Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Schnelltrennschalter, d. h. einen
Schalter, mit dem man besonders schnell einen elektrischen Stromkreis auch bei hohen
Stromstärken und hohen Trennspannungen trennen kann. Der Schalter eignet sich für
Gleichstrom- und für Wechselstromkreise. Der Schalter setzt hierzu in der Regel eine
geringe Menge eines Explosivstoffmaterials ein. Solche Schalter werden gelegentlich
auch als pyrotechnische Trennvorrichtungen oder auch als elektrische Unterbrechungsschaltglieder
bezeichnet. Sie können etwa auf dem immer wichtiger werdenden Gebiet der E-Mobilität
insbesondere zur Absicherung elektrischer Antriebe eingesetzt werden, besonders bei
Elektroautos, Elektrolastkraftwagen oder Elektrobussen. Wenn ein entsprechend angetriebenes
Fahrzeug verunfallt, ist die schnelle Abtrennung der Stromquelle von der Fahrzeugverkabelung
wichtig und notwendig. Die entsprechenden Fragen stellen sich auch beim Antrieb von
Schiffen mit Elektromotoren oder inzwischen auch beim Antrieb von Flugzeugen mit Elektromotoren,
aber auch bei entsprechenden Aufgabenstellungen in Schaltschränken allgemein.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Viele Trennschalter verwenden die Wirkung von Treibladungen auf einen Kolben. Nach
dessen Beschleunigung und durch den auf ihn ausgeübten Druck sind sie jedenfalls in
der Lage, damit einen Stromkreis schnell zu unterbrechen, auch dann, wenn hohe Ströme
fließen.
[0003] Die Europäische Patentanmeldung
EP 563 947 A1 offenbart ein Verfahren zum Sichern von Stromkreisen, welche hohe Ströme führen,
und offenbart auch ein Hochstromsicherungselement. Zum Durchtrennen des Stromleiters
wird dabei eine pyrotechnische Ladung entzündet. Diese beschleunigt einen Schneidstempel.
Der Schneidstempel durchtrennt mechanisch einen Leiterabschnitt.
[0004] Die Deutsche Offenlegungsschrift
DE 196 16 993 A1 offenbart ein pyrotechnisches Sicherungselement für Stromkreise. Hierbei kommt ebenfalls
eine pyrotechnische Ladung zum Einsatz. Diese beschleunigt einen Kunststoffkolben,
welcher ein messerartiges Trennelement führt, welches seinerseits einen Leiter durchtrennen
kann.
[0005] Die Deutsche Patentschrift
DE 44 38 157 offenbart ebenfalls eine pyrotechnische Trennvorrichtung, welche geeignet ist, ein
Wirkteil, welches im Wesentlichen eine Kolbenform hat, zur Durchtrennung eines Leiters
zu beschleunigen.
[0006] Diese Lösungen funktionieren allesamt nach dem Grundprinzip eines kolbengetriebenen
Trennschalters. Da es auf die sehr schnelle Trennung eines Stromkreises innerhalb
von Millisekunden ankommt, ist die Beschleunigung der Kolbenmasse aber von Nachteil.
Eine Masse zu beschleunigen, verzögert den Prozess unvermeidlich. Ferner muss der
Kolben in einer jeweiligen Trennkammer sauber geführt werden, um eine schnelle Bewegung
zu ermöglichen. Darüber hinaus ist es noch erforderlich, Abdichtungsvorrichtungen
vorzusehen, beispielsweise zwischen Kolben und Treibladung.
[0007] Die Deutsche Offenlegungsschrift
DE 44 02 994 A1 offenbart einen elektrischen Sicherheitsschalter für Kraftfahrzeuge, der als kolbenfrei
beschrieben werden kann. Hierbei werden zwei Leiter derart miteinander verbunden,
dass ein Leiter mit einem verjüngten Ende in den Aufnahmeraum eines anderen Leiters
hineinragt. In diesem Aufnahmeraum ist ein Gasgenerator vorgesehen, welcher als Treibladung
wirkt. Bei einer solchen Lösung entweichen allerdings Abgase, welche durch eine Treibladung
produziert werden, in den dann offenen Raum zwischen zwei Leitern. Ebenfalls verläuft
die Trennung der Leiter nicht in einer gut definierten Weise. Bei einer unzureichenden
Trennung kann es daher sehr schnell zu Lichtbogenausbildungen kommen.
[0008] Die
US 2004/112239 A1 offenbart einen Schnelltrennschalter gemäß des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0009] Die vorliegende Erfindung möchte einen preiswert und zuverlässig herstellbaren Schnelltrennschalter
anbieten, welcher die Nachteile im Stande der Technik umgeht. Insbesondere kann der
Trennschalter kolbenfrei arbeiten, so dass eine Trennung mit wenig beschleunigter
Masse möglich ist. Die Trennung soll den zu trennenden Leiter in einen zuverlässigen
vordefinierten Trennzustand überführen und hierbei Lichtbogeneffekte minimieren, wie
sie vor allem in Gleichstromkreisen (DC-Stromkreisen) bei der Stromkreistrennung auftreten
würden. Ferner soll das Austreten von Abgasen der Treibladung oder Verschmutzungspartikeln
vermieden werden, wie auch der Kontakt der Abgase mit der bzw. den Trennstellen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Schnelltrennschalter nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Die entsprechenden Vorteile
weist auch ein Verfahren zur Stromkreistrennung nach Verfahrensanspruch 12 und seinen
Unteransprüchen auf.
Beschreibung
[0011] Der Schnelltrennschalter soll einen Stromzuführkontakt und einen Stromabfuhrkontakt
aufweisen. Diese Bezeichnungen sollen allerdings nicht zwingend eine Stromrichtung
festlegen, in der Regel kann der Trennschalter unabhängig von einer bestimmten Stromrichtung
wirksam werden. Diese Kontakte können unmittelbar am Trennschalter vorgesehen sein,
oder der Trennschalter kann auch Leitungsabschnitte aufweisen, die ihrerseits erst
diese Kontakte aufweisen. Die beiden Kontakte sind durch einen Leiter verbunden. Hierbei
handelt es sich oft um einen Kupfer- oder Aluminiumleiter. Ein anderes Material, insbesondere
ein anderes metallisches oder zumindest elektrisch leitfähiges Material, ist aber
ebenfalls geeignet.
