[0001] Die Erfindung betrifft einen Gabionenkorb als Element einer Lärmschutzeinrichtung.
[0002] Gabionen bzw. Gabionenkörbe werden beispielsweise, aber nicht ausschließlich, in
der Landschaftsarchitektur zum Aufbau von Wällen eingesetzt. Die häufigsten Verwendungszwecke
sind dabei Sichtschutzanlagen, Böschungsbefestigungen oder Stützmauern. Als Abfangelemente
an Hängen dienen Gabionen der Aufnahme des Erddruckes. Sie können als Alternative
zu Betonfertigteilen oder Beton- und Steinmauern verwendet werden. Durch die hervorragenden
Eigenschaften der Schallabsorption werden Gabionenwände ebenfalls als Lärmschutzanlagen
konzipiert.
[0003] Häufig werden Gabionen vor Wohnsiedlungen entlang verkehrsreicher Straßen oder Bahnanlagen
verwendet, wobei diese dabei zu Lärmschutzwänden gestapelt und im Bedarfsfall miteinander
verbunden sind. Mit Mutterboden überdeckt entstehen auf diese Weise begrünte Mauern
und tragen zur Aufrechterhaltung der Artenvielfalt bei.
[0004] In
EP 3 214 224 B1 wird ein Gabionenkorb, eine Lärmschutzwand bestehend aus den Gabionenkörben sowie
ein Verfahren zum Bewegen der Gabionenkörbe offenbart und beschrieben. Die Gabione
umfasst dabei einen im Wesentlichen quaderförmigen Käfig. Der Käfig weist einen Boden,
zwei Vorderwände, die sich an zwei gegenüberliegenden lateralen Seiten des Käfigs
befinden, und zwei Seitenwände, die sich an den beiden lateralen Seiten des Käfigs
befinden, auf. Der Boden, die Vorderwände und die Seitenwände bestehen dabei aus jeweils
aneinander befestigten Gittern. Im Innenraum des Käfigs sind zwei Trennwände derart
angeordnet, dass diese Trennwände mit jeder, den Gabionenkorb begrenzenden Seitenwände,
im Inneren des Käfigs fest verbunden sind. Das Innenvolumen des Käfigs teilt sich
somit auf in zwei Vorderfächer und einen Zwischenraum, der zwischen den beiden Trennwänden
ausgebildet ist. Die Vorderfächer sind jeweils mit einem Füllstoff - einem Granulat
- gefüllt, der nicht durch die Maschen der jeweiligen Böden, Vorderwände und Seitenwände
oder durch die Trennwände hindurchgeht. Der Füllstoff wird also vollständig im Inneren
der Vorderfächer gehalten. Der Zwischenraum ist in der Lage, körnige Granulate, geeignet
für den Schallschutz, aufzunehmen. Die Granulate des Schallschutzmaterials werden
durch die begrenzenden Flächen so durchgelassen, dass sich das Schallschutzmaterial
innerhalb des Zwischenfachs auf beiden Seiten der Trennwand frei ausbreiten kann.
[0005] US 2004/0123531 A1 beschreibt eine Barriere zum Schutz gegen Stoßwellen. Als Stoßwellen sind hierbei
Schallwellen und/oder Luftbewegungen zu verstehen. Die Barriere selbst ist aus einer
Kombination von Boden enthaltenden und verstärkenden Strukturen aufgebaut die so übereinander
angeordnet sind, dass diese Strukturen zwei vertikale Wände bilden. Die Mittel zur
Absorption der Stoßwellen sind im Zwischenraum zwischen den beiden Wänden eingebracht.
Die Schutzbarriere umfasst auch Querverbindungsmittel, die mit den vertikalen Wänden
in Eingriff stehen, um die Kompaktheit der Schutzbarriere zu erhöhen, wobei die Barriere
zum Schutz gegen besagte Stoßwellen - im wesentlichen Schallwellen - geeignet ist.
Die Schutzbarriere weist dabei Eigenschaften zur Dämpfung und Absorption der Schallwellen
auf. Die Struktur der gesamten Barriere kann, aus einer Hauptstruktur von im Wesentlichen
pyramiden- oder rechteckiger Form, die zwei Stirnwände, quer verlaufende vertikale
Verbindungsmittel und horizontale Verbindungsmittel aufweist, und einer Abdeckung
bestehen.
[0006] Die
EP 562 154 A1 offenbart eine Lärmschutzwand. Die Lärmschutzwand besteht dabei aus einzelnen rechteckigen
Drahtgitterkörben, die wiederum aus gelenkig miteinander verbundenen Längs- und Querwänden
zusammengesetzt sind. Die Querwände sind dabei mit den Horizontalstäben zugeordneten
Haken versehen und weisen über den unteren Horizontalstab vorstehende Vertikalstäbe
auf, so dass sie aufeinander bzw. ineinandergesteckt bzw. auf entsprechende Stützelemente
gesteckt werden können. Die Längswände, die nach dem Einhängen in die Querwände einen
nach außen gerichtetem Bauch oder Bogen bilden, werden dann durch Umbiegen der Haken
mit den Querwänden, die hier selbst ja schon aufgerichtet und stabilisiert sind, verbunden.
Zum Stabilisieren dient dabei ein jeweils zwei Querwände verbindendes Versteifungselement,
meist in Form eines L-Profils, das mit dem Winkel nach oben angeordnet ist, so dass
sich Erdreich nicht festsetzen kann. Dieser einzelne stabile Drahtgitterkorb wird
mit entsprechenden weiteren Drahtgitterkörben verbunden, in dem jeweils die Querwände
aufeinandergestellt bzw. gesteckt werden, so dass sich ein sehr stabiles Gesamtbauwerk
ergibt, in das im Nachhinein das Erdreich eingefüllt werden kann.
