[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Türbetätigers einer Türanlage,
insbesondere einer Schwenkflügeltür, mit wenigstens einem beweglichen Türflügel und
mit einer Steuereinrichtung, die zur Steuerung eines Antriebes des mit dem Türflügel
gekoppelten Türbetätigers ausgebildet ist, und mit einer Sensoreinheit, die zur Erkennung
von Personen in einem Bereich vor der Türanlage ausgebildet ist und eine Information
über die Personen an die Steuereinrichtung übermittelt.
STAND DER TECHNIK
[0002] Die
EP 3 613 933 A1 offenbart ein Verfahren zum Betrieb einer automatischen Türanlage, die einen Türbetätiger
aufweist, der mit einem Türflügel verbunden ist. Dabei ist angegeben, dass für automatische
Schiebetüren Radarbewegungsmelder zur Ansteuerung der Türbewegung eingesetzt werden.
Für Drehflügeltüren sind Radarsensoren zur Erfassung von Überwachungsbereichen nicht
üblich, wenn die Sensoren schließlich Personen erfassen und entsprechende Daten an
eine Steuereinheit zur Steuerung der Türanlage übermitteln.
[0003] Ein weiteres Verfahren zum Betrieb einer automatischen Türanlage ist aus der
DE 196 13 178 A1 bekannt, und die Türanlage weist einen Türflügel auf, der über einen Türbetätiger
betätigt werden kann. Weiterhin werden Sensoreinheiten vorgeschlagen, die mit einer
Steuereinheit zusammenwirken und über Sensordaten kann die Steuereinheit so angesteuert
werden, dass die Türanlage optimal betrieben wird.
[0004] Ein Optimum des Betriebes einer Türanlage wird insbesondere darin gesehen, das Öffnungsverhalten
der Türanlage der Durchgangsfrequenz der passierenden Personen anzupassen. Wenn also
eine größere Anzahl von Personen die Türanlage passiert, soll das Öffnungsverhalten
anders ausgeführt werden, als wenn nur eine einzige Person die Türanlage passiert.
Zusätzlich sollen auch Witterungsverhältnisse, die Tageszeit, der Wochentag und beispielsweise
auch eine Temperaturdifferenz von innen und außen eines Gebäudes berücksichtigt werden.
[0005] Dabei wird es als ein Idealzustand angesehen, dass eine Tür nur soweit öffnet, wie
es für den Personendurchgang einer Person auch erforderlich ist. Insbesondere soll
die Tür am richtigen Ort öffnen und schließen, beispielsweise wenn es sich um mehrflügelige
Türanlagen handelt, insbesondere betreffend Schiebetüren. Angestrebt wird dabei das
Ziel, einen oder mehrere Türflügel so anzusteuern, dass eine Person beim Passieren
der Türanlage seine Gangbewegung im Bewegungsschlauch unverändert fortsetzen kann,
der Türflügel jedoch nicht früher öffnet als notwendig und auch nicht später schließt
als notwendig. So soll eine intelligente Tür geschaffen werden, mit der es möglich
sein soll, das Öffnungs- und Schließverhalten einer kompletten Türanlage in Abhängigkeit
von der Verkehrssituation und von Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Wind, Druckdifferenz,
Luftwechselbedarf und ähnlichen Parametern zu steuern.
[0006] Grundsätzlich kann die Steuerung zum Betrieb einer automatischen Türanlage auf die
Begehung durch nur eine Person optimiert werden, jedoch können Begehungssituationen
auftreten, in denen zwei oder mehrere Personen die Türanlage begehen und in den Erfassungsbereich
des Sensoreinheit eintreten. Dabei ist es das Ziel, auch bei einer gleichzeitigen
Begehung der Türanlage durch mehrere Personen eine optimale Steuerung der Bewegung
des wenigstens einen Türflügels zu erzielen, sodass jede der Personen die Türanlage
ungehindert durch den Türflügel begehen kann, andererseits aber der Türflügel auch
bei mehreren Personen nicht unnötig lange die Schließposition verlässt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0007] Die Aufgabe der Erfindung liegt somit in der weiteren Verbesserung eines Verfahrens
zum Betrieb einer Türanlage, sowie zur Schaffung einer solchen Türanlage, mit der
das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann. Die Verbesserung soll insbesondere
darin bestehen, eine optimale Ansteuerung der Türflügel der Türanlage auch bei Begehung
der Türanlage durch mehrere Personen zu erreichen, sodass jede der Personen die Türanlage
ungehindert durch den Türflügel begehen kann, andererseits aber der Türflügel nicht
unnötig lange geöffnet ist.
[0008] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Verfahren 1 gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ausgehend von einem Türbetätiger nach Anspruch 9 in Verbindung mit den kennzeichnenden
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0009] Erfindungsgemäß weist das Verfahren wenigstens die folgenden Schritte auf: Erkennen
einer ersten Person; Berechnen der voraussichtlichen Ankunftszeit der ersten Person
am Türflügel; Berechnen von ersten Steuerparametern zur Ansteuerung des Türflügels
bezogen auf die erste Person; Erkennen wenigstens einer zweiten Person; Berechnen
der voraussichtlichen Ankunftszeit der zweiten Person am Türflügel; Berechnen von
zweiten Steuerparametern zur Ansteuerung des Türflügels bezogen auf die zweite Person;
Verknüpfen der ersten Steuerparameter mit den zweiten Steuerparametern zu einem ersten
Steuerparametersatz und Steuern des Antriebes des Türflügels auf Grundlage des ersten
Steuerparametersatzes.
[0010] Kerngedanke der Erfindung ist die integrierte Verarbeitung mehrerer Steuerparameter
zur Steuerung des Antriebs des Türflügels einer Türanlage, sodass auch bei einer Begehung
der Türanlage durch mehrere Personen Steuerparameter für den Antrieb des Türflügels
bestimmt werden können, die einer komfortablen Begehung der Türanlage durch jede einzelne
Person gerecht wird. Dabei kann die Steuerung so erfolgen, dass auch die Anforderung
erfüllt wird, dass der Türflügel nicht unnötig lange in einer Öffnungsposition verbleibt.
Das Verfahren sieht hierfür zunächst das Erkennen einer ersten Person und das Berechnen
von ersten Steuerparametern vor, sodass dann, wenn es bei der ersten Person bleibt,
der Türflügel entsprechend optimal angetrieben werden kann. Wird eine zweite Person
erkannt, so werden zweite Steuerparameter erzeugt, und es erfolgt im Kern der Erfindung
ein Verknüpfen der ersten Steuerparameter mit den zweiten Steuerparametern zu einem
Steuerparametersatz, der schließlich zugrunde gelegt wird zur Steuerung des Antriebs
des Türflügels.
[0011] Auf diese Weise kann basierend auf der Verknüpfung der beiden Steuerparameter eine
Türsteuerung erzielt werden, die nicht lediglich auf der Addition von Einzelwerten
beruht. Beispielsweise ist es nicht möglich, eine voraussichtliche Ankunftszeit einer
ersten Person mit der Ankunftszeit einer zweiten Person zu addieren. Folglich ist
es erfindungsgemäß vorgesehen, dass beispielsweise die Ankunftszeit, die Geschwindigkeit
und/oder die Bewegungsrichtung der wenigstens zwei Personen miteinander einzeln verglichen
werden oder es werden jeweilige personenbezogene Parametersätze aus den Einzelparametern
in ihrer Gesamtheit, beispielsweise als Personenvektoren, miteinander verglichen.
