmen,
sodass eine voreingestellte Andruckkraft dann dazu führt, dass das Kantenband beispielsweise
an einer Seite stärker und an der anderen Seite schwächer angedrückt wird. Solche
Probleme treten auch abhängig vom verwendeten Fügematerial, zum Beispiel im verwendeten
Werkstück, dem verwendeten Kleber, und dem verwendeten Beschichtungsmaterial, auf.
Darüber hinaus kann es durchaus erforderlich sein, eine solche Schiefstellung für
bestimmte Anwendungsbereiche definiert einstellen zu wollen.
[0005] Solche definierten Neigungswinkel der Druckrolle im Vergleich zur Fügeebene oder
Referenzebene lassen sich nicht immer einfach einstellen, vor allem deshalb, weil
die Neigung in der Praxis schwer zu justieren ist.
[0006] Ein weiteres Problem, welches bei einem Andrucksystem auftreten kann, kann darin
liegen, dass die Andruckrolle sich nicht ordnungsgemäß dreht bzw. blockiert. Dies
kann beispielsweise durch eine Fehleinstellung geschehen, bei der die Druckrolle keinen
Kontakt zum Werkstück aufweist, oder etwa durch Verunreinigungen mit Kleberrückständen.
Dies wird häufig nicht oder verhältnismäßig spät bemerkt. Solche dann stillstehenden
Andruckrollen können beispielsweise Schleifspuren oder Markierungen auf den Kantenbändern
hinterlassen oder auch eine Fehlverpressung durch ausbleibenden Druck bzw. Kontakt
zwischen den Fügepartnern hervorrufen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Andrucksystem zur Verfügung
zu stellen, mit welchem sich die oben geschilderten Probleme beheben lassen.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Andrucksystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1, eine Holzverarbeitungsmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 14 sowie ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 18. Vorteilhafte Ausführungsformen finden sich in
den jeweiligen Unteransprüchen.
[0009] Das erfindungsgemäße Andrucksystem zum Andrücken eines Beschichtungsmaterials, insbesondere
eines Kantenbandes, an die Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks aus Holz oder
Holzersatzstoff weist wenigstens eine in einer Halterung um eine Drehachse drehbar
gelagerte Andruckrolle sowie wenigstens eine Messeinrichtung auf. Diese ist dazu ausgelegt,
Betriebsdaten betreffend die Lage oder Position oder den Betriebszustand der Andruckrolle
zu einer vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche zu erfassen. Das Andrucksystem
umfasst ferner eine Auswerteinrichtung, welche in Abhängigkeit der von der Messeinrichtung
erfassten Betriebsdaten die Lage oder Position der Andruckrolle relativ zu der vorgegebenen
Referenzlinie oder Referenzfläche oder den Betriebszustand der Andruckrolle mit einem
vorgegebenen Soll-Betriebszustand vergleicht.
[0010] Das Andrucksystem erfasst Betriebsdaten zur Position, zum Beispiel der Lage oder
eines anderen Betriebszustandes der Andruckrolle relativ zu einer vorgegebenen Referenzlinie
oder Referenzfläche. Diese Referenzlinie oder Referenzfläche kann beispielsweise mit
der oben beschriebenen Fügeebene zusammenfallen oder auch parallel dazu liegen. Die
Ebene der Schmalseite des Werkstücks ist ein Beispiel für eine Referenzebene bzw.
Referenzfläche. Andere Betriebszustände können beispielsweise die Neigung, Rotation
und Position der Andruckrolle in Ausstandrichtung sein. Diese Betriebsdaten können
zur Anpassung der Einstellung der Andruckrolle verwendet werden, wobei nicht nur eine
Steuerung der Andruckrolle, sondern auch eine kontinuierliche Nachregelung der Einstellung
möglich ist. Das bedeutet, dass bei einem Werkstück gemessene Abweichungen zwischen
Ist- und Soll-Betriebsdaten korrigiert und beim nächsten Werkstück wieder geprüft
und ggf. weiter angepasst werden können, bis die Einstellung der Andruckrolle in einem
gewünschten Bereich liegt.
[0011] Weiterhin können die erfassten Daten in einer Anzeigevorrichtung visualisiert werden,
um eine optische Prozessunterstützung für den Bediener zu gewährleisten. Als Anzeigevorrichtung
können zum Beispiel Bildschirme, oder auch "smarte Endgeräte" wie Smartphones, Smartwatches
oder Tablets, sowie Geräte zur Anzeige von Augmented Reality verwendet werden.
[0012] Bevorzugt umfasst das Andrucksystem eine Vergleichseinheit, die die erfassten Betriebsdaten
mit vorgegebenen Soll-Daten vergleicht. Diese Vergleichseinheit kann beispielsweise
Teil der Auswerteinrichtung sein. Ferner umfasst das Andrucksystem bei dieser Ausführungsform
auch eine Steuereinrichtung und ist dazu eingerichtet, die Veränderung des Abstandes
der Andruckrolle zu der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche und/oder die
Neigung der Andruckrolle in Abhängigkeit dieses Vergleichs so auszuführen, dass die
Betriebsdaten im Wesentlichen den vorgegebenen Soll-Daten entsprechen.
[0013] Wie bereits oben beschrieben, kann die erfindungsgemäße Messeinrichtung eine ganze
Reihe von Betriebszuständen erfassen. Beispielsweise ist die Messeinrichtung bevorzugt
dazu ausgelegt, den Neigungswinkel der Andruckrolle zur vorgegebenen Referenzlinie
oder Referenzfläche zu erfassen. Diese Messung bietet Informationen über den Neigungszustand
der Andruckrolle, die dann beispielsweise durch die Maschinensteuerung oder eine entsprechende
Auswerteinrichtung ausgewertet werden können.
[0014] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die wenigstens
eine Messeinrichtung dazu ausgelegt ist, den Abstand, insbesondere der Halterung oder
der Drehachse, der Andruckrolle zu der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche
zu erfassen. Die Informationen über den Abstand können beispielsweise dazu verwendet
werden, den Abstand auf einen bestimmten Soll-Abstand einzustellen. Dabei kann auch
vorgesehen sein, dass die Auswerteinrichtung dazu ausgelegt ist, in Abhängigkeit des
von der Messeinrichtung erfassten Abstandes den Neigungswinkel der Andruckrolle zu
der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche zu ermitteln.
[0015] Die Lage der erfindungsgemäßen Messeinrichtung, d. h. die Anordnung im Andrucksystem,
kann je nach Anwendungsfall verschieden sein. Beispielsweise kann vorgesehen sein,
dass die Messeinrichtung am Halter, am Unterbau des Andrucksystems oder an der Andruckrolle
oder deren Drehachse angebracht ist. Auch ist denkbar, dass die Messeinrichtung in
einer Holzverarbeitungsmaschine ein vorgelagerter Sensor ist. Dieser ermöglicht die
vorgelagerte Vermessung des Werkstücks, insbesondere die Neigung der Oberfläche der
Schmalseite im Verhältnis zur momentanen Einstellung der Andruckrolle. Daraufhin kann
die Andruckrolle der Kontur des Werkstücks angepasst werden, so dass die Einstellung
der Andruckrolle bereits auf einem Sollwert steht, bevor das Werkstück die Andruckrolle
erreicht.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen
sein, dass die Messeinrichtung dazu ausgelegt ist, den (Dreh-) Winkel der Lagerung
der Andruckrolle zu erfassen. Auch über eine derartige Messung lassen sich Rückschlüsse
auf die Neigung der Andruckrolle zur Referenzlinie bzw. Referenzfläche ziehen.
[0017] Die Halterung der Andruckrolle kann beispielsweise auf einem Unterbau, insbesondere
linear verschieblich und/oder verschwenkbar, gelagert sein. Nach einer anderen Ausführungsform
ist es möglich, dass die Halterung fest auf einem linear verschieblichen und/oder
verschwenkbaren Unterbau gelagert ist. Ein verschieblicher oder verschwenkbarer Unterbau
ist besonders dann vorteilhaft, wenn das Andrucksystem mehr als nur eine Andruckrolle
aufweist und eine Verstellung des Andrucksystems, beispielsweise aufgrund der von
der Messeinrichtung erfassten Betriebsdaten, alle vorhandenen Andruckrollen gleichermaßen
erfassen soll. Natürlich können auch mehrere Andruckrollen individuell verstellbar,
d. h. in der Neigung verstellbar oder verschieblich, ausgebildet sein.
[0018] Auch ist denkbar, dass wenigstens eine Andruckrolle über einen Hebel verschwenkbar
gelagert ist. Über einen solchen Hebel lassen sich auf einfache Weise Zustellbewegungen
realisieren. Dabei kann vorgesehen sein, dass die wenigstens eine Messeinrichtung
dazu ausgelegt ist, den (Dreh-)Winkel des Hebels oder den Abstand der Andruckrolle
von der Messeinrichtung zu erfassen. Auch diese Informationen lassen sich über die
Auswerteinrichtung auswerten und für die Steuerung bzw. Regelung des Andrucksystems
einsetzen.
[0019] Neben der Lage der Andruckrolle kann vorgesehen sein, dass die wenigstens eine Messeinrichtung
dazu ausgelegt ist, den Drehzustand der Andruckrolle zu erfassen. Hierüber lassen
sich Informationen darüber gewinnen, ob beispielsweise Verunreinigungen durch ausgehärteten
Schmelzkleber oder andere Blockierungen vorliegen, die den ordnungsgemäßen Betrieb
des Andrucksystems durch Blockierung der Andruckrolle beeinträchtigen. Solche Beeinträchtigungen
lassen sich auf diese Weise sehr früh erkennen und durch die Auswerteinrichtung auswerten
und können von der Maschinensteuerung aufgrund der von der Auswerteinrichtung ermittelten
Erkenntnisse dazu verwendet werden, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Solche
Gegenmaßnahmen können neben einer Verstellung der Einstellung der Andruckrolle auch
das vorübergehende Anhalten der Maschine beinhalten.
[0020] Je nachdem, was die Auswerteinrichtung ermittelt, muss das Andrucksystem entsprechend
durch die Steuereinrichtung der Maschine nachgestellt oder nachgeregelt werden. Bevorzugt
umfasst das Andrucksystem daher weiter eine Stelleinrichtung, die geeignet ist, die
Lage oder Position der Andruckrolle zu der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche
zu verändern. Wie oben beschrieben, kann dieses Verändern durch ein einfaches Anpassen
der Andruckrolle geschehen, also einen reinen Steuervorgang, oder aber bei kontinuierlicher
oder jedenfalls regelmäßiger Messung des Betriebszustandes auch in Form einer Regelung.
Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen, z. B. kann die Stelleinrichtung dazu
ausgelegt sein, die Position der Halterung und/oder des Unterbaus linear und/oder
über wenigstens einen Drehpunkt zu verstellen.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner eine Holzverarbeitungsmaschine, insbesondere Kantenanleimmaschine,
welche ein oben beschriebenes Andrucksystem aufweist.
[0022] Bevorzugt weist die Holzverarbeitungsmaschine dabei ein Maschinenbett auf, wobei
die Halterung oder die Halterungen der Andruckrolle oder die Andruckrolle selbst gegenüber
dem Maschinenbett schwenkbeweglich gelagert und die Schwenkstellung der Halterung
oder aller Halterungen oder der Andruckrolle selbst mittels eines Schwenkantriebs
oder Aktors verstellbar ist.
[0023] Je nach Fehleinstellung, die über die erfindungsgemäße Messeinrichtung bekannt wird,
kann es sich anbieten, dass Fehlteile aus dem aktuellen Verarbeitungsprozess ausgesondert
werden. Dazu ist bevorzugt vorgesehen, dass die Holzverarbeitungsmaschine eine Kennzeichnungseinrichtung
aufweist, welche dazu geeignet ist, fehlerhafte Werkstücke zu kennzeichnen. Mit dieser
Kennzeichnung wird beispielsweise dem Maschinenpersonal angezeigt, dass das betreffende
Werkstück fehlerhaft ist, und es aus dem Prozess entnommen werden kann. Vorstellbar
ist natürlich auch, dass die Kennzeichnungen zumindest maschinenlesbar sind. In einem
solchen Fall kann die Holzverarbeitungsmaschine beispielsweise eine Ausschleuseeinrichtung
umfassen, die von der Kennzeichnungseinrichtung gekennzeichnete, fehlerhafte Werkstücke
ausschleust.
[0024] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb der zuvor beschriebenen Holzverarbeitungsmaschine.
Bei diesem Verfahren werden folgende Schritte ausgeführt:
- a. Die Andruckrolle wird auf eine vorgegebene oder errechnete Sollposition eingestellt,
- b. es wird ein erstes Werkstück
- i) bearbeitet und dabei werden mittels der wenigstens einen Messeinrichtung die aktuellen
Betriebsdaten der Andruckrolle erfasst, oder/und
- ii) vor der Bearbeitung wird das Werkstück über einen ersten Sensor und ein Kantenband
über einen zweiten Sensor vermessen, wobei aus den gemessenen Daten ein Sollwert für
die Einstellung der Andruckrolle errechnet wird,
- c. die erfassten Betriebsdaten werden mit den vorgegebenen oder errechneten Soll-Daten
verglichen,
- d. bei einer Abweichung der aktuellen Betriebsdaten von den vorgegebenen oder errechneten
Sollwerten werden Korrekturwerte berechnet und als neue Sollwerte übernommen und das
Verfahren mit diesen Sollwerten fortgesetzt.
[0025] Nach einer bevorzugten Variante werden die Schritte a bis d wiederholt. Letzteres
dient insbesondere einer ständigen Erfassung des Zustandes des Andrucksystems. Auf
diese Weise ist es auch möglich, während des Betriebs der Holzverarbeitungsmaschine
die Einstellungen der Andruckrolle relativ zum Werkstück fortlaufend anzupassen. Letztlich
lassen sich dadurch die Einstellungen auf optimale Werte einregeln, was wiederum den
Verarbeitungsprozess einerseits und die Qualität der gefertigten Teile andererseits
verbessert.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren 1 bis 16 näher erläutert.
Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Holzverarbeitungsmaschine.
Figur 2 zeigt schematisch eine zu einer Referenzfläche geneigte Andruckrolle in seitlicher
Ansicht.
Figuren 3A und 3B zeigen eine erste mögliche Konfiguration zum Messen der Neigung
(Figur 3A) und der Lage (Figur 3B) einer Andruckrolle in seitlicher Ansicht.