[0007] Die bestehenden Systeme sind durch die gegebenen bekannten Granulate in Ihren Lärmschutzeigenschaften
beschränkt. Infolgedessen haben diese Systeme den Nachteil, dass diese lärmseitig
mit Lava verfüllt werden müssen, um hochabsorbierend in ihren Lärmschutzeigenschaften
zu sein und damit mindestens den Bedingungen der Absorptionsgruppe A3 zu genügen.
Die Absorptionsgruppen sind näher beschrieben in "Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen
und Richtlinien für die Ausführung von Lärmschutzwänden an Straßen; ZTV-Lsw 06; Bekanntmachung:
BMV ARS 25/06 vom 22. September 2006; Geändert durch: EMV ARS 5/12 vom 24. April 2012"
beschrieben. Derartiges Lavagestein ist teuer, nur begrenzt verfügbar und hat in der
Regel weite Lieferwege.
[0008] Ein weiterer wesentlicher Punkt sind die zulassungsseitig geforderten langen Standzeiten
der Gabionenwände. Diese sollten vorzugsweise 50 Jahre betragen. Hierzu ist es erforderlich,
dass die Gitterwände beständig ausgeführt sind und die Befüllung keinen schädigenden
Einfluss auf die Gitterwände ausübt.
[0009] Die im Stand der Technik bekannten Füllungen wie Beton sind hierfür ungeeignet.
[0010] So offenbart die
DE 10 2007 037 339 A1 einen Gabionenkorb mit einer lärmdämmenden, monolithischen Schicht aus Beton. Zwar
eignet sich eine Betonschicht generell zur Erfüllung der lärmdämmenden Eigenschaften,
jedoch wird von einem schädigenden Einfluss des Betons auf das Metall der Gitterstäbe
ausgegangen. Daher erfüllt eine monolithische Betonschicht nicht die zulassungsbedingten
Anforderungen für lange Standzeiten.
[0011] Zudem ist der Einsatz von Beton in Gabionenkörben unter dem Gesichtspunkt der CQ
2-Bilanz zu überdenken und geeignete Alternativen zu erwägen.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es, die offensichtlichen Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden und insbesondere einen Gabionenkorb als Lärmschutzelement bereitzustellen,
welcher die zulassungsbedingten Anforderungen für lange Standzeiten erfüllt.
[0013] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Bevorzugte
Ausführungen sind Gegenstand der jeweils rückbezogenen Unteransprüche.
[0014] Dabei weist ein Gabionenkorb als Lärmschutzelement mindestens zwei getrennte Bereiche
auf, die sich jeweils über die gesamte Höhe und die gesamte Breite des Gabionenkorbs
erstrecken. Die Bereiche, oder Teilsegmente, des Gabionenkorbs sind dabei durch mindestens
eine Trenneinrichtung abgegrenzt. Am Gabionenkorb werden zwei Seiten unterschieden
- eine der Lärmquelle zugewandte Seite und eine der Lärmquelle abgewandte Seite. Der
der Lärmquelle zugewandte Bereich ist mit einem ersten Füllmaterial und der der Lärmquelle
abgewandte Bereich ist mit einem nicht gebundenem Dämm- und Stützmaterial gefüllt.
[0015] Erfindungsgemäß ist dieser Gabionenkorb so ausgebildet, dass der der Lärmquelle zugewandte
Bereich mehr als 5 % und weniger als 50 % des gesamten befüllbaren Innenraumvolumens
des Gabionenkorbs einnimmt, die Maschenweite der Lärmquelle zugewandten Wand des Gabionenkorbs
mehr als 20 mm x 20 mm und weniger als 100 mm x 100 mm aufweist und das verdichtete
nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial nach seiner Verdichtung sich nicht weiter
als 2 cm pro Steigmeter verdichten lässt.
[0016] In einer alternativen Ausbildung weist der Gabionenkorb mindestens drei getrennte
Bereiche auf. Die Bereiche erstrecken sich über die gesamte Höhe und die gesamte Breite
des Gabionenkorbs. Die Bereiche des Gabionenkorbs sind durch mindestens eine Trenneinrichtung
in Teilsegmente abgegrenzt, wobei sich mindestens eine Trenneinrichtung über die gesamte
Höhe und die gesamte Breite des Gabionenkorbs erstreckt. Am Gabionenkorb werden zwei
Seiten unterschieden - eine der Lärmquelle zugewandte Seite und eine der Lärmquelle
abgewandte Seite. Der der Lärmquelle zugewandte Bereich ist mit einem ersten Füllmaterial
gefüllt und der der Lärmquelle abgewandte Bereich ist mit einem zweiten Füllmaterial
gefüllt. In mindestens einem der Bereiche, welcher sich zwischen dem der Lärmquelle
zugewandten Bereich und dem der Lärmquelle abgewandten Bereich befindet, ist verdichtetes,
nicht gebundenes Dämm- und Stützmaterial gefüllt. Gekennzeichnet ist dieser Gabionenkorb
dadurch, dass der der Lärmquelle zugewandte Bereich mehr als 5 % und weniger als 50
% des gesamten befüllbaren Innenraumvolumens des Gabionenkorbs einnimmt, die Maschenweite
der Lärmquelle zugewandten Wand des Gabionenkorbs mehr als 20 mm x 20 mm und weniger
als 100 mm x 100 mm aufweist und das verdichtete, nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial
nach seiner Verdichtung sich nicht weiter als 2 cm pro Steigmeter verdichten lässt.
[0017] Erfindungsgemäß weist das erste und zweite Füllmaterial und das Dämm- und Stützmaterial
einen pH-Wert von 6 bis 9, bevorzugt 6,5 bis 8 auf. Das Füllmaterial als auch das
Dämm- und Stützmaterial sind bevorzugt pH-neutral ausgebildet. Dadurch kann ein schädigender
Einfluss auf das Gittermaterial des Gabionenkorbes vermieden werden, sodass die für
die Zulassung erforderliche lange Standzeit realisiert werden kann.
[0018] Vorteilhaft ergibt sich aus den geringen Maschenweiten des Gabionenkorbes, dass nun
andere Korngrößen von Granulaten, beispielsweise auch in Kombination mit Schaumglas
oder Schaumglasschotter, eingesetzt werden können. Dadurch kann das lärmseitig angeordnete
Teilsegment innerhalb des Gabionenkorbs schmaler ausgeführt werden unter Beibehaltung
der Schallabsorptionseigenschaften als bei herkömmlichen grobkörnigen Granulaten.
Infolgedessen kann der Bereich zur Befüllung mit Dämm- und Stützmaterial des Gabionenkorbes,
welcher normalerweise mit einem gebundenen Dämm- und Stützmaterial wie bspw. Beton
gefüllt ist, mit nicht gebundenem Dämm- und Stützmaterial wie bspw. Erde oder Bodenaushub
gefüllt werden. Der erfindungsgemäß breitere Bereich, vorgesehen zur Befüllung mit
Dämm- und Stützmaterial, ermöglicht somit vorteilhaft eine maschinelle Verdichtung.
Dadurch kann eine verbesserte Standfestigkeit erreicht werden. Die erreichten Festigkeitseigenschaften,
auch Absetzrate genannt, liegt hierbei für den lärmseitigen Bereich des erfindungsgemäßen
Gabionenkorbs bei etwa 2 cm je Steigmeter bei 500 kN. Vorteilhaft ist somit der Verzicht
auf eine monolithische Betonschicht, die eine Stabilisierung der Lärmschutzwand und
die Reflexion von Schallwellen dient, erreicht.
[0019] Ein weiterer Vorteil der Verwendung einer Maschenweite von 20 mm x 20 mm und weniger
als 100 mm x 100 mm ist der ermöglichte Einsatz von mit lokal verfügbaren Splitten.
Der lokal verfügbare Splitt hebt dabei vorteilhaft das ästhetische Erscheinungsbild
des jeweiligen Gabionenkorbs, da das lokale Landschaftsbild erhalten bleibt. Des Weiteren
ergibt sich ein ökologischer und wirtschaftlicher Vorteil durch eine Reduzierung der
Emission von Treibhausgasen sowie einer Reduzierung der Kosten für Transport und Logistik,
da eine Anlieferung von Lavaschotter entfällt.
[0020] Durch die Verwendung der Maschenweite von 20 mm x 20 mm und weniger als 100 mm x
100 mm ist es weiterhin vorteilhaft wirtschaftlich sinnvoll möglich, den Gabionenkorb
aus Gittermatten mit allseitig verschweißten Ösen zu formen. Somit werden bei der
Fertigung des Gabionenkorbes die Festigkeitsvorteile einer Ösenschweißung erreicht.
Diese verschweißten Ösen haben zur Folge, dass die Krafteinleitung in den Gabionendraht
mehrheitlich in Längsrichtung erfolgt und somit die wirkenden Kräfte, bspw. hervorgerufen
durch den Schweredruck der Füllmaterialien, mehrheitlich entlang der Drähte und reduziert
auf die Schweißverbindung wirken. Diese Eigenschaft trägt zusätzlich zur Haltbarkeit
und Lebensdauer der Gabionenkörbe bei, da somit die potenzielle Schwachstelle einer
Schweißverbindung deutlich entlastet wird.
[0021] In Ausführungsformen der Erfindung ist der Gabionenkorb aus einem Stahldraht mit
einem Drahtdurchmesser von 3,5 mm ≤ d ≤ 8 mm und einer Beschichtung aus einem Zink-
Aluminium-Gemisch mit einem Masseanteil Aluminium von 6% bis 16% und einem Masseanteil
Zink von 94% bis 84% ausgebildet.
[0022] Unter dem gesamten befüllbaren Innenraumvolumen wird im Folgenden der Raumbereich
verstanden, welcher durch das Gitternetz des Gabionenkorbs umschlossen wird. Die einzelnen
Drahtgitter eines Gabionenkorbes bestehen dabei häufig aus beschichteten Stahldrähten
oder aus unbeschichteten hochlegierten Stahldrähten, die untereinander kreuzweise
thermisch verschweißt sind.
[0023] Als Dämm- und Stützmaterial wird im Folgenden ein Füllmaterial verstanden, welches
in einen Gabionenkorb - oder in ein Teilsegment eines Gabionenkorbs gefüllt wird und
welches geeignet ist, einer Wand aus mindestens zwei übereinander gestapelten Gabionenkörben
eine erhöhte Steifigkeit zu verleihen. Das Dämm- und Stützmaterial dient somit der
Bewehrung der gesamten Gabionenwand.
[0024] Unter einer Trenneinrichtung werden im Folgenden jene baulichen Maßnahmen verstanden,
welche die Schaffung von Teilsegmenten bzw. Teilabschnitten innerhalb des vom Gabionenkorb
umschlossenen Volumens bedingen. Unter einem Teilsegment wird somit jener Raumbereich
innerhalb eines Gabionenkorbs verstanden, welcher durch die Trenneinrichtungen aus
dem vom Gabionenkorb umschlossenen Volumen abgetrennt ist.
[0025] In Ausführungsformen der Erfindung weist das Dämm- und Stützmaterial zur Füllung
des erfindungsgemäßen Gabionenkorbs Gesteinsarten des lokalen Bodenaushubs, mit einer
Siebgröße von weniger als 0 mm -63 mm, auf. Somit wird eine Luftschalldämmung von
mindestens der Gruppe B3 nach ZTV - Lsw 06 bereits durch Einsatz des lokalen Bodenaushubs
erreicht.
