[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Türsystem, wobei das Türsystem zumindest einen
motorischen Türantrieb mit einer Antriebsteuerung und eine Fluchtwegsicherung mit
einer elektrisch betätigten Türverriegelung und mit einer Fluchtwegsteuerung, welche
die Türverriegelung betätigt, umfasst, gemäß der in Anspruch 1 definierten Art.
[0002] Türsysteme können unterschiedliche Komponenten umfassen, um verschiedenartige Anwendungsfälle
zuverlässig abzudecken. So ist es beispielsweise bekannt, Türsysteme sowohl mit einem
motorischen Türantrieb und mit einer Fluchtwegsicherung auszuführen. Entsprechend
können Fluchttüren oder auch Paniktüren bereitgestellt werden, wobei teilweise zusätzliche
Funktionen beispielsweise zum Brandschutz erforderlich sein können.
[0003] Der motorische Türantrieb umfasst einen Antriebsmotor und eine Antriebsteuerung,
um eine dazugehörige Tür zu öffnen und/oder zu schließen. Dazu kann der motorische
Türantrieb zusätzlich einen oder mehrere Sensoren umfassen, um einen Bereich um die
Tür zu überwachen, um bei einer Annäherung einer Person den Antriebsmotor zu steuern,
um die Tür zu öffnen. Entsprechendes gilt für das Schließen der Tür, wenn sich die
Person wieder entfernt.
[0004] Das Türsystem umfasst zusätzlich eine Fluchtwegsicherung, die insbesondere der Bereitstellung
von Fluchtwegen dient. Fluchtwegtüren müssen immer geöffnet werden können, um beispielsweise
ein Verlassen eines Gebäudes sicherzustellen. Um gleichzeitig ein unbefugtes Eindringen
zu verhindern, umfassen die Fluchtwegtüren typischerweise eine elektrisch betätigte
Türverriegelung als Zugangsschutz, die entriegelt werden muss, um das Verlassen des
Gebäudes sicherzustellen. Als Brandschutztüren können Fluchtwegtüren beispielsweise
bei Feuer automatisch schließen, wobei die Funktion als Fluchtwegtür sichergestellt
werden muss, d.h. auch im Brandfalls muss ein Öffnen der Fluchtwegtür möglich sein.
[0005] In der Praxis werden häufig Türantriebe und Fluchtwegsicherungen von unterschiedlichen
Gewerken installiert. Hierbei können Abstimmungsfehler auftreten. Zudem müssen bei
Türsystemen nach dem Stand der Technik Betriebszustände manuell sowohl an dem Türantrieb
als auch an der Fluchtwegsicherung eingestellt werden. Durch eine fehlerhafte manuelle
Einstellung können auch hier Abstimmungsprobleme auftreten.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, zumindest einen voranstehend
beschriebenen Nachteil zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, ein Türsystem der oben beschriebenen Art anzugeben, dass
insbesondere eine effiziente und reibungslose Installation und/oder ein zuverlässiger
Betrieb aller Komponenten gewährleistet werde. Insbesondere soll bei einem Türsystem
mit einer Antriebsteuerung und eine Fluchtwegsicherung ein Effizienz- und/oder Sicherheitsgewinn
bei Installation und Betrieb erzielt werden.
[0007] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Türsystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0008] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Türsystem, wobei das Türsystem zumindest
einen motorischen Türantrieb mit einer Antriebsteuerung umfasst. Zudem umfasst das
erfindungsgemäße Türsystem eine Fluchtwegsicherung mit einer elektrisch betätigten
Türverriegelung und mit einer Fluchtwegsteuerung, welche die Türverriegelung betätigt.
[0009] Das erfindungsgemäße Türsystem ist dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebssteuerung
und die Fluchtwegsteuerung über eine Kommunikationsverbindung, insbesondere über einen
ersten Kommunikationsbus, miteinander verbunden sind, und das Türsystem ausgeführt
ist, einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung
durchzuführen.