Figur 4 zeigt eine zweite mögliche Konfiguration zum Messen der Neigung einer Andruckrolle
in seitlicher Ansicht.
Figur 5 zeigt eine dritte mögliche Konfiguration zum Messen der Neigung einer Andruckrolle
in seitlicher Ansicht.
Figur 6 zeigt eine modifizierte Ausführungsform der in Figur 5 gezeigten Ausführung
zum Messen der Neigung einer Andruckrolle in seitlicher Ansicht.
Figur 7 zeigt eine mögliche Konfiguration zum Messen der Lage der Andruckrolle in
seitlicher Ansicht.
Figur 8 zeigt eine zweite mögliche Konfiguration zum Messen der Lage einer Andruckrolle
in seitlicher Ansicht.
Figur 9 zeigt eine dritte mögliche Konfiguration zum Messen der Lage einer Andruckrolle
in seitlicher Ansicht.
Figur 10 zeigt eine Draufsicht auf eine vierte mögliche Konfiguration zum Messen der
Lage einer Andruckrolle.
Figur 11 zeigt eine Draufsicht auf eine fünfte mögliche Konfiguration zum Messen der
Lage einer Andruckrolle.
Figur 12A zeigt eine Konfiguration zum Messen des Drehzustandes der Andruckrolle.
Figur 12B verdeutlicht die Drehrichtung der Andruckrolle.
Figur 13 zeigt schematisch verschiedene Verstellmöglichkeiten der Andruckrolle in
seitlicher Ansicht.
Figur 14 zeigt eine Seitenansicht als Beispiel für eine mögliche Ausführungsform zur
Verstellung der Neigung oder der Lage der Andruckrolle.
Figur 15 zeigt eine Seitenansicht für eine zweite Ausführungsform zur Verstellung
der Neigung oder der Lage der Andruckrolle.
Figur 16 zeigt eine Seitenansicht einer alternativen Lagerung der Andruckrolle.
[0027] In Figur 1 ist eine schematische Draufsicht auf eine beispielhafte Holzverarbeitungsmaschine
in Gestalt einer Kantenanleimmaschine dargestellt. Im vorliegenden Fall wird ein Werkstück
3, welches plattenförmig ist, in Richtung X durch die Vorrichtung transportiert. Im
Regelfall wird dabei die Schmalseite des Werkstücks 3 über eine Fräseinrichtung 7
formatiert und dann an der Station 5 mit Klebstoff beschichtet. Dahinter wird dann
ein Kantenband 2 an das Werkstück herangefahren und mittels eines Andrucksystems 60
gegen die Schmalseite des Werkstücks 3 gedrückt. Üblicherweise umfasst ein solches
Andrucksystem wenigstens eine Andruckrolle 62, meistens ist neben einer solchen Hauptandruckrolle
62 auch wenigstens eine Nebenandruckrolle 62' vorgesehen, die vor allem dazu dient,
das Kantenband noch unter Druck zusammen mit dem Werkstück 3 ein Stück weit weiter
in Vorschubrichtung X zu führen.
[0028] V bezeichnet eine Referenzlinie oder Referenzfläche, die im Folgenden im Zusammenhang
mit der Erfindung noch näher erläutert wird. Die Positionen 6 und 4 sind Sensoren,
welche beispielsweise die Lage der zu beschichtenden Schmalseite des Werkstücks 3
bzw. die Dicke des Kantenbandes 2 messen. Die Informationen dieser Sensoren 6, 4 können
erfindungsgemäß dazu verwendet werden, das Andrucksystem 60 zu steuern oder zu regeln.
[0029] Welche anderen Messmöglichkeiten es noch am Andrucksystem 60 selbst gibt, soll nun
anhand der Figuren 2 bis 12B erläutert werden.
[0030] Figur 2 zeigt schematisch eine Andruckrolle 62, die Teil eines erfindungsgemäßen
Andrucksystems 60 ist. Die Andruckrolle 62 ist um eine Drehachse A drehbar. Wie man
in der Zeichnung erkennt, kann die Andruckrolle 62 hinsichtlich ihrer Drehachse gegenüber
einer Referenzlinie oder Referenzfläche V angestellt sein, sodass die Mantelfläche
der Andruckrolle 62 bzw. ihre Drehachse A zur Referenzlinie bzw. Referenzfläche V
einen Winkel α ausbilden. Im gezeigten Beispiel verläuft die Referenzlinie bzw. Referenzfläche
V parallel zur Vertikalrichtung Z. Y bezeichnet dabei eine zu Z senkrechte Richtung,
die ebenfalls senkrecht zur oben genannten Vorschubrichtung X verläuft. Je nach Bearbeitung
eines Werkstücks kann es entweder gewünscht sein, einen definierten Neigungswinkel
α einzustellen oder aber beispielsweise eine unerwünschte Schrägstellung zu korrigieren.
Dazu bietet die vorliegende Erfindung eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten.
