TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ansetzverfahren einer Ansetzvorrichtung an
einer Ringspinnmaschine mit einer Vielzahl von Spinnstellen, an denen ein Vorgarn
aus Lieferwalzen eines Streckwerks austritt und mit einem Läufer und einem sich drehenden
Kops zu einem Faden gedreht und auf dem Kops aufgewickelt wird, erzeugt die Ansetzvorrichtung
bei Fadenbrüchen selbsttätig einen Ansetzer, bei dem ein Fadenende mit dem aus den
Lieferwalzen austretenden Vorgarn verbunden und der Spinnvorgang anschliessend fortgesetzt
wird, und wobei wahlweise gemäss Vorgehensweise a) das Fadenende des gebrochenen Fadens
gesucht, das gefundene Fadenende erfasst und zum Ansetzen verwendet wird, um einen
Kops ohne Fadenunterbrechung zu erhalten oder gemäss Vorgehensweise b) ein Hilfsfaden
aus einem Fadenvorrat auf dem Kops befestigt wird, sodann dieser Hilfsfaden getrennt
wird, um ein auf dem Kops befestigtes Fadenende zu erhalten und dieses Fadenende zum
Ansetzen verwendet wird, um einen Kops mit Fadenunterbrechung zu erhalten, sowie eine
entsprechende Ansetzvorrichtung.
TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND
[0002] Aus der
DE 2 351 312 A1 ist eine Ansetzvorrichtung bekannt, welche mit Einrichtungen zum Durchführen zweier
verschiedener Ansetzverfahren ausgerüstet ist. Die Ansetzvorrichtung kann einerseits
ein Fadenende auf dem Kops suchen und dieses mit dem Faserverbund in dem Streckwerk
verbinden. Andererseits kann sie den Faden auch mit einem Hilfsfaden, welcher auf
dem Kops aufgelegt wird und dann dem Streckwerk zugeführt wird, ansetzen. Sie versucht
vorrangig das Ansetzverfahren durchzuführen, bei dem das Ende des gerissenen Fadens
auf dem Kops gesucht und mittels dieses Fadenendes angesetzt wird. Nur wenn dieses
Verfahren nicht durchführbar ist, wird gemäss der zweiten geschilderten Verfahrensweise
ein Faden auf dem Kops angeworfen und mit diesem Faden angesetzt.
[0003] Damit wird erreicht, dass das Beheben eines Fadenbruches jedenfalls nicht deshalb
scheitert, weil das Fadenende auf dem Kops nicht gefunden werden kann und dass eine
Fadenunterbrechung in der Wicklung des Kopses nur dann vorhanden ist, wenn der Fadenbruch
nicht anders hätte behoben werden können.
[0004] Nachteilig hierbei ist es allerdings, dass die beschriebene Vorgehensweise sehr zeitaufwendig
ist. Es wird stets, zumindest insofern als das überhaupt eine Wicklung vorhanden ist,
zuerst versucht das Fadenende auf dem Kops zu finden. Erst
wenn dieser Versuch scheitert oder keine Wicklung vorhanden ist, wird ein Hilfsfaden
verwendet, um den Fadenbruch zu beheben. Die Ansetzvorrichtung ist hierdurch sehr
lange Zeit an der jeweiligen Spinnstelle gebunden. Andere Spinnstellen, welche die
Ansetzvorrichtung zum Ansetzen eines Fadens brauchten, sind in der Zwischenzeit nicht
produktiv.
[0005] Aus der
WO 2020/058775 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Serviceroboters einer Ringspinnmaschine bekannt,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst: Speichern verschiedener Sätze
von Einstellparametern für den Serviceroboter welche von Garneigenschaften und Eigenschaften
der Ringspinnmaschine abhängen; Auswählen eines bestimmten, auf der Spinnmaschine
herzustellenden Garns; und Anwenden eines der Sätze von Einstellparametern in Abhängigkeit
von dem ausgewählten, herzustellenden Garn.
[0006] DE 43 04 962 A1 zeigt ein Steuersystem zur Anwendung auf eine Anlage, die kontinuierlich gewickelte
Pakete aus Textilmaterial herstellt, die für die Weiterverarbeitung bestimmt sind.
Mittels Datenverarbeitungsgeräten in der Anfangsphase und Auswertung der genutzten
Daten in den Folgestadien wird auf Anregung der Rückmeldungen gehandelt, so dass kein
großer Zeit- und Materialverlust entsteht, da Störungen zeitnah behoben werden können.
Die vorhandenen Systeme, die durch elektronische Rückkopplung aktualisiert werden
können, sind u. a. zwischen Ringspinnmaschine und Wickler angeordnet.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die aus dem Stand der Technik bekannten
Nachteile zu beseitigen, insbesondere die Produktivität einer Ringspinnmaschine zu
verbessern.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Ansetzen und eine Ansetzvorrichtung
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0009] Vorgeschlagen wird ein Ansetzverfahren einer Ansetzvorrichtung an einer Ringspinnmaschine
mit einer Vielzahl von Spinnstellen, an denen ein Vorgarn aus Lieferwalzen eines Streckwerks
austritt und mit einem Läufer und einem sich drehenden Kops zu einem Faden gedreht
und auf dem Kops aufgewickelt wird. Bei Fadenbrüchen erzeugt die Ansetzvorrichtung
selbsttätig einen Ansetzer, bei dem ein Fadenende mit dem aus den
Lieferwalzen austretenden Vorgarn verbunden wird. Der Spinnvorgang wird anschliessend
fortgesetzt. Wahlweise wird gemäss Vorgehensweise a) das Fadenende des gebrochenen
Fadens gesucht, das gefundene Fadenende erfasst und zum Ansetzen verwendet, um einen
Kops ohne Fadenunterbrechung zu erhalten. Alternativ wird gemäss Vorgehensweise b)
ein Fadenende eines Hilfsfadens aus einem Fadenvorrat auf dem
Kops befestigt, sodann wird dieser Hilfsfaden getrennt, um ein auf dem Kops befestigtes
weiteres Fadenende zu erhalten und dieses weitere Fadenende wird zum Ansetzen verwendet.
Damit wird ein Kops mit Fadenunterbrechung erhalten. Die Vorgehensweise
- a) erzeugt einen höherwertigeren Kops, da sie keine Fadenunterbrechung enthält und
dementsprechend die Weiterverarbeitung auf einer Spülmaschine ebenfalls
grundsätzlich ohne Unterbrechung erfolgen kann. Das Ansetzen gemäss Vorgehensweise
a) ist aber für die Ansetzvorrichtung zeitaufwendiger, da das Fadenende irgendwo auf
dem Kops gesucht und gefunden werden muss. Auch ist die Erfolgsquote bei der Vorgehensweise
a) geringer als bei der Vorgehensweise b), da es vorkommen kann, dass das Fadenende
auf dem Kops erst nach längerer Zeit oder gar nicht gefunden wird.
[0010] Abhängig von der Auslastung der Ansetzvorrichtung und/oder von der voraussichtlichen
Erfolgsaussicht der Vorgehensweise a) wird dementsprechend ausgewählt, ob das Fadenende
gemäss Vorgehensweise a) oder b) bereitgestellt wird. Wird davon ausgegangen, dass
die Vorgehensweise a) mehr Zeit beansprucht als die Vorgehensweise b) kann mit dem
erfindungsgemässen Verfahren die Ansetzvorrichtung besonders effektiv betrieben werden.
Es wird damit ein Kompromiss zwischen der Produktivität der Ringspinnmaschine und
der Qualität der Kopse erhalten. Dabei wird angenommen, dass ein Kops höherer Qualität
ein Kops ohne Fadenunterbrechung ist. Grundsätzlich wird dementsprechend versucht
eine möglichst gute Qualität der Kopse zu erhalten. Diese gute Qualität wird von einem
Ansetzer erwartet, bei welchem das Fadenende von dem Kops aufgegriffen und zu dem
Streckwerk der Ringspinnmaschine zur Verbindung mit dem darin befindlichen Faserband
gebracht wird (Vorgehensweise a). Dabei entsteht ein nicht unterbrochener Faden auf
dem Kops. Ein Kops ohne Fremdfaden bzw. ohne Fadenunterbrechung wird dabei als der
qualitativ hochwertigere Kops betrachtet. Würde jedoch versucht werden, dass stets
gemäss dieser Vorgehensweise a) angesetzt wird, so würde die Produktivität der Ringspinnmaschine
darunter leiden, da diese Vorgehensweise eine längere Zeit beansprucht und darüber
hinaus in der Regel auch höhere Risiken bezüglich des Erfolgs eines Ansetzers beinhaltet.
Dementsprechend schlägt die Erfindung vor, dass unter gewissen Voraussetzungen nicht
die Vorgehensweise a), sondern die Vorgehensweise b) ausgewählt wird, um einen Ansetzer
zu erzeugen. Es wird somit die Entscheidung getroffen, ob mit Vorgehensweise a) angesetzt
wird, und damit ein qualitativ hochwertigerer Kops erhalten wird, oder ob mit Vorgehensweise
b) angesetzt wird, und damit zwar ein qualitativ etwas weniger hochwertiger Kops erhalten
wird, dafür aber eine schnelle Erledigung des Ansetzauftrags erreicht wird. Diese
Entscheidung hängt erfindungsgemäss von der Auslastung der Ansetzvorrichtung und oder
von der voraussichtlichen Erfolgsaussicht der Vorgehensweise a) ab. Die Produktionsmenge
der Ringspinnmaschine kann somit in Bezug auf die Produktionsqualität der Kopse optimal
gesteuert werden.
[0011] Ist die Ansetzvorrichtung stark ausgelastet, d. h. liegen beispielsweise bereits
Anforderungen von einer Anzahl weiterer Spinnstellen vor, an welchen ein Fadenbruch
zu beheben ist, so wird versucht zur Steigerung der Produktivität der Ringspinnmaschine
möglichst die Vorgehensweise b) zu wählen, da hierdurch die Ansetzvorrichtung die
anliegenden Arbeiten in kürzerer Zeit beenden kann. Die einzelnen Spinnstellen stehen
dementsprechend auch kürzere Zeit still, als wenn die zeitaufwendigere Vorgehensweise
a) an jeder Spinnstelle durchgeführt werden würde und die Ansetzvorrichtung längere
Zeit benötigt, bis alle zuvor durchzuführenden Arbeiten erledigt sind. Die auf der
Ringspinnmaschine erzeugten Kopse mit einem Ansetzer gemäss Vorgehensweise b) werden
allerdings eine Fadenunterbrechung im Bereich des Ansetzers mit dem Hilfsfaden aufweisen.
[0012] Die gleiche Auswahl wird auch getroffen, wenn die voraussichtliche Erfolgsaussicht
für die Vorgehensweise a) gering sind. Dies kann beispielsweise dadurch der Fall sein,
dass ein kritisches Garn auf der Spinnstelle gesponnen wird, welches problematisch
zum Auffinden des Fadenendes auf dem Kops ist. Ein anderer Grund kann auch sein, dass
die für die Vorgehensweise benötigte Einrichtung zum Auffinden des Fadenendes auf
dem Kops nicht oder nicht voll einsatzfähig ist. Auch in diesem Falle ist es vorteilhaft,
wenn anstelle des Versuches der Vorgehensweise a) sofort die Vorgehensweise b) gewählt
wird, zumindest solange bis die benötigte, fehlerhafte Einrichtung zum Auffinden des
Fadenendes instandgesetzt ist. Zugunsten der Produktivität der Ringspinnmaschine wird
dementsprechend in Kauf genommen, dass Kopse mit einer Fadenunterbrechung im Bereich
des Ansetzers erzeugt werden. Die Ringspinnmaschine kann somit in diesem Sinne möglichst
effektiv betrieben werden.
[0013] Das erfindungsgemässe Verfahren hat dementsprechend den Vorteil, dass die Produktivität
der Ringspinnmaschine deutlich gesteigert werden kann, weil die Ansetzvorrichtung
in der Lage ist, wahlweise die Vorgehensweise a) oder die Vorgehensweise b) als bevorzugte
Vorgehensweise zur Behebung eines Ansetzers zu wählen. Bei dieser Auswahl wird berücksichtigt,
mit welcher Vorgehensweise a) oder b) die Ringspinnmaschine bei möglichst hoher Produktivität
auch eine möglichst hohe Qualität der Kopse bzw. eine möglichst hohe Anzahl von Kopsen
ohne Fadenunterbrechung erzeugen kann. Einerseits wird zwar versucht, wenn genügend
Zeit zur Verfügung steht, weil beispielsweise die Ansetzvorrichtung an keiner anderen
Spinnstelle benötigt wird, einen besonders hochwertigen Ansetzer zu erhalten, wie
er bei der Vorgehensweise a) möglich ist. Nachdem diese Vorgehensweise a) aber im
Vergleich zur Vorgehensweise b) sehr zeitaufwendig ist, wird zugunsten der Produktivität
der Ringspinnmaschine versucht, dass Stillstandszeiten an den einzelnen Spinnstellen
möglichst kurz gehalten werden und dementsprechend die Ansetzvorrichtung zulasten
der Qualität des Kopses versucht, die einzelnen Spinnstellen möglichst schnell wieder
produktiv zu machen. In zeitkritischen Situationen der Ringspinnmaschine wird dementsprechend
ohne vorherige Vorgehensweise a) sofort die Vorgehensweise b) zum Ansetzen eines neuen
Fadens an der anfordernden Spinnstelle der Ringspinnmaschine gewählt.
[0014] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Vorgehensweise a) gewählt wird, wenn
der Kops ohne Fadenunterbrechung produziert werden soll oder wenn bereits eine vorbestimmte
Anzahl von Fadenunterbrechungen auf dem Kops vorhanden sind. Wenn also nach Möglichkeit
besonders hochwertige Kopse ohne Fadenunterbrechung erzeugt werden sollen, wird zuerst
die Vorgehensweise a) zum Ansetzen einer Fadenunterbrechung versucht. Dabei wird ungeachtet
der längeren Bearbeitungszeit auf die Qualität des Kopses geachtet. Gleiches kann
auch vorteilhaft sein, wenn die geforderte Qualität des Kopses zwar eine vorbestimmte
Anzahl von Fadenunterbrechungen auf dem Kops erlaubt, aber eine Anzahl, welche über
diese vorbestimmte Anzahl hinausreicht, nicht mehr akzeptiert wird. In diesem Falle
wird so lange, bis diese vorbestimmte Anzahl von Fadenunterbrechungen erlaubt ist,
nach dem wahlweisen Verfahren der vorliegenden Erfindung gearbeitet. Anschliessend
wird stets zuerst versucht die Vorgehensweise a) erfolgreich einzusetzen.
[0015] Erfindungsgemäß wird die Vorgehensweise b) gewählt, wenn die Anzahl der auf die Ansetzvorrichtung
wartenden Spinnstellen eine vorbestimmte Anzahl überschreitet. Liegen bei dieser vorbestimmten
Anzahl von Spinnstellen Fadenbrüche vor und kann deshalb die entsprechende Spinnstelle
keinen weiteren Faden produzieren, so wird anschliessend solange die schnellere Vorgehensweise
b) gewählt, bis dieser Grenzwert der vorbestimmten Anzahl von Spinnstellen wieder
unterschritten ist. Danach wird wieder mit der erfindungsgemässen, wahlweisen Vorgehensweise
a) oder b) weitergearbeitet.
[0016] Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn der auf der
Spinnstelle gesponnenen Faden eine vorbestimmte Garnnummer überschreitet. Wird die
vorbestimmte Garnnummer überschritten, d.h. es liegt ein sehr feiner Faden vor, so
ist es erfahrungsgemäss schwieriger das Fadenende auf dem Kops zu finden. Es sind
deshalb längere Zeiten einzuplanen, bis das Fadenende in der Regel gefunden wird,
oder es ist sogar davon auszugehen, dass das Fadenende sehr häufig gar nicht gefunden
werden kann. In diesem Falle ist es vorteilhaft die sicherere Vorgehensweise b) zu
wählen, sodass die Ansetzvorrichtung nicht zu lange an den einzelnen Spinnstellen
aufgehalten wird.
[0017] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn
das Beheben des Fadenbruches mittels Vorgehensweise a) nicht erfolgreich war. Um nach
Möglichkeit hochwertige Kopse ohne Fadenunterbrechung im Inneren des Kopses zu erhalten,
ist es vorteilhaft, wenn zuerst die Vorgehensweise a) versucht wird. Erst wenn diese
Vorgehensweise a) nicht erfolgreich war, wird die Vorgehensweise b) herangezogen.
[0018] Vorteilhaft ist es, wenn die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn eine Einrichtung
zum Suchen des Fadens für die Vorgehensweise a) nicht funktionsfähig ist. Eine derartige
Einrichtung zum Suchen des Fadens kann beispielsweise eine Saugdüse sein, welche die
Oberfläche des Kopses nach dem Fadenende absucht. Derartige Saugdüsen sind üblicherweise
auch beweglich ausgebildet. Ist beispielsweise der Antrieb der Saugdüse ausgefallen,
so bleibt die Ansetzvorrichtung dennoch einsatzfähig, da sie weiterhin mit der Vorgehensweise
b) Ansetzvorgänge durchführen kann und die Produktivität der Ringspinnmaschine nicht
und die Qualität der erzeugten Kopse nur geringfügig abnimmt.
[0019] Ebenso bringt es Vorteile mit sich, wenn die Auswahl der Vorgehensweise a) oder b)
durch eine Steuervorrichtung der Spinnmaschine oder durch einen Bediener erfolgt.