[0010] Das erfindungsgemäße Türsystem stellt also über die Kommunikationsverbindung eine
Möglichkeit der Kommunikation zwischen der Antriebssteuerung und die Fluchtwegsteuerung
bereit, so dass durch einen Austausch von Nachrichten zwischen der Antriebssteuerung
und der Fluchtwegsteuerung ein koordinierter Ablauf der Antriebssteuerung und der
Fluchtwegsteuerung durchgeführt werden kann, um beispielsweise den Betrieb von Türantrieb
und Türverriegelung aufeinander abzustimmen und ein Auftreten von Fehlern zu vermeiden.
Es können unterschiedliche Arten von Nachrichten über die Kommunikationsverbindung
ausgetauscht werden, beispielsweise um eine Konfiguration der jeweils anderen Steuerung
durchzuführen, oder um verschiedene Aktivitäten miteinander zu synchronisieren. Dabei
können die Nachrichten Informationen enthalten betreffend jeweils die Steuerung, welche
die Nachricht sendet, oder Anweisungen an die Steuerung, welche die Nachricht empfängt.
So kann beispielsweise die Fluchtwegsteuerung die Antriebssteuerung über ein Auslösen
der Fluchtwegsteuerung informieren oder ihre eigene Konfiguration der Antriebssteuerung
mitteilen. Alternativ kann die Fluchtwegsteuerung die Antriebssteuerung auffordern,
eine bestimmte Konfiguration ihrer Antriebssteuerung durchzuführen oder die Tür zu
öffnen oder schließen. Entsprechendes gilt ausgehend von der Antriebssteuerung.
[0011] Dabei hat sich herausgestellt, dass durch die Kommunikationsverbindung ein hohes
Maß an Freiheit erreicht werden kann, um durch die Fluchtwegsicherung oder den motorischen
Türantrieb durchgeführte Steuerungen von zu der Fluchtwegsicherung bzw. dem motorischen
Türantrieb gehörenden Komponenten, beispielsweise der Türverriegelung, zu koordinieren.
Dadurch können insbesondere auch komplexe Steuerungsabläufe für das Türsystem einfach
realisiert werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Türsystem beispielsweise mehrere
motorische Türantriebe umfasst, die als Türsystem gemeinsam gesteuert werden, beispielsweise
im Falle von zweiflügligen Türen oder einer von mehreren Türen gebildeten Schleuse.
[0012] Die Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung zur Durchführung eines koordinierten
Ablaufs kann als eine verteilte Steuerung durchgeführt werden, bei der die Antriebsteuerung
und die Fluchtwegsteuerung gemeinsam den koordinierten Ablauf durchführen. Dazu können
beispielsweise Nachrichten zur Synchronisation zwischen der Antriebsteuerung und der
Fluchtwegsteuerung ausgetauscht werden. Vorzugsweise agiert bei dem Türsystem eine
der Steuerungen als übergeordnete Steuerung, welche den koordinierten Ablauf der Steuerung
des Türantriebs und der Türverriegelung durchführt, d.h. die Antriebsteuerung oder
die Fluchtwegsteuerung ist für den koordinierten Ablauf der Steuerung verantwortlich.
Weiter alternativ kann ein Steuergerät vorgesehen sein, welches mit dem motorischen
Türantrieb und der Fluchtwegsicherung über die Kommunikationsverbindung verbunden
ist, insbesondere mit der Antriebsteuerung und der Fluchtwegsteuerung, um den koordinierten
Ablauf der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung durchzuführen und somit
die übergeordnete Steuerung bereitzustellen.
[0013] Der motorische Türantrieb umfasst die Antriebsteuerung, um einen Antriebsmotor anzusteuern.
Der Antriebsmotor treibt die Tür an, um diese zu öffnen, zu schließen und/oder zu
halten. Die Antriebsteuerung kann beispielsweise eine 4-Quadrantensteuerung des Antriebsmotors
durchführen. Zusätzlich kann beispielsweise ein automatischer Türschließer vorgesehen
sein, um die Tür nach dem Öffnen bzw. Halten wieder zu schließen. Dadurch wird sichergestellt,
dass die Tür auch im Falle eines Ausfalls der Stromversorgung wieder geschlossen werden
kann, was beispielsweise für eine Brandschutztür ein wichtiges Merkmal sein kann.
Die elektronische Antriebssteuerung umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen Speicher.
[0014] Zusätzlich kann der motorische Türantrieb weitere Komponenten umfassen. Die weiteren
Komponenten des motorischen Türantriebs können beispielsweise Sensoren umfassen, insbesondere
Sensoren, um eine Annäherung von Personen an eine Seite oder beide Seiten der Tür
und/oder ein Blockieren eines Türdurchgangs der Tür durch eine Person zu erfassen.
Dadurch kann die Antriebsteuerung den Antriebsmotor ansteuern, die Tür zu öffnen,
zu halten und/oder zu schließen. Alternativ oder zusätzlich können die weiteren Komponenten
des motorischen Türantriebs beispielsweise einen Programmschalter zum Einstellen eines
Betriebsmodus des motorischen Türantriebs umfassen. Untenstehend sind Details in Bezug
auf verschiedene mögliche Betriebsmodi angegeben.
[0015] Die weiteren Komponenten des motorischen Türantriebs sind in Kommunikation mit der
Antriebsteuerung, um Signale von den weiteren Komponenten des motorischen Türantriebs
an die Antriebsteuerung und Steuerungssignale von der Antriebsteuerung an die weiteren
Komponenten des motorischen Türantriebs zu übertragen. Dazu können die weiteren Komponenten
des motorischen Türantriebs jeweils nach der Art einer Punkt-zu-Punkt Verbindung mit
der Antriebsteuerung verbunden sein. Die Punkt-zu-Punkt Verbindung kann als analoge
oder als digitale Verbindung ausgeführt sein, so dass Signale über analoge Signalpegel,
digitale Signalpegel oder als Nachrichten übertragen werden. Alternativ oder zusätzlich
kann der motorische Türantrieb einen Datenbus umfassen, über den die weiteren Komponenten
des motorischen Türantriebs und die Antriebsteuerung kommunizieren Der Datenbus ist
z. B. separat zu der Kommunikationsverbindung ausgeführt. Alternativ oder zusätzlich
können die weiteren Komponenten des motorischen Türantriebs und die Antriebsteuerung
über die Kommunikationsverbindung, insbesondere über den ersten Kommunikationsbus,
miteinander kommunizieren. Jede der weiteren Komponenten des motorischen Türantriebs
kann dabei jeweils individuell mit der Antriebsteuerung verbunden sein, d.h. jede
der weiteren Komponenten kann unabhängig von anderen Komponenten über die Punkt-zu-Punkt
Verbindung, den Datenbus oder die Kommunikationsverbindung mit der Antriebsteuerung
verbunden sein.
[0016] Die Fluchtwegsicherung umfasst die Fluchtwegsteuerung, um die Türverriegelung anzusteuern.
Die elektronische Fluchtwegsteuerung umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen Speicher.
Die Türverriegelung hält Türen sicher geschlossen und entriegelt sie unverzüglich
nach Freischaltung beispielsweise über einen Not-Taster bei einer Notentriegelung
oder bei berechtigter Freigabe, z.B. per Schlüsselschalter, Tastatur zur Eingabe eines
Zugangscodes, biometrischer Eingabe oder kabelloser Authentifizierung über ein entsprechendes
Lesegerät. Bei Stromausfall durch eine Unterbrechung einer elektrischen Energieversorgung
bewirkt die Türverriegelung insbesondere eine automatische Freigabe der Tür als Fluchttür.
Die elektrisch betätigte Türverriegelung bewirkt in diesem Fall also ein automatisches
Aufheben einer Verriegelung, so dass die Tür bei der Unterbrechung der elektrischen
Energieversorgung zuverlässig geöffnet werden kann. Die elektrisch betätigte Türverriegelung
kann als elektromagnetische oder als elektromechanische Türverriegelung ausgeführt
sein. Die elektrisch betätigte Türverriegelung kann zur äußeren Montage an Tür und/oder
Zarge ausgeführt sein, wodurch beispielsweise eine einfache Anbringung an bestehende
Türen möglich ist. Um ein optisch besonders ansprechendes System bereitzustellen,
kann die elektrisch betätigte Türverriegelung auch zum verdeckten Einbau in der Tür
bzw. innerhalb der Zarge ausgeführt sein. In diesem Fall ist die elektrisch betätigte
Türverriegelung beispielsweise als Türöffner, ähnlich einem Türöffner oder nach der
Art eines Einsteckschlosses zur Aufnahme in einem Türblatt ausgeführt. Alternativ
kann die Türverriegelung beispielsweise in einer Panikstange integriert sein.
[0017] Zusätzlich kann die Fluchtwegsicherung weitere Komponenten umfassen. Die weiteren
Komponenten der Fluchtwegsicherung sind in Kommunikation mit der Fluchtwegsteuerung,
insbesondere über die Kommunikationsverbindung, um Signale von den weiteren Komponenten
der Fluchtwegsicherung an die Fluchtwegsteuerung und Steuerungssignale von der Fluchtwegsteuerung
an die weiteren Komponenten der Fluchtwegsicherung zu übertragen. Dazu können die
weiteren Komponenten der Fluchtwegsicherung jeweils nach der Art einer Punkt-zu-Punkt
Verbindung mit der Fluchtwegsteuerung verbunden sein. Die Punkt-zu-Punkt Verbindung
kann als analoge oder als digitale Verbindung ausgeführt sein, so dass Signale über
analoge Signalpegel, digitale Signalpegel oder als Nachrichten übertragen werden.
Alternativ oder zusätzlich kann die Fluchtwegsicherung einen Datenbus umfassen, über
den die weiteren Komponenten der Fluchtwegsicherung und die Fluchtwegsteuerung kommunizieren.
Der Datenbus ist separat zu der Kommunikationsverbindung ausgeführt. Alternativ oder
zusätzlich können die weiteren Komponenten der Fluchtwegsicherung und die Fluchtwegsteuerung
über die Kommunikationsverbindung miteinander kommunizieren. Jede der weiteren Komponenten
der Fluchtwegsicherung kann dabei jeweils individuell mit der Fluchtwegsteuerung verbunden
sein, d.h. jede der weiteren Komponenten kann unabhängig von anderen Komponenten über
die Punkt-zu-Punkt Verbindung, den Datenbus oder die Kommunikationsverbindung mit
der Fluchtwegsteuerung verbunden sein.
[0018] Die weiteren Komponenten der Fluchtwegsicherung können einen Nottaster, eine Berechtigungsprüfvorrichtung,
insbesondere einen Schlüsseltaster oder eine Tastatur zur Eingabe eines Zugangscodes,
und/oder Gefahrensensoren, insbesondere Rauch- oder Brandsensoren, umfassen.
[0019] Ein Betätigungselement, beispielsweise eine Panikstange oder ein Nottaster, ermöglichen
eine Aktivierung eines Alarmzustands, in dem beispielsweise die Verriegelung aufgehoben
und die Tür zum Öffnen freigegeben wird. Dies kann optional ein automatisches Öffnen
der Tür über den motorischen Türantrieb umfassen, d.h. eine entsprechende Steuerung
des Antriebsmotors durch die Antriebsteuerung, um die Fluchttür offen zu halten. Nach
der Aufhebung des Alarmzustands kann die Tür wieder verriegelt werden.
[0020] Das Türsystem kann ein Motorschloss umfassen. Das Motorschloss kann einen Riegel
und/oder eine Falle der Fluchttür betätigen, um ein Öffnen der Fluchttür zu ermöglichen
oder von einer Zugangsseite der Tür zu unterbinden. Bevorzugt handelt es sich bei
dem Motorschloss um ein Antipanikschloss, das von einer Panikseite der Tür stets entriegelt
werden kann. Das Motorschloss kann also in Ergänzung zu der Türverriegelung eine zusätzliche
Verriegelung der Tür bewirken. Bevorzugt kommuniziert das Motorschloss mit der Antriebssteuerung
und/oder der Fluchtwegsteuerung und/oder mit dem Steuergerät über den ersten Kommunikationsbus.
[0021] Das Motorschloss kann insbesondere als weitere Komponente des Türantriebs angesehen
werden.
[0022] Das Türsystem kann ein Lesegerät zur Erfassung einer Berechtigung, im Weiteren auch
als Credential bezeichnet, umfassen. Das Credential kann z. B. einen Berechtigungscode
und/oder ein Zeitfenster für einen erlaubten Zutritt umfassen. Das Lesegerät kann
als Lesegerät für das Credential, der beispielsweise auf einer Berechtigungskarte
oder in einem Berechtigungschip mit einem Speicherelement gespeichert ist, ausgeführt
sein. Alternativ kann das Credential in einem beliebigen Speicherelement eines mobilen
Endgeräts gespeichert sein, beispielsweise einem Mobiltelefon oder Wearable, und drahtlos
an das Lesegerät übertragen werden. Verbreitet sind in diesem Zusammenhang Nahfeldkommunikationstechnologien
wie RF-ID, NFC oder andere, aber auch Übertragungen mit Bluetooth, W-LAN, oder anderen.
Vorzugsweise ist das Lesegerät ausgeführt, nur eine geringe Reichweite abzudecken,
damit kein ungewolltes Auslesen des Speicherelements erfolgt, wenn beispielsweise
eine Person nur an dem Türsystem vorbeigeht.
[0023] Alternativ oder zusätzlich kann das Lesegerät als Gerät zur Erfassung von biometrischen
Daten einer Zugangsperson, insbesondere als Lesegerät für einen Fingerabdruck oder
zur Iriserfassung, als elektronisches Tastenfeld zur Eingabe eines Zugangscodes, oder
anders ausgeführt sein.
[0024] Vorzugsweise ist der Programmschalter zum Einstellen des Betriebsmodus des motorischen
Türantriebs mit dem Lesegerät zur Erfassung der Berechtigung koppelbar, um eine Einstellung
des Betriebsmodus des motorischen Türantriebs nur bei einer entsprechenden Berechtigung
durchzuführen. Alternativ kann eine Berechtigung unmittelbar mittels des Programmschalters
nachgewiesen werden. Dabei können unterschiedliche Berechtigungen vergeben werden,
um beispielsweise Betriebsmodi nur abhängig von der jeweiligen Berechtigung zu erlauben.
[0025] Die vorgenannten Komponenten können somit als Sensoren und/oder Aktoren ausgeführt
sein, die Informationen zur Durchführung der Steuerung bereitstellen oder von der
jeweiligen Steuerung angesteuert werden. Die Aktoren können beispielsweise als elektromechanisch
oder elektromagnetisch betätigbare Aktoren ausgeführt sein.
[0026] Die Kommunikationsverbindung kann eine prinzipiell beliebige Verbindung zur Übertragung
von digitalen Daten sein, wobei die digitalen Daten die bereits genannten Nachrichten
umfassen. Es können an sich beliebige Protokolle verwendet werden, die sowohl durch
Software wie auch durch Hardware realisiert werden können. Die Kommunikationsverbindung
kann zur unidirektionalen Kommunikation, bei welcher nur jeweils der motorische Türantrieb
oder die Fluchtwegsicherung Nachrichten sendet, oder zur bidirektionalen Kommunikation,
bei welcher sowohl der motorische Türantrieb und die Fluchtwegsicherung gleichzeitig
Nachrichten senden können, ausgeführt sein. Eine besonders einfache Implementierung
der Kommunikationsverbindung kann beispielsweise nach der Art einer seriellen Schnittstelle
(RS232) oder einer parallelen Schnittstelle realisiert werden.
[0027] Die Kommunikationsverbindung kann kabelgebunden oder kabellos ausgeführt sein. Bei
einer kabellosen Kommunikationsverbindung können verschiedene kabellose Übertragungsstandards
verwendet werden, beispielsweise Bluetooth, insbesondere Bluetooth Low Energy (BLE),
W-LAN, DECT oder andere. Eine kabelgebundene Kommunikationsverbindung kann beispielsweise
über elektrische Kabel oder auch über optische Kabel realisiert werden.
[0028] Vorzugsweise ist die Kommunikationsverbindung über den ersten Kommunikationsbus realisiert.
Auch der erste Kommunikationsbus kann kabelgebunden oder kabellos ausgeführt sein
in Übereinstimmung mit den obigen Ausführungen. Der erste Kommunikationsbus kann prinzipiell
beliebige Übertragungsprotokolle verwenden. Häufig verwendete Übertragungsprotokolle
sind beispielsweise CAN, Flexray, LIN, DCW, Ethernet, LON oder LAN. Der erste Kommunikationsbus
kann beispielsweise als Feldbus oder auch basierend auf einem im IT-Bereich üblichen
IP-basierten Übertragungsprotokoll realisiert sein. Die Verwendung des ersten Kommunikationsbusses
als Kommunikationsverbindung hat den Vorteil, dass eine einfache Verwendung von standardisierten
Komponenten erfolgen kann, die einfach und flexibel bereitgestellt werden können.
Dadurch wird auch die Installation des Türsystems erleichtert.
[0029] Dabei kann auf unterschiedliche Weise sichergestellt werden, dass alle Teilnehmer
den ersten Kommunikationsbus in erforderlicher Weise nutzen können. Beispielsweise
kann eine bitweise Arbitrierung durchgeführt werden, wobei jeder Teilnehmer eine Priorisierung/Identifizierung
aufweist, und beim gleichzeitigen Senden derjenige Teilnehmer den ersten Kommunikationsbus
verwenden darf, der die höchste Priorisierung aufweist. Solche Verfahren sind beispielsweise
unter dem Begriff CSMA/CR bekannt, um mögliche Kollisionen beim Zugriff auf den ersten
Kommunikationsbus unmittelbar aufzulösen. Alternativ ist auch ein gleichberechtigter
Zugriff auf den ersten Kommunikationsbus möglich, beispielsweise nach der Art einer
Kollisionserkennung (CSMA/CD). Weiter alternativ kann ein Teilnehmer des ersten Kommunikationsbusses
als Master agieren, der Ressourcen des ersten Kommunikationsbusses den anderen Teilnehmern
als sogenannten Slaves zuordnet, wobei beispielweise die Ressourcen zumindest teilweise
den Slaves fest zugeordnet sind, beispielsweise in Form von Zeitschlitzen (TDMA).
[0030] Die Durchführung der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung mit einem
koordinierten Ablauf kann beispielsweise einen zeitlichen Ablauf der Steuerung des
Türantriebs und der Türverriegelung umfassen, der basierend auf Nachrichten von der
Antriebsteuerung und/oder der Fluchtwegsteuerung erfolgt. Alternativ oder zusätzlich
kann die Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung mit einem koordinierten
Ablauf umfassen, dass eine abgestimmte Konfiguration der Antriebsteuerung und der
Fluchtwegsteuerung erfolgt, die eine Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung
mit einem koordinierten Ablauf bewirkt.
[0031] Der koordinierte Ablauf der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung betrifft
insbesondere eine koordinierte Steuerung der Antriebsteuerung zum Betätigen des Antriebsmotors
zum Öffnen/Schließen/Halten der Tür und zum Betätigen der Türverriegelung. Dadurch
kann sichergestellt werden, dass beispielsweise vor dem Öffnen der Tür mit dem Antriebsmotor
die Tür nicht verriegelt ist oder die Verriegelung der Tür erst wieder hergestellt
wird, wenn der Antriebsmotor die Tür in ihre geschlossene Position bewegt hat. Insbesondere
können falsche Alarme verhindert werden, die aufgrund von einem Ablauf einer Entriegelungszeit
und/oder einer Überwachungszeit der Türverriegelung auftreten, wenn beispielsweise
die Tür durch den Türantrieb erst nach dem Ablauf der Entriegelungszeit oder der Überwachungszeit
geschlossen wird.
[0032] Wenn das Türsystem ein Motorschloss umfasst, so umfasst der koordinierte Ablauf bevorzