[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine medizinische Haube nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Medizinische Hauben sind in diversen Ausführungsvarianten aus dem Stand der Technik
bekannt. Nicht zuletzt durch die derzeit ansteigende Zahl an Corona-Infektionen besteht
in kritischen Bereichen wie Krankenhäusern ein erhöhter Bedarf an Schutz.
[0003] FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz bieten dabei zwar bereits einen gewissen Schutz,
allerdings erfordert die steigende Ansteckungsgefahr durch diverse Mutationen einen
weitergehenden Schutz. Dies ist nicht auf Corona-Viren beschränkt. Auch andere Viren
oder Bakterien können aufgrund von Tröpfchen über die Augen den Körper infizieren.
Nicht zuletzt im Bereich der Nase kann es zum Eindringen von Viren und Bakterien kommen.
[0004] Eine Weiterbildung des Standes der Technik stellt sodann eine Kombination aus Sichtschutz
und Mund/Nasenschutz dar. Hierzu wird beispielsweise auf die
EP 0 374 215 A1 oder die
US 8,261,375 C1 verwiesen. Diese haben den Nachteil, dass die Masken randseitig nicht das gesamte
Gesicht bedecken. So können Tröpfchen ins Gesicht gelangen. Darüber hinaus weist eine
klassische Schutzausrüstung im Chirurgie- und Operationsbereich auch einen Haarschutz
auf.
[0005] Einen weitergehenden Schutz bietet sodann die Kombination aus Haarabdeckung. Hier
ist eine Variante hierzu wird in der
US 5,067,174 A beschrieben. Einen vollständigen Schutz des Gesichts bietet diese Variante allerdings
nicht.
[0006] Eine Maske zur Bedeckung des gesamten Gesichts wird mit der
US 4,296,746 A vorgestellt. Diese Maske ist aus einem harten Material und unpraktisch beim Auf-
und Absetzen. Gerade für Zwischenbesprechungen während einer Operation soll ein schnelles
Abziehen der Maske möglich sein, wobei diese allerdings noch an Körper gehalten wird,
ohne dass die Maske für den Nutzer hinderlich ist.
[0007] Einen vollen Schutz vor jeglicher Ansteckung bietet eine sogenannte belüftete Atemmaske,
welche vollumfänglich den Kopf bedeckt und über ein integriertes Visier verfügt. Diese
ist zumeist Teil eines Ganzkörperschutzanzugs. Derartige Masken stellen in bestimmten
Einsatzgebieten, insbesondere bei hochansteckenden Krankheiten mit tödlichem Verlauf,
das Überleben des Krankenhauspersonals sicher. Allerdings sind derartige Masken in
vielen Fällen nicht notwendig und zudem unhandlich, um die Atemmaske schnell vom Mund
zu entfernen, z.B. um einen medizinischen Bericht zu verfassen und dabei normal ohne
Atemschutz zu atmen. Belüftete Masken sind ohne Weiteres an einem Atemluftschlauch
zu erkennen und z.B. aus der
CN 111296965 A und aus der
EP 3 153 043 B1 bekannt.
[0008] Weiterhin sind Masken bekannt, welche den Kopf vollumfänglich umschließen. Auch hier
ist ein einfaches Abnehmen der Maske nicht möglich. Zugleich muss hierbei ein Abluftsystem
vorgesehen sein, denn es ist nur ein geringer Raum vorhanden, in welchem sich die
ausgeatmete Atemluft ausbreiten kann. So kann es zum Schwitzen der Haut im Mundbereich
und zu Beschlagen des Visiers kommen. Beispiele für Vollkopf-Masken sind u.a. die
CN 111035085, die
GB 2444224 A1 und die
EP 3 600 569 A1.
[0009] Es sind auch Masken bekannt, welche mehrteilig zusammengesetzt sind. Eine solche
Maske mit absetzbarem Visier ist u.a. aus der
SE 534352 C2 bekannt. Hier müssen spezielle Maßnahmen zur Abdichtung in den Übergangsbereichen
ergriffen werden.
[0010] Weiterhin sind lösbare Umschnallvisiere aus einem biegsamen Kunststoff bekannt. In
der Variante der
KR 102003183 B1 ist ein solches Visier offenbart. Dabei kann die Starrheit des Materials nur bedingt
auf hervorstehende Bereiche des Gesichts wie die Nase reagieren, was für den Träger
als unangenehm empfunden wird.