Das Verfahren sieht insbesondere vor, dass nach dem Berechnen von ersten Steuerparametern
zur Ansteuerung des Türflügels bezogen auf die erste Person ein Speichern der ersten
Steuerparameter in einem Indexspeicher vorgenommen wird. Als Indexspeicher wird vorliegend
ein Speicher verstanden, der pro Steuerparameter oder Steuerparametersatz eine diskrete
Speicherstelle oder einen diskreten Speicherplatz aufweist, sodass aus dem Indexspeicher
bereits die Einzelinformation ausgelesen werden kann, ob bereits ein Steuerparameter
oder ein Steuerparametersatz abgespeichert ist oder nicht.
[0012] Nur dann, wenn bereits ein Steuerparameter oder ein Steuerparametersatz abgespeichert
ist, so erfolgt die erfindungsgemäße Verknüpfung der ersten Steuerparameter mit den
zweiten Steuerparametern zu einem Steuerparametersatz durch den entsprechenden Vergleich,
wohingegen dann, wenn der Indexspeicher keine belegte Speicherstelle aufweist, erfolgt
das Steuern des Antriebs des Türflügels allein basierend auf den ersten Steuerparametern.
[0013] Nach dem Berechnen von zweiten Steuerparametern zur Ansteuerung des Türflügels bezogen
auf die zweite Person erfolgt folglich der Schritt der Abfrage, ob erste Steuerparameter
im Indexspeicher vorliegen. Ergibt diese Abfrage, dass keine Steuerparameter vorliegen,
so erfolgt die Türsteuerung auf Basis der ersten Steuerparameter, ergibt diese Abfrage
aber, dass erste Steuerparameter vorliegen, so wird der Steuerparametersatz gebildet
und die Türsteuerung erfolgt auf Basis des Steuerparametersatzes.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch bei der Begehung der Türanlage durch mehr
als zwei Personen angewendet werden. So kann der Fall eintreten, dass zunächst das
Erkennen einer dritten Person folgt, woraufhin die voraussichtliche Ankunftszeit der
dritten Person am Türflügel berechnet wird. Daraufhin werden dritte Steuerparameter
berechnet, die zur Ansteuerung des Türflügels dienen, und die dritten Steuerparameter
beziehen sich ausschließlich auf die dritte Person. Anschließend erfolgt wieder ein
erfindungsgemäßes Verknüpfen, jedoch wird im Indexspeicher der aus den ersten und
zweiten Steuerparametern gebildete erste Steuerparametersatz herangezogen, sodass
eine Verknüpfung des ersten Steuerparametersatzes mit den für die dritte Person berechneten
dritten Steuerparametern mittels eines Vergleiches zu einem neuen zweiten Steuerparametersatz
folgt.
[0015] Sodann kann der Antrieb des Türflügels auf Grundlage des neuen zweiten Steuerparametersatzes
gesteuert werden. Der zweite Steuerparametersatz wird sodann wieder als einziger Steuerparametersatz
im Indexspeicher abgelegt, indem dieser den ersten Steuerparametersatz ersetzt oder
indem der erste Steuerparametersatz überschrieben wird, sodass der Indexspeicher unverändert
wieder auf +1 gesetzt wird. Somit wird im Indexspeicher entweder kein Steuerparametersatz
vorliegen, sodass der Index = 0 ist, oder es liegt ein Steuerparameter bei einer Person
oder ein Steuerparametersatz bei wenigstens zwei Personen im Indexspeicher vor. Die
Abfrage dient insofern dazu, ob im Indexspeicher Steuerparameter oder ein Steuerparametersatz
vorliegt, sodass nur dann die Verknüpfung durch den entsprechenden Vergleich auch
vorgenommen wird.
