[0001] Die Erfindung betrifft eine Spinnereivorbereitungsmaschine, insbesondere eine Karde
oder Krempel, mit einer Einlaufseite für Faserflocken, die mittels Walzen einer drehenden
Trommel zugeführt werden, und zwischen Festkardierelementen und umlaufenden Deckelstäben
und der Trommel bis zur Einzelfaser aufgelöst, ausgerichtet und gereinigt werden,
und der dabei entstehende Faserflor von der Trommel auf einen Abnehmer übergeben wird,
dem mindestens ein Abzugsaggregat zur weiteren Verarbeitung oder Ablage des Faserflors
nachgeordnet ist, umfassend eine Maschinensteuerung die ausgebildet ist, zumindest
die Produktionsdaten zu verarbeiten und zu regeln.
[0002] Nach dem Stand der Technik ist es auf dem Gebiet der Textiltechnik bekannt, bei einer
Spinnereivorbereitungsmaschine (z.B. Karde oder Krempel) zur Behandlung von Baumwolle,
Chemiefasern oder dergleichen, Sensoren zur Überwachung beispielsweise der Temperatur
verschiedener Bauteile, des Kardierspaltes, von Antriebs- oder Einstellmotoren, sowie
des Massendurchsatzes an Fasern zu verwenden. Die Daten der Sensoren werden über elektrische
Leitungen in die Steuerung der Karde geleitet, dort ausgewertet und zur Einstellung
der Karde herangezogen, indem entweder dem Bediener über ein Signal eine zu erwartende
Einstelländerung mitgeteilt wird, oder ein Steuer- bzw. Regelkreis selbsttätig eine
Änderung vornimmt. Die elektrischen Leitungen werden von allen Stellen der Karde in
den Schaltschrank geführt, dort mittels Stecker auf Klemmleisten adaptiert und von
dort mit den Ein- und Ausgängen der Steuerung verbunden. Üblicherweise ist der Schaltschrank
auf der Rückseite der Karde im Bereich des Speiseschachtes angeordnet, so dass in
Summe über die Anzahl der Sensoren, Stellmittel und Antriebsmotoren schnell mehrere
hundert Meter elektrische Leitungen zusammenkommen. Da diese elektrischen Leitungen
die Signale teilweise noch analog weiterleiten, müssen diese gegen die hochfrequenten
und mit hohen Strömen beaufschlagten Motorleitungen abgeschirmt werden. Zudem muss
die Steuerung immer mehr dieser Ein-/Ausgangssignale in gleichen bzw. kürzeren Abständen
verarbeiten. Bei Systemfehlern ist es sehr aufwändig, alle Anschlüsse, Leitungen und
die verbundenen Sensoren zu prüfen. Der Aufwand zur Verlegung dieser elektrischen
Leitungen und der Abschirmung gegen hochfrequente Ströme ist sehr teuer.
[0003] In der
EP 1167591 A1 wird eine Karde mit mehreren dezentralen Steuerungen offenbart, mittels denen der
Übertragungsfaktor gesteuert werden soll. Die Übertragung der Daten erfolgt noch analog
und bei einem Update ist immer die komplette Software aufzuspielen.
[0004] Die
EP 0801158 A1 offenbart eine Karde mit einer separaten programmierbaren Steuerung für die Kardierspaltregelung.
Auch bei dieser Steuerung erfolgt die Übertragung der Daten analog und die Verkabelungswege
für die Vielzahl der Temperatursensoren sind sehr lang und aufwändig.
[0005] In der
CH 699003 A2 wird eine Karde offenbart, für deren Antrieb unterschiedliche Motoren mit einem digitalen
Frequenzumrichter betrieben werden können. Nicht offenbart sind lokal angeordnete
Steuerungen, die kurze Verkabelungswege ermöglichen.
[0006] In der
EP 3354774 A1 wird eine Karde beschrieben, deren Deckelstäbe mittels Aktor in der Kontur zur Trommel
einstellbar sind. Diese Deckelstäbe kommunizieren mit einer Steuerung, die lokal oder
zentral angeordnet sein kann. Nicht offenbart ist eine Anordnung der Steuerung, die
kurze Verkabelungswege ermöglicht.
[0007] Die
EP 1178136 A1 offenbart eine separate Steuerung für die Kardierspalteinstellung, die unabhängig
von der zentralen Kardensteuerung agiert. Nicht offenbart ist die Anordnung der Steuerung,
die kurze Verkabelungswege ermöglicht.
[0008] Entsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Spinnereivorbereitungsmaschine
dahingehend weiterzubilden, den Aufwand zur Verlegung und Abschirmung dieser elektrischen
Leitungen und den Aufwand zur Behebung möglicher Fehler zu reduzieren.
[0009] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den in Anspruch
1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen definiert.
[0010] Eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung dient zum Einsatz bei einer Spinnereivorbereitungsmaschine,
insbesondere in Form einer Karde oder Krempel, mit einer Einlaufseite für Faserflocken,
die mittels Walzen einer drehenden Trommel zugeführt werden, und zwischen Festkardierelementen
und umlaufenden Deckelstäben und der Trommel bis zur Einzelfaser aufgelöst, ausgerichtet
und gereinigt werden, und der dabei entstehende Faserflor von der Trommel auf einen
Abnehmer übergeben wird, dem mindestens ein Abzugsaggregat zur weiteren Verarbeitung
oder Ablage des Faserflors nachgeordnet ist, umfassend eine Maschinensteuerung die
ausgebildet ist, zumindest die Produktionsdaten zu verarbeiten und zu regeln.
[0011] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass die Spinnereivorbereitungsmaschine
mindestens eine Vorsteuerung aufweist, die ausgebildet ist, Daten von Sensoren und/oder
Antrieben unabhängig von der Maschinensteuerung zu verarbeiten und zumindest die mit
der Vorsteuerung verbundenen Antriebe anzusteuern. Insbesondere die in örtlicher Nähe
angeordneten Sensoren und Antriebe werden mit der Vorsteuerung verbunden, so dass
die Verkabelung einfacher und störunanfälliger ausgeführt werden kann. Als in örtliche
Nähe angeordnet werden die Sensoren und Antriebe bezeichnet, die für die jeweilige
Baugruppe relevant sind, also beispielsweise die Sensoren und Antriebe, die an und/oder
im Bereich der Baugruppe (Trommel, Wanderdeckel, Seitenschilder) angeordnet sind,
oder die beispielsweise für eine bestimmte Funktion (Kardierspalteinstellung, oder
Abstand Trommel und Abnehmer, oder Fremdteil- oder Nissendetektion hinter dem Abnehmer,
etc.) wesentlich sind. Damit lassen sich auch mögliche Fehler in der Steuerung leichter
feststellen, da sich die Datenkommunikation zwischen Vorsteuerung und Maschinensteuerung
beschränken lässt.
[0012] Dabei ist die mindestens eine Vorsteuerung im Bereich der Trommel an zumindest einem
Seitenschild angeordnet. Damit können beispielsweise die Daten der Temperatursensoren,
die am Seitenschild oder an oder im Bereich der Trommel angeordnet sind, in die Vorsteuerung
einlaufen. Vorzugsweise kann die Vorsteuerung Im Bereich der Drehachse der Trommel
auf dem Seitenschild angeordnet sein. Auch hierdurch ergeben sich kurze Leitungslängen
und eine einfache Verkabelung.
[0013] Vorzugsweise kann die mindestens eine Vorsteuerung alle relevanten Daten von Sensoren
und Antrieben zur Kardierspaltregelung verarbeiten. Damit kann die Vorsteuerung unabhängig
von den Produktionsdaten der Maschinensteuerung betrieben werden, was die Maschinensteuerung
entlastet und beispielsweise den Einsatz von unterschiedlichen Prozessoren ermöglicht.
[0014] Hierzu kann die mindestens eine Vorsteuerung mindestens einen Prozessor zur Verarbeitung
von Daten aufweisen. Der Prozessor kann unabhängig von der Maschinensteuerung programmierbar
sein und beispielsweise mit einem zusätzlichen Speicher zu einer elektronischen Baugruppe
zusammengefasst sein. Damit lassen sich unabhängig von der in der Maschinensteuerung
hinterlegten Grundfunktion modulare Teilfunktionen nach Kundenwunsch in die Spinnereivorbereitungsmaschine
einprogrammieren und ändern.
[0015] Die Vorsteuerung kommuniziert mit einem BUS-System mit der Maschinensteuerung. Das
BUS-System kann aus einem störunanfälligem Kabel bestehen, was sehr einfach zu verlegen
ist.
[0016] Vorzugsweise kann die Vorsteuerung unabhängig von der Maschinensteuerung programmierbar
sein. Damit ist ein Softwareupdate für Teilfunktionen unabhängig von einem Eingriff
in die Maschinensteuerung möglich.
[0017] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Spinnereivorbereitungsmaschine mindestens
zwei Vorsteuerungen aufweisen, wobei jede Vorsteuerung ausgebildet ist, die Daten
von Sensoren und Antrieben zu einem oder mehreren separaten Funktionsbereichen zu
verarbeiten und die zugehörigen Antriebe anzusteuern. Beispielsweise kann an jedem
Seitenschild eine separate Vorsteuerung angeordnet sein, die die Temperatur- und Kardierspaltdaten
für jede Seite der Spinnereivorbereitungsmaschine separat verarbeitet.
[0018] Die Funktionsbereiche können als Kardierspaltregelung für jede Kardenseite, oder
als Abstandsregelung zwischen zumindest zwei Bauteilen oder als Qualitätsmerkmal des
Faserflors ausgebildet sein.
[0019] Vorzugsweise kann sich die Kommunikation der Vorsteuerung mit der Maschinensteuerung
auf den Austausch von Soll- und Istwerten für die Eingabe von Produktionsdaten und/oder
auf Stör- oder Bereitschaftsmeldungen beschränken. Die Verarbeitung der Daten aus
Teilfunktionen erfolgt damit unabhängig voneinander und beschleunigt die Funktionsfähigkeit
der Spinnereivorbereitungsmaschine.
[0020] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren
näher dargestellt.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Spinnereivorbereitungsmaschine in Form einer
Karde, bei der die erfindungsgemäße Vorrichtung eingesetzt wird,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung auf ein Seitenschild einer Karde.
[0022] Nachstehend sind unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 2 bevorzugte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Spinnereivorbereitungsmaschine und des Verfahrens erläutert.
Gleiche Merkmale in der Zeichnung sind jeweils mit gleichen Bezugszeichen versehen.
An dieser Stelle versteht sich, dass die Zeichnung lediglich vereinfacht und insbesondere
ohne Maßstab dargestellt ist.
[0023] Die Spinnereivorbereitungsmaschine kann eine Karde K sein, die in Fig. 1 in einer
schematisch vereinfachten Seitenansicht gezeigt ist. Alternativ kann die Spinnereivorbereitungsmaschine
auch als nicht dargestellte Krempel ausgebildet sein. Faserflocken werden über einen
Schacht zu einer Speisewalze 1, einem Speisetisch 2, über mehrere Vorreißer 3a, 3b,
3c zu der Trommel 4 oder dem Tambour geleitet. Auf der Trommel 4 werden die Fasern
der Faserflocken mittels feststehender und an einem um Deckelumlenkrollen 13a, 13b
umlaufenden Wanderdeckel 13 angeordneter umlaufender Kardierelemente (Deckelstäbe)
14 parallelisiert und gereinigt. Der entstehende Faserflor wird nachfolgend über einen
Abnehmer 5, eine Abnehmerwalze 6 und mehrere Quetschwalzen 7, 8, zu einem Vliesleitelement
9 gefördert, der den Faserflor mit einem Flortrichter 10 zu einem Faserband umformt,
das über Abzugswalzen 11, 12 an eine nachfolgende Verarbeitungsmaschine oder eine
Kanne 15 mit Kannenstock 16 übergeben wird. Mit M ist der Mittelpunkt (bzw. die Lagerachse)
der Trommel 4 bezeichnet. Der Pfeil A bezeichnet die Arbeitsrichtung in Bezug auf
das Fasermaterial bzw. Faservlies F. Die Drehrichtungen der Walzen sind in Fig. 1
mit gebogenen Pfeilen angedeutet, wobei der Pfeil 4b die Drehrichtung der Trommel
4 angibt. Mit C ist die Drehrichtung des Wanderdeckels 13 in Kardierstellung, und
mit D ist dessen Rücktransportrichtung bezeichnet. Der Bereich der Karde K, an dem
das Faserband austritt und in der Kanne 15 abgelegt wird, wird als Vorderseite der
Karde K bezeichnet. An der Rückseite der Karde K, also der Bereich, in dem die Faserflocken
zugeführt werden, ist üblicherweise der Schaltschrank 25 angeordnet. Die Maschinensteuerung
26 der Karde K kann ebenfalls im Schaltschrank 25 oder im Bereich des Schaltschrankes
25 angeordnet sein und kommuniziert mit einem hier nicht dargestellten Eingabedisplay,
das seitlich im Bereich des Faserbandaustrittes aus der Karde K angeordnet sein kann.
Die Maschinensteuerung 26 kann aber auch mit dem Eingabedisplay in einem gemeinsamen
Gehäuse angeordnet sein.
[0024] In der Maschinensteuerung 26 der Karde K werden alle für die Produktion der Karde
wichtigen Daten verarbeitet, beispielsweise die Flockenspeisung, die Drehzahl der
Antriebsmotoren, die Massensteuerung der zu verarbeitenden Fasern, die anliegenden
Luftdrücke, der Kannenfüllstand und alle Optionen zu verschleißrelevanten Komponenten.
Die Maschinensteuerung 26 kann mit einer zentralen Steuerung der Spinnereivorbereitung
kommunizieren, so dass dort die Daten aus allen Maschinen der Spinnereivorbereitung
zusammenlaufen und eine Qualitätskontrolle und Voreinstellung der verschiedenen Maschinentypen
erfolgen kann.
[0025] Die erfindungsgemäße mindestens eine Vorsteuerung 24 ist vorzugsweise im Bereich
der Trommel 4 angeordnet, beispielsweise an einem Seitenschild 17 oder im Bereich
der Drehachse der Trommel 4, da hier der zentrale Punkt für das Zusammenführen der
elektrischen Leitungen zu den Sensoren und Stellorganen vorliegt, die an oder rund
um die Trommel 4 angeordnet sind. Über die mindestens eine Vorsteuerung 24 erfolgt
eine intelligente Vorverarbeitung und Zusammenfassung der Daten aus den in örtlicher
Nähe angeordneten Sensoren, so dass die elektrischen Leitungen kürzer ausgeführt und
die Störempfindlichkeit deutlich reduziert wird. Es ergibt den Vorteil, dass unabhängig
von der Maschinensteuerung 26 die hier einlaufenden Signale vorverarbeitet werden,
so dass die Maschinensteuerung 26 entlastet wird. Dazu kann die Vorsteuerung 24 eine
elektronische Baugruppe aufweisen, die als Hardware ausgebildet ist (Prozessor und
Speicher), mit der eine Vorverarbeitung der Signale von den Sensoren und Stellantrieben
erfolgen kann, oder alternativ als einen per Software zu konfigurierenden Hochleistungsprozessor
ausgebildet ist. Insbesondere ist die Vorsteuerung 24 ausgebildet, alle relevanten
Daten zur Regelung des Kardierspaltes zu verarbeiten, beispielsweise verschiedene
Temperatursignale von unterschiedlichen Bauteilen in der Maschine, verschiedene Kontaktsignale
der Trommel 4 mit den angrenzenden Bauteilen wie Vorreißer, Kardier- und Ausscheideelemente,
umlaufende Deckelstäbe 14 und/oder Abnehmer 5, Zählsignale von dem Wanderdeckel 13
und der Trommel 4, und/oder Steuersignale und Rückmeldungen zur motorischen Einstellung
der Keilleiste und damit des Kardierspaltes. Die Vorsteuerung 24 kann ausgebildet
sein, die Signale permanent zu verarbeiten, so dass eine von der Maschinensteuerung
26 unabhängige Kardierspaltregelung möglich ist.
[0026] Die Kontaktsignale können in der Vorsteuerung 24 hochfrequent ausgewertet werden,
um beispielsweise den Kardierspalt zwischen den Garnituren des Wanderdeckels 13 und
der Trommel 4 zu kalibrieren und einzustellen. Alternativ oder ergänzend können in
der Vorsteuerung 24 die Kontakte von Elementen mit der Trommel 4 außerhalb des Wanderdeckels
13 erfasst und verarbeitet werden. Der Regelkreis von den Stellantrieben der Keilleiste
sorgt dafür, dass ein vorgewählter Kardierspalt eingestellt und konstant gehalten
wird. Hierbei fließen zusätzlich die Daten der verschiedenen Temperatursensoren ein,
so dass bei einer Temperaturänderung an der Maschine der Kardierspalt konstant gehalten
werden kann. Die Kommunikation der Vorsteuerung 24 mit der Maschinensteuerung 26 kann
sich auf einen Austausch von Soll- und Istwerten für die Eingabe, auf Stör- oder Bereitschaftsmeldungen
beschränken und erfolgt durch ein digitales BUS-System. Dieses BUS-System kann aus
einem störunanfälligen Kabel bestehen, das mehrere Adern aufweisen kann. Die Zusammenfassung
der Funktionen in örtlicher Nähe der Sensoren gibt dem Betreiber der Maschine die
Möglichkeit, die Fehlersuche und Kontrolle zielgerichteter vorzunehmen, ohne dabei
mühevoll die zugehörigen Baugruppen im Schaltschrank zu identifizieren. An dem digitalen
BUS-Knoten können LED's angeordnet sein, welche die Grundfunktion der einzelnen Baugruppe
und deren Funktionsbereitschaft signalisieren.
[0027] Nach Figur 2 ist die Vorsteuerung 24 beispielsweise im Bereich der Drehachse der
Trommel 4 an einem Seitenschild 17 angeordnet. Die Vorsteuerung 24 kann sinnvollerweise
auch an einem anderen zentralen Ort im Bereich der Trommel 4 angeordnet sein. Über
verschiedene elektrische Leitungen 23 werden die Daten aus den Stellantrieben und
Sensoren zur Temperatur der Seitenschilder 17a, der Umgebungstemperatur 18, der Materialeinlaufüberwachung
19, der Temperatur Abdeckung Trommel 21 und der Kardierspaltverstellung 22 in die
Vorsteuerung 24 geleitet. Bei einem elektrischen Kontakt zwischen den Garnituren der
Wanderdeckel 13 und der Trommel 4 wird ein elektrischer Kurzschluss als Signal über
mindestens einen von hier vier Kontaktbögen 20 auf jeder Seite der Karde an die Vorsteuerung
24 geleitet. In die Vorsteuerung 24 kann insbesondere bei der automatischen Kardierspalteinstellung
eine Software hochgeladen werden, die mittels statistischer Auswertung bei einem Kontakt
der Garniturspitzen den Ort des Kontaktes genauer ermitteln kann. So kann die Vorsteuerung
24 zielgerichtet an bestimmte Anforderungen des Kardenbetriebes adaptiert werden,
ohne in die zentrale Maschinensteuerung eingreifen zu müssen.
[0028] Vorteilhafterweise können auch mehrere Vorsteuerungen 24 verwendet werden, um beispielsweise
bei der Karde an jeder Seite an jedem Seitenschild 17 die Sensordaten zur Einstellung
und Konstanthaltung des Kardierspaltes separat auszuwerten. Damit können bei einseitiger
Temperaturbelastung über die Arbeitsbreite der Karde die Keilleisten beidseitig der
Trommel 4 unabhängig angesteuert werden, um den Kardierspalt zu verstellen. Die beiden
Vorsteuerungen 24 können unabhängig von der Maschinensteuerung miteinander kommunizieren
und ihre Daten unabhängig voneinander an die Maschinensteuerung 26 weiterleiten. Dies
trägt dann ebenfalls zur leichteren Installation und Fehlersuche bei.
[0029] Eine weitere Vorsteuerung 24 kann im Bereich des Abnehmers 5 angeordnet sein, um
einerseits den Abstand der Garnituren zwischen dem Abnehmer 5 und der Trommel 4 zu
regeln, andererseits auch um die Daten aus dem oder den Nissensensoren, die im Bereich
des Abnehmers 5 angeordnet sind, vorzuverarbeiten.
[0030] Durch die technologische Weiterentwicklung der Textilmaschinen kommen zwangsläufig
immer mehr Sensoren und Stellantriebe zum Einsatz, so dass durch die erfindungsgemäße
Vorsteuerung 24 eine systematische Vorverarbeitung der Signale erfolgen kann und damit
die Komplexität und Fehleranfälligkeit des Gesamtsystems reduziert werden kann. Die
Installation der Sensoren und Stellantriebe wird einfacher, preiswerter und weniger
fehlerbehaftet, da die elektrischen Leitungen aus dem Bereich der Trommel 4 bzw. des
Seitenschildes 17 nur mit der Vorsteuerung 24 verbunden werden müssen. Im Unterschied
zu bestehenden und lieferbaren BUS-Systemen der Zulieferindustrie kann das in der
Vorsteuerung 24 verwendete BUS-System individuell per Software konfiguriert werden,
um jede erdenkliche Steuerungsaufgabe auch von hoher Komplexität unabhängig von der
Maschinensteuerung 26 vornehmen zu können.
Bezugszeichen:
[0031]
- K
- Karde
- 1
- Speisewalze
- 2
- Speisetisch
- 3a, 3b, 3c
- Vorreißer-Walze
- 4
- Trommel
- 4b
- Rotationsrichtung (der Trommel 4)
- 5
- Abnehmer
- 6
- Abstreichwalze
- 7, 8
- Quetschwalze
- 9
- Vliesleitelement
- 10
- Flortrichter
- 11, 12
- Abzugswalzen
- 13
- Wanderdeckel
- 13a, 13b
- Deckelumlenkrollen
- 14
- Deckelstäbe
- 15
- Kanne
- 16
- Kannenstock
- 17
- Seitenschild
- 17a
- Sensor Temperatur Seitenschild
- 18
- Sensor Umgebungstemperatur
- 19
- Sensor Materialeinlaufüberwachung
- 20
- Kontaktbogen
- 21
- Sensor Temperatur Abdeckung Trommel
- 22
- Sensor Kardierspaltverstellung
- 23
- Leitung
- 24
- Vorsteuerung
- 25
- Schaltschrank
- 26
- Maschinensteuerung
- A
- Arbeitsrichtung
- C
- Drehrichtung (des Wanderdeckels 13)
- D
- Rücktransportrichtung (der Deckelstäbe 14)
- M
- Mittelpunkt bzw. Lagerachse (der Trommel 4)
1. Spinnereivorbereitungsmaschine, insbesondere eine Karde (K) oder Krempel, mit einer
Einlaufseite für Faserflocken, die mittels Walzen einer drehenden Trommel (4) zugeführt
werden, und zwischen Festkardierelementen und umlaufenden Deckelstäben (14) und der
Trommel (4) bis zur Einzelfaser aufgelöst, ausgerichtet und gereinigt werden, und
der dabei entstehende Faserflor von der Trommel (4) auf einen Abnehmer (5) übergeben
wird, dem mindestens ein Abzugsaggregat zur weiteren Verarbeitung oder Ablage des
Faserflors (19) nachgeordnet ist, umfassend eine Maschinensteuerung (26) die ausgebildet
ist, zumindest die Produktionsdaten zu verarbeiten und zu regeln, wobei die Spinnereivorbereitungsmaschine
mindestens eine Vorsteuerung (24) aufweist, die ausgebildet ist, Daten von Sensoren
und/oder Antrieben unabhängig von der Maschinensteuerung (26) zu verarbeiten und zumindest
die mit der Vorsteuerung (24) verbundenen Antriebe anzusteuern, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Vorsteuerung (24) im Bereich der Trommel (4) an zumindest einem
Seitenschild (17) angeordnet ist und dass die Vorsteuerung (24) mit einem BUS-System
mit der Maschinensteuerung (26) kommuniziert.
2. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Vorsteuerung (24) alle relevanten Daten von Sensoren und Antrieben
zur Kardierspaltregelung verarbeitet.
3. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Vorsteuerung (24) mindestens einen Prozessor zur Verarbeitung
von Daten aufweist.
4. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsteuerung (24) unabhängig von der Maschinensteuerung (26) programmierbar ist.
5. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnereivorbereitungsmaschine mindestens zwei Vorsteuerungen (24) aufweist,
wobei jede Vorsteuerung (24) ausgebildet ist, die Daten von Sensoren und Antrieben
zu einem oder mehreren separaten Funktionsbereichen zu verarbeiten und die zugehörigen
Antriebe anzusteuern.
6. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsbereiche als Kardierspaltregelung für jede Kardenseite, als Abstandsregelung
zwischen zumindest zwei Bauteilen oder als Qualitätsmerkmal des Faserflors ausgebildet
sind.
7. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Vorsteuerung (24) ausgebildet ist, die Daten der aus örtlicher
Nähe angeordneten Sensoren und Antrieben zu verarbeiten.
8. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kommunikation der Vorsteuerung (24) mit der Maschinensteuerung (26) auf
den Austausch von Soll- und Istwerten für die Eingabe von Produktionsdaten und/oder
auf Stör- oder Bereitschaftsmeldungen beschränkt.
1. Spinning preparation machine, in particular a card (K) or roller card, with an entry
side for fibre tufts which are fed by means of rollers into a rotating main cylinder
(4), and are opened, aligned and cleaned between fixed carding elements and rotating
flat for cards (14) and the main cylinder (4) until the individual fibres are released,
and the fibre web which is produced in the process is transferred from the main cylinder
(4) to a detacher (5), downstream of which there is at least one take-off unit for
further processing or depositing the fibre web (19), comprising a machine control
(26) which is designed to process and regulate at least the production data, the spinning
preparation machine having at least one pilot control (24) which is designed to process
data from sensors and/or drives independently of the machine control (26) and to control
at least the drives connected to the pilot control (24), characterised in that the at least one pilot control (24) is arranged in the area of the main cylinder
(4) on at least one lateral shield (17) and that the pilot control (24) communicates
with the machine control (26) by means of a BUS-system.
2. Spinning preparation machine according to claim 1, characterised in that at least one pilot control (24) processes all relevant data from sensors and drives
for controlling the carding gap.
3. Spinning preparation machine according to claim 1, characterised in that the at least one pilot control (24) has at least one processor for processing data.
4. Spinning preparation machine according to one of the preceding claims, characterised in that the pilot control (24) is programmable independently of the machine control (26).
5. Spinning preparation machine according to claim 1, characterised in that the spinning preparation machine has at least two pilot controls (24), wherein each
pilot control (24) is designed to process the data from sensors and drives to one
or more separate functional areas and to control the associated drives.
6. Spinning preparation machine according to claim 5, characterised in that the functional areas are configured as a carding gap control for each side of the
card, as a distance control between at least two components or as a quality feature
of the fibre web.
7. Spinning preparation machine according to one of the preceding claims, characterised in that the at least one pilot control (24) is designed to process the data from the sensors
and drives arranged in close proximity.
8. Spinning preparation machine according to one of the preceding claims, characterised in that the communication of the pilot control (24) with the machine control (26) is limited
to the exchange of setpoint and actual values for the input of production data and/or
to fault or readiness messages.
1. Machine de préparation à la filature, en particulier une carde (K) ou une carde à
rouleaux, avec un côté d'entrée pour des flocons de fibres qui sont amenés à un tambour
rotatif (4) au moyen de cylindres, et qui sont dissous jusqu'à la fibre isolée, alignés
et nettoyés entre des éléments de carde fixes et des chapeaux de carde circulaires
(14) et le tambour (4), et la nappe de fibres ainsi produite est transférée du tambour
(4) à un bras détacheur (5), en aval duquel est placé au moins un groupe d'extraction
pour le traitement ultérieur ou le dépôt de la nappe de fibres (19), comprenant une
commande électrique de la machine (26) qui est conçue pour traiter et réguler au moins
les données de production, la machine de préparation à la filature présentant au moins
une commande pilote (24) qui est conçue pour traiter des données de capteurs et/ou
de mécanismes de commande indépendamment de la commande électrique de la machine (26)
et pour commander au moins les mécanismes de commande reliés à la commande pilote
(24), caractérisée en ce que l'au moins une commande pilote (24) est disposée dans la zone du tambour (4) sur
au moins un flasque latéral (17) et en ce que la commande pilote (24) communique avec la commande électrique de la machine (26)
par un système de BUS.
2. Machine de préparation à la filature selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'au moins une commande pilote (24) traite toutes les données pertinentes de capteurs
et de mécanismes de commande pour le réglage de la fente de cardage.
3. Machine de préparation à la filature selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'au moins une commande pilote (24) présente au moins un processeur pour le traitement
de données.
4. Machine de préparation à la filature selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la commande pilote (24) est programmable indépendamment de la commande électrique
de la machine (26).
5. Machine de préparation à la filature selon la revendication 1, caractérisée en ce que la machine de préparation à la filature présente au moins deux commandes pilotes
(24), chaque commande pilote (24) étant conçue pour traiter les données de capteurs
et de mécanismes de commande en un ou plusieurs zones fonctionnelles séparées et pour
commander les mécanismes de commande correspondants.
6. Machine de préparation à la filature selon la revendication 5, caractérisée en ce que les zones fonctionnelles sont conçues comme un réglage de la fente de cardage pour
chaque côté de la carde, comme une régulation de la distance entre au moins deux composants
ou comme une caractéristique de qualité de la nappe de fibres.
7. Machine de préparation à la filature selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'au moins une commande pilote (24) est conçue pour traiter les données des capteurs
et des mécanismes de commande situés à proximité.
8. Machine de préparation à la filature selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la communication de la commande pilote (24) avec la commande électrique de la machine
(26) se limite à l'échange de valeurs de consigne et de valeurs réelles pour l'entrée
de données de production et/ou à des messages de dérangement ou de disponibilité.