[0031] Zunächst muss der Neigungswinkel α erfasst werden. Dazu kann eine Messeinrichtung
68 vorgesehen sein, die - wie in Figur 3A gezeigt - die Schrägstellung der Drehachse
A zur Referenzlinie oder Referenzebene V erfasst. Wie in Figur 3B gezeigt, kann die
Andruckrolle 62 in einer Rollenhalterung 63 gelagert sein. Zur Verstellung der Lage
oder Neigung der Andruckrolle 62 kann entweder die Rolle in der Rollenhalterung 63
verstellt werden oder die Rollenhalterung 63 selbst relativ zu anderen Bauteilen des
Andrucksystems verstellt werden. In dem Beispiel in Figur 3B lässt sich die Rollenhalterung
63 in den Richtungen Y und Z über entsprechende Stelleinrichtungen 66 bzw. 67 verschieben.
[0032] Zur Neigungsverstellung der Andruckrolle 62 kann die Andruckrolle 62 in der Halterung
63 schwenkbar gelagert sein. In dem Beispiel der Figur 4 dienen dazu ein unteres Schwenklager
65 und ein am gegenüberliegenden axialen Ende der Andruckrolle 62 angeordnetes oberes
Schwenklager 69. Das obere Schwenklager 69 ist dabei an einem beweglichen Abschnitt
63a gelagert, der Teil der Halterung 63 ist. Dieser bewegliche obere Lagerabschnitt
ist im gezeigten Beispiel zur Referenzlinie bzw. Referenzebene V hin in Richtung Y
hin und her verschieblich ausgebildet. Dies ist durch den Pfeil P1 angedeutet. Bei
dieser Konstellation verursacht also das Verschieben des Abschnitts 63a in Richtung
des Pfeils P1 eine Veränderung des Neigungswinkels α. Erfolgt die Verschiebung in
Richtung der Referenzlinie bzw. Referenzfläche V, so wird der Neigungswinkel α kleiner.
Bei der Verschiebung in die entgegengesetzte Richtung wird der Neigungswinkel α entsprechend
größer. Die Neigungsstellung kann im gezeigten Beispiel über eine Messeinrichtung
68 erfolgen, die an dem verschieblichen Teil 63a angebracht ist. Beim Verschieben
des Teils 63a ändert sich auch der Abstand S zwischen der Messeinrichtung 68 und dem
übrigen Teil der Halterung 63. Aufgrund der gezeigten Geometrie ist dieser Abstand
S ein Maß für die Schrägstellung der Rollenachse A, da diese über die beiden Drehlager
65 und 69 mit der Halterung verbunden ist. Das Auswerten des Messergebnisses der Messeinrichtung
68 kann also dazu verwendet werden, eine gewünschte Neigung der Andruckrolle 62 einzustellen.
Einerseits kann die gemessene aktuelle Lage, der gemessene Drehzustand bzw. die gemessene
Neigung der Andruckrolle 62 dazu verwendet werden, diese gemessenen Werte mit Sollwerten
zu vergleichen und eine entsprechende Information über den aktuellen Zustand der Andruckrolle
62 an die Maschinensteuerung zu übermitteln. Natürlich kann ein Vergleich solcher
Werte auch dazu verwendet werden, eine Zustandsänderung der Andruckrolle 62 auf einen
vorgegebenen Sollwert durchzuführen.
[0033] Als Alternative zu der in Figur 4 dargestellten Ausführungsform kann die Neigung
der Andruckrolle 62, wie in Figur 5 dargestellt, auch über einen an der Halterung
63, insbesondere am oberen Teil 63a, angebrachten Winkelsensor 68 bestimmt werden.
Bei dieser Ausführungsform ist die Halterung 63 am Unterbau 64 über ein Schwenklager
61 angelenkt. Die komplette Halterung 63 lässt sich also gegenüber dem Unterbau 64
verschränken. Die Schwenkstellung wird über den Winkelsensor 68 an die Maschinensteuerung
oder eine entsprechende Auswerteinrichtung übertragen und bildet ein Maß für den Winkel
α der Andruckrolle 62 zur Referenzfläche bzw. Referenzlinie V.
[0034] Alternativ zu der in Figur 5 dargestellten Ausführungsform kann ein entsprechender
Messsensor 68 auch direkt am Schwenklager 61 angeordnet sein. Hier kann dann direkt
die Drehbewegung des Schwenklagers 61 erfasst werden und so auf den Neigungswinkel
α zurückgeschlossen werden. Natürlich muss eine solche Messeinrichtung auf eine Nulllinie,
beispielsweise die Referenzlinie oder Referenzebene V, kalibriert sein.
[0035] Zur Erfassung der Lage der Andruckrolle, d. h. insbesondere des Abstandes L zur Referenzlinie
oder Referenzfläche V, kann beispielsweise an einem festen Teil, beispielsweise der
Lagerachse bzw. Welle 62a der Rolle 62 ein Abstandssensor 68 angeordnet werden, wie
dies in Figur 7 dargestellt ist. Dessen zurückgegebene Messwerte lassen sich dann
in den Abstand L der Andruckrolle 62 zur Referenzebene umrechnen.
[0036] Ein solcher Abstandssensor 68 kann natürlich auch an der Halterung 63 angeordnet
sein. Dies ist in Figur 8 dargestellt. Wenn die Halterung 63 in Richtung Y auf die
Referenzlinie oder Referenzfläche V zu bewegt wird, verringert sich der Abstand L.
Über eine Tastung kann der Abstand L mit dieser Anordnung während des Betriebs des
Andrucksystems fortwährend überwacht werden. Die zurückgegebenen Messwerte vom Messsensor
68 können dann dazu verwendet werden, die Tastung der Andruckrolle 62 zu verändern
und insbesondere auf einen Sollwert einzustellen oder einzuregeln. Natürlich kann
eine entsprechende Messeinrichtung 68 auch am Unterbau 64 des Andrucksystems angeordnet
sein und eine entsprechende Veränderung des Abstandes L durch eine relative Veränderung
des Halters 63 zum Unterbau 64 erfassen. Eine solche Situation ist in Figur 9 dargestellt.
[0037] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform kann die Verstellung der Andruckrolle
62 über eine Schwinge 70 erfolgen. Durch die Veränderung der Winkelstellung der Schwinge
70, an der die Andruckrolle 62 gelagert ist, in der XY-Ebene, hier angedeutet durch
den Pfeil U, wird der Abstand L zwischen der Andruckrolle 62 und der Referenzlinie
bzw. Referenzfläche V verändert. Die momentane Winkelstellung kann beispielsweise
im gezeigten Beispiel durch einen Drehwinkelsensor 68 erfasst werden, der an der Drehachse
71 der Schwinge 70 angeordnet ist und ihren Drehwinkel bestimmt.
[0038] Alternativ hierzu, Figur 11, ist es möglich, die Drehung der Schwinge 70 auch über
einen Tastsensor 68 z. B. auf der der Referenzlinie oder Referenzfläche V abgewandten
Seite der Andruckrolle 62 zu erfassen. Hier wird der Abstand T der Andruckrolle 62
zum Tastsensor 68 erfasst, um daraus dann auf den Abstand L zwischen Andruckrolle
62 und Referenzfläche bzw. Referenzebene V zu schließen oder diesen zu messen.
[0039] Ein weiterer Zustand, der alternativ oder ergänzend mit einer erfindungsgemäßen Messeinrichtung
68 erfasst werden kann, ist der Drehzustand der Andruckrolle 62. Dazu weist die Andruckrolle
62 einen Rotationssensor 68 auf, Figur 12A, der die Drehung (Pfeil R, Fig. 12B) der
Andruckrolle 62 erfasst. Dabei kann einerseits die Drehzahl bestimmt werden, diese
kann beispielsweise dann mit einem vorgegebenen Sollwert verglichen werden. Auch ist
es natürlich möglich, Drehmomente zu messen, um festzustellen, ob die Andruckrolle
62 frei dreht oder etwaige Widerstände eine ordnungsgemäße Drehung der Andruckrolle
erschweren oder verhindern. Gegebenenfalls kann bei erschwertem Drehen eine Meldung
an die Maschinensteuerung erfolgen, dass die Andruckrolle 62 nicht ordnungsgemäß funktioniert
und gegebenenfalls gewartet werden muss. Natürlich ist es auch hier möglich, den Drehzustand
der Andruckrolle 62 mit einem vorgegebenen Sollwert zu vergleichen, um gegebenenfalls
die Drehzahl der Andruckrolle 68 nachzusteuern.
[0040] Verstellmöglichkeiten, die die Lage der Andruckrolle relativ zur Referenzlinie oder
Referenzfläche V abbilden, sind in Figur 13 schematisch dargestellt. Dabei lässt sich
durch entsprechende Stelleinrichtungen 66 bzw. 67 einerseits die Neigung der Andruckrolle
62 zwischen einer vertikalen Ausrichtung in eine geneigte Ausrichtung (angedeutet
durch die Achse A' bzw. die Rolle 62' in den gestrichelten Linien auf der linken Seite
von Figur 13) verändern. Genauso lässt sich eine Veränderung des Abstandes der Andruckrolle
62 zur Referenzlinie bzw. Referenzfläche V in Richtung Y verstellen (angedeutet durch
die Achse A' bzw. die Rolle 62' in den gestrichelten Linien auf der rechten Seite
von Figur 13). Es ist durchaus möglich, dass das erfindungsgemäße Andrucksystem lediglich
eine der beiden gezeigten Verstellmöglichkeiten aufweist.
[0041] In Figur 14 ist beispielsweise eine Option gezeigt, bei der die Halterung 63 einen
oberen verschieblichen Teil 63a und einen unteren verschieblichen Teil 63a aufweist.