[0026] In Ausführungsformen der Erfindung weist das erste Füllmaterial (103) einen Schüttwinkel
von 35 ° bis 45 ° auf, somit wird vorteilhaft mindestens die Absorption der A3 nach
ZTV-Lsw 06 erreicht. Der Schüttwinkel ist dabei definiert durch die Hangneigung eines-Schüttkegels
oder einer geschütteten Böschung. Dies trifft bevorzugt zu, wenn das erste Füllmaterial
(103) ein mineralisches Füllmaterial ist. Bestimmt wird der Schüttwinkel durch Messgeräte,
welche nach DIN EN ISO 14688-1 und DIN EN ISO 14688-2 arbeiten. Eine weitere Bestimmung
des Schüttwinkels ist durch lose Schüttung des Schüttgutes auf einer definierten Querschnittsfläche
möglich. Der sich nach der Schüttung einstellende Winkel, bei welchem sich kein Material
mehr entlang der sich ausbildenden Böschung bewegt, ist der Schüttwinkel.
[0027] In Ausführungsformen der Erfindung ist das Füllmaterial ausgewählt aus Glasschaumschotter
oder der Gruppe der Kiese, Splitte, Schotter und/oder einer Mischung davon. Bevorzugt
ist das Füllmaterial Schotter und/oder Glasschaumschotter.
[0028] Als Glasschaum oder Schaumglas wird ein mineralischer Leichtbaustoff bezeichnet,
welcher unter Einsatz eines Blähmittels aus Altglas hergestellt wird. Für die Erfindung
wird ein Schaumglasschotter oder Schaumglas-Granulat verwendet. Schaumglas zeichnet
sich durch sein geringes Gewicht und seine wärmedämmenden Eigenschaften aus. Zudem
ist Glasschaum recyclebar.
[0029] Als Schotter wird vorliegend eine gebrochene Gesteinskörnung mit einer Korngröße
ausgewählt aus 0/32, 0/45, 60/90, 60/120, 50/125, 60/125, 60/150, 60/180 verstanden.
[0030] In Ausführungsformen hat der Schaumglasschotter eine Siebgröße von 10 bis 90 mm,
bevorzugt 10 bis 60 mm, besonders bevorzugt ≥ 32 mm - 45 mm.
[0031] Der Schotter ist ausgewählt aus einem druckstabilen und frostbeständigen Gestein,
wie etwa Basalt, Granit oder Deodorit.
[0032] In Ausführungsformen der Erfindung wird ein zweites Füllmaterial verwendet, welches
sich vom ersten Füllmaterial durch die Eigenschaften des Schüttwinkels oder der Körnung
unterscheidet. Dabei weist das zweite Füllmaterial einen Schüttwinkel von 35 ° bis
45 ° auf. Das zweite Füllmaterial ist bevorzugt ein mineralisches Füllmaterial, ausgewählt
aus Schotter, Bahnschotter, Kies und/oder einer Mischung davon.
[0033] Dies ist vorteilhaft, da insbesondere bei der Verwendung von Bahnschotter eine nachhaltige
Bauweise gewährleistet wird. Im Zuge von Erneuerungen von Bahnstrecken und der Verwendung
von festen Gleisunterbauten kann so der überschüssige Bahnschotter zur Flankierung
ebendieser Strecken eingesetzt werden und somit einen großen Beitrag zur Lärmdämmung
leisten. Des Weiteren ist die Verwendung eines zweiten Füllmaterials vorteilhaft,
da auf diese Weise Ressourcen geschont werden können. Beispielsweise, aber nicht ausschließlich,
können so aus dem lokalen Bodenaushub ausgesiebte Steine mit geeigneter Siebgröße
zur Füllung eingebracht werden.
[0034] Dabei wird unter dem Begriff Siebgröße die Maschenweite eines Siebes verstanden,
durch welche ein Körper beim Sieben nicht hindurchfällt.
[0035] In Ausführungsformen der Erfindung weist das Dämm- und Stützmaterial einen Schüttwinkel
zwischen 32,5° bis 40° auf. In diesem Bereich des Schüttwinkels weist das Material
die optimalen Eigenschaften bezüglich der Verdichtung auf. Ein Dämm- und Stützmaterial
mit den genannten Eigenschaften kann verdichtet werden, ohne dass es fließfähig wird.
Damit kann auf die Verwendung von selbsthärtenden Materialien als Dämm- und Stützmaterial
- wie beispielsweise Beton - verzichtet werden.
[0036] In Ausführungsformen der Erfindung ist das verdichtete Dämm- und Stützmaterial (102)
verdichteter lokaler Bodenaushub. Dadurch entfallen zum Beispiel Transportkosten für
die Anlieferung anderer Dämm- und Stützmaterialien. Somit stellt sich neben einem
ökonomischen Vorteil auch ein ökologischer Vorteil ein, da ein bedeutender Teil des
CO
2-Ausstoßes bei der Errichtung einer Gabionenwand vermieden wird. Des Weiteren wird
entstehender Abraum weitestgehend vermieden und etwaige Lagerflächen werden nicht
benötigt. Zusätzlich wirkt sich die Wiederverwertung des lokalen Bodens nicht auf
den pH-Wert des angrenzenden Bodens aus und stört somit nicht das umgebende Ökosystem.
[0037] Vorteilhaft wird durch die Wahl der Materialien der Drähte des Gabionenkorbs, beispielsweise
aber nicht ausschließlich, unlegierter Walzdraht aus kohlenstoffarmem Stahl nach DIN
EN ISO 16120-2 mit einem Zink-Aluminium-Überzug (Zn90%/Al10%) von mind. 300 g/m
2 gemäß DIN EN 10244-1 und einer Dauerhaftigkeit gemäß DIN EN 1990 von mindestens 50
Jahren, weiter begünstigt.
[0038] In Ausführungsformen der Erfindung ist die zusätzliche Gitterwand (104) aus Draht
gefertigt, wobei der Draht einen Durchmesser im Querschnitt von 4 mm bis 7 mm, bevorzugt
aber einen Durchmesser im Querschnitt von 4,5 mm bis 5 mm aufweist. Dies ist vorteilhaft,
da auf diese Weise die Steifigkeit des bestehenden Drahtgitters des Gabionenkorbs
erhöht wird. Gleichzeitig wird die Bandbreite der verwendbaren Füllmaterialien vergrößert,
da nun kleinere minimale Siebgrößen der Körnung der Füllmaterialien verwendet werden
können und eine weitere Reduktion des Gesamtgewichtes erzielt wird. Je nach Drahtstärke
kann auch eine Steigerung des Gesamtgewichtes erzielt werden, um die resultierende
Wand widerstandsfähiger gegen extreme Wettereinflüsse wie bspw. Sturm zu machen.