Die Steuervorrichtungen können Informationen aus dem Zustand aller Spinnstellen der
Ringspinnmaschine verarbeiten und die produktivste Vorgehensweise a) oder b) für die
Ansetzvorrichtung auswählen. Auch eine manuelle Einstellung der bevorzugten Vorgehensweise
a) oder b) durch einen Bediener kann vorteilhaft sein, insbesondere wenn der Bediener
feststellt, dass bestimmte Einrichtungen der Ansetzvorrichtung nicht funktionsfähig
sind.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn bei Vorgehensweise a) das Fadenende des gebrochenen Fadens
auf dem Kops oder an einem vorbestimmten Ort an der Spinnstelle gesucht wird. Bei
Vorgehensweise a) ist es erforderlich, dass das Fadenende des Kopses erfasst wird.
Um das Fadenende des Kopses möglichst schnell auffinden zu können, wird es entweder
auf der Oberfläche des Kopses gesucht. Alternativ kann auch ein vorbestimmter Ort
an der Spinnstelle vorgesehen sein, um das Fadenende möglichst schnell zu finden.
So kann beispielsweise bei einer gezielten Unterbrechung des Spinnvorgangs das Fadenende
an der Spinnstelle vor Erreichen des Kopses gestoppt werden und an dieser Stelle von
der Ansetzvorrichtung wieder aufgenommen werden.
[0021] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn das Fadenende in den Läufer und/oder in einen
Fadenführer eingezogen wird. Die Ansetzvorrichtung ist hierbei vorzugsweise in der
Lage, das Fadenende von dem Streckwerk oder von dem Hilfsfadenvorrat, welcher den
Hilfsfaden trägt, durch den Läufer und/oder den Fadenführer der Spinnstelle hindurchzufädeln.
[0022] Auch ist es von Vorteil, wenn der Kops gekennzeichnet wird, ob er Ansetzer gemäss
Vorgehensweise a) und/oder b) aufweist und/oder welche Länge des Fadens zwischen zwei
Fadenunterbrechungen auf dem Kops aufgewickelt ist. Eine derartige Kennzeichnung kann
beispielsweise durch einen Datenträger erfolgen, welcher mit dem Kops verbunden ist.
Auf dem Datenträger kann aufgezeichnet sein, ob bzw. wieviele Ansetzer gemäss Vorgehensweise
a) oder Vorgehensweise b) auf dem Kops enthalten sind. Auch die Angabe, welche Länge
des Fadens zwischen zwei Fadenunterbrechungen auf dem Kops aufgewickelt ist kann auf
dem Datenträger verzeichnet sein. Dies ist vorteilhaft für die weitere Verarbeitung
des Kopses auf den nachfolgenden Spulmaschinen. Der Datenträger kann elektronisch
oder optisch lesbar, zum Beispiel mit von einem Bediener lesbaren Etiketten, ausgebildet
sein, es ist aber auch möglich den Datenträger mit dem Kops zu verbinden. Die Kennzeichnung
kann dabei direkt oder indirekt an dem Kops erfolgen. So kann beispielsweise der Datenträger
an dem Kops selbst oder an einem Transportmittel für den Kops, auf welchem der Kops
angeordnet ist, befestigt sein. Auch können die Daten direkt oder indirekt auf dem
Datenträger verzeichnet sein. So ist es einerseits möglich, dass der Datenträger direkt,
also selbst, die entsprechende Information aufweist. Indirekt ist es aber auch möglich,
dass der Kops beispielsweise eine feste, gleichbleibende Kennzeichnung, beispielsweise
Nummer, trägt und diese Nummer in einer Datenbank mit den entsprechenden Informationen
zu den Vorgehensweisen a) oder b) oder den Längen der einzelnen Fadenabschnitte verknüpft
ist.
[0023] Vorteilhafterweise erfolgt die Auswahl der Vorgehensweise a) oder b) durch Erfahrungswerte
bei einer Weiterverarbeitung vergleichbarer Fäden und/oder Kopse auf einer nachfolgenden
Vorbereitungsstation und/oder Spulmaschine. So kann beispielsweise bei der Weiterverarbeitung
festgestellt werden, dass maximal eine bestimmte Anzahl von Fadenunterbrechungen auf
dem Kops oder in der Partie (z. B: max. 3 Fadenunterbrechungen bzw. Fremdfäden pro
Kops oder max. 120 Fadenunterbrechungen bzw. Fremdfäden pro Partie) vorhanden sein
dürfen, da ansonsten der Wirkungsgrad der Spulmaschine deutlich verschlechtert wird.
Durch diese Erfahrung kann bei einem vergleichbaren Faden oder Kops an der Ringspinnmaschine
die maximale Anzahl zulässiger Fadenunterbrechungen, d. h. Ansetzer gemäss Vorgehensweise
b), begrenzt werden. Der Wirkungsgrad der Spulmaschine kann beispielsweise dadurch
verschlechtert werden, dass die Vorbereitung des Fadenendes zu viel Zeit in Anspruch
nimmt.
[0024] Wird in einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung die erfolgreiche Durchführung
der Vorgehensweise a) und/oder b) in einem Datenspeicher gespeichert und daraus die
voraussichtliche Erfolgsaussicht der Vorgehensweise a), insbesondere bezogen auf eine
bestimmte Partie, ermittelt, so kann auch hierdurch die Auswahl der Vorgehensweise
a) oder b) festgelegt werden. Besteht eine grosse voraussichtliche Erfolgsaussicht
der Vorgehensweise a) bei dem Faden der entsprechenden Partie, so wird häufiger die
Vorgehensweise a) angewandt und eher auf die Vorgehensweise b) verzichtet.
[0025] Wird bei einem Partiestart vorteilhafterweise die voraussichtliche Erfolgsaussicht
der Vorgehensweise a) dieser Partie als Startparameter verwendet und/oder während
des Laufens der Partie aktualisiert und bei Partieende aktualisiert abgespeichert,
so können die Erfahrungen, welche bezüglich dieser Partie bzw. dieses Fadens bereits
bei anderen Ausspinnungen gemacht wurden zuerst verwendet werden. Ergeben sich im
Laufe der weiteren Ausspielungen neue Erkenntnisse und Erfahrungen bezüglich der Erfolgsaussichten
der Vorgehensweise a), so wird auch dieser Erfahrungswert aktualisiert und gespeichert
und kann bei der nächsten Partie wieder als Startparameter dienen. Dies hat den Vorteil,
dass bereits beim Start einer Partie die voraussichtlichen Grenzen der Vorgehensweise
a) angewandt werden können. Der Wirkungsgrad der Ringspinnmaschine kann damit optimiert
werden. So können beispielsweise während laufender Produktion eine dynamische Optimierung
vorgenommen werden. Falls die Vorbereitungsstation/Spulmaschine die Kopse trotz relativ
vieler Fremdfäden gut verarbeiten konnte, so kann die Anzahl zulässiger Fremdfäden
erhöht werden und umgekehrt.
[0026] Eine erfindungsgemässe Ansetzvorrichtung zum Erzeugen eines Ansetzers an einer Ringspinnmaschine
weist zum selbsttätigen Ansetzen bei Fadenbrüchen Einrichtungen a) und b) auf, zum
Verbinden eines Fadenendes mit einem Vorgarn.
[0027] Die Einrichtung a) weist eine Such- und Handhabungseinrichtung auf, um das Fadenende
des gebrochenen Fadens zu suchen, das gefundene Fadenende zu erfassen und zum Ansetzen
zu verwenden, um einen Kops ohne Fadenunterbrechung zu erhalten. Die Einrichtung b)
weist eine Befestigungs- und Handhabungseinrichtung auf, um einen Hilfsfaden aus einem
Fadenvorrat auf einem Kops zu befestigen, sodann diesen Hilfsfaden zu trennen, um
ein auf dem Kops befestigtes Fadenende zu erhalten und dieses Fadenende zum Ansetzen
zu verwenden, um einen Kops mit Fadenunterbrechung zu erhalten. Die Such- und Handhabungseinrichtung
und die Befestigungs- und Handhabungseinrichtung können in einer einzigen oder auch
in unterschiedlichen Baueinheiten realisiert sein. Erfindungsgemäss umfasst die Ansetzvorrichtung
eine Steuereinrichtung, welche dazu geeignet ist, abhängig von der Auslastung der
Ansetzvorrichtung und/oder abhängig von der voraussichtlichen Erfolgsaussicht der
Einrichtung a) auszuwählen, ob das Fadenende mit der Einrichtung a) oder der Einrichtung
b) bereitgestellt wird. Hierdurch kann die Ansetzvorrichtung möglichst effektiv betrieben
werden, wobei davon ausgegangen wird, dass die Einrichtung a) zum Ansetzen mehr Zeit
benötigt als die Einrichtung b). Die erfindungsgemässe Ansetzvorrichtung trägt damit
wesentlich dazu bei, dass der Wirkungsgrad der Ringspinnmaschine hoch ist und nicht
durch lange Zeit stillstehende Spinnstellen, welche auf die Ansetzvorrichtung warten
müssen, gesenkt wird. Je nachdem, ob es die Qualität der zu erzeugenden Kopse oder
die Produktivität der Spinnstelle erfordert, wird wahlweise die Einrichtung a) oder
die Einrichtung b) von der Ansetzvorrichtung für die Durchführung des Ansetzvorganges
verwendet.