[0011] Die
FR 3016271 B1 zeigt eine unbelüftete medizinische Haube, welche den Kopf hinreichend vor Viren
oder Bakterien schützt. Problematisch an dieser Variante ist allerdings einerseits
die leichte Abnehmbarkeit bzw. Handhabung der Maske, welche vollständig über den Kopf
gestreift werden muss, nicht gegeben. Außerdem ist eine Brillenseitige umlaufende
Dichtung ähnliche einer Skibrille vorgesehen, welche zum Beschlagen der Brilleninnenseite
führen kann. Zudem ist keine Durchlässigkeit des Atemschutzmaterials gegeben, so dass
die Luft in die Maske entweicht.
[0012] Die
US 2017/258151 offenbart ein Visier zum Schutz vor Wasser. Ein antiviraler oder antibakterieller
Atemschutz ist nicht gegeben. Darüber hinaus besteht bei dieser Variante eine hohe
Gefahr des Beschlagens des Visieres von Innen.
[0013] Ausgehend vor vorgenannten Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung eine medizinische Haube, insbesondere für den Operationsbereich, bereitzustellen,
welche einerseits einen Schutz des gesamten Gesichtsbereichs ermöglicht und welche
zugleich einfach abstreifbar ist, um außerhalb der Gefahrenzone ohne die Behinderung
durch die Haube agieren zu können.
[0014] Die vorliegende Anmeldung löst diese Aufgabe durch das Bereitstellen einer medizinischen
Haube mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0015] Eine erfindungsgemäße unbelüftete medizinische Haube weist ein ein Gesicht und eine
Schädelkalotte eines Nutzers zumindest teilweise-bedeckendes Außenmaterial aus Textil-
und/oder Vlies auf. Teilweise bedeckend bedeutet, dass in einer bevorzugten Ausführungsvariante
ein Teil des Hinterkopfes im Bereich des Haaransatzes, die Ohren und ggf. ein Teil
des Halses unbedeckt bzw. frei liegt.
[0016] Unbelüftet bedeutet dabei im Kontext der vorliegenden Erfindung, dass anders als
z.B. im Fall von beatmeten Masken keine Mittel zur zusätzlichen maschinellen Belüftung
der Haube z.B. durch eine separate Sauerstoffversorgung vorgesehen sind. Insbesondere
ist kein Zuluftschlauch vorgesehen, zum Zuleiten von Sauerstoff und auch kein Abluftschlauch
vorgesehen sind, wie sie bei hochgradig-tödlichen infektiösen Krankheiten wie Ebola
meist zusammen mit Ganzkörperanzügen eingesetzt werden. Auch sind keine Gasfilterkartuschen
wie im Fall von Gasmasken vorgesehen.
[0017] Vielmehr weist die Haube ein in die Haube integriertes Atemschutzvlies zum Schutz
vor Mikroben, insbesondere Viren und Bakterien auf. Das Atemschutzvlies ist derart
ausgebildet, dass es diese Teilchen zuverlässig aus der ein- und ausströmenden Luft
herausfiltert. Integriert heißt, dass das Atemschutzvlies mit den restlichen Bestandteilen
und Segmenten der Haube fest verbunden ist.
[0018] Gleiches gilt für ein in die Haube integriertes Visier. Eine auswechselbare gesonderte
Skibrille, wie dies im Stand der Technik gezeigt ist, stellt demgegenüber keine feste
Verbindung mit den restlichen Teilen der Haube dar.
[0019] Für einen effektiven Schutz vor eine Infektion ist die Gesamtheit aus Visier und
Atemschutzvlies randseitig von dem Außenmaterial umrahmt. Anders als herkömmliche
Atemschutzmasken, welche nur den Mund-Nasenbereich schützen, bietet die erfindungsgemäße
Atemschutzmaske umfassenderen Schutz, z.B. vor eine Anlagerung von Tröpfchen im Gesicht.
[0020] Anders als den Kopf vollumfassende Masken, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt
sind und bei welchen eine Flexibilität eher im Halsbereich gewährleistet sein muss,
um die Maske vollumfänglich über den Kopf zu streifen, ist die die medizinische Haube
elastisch am Hinterkopf gehalten bzw. festlegbar, so dass ein einfaches Abstreifen
der Maske durch Griff an den Hinterkopf möglich ist. Andere Halteelemente, wie z.B.