[0039] In Ausführungsformen der Erfindung weist die zusätzliche Gitterwand (104) eine Maschenweite
der Gittermaschen von 25 mm x 25 mm bis 200 mm x 200 mm, bevorzugt von 25 mm x 50
mm bis 50 mm x 100 mm und besonders bevorzugt von 35 mm x 35 mm bis 50 mm x 50 mm
auf.
[0040] In Ausführungsformen der Erfindung besteht die mindestens eine Trenneinrichtung (105/106)
aus Geotextilien und Geogittern. Diese Geotextilien und/oder Geogitter bestehen dabei
aus einem schwer verrottbaren Kunststoff. Unter schwer verrottbar wird dabei verstanden,
dass das Material äußeren Umwelteinflüssen, wie Witterung, UV-Strahlung widersteht.
[0041] Durch die schwer verrottbaren Trenneinrichtungen werden natürliche Prozesse des Setzens
des Füllmaterials durch Erschütterungen, Vibrationen oder durch Niederschlag weitestgehend
unterbunden. Dies ist vorteilhaft, da auf diesem Wege auch Gabionenwände von hoher
Lebensdauer gefertigt werden können. Dies ist beispielsweise, aber nicht ausschließlich,
bei der Errichtung von Lärmschutzwänden an Bahnstrecken von entscheidender Wichtigkeit,
da bei diesen Bauwerken eine normative Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren gefordert
wird und während dieser Zeitspanne eine zuverlässige Standfestigkeit erforderlich
ist. Bevorzugt werden unverrottbare Materialien aus UV-stabilisierten Vliesstoffen,
wie Geotextilien mit einer Geotextilrobustheitsklasse (GRK) zwischen 2 und 5 aus Polypropylen
und Geogitter aus Polyethylen mit hoher Dichte (PE-HD) und Polypropylen verwendet.
[0042] Eine erfindungsgemäße Lärmschutzwand wird aus neben- und übereinander angeordneten
Gabionenkörben gebildet.
[0043] Die Erfindung stellt einen Gabionkorb bereit, der lärmdämmend ausgebildet ist, wobei
die zur Füllung verwendeten Materialien keinen schädigen Einfluss auf die Gitter des
Korbes ausüben, sodass eine für die Zulassung bedingte lange Standzeit von mindestens
50 Jahren realisiert werden kann. Vorteilhaft ist der Gabionenkorb vollständig recyclebar
ausgefüllt, sodass die eingesetzten Stoffe einer weiteren Nutzung zugeführt werden
können.
[0044] Zur Realisierung der Erfindung ist es auch zweckmäßig, die vorbeschriebenen Ausführungsformen
und Merkmale der Ansprüche zu kombinieren.
[0045] Die Erfindung wird im Folgenden mit Figuren und Ausführungsbeispielen näher beschrieben,
ohne die Erfindung darauf zu beschränken.
[0046] Figur 1 zeigt schematisch einen Schnitt durch einen Gabionenkorb (101), wobei die
Schnittebene durch die Achsen der gedachten Lärmausbreitung von links nach rechts
als Abszisse und der vertikalen Achse als Ordinate aufgespannt wird, mit einer zusätzlichen
Gitterwand (103). Die Abmessungen der Außenkanten des Gabionenkorbes (101) betragen
100 cm von der der Lärmquelle zugewandten Seite bis zur Lärm abgewandten Seite. Der
Gabionenkorb ist dabei aus einem Draht einer Stärke 6 mm gefertigt. Die Verbindungen
der Kreuzungspunkte sind elektrisch punktgeschweißt. Der Gabionenkorb (101) ist durch
Trenneinrichtungen (105) in drei Teilabschnitte unterteilt, wobei der der Lärmquelle
zugewandte Bereich ca. 30 % des gesamten befüllbaren Innenraumvolumens beansprucht.
Die verwendete Trenneinrichtung (105) ist hierbei Vliesstoff. In den der Lärmquelle
zugewandten Bereich wird ein erstes Füllmaterial (103) eingebracht. In den der Lärmquelle
am weitesten abgewandten Bereich wird ein zweites Füllmaterial (107) gefüllt. Der
zwischen diesen beiden Bereichen angeordnete Bereich ist mit einem verdichteten Dämm-
und Stützmaterial (102) gefüllt. Das erste Füllmaterial (103) hat dabei eine geringere
Siebgröße als das zweite Füllmaterial (107). Auf diese Weise lassen sich die Lärmschutzeigenschaften
zur Absorption des auftreffenden Lärms um mindestens 8dB bereits mit schmaleren Teilsegmenten
des Gabionenkorbs erreichen als bei der Verwendung herkömmlicher Materialien wie bspw.
Lavabruch. Die verbesserten schallabsorbierenden Eigenschaften von mindestens 8 dB
werden somit aufgrund der geringeren Körnung des ersten Füllmaterials und durch die
schallreflektierenden Eigenschaften des nicht gebundenen Dämm- und Stützmaterials
erreicht. Des Weiteren weist das erste Füllmaterial eine Siebgröße auf, die unterhalb
der Maschenweite des umhüllenden Gabionenkorbes (101) liegt. Um ein Herausfallen des
Füllmaterials (103) zu unterbinden wurde zuvor eine Verringerung der Maschenweite
des Gabionenkorbs durch Einbringen einer zusätzlichen Gitterwand (104) bewirkt. Diese
zusätzliche Gitterwand wird an die Innenseite des erfindungsgemäßen Gabionenkorbs
angelegt. Die Drahtstärke der Drähte der zusätzlichen Gitterwand beträgt 4,5 mm.
[0047] Figur 2 zeigt, analog zu Figur 1, schematisch einen Schnitt durch einen Gabionenkorb
(101), wobei die Schnittebene durch die Achsen der gedachten Lärmausbreitung von links
nach rechts als Abszisse und der vertikalen Achse als Ordinate aufgespannt wird, mit
einer zusätzlichen Gitterwand (103). Die Abmessungen der Außenkanten des Gabionenkorbs
(101) betragen 100 cm von der der Lärmquelle zugewandten Seite bis zur Lärm abgewandten
Seite. Der Gabionenkorb ist dabei aus einem Draht einer Stärke 6 mm gefertigt. Die
Verbindungspunkte sind elektrisch geschweißt. Der Gabionenkorb (101) ist durch eine
Trenneinrichtung (105) in zwei Teilabschnitte unterteilt, wobei der der Lärmquelle
zugewandte Bereich ca. 30 % des gesamten befüllbaren Innenraumvolumens beansprucht.
In den der Lärmquelle zugewandten Bereich wird ein erstes Füllmaterial (103) eingebracht.
In den zweiten Bereich wird das nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial zunächst lose
befüllt und im Nachgang bevorzugt maschinell verdichtet. Durch die Verwendung einer
geringeren Körnung des lärmseitigen Füllmaterials gegenüber den üblichen Füllmaterialien,
wie beispielsweise Lavabruch, verbessern sich auch im dargestellten Gabionenkorb die
Eigenschaften der Schallabsorption hinsichtlich der Geometrie des zu befüllenden Teilbereiches
ebendieses Gabionenkorbs. Die verbesserten schallabsorbierenden Eigenschaften von
mindestens 8 dB werden sowohl aufgrund der geringeren Körnung des ersten Füllmaterials
als auch durch die schallreflektierenden Eigenschaften des nicht gebundenen Dämm-
und Stützmaterials erreicht.
[0048] In einem Ausführungsbeispiel wird für die Vorrichtung ein quaderförmiger Gabionenkorb
(101) aus einem Draht mit einem Durchmesser von 6 mm gefertigt. Die Drähte werden
durch Schweißverbindungen miteinander verbunden. Die Kantenlängen des quaderförmigen
Gabionenkorbs (101) betragen 200 cm x 100 cm 100 cm und die Maschenweite beträgt 10
cm x 10 cm. Das verwendete Drahtmaterial ist unlegierter Walzdraht aus kohlenstoffarmem
Stahl nach DIN EN ISO 16120-2 mit einem Zink-Aluminium-Überzug (Zn90%/Al10%) von mind.
300 g/m
2 gemäß DIN EN 10244-1 und einer Dauerhaftigkeit gem. DIN EN 1990 von mind. 50 Jahren.
Die geringe Maschenweite von 30 mm x 60 mm des Gabionenkorbs wird bereits bei der
Fertigung der lärmseitig angeordneten Außenwand gefertigt.
[0049] Der Gabionenkorb (101) wird durch Trenneinrichtungen (105/106) in zwei Teilabschnitte
aufgeteilt. Die Teilung in die Teilabschnitte geschieht dabei entlang einer Kante,
welche von der Lärmquelle zugewandten Seite bis zur Lärm abgewandten Seite des Gabionenkorbs
verläuft. Der erste Teilabschnitt nimmt 20 cm entlang dieser Kante des Gabionenkorbs
ein, was in einem Teilsegment mit einem Rauminhalt von ca. 20 % des gesamten befüllbaren
Innenraumvolumens des Gabionenkorbs resultiert, der lärmabgewandte Teilabschnitt beansprucht
80cm dieser Kante. Die verwendeten Trenneinrichtungen (105/106) sind dabei Geotextilien
GRK 3 aus Polypropylen mit einer spezifischen Masse von mindestens 150 g/m
2. Dabei werden die Geotextilen während des Befüllens der zunächst leeren Gabionenkörbe
durch Füll- oder Dämm- und Stützmaterialien mittels Klammern an den Drähten des Gabionenkorbs
fixiert.
[0050] Zum Aufbau einer Lärmschutzwand, beispielsweise an Böschungen, wird zunächst eine
Reihe aus nebeneinanderstehenden erfindungsgemäßen Gabionenkörben (101) gebildet Noch
während sich die Korbreihe im Aufbau befindet, wird mit der Befüllung der zusammenhängenden,
länglichen Teilabschnitte sowie dem reihenweise Übereinanderstapeln begonnen.
[0051] Der lärmseitig angeordnete Bereich des Gabionenkorbs wird mit dem ersten Füllmaterial
(103) Schaumglasschotter befüllt. Der Schaumglasschotter hat dabei eine Siebgröße
≥ 32 mm - 45 mm.
[0052] Die Befüllung des lärmabgewandten Bereiches erfolgt mittels Dämm- und Stützmaterial
(102) aus gesiebtem lokalen Bodenaushub, aus welchem die groben Steine mit einer Siebgröße
von mehr als 63 mm entfernt wurden. Während des Befüllens mit dem gesiebten lokalen
Bodenaushub wird dieser durch ein handgeführtes Verdichtungsgerät verdichtet. Durch
die Verdichtung bilden sich vorteilhaft die gewünschten Festigkeitseigenschaften,
der Verdichtung von weniger 2cm pro Steigmeter unter Krafteinwirkung von 500 kN auf
die Deckfläche des Gabionenkorbs, des Dämm- und Stützmaterials (102) aus.
[0053] In einem Ausführungsbeispiel wird für die Vorrichtung ein quaderförmiger Gabionenkorb
(101) aus einem Draht mit einem Durchmesser von 6 mm gefertigt. Die Drähte werden
durch Schweißverbindungen miteinander verbunden. Die Kantenlängen des quaderförmigen
Gabionenkorbs (101) betragen 200 cm x 100 cm x 100 cm und die Maschenweite beträgt
10 cm x 10 cm. Das verwendete Drahtmaterial ist unlegierter Walzdraht aus kohlenstoffarmem
Stahl nach DIN EN ISO 16120-2 mit einem Zink-Aluminium-Überzug (Zn90%/Al10%) von mind.
300 g/m
2 gemäß DIN EN 10244-1 und einer Dauerhaftigkeit gem. DIN EN 1990 von mind. 50 Jahren.
Die geringe Maschenweite von 30 mm x 60 mm des Gabionenkorbs wird bereits bei der
Fertigung der lärmseitig angeordneten Außenwand gefertigt.
[0054] Der Gabionenkorb (101) wird durch Trenneinrichtungen (105/106) in drei Teilabschnitte
aufgeteilt. Die Teilung in die Teilabschnitte geschieht dabei entlang einer Kante,
welche von der Lärmquelle zugewandten Seite bis zur Lärm abgewandten Seite des Gabionenkorbs
verläuft. Der erste Teilabschnitt nimmt 20 cm der längsten Kante des Gabionenkorbs
ein, was in einem Teilsegment mit einem Rauminhalt von ca. 20 % des gesamten befüllbaren
Innenraumvolumens des Gabionenkorbs resultiert. Der mittlere Teilabschnitt beansprucht
50 cm der längsten Kante des Gabionenkorbs und der letzte Teilabschnitt eine Länge
von 30 cm. Die verwendeten Trenneinrichtungen (105/106) sind dabei Geotextilien GRK
3 aus Polypropylen mit einer spezifischen Masse von mindestens 150 g/m
2. Dabei werden die Geotextilen während des Befüllens der zunächst leeren Gabionenkörbe
durch Füll- oder Dämm- und Stützmaterialien mittels Klammern an den Drähten des Gabionenkorbs
fixiert.
[0055] Zum Aufbau einer Lärmschutzwand wird zunächst eine Reihe aus nebeneinanderstehenden
erfindungsgemäßen Gabionenkörben (101) gebildet. Noch während sich die Korbreihe im
Aufbau befindet, wird mit der Befüllung der zusammenhängenden, länglichen Teilabschnitte
sowie dem reihenweise Übereinanderstapeln begonnen.
[0056] Der lärmseitig angeordnete Bereich des Gabionenkorbs wird mit dem ersten Füllmaterial
(103) Schaumglasschotter befüllt. Der Schaumglasschotter hat dabei eine Siebgröße
≥ 32 mm - 45 mm.
[0057] Die Befüllung des letzten, des lärmabgewandten Teilsegmentes erfolgt mit dem zweiten
Füllmaterial (107) aus Schotter und groben Steinen des lokalen Bodenaushubs mit einer
Siebgröße von 32 mm - 63 mm.
[0058] Die Befüllung des zentralen Bereiches erfolgt mittels nicht gebundenem, zunächst
losem Dämm- und Stützmaterial (102) aus gesiebtem lokalen Bodenaushub, aus welchem
die groben Steine mit einer Siebgröße von mehr als 63 mm entfernt wurden. Während
des Befüllens mit dem gesiebten lokalen Bodenaushub wird dieser durch ein handgeführtes
Verdichtungsgerät verdichtet. Durch die Verdichtung bilden sich vorteilhaft die gewünschten
Festigkeitseigenschaften, der Verdichtung von weniger 2 cm pro Steigmeter unter Krafteinwirkung
von 500 kN auf die Deckfläche des Gabionenkorbs, des Dämm- und Stützmaterials (102)
aus.
[0059] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wurden verschiedene Füllungen des erfindungsgemäßen
Gabionenkorbs auf ihre schallmindernde Wirkung geprüft:
Der Gabionenkorb (101) wird durch Trenneinrichtungen (105/106) in drei Teilabschnitte
aufgeteilt. Die Teilung in die Teilabschnitte geschieht dabei entlang einer Kante,
welche von der Lärmquelle zugewandten Seite bis zur Lärm abgewandten Seite des Gabionenkorbs
verläuft. Der erste Teilabschnitt nimmt 30 cm der längsten Kante des Gabionenkorbs
ein, was in einem Teilsegment mit einem Rauminhalt von ca. 20 % des gesamten befüllbaren
Innenraumvolumens des Gabionenkorbs resultiert. Der mittlere Teilabschnitt beansprucht
40 cm der längsten Kante des Gabionenkorbs und der letzte Teilabschnitt eine Länge
von 30 cm. Das erste Füllmaterial war ein Schotter mit 60/125/150 Körnung. Hier wurde
eine Reduzierung von 24 db erreicht. Die Messung erfolgte nach CEN/TS 1793-5 in Verbindung
mit EN 1793-1-3.
[0060] In einem weiteren Ausführungsbeispiel war das erste Füllmaterial ein Mischung aus
Schotter mit einer Körnung von 60/90 sowie 5- 25 % Glasschaumschotter mit Siebgröße
≥ 32 mm - 45 mm.
[0061] In einem weiteren Ausführungsbeispiel war das erste Füllmaterial eine Mischung aus
Schotter mit einer Körnung von 60/90 bzw, 60/120 sowie 5- 25 % Glasschaumschotter
mit Siebgröße ≥ 32 mm - 45 mm. Dabei beanspruchte der mittlere Teilabschnitt 30 cm
der längsten Kante des Gabionenkorbs. Aufgrund der Mischung war eine Reduzierung des
Anteils des ersten Füllmaterials bei gleichbleibender Schallminderung möglich.
[0062] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wurde ein erstes Füllmaterial mit einer Dichte
p ≥ 2000 kg/m
3 verwendet. Dabei beanspruchte der mittlere Teilabschnitt 30 cm der längsten Kante
des Gabionenkorbs. Diese Füllmaterial erfüllte dabei die Anforderung B3. Das Füllmaterial
war dabei eine Mischung aus Schotter und Glasschaumschotter.
Bezugszeichen
[0063]
- 101
- Gabionenkorb
- 102
- verdichtetes Dämm- und Stützmaterial
- 103
- erstes Füllmaterial
- 104
- zusätzliche Gitterwand
- 105
- Trenneinrichtung
- 106
- zweites Füllmaterial
1. Vorrichtung, umfassend einen Gabionenkorb (101), welcher gitterartige Außenwände aufweist,
als Lärmschutzelement, wobei das Innere des Gabionenkorbs mindestens zwei getrennte
Bereiche aufweist, wobei sich jeder der Bereiche über die gesamte Höhe und die gesamte
Breite des Gabionenkorbs (101) erstreckt und die Bereiche des Gabionenkorbs (101)
durch mindestens eine Trenneinrichtung (105) abgrenzt sind, wobei sich mindestens
eine Trenneinrichtung (105) über die gesamte Höhe und die gesamte Breite des Gabionenkorbs
erstreckt, wobei der der Lärmquelle zugewandte Bereich mit einem ersten Füllmaterial
(103) gefüllt ist und der der Lärmquelle abgewandte Bereich verdichtetes, nicht gebundenes
Dämm- und Stützmaterial (102) aufweist, wobei das erste Füllmaterial und das Dämm-
und Stützmaterial einen pH-Wert von 6 bis 9, bevorzugt 6,5 bis 8 aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
• der der Lärmquelle zugewandte Bereich mehr als 5 % und weniger als 50 % des gesamten
befüllbaren Innenraumvolumens des Gabionenkorbs einnimmt,
• die Maschenweite der Lärmquelle zugewandten Wand des Gabionenkorbs mehr als 20 mm
x 20 mm und weniger als 100 mm x 100 mm aufweist und
• das verdichtete, nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial nach seiner Verdichtung
sich nicht weiter als 2 cm pro Steigmeter verdichten lässt.
2. Vorrichtung, umfassend einen Gabionenkorb (101), welcher gitterartige Außenwände aufweist,
wobei das Innere des Gabionenkorbs mindestens drei getrennte Bereiche aufweist, wobei
sich jeder der Bereiche über die gesamte Höhe und die gesamte Breite des Gabionenkorbs
(101) erstreckt und die Bereiche des Gabionenkorbs (101) durch mindestens eine Trenneinrichtung
(105) abgrenzt, die sich über die gesamte Höhe und die gesamte Breite des Gabionenkorbs
(101) erstreckt, wobei der der Lärmquelle zugewandte Bereich mit einem ersten Füllmaterial
(103) gefüllt und der der Lärmquelle abgewandte Bereich mindestens mit dem ersten
oder einem zweiten Füllmaterial (106) gefüllt ist, wobei mindestens einer der Bereiche,
der zwischen dem der Lärmquelle zugewandten Bereich und dem der Lärmquelle abgewandten
Bereich angeordnet ist, verdichtetes, nicht gebundenes Dämm- und Stützmaterial (102)
aufweist, wobei das erste und zweite Füllmaterial und das Dämm- und Stützmaterial
einen pH-Wert von 6 bis 9, bevorzugt 6,5 bis 8 auf weist,
dadurch gekennzeichnet, dass
• der der Lärmquelle zugewandte Bereich mehr als 5 % und weniger als 50 % des gesamten
befüllbaren Innenraumvolumens des Gabionenkorbs einnimmt,
• die Maschenweite der Lärmquelle zugewandten Wand des Gabionenkorbs mehr als 20 mm
x 20 mm und weniger als 100 mm x 100 mm aufweist und
• das verdichtete, nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial nach seiner Verdichtung
sich nicht weiter als 2 cm pro Steigmeter verdichten lässt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gabionenkorb aus einem Stahldraht mit einem Drahtdurchmesser von 3,5 mm ≤ d ≤
8 mm und einer Beschichtung aus einem Zink- Aluminium- Gemisch mit einem Masseanteil
Aluminium von 6% bis 16% und einem Masseanteil Zink von 94% bis 84% ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, das erste Füllmaterial (103) und/oder
das zweite Füllmaterial (107) einen Schüttwinkel von 35° bis 45° aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Füllmaterial (103) ausgewählt ist aus Glasschaum, Kies, Splitt und/oder
einer Mischung davon.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Füllmaterial (107) ein mineralisches Füllmaterial ist, ausgewählt aus
Schotter, Bahnschotter und/oder einer Mischung davon.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial (102) einen Schüttwinkel zwischen 32,5°
bis 40° aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das verdichtete, nicht gebundene Dämm- und Stützmaterial (102) verdichteter lokaler
Bodenaushub ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert des verdichteten, nicht gebundenen Dämm- und Stützmaterials (102) zwischen
6 und 9 liegt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Gitterwand (104) aus Draht gefertigt ist, wobei der Draht einen Durchmesser
von 4 mm bis 7 mm, bevorzugt 4,5 mm bis 5 mm aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Außenwand des Gabionenkorbs (104) eine Maschenweite der Gittermaschen
von 25 mm x 25 mm bis 100 mm x 100 mm, bevorzugt von 25 mm x 50 mm bis 50 mm x 100
mm und besonders bevorzugt von 30 mm x 30 mm bis 30 mm x 75 mm aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Trenneinrichtung (105/106) ausgewählt ist aus Geotextilien und Geogittern.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der der Lärmquelle zugewandte Bereich weniger als 40 %, weniger als 30 %, weniger
als 20% des gesamten befüllbaren Innenraumvolumens des Gabionenkorbs einnimmt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass diese zur Erfüllung der Lärmschutzeigenschaften nach ZTV-Lsw 06 ausgebildet ist.
15. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14 als Elemente einer
Lärmschutzwand, dadurch gekennzeichnet, dass die Lärmschutzwand aus mindestens zwei über- und/oder nebeneinander angeordneten
Gabionenkörben (101) ausgebildet ist.