[0028] Die Ringspinnmaschine ist mit einer Vielzahl von Spinnstellen ausgestattet, an denen
ein Vorgarn aus Lieferwalzen eines Streckwerks austritt und mit einem Läufer und einem
sich drehenden Kops zu einem Faden gedreht und auf dem Kops aufgewickelt wird. Wenn
der Ansetzer gemäss Vorgehensweise a) oder b) bzw. mit Einrichtung a) oder b) verbunden
wird, kann der Spinnvorgang anschliessend wieder fortgesetzt werden. Die Steuereinrichtung
kann sowohl automatisch nach den vorgegebenen Regeln arbeiten als auch von einem Bediener
manuell beeinflusst und geschalten werden. Vorteile bringt es mit sich, wenn die Einrichtung
a) zumindest eine Saugeinrichtung aufweist. Mit der Saugeinrichtung ist die Einrichtung
a) in der Lage, ein Fadenende auf der Oberfläche des Kopses anzusaugen und weiter
für den Ansetzvorgang zu handhaben. Die Saugeinrichtung kann dabei beispielsweise
beweglich ausgebildet sein, wobei sie auf den Kops zu- oder von dem Kops wegbewegt
werden kann.
[0029] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Einrichtung b) eine Hilfsspule für den
Fadenvorrat aufweist. Auf der Hilfsspule ist der Hilfsfaden gespeichert, und wird
je nach Bedarf von der Einrichtung b) für den Ansetzvorgang verwendet. Der Hilfsfaden
kann von der gleichen Art sein, wie der Faden selbst. Er kann sich aber auch von dem
Faden unterscheiden, sodass beispielsweise das Ansetzen vereinfacht ist oder dass
er von dem normalen Faden besser unterscheidbar ist.
[0030] Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung geeignet, Informationen über die Anzahl
der Anforderungen der Ansetzvorrichtung an der Spinnmaschine auszuwerten. Hierdurch
ist es möglich, dass anhand der anstehenden Ansetzvorgänge, welche die Ansetzvorrichtung
durchzuführen hat, entschieden wird, ob die zwar langsamer, aber qualitativ hochwertiger
arbeitende Einrichtung a) oder die schneller arbeitende, aber qualitativ schlechter
bzw. anders arbeitende Einrichtung b) zum Einsatz kommen soll, um das gewünschte und
zulässige Verhältnis von Produktivität und Qualität zu erhalten.
[0031] Auch ist es vorteilhaft, wenn die Ansetzvorrichtung und/oder die Steuereinrichtung
mit einer Kennzeichnungsvorrichtung zusammenarbeitet, zum Kennzeichnen des Kopses,
ob er Ansetzer der Einrichtung a) und/oder der Einrichtung b) aufweist. Die Kennzeichnungsvorrichtung
markiert dabei den Kops direkt oder indirekt, beispielsweise mittels dessen Transportträgers.
Die Information kann an eine Anlagensteuerung weitergegeben werden, um den entsprechenden
Kops an eine geeignete Weiterverarbeitungsstelle transportieren zu können.
[0032] Bekannt sind Anspinnroboter für Ringspinnmaschinen, die nach Möglichkeit das Fadenende
auf dem Kops suchen und damit einen Ansetzer durchführen. Sollte es nicht möglich
sein, das Fadenende aufzufinden, wird mit einem mitgeführten Hilfsfaden angesponnen.
Da das Anspinnen mit Hilfsfaden aber generell deutlich schneller zu realisieren ist,
können bei generellem Anspinnen mit Hilfsfaden deutlich mehr Fadenbrüche pro Zeiteinheit
und Anspinnroboter durchgeführt werden. In einer einfachen Ausführung kann der Bediener
wählen, in welchem Modus (gemischt bzw. nur mit Hilfsfaden) der Anspinnroboter betrieben
wird. Besonders vorteilhaft ist es aber, wenn aufgrund der Fadenbruchlage (bzw. Auslastung
des Anspinnroboters) die Maschine im Sinne einer selbsttätigen Nutzeffektoptimierung
selbst entscheidet, ab wann verstärkt oder komplett auf den Suchvorgang des Fadenendes
verzichtet werden soll.
[0033] Die Vorrichtung ist gemäss der vorangegangenen Beschreibung ausgebildet, wobei die
genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination vorhanden sein können. Die
Ansetzvorrichtung kann sowohl zusammen mit einer Ringspinnmaschine hergestellt und
vertrieben werden. Es ist aber auch möglich, dass die Ansetzvorrichtung als eigene
Baueinheit hergestellt und vertrieben wird und an eine bestehende Ringspinnmaschine
angebaut wird.
KURZE ERLÄUTERUNGEN ZU DEN FIGUREN
[0034] Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen
Beschreibung werden Aspekte der Erfindung näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Ringspinnmaschine und einer Ansetzvorrichtung;
- Figur 2
- einen Kops;
- Figur 3
- eine Seitenansicht einer Spulmaschine; und
- Figur 4
- eine Skizze einer Draufsicht auf eine Spinnereianlage.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0035] Bei der nachfolgenden Beschreibung der in den Figuren dargestellten alternativen
Ausführungsbeispiele werden für Merkmale, die im Vergleich zu den zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispielen in ihrer Ausgestaltung und/oder Wirkweise identisch und/oder
zumindest vergleichbar sind, gleiche Bezugszeichen verwendet. Sofern diese nicht nochmals
detailliert erläutert werden, entspricht deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise der
Ausgestaltung und Wirkweise der vorstehend bereits beschriebenen Merkmale. Aus Übersichtlichkeitsgründen
sind nicht alle gleichen Teile mit Bezugszeichen versehen, aber gleichartig gezeichnet.
[0036] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Ringspinnmaschine 1 und einer Ansetzvorrichtung 2.
Die Ansetzvorrichtung 2 ist in einem fahrbaren Roboter 3 angeordnet, welcher entlang
der Ringspinnmaschine 1 auf Rollen 4 verfahrbar ist. Die Ringspinnmaschine 1 weist
ein Streckwerk 5 auf, welches mit unterschiedlich schnell laufenden Walzenpaaren ein
Vorgarn 6 verstreckt und das Streckwerk 5 an Lieferwalzen 7 verlässt. Das verstreckte
Vorgarn 6 durchläuft anschliessend in bekannter Weise einen Fadenführer 8 und einen
Läufer 9 um schliesslich als Faden 10 auf einem Kops 11 aufgewickelt zu werden. Der
Kops 11 wird von einem Antrieb 12 in Drehung versetzt, wodurch der Läufer 9 den Kops
11 umkreist und damit eine Drehung in den Faden 10 einbringt.
Figur 1 stellt eine Spinnstelle 13 dar, bei welcher der Faden 10 gebrochen ist und wieder
an das Vorgarn 6 angesetzt werden muss. Ein Fadenende 14, welches das Ende des Fadens
10 ist, der auf dem Kops 11 aufgewickelt wird, ist gemäss dieser Darstellung in einer
Such- und Handhabungseinrichtung 15 der Ansetzvorrichtung 2 eingesaugt. Das Fadenende
14 wurde dabei von der Such- und Handhabungseinrichtung 15 auf der Oberfläche des
Kopses 11 mit einer Saugeinrichtung gesucht, durch den Läufer 9 und den Fadenführer
8 hindurch gefädelt und ist nun bereit, an das Vorgarn 6 angesetzt zu werden. Die
Such- und Handhabungseinrichtung 15 ist hierfür gemäss dem dargestellten Doppelpfeil
schwenkbar und auch noch anderweitig, beispielsweise linearer, beweglich ausgeführt.
Die Such- und Handhabungseinrichtung 15 bzw. die Ansetzvorrichtung 2 weist gegebenenfalls
nicht dargestellte, weitere Handhabungselemente auf, um das Fadenende 14 auf dem Kops
11 ergreifen zu können, durch den Läufer 9 und den Fadenführer 8 hindurchzufädeln
und in dem Streckwerk 5 an das Vorgarn 6 anzulegen.
[0037] Die Ansetzvorrichtung 2 umfasst weiterhin eine Befestigungs- und Handhabungseinrichtung
35 mit einem Fadenvorrat 16. Der Fadenvorrat 16 ist in Form einer Hilfsspule in dem
Roboter 3 angeordnet. Der Fadenvorrat 16 weist einen Hilfsfaden 17 auf, welcher mit
Förderwalzen 18 von der Hilfsspule abgezogen werden kann. Die Förderwalzen 18 stellen
gemäss dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Fadenende 14' der Befestigungs- und
Handhabungseinrichtung 35 zur Verfügung. Sie bewegt sich in Richtung Fadenende 14'
und ergreift dieses Fadenende 14', um einen Ansetzvorgang durchzuführen. Die Förderwalzen
18 werden dabei von einer Steuereinrichtung 19 in Drehbewegung gesetzt und entnehmen
eine nötige Länge des Hilfsfadens 17 von dem Fadenvorrat 16. Die Steuereinrichtung
19 sorgt da-rüber hinaus für die entsprechende Bewegung der Such- und Handhabungseinrichtung
15, der Befestigungs- und Handhabungseinrichtung 35 bzw. weiterer, nicht dargestellter
Handhabungseinrichtungen der Ansetzvorrichtung 2, um einen Ansetzer ordnungsgemäss
durchführen zu können.
[0038] Zum Ansetzen des Fadenendes 14' des Hilfsfadens 17 wird das Fadenende 14' auf dem
Kops 11 aufgelegt und dort beispielsweise durch einige wenige Umwindungen auf dem
Kops 11 befestigt (siehe
Figur 2). Der Hilfsfaden 17 verläuft durch den Läufer 9 und den Fadenführer 8, wird in Kontakt
mit dem Vorgarn 6 gebracht und zuvor oder danach abgetrennt, sodass dieses, später
nicht mehr sichtbare Fadenende zusammen mit dem Vorgarn 6 in dem Streckwerk 5 einen
Ansetzer bildet.
[0039] Die Steuereinrichtung 19 liefert Signale an die Ansetzvorrichtung 2, ob das Fadenende
14 oder das Fadenende 14' für den Ansetzer verwendet werden soll. Diese Entscheidung
erfolgt abhängig von der Auslastung der Ansetzvorrichtung 2 und/oder von der voraussichtlichen
Erfolgsaussicht bei der Verwendung des Fadenendes 14 für den Ansetzer. Das Fadenende
14 dient bevorzugterweise für den Ansetzer, da keine Fadenunterbrechung auf dem Kops
11 vorhanden ist, wenn direkt mit dem Faden 10 des Kopses 11 und dessen Fadenende
14 angesponnenen wird. Nachteilig hierbei ist es allerdings, dass das Auffinden des
Fadenendes 14 auf dem Kops 11 zeitaufwendig ist und auch nicht immer erfolgreich ist.
Wird die Ansetzvorrichtung dementsprechend bei einer Anzahl weiterer Spinnstellen
13 zum Anspinnen benötigt, weil dort auch Fadenbrüche vorliegen, so ist es gemäss
der vorliegenden Erfindung vorteilhaft, wenn die Ansetzvorrichtung 2 den schnelleren
und sichereren Ansetzvorgang mit dem Hilfsfaden 17 wählt. In diesem Falle wird das
Fadenende 14' des Hilfsfadens 17 an der vordefinierten Stelle der Förderwalzen 18
ergriffen und auf den Kops 11 aufgelegt. Dieses Fadenende 14' bildet eine Unterbrechung
des auf dem Kops 11 befindlichen Fadens 10. Diese Unterbrechung des Fadens 10 auf
dem Kops 11 führt bei der Weiterverarbeitung, beispielsweise an einer Spulmaschine,
zu einer Unterbrechung des Spulvorgangs und kann dort gegebenenfalls eine Verschlechterung
des Wirkungsgrades der Spulmaschine bewirken. Für die Produktivität der Ringspinnmaschine
1 allerdings ist diese Vorgehensweise günstiger, da zwar vorrangig der bessere, aber
zeitaufwendigere Ansetzer mit dem Fadenende 14 erfolgen soll, aber um die Produktivität
der Spinnmaschine 1 nicht unnötig zu verschlechtern, wird, bei einer aussergewöhnlichen
Arbeitsbelastung oder wenn vorhersehbar ist, dass das Fadenende 14 auf dem Kops 11
nur sehr schlecht oder unsicher zu finden sein wird, auf den Hilfsfaden 17 mit seinem
Fadenende 14' zurückgegriffen.
[0040] Um den Kops 11 bei der Weiterverarbeitung als einen Kops 11 kenntlich zu machen,
welcher eine oder mehrere Fadenunterbrechungen durch das Anspinnen mit dem Fadenende
14' aufweist, oder als einen Kops 11, welcher keine Fadenunterbrechungen aufweist,
ist eine Kennzeichnungsvorrichtung 20 vorgesehen. Die Kennzeichnungsvorrichtung 20
kennzeichnet den Kops 11, beispielsweise durch eine entsprechende Markierung oder
Beschriftung eines Datenträgers 21 (siehe
Figur 2). Hierdurch kann der Kops 11 bei der Weiterverarbeitung beispielsweise einer Sonderbehandlung
unterzogen werden, wenn er Fadenunterbrechungen aufweist. Eine derartige Sonderbehandlung
kann dazu führen, dass die nachfolgende Maschine, beispielsweise Spulmaschine, trotz
dieser Fadenunterbrechungen möglichst produktiv arbeiten kann.
[0041] Figur 2 zeigt den Kops 11, welcher mit einem peg tray 22 verbunden ist. Der peg tray 22 ist
ein Transportelement, mit welchem der Kops 11 in der Spinnereianlage transportiert
werden kann. Hierfür ist der Kops 11 über eine Hülse 23, auf welcher der Faden 10
aufgewickelt ist, auf dem peg tray 22 aufgesteckt. Zur Kennzeichnung, ob bzw. wie
viele Fadenunterbrechungen sich auf dem Kops 11 befinden, ist der Datenträger 21 vorgesehen.
Der Datenträger 21, welcher hier beispielsweise als Strichcode dargestellt ist, kann
an entsprechenden Erkennungsstellen der Spinnereianlage erkannt und bezüglich der
weiteren Verarbeitung des Kopses 11 ausgewertet werden. Der Datenträger 21 kann dabei
beispielsweise an der Hülse 23 befestigt sein. Er könnte aber ebenso an dem peg tray
22 angeordnet sein. Der Datenträger 21 kann ebenso neben Informationen über das Vorhandensein
einer Fadenunterbrechung auch Informationen zur Länge wenigstens eines aufgewickelten
Fadenabschnitts auf dem Kops zur Verfügung stellen.
[0042] In
Figur 2 ist auch ein Fadenende 14" zu erkennen, welches auf der Oberfläche des Kopses 11
aufliegt. Dieses Fadenende 14" bildet das Ende des kompletten, auf dem Kops 11 aufgewickelten
Fadens 10. Mit gestrichelten Linien ist dagegen angedeutet, dass sich eine Fadenunterbrechung
auf dem Kops 11 befindet. Dementsprechend ist das Fadenende 14, welches von der begonnenen
Bewicklung des Kopses 11 mit dem Faden 10 durch einen Fadenbruch entstanden ist, dargestellt.
Durch das Ansetzen mit dem Hilfsfaden 17 (siehe
Figur 1) entsteht auf dem Kops 11 ein weiteres Fadenende 14', welches ebenfalls gestrichelt,
weil nicht sichtbar, dargestellt ist. Da nach dem Ansetzen mit dem Hilfsfaden 17 weiterer
Faden 10 auf dem Kops 11 aufgewickelt wurde, befindet sich nunmehr dieses Fadenende
14' im Inneren des Kopses 11. Dieses Fadenende 14' könnte unter Umständen auch sichtbar
sein, beispielsweise wenn es an einer definierten Position auf der Hülse 23 festgelegt
wurde. In der Regel befindet sich das Fadenende 14' und damit die Fadenunterbrechung
unsichtbar in dem Kops 11. Daher ist es vorteilhaft, wenn auf dem Datenträger 21 vermerkt
ist, ob bzw. wie viele Fadenunterbrechungen, d. h. Fadenenden 14 und 14' sich im Inneren
des Kopses 11 befinden.
[0043] Figur 3 zeigt die Skizze einer Seitenansicht einer Spulmaschine 25. Von dem auf einem peg
tray 22 angeordneten Kops 11a wird der Faden 10 auf einer Kreuzspule 26 aufgewickelt.
An der Spulmaschine 25 ist ein gemäss Doppelpfeil schwenkbares Saugrohr 27 sowie ein
ebenfalls schwenkbar und gegebenenfalls linear verfahrbarer Greifer 28 angeordnet.
Von der Spulmaschine 25 ist lediglich eine von einer Vielzahl von Spulstellen 29 dargestellt.
Mit dem Saugrohr 27 kann nach einem Fadenbruch ein Fadenende, welches auf der Kreuzspule
26 aufgewickelt wurde, gesucht und erfasst werden. Der skizziert dargestellte Greifer
28 ist ebenfalls in der Lage nach einem Fadenbruch ein Fadenende 14 von dem Kops 11a
zu suchen und zu erfassen. Die beiden Fadenenden können sodann in eine Spleisseinrichtung
30 eingeführt werden und miteinander in bekannter Weise verbunden werden. Fadenbrüche
können bei dem normalen Spulvorgang entstehen. Ein Fadenbruch tritt aber auch dann
auf, wenn auf dem Kops 11a eine Fadenunterbrechung mit zwei Fadenenden 14 und 14'
vorhanden sind. Diese beiden Fadenenden 14 und 14' sind, wie zuvor beschrieben, bei
einem Ansetzen auf der vorgelagerten Ringspinnmaschine 1 mit einem Hilfsfaden 17 entstanden.
Diese Fadenunterbrechung wurde bei dem anschliessenden, weiteren Spinnen des Fadens
10 auf der Ringspinnmaschine 1 mit dem Faden 10 überwickelt. Beim Abspulen des Fadens
10 auf der Spulmaschine 25 führt diese Fadenunterbrechung jedoch zwangsläufig zu einer
Unterbrechung des Spulvorgangs. Bei dieser Fadenunterbrechung wird das Fadenende 14'
auf die Kreuzspule 26 aufgewickelt und das Fadenende 14 verbleibt auf dem Kops 11a.
Die Lage des Fadenendes 14 auf dem Kops 11a ist aber unbestimmt. Der Kops 11a wird
deshalb von der Spinnstelle 29 entfernt und durch den Kops 11b ersetzt. Bei dem Kops
11b ist das aussen am Kops 11b anliegende Fadenende 14" in einer Vorbereitungsstation
in einer definierten Lage angelegt worden und kann deshalb von dem Greifer 28 schnell
aufgenommen werden.
[0044] Die
Figur 3 zeigt verschiedene Varianten von Kopsen 11a bis 11d. Während der Kops 11a momentan
abgespult wird und sich in seinem Inneren noch die beiden Fadenenden 14 und 14' befinden,
weist der nachfolgende Kops 11b an seinem äusseren Umfang das in einer definierten
Lage befindliche Fadenende 14" auf. Im Inneren des Kopses 11b sind zwei Fadenunterbrechungen
zu finden. Dementsprechend sind zwei Fadenenden 14 und zwei Fadenenden 14' im Inneren
des Kopses 11b vorhanden. Im Gegensatz hierzu weist der Kops 11c keinerlei Fadenunterbrechungen
auf. Wenn nicht während des Umspulvorgangs ein Fadenbruch entsteht, wird der Faden
10 von diesem Kops 11c komplett auf die Kreuzspule 26 gewickelt werden können. In
dem Kops 11d ist schliesslich wiederum eine Fadenunterbrechung mit einem Fadenende
14 und einem Fadenende 14' vorhanden.
[0045] In
Figur 4 ist eine Skizze einer Draufsicht auf eine Spinnereianlage 40 dargestellt. In der
Spinnereianlage 40 ist gemäss dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Ringspinnmaschine
1 dargestellt. Selbstverständlich können in der Spinnereianlage 40 mehrere Ringspinnmaschinen
1 vorhanden sein. Die Ringspinnmaschine 1 weist eine Vielzahl von Spinnstellen 13
auf. Der Roboter 3 mit seiner Ansetzvorrichtung 2 (siehe
Figur 1) patrouilliert entlang der Ringspinnmaschine 1 und führt bei Bedarf Ansetzvorgänge
an entsprechenden Spinnstellen 13 durch. Der auf der Spinnstelle 13 produzierte, fertige
Kops 11 wird sodann einer Transportvorrichtung 41 übergeben, welche den Kops 11, gegebenenfalls
auf einem peg tray 22, zu einer Vorbereitungsstation 42 transportiert. In der Vorbereitungsstation
42 wird das freiliegende Fadenende mit einer Fadensuchvorrichtung 43 gesucht und an
einer definierten Stelle an dem Kops 11 abgelegt. Der Kops 11 wird sodann auf der
Transportvorrichtung 41 zu einer von mehreren Spulmaschinen 25 weitertransportiert.
Sobald ein Fadenbruch beim Umspulen des Kopses 11 auf eine Kreuzspule 26 an der Spulstelle
29 auftritt, wird der Kops 11 von der Spulstelle 29 entfernt und wieder der Vorbereitungsstation
42 zugeführt. Das nun freiliegende Fadenende 14" des Fadenbruches kann erneut gesucht
werden und wieder an der definierten Stelle an dem Kops 11 abgelegt werden. Dieser
nunmehr nur noch teilbewickelte Kops 11 wird erneut einer Spulstelle 29 einer der
Spulmaschinen 25 zugeführt.
[0046] Die Kopse 11, welche auf der Transportvorrichtung 41 transportiert werden, sind gekennzeichnet,
um die Anzahl der bekannten Fadenunterbrechungen, welche durch Ansetzvorgänge mit
Hilfsfaden 17 auf der Ringspinnmaschine 1 entstanden sind, festzuhalten. Diese Kennzeichnung
des Kopses 11 wird mit einer Erkennungsvorrichtung 44 gelesen und einer Anlagensteuerung
45 mitgeteilt. Die Anlagensteuerung 45 ist mit allen wesentlichen Einrichtungen der
Spinnereianlage 40 verbunden. Die Kennzeichnung des Kopses 11 kann beispielsweise
in Form eines optisch lesbaren Codes, beispielsweise Strichcode oder Pixelcode, oder
in Form eines mit dem Kops 11 verbundenen Datenträgers, welcher entsprechend elektronisch
beschriftet wurde und lesbar ist, erfolgen. Die Kennzeichnung des Kopses kann aber
auch dadurch erfolgen, dass der Hilfsfaden 17, mit welchem der Ansetzer im Inneren
des Kopses 11 gemacht wurde, andersartig als der normale Faden 10 für die übrige Wicklung
ist. Es ist auch möglich, dass eine gleichbleibende Kennzeichnung des Kopses 11, bspw.
eine Nummer des Kopses 11 mit Daten in einer Datenbank, beispielsweise in der Anlagensteuerung
45, verknüpft wird, in der die Informationen zu diesem Kops 11 hinterlegt werden.
[0047] Über die Anlagensteuerung 45 wird eine Transportsteuerung 46 angewiesen, dass der
entsprechend erkannte Kops 11 einer bestimmten Spulmaschine 25 oder einer bestimmten
Spulstelle 29 über eine Transportbahn 47 zugeführt wird. Vorzugsweise wird ein Kops
11, welcher eine oder gar mehrere bekannte Fadenunterbrechungen beinhaltet einer Spulmaschine
25 bzw. Spulstelle 29 zugeführt, welche in der Nähe der Vorbereitungsstation 42 ist.
Da bei derartigen Kopsen 11 mit bekannten Fadenunterbrechungen sicher davon auszugehen
ist, dass sie der Vorbereitungsstation 42 erneut zugeführt werden müssen, ist durch
diese Steuerung des Kopses 11 bewirkt, dass der Weg des Rücktransportes von der Spulstelle
29 zu der Vorbereitungsstation 42 möglichst kurz gehalten werden kann. Durch diese
kurzen Transportwege für Kopse 11, welche voraussichtlich häufiger in die Vorbereitungsstation
42 transportiert werden müssen, ist eine schnellere, erneute Zuführung des vorbereiteten
Kopses 11 an eine Spulstelle 29 ermöglicht. Im Gegensatz hierzu werden Kopse 11, welche
zumindest keine bekannten Fadenunterbrechungen aufweisen, an Spulstellen 29 von Spulmaschinen
25 bzw. Spulmaschinen 25 transportiert, welche weiter von der Vorbereitungsstation
42 entfernt sind, da bei diesen Kopsen 11 davon ausgegangen wird, dass sie nicht bzw.
zumindest nicht sicher an die Vorbereitungsstation 42 zurückgeleitet werden müssen.
Insgesamt sind die Prozessabläufe somit verkürzt und beschleunigt, wodurch eine schnellere
Bearbeitung aller vorliegenden Kopse 11 erfolgen kann.
[0048] Abhängig von einer Auslastung der Spulmaschinen 25 bzw. Spulstellen 29 können Kopse
11 mit zumindest einer zusätzlichen, bekannten Fadenunterbrechung einer Parkposition
48 zugeführt werden oder vorrangig vor anderen Kopsen 11 behandelt werden. Im Anlauf
der Spulmaschine 29 nach einem Wechselvorgang an der Ringspinnmaschine 1 müssen möglichst
alle Spulstellen 29 der Spülmaschine 25 möglichst schnell mit Kopsen 11 versorgt werden.
Dort möchte man Kopse 11 vermeiden, die bereits nach geringer Laufzeit wieder ersetzt
werden müssen, weil sie eine zusätzliche, bekannte Fadenunterbrechung aufweisen und
damit die Vorbereitungsstation(en) 42 zusätzlich belasten. Solche Kopse 11 werden
deshalb bevorzugt der Parkposition 48 zugeführt, um die anderen Kopse 11 nicht zu
behindern. Wenn dann alle Spulstellen 29 laufen und genügend vorbereitete Kopse 11
im System sind, kann man sich bevorzugt um die Kopse 11 kümmern, die eine zusätzliche,
bekannte Fadenunterbrechung aufweisen. Also je nach Phase oder Auslastung der Spulmaschinen
25 werden solche Kopse 11 bevorzugt oder vernachlässigt behandelt.
[0049] Auch wenn in einer Spinnereianlage 40 mehrere Vorbereitungsstationen 42 vorhanden
sind, so kann die Anlagensteuerung 45 nach dem Erkennen der Anzahl von Fadenunterbrechungen
in einem Kops 11 festlegen, zu welcher Vorbereitungsstation 42 der Kops 11 vorzugsweise
zu transportieren ist. Es kann dabei beispielsweise vorgesehen
sein, dass bestimmte Vorbereitungsstationen 42 besonders spezialisiert sind auf die
Suche von Fadenenden 14', welche sich ursprünglich im Inneren des Kopses 11 befanden
und deshalb schwieriger aufzufinden sind als das Fadenende 14", welches sich amäusseren
Umfang des fertigen Kopses 11 nach dem Verlassen der Ringspinnmaschine 1 befindet.
Eine derartige Spezialbehandlung kann beispielsweise in einer stärkeren oder längeren
Besaugung des Kopses 11 bestehen, um dieses schwierigere Fadenende 14" besser finden
zu können. Die so spezialisierte Vorbereitungsstation 42 blockiert da-bei nicht Kopse
11, deren Fadenende 14" schneller und einfacher zu finden ist. Kopse 11 mit bekannten
Fadenunterbrechungen können somit vorbestimmten Vorbereitungsstationen 42 und/oder
vorbestimmten Spulmaschinen 25 bzw. Spulstellen 29 zugeführt werden.
BEZEICHNUNGSLISTE
[0050]
- 1
- Ringspinnmaschine
- 2
- Ansetzvorrichtung
- 3
- Roboter
- 4
- Rolle
- 5
- Streckwerk
- 6
- Vorgarn
- 7
- Lieferwalzen
- 8
- Fadenführer
- 9
- Läufer
- 10
- Faden
- 11
- Kops
- 12
- Antrieb
- 13
- Spinnstelle
- 14
- Fadenende
- 15
- Such- und Handhabungseinrichtung
- 16
- Fadenvorrat
- 17
- Hilfsfaden
- 18
- Förderwalzen
- 19
- Steuereinrichtung
- 20
- Kennzeichnungsvorrichtung
- 21
- Datenträger
- 22
- peg tray
- 23
- Hülse
- 25
- Spulmaschine
- 26
- Kreuzspule
- 27
- Saugrohr
- 28
- Greifer
- 29
- Spulstelle
- 30
- Spleisseinrichtung
- 35
- Befestigungs- und Handhabungseinrichtung
- 40
- Spinnereianlage
- 41
- Transportvorrichtung
- 42
- Vorbereitungsstation
- 43
- Fadensuchvorrichtung
- 44
- Erkennungsvorrichtung
- 45
- Anlagensteuerung
- 46
- Transportsteuerung
- 47
- Transportbahn
- 48
- Parkposition
1. Ansetzverfahren einer Ansetzvorrichtung (2) an einer Ringspinnmaschine (1) mit einer
Vielzahl von Spinnstellen (13), an denen ein Vorgarn (6) aus Lieferwalzen (7) eines
Streckwerks (5) austritt und mit einem Läufer (9) und einem sich drehenden Kops (11)
zu einem Faden (10) gedreht und auf dem Kops (11) aufgewickelt wird,
wobei die Ansetzvorrichtung (2) bei Fadenbrüchen selbsttätig einen Ansetzer erzeugt,
bei dem ein Fadenende (14, 14') mit dem aus den Lieferwalzen (7) austretenden Vorgarn
(6) verbunden und der Spinnvorgang anschliessend fortgesetzt wird, und
wobei wahlweise gemäss
- Vorgehensweise a) das Fadenende (14) des gebrochenen Fadens (10) gesucht, das gefundene
Fadenende (14) erfasst und zum Ansetzen verwendet wird, um einen Kops (11) ohne Fadenunterbrechung
zu erhalten oder
- Vorgehensweise b) ein Hilfsfaden (17) aus einem Fadenvorrat (16) auf dem Kops (11)
befestigt wird, sodann dieser Hilfsfaden (17) getrennt wird, um ein auf dem Kops (11)
befestigtes Fadenende (14') zu erhalten und dieses Fadenende (14') zum Ansetzen verwendet
wird, um einen Kops (11) mit Fadenunterbrechung zu erhalten, wobei abhängig von der
Auslastung der Ansetzvorrichtung (2) und/oder von der voraussichtlichen Erfolgsaussicht
der Vorgehensweise a) ausgewählt wird, ob das Fadenende (14, 14') gemäss Vorgehensweise
a) oder b) bereitgestellt wird, wobei davon ausgegangen wird, dass die Vorgehensweise
a) mehr Zeit beansprucht als die Vorgehensweise b)
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn die Anzahl der auf die Ansetzvorrichtung
(2) wartenden Spinnstellen (13) eine vorbestimmte Anzahl überschreitet.
2. Ansetzverfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn der auf der Spinnstelle (13) gesponnene
Faden (10) eine vorbestimmte Garnnummer überschreitet.
3. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn das Beheben des Fadenbruches mittels Vorgehensweise
a) nicht erfolgreich war.
4. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgehensweise b) gewählt wird, wenn eine Einrichtung zum Suchen des Fadens (10)
für die Vorgehensweise a) nicht funktionsfähig ist.
5. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl der Vorgehensweise a) oder b) durch eine Steuervorrichtung der Spinnmaschine
oder durch eine Anlagensteuerung (45) oder durch einen Bediener erfolgt.
6. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorgehensweise a) das Fadenende (14) des gebrochenen Fadens (10) auf dem Kops
(11) oder an einem vorbestimmten Ort an der Spinnstelle (13) gesucht wird.
7. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenende (14, 14') in den Läufer (9) und/oder in einen Fadenführer (8) eingezogen
wird.
8. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kops (11) gekennzeichnet wird, ob er Ansetzer gemäss Vorgehensweise a) und/oder
b) aufweist und/oder welche Länge des Fadens (10) zwischen zwei Fadenunterbrechungen
auf dem Kops (11) aufgewickelt ist.
9. Ansetzverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl der Vorgehensweise a) oder b) durch Erfahrungswerte bei einer Weiterverarbeitung
vergleichbarer Fäden (10) und/oder Kopse (11) auf einer nachfolgenden Vorbereitungsstation
(42) und/oder Spulmaschine (25) erfolgt.
10. Ansetzvorrichtung zum Erzeugen eines Ansetzers an einer Ringspinnmaschine (1),
wobei zum selbsttätigen Ansetzen bei Fadenbrüchen die Ansetzvorrichtung (2) Einrichtungen
a) und b) aufweist zum Verbinden eines Fadenendes (14, 14') mit einem Vorgarn (6)
und
wobei die Einrichtung a) eine Such- und Handhabungseinrichtung (15) aufweist, um das
Fadenende (14, 14') des gebrochenen Fadens (10) zu suchen, das gefundene Fadenende
(14, 14') zu erfassen und zum Ansetzen zu verwenden, um einen Kops (11) ohne Fadenunterbrechung
zu erhalten und
die Einrichtung b) eine Befestigungs- und Handhabungseinrichtung (35) aufweist, um
einen Hilfsfaden (17) aus einem Fadenvorrat (16) auf dem Kops (11) zu befestigen,
sodann diesen Hilfsfaden (17) zu trennen, um ein auf dem Kops (11) befestigtes Fadenende
(14, 14') zu erhalten und dieses Fadenende (14') zum Ansetzen zu verwenden, um einen
Kops (11) mit Fadenunterbrechung zu erhalten, und wobei
die Ansetzvorrichtung (2) eine Steuereinrichtung (19, 45) umfasst, welche dazu geeignet
ist, abhängig von der Auslastung der Ansetzvorrichtung (2) und/oder von der voraussichtlichen
Erfolgsaussicht der Einrichtung a) auszuwählen, ob das Fadenende (14, 14') mit der
Einrichtung a) oder b) bereitgestellt wird;
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (19, 45) geeignet ist Informationen über die Anzahl der Anforderungen
der Ansetzvorrichtung (2) an der Spinnmaschine (1) auszuwerten.
11. Ansetzvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansetzvorrichtung (2) mit einer Auswerteeinrichtung zusammenwirkt, welche dazu
geeignet ist, die Zeit und/oder die voraussichtliche Erfolgsaussicht der Einrichtung
a) und/oder der Einrichtung b) zum Ansetzen des Fadens (10) auszuwerten.
12. Ansetzvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansetzvorrichtung (2) und/oder die Steuereinrichtung (19, 45) mit einer Kennzeichnungsvorrichtung
(20) zusammenarbeitet, zum Kennzeichnen des Kopses (11), ob er Ansetzer der Einrichtung
a) und/oder der Einrichtung b) aufweist.
1. Piecing method of a piecing apparatus (2) on a ring spinning machine (1) having a
plurality of spinning stations (13) at which a roving (6) emerges from delivery rollers
(7) of a drawing frame (5) and is twisted into a thread (10) by means of a traveler
(9) and a rotating cop (11) and wound onto the cop (11),
wherein, in the event of thread breaks, the piecing apparatus (2) automatically creates
a piecing, in which a thread end (14, 14') is connected to the roving (6) emerging
from the delivery rollers (7) and the spinning process is then continued, and
wherein optionally according to
- procedure a), the thread end (14) of the broken thread (10) is sought, the found
thread end (14) is detected and used for piecing, in order to obtain a cop (11) without
thread interruption, or
- procedure b), an auxiliary thread (17) from a thread supply (16) is fastened to
the cop (11), then said auxiliary thread (17) is separated in order to obtain a thread
end (14') fastened to the cop (11), and said thread end (14') is used for piecing,
in order to obtain a cop (11) having thread interruption, wherein, depending on the
utilization of the piecing apparatus (2) and/or on the probable prospect of success
of procedure a), it is selected whether the thread end (14, 14') is provided according
to procedure a) or b), wherein it is assumed that procedure a) takes more time than
procedure b),
characterized in that procedure b) is selected if the number of spinning stations (13) waiting for the
piecing apparatus (2) exceeds a predetermined number.
2. Piecing method according to the preceding claim, characterized in that procedure b) is selected if the thread (10) spun on the spinning station (13) exceeds
a predetermined yarn count.
3. Piecing method according to either of the preceding claims,
characterized in that procedure b) is selected if the repair of the thread break using procedure a) was
not successful.
4. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that procedure b) is selected if a device for searching for the thread (10) is not functional
for procedure a).
5. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that the selection of procedure a) or b) is made by a control unit of the spinning machine
or by a plant control system (45) or by an operator.
6. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that, in procedure a), the thread end (14) of the broken thread (10) is sought on the cop
(11) or at a predetermined location at the spinning station (13).
7. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that the thread end (14, 14') is drawn into the traveler (9) and/or into a thread guide
(8).
8. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that the cop (11) is marked as to whether it comprises piecings according to procedure
a) and/or b) and/or what length of thread (10) is wound on the cop (11) between two
thread interruptions.
9. Piecing method according to any of the preceding claims, characterized in that the selection of procedure a) or b) takes place on the basis of empirical values
during further processing of comparable threads (10) and/or cops (11) on a subsequent
preparation station (42) and/or winding machine (25).
10. Piecing apparatus for creating a piecing on a ring spinning machine (1),
wherein, in the event of thread breaks, the piecing apparatus (2) comprises devices
a) and b) for connecting a thread end (14, 14') to a roving (6) for automatic piecing,
and
wherein the device a) comprises a search and handling device (15) in order to search
for the thread end (14, 14') of the broken thread (10), to detect the found thread
end (14, 14') and to use it for piecing, in order to obtain a cop (11) without thread
interruption and
the device b) comprises a fastening and handling device (35) in order to fasten an
auxiliary thread (17) from a thread supply (16) on the cop (11), then to separate
said auxiliary thread (17), in order to obtain a thread end (14, 14') fastened to
the cop (11), and to use said thread end (14') for piecing, in order to obtain a cop
(11) having thread interruption, and wherein
the piecing apparatus (2) has a control unit (19, 45) which is suitable for selecting
whether the thread end (14, 14') is provided by means of the device a) or b) depending
on the utilization of the piecing apparatus (2) and/or on the probable prospect of
success of the device a);
characterized in that the control unit (19, 45) is suitable for evaluating information about the number
of requests of the piecing apparatus (2) on the spinning machine (1).
11. Piecing apparatus according to claim 10, characterized in that the piecing apparatus (2) interacts with an evaluation device which is suitable for
evaluating the time and/or the probable prospect of success of the device a) and/or
the device b) for piecing the thread (10).
12. Piecing apparatus according to either claim 10 or claim 11, characterized in that the piecing apparatus (2) and/or the control unit (19, 45) interacts with a marking
apparatus (20) to mark the cop (11) as to whether it has piecings of the device a)
and/or the device b).
1. Procédé de rattachement d'un dispositif de rattachement (2) sur un continu à filer
à anneaux (1) comportant une pluralité de postes de filage (13), au niveau desquels
une mèche (6) sort de cylindres d'alimentation (7) d'un banc d'étirage (5) et est
tordue en un fil (10) à l'aide d'un curseur (9) et d'une canette (11) rotative et
est enroulée sur la canette (11),
dans lequel le dispositif de rattachement (2) génère automatiquement, en cas de ruptures
de fil, un fileur pour lequel une extrémité de fil (14, 14') est reliée à la mèche
(6) sortant des cylindres d'alimentation (7) et le processus de filage est ensuite
poursuivi et
dans lequel, au choix, selon
- le mode opératoire a), l'extrémité de fil (14) du fil (10) cassé est recherchée,
l'extrémité de fil (14) trouvée est saisie et utilisée pour le rattachement pour obtenir
une canette (11) sans interruption de fil ou bien
- mode opératoire b), un fil auxiliaire (17) provenant d'une réserve de fil (16) est
fixé sur la canette (11), ce fil auxiliaire (17) est ensuite séparé pour obtenir une
extrémité de fil (14') fixée sur la canette (11) et cette extrémité de fil (14') est
utilisée pour le rattachement pour obtenir une canette (11) comportant une interruption
de fil, en choisissant, en fonction du taux d'occupation du dispositif de rattachement
(2) et/ou de la probabilité de succès prévisible du mode opératoire a), la préparation
de l'extrémité de fil (14, 14') selon le mode opératoire a) ou b), en partant du principe
que le mode opératoire a) prend plus de temps que le mode opératoire b)
caractérisé en ce que le mode opératoire b) est choisi lorsque le nombre de postes de filage (13) en attente
du dispositif de rattachement (2) dépasse un nombre prédéterminé.
2. Procédé de rattachement selon la revendication précédente,
caractérisé en ce que le mode opératoire b) est choisi lorsque le fil (10) filé sur le poste de filage
(13) dépasse un nombre de fils prédéterminé.
3. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mode opératoire b) est choisi lorsque la réparation de la rupture de fil à l'aide
du mode opératoire a) n'a pas réussi.
4. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mode opératoire b) est choisi lorsqu'un moyen pour la recherche du fil (10) n'est
pas opérationnel pour le mode opératoire a).
5. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le choix du mode opératoire a) ou b) est effectué par un dispositif de commande du
continu à filer ou par une commande d'installation (45) ou par un opérateur.
6. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans le cas du mode opératoire a), l'extrémité (14) du fil (10) cassé est recherchée
sur la canette (11) ou en un endroit prédéterminé sur le poste de filage (13).
7. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'extrémité du fil (14, 14') est insérée dans le curseur (9) et/ou dans un guide-fil
(8).
8. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la canette (11) est caractérisée par le fait qu'elle présente ou non des fileurs selon le mode opératoire a) et/ou b) et/ou par la
longueur de fil (10) enroulée sur la canette (11) entre deux interruptions de fil.
9. Procédé de rattachement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le choix du mode opératoire a) ou b) est effectué par des valeurs empiriques lors
d'un traitement ultérieur de fils (10) et/ou de canettes (11) comparables sur une
station de préparation (42) et/ou une machine de bobinage (25) suivante.
10. Dispositif de rattachement pour la génération d'un fileur sur un continu à filer à
anneaux (1),
dans lequel le dispositif de rattachement (2) présente, pour le rattachement automatique
en cas de ruptures de fil, des moyens a) et b) pour la liaison d'une extrémité de
fil (14, 14') avec une mèche (6) et
dans lequel le moyen a) présente un moyen de recherche et de manipulation (15) pour
rechercher l'extrémité de fil (14, 14') du fil (10) cassé, saisir l'extrémité de fil
(14, 14') trouvée et l'utiliser pour le rattachement pour obtenir une canette (11)
sans rupture de fil et
le moyen b) présente un moyen de recherche et de manipulation (35) destiné à fixer
un fil auxiliaire (17) provenant d'une réserve de fil (16) sur la canette (11), puis
séparer ce fil auxiliaire (17) pour obtenir une extrémité de fil (14, 14') fixée sur
la canette (11) et utiliser cette extrémité de fil (14') pour le rattachement pour
obtenir une canette (11) comportant une rupture de fil et
dans lequel
le dispositif de rattachement (2) comprend un moyen de commande (19, 45) qui est approprié
pour choisir, en fonction du taux d'occupation du dispositif de rattachement (2) et/ou
de la probabilité de succès prévisible du moyen a), le fait que l'extrémité de fil
(14, 14') soit mise à disposition avec le moyen a) ou b) ; caractérisé en ce que le moyen de commande (19, 45) convient pour évaluer des informations sur le nombre
de demandes du dispositif de rattachement (2) au continu à filer (1).
11. Dispositif de rattachement selon la revendication 10, caractérisé en ce que le dispositif de rattachement (2) coopère avec un moyen d'évaluation qui est apte
à évaluer le temps et/ou la probabilité de succès prévisible du moyen a) et/ou du
moyen b) pour le rattachement du fil (10).
12. Dispositif de rattachement selon l'une des revendications 10 et 11, caractérisé en ce que le dispositif de rattachement (2) et/ou le moyen de commande (19, 45) coopère(nt)
avec un dispositif de marquage (20) pour le marquage de la canette (11) pour savoir
si elle comporte des fileurs du moyen a) et/ou du moyen b).