[0016] Das Verfahren kann zusammenfassend durch die folgenden weiteren Schritte beschrieben
werden: Abfrage nach jeder Bestimmung weiterer Steuerparameter, ob bereits Steuerparameter
abgespeichert sind. Für den Fall, dass noch keine Steuerparameter abgespeichert sind,
wird ein Index 0 definiert, sodass die Bewegung des Türflügels basierend auf den ersten
berechneten Steuerparametern bestimmt wird. Für den Fall, dass bereits erste Steuerparameter
abgespeichert sind, wird der Index im Indexspeicher +1 definiert, und es erfolgt die
Verknüpfung mittels eines Vergleiches der zuvor abgespeicherten Steuerparameter gemäß
Index +1 mit den zuletzt ermittelten zweiten Steuerparametern gemäß Index +2, sodass
das Steuern der Bewegung des Türflügels mit einem Optimum aus den zuvor abgespeicherten
Steuerparametern gemäß Index +1 und den zuletzt abgespeicherten Steuerparametern gemäß
Index +2 erfolgt, wobei das Optimum zugleich den neu abgespeicherten Steuerparametersatz
bildet.
[0017] Erfolgt keine weitere Personenerkennung, und ist nach dem genutzten Steuerparametersatz
der Türflügel wieder geschlossen worden, so wird schließlich auch der Indexspeicher
von +1 oder von +2 wieder gelöscht und damit auf den Index 0 gesetzt, sodass die Steuereinrichtung
wieder in den Ausgangszustand versetzt wird und erst dann wieder aktiviert wird, wenn
eine nächste Person erfasst wird.
[0018] Weiterhin können für einzelne Schritte des Verfahrens die weiter Unterschritte vorgesehen
sein: So kann ein Erstellen eines Personenvektors für die jeweilige Person erfolgen,
der wenigstens bestimmt wird aus einer Geschwindigkeit der erkannten Person, die die
Vektorlänge repräsentiert und der bestimmt wird aus einer Bewegungsrichtung der erkannten
Person, die die Vektorrichtung repräsentiert, und Ausführen des Berechnens der voraussichtlichen
Ankunftszeit der Person am Türflügel anhand des Personenvektors. Die Personenvektoren
können durch weitere Merkmale angereichert werden, beispielsweise betreffend die Größe
der Person oder eines mit der Person verknüpften Objektes wie beispielsweise ein Rollstuhl,
ein Krankenbett oder dergleichen.
[0019] Zur Vereinfachung des Verfahrens, insbesondere um das Verfahren nur bei einer entsprechenden
Notwendigkeit auszuführen, ist vorgesehen, dass bei einem Vergleich der zweiten Steuerparameter
mit den ersten Steuerparametern oder der dritten Steuerparameter mit dem ersten Steuerparametersatz
in einer Toleranzabfrage eine Toleranz abgeprüft wird, wobei dann, wenn eine Abweichung
der zweiten Steuerparameter von den ersten Steuerparametern innerhalb der Toleranz
liegt, die ersten Steuerparameter oder die zweiten Steuerparameter zur Steuerung des
Türflügels herangezogen werden und das Verknüpfen der ersten Steuerparameter mit den
zweiten Steuerparametern zu einem ersten Steuerparametersatz unterbleibt. Die Toleranz
kann beispielsweise eine Abweichung der Steuerparameter zueinander von etwa 5 % bis
10 % betreffen. Begleitet beispielsweise ein Kind einen Erwachsenen, und weichen die
Steuerparameter insbesondere bezogen auf die Personenvektoren des Kindes und des Erwachsenen
nur etwa 5 % voneinander ab, sodass die sich rechnerisch ergebenden Türsteuerzeiten
ebenfalls etwa 5 % voneinander abweichen, so kann der Vergleich der Werte aus dem
Indexspeicher unterbleiben und es kann unmittelbar mit den ersten Steuerparametern
der Türflügel angesteuert werden.
[0020] Merkmale und Details, die in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben
sind, gelten dabei auch in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Türbetätiger und
umgekehrt. Dabei können die in der Beschreibung und in den Ansprüchen erwähnten Merkmale
jeweils einzeln für sich oder in Kombination erfindungswesentlich sein. Insbesondere
wird ein Türbetätiger unter Schutz gestellt, mit dem das erfindungsgemäße Verfahren,
insbesondere das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, ausführbar ist.
[0021] Die Erfindung richtet sich ferner auf einen Türbetätiger einer Türanlage mit einer
Steuereinrichtung, die zur Ausführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens ausgebildet
ist. Dabei ist vorteilhafterweise eine Sensoreinheit vorgesehen, die als Radarsensor
oder als Kamera mit einer zugeordneten Bildauswerteeinheit ausgebildet ist und mit
der ein Abstand, eine Geschwindigkeit und ein Annäherungswinkel einer oder mehrerer
Personen erfassbar sind.
[0022] Die Erfindung richtet sich weiterhin auf eine Türanlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Die Türanlage kann dabei zumindest einen, insbesondere mehrere, insbesondere
zwei, Türflügel umfassen. Die Türanlage kann ferner einen erfindungsgemäßen Türbetätiger
umfassen. Die Türanlage oder der Türbetätiger kann insbesondere einen Speicher und/oder
einen Prozessor zur Durchführung des Verfahrens umfassen.
[0023] Die Türanlage ist vorzugsweise als eine insbesondere automatische Schiebetüranlage,
als Faltflügeltüranlage, als Schwenkflügeltüranlage oder als Karusselltüranlage ausgebildet.
[0024] Merkmale und Details, die in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und
dem erfindungsgemäßen Türbetätiger beschrieben sind, gelten dabei auch in Zusammenhang
mit der erfindungsgemäßen Türanlage und umgekehrt.
[0025] Die Erfindung richtet sich weiterhin auf ein Softwareprogrammprodukt zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder zum Betrieb des erfindungsgemäßen Türbetätigers.
[0026] Merkmale und Details, die in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und
dem erfindungsgemäßen Türbetätiger sowie der erfindungsgemäßen Türanlage beschrieben
sind, gelten dabei auch in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Softwareprogrammprodukt
und umgekehrt.
BEVORZUGTES AUSFÜHRUNGSBEISPIEL DER ERFINDUNG
[0027] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren
näher dargestellt. Es zeigt:
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer Türanlage, wobei beispielhaft drei Personen
die Türanlage zur gleichen Zeit begehen und
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagramm, das das erfindungsgemäße Verfahren darstellt.
[0028] Figur 1 zeigt die Ansicht einer Türanlage mit einem Türbetätiger 1 zur Betätigung
eines Türflügels 10. Eine Steuereinrichtung 11 ist als Teil des Türbetätigers 1 gezeigt,
der türoberseitig montiert ist. Auf beiden Seiten der Türanlage befinden sich Sensoreinheiten
12 zur Erkennung der beispielhaft gezeigten drei Personen 13, 14 und 15 dienen. Die
Personen 13, 14 und 15 nähern sich dem Türflügel 10 mit den Personenvektoren V1, V2
und V3 beispielhaft von beiden Seiten der Türanlage.
[0029] Figur 2 stellt das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb des Türbetätigers 1 anhand
eines vereinfachten Ablaufdiagrammes vor. Zunächst wird von der Erkennung wenigstens
einer ersten Person ausgegangen, wobei dann, wenn mehrere Personen erkannt werden,
ein Vergleich von berechneten Steuerparametern erfolgt. Die Bezugszeichen aus der
Figur 1 für die nachfolgende Beschreibung entsprechend zu entnehmen.
[0030] Zunächst erfolgt das Erkennen einer ersten Person 13, wobei dieser Schritt mit 100
gekennzeichnet ist. Anschließend folgt der Schritt 110 betreffend eine Berechnung
der voraussichtlichen Ankunftszeit der ersten Person 13 am Türflügel 10. Die Ankunftszeit
kann aus einem Personenvektor V1 berechnet werden, wobei die Bestimmung der Personenvektoren
V1, V2 und V3 im Schritt 110 erfolgt. Der Personenvektor V1 wird wenigstens bestimmt
aus einer Geschwindigkeit der erkannten Person 13, die die Vektorlänge repräsentiert
und dieser wird bestimmt aus einer Bewegungsrichtung der erkannten Person 13, die
die Vektorrichtung repräsentiert.