Bänder können dabei verschlossen bleiben, so dass die Haube weiterhin am Hals gehalten
wird, jedoch der Nutzer ohne den Schutz des Atemschutzvlies oder Visier z.B. außerhalb
des medizinischen Bereichs frei sehen und atmen kann.
[0021] Vorteilhaft Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0022] Die elastische Halterung der Haube am Hinterkopf erfolgt vorzugsweise durch einen
Gummizug.
[0023] Die Haube kann bevorzugt derart ausgebildet sein, dass sich der Gummizug zumindest
bereichsweise radial seitlich am Kopf oder zumindest bereichsweise um den Hinterkopf
des Nutzers in einer bestimmungsgemäßen Anwendung erstreckt, so dass der Kopf entlang
einer Radialbahn umspannt wird. Dadurch wird die Haube oberhalb des Augenbereichs
gehalten.
[0024] Das Atemschutzvlies ist insbesondere ein Vlies aus einem FFP2-Material. Das Außenmaterial
aus Textil- und/oder Vliesmaterial weist dabei kein FFP2-Material auf, sondern ein
dünneres Material mit einem geringeren Flächenmaterial.
[0025] Die unbelüftete medizinische Haube weist in einem die Nase bedeckenden Bereich eine
Versteifung oder eine Nasenklammer auf. Die Versteifung oder Nasenklammer kann insbesondere
als eine Materialverstärkung oder ein mit dem Vliesmaterial verbundenes plastisch-verformbares
biegsames Material ausgebildet sein. Ein solches biegsames Material kann bevorzugt
als ein biegsamer Draht oder ein biegsamer Metallstreifen ausgebildet sein.
[0026] Das Visier kann mit einer randseitig um den Sichtbereich des Visieres umlaufenden
Naht mit dem Außenmaterial und/oder dem Atemschutzvlies verbunden sein, vorzugsweise
vernäht und/oder verschweißt, ist, um so eine besondere Dichtigkeit zu erreichen.
[0027] Die medizinische Haube kann zudem vorteilhaft ein Dichtprofil, vorzugsweise aus einem
Elastomer, einem Silikon und/oder einem TPE, aufweisen, welches zwischen Nase und
Mund angeordnet ist. Das Dichtprofil kann insbesondere eine Dichtlippe und eine Dichtwulst
aufweisen, um eine verbesserte am Gesicht anliegende Abdichtung zu erreichen.
[0028] Durch das Dichtprofil wird ein vom Sichtbereich getrennter Atemraum durch die Haube
geschaffen, wobei trotz der Abdichtung ein vollständiger Luftaustausch nur durch das
Atemschutzvlies erfolgt.
[0029] Die Haube kann vorteilhaft zumindest zwei Bänder, vorzugsweise auf gegenüberliegenden
Randseiten des Atemschutzvlieses, aufweisen, mit welchem die Haube weiterhin am Kopf
fixierbar ist.
[0030] Die Bänder können sodann randseitig um den Kopf herum-geführt und miteinander verbunden
werden. Eine Variante der Verbindung kann ein Verknoten sein. Bevorzugt sind die Bänder
dabei randseitig am Atemschutzvlies verschweißt.
[0031] Die Bänder dienen der Fixation im angelegten aber auch im abgestreiften Zustand der
Haube.
[0032] Für einen umfassenden Schutz kann die Haube ein als Latz ausgebildetes Teilsegment
aufweisen, welches den Hals- und Brustbereich im bestimmungsgemäßen Gebrauch zumindest
teilweise bedeckt. Im auf den Hinterkopf folgenden Halsansatz und unterhalb der Schultern
kann die Bedeckung des Halses und der Brust enden, um kein übermäßiges Bewegungshindernis
darzustellen.
[0033] Die unbelüftete medizinische Haube kann zudem eine Haarabdeckung aufweisen, wobei
sich der Latz vorzugsweise bis in den Bereich zwischen Visier und Ohren erstreckt
und dort in die Haarabdeckung übergeht. Im Fall, dass der Nutzer eine Glatze trägt,
so überdeckt die Haarabdeckung die Glatze bis zur vorgenannten Radialbahn. Die Haarabdeckung
kann seitlich mit dem Gummizug abschließen.