[0012] Der Schnelltrennschalter weist eine Trennkammer auf. Diese weist ihrerseits einen
Innenraum auf. Der Innenraum kann verschiedene Formen haben, häufig ist er quaderförmig.
Der Leiter wird durch die Trennkammer geführt. Vorzugsweise wird der Leiter genau
oder im Wesentlichen mittig durch die Trennkammer geführt. Damit ergibt sich zumindest
in einer Schnittebene eine spiegelsymmetrische Lage.
[0013] Erfindungsgemäß ist in der Trennkammer ein Dehngefäß vorgesehen. Das Dehngefäß kann
eine Explosivladung enthalten. Alternativ kann die Explosivladung in einem an das
Dehngefäß angrenzenden Gefäß untergebracht sein, beispielsweise zusammen mit einer
Zündladung. In jedem Fall soll bei Explosion die Explosivladung das Dehngefäß ausdehnen
können.
[0014] Anders als im Stand der Technik ist die Explosivladung also nicht unmittelbar in
der Trennkammer vorgesehen, sondern in einem eigenen Gefäß.
[0015] Die Explosion der Explosivladung bewirkt die mechanische Trennung des Leiters. Dies
geschieht unter Ausdehnung des Dehngefäßes. Das Dehngefäß kann dabei die Explosivladung
auch nach der Explosion vollständig umschließen.
[0016] Dieser Aspekt führt zu weiteren grundsätzlichen Vorteilen der Erfindung: Der Trennschalter
kann gasdicht gebaut werden und deshalb bei sehr niedrigen Umgebungsdrücken (z.B.
in der Luftfahrt) eingesetzt werden. Bei Schaltern aus dem Stand der Technik muss
Abgas entweichen können. Daher können diese Schalter nicht gasdicht gebaut und bei
sehr niedrigen Umgebungsdrücken eingesetzt werden.
[0017] Das Dehngefäß kann beispielsweise einen Faltenbalg umfassen. Ein solcher Faltenbalg
erleichtert die schnelle Ausdehnung. Das Dehngefäß soll sich beispielsweise auf mehr
als 200%, 300%, 400%, 500% oder bis zu 1000% seines Ausgangsvolumens ausdehnen können.
Vorzugsweise soll dies zerstörungsfrei geschehen. Das Dehngefäß kann auch elastisch
sein, so dass sich sein Volumen nach der Explosion wieder reduziert. Elastizität ist
jedoch nicht erforderlich. Das Dehngefäß kann zweckmäßigerweise aus Metall oder aus
einem Nicht-Metall gefertigt werden. Zweckmäßige Metalle sind Stähle, allgemein dünne
Stähle, und insbesondere auch Edelstahl. Alternativ kann das Dehngefäß auch aus Bronze
oder Kupfer gefertigt werden. Bei den Nicht-Metallen sind Gummi, Naturgummi, Silikon
oder auch TPE-Kunststoff zweckmäßig. In Betracht kommen ebenfalls Kunststoffe wie
Polyoxymethylen (POM), Polyamid 6 (PA 6) oder ABS.
[0018] Erfindungsgemäß wird für das Dehngefäß ein elektrisch leitendes Material verwendet.
Dieses ist gemäß der Erfindung außen elektrisch durch eine elektrisch nichtleitende
Schicht abisoliert, um nach dem Trennen des Leiters die verbleibenden Kontaktstücke
nicht elektrisch zu überbrücken.
[0019] Das Dehngefäß ist zweckmäßigerweise leichter als der in der Trennkammer verlaufende
Leiterabschnitt. Durch dieses geringe Gewicht ist eine schnelle Ausdehnung der Explosivladung
auch im Verhältnis zur Masse des durchtrennenden Leiterabschnittes gegeben. Ein eher
schweres Dehngefäß würde eine Durchtrennung des Leiters nach Art eines Kolbens bewirken.
Ein Dehngefäß aus Metall kann in entsprechender Weise gestaltet werden. Jedoch würde
die Leitertrennung etwa durch einen scharfkantigen kolbenähnlichen Abschnitt im Rahmen
der vorliegenden Erfindung nicht erforderlich sein. Die Leitertrennung erfolgt vorwiegend
durch die rasche Ausdehnung des Explosivmaterials im vorgegebenen Raum der Trennkammer,
anders gesagt durch eine Druckwelle.
[0020] Es ist zweckmäßig, wenn der Leiter entlang einer Achse in einer ersten Richtung durch
die Trennkammer verläuft. Die Trennkammer und insbesondere die Lage des Dehngefäßes
kann zweckmäßig so gestaltet werden, dass die Trennung mit einer bezogen auf diese
Achse ganz, oder im Wesentlichen, oder zumindest überwiegenden radialen Komponente
erfolgt. Dann kann ein abzutrennender Leiterabschnitt radial verschoben werden. Dabei
kann der Leiter verbogen werden, so dass nur ein gewisses Teilstück radial verschoben
wird, oder es kann aus dem Leiter an zwei Seiten ein Teilstück abgetrennt werden,
welches insgesamt radial verschoben wird.
[0021] Es kann zweckmäßig sein, wenn der Leiter mechanische Schwächungselemente aufweicht.
Solche Schwächungselemente reduzieren das zu trennende Leitermaterial, ohne den elektrischen
Durchgangswiderstand des Leitermaterials wesentlich zu erhöhen. Diese Schwächungselemente
können Bohrungen, Nuten, Teilschnitte oder Kerben umfassen. Sie dienen auch dazu,
die Trennung des Leiters im Voraus berechenbar zu machen, zu erleichtern und im Voraus
in günstiger Weise zu gestalten.