An diesen beiden verschieblichen Teilen 63a befindet sich ein oberes Schwenklager
69 bzw. ein unteres Schwenklager 65, mit denen die Andruckrolle 62 an der Halterung
63 gelagert ist. Durch synchrones Verschieben der beiden Teile 63a erfolgt lediglich
eine Abstandsänderung der Andruckrolle 62 relativ zur Referenzlinie oder Referenzebene
V. Asynchrones Verschieben, d. h. unterschiedliches Ansteuern der beiden Stelleinrichtungen
66, 67 bewirkt, dass die beiden Teile 63a zwar verschoben werden, allerdings führt
die Andruckrolle 62 dabei auch eine Schwenkbewegung um das obere Schwenklager 69 und
das untere Schwenklager 65 aus. Auf diese Weise lässt sich also die Neigung der Andruckrolle
62 gegebenenfalls zusammen mit einer Verschiebung zur Referenzlinie oder Referenzfläche
V hin oder von dieser weg erreichen, da insoweit die Drehpunkte verlagert werden.
[0042] In Figur 15 ist eine zu Figur 14 alternative Ausführungsform gezeigt. Hier ist der
Halter 63 am Unterbau 64 gelagert. Der Halter 63 lässt sich dann über die Stelleinrichtungen
67 in Richtung auf die Referenzlinie bzw. Referenzfläche V in Richtung Y und gegebenenfalls
auch vertikal dazu in Richtung Z verschieben. Zum Verschwenken der Andruckrolle 62
wird die Stelleinrichtung 66 betätigt, die die am oberen Teil 63a des Halters 63 gelagerte
Welle der Andruckrolle 62 in Richtung Y verschiebt. Dadurch wird die Andruckrolle
62 um die Achse 61 geschwenkt. Mit dieser Einrichtung lassen sich wie mit der in Figur
14 dargestellten Einrichtung sowohl reine Translationsbewegungen der Andruckrolle
62 in Richtung auf die Referenzlinie oder Referenzfläche V oder von dieser weg realisieren
wie auch eine Neigungsverstellung der Andruckrolle 62 allein oder in Kombination mit
einer Translationsbewegung.
[0043] Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass lediglich für die Neigungsverstellung
ein entsprechender Halter nicht zwingend erforderlich ist. Es ist auch möglich, wie
dies in Figur 16 gezeigt ist, die Andruckrolle 62 einseitig fliegend zu lagern. Das
Drehlager 61 kann beispielsweise am Unterbau angeordnet sein. Entsprechend ist ein
Drehantrieb vorzusehen, der die Andruckrolle 62 um das Drehlager 61 herum beispielsweise
in Pfeilrichtung P dreht.
[0044] Das erfindungsgemäße Andrucksystem bietet verschiedene Möglichkeiten der Positionierung
der Messeinrichtung einerseits und der Lagerung der Andruckrolle andererseits. Neigungsverstellungen
der Rolle sind ebenso möglich wie Translationsverstellungen oder auch Kombinationen
daraus. Zudem kann der Drehzustand der Andruckrolle erfasst werden. Mit der vorliegenden
Erfindung ist es sowohl möglich, den Betriebszustand der Andruckrolle auf einen vorgegebenen
Sollwert einzustellen, beispielsweise auf eine bestimmte Drehzahl, einen bestimmten
Neigungswinkel zur Referenzlinie oder Referenzebene oder/und einen bestimmten Abstand
hiervon. Ebenso ist es möglich, durch kontinuierliches Messen des Zustands der Rolle
und Vergleichen der gemessenen Werte mit Vorgabewerten zu erreichen, dass die Einstellung
der Andruckrolle auf einen Optimalwert eingeregelt wird.
1. Andrucksystem (60) zum Andrücken eines Beschichtungsmaterials, insbesondere eines
Kantenbandes, an die Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks aus Holz oder Holzersatzstoff,
aufweisend wenigstens eine in einer Halterung (63) um eine Drehachse (A) drehbar gelagerte
Andruckrolle (62) sowie wenigstens eine Messeinrichtung (68), welche dazu ausgelegt
ist, Betriebsdaten betreffend die Lage oder Position oder den Betriebszustand der
Andruckrolle (62) zu einer vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche (V) zu erfassen,
wobei das Andrucksystem (60) ferner eine Auswerteinrichtung umfasst, welche in Abhängigkeit
der von der Messeinrichtung (68) erfassten Betriebsdaten die Lage oder Position der
Andruckrolle (62) relativ zu der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche (V)
oder den Betriebszustand der Andruckrolle (62) mit einem vorgegebenen Soll-Betriebszustand
vergleicht.
2. Andrucksystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es ferner eine Vergleichseinheit umfasst, die die erfassten Betriebsdaten mit vorgegebenen
Soll-Daten vergleicht und eine Steuereinrichtung vorgesehen und dazu eingerichtet
ist, die Veränderung des Abstandes der Andruckrolle (62) zu der vorgegebenen Referenzlinie
oder Referenzfläche (V) und/oder die Neigung der Andruckrolle (62) in Abhängigkeit
dieses Vergleichs so auszuführen, dass die Betriebsdaten im Wesentlichen den vorgegebenen
Soll-Daten entsprechen.
3. Andrucksystem (60) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (68) dazu ausgelegt ist, den Neigungswinkel (α) der Andruckrolle (62) zur vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche (V) zu
erfassen.
4. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Messeinrichtung (68) dazu ausgelegt ist, den Abstand (L), insbesondere
der Halterung (63) oder der Drehachse (A), der Andruckrolle (62) zu der vorgegebenen
Referenzlinie oder Referenzfläche (V) zu erfassen.
5. Andrucksystem (60) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswerteinrichtung dazu ausgelegt ist, in Abhängigkeit des von der Messeinrichtung
(68) erfassten Abstandes den Neigungswinkel (α) der Andruckrolle (62) zu der vorgegebenen Referenzlinie oder Referenzfläche (V)
zu ermitteln.
6. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (68) am Halter (63), am Unterbau (64) des Andrucksystems (60)
oder an der Andruckrolle (62) oder deren Drehachse angebracht ist.
7. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (68) dazu ausgelegt ist, den (Dreh-)Winkel (α) der Lagerung der
Andruckrolle (62) zu erfassen.
8. Andrucksystem nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halterung (63) auf einem Unterbau (64), insbesondere linear verschieblich und/oder
verschwenkbar, gelagert ist oder fest auf einem linear verschieblichen und/oder verschwenkbaren
Unterbau (64) gelagert ist.
9. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Andruckrolle (68) über einen Hebel (70) verschwenkbar gelagert ist.
10. Andrucksystem (60) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Messeinrichtung (68) dazu ausgelegt ist, den (Dreh-)Winkel (U)
des Hebels (10) oder den Abstand (T) der Andruckrolle (62) von der Messeinrichtung
(68) zu erfassen.
11. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Messeinrichtung (68) dazu ausgelegt ist, den Drehzustand (R)
der Andruckrolle (62) zu erfassen.
12. Andrucksystem (60) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Andrucksystem weiter eine Stelleinrichtung (66, 67) umfasst, die geeignet ist,
die Lage oder Position der Andruckrolle (62) zu der vorgegebenen Referenzlinie oder
Referenzfläche (V) zu verändern.
13. Andrucksystem (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung (66, 67) dazu ausgelegt ist, die Position der Halterung (63)
und/oder des Unterbaus (64) linear und/oder über wenigstens einen Drehpunkt (65, 69)
zu verstellen.
14. Holzverarbeitungsmaschine, insbesondere Kantenanleimmaschine, aufweisend ein Andrucksystem
(60) nach einem der vorigen Ansprüche.
15. Holzverarbeitungsmaschine nach Anspruch 14,
weiter aufweisend ein Maschinenbett, wobei die Halterung (63) oder die Halterungen
(63) der Andruckrolle (62) oder die Andruckrolle (62) selbst gegenüber dem Maschinenbett
schwenkbeweglich gelagert und die Schwenkstellung der Halterung oder aller Halterungen
oder der Andruckrolle (62) selbst mittels eines Schwenkantriebs oder Aktors verstellbar
ist.
16. Holzverarbeitungsmaschine (1) nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Kennzeichnungseinrichtung aufweist, welche dazu geeignet ist, fehlerhafte
Werkstücke (3) zu kennzeichnen.
17. Holzverarbeitungsmaschine (1) nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Ausschleuseeinrichtung aufweist, die von der Kennzeichnungseinrichtung gekennzeichnete,
fehlerhafte Werkstücke (3) ausschleust.
18. Verfahren zum Betrieb einer Holzverarbeitungsmaschine, nach einem der Ansprüche 15
bis 18, bei welchem folgende Schritte ausgeführt werden:
a. Die Andruckrolle (62) wird auf eine vorgegebene oder errechnete Sollposition eingestellt,
b. es wird ein erstes Werkstück (3)
i) bearbeitet und dabei werden mittels der wenigstens einen Messeinrichtung (68) die
aktuellen Betriebsdaten der Andruckrolle (62) erfasst, oder/und
ii) vor der Bearbeitung wird das Werkstück (3) über einen ersten Sensor (6) und ein
Kantenband (2) über einen zweiten Sensor (4) vermessen, wobei aus den gemessenen Daten
ein Sollwert für die Einstellung der Andruckrolle (62) errechnet wird,
c. die erfassten Betriebsdaten werden mit den vorgegebenen oder errechneten Soll-Daten
verglichen,
d. bei einer Abweichung der aktuellen Betriebsdaten von den vorgegebenen oder errechneten
Sollwerten werden Korrekturwerte berechnet und als neue Sollwerte übernommen und das
Verfahren mit diesen Sollwerten fortgesetzt.
19. Verfahren nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schritte a bis d wiederholt werden.