[0034] Weiterhin kann sich das Atemschutzvlies teilweise in einen Bereich zwischen Visier
und dem Gesicht des Nutzers erstrecken und vorzugsweise unterhalb der Augen einen
Umschlagbereich aufweisen. Ein Umschlagbereich definiert sich durch eine doppelte
Materiallage, so dass das Vlies entlang eines Knicks umgeschlagen ist. Dadurch wird
eine zusätzliche Dichtwirkung erreicht. Das Atemschutzvlies erstreckt sich somit in
einem Raum, welcher zwischen dem Visier und dem Gesicht liegt.
[0035] Zur Vermeidung von unerwünschten optischen Irritationen an Knickkanten ist es von
Vorteil, wenn das Visier eine glatte gebogene Oberfläche. Insbesondere mit einem u-förmigen
Querschnitt, aufweist. Eine flexible faltbare Folie ist somit hierbei nicht erwünscht,
sondern ein vergleichsweise starres und zugleich transparentes Folienmaterial, z.B.
als Polycarbonat.
[0036] Das Visier kann zur Vermeidung von Kondensbildung durch Temperaturdifferenzen zwischen
Außen- und Innenseite zweilagig ausgebildet sein, mit zwei voneinander beabstandeten
Folienlagen, vorzugsweise aus Polycarbonat. Zudem kann das Visier vorteilhaft eine
Antifogging-Beschichtung aufweisen
[0037] Insbesondere um Platz für eine Brille oder ähnliches bereitzustellen ist es von Vorteil,
wenn die Haube zur Beabstandung des Visieres vom Gesicht einen Schirm aufweist, in
welchen das Visier randseitig übergeht und welcher gegenüber der Haarabdeckung im
bestimmungsgemäßen Zustand der Haube in der Anordnung am Kopf des Nutzers radial hervorsteht.
[0038] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten eines erfindungsgemäßen Knochenverbinders
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert wird. Der Fachmann wird
die in den Zeichnungen, der Beschreibung und den Ansprüchen in Kombination offenbarten
Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen
zusammenfassen. Insbesondere gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, diese im Rahmen
der vorliegenden Erfindung abzuwandeln und weiterzubilden. Es zeigen:
- Fig. 1
- Vorderansicht einer Variante einer erfindungsgemäßen medizinischen Haube;
- Fig. 2
- Seitenansicht der Haube der Fig. 1; und
- Fig. 3
- Rückansicht der Haube der Fig. 1.
[0039] Das in den Fig. 1-3 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine medizinische Haube
1 aus einem textilen Material in Form einer Haube.
[0040] Die medizinische Haube 1 weist ein integriertes Atemschutzfiltervlies 2 im Mundbereich
und ein integriertes Visier 3 im Augenbereich auf.
[0041] Der Bereich des integriertem Atemschutzvlieses 2 ist dabei steifer als ein Bereich
3 jenseits des Atemschutzvlieses, welches im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch
als Außenmaterial 15 bezeichnet wird. Dies verbessert den Tragekomfort insbesondere
in der Halsregion des Nutzers. Der Bereich des Atemschutzvlieses weist eine konvexe
von der Innenseite der medizinischen Haube 1 wegführende Form auf.
[0042] Im Aufnahmebereich der Nase weist die medizinische Haube 1 oberhalb der Nasenöffnung
in Richtung der Augen eine Versteifung 4 oder eine Nasenklammer, beispielsweise eine
Materialverstärkung oder ein ins Vliesmaterial eingearbeitetes plastisch-verformbares
biegsames Material wie z.B. einen biegsamen Draht, einen biegsamen Metallstreifen
oder dergleichen auf. Ein bevorzugtes Material kann Aluminium sein. Dies ermöglicht
eine bessere Abdichtung gegenüber dem Sichtbereich auf Höhe des Visieres 3.
[0043] Weiterhin weist die medizinische Haube 1 oberhalb der Nasenöffnungen in Richtung
der Augen ein Dichtprofil 5 auf. Das Dichtprofil 5 kann bevorzugt aus einem Dichtmaterial
wie z.B. einem Elastomer oder einem Material mit elastomeren Gebrauchseigenschaften,
wie TPE oder aber aus Silikon bestehen. Das Dichtprofil 5 weist vorzugsweise einen
Querschnitt mit einer Dichtlippe und einer Dichtwulst auf. Das Dichtprofil 5 dient
der zusätzlichen Abdichtung des Visieres vor Beschlagen durch Atemluft.
[0044] In einem Mittelbereich des Atemschutzvlieses und mit Verlauf unterhalb der Ohren
im angelegten Zustand weist die medizinische Haube 1 zwei Bänder 6 auf, welche hinter
dem Kopf zusammengeführt werden können. In den Fig. 1-3 ist zum Zusammenführen der
Bänder eine Schleife dargestellt. Es ist allerdings auch möglich einen Klettverschluss,
eine Verbindung über Knöpfe, z.B. Druckknöpfe, oder dergleichen vorzusehen.
[0045] Die Bänder 6 können aus einem Textil- und/oder Vliesmaterial gefertigt sein, welche
durch z.B. durch Verschweißungen 7 oder Vernähungen oder auf andere Weise randseitig
mit dem Atemschutzvlies 2 verbunden sein. Ebenfalls randseitig am Atemschutzvlies
2 und des Visieres 3 ist ein den Hals und den Brustkorb bedeckender integrierter Latz
8 aus Textil- und/oder Vliesmaterial vorgesehen. Der Latz erstreckt sich seitlich
des Atemschutzvlieses zumindest bis auf Höhe der Schläfen, derart dass die randseitige
Gesichtspartie geschützt ist jedoch die Ohren freiliegen und dadurch keine Verringerung
des Hörvermögens besteht.
[0046] Das Atemschutzvlies 2 ist randseitig vollumfänglich mit dem Material des Visiers
3 und/oder des Latzes 8 umgeben. Gleiches gilt für das Visier 3, welches vollumfänglich
mit dem Material des Atemschutzvlieses 2 und/oder des Latzes 8 umgeben ist.
[0047] Im Stirnbereich oberhalb des Visieres 3 weist die medizinische Haube 1 eine integrierte
Haarabdeckung 9 auf, welche ebenfalls aus einem Textil und/oder Vliesmaterial gefertigt
ist.
[0048] Das Material der Haarabdeckung 9 und des Latzes 8 weist dabei eine um zumindest 50
%, vorzugsweise eine um mehr als 70%, geringere Dicke auf als das Material des Atemschutzvlieses
2. Auch das Flächengewicht pro Quadratmeter ist für die Haarabdeckung 9 und den Latz
8 um zumindest 50 % geringer, vorzugsweise um mehr als 70% geringer als das Flächengewicht
des Atemschutzvlieses 2.
[0049] Die Haarabdeckung 9 ist zumindest einem freien Randbereich 10, vorzugsweise in allen
freien Randbereichen, mit einem Gummizug 11 versehen, so dass die Größe der Haarabdeckung
flexibel auf die Dimension eines jeweiligen Kopfes anpassbar ist. Dabei ist der Verlauf
des Gummizuges nicht nur radial um den Kopf herum, sondern er verläuft auch auf Höhe
der Schläfen in Richtung der Ohren und darüber hinaus.
[0050] Die Haarabdeckung 9 ist dabei aus einem identischen Material wie der Latz 8 gefertigt,
welches das vorgenannte Außenmaterial ist. Bevorzugt kann es sich um ein Vliesmaterial
aus PE-Fasern, also Polyethylenfasern, handeln.
[0051] Das Visier 3 ist als Sichtschild mit einer glatten durchgehend gebogenen Fläche ausgebildet.
Als Material des transparenten Sichtschirmes kann z.B. Polycarbonat-Folie genutzt
werden. Dabei handelt es sich um lediglich eine Biegung, so dass das Visier 3 den
Querschnitt eines "U"'s aufweist. Randseitig ist das Visier umlaufend mit dem Material
des Latzes 8, des Atemschutzvlieses 2 und/oder der Haube 9 vernäht, verschweißt oder
auf andere Art und Weise festgelegt.
[0052] Die medizinische Haube 1 ist dergestalt ausgebildet, dass im aufgesetzten Zustand
ein Teilbereich 11 des Atemschutzvlieses 2 und/oder des Materials des Latzes 8, welches
zwischen dem Atemschutzvlies 2 und dem Visier 3 angeordnet ist, sich zwischen den
Nasenansatz und der inneren Oberfläche des Visieres 3 erstreckt. Dadurch wird eine
bessere Abdichtung des Visierinnenbereichs vor Atemluft erreicht.
[0053] Dabei ist das Textil- und/oder Vliesmaterial umgeschlagen, definiert somit einen
Umschlagbereich 16, und weist daher im bestimmungsgemäßen Zustand, also aufgesetzt
auf dem Kopf des Nutzers, entlang seiner Kante zu den Augen hin somit eine doppelte
Materiallage auf.
[0054] Zur Verhinderung eines unabsichtlichen Knickens der starren Form des Visieres ist
es von Vorteil, wenn der Ansatz der Haarabdeckung 9 als eine Art Haubenschirm 12 ausgebildet
ist, welcher radial vom Kopf wegführt.
[0055] Das Atemschutzvlies 2 weist zumindest eine zentrale Verfestigungsnaht 13 und davon
ausgehend linien-förmige Seitennahten 14 auf, welche symmetrisch zur zentralen Verfestigungsnaht
13 verlaufen und eine V-Form ausbilden. Diese sind in einem Abstand von weniger als
2 cm zueinander angeordnet. Der Übergangsbereich zwischen dem Atemschutzvlies 2 und
dem Latz 3 weist eine zumindest 2 mm, vorzugsweise 3-12 mm breite Flächenschweißnaht,
auf, welche eine feste mechanische Verbindung ermöglicht. An oder auf dieser Flächenschweißnaht
fängt die Befestigung der Bänder 6 an.
[0056] Das Atemschutzvlies kann aus einem Material der Klasse FFP2 gefertigt sein, welches
die Aufnahme und Verbreitung von Bakterien und Viren beim Sprechen, Niesen, Husten
oder Atmen verhindert. Das Material des Latzes 8 und der Haarabdeckung 9 ist vorzugsweise
aus einem durchlässigeren Material gefertigt, so dass es eine höhere Flexibilität
aufweist und zugleich auch eine höhere Luftdurchlässigkeit.
[0057] Es ist eine wichtige Bedingung für die medizinische Haube, dass ein gewisses Maß
an Luftdurchlässigkeit gegeben ist, um den Bestimmungen für eine ausreichende Sauerstoffversorgung
zu genügen. Ein Teil der im Stand der Technik dargestellten Lösungen sind dazu nicht
in der Lage.
[0058] Zugleich sollte die medizinische Haube trotz der hohen Anforderungen an Hygiene auch
problemlos abstreifbar sein. Besonders zu erwähnen ist dabei, dass aufgrund des lediglich
teilumfassten Kopfes ein Überkopf-Herunterziehen der Haarabdeckung nebst Visier und
Vlies möglich ist, so dass ein Arzt nicht zwingend für kurze Unterbrechungen die Bänder
6 lösen braucht, um z.B. zu trinken oder dergleichen. Vielmehr kann er die Haube für
die Zeit jenseits des Schutzbereichs in dem die Haube nötig ist auf im abgezogenen
Zustand um den Hals tragen.
[0059] Diese einfache Bedienbarkeit erhöht deutlich die Akzeptanz zur Nutzung der Haube
anstelle einer vollumfänglichen Maske, die den gesamten Kopf einschließt. Zugleich
schützt die Haube den Nutzer und die Umgebung vor Viren-, Bakterien-, Mikrobenübertragungen
und dergleichen.
[0060] Das Visier 2 ist in einer bevorzugten Ausführungsvariante als Schutz vor Knicken,
welche die optische Brechung beeinflussen, aus zumindest zwei voneinander beabstandeten
Lagen eines transparenten Kunststoffs ausgebildet.
[0061] Darüber hinaus weist das Visier entlang seiner Innenseite eine sogenannte "Antifogging"-Beschichtung,
also eine Beschichtung gegen das Beschlagen auf. Derartige Beschichtungen sind aus
anderen Anwendungsfeldern bereits bekannt. Ein typisches Beispiel ist einer solchen
Beschichtung sind Silizium-Nanopartikel eingebettet in einem Polymerfilm.
[0062] Insgesamt wird dadurch ein transparenter Gesichtsschutz zum zusätzlichen Schutz der
Augen oder des Gesichts vor Aerosolen bereitgestellt, welcher mehrere Elemente dicht
miteinander verbunden in der medizinischen Haube 1 kombiniert. Dabei ist das Tragegefühl
und die Akzeptanz der Nutzer ebenso ein wichtiger Aspekt wie der erhöhte Schutz vor
Ansteckung und die Anwendbarkeit insbesondere im medizinischen Bereich, wo ansonsten
auch Haarabdeckungen und dergleichen benötigt werden.
[0063] Die medizinische Haube 1 ist im Bereich des Hinterkopfes teilweise geöffnet ausgebildet,
sie umfasst den Kopf im Haarbereich vollumfänglich und ist durch zumindest den Gummizug
11 und im Nacken durch die zwei seitlichen Bänder 6 gehalten.
[0064] Im stirnseitigen Bereich der Haarabdeckung 9 können zwei seitliche elastischen Bänder
angeordnet sein, welche in den Gummizug 11 müden, welcher um den Hinterkopf führt
und so gehalten wird. Der Gummizug 11 kann insbesondere als Gummiband ausgebildet
sein.
[0065] Die beiden Bänder 6 bestehen aus dem gleichen Material wie die Haube. Diese beiden
Bänder können am Hinterkopf zu einem Knoten gebunden werden. Die Ausgestaltung der
medizinischen Haube 1 verhindert u.a. auch ein Ziehen an den Ohren, wie es beim langen
Tragen von FFP2 Masken auftritt. Dadurch wird die Akzeptanz der Haube zusätzlich erhöht.
[0066] Das Visier 2 ist so gestaltet, dass die medizinische Haube auch von Brillenträgern
verwendet werden kann.
[0067] In einem Verfahren zur Fertigung der medizinischen Haube erfolgt zunächst die Bereitstellung
von geeignetem Material für die jeweiligen vorbeschriebenen Segmente für den Latz
8 und die Haarabdeckung 9 wobei die beiden Segmente einstückig verbunden gemeinsam
aus einem Material ausgeschnitten werden können
[0068] Sodann erfolgt das Zuschneiden der jeweiligen Teile und das Anschweißen einer Vlieslage
als Atemschutzvlies in eine Aussparung im Mittelsegment des Latzes.
[0069] Sodann erfolgt ein Einsetzen des Schildes oberhalb des Atemschutzvlieses und das
Vernähen und/oder Verschweißen des Schildes mit dem Segment des Latzes 8, die Haarabdeckung
9 und/oder des Atemschutzvlieses 2 unter Ausbildung des Visieres 3.
[0070] Sodann erfolgt das Einsetzen der Nasenklammer oder der Versteifung, das Einsetzen
des Gummizuges 11 und der Bänder 6. Schließlich kann ein Verschweißen der Nähte erfolgen.
[0071] Der Begriff medizinische Haube weist auf die Eignung in einem Einsatzgebiet hin.
Sie ist insbesondere für Ärzte, Krankenhauspersonal, Pflegepersonal, in Impfzentren
oder von Apothekern z.B. bei Durchführung von Schnelltest oder dergleichen einsetzbar.
Die Eignung schließt allerdings nicht den Einsatz in anderen Bereichen aus. So kann
die Haube z.B. auch in krankheitserzeugenden Bereichen, wie z.B. bei der Entfernung
von Schimmelpilzen oder zur Ungezieferbeseitigung eingesetzt werden.
[0072] Besonders geeignet ist sie dort, wo zusätzlich zum Atemschutz auch ein Haarschutz
benötigt wird. Hier ist beispielsweise, jedoch nicht ausschließlich, der chirurgische
Bereich zu nennen.
[0073] In einer weiter bevorzugten Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung kann in
der erfindungsgemäßen Haube einer oder mehrere Sensoren zur Überwachung und/oder Ermittlung
einzelner Komponenten der Atemluft angeordnet sein.
[0074] Entsprechende Sensoren auf Basis der MEMS-Technologie, wie z.B. der XENSIV-PAS von
Infineon sind bereits bekannt und ermöglichen. Auch eine Feuchte- und Temperaturmessung
ist mit einem entsprechenden Sensor auf MEMS-Basis, z.B. dem HYT221 der IST AG möglich.
Auch Biosensoren zur Detektion von Krankheitserregern können in der erfindungsgemäßen
Haube eingesetzt werden.
[0075] Die Sensoren ermöglichen vorteilhaft durch Ermittlung von Einzelparameter Rückschlüsse
auf die Qualität der ausgeatmeten Atemluft und auf den Gesundheitszustand des Nutzers.
Bezugszeichen
[0076]
- 1
- Haube
- 2
- Atemschutzvlies
- 3
- Visier
- 4
- Nasenklammer
- 5
- Dichtprofil
- 6
- Bänder
- 7
- Verschweißungen
- 8
- Latz
- 9
- Haarabdeckung
- 10
- Freier Randbereich
- 11
- Gummizug
- 12
- Haubenschirm
- 13
- Verfestigungsnaht
- 14
- Seitennaht
- 15
- Außenmaterial
- 16
- Umschlagbereich
1. Unbelüftete medizinische Haube (1)
mit einem ein Gesicht und die Schädelkalotte eines Nutzers zumindest teilweise-bedeckenden
Außenmaterial (15) aus Textil- und/oder Vlies;
einem in die Haube (1) integrierten Atemschutzvlies (2) zum Schutz vor Mikroben, insbesondere
Viren und Bakterien; und
einem in die Haube (1) integrierten Visier (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gesamtheit aus Visier (3) und Atemschutzvlies (2) randseitig von dem Außenmaterial
(15) umrahmt ist, und
dass die medizinische Haube (1) elastisch an einem Hinterkopf des Nutzers festlegbar
ausgebildet ist.
2. Unbelüftete medizinische Haube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Halterung der Haube (1) am Hinterkopf durch einen Gummizug (11) erfolgt.
3. Unbelüftete medizinische Haube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (1) derart ausgebildet ist, dass sich der Gummizug (11) zumindest bereichsweise
radial seitlich am Kopf oder zumindest bereichsweise um den Hinterkopf des Nutzers
in einer bestimmungsgemäßen Anwendung erstreckt, so dass der Kopf entlang einer Radialbahn
umspannt wird.
4. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Atemschutzvlies (2) ein Vlies aus einem FFP2-Material ist.
5. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die unbelüftete medizinische Haube (1) in einem die Nase bedeckenden Bereich eine
Versteifung oder eine Nasenklammer (4), vorzugsweise eine Materialverstärkung oder
ein mit dem Vliesmaterial verbundenes plastisch-verformbares biegsames Material, besonders
bevorzugt einen biegsamen Draht oder einen biegsamen Metallstreifen, aufweist.
6. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Visier (3) in einer randseitig um den Sichtbereich des Visieres (3) umlaufenden
Naht mit dem Außenmaterial (15) und/oder dem Atemschutzvlies )2= verbunden, vorzugsweise
vernäht und/oder verschweißt, ist.
7. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die medizinische Haube (1) ein Dichtprofil (5), vorzugsweise aus einem Elastomer,
einem Silikon und/oder einem TPE, aufweist, welches zwischen Nase und Mund angeordnet
ist.
8. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (1) zumindest zwei Bänder (6) aufweist, welche randseitig um den Kopf herum
führbar und miteinander verbindbar, insbesondere verknotbar, sind, wobei die Bänder
(6) vorzugsweise am Atemschutzvlies (2) randseitig festgelegt, insbesondere verschweißt
sind.
9. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (1) ein als Latz (8) ausgebildetes Teilsegment aufweist, welches den Hals-
und Brustbereich im bestimmungsgemäßen Gebrauch zumindest teilweise bedeckt.
10. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die unbelüftete medizinische Haube (1) eine Haarabdeckung (9) aufweist, wobei sich
der Latz (8) vorzugsweise bis in den Bereich zwischen Visier (3) und Ohren erstreckt
und dort in die Haarabdeckung (9) übergeht.
11. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Atemschutzvlies (2) sich teilweise in einen Bereich zwischen Visier (3) und dem
Gesicht des Nutzers erstreckt und vorzugsweise unterhalb der Augen einen Umschlagbereich
(16) aufweist.
12. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Visier (3) eine glatte gebogene Oberfläche, insbesondere mit einem u-förmigen
Querschnitt, aufweist.
13. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Visier (3) zweilagig ausgebildet ist, mit zwei voneinander beabstandeten Folienlagen,
vorzugsweise aus Polycarbonat.
14. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Visier (3) eine Antifogging-Beschichtung aufweist.
15. Unbelüftete medizinische Haube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (1) einen Schirm (12) aufweist, in welchen das Visier (3) randseitig übergeht
und welcher aus der Haarabdeckung (9) hervorsteht.