[0031] Anschließend folgt im Schritt 120 das Berechnen von ersten Steuerparametern 16',
beispielhaft abgespeichert gezeigt im Indexspeicher 17, und die ersten Steuerparameter
16' dienen zur Ansteuerung des Türflügels 10 bezogen auf die erste Person 13 bzw.
basierend auf einem ersten Personenvektor V1, sofern dieser aus den ersten Steuerparametern
16' berechnet wird. Die ersten Steuerparameter 16' werden dann wie gezeigt im Indexspeicher
17 abgelegt, wobei das Speichern der Steuerparameter 16, insbesondere also ein Öffnungszeitpunkt,
eine Öffnungsgeschwindigkeit und eine Öffnungshaltedauer des Türflügels 10, im oder
durch den Schritt 130 erfolgt.
[0032] Auf den Schritt 130 des Abspeicherns der Steuerparameter 16' folgt der Schritt 140,
der eine Abfrage betrifft, ob bereits ein Steuerparametersatz 16' einer zuvor erfassten
Person im Indexspeicher 17 abgelegt ist. Wenn kein Steuerparametersatz 16' abgelegt
ist, die erkannte Person 13 also die erste Person ist, so erfolgt mit der Öffnungszeitabfrage
200 schließlich das Aktivieren 190 des Türbetätigers 1, wenn die späteste Zeit zum
Aktivieren der Öffnungsbewegung des Türflügels 10 erreicht ist.
[0033] Wird in der Abfrage 140 jedoch festgestellt, dass bereits im Indexspeicher 17 ein
Steuerparametersatz 16' abgelegt ist, und erfolgt die Erkennung einer weiteren Person
14, so wird mit der weiteren Bestimmung von Steuerparametern 16" über die Schritte
110, 120 und 130 ein Vergleich 150 aktiviert, bei dem erste Steuerparameter 16' mit
zweiten Steuerparametern 16" oder ein erster Steuerparametersatz 16s1 aus dem Indexspeicher
17 und dritte Steuerparameter 16'" oder ein zweiter Steuerparametersatz 16s2 miteinander
verglichen werden. Auf diesen Vergleichsschritt 150 folgt eine Toleranzabfrage 170,
wobei dann, wenn die Abweichung der Parameter wie obenstehend verglichen zueinander
innerhalb einer Toleranz liegt, erfolgt die weitere Öffnungszeitabfrage 200, sodass
schließlich auf Grundlage einer der Steuerparameter 16' oder 16" bzw. Steuerparametersatzes
16s1 oder 16s2 ein Aktivieren 190 des Türbetätigers 1 erfolgt.
[0034] Liegt die Abweichung der Parameter wie obenstehend verglichen nicht innerhalb der
Toleranz, so erfolgt erst dann die Bildung eines Steuerparametersatzes 16s1, und wird
keine weitere Person 15 erkannt, so wird das Aktivieren 190 des Türbetätigers 1 und
die Öffnungszeitabfrage 200 auf Grundlage des ersten Steuerparametersatzes 16s1 ausgeführt.
[0035] Der erzeugte Steuerparametersatz 16s1 oder 16s2 ergibt sich durch die Wertintegration
180, die nach der Toleranzabfrage 170 erfolgt, wenn die Abweichungen zwischen den
zu vergleichenden Parameter nicht innerhalb der Toleranz liegen, gekennzeichnet mit
"nein". Der erzeugte Steuerparametersatz 16s1 oder 16s2 bildet dann den neuen Index
1 bzw. 2 zur Ablage im Indexspeicher 17, sodass das Bilden 210 des neuen Index auf
dem Indexspeicher 17 über das Speichern 130 der Steuerparameter erfolgt.
[0036] Im Ergebnis wird eine optimale Ansteuerung des Türflügels 10 erzeugt, wobei nach
der Wertintegration 180 und der Neuindizierung des Speichers 17 schließlich wieder
ein Reset 160 des Indexspeichers 17 erfolgt und die Steuereinrichtung 11 des Türbetätigers
1 ist beispielsweise in einen Standby-Modus zurück versetzt.
[0037] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen
hervorgehenden Merkmale und/oder auch bezeichnete Vorteile, einschließlich konstruktiver
Einzelheiten oder räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten
Kombinationen erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste:
[0038]
- 1
- Türbetätiger
- 10
- Türflügel
- 11
- Steuereinrichtung
- 12
- Sensoreinheit
- 13
- Person
- 14
- Person
- 15
- Person
- 16'
- erste Steuerparameter
- 16"
- zweite Steuerparameter
- 16'"
- dritte Steuerparameter
- 16s1
- erster Steuerparametersatz
- 16s2
- zweiter Steuerparametersatz
- 17
- Indexspeicher
- V1
- erster Personenvektor
- V2
- zweiter Personenvektor
- V3
- dritter Personenvektor
- 100
- Erstellen eines Personenvektors
- 110
- Berechnen der voraussichtlichen Ankunftszeit
- 120
- Berechnung von Steuerparametern
- 130
- Speichern der Steuerparameter
- 140
- Abfrage
- 150
- Vergleich
- 160
- Reset des Indexspeichers
- 170
- Toleranzabfrage
- 180
- Wertintegration
- 190
- Aktivieren des Türbetätigers
- 200
- Öffnungszeitabfrage
- 210
- Bildung des neuen Index
1. Verfahren zum Betrieb eines Türbetätigers (1) einer Türanlage, insbesondere einer
Schwenkflügeltür, mit wenigstens einem beweglichen Türflügel (10) und mit einer Steuereinrichtung
(11), die zur Steuerung eines Antriebes des mit dem Türflügel (10) gekoppelten Türbetätigers
(1) ausgebildet ist, und mit einer Sensoreinheit (12), die zur Erkennung von Personen
(13, 14, 15) in einem Bereich vor der Türanlage ausgebildet ist und eine Information
über die Personen (13, 14, 15) an die Steuereinrichtung (11) übermittelt, wobei das
Verfahren wenigstens die folgenden Schritte aufweist:
- Erkennen einer ersten Person (13),
- Berechnen (110) der voraussichtlichen Ankunftszeit der ersten Person (13) am Türflügel
(10),
- Berechnen (120) von ersten Steuerparametern (16') zur Ansteuerung des Türflügels
(10) bezogen auf die erste Person (13),
- Erkennen wenigstens einer zweiten Person (14),
- Berechnen (110) der voraussichtlichen Ankunftszeit der zweiten Person (14) am Türflügel
(10),
- Berechnen (120) von zweiten Steuerparametern (16") zur Ansteuerung des Türflügels
(10) bezogen auf die zweite Person (14),
- Verknüpfen der ersten Steuerparameter (16') mit den zweiten Steuerparametern (16")
zu einem ersten Steuerparametersatz (16s1) und
- Steuern (160) des Antriebes des Türflügels (10) auf Grundlage des ersten Steuerparametersatzes
(16s1).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Berechnen (120) von ersten Steuerparametern (16') zur Ansteuerung des Türflügels
(10) bezogen auf die erste Person (13) ein Speichern (130) der ersten Steuerparameter
(16') in einem Indexspeicher (17) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Berechnen (120) von zweiten Steuerparametern (16") zur Ansteuerung des Türflügels
(10) bezogen auf die zweite Person (14) eine Abfrage (140) erfolgt, ob erste Steuerparameter
(16') im Indexspeicher (17) vorliegen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:
- Erkennen einer dritten Person (15),
- Berechnen (110) der voraussichtlichen Ankunftszeit der dritten Person (15) am Türflügel
(10),
- Berechnung (120) von dritten Steuerparametern (16'") zur Ansteuerung des Türflügels
(10) bezogen auf die dritte Person (15) und
- Verknüpfen des ersten Steuerparametersatzes (16s1) mit den für die dritte Person
(15) berechneten dritten Steuerparametern (16'") mittels eines Vergleiches (150) zu
einem neuen zweiten Steuerparametersatz (16s2) und
- Steuern (160) des Antriebes des Türflügels (10) auf Grundlage des neuen zweiten
Steuerparametersatzes (16s2).