[0022] Eine Bohrung hat den zusätzlichen Nutzen, dass sie eine Luftströmung durch den Leiter
ermöglicht. Bei einer schnellen Bewegung des Leiters oder eines Leiterabstands entsteht
damit weniger Strömungswiderstand. Auch wenn der Leiter sich in ein Löschmedium hinein
bewegt, kann durch die Bohrung der Strömungswiderstand und damit der Widerstand gegen
die gewünschte Translationsbewegung des Leiters deutlich reduziert werden. Im Übrigen
sind Bohrungen durch die Entnahme des Materials Schwächungsstellen, an denen besonders
leicht eine Bruchstelle im Material entstehen kann.
[0023] Im Übrigen können Schwächungselemente in Form von Nuten oder Kerben vorgesehen werden.
Unter einer Nut soll hierin eine Schlitzung von bestimmter Tiefe verstanden werden
(welche im Querschnitt als Sackloch erscheint), welche aber im Querschnitt auch eine
gleichmäßige Dicke hat. Unter einer Kerbe soll eine Vertiefung verstanden werden,
welche nahe der Leiteroberfläche breiter ist als in größerer Tiefe. Beides sind geeignete
Schwächungselemente. Kerben erlauben es vorteilhaft, ganze Abschnitte des Leiters
radial zu verschieben. Wenn nur eine Nut vorgesehen ist, insbesondere eine schmale
Nut, kann die radiale Verschiebung durch eine Verkippung und Verkantung erschwert
oder behindert werden.
[0024] Der Leiter kann auch eine Zone erhöhten Widerstandes aufweisen. Beispielsweise kann
der Leiterdurchmesser in einer solchen Zone verringert sein. Zur Erhöhung des elektrischen
Widerstandes können die oben aufgezählten Schwächungselemente zweckmäßig eingesetzt
werden. Dies führt zu einer elektrischen Erhitzung des Leiters. Die entstehende Wärme
kann genutzt werden, um dort anliegendes Explosivmaterial zu zünden. Dazu wird das
Explosivmaterial vorzugsweise in der Nähe der Zone des erhöhten Widerstandes und in
gutem thermischem Kontakt zu ihr positioniert.
[0025] Es besteht auch die vorteilhafte Möglichkeit, das Material des Dehngefäßes auf eine
solche Wärme-ausgelöste oder "passive" Explosion hin zu optimieren. Dabei kann das
Material des Dehngefäßes insgesamt dieser Aufgabe angepasst werden, oder das Dehngefäß
weist abschnittsweise, nämlich an der Kontaktfläche mit dem Leiter, ein vom übrigen
Dehngefäß abweichendes Material auf. Geeignete Materialien sind hierbei Kupfer, Messing,
Aluminium, Silber oder auch Bronze.
[0026] Es kommt auch in Frage, wenn am Dehngefäß eine zusätzliche Kontaktlage aufgebracht
wird. Beispielsweise könnte eine Kontaktlage aus Kupfer zur besonders guten Wärmeleitung
eingesetzt werden. In dieser Weise lässt sich die Wärmeinduzierte Trennung besonders
exakt den Notwendigkeiten des Schaltkreises anpassen.
[0027] Diese zweckmäßige Gestaltung zeigt weitere Vorteile der Verwendung eines Dehngefäßes
auf. Wo etwa ein Kolben verwendet wird, muss der Kolben fast unvermeidlich zwischen
Explosivladung und Leiter angewandt werden. Damit verhindert aber der Kolben eine
örtlich nahe Positionierung der Explosivladung am Leiter. Durch Verzicht auf einen
Kolben ist dies möglich. Die Auslösung der Stromkreistrennung durch Leitererwärmung
ist besonders vorteilhaft. Sie ermöglicht durch die hier vorhandene passive Auslösung
der Explosivladung bzw. des Trennschalters, dass eine Überhitzung des Stromkreises
oder einer hier kurzgeschlossenen Stromquelle durch zu hohe Ströme vermieden wird,
ohne dass eine komplizierte Erfassung und Auswertung der Ströme und/oder Schaltung
erforderlich sind.
[0028] Es kann auch zweckmäßig sein, Teile der Explosivladung innerhalb des Dehngefäßes
vorzusehen und Teile der Explosivladung außerhalb des Dehngefäßes vorzusehen. Beispielsweise
kann eine Explosivladung in einem Sackloch oder einer ähnlichen Ausnehmung des Leiters
vorgesehen sein. Diese Explosivladung erwärmt sich dann durch den unmittelbaren Kontakt
zum Leiter schnell. Ihre Explosion kann durch Wärmeübertragung die Explosion der übrigen
Explosivladung im Trenngefäß bewirken. Dazu kann beispielsweise auch zusätzlich eine
Bohrung vorgesehen werden, durch die ein Heißgasstrahl das Innere des Dehngefäßes
erreicht. Eine solche Bohrung ist nicht unbedingt erforderlich, da auch durch thermische
Erwärmung durch das Material des Dehngefäßes hindurch schnell und zuverlässig eine
Explosion von Explosivmaterial ausgelöst werden kann, welche innerhalb des Dehngefäßes
vorgesehen ist.
[0029] Nach einer weiteren vorteilhaften Gestaltung der Erfindung kann die Trennkammer ein
Löschmedium umfassen. Dieses Löschmedium kann beispielsweise unterhalb des Leiters
angeordnet sein, das heißt auf der dem Dehngefäß abgewandten Seite vom Leiter - oder
es füllt gleich mehr oder weniger den gesamten Innenraum des Trennschalters außerhalb
des Dehngefäßes aus. Hierbei sind Füllgrade von 10% bis nahe 100% des freien inneren
Volumens des Trennschalters von Vorteil.
[0030] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Nottrennung eines
Stromkreises, welches folgende Schritte umfasst:
- a. Führen des Stromes durch einen Leiterabschnitt
- b. Führen des Leiterabschnitts durch eine Trennkammer
- c. Vorsehen eines Dehngefäßes in der Trennkammer wobei das Dehngefäß aus einem elektrisch
leitenden Material besteht und außen mit einem elektrisch nicht-leitenden Material
beschichtet oder umgeben ist
- d. Vorhalten eines Explosivmaterials am oder im Dehngefäß
- e. Zünden des Explosivmaterials
- f. Durchtrennen des Leiterabschnittes
[0031] Das Explosivmaterial soll so am oder im Dehngefäß vorgehalten werden, dass das Dehngefäß
durch die Reaktion des Explosivmaterial ausgedehnt werden kann. Vorzugsweise werden
die Schritte im Zusammenhang und in der Reihenfolge ihrer Aufzählung ausgeführt. Das
Verfahren ist auf den erfindungsgemäßen Schnelltrennschalter bezogen zu verstehen.
Das heißt, Merkmale der Gestaltung des Schnelltrennschalters sind analog auf das Verfahren
zu übertragen, und Merkmale des Verfahrens sind analog auf Merkmale des Schnelltrenners
zu übertragen. Zweckmäßig ist auch ein Verfahren, in dem das Explosivmaterial nach
der Explosion vollständig in dem Gefäß verbleibt.
[0032] Zweckmäßig ist ferner ein Verfahren, bei dem nach dem Durchtrennen des Leiters ein
erstes Leiterende und ein zweites Leiterende entsteht, und das Dehngefäß das erste
Leiterende und das zweite Leiterende mechanisch trennt. Das Dehngefäß dehnt sich also
zwischen den Leiterenden aus. Allgemein soll unter mechanischer Trennung hieran verstanden
werden, dass das Dehngefäß eine gedachte Verbindungslinie zwischen den Leiterenden
durchtrennt und/oder entlang die ursprüngliche axiale Verlaufsachse des Leiters durchtrennt.
[0033] Zweckmäßig ist insbesondere auch ein Verfahren, bei dem das Explosivmaterial durch
einen elektrischen Zündimpuls gezündet wird. Alternativ oder zusätzlich, in der Regel
aber alternativ, kann das Explosivmaterial durch Erhitzung eines Leiterabschnittes
gezündet werden. Dabei kommt insbesondere ein Leiterabschnitt mit einem erhöhten elektrischen
Widerstand in Betracht.
[0034] Zweckmäßigerweise geht es auch um ein Verfahren, bei dem sich das Dehngefäß ganz
oder abschnittsweise an Innenwände der Trennkammer schmiegt.
[0035] Vor der Explosion befindet sich das Dehngefäß in einem Teilvolumen der Trennkammer.
Zweckmäßigerweise macht dieses Teilvolumen weniger als 80% oder auch weniger als 60%
oder auch weniger als 40% des Gesamtvolumens der Trennkammer aus.
[0036] Die Trennkammer soll ferner ein sogenanntes erstes Volumen haben. Dieses Volumen
wird auch die Fläche, die den Leiter mittig durchtrennt und senkrecht zur Ausdehnungsrichtung
des Dehngefäßes steht, begrenzt. Das erste Volumen soll das Dehngefäß enthalten. Bezogen
auf das erste Volumen ist es zweckmäßig, wenn das Dehngefäß weniger als 80% oder 60%
oder auch 40% des ersten Volumens einnimmt.
[0037] Nach der Explosion füllt das Dehngefäß ein größeres Volumen der Trennkammer auf.
Dabei kann es beinahe das volle Volumen der Trennkammer ausfüllen und sich dann fast
vollständig oder vollständig an die Innenwände der Trennkammer anschmiegen. Alternativ
geschieht dies zumindest abschnittsweise. Das Anschmiegen an die Innenwände der Trennkammer
und die entsprechende Auswahl und Positionierung des Dehngefäßes erleichtern es, dass
die Dehngefäßwände nicht bersten oder anders undicht werden. Das Dehngefäß muss sich
dann nur in der Explosionsphase mit der sich ausdehnenden Front des Treibmaterials
mitbewegen, bis es an einen Trennwandabschnitt stößt. Der Druck der Explosion wird
ab diesem Zeitpunkt durch die Innenwände oder zumindest einem Innenwandabschnitt der
Trennkammer aufgenommen. Dementsprechend müssen die Wände des Dehngefäßes, obwohl
sie einer Explosion gewissermaßen standhalten müssen, nicht übermäßig stabil sein.
Es genügt, wenn das Material an sich nicht sehr (druck-) belastbar, aber schnell dehnbar
ist. Das gilt insbesondere für Gummimaterialien. Das Dehngefäß kann dann eine Art
Ballon bilden, der für eine einmalige schnelle Dehnung ausgelegt ist, aber großen
Drücken nicht oder jedenfalls nicht unbedingt auf Dauer standhalten muss.
[0038] Als Explosivladung wird hier allgemein ein Stoff verstanden, welcher sich bei einer
entsprechenden Aktivierung schnell und stark ausdehnt. Es kommt ein Stoff oder auch
Stoffgemisch in Frage, welcher durch inneren Druck die Dehnung des Dehngefäßes bewirken
kann. Dabei können Gase oder Dämpfe erzeugt werden. Zweckmäßig sind hier Nitrozellulosepulver
oder Double Base Pulver (diese sind Mischungen aus NC und NGL), aber vor allem die
bekannten Zünd- und Anzündstoffe wie ZPP (Zirkonium Potassium Perchlorat), Silberazid,
Hexogen oder auch Oktogen.
[0039] Bleihaltige Mischungen wie Bleiazid könnten zwar ebenfalls eingesetzt werden, jedoch
will und sollte man hier schwermetallfrei bleiben. Auch Gase oder insbesondere auch
in flüssiger Form können hier verwendet werden.
[0040] Die Aktivierung erfolgt in der Regel durch einen Anzünder oder einen Zünder. Der
Anzünder kann einen Hitzedraht oder Explosionsdraht beinhalten oder auch durch eine
elektrische Entladung gezündet werden. Einem Gas kann auch ein fester, oder flüssiger,
oder anderer gasförmiger Stoff beigemischt werden, insbesondere ein Oxidationsmittel.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Explosion auch passiv ausgelöst werden, das heißt
durch die bloße Erwärmung eines Explosivstoffes. Dabei kann auch in zwei Bereichen
Explosivstoff vorgesehen sein, wobei zunächst ein erster Explosivstoff zur Explosion
gebracht wird und diese Explosion die Explosion eines zweiten Explosivstoffes auslöst.
[0041] Das optional vorgesehene Löschmittel sollte auf die Explosivladung abgestimmt sein.
Grundsätzlich kann es flüssig, gasförmig, gelartig, schaumartig oder auch mehrfaserig
sein.
[0042] Weitere Merkmale, aber auch Vorteile der Erfindung, ergeben sich aus den nachfolgend
aufgeführten Zeichnungen und der zugehörigen Beschreibung. In den Abbildungen und
in den dazugehörigen Beschreibungen sind Merkmale der Erfindung in Kombination beschrieben.
Die Abbildungen sind teilweise leicht vereinfacht und schematisch:
- Fig. 1
- ist eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Trennschalters, welcher in
Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt wird.
- Fig. 2
- ist eine Querschnittsansicht eines alternativen erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher in Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt
wird.
- Fig. 3
- ist eine Querschnittsansicht eines alternativen erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher in Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt
wird.
- Fig. 4
- ist eine Querschnittsansicht eines alternativen erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher in Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt
wird.
- Fig. 5
- ist eine Querschnittsansicht eines alternativen erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher in Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt
wird.
- Fig. 6
- ist eine Querschnittsansicht eines alternativen erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher in Ansicht (A) vor der Trennung und in Ansicht (B) nach der Trennung gezeigt
wird.
- Fig. 7
- zeigt eine Querschnittsansicht von Teilen eines erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher passiv gezündet werden kann.
- Fig. 8
- bietet Querschnittsansichten verschiedener Leiter, welche jeweils unterschiedliche
Schwächungselemente aufweisen.
[0043] Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Schnelltrennschalter 10 im Querschnitt. Ansicht
(A) zeigt den Schnelltrennschalter 10 vor seiner Auslösung, d. h. vor der Trennung
des Leiters.
[0044] Der Schnelltrennschalter 10 weist die Trennkammer 12 auf, welche vom Trennkammergehäuse
14 umgeben ist. In der Trennkammer 12 ist ein Zündelement 16 angebracht. Anschließend
an das Zündelement 16 ist das Dehngefäß 18 vorgesehen. Durch die Trennkammer verläuft
der Leiter 20. Der Leiter 20 ist mit verschiedenen Schwächungselementen ausgerüstet,
nämlich mit der Nut 22 sowie mit Bohrungen 24.
[0045] Die Trennkammer 12 weist ein erstes Volumen V
1 auf, welches in diesem Querschnitt nach unten durch den Leiter 20 begrenzt wird und
im Übrigen durch die Wände der Trennkammer 12 begrenzt wird. Das Dehngefäß 18 nimmt
nur einen kleinen Raum dieses ersten Volumens V
1 ein, deutlich weniger als 50%.
[0046] Ausgelöst durch eine Zündung kann es zu einer wesentlichen (explosionsartigen) Volumenvergrößerung
des Dehngefäßes kommen. Das Dehngefäß 18 oder die Kammer um das Zündelement 16 enthält
dazu ein nicht näher dargestelltes Explosivmaterial. Durch diese Explosion wird der
Trennschalter 10 in den in der Ansicht (B) gezeigten Zustand überführt. (Unveränderte
Elemente werden nicht mehr näher bezeichnet und erläutert.) Das Dehngefäß 18 nimmt
nun ein wesentlich größeres Volumen ein. Der Leiter 20 ist durchtrennt. Dabei tritt
die Biegung 26 auf. Dadurch wird der Leiter 20 an den Trennflächen 28a und 28b vollständig
getrennt und ein Abstand zwischen den Trennflächen hergestellt, der einen elektrischen
Überschlag vermeidet.
[0047] Zu bedenken ist, dass der erfindungsgemäße Trennschalter weitere Elemente umfassen
kann. Er ist hier nur schematisch und leicht vereinfacht dargestellt. Beispielsweise
könnten an den Leiterenden Klemmen vorgesehen sein, ferner kann das Zündelement in
sich vielteilig sein. Der dargestellte Trennschalter 12 verwirklicht aber bereits
alle wesentlichen Elemente der Erfindung.
[0048] Weiter kann das freie Volumen der Baugruppe über und/oder unterhalb des Leiters 20
mit einem hier nicht eingezeichneten gasförmigen, flüssigen, pulverigem oder gelartigen
Löschfluid gefüllt sein, auch aus deren Mischungen.
[0049] Fig. 2 zeigt in entsprechender Ansicht einen anderen erfindungsgemäßen Trennschalter
10. In diesem Fall sind im Leiter 20 zwei Nuten 22A und 22B vorgesehen. Zwischen den
Nuten 22A und 22B entsteht ein Leiterabschnitt. Dieser Leiterabschnitt 32 kann, wie
in Ansicht (B) sichtbar wird, durch die Explosion insgesamt transversal verschoben
werden. Der Vorteil hier ist, dass während des Trennvorgangs der Stromkreis an 2 Stellen
geöffnet wird, so dass die am Trennschalter anliegende Spannung pro Öffnungsstelle
quasi halbiert wird und sich damit pro Öffnungsstelle nur die halbe Energie umsetzt,
die im Augenblick der Trennung als magnetische Energie in der Stromkreisinduktivität
gespeichert war, wie das bei nur einer Trennstelle der Fall ist. Damit können Stromkreise
bei etwas höheren Spannungen noch geöffnet werden, ohne dass ein Lichtbogen an den
Trennstellen nach der Öffnung bzw. Trennung stehen bleibt, wie das insbesondere beim
Trennen von DC-Stromkreisen erfolgen würde.
[0050] Fig. 3 zeigt in analoger Schnittdarstellung eine andere Ausführungsform der Erfindung.
Der Leiter ist im Wesentlichen so gestaltet, wie in Fig. 1 dargestellt. Hier jedoch
ist das Dehngefäß größer. Das Dehngefäß nimmt vor der Explosion im Wesentlichen das
gesamte erste Volumen V
1 ein, welches die Trennkammer 12 oberhalb des Leiters 20 zur Verfügung stellt.
[0051] In Ansicht (B) ist die Situation nach der Explosion dargestellt. Das Dehngefäß 18
hat sich ausgedehnt, bei seiner Ausdehnung schmiegt es sich an die Innenwände der
Trennkammer an und drückt gegen den Leiter 20. Dies führt analog zum Ausbilden einer
Biegung 26 des Leiters. Das ausgedehnte Dehngefäß unterdrückt Funkenüberschlag besonders
effizient.
[0052] Fig. 4 zeigt in analoger Darstellung eine weitere Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung. Hier ist wiederum ein Dehngefäß verwendet worden, welches ein großes Volumen
einnimmt, namentlich das ganze erste Volumen V
1 oberhalb von dem Leiter 20. Dieser ist wiederum mit Nuten, nämlich den Nuten 22A
und 22B ausgerüstet. Auch das große Dehngefäß führt nach Explosion zum Ausbrechen
des Leiterstücks 32 auf dem Leiter.
[0053] Fig. 5 zeigt eine weitere alternative Ausführungsform der Erfindung. In diesem Fall
wird ein Dehngefäß 18 verwendet, welches einen Faltenbalg 30 aufweist. Wie in Ansicht
(B) dargestellt, führt die Ausdehnung des Dehngefäßes 18 aufgrund der Explosion wiederum
zum Erstehen einer Biegung 26 im Leiter 20. Die Ausdehnung wird durch den Faltenbalg
30 ermöglicht, so dass die entsprechenden Falten nach der Explosion, wie in Ansicht
(B) dargestellt, verschwinden. Auch nach der Explosion bleibt das Dehngefäß in Takt,
so dass Explosivmaterial nicht in den Innenraum der Trennkammer eindringt.
[0054] Fig. 6 zeigt eine wiederum andere Ausführungsform der Erfindung. Hier wird ein Dehngefäß
18 mit einem Faltenbalg kombiniert mit einem Leiter 20, welcher wiederum zwei Nuten
aufweist, die Nuten 22A und 22B. Durch Ausdehnung des Dehngefäßes, bei der wiederum
die Falten des Faltenbalges durch Ausdehnung verschwinden, kommt es zu einer vollständigen
transversalen Verschiebung des Leiterstücks 32.
[0055] Auch in den in Fig. 2 bis Fig. 6 gezeigten Ausführungsformen kann das freie Volumen
der Baugruppe über und/oder unterhalb des Leiters 20 wieder mit einem hier nicht eingezeichneten
gasförmigen, flüssigen, pulverigem oder gelartigen Löschfluid gefüllt sein, auch aus
deren Mischungen.
[0056] Fig. 7 zeigt eine Querschnittsansicht von Teilen eines erfindungsgemäßen Trennschalters,
welcher passiv gezündet werden kann.
[0057] Hierbei wird auf die Darstellung des Schnelltrennschalters 10 insgesamt verzichtet.
Dargestellt ist der Leiter 20 und seine Zusammenwirkung mit dem Dehngefäß 18. Das
dargestellte Dehngefäß 18 weist wiederum einen Faltenbalg 30 auf. Dies ist zweckmäßig,
wenn das Dehngefäß aus Metall gefertigt ist. Bei einem Dehngefäß aus Gummi kann häufig
darauf verzichtet werden, einen solchen Faltenbalg vorzusehen. Das Dehngefäß 18 ist
in seinem unteren Bereich mit der Explosivladung 36 befüllt. Diese Explosivladung
liegt über eine Kontaktbahn am Leiter an. Die Kontaktbahn 38 kann einstückig mit dem
Dehngefäß gefertigt sein, oder als zusätzliche Bahn außen auf das Dehngefäß aufgebracht
werden. Im Leiter 20 ist ein Sackloch 40 vorgesehen, welches das Dehngefäß teilweise
aufnehmen kann. Zusätzlich sind im Leiter 20 Nuten 22A und 22B vorgesehen. Diese mechanische
Situation führt zum einen zu einer mechanischen Schwächung des Leiters. Ferner wird
durch das Sackloch 40 wie auch durch die Nuten 22A und 22B ein Bereich erhöhten elektrischen
Widerstandes erzeugt. In diesem Bereich erwärmt sich der Leiter bei entsprechend hohem
Stromfluss schnell.
[0058] Die Geometrie bewirkt auch in vorteilhafter Weise, dass die Wärme sich schnell auf
das Dehngefäß 18 überträgt und dort die Explosivladung 36 entzündet werden kann.
[0059] Wie schon erläutert, hier aber nicht dargestellt, kann es auch zweckmäßig sein, eine
zweite Explosivladung außerhalb des Dehngefäßes 18 im Bereich des Sackloches und eventuell
auch in den Nuten 22A und 22B vorzusehen. Durch bloße Wärmeübertragung ist die schnelle
Zündung besonders eines solchen Explosivmaterials außerhalb des Dehngefäßes 18 möglich.
Ein optional zusätzliches, auch innerhalb des Dehngefäßes vorgesehenes zweites Explosivmaterial
wird dann durch das erste Explosivmaterial, welches außerhalb des Dehngefäßes 18 vorgesehen
ist, besonders leicht entzündet.
[0060] Handelt es sich bei dem Faltenbalg bzw. beim Material des Dehngefäßes um ein elektrisch
leitendes Material, muss es außen mit einem elektrisch nichtleitenden Material zumindest
dünn überzogen sein, um den nach der Auslösung des Trennschalters zunächst getrennten
Leiter nicht wieder elektrisch kurzzuschließen. Hierfür eignen sich im Wesentlichen
alle verfügbaren Kunststoffe, Plaste und Gummiarten.
[0061] Fig. 8 bietet schematische Querschnittsansichten weiterer vorteilhafter Leiterformen,
wie sie im Rahmen der vorliegenden Erfindung zusammen mit einem Trennschnellschalter
verwendet können. Diese Leiter sind besonders für Trennschalter geeignet, die passiv
gezündet werden können, so wie in Fig. 7 dargestellt.
[0062] Ansicht (A) zeigt einen Leiter, welcher mit einem Sackloch 40 ausgerüstet ist und
bei welchem zusätzliche Nuten 22A und 22B vorgesehen sind. Diese Ansicht entspricht
der Ausführungsform, welche schon in Fig. 7 dargestellt wurde.
[0063] Ansicht (B) zeigt eine alternative Gestaltung des Leiters, bei der symmetrisch vier
Nuten vorgesehen sind, die Nuten 22A, 22B, 22C und 22D. Durch diese Nuten wird auch
ein Leiterstück definiert, welches sich leicht transversal verschieben lässt.
[0064] Die Ansicht (C) zeigt einen Leiter mit einem tiefen Sackloch 40. Dieses Sackloch
kann leicht ein Dehngefäß aufnehmen. Auf zusätzliche Nuten wird verzichtet.
[0065] Die Ansicht (D) zeigt einen Leiter 20, in dem zwei Kerben 34A und 34B vorgesehen
sind. Anders als Nuten, welche von konstanter Tiefe sind, weiten sich die Kerben nach
oben auf. Kerben haben damit den Vorteil, dass das durch sie begrenzte Leiterstück
32 sich leichter transversal verschieben lässt. Auch bei einer sehr schnellen Bewegung,
wie sie für eine Explosion typisch ist, wird so ein Verkanten oder eventuelles Verklemmen
des Leiterstücks 32 effizient vermieden.
[0066] Insgesamt erkennt man, wie nach der vorliegenden Erfindung ein effizient arbeitender
Trennschnellschalter hergestellt werden kann, welcher sich sowohl für eine aktive
wie auch für eine passive Zündung eignet.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 10
- Trennschnellschalter
- 12
- Trennkammer
- 14
- Trennkammergehäuse
- 16
- Zündelement
- 18
- Dehngefäß
- 20
- Leiter
- 22
- Nut
- 24
- Bohrungen
- 26
- Biegung
- 28
- Trennflächen
- 30
- Faltenbalg
- 32
- Leiterstück
- 34
- Kerbe
- 36
- Explosivladung (im Dehngefäß)
- 38
- Kontaktbahn
- 40
- Sackloch
1. Schnelltrennschalter (10), der einen Stromzufuhrkontakt und einen Stromabfuhrkontakt
aufweist, welche durch einen Leiter (20) verbunden sind, und bei dem der Leiter (20)
durch eine Trennkammer (12) geführt wird, und in der Trennkammer (12) ein Dehngefäß
(18) vorgesehen ist, welches durch eine Explosivladung ausgedehnt werden kann, wobei
das Dehngefäß (18) aus einem elektrisch leitenden Material besteht dadurch gekennzeichnet, dass das Dehngefäß (18) außen mit einem elektrisch nicht-leitenden Material beschichtet
oder umgeben ist.
2. Schnelltrennschalter (10) nach Anspruch 1, bei dem das Dehngefäß (18) einen Faltenbalg
(30) umfasst.
3. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem sich das
Dehngefäß (18) auf bis zu 500% seines Ausgangsvolumens dehnen kann.
4. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Dehngefäß
(18) aus Metall oder Gummi gefertigt ist.
5. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Leiterabschnitt
(32) innerhalb der Trennkammer (12) ein erstes Gewicht hat, und das Dehngefäß (18)
ein zweites Gewicht, und das zweite Gewicht geringer ist als das erste Gewicht.
6. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der Leiter
(20) axial in einer ersten Richtung durch die Trennkammer (12) verläuft, und das Dehngefäß
(18) bei seiner Ausdehnung eine Kraft mit im Wesentlichen radialer oder überwiegend
radialer Komponente ausüben kann.
7. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dessen Leiter (20)
mindestens ein mechanisches Schwächungselement (22; 24; 34) aufweist.
8. Schnelltrennschalter (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem mindestens ein
Schwächungselement (22; 24; 34) in Form einer Nut (22), einer Bohrung (24) oder einer
Kerbe (34) vorgesehen ist.
9. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Leiter
(20) einen Abschnitt erhöhten Widerstands aufweist.
10. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in der
Trennkammer (12) ein Löschmedium (41) vorgesehen ist.
11. Schnelltrennschalter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Leiter
(20) mit mehr als einem Schwächungselement versehen ist, um bei der Trennung mehr
als eine Trennstelle zu erzeugen.
12. Verfahren zur Nottrennung eines Stromkreises, in dem Strom durch einen Leiter (20)
fließt, welches folgende Schritte umfasst:
a. Führen des Stromes durch einen Leiterabschnitt (32)
b. Führen des Leiterabschnitts (32) durch eine Trennkammer (12)
c. Vorsehen eines Dehngefäßes (18) in der Trennkammer (12) wobei das Dehngefäß (18)
aus einem elektrisch leitenden Material besteht und außen mit einem elektrisch nicht-leitenden
Material beschichtet oder umgeben ist
d. Vorhalten eines Explosivmaterials im Dehngefäß (18)
e. Zünden des Explosivmaterials
f. Durchtrennen des Leiterabschnittes (32)
13. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, in dem das Explosivmaterial nach der Explosion
vollständig im Dehngefäß (18) verbleibt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, in dem nach dem Durchtrennen des Leiters
(20) ein erstes Leiterende und eine zweites Leiterende entsteht, und das Dehngefäß
(18) das erste Leiterende und das zweite Leiterende mechanisch trennt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-14, in dem das Explosivmaterial durch Erhitzung
des Leiterabschnittes (32) gezündet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-15, bei dem sich nach dem Zünden des Explosivmaterials
zumindest Teile der Wände des Dehngefäßes (18) sich zumindest abschnittsweise an die
Innenwände der Trennkammer (12) anschmiegen.
1. A quick circuit breaker (10),which comprises a current supply contact and a current
discharge contact, which are connected by a conductor (20), and in which the conductor
(20) is guided through a separation chamber (12), and an expansion vessel (18) being
provided in the separation chamber (12), the expansion vessel (18) being able to be
extended by an explosive charge, wherein the expansion vessel (18) consists of an
electrically conductive material characterized in that, the expansion vessel (18) is coated or surrounded on the outside with an electrically
non-conductive material.
2. The quick circuit breaker (10) according to claim 1, in which the expansion vessel
(18) comprises a bellows (30).
3. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the expansion vessel (18) can expand to up to 500% of its original volume.
4. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the expansion vessel (18) is made of metal or rubber.
5. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the conductor section (32) within the disconnect chamber (12) has a first weight and
the expansion vessel (18) has a second weight, the second weight being less than the
first weight.
6. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the conductor (20) runs axially through the separation chamber (12) in a first direction
and the expansion vessel (18) can exert a force having a substantially radial or predominantly
radial component as it expands.
7. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, the conductor
(20) of which comprises at least one mechanical weakening element (22; 24; 34).
8. The quick circuit breaker (10) according to the preceding claim, in which at least
one weakening element (22; 24; 34) is provided in the form of a groove (22), a hole
(24) or a notch (34).
9. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the conductor (20) comprises a section of increased resistance.
10. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
an extinguishing medium (41) is provided in the separation chamber (12).
11. The quick circuit breaker (10) according to any one of the preceding claims, in which
the conductor (20) is provided with more than one weakening element to create more
than one separation point upon separation.
12. A method for emergency disconnection of a circuit in which current flows through a
conductor (20), comprising the following steps:
a. conducting the current through a conductor section (32)
b. guiding the conductor section (32) through a separation chamber (12)
c. providing an expansion vessel (18) in the separation chamber (12), wherein the
expansion vessel (18) consists of an electrically conductive material and is coated
or surrounded on the outside with an electrically non-conductive material
d. holding an explosive material in the expansion vessel (18)
e. igniting the explosive material
f. cutting through the conductor section (32)
13. The method according to the preceding claim, in which the explosive material remains
entirely in the expansion vessel (18) after the explosion.
14. The method according to claims 12 or 13, in which, after the conductor (20) has been
cut through, a first conductor end and a second conductor end are produced, and the
expansion vessel (18) mechanically separates the first conductor end and the second
conductor end.
15. The method according to claims 12 to 14, in which the explosive material is ignited
by heating the conductor section (32).
16. The method according to claims 12 to 15, in which, after the explosive material has
been ignited, at least parts of the walls of the expansion vessel (18) nestle against
the inner walls of the separation chamber (12), at least in sections.
1. Disjoncteur rapide (10), qui comprend un contact d'alimentation en courant et un contact
de décharge de courant, qui sont reliés par un conducteur (20), et dans lequel le
conducteur (20) est guidé à travers une chambre de séparation (12), et un vase d'expansion
(18) étant prévu dans la chambre de séparation (12), le vase d'expansion (18) pouvant
être étendu par une charge explosive, dans lequel le vase d'expansion (18) est constitué
d'un matériau électriquement conducteur caractérisé en ce que, le vase d'expansion (18) est revêtu ou entouré à l'extérieur d'un matériau électriquement
non-conducteur.
2. Le disjoncteur rapide (10) selon la revendication 1, dans lequel le vase d'expansion
(18) comprend un soufflet (30).
3. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le vase d'expansion (18) peut se dilater jusqu'à 500% de son volume d'origine.
4. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le vase d'expansion (18) est en métal ou en caoutchouc.
5. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel la section de conducteur (32) à l'intérieur de la chambre de déconnexion
(12) a un premier poids et le vase d'expansion (18) a un deuxième poids, le deuxième
poids étant inférieur au premier poids.
6. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le conducteur (20) traverse axialement la chambre de séparation (12) dans
une première direction et le vase d'expansion (18) peut exercer une force ayant une
composante sensiblement radiale ou principalement radiale lorsqu'il se dilate.
7. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dont le conducteur (20) comporte au moins un élément d'affaiblissement mécanique (22
; 24 ; 34).
8. Le disjoncteur rapide (10) selon la revendication précédente, dans lequel au moins
un élément d'affaiblissement (22 ; 24 ; 34) est prévu sous la forme d'une rainure
(22), d'un trou (24) ou d'une encoche (34).
9. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le conducteur (20) comporte une section de résistance accrue.
10. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel un agent extincteur (41) est prévu dans la chambre de séparation (12).
11. Le disjoncteur rapide (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le conducteur (20) est pourvu de plus d'un élément d'affaiblissement pour
créer plus d'un point de séparation lors de la séparation.
12. Procédé de déconnexion d'urgence d'un circuit dans lequel le courant circule dans
un conducteur (20), comprenant les étapes suivantes :
a. conduire le courant à travers une section de conducteur (32)
b. guider la section de conducteur (32) à travers une chambre de séparation (12).
c. placer un vase d'expansion (18) dans la chambre de séparation (12), le vase d'expansion
(18) étant constitué d'un matériau conducteur d'électricité et revêtu ou entouré à
l'extérieur d'un matériau non conducteur d'électricité
d. maintenir une matière explosive dans le vase d'expansion (18)
e. enflammer la matière explosive
f. couper la section du conducteur (32).
13. Procédé selon la revendication précédente, dans lequel la matière explosive reste
entièrement dans le vase d'expansion (18) après l'explosion.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, dans lequel, après le découpage du conducteur
(20), une première extrémité de conducteur et une deuxième extrémité de conducteur
sont produites, et le vase d'expansion (18) sépare mécaniquement la première extrémité
de conducteur et la deuxième extrémité de conducteur.
15. Procédé selon les revendications 12 à 14, dans lequel la matière explosive est enflammée
en chauffant la section du conducteur (32).
16. Procédé selon les revendications 12 à 15, dans lequel, après la mise à feu de la matière
explosive, des parties au moins des parois du vase d'expansion (18) s'emboîtent contre
les parois intérieures de la chambre de séparation (12), au moins en sections.