5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche,
gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:
- Abfrage (240) nach jeder Bestimmung weiterer Steuerparameter (16, 16', 16"), ob
bereits Steuerparameter (16', 16") abgespeichert sind,
- für den Fall, dass noch keine Steuerparameter (16') abgespeichert sind, wird ein
Index 0 definiert, sodass die Bewegung des Türflügels (10) basierend auf den ersten
berechneten Steuerparametern (16) bestimmt und
- für den Fall, dass bereits erste Steuerparameter (16') abgespeichert sind, wird
der Index +1 definiert, und es folgt die
- Verknüpfung mittels eines Vergleiches (150) der zuvor abgespeicherten Steuerparameter
(16') gemäß Index +1 mit den zuletzt ermittelten zweiten Steuerparametern (16") gemäß
Index +2 und
- Steuern (160) der Bewegung des Türflügels (10) mit einem Optimum aus den zuvor abgespeicherten
Steuerparametern (16') gemäß Index +1 und den zuletzt abgespeicherten Steuerparametern
(16") gemäß Index +2, wobei das Optimum den Steuerparametersatz (16s1) bildet.
6. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei keiner weiteren Personenerkennung und beim Schließen des Türflügels (10) nach
dem Passieren der wenigstens einen oder der letzten Person (13, 14, 15) der Indexspeicher
(17) wieder gelöscht und damit auf den Index 0 gesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche,
gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:
- Erstellen (100) eines Personenvektors (V1, V2, V3) für die jeweilige Person (13,
14, 15), der wenigstens bestimmt wird aus einer Geschwindigkeit der erkannten Person
(13), die die Vektorlänge repräsentiert und der bestimmt wird aus einer Bewegungsrichtung
der erkannten Person (13), die die Vektorrichtung repräsentiert, und
- Ausführen des Berechnens (110) der voraussichtlichen Ankunftszeit der Person (13,
14, 15) am Türflügel (10) anhand des Personenvektors (V1, V2, V3).
8. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Vergleich (150) der zweiten Steuerparameter (16") mit den ersten Steuerparametern
(16') oder der dritten Steuerparameter (16"') mit dem ersten Steuerparametersatz (16s1)
in einer Toleranzabfrage (170) eine Toleranz abgeprüft wird, wobei dann, wenn eine
Abweichung der zweiten Steuerparameter (16") von den ersten Steuerparametern (16')
innerhalb der Toleranz liegt, die ersten Steuerparameter (16') oder die zweiten Steuerparameter
(16") zur Steuerung des Türflügels (10) herangezogen werden und das Verknüpfen der
ersten Steuerparameter (16') mit den zweiten Steuerparametern (16") zu einem ersten
Steuerparametersatz (16s1) unterbeleibt.
9. Türbetätiger (1) einer Türanlage mit einer Steuereinrichtung (11), die zur Ausführung
eines Verfahrens nach einem der vorgenannten Ansprüche ausgebildet ist.
10. Türbetätiger (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Sensoreinheit (12) vorgesehen ist, die als Radarsensor oder als Kamera mit einer
zugeordneten Bildauswerteeinheit ausgebildet ist und mit der ein Abstand, eine Geschwindigkeit
und ein Annäherungswinkel einer oder mehrerer Personen (13, 14, 15) erfassbar sind.
11. Türanlage mit zumindest einem Türbetätiger (1) nach einem der der vorgenannten Ansprüche
und zumindest einem Türflügel (10).
12. Softwareprogrammprodukt zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 8 und/oder zum Betrieb eines Türbetätigers (1) nach Anspruch 9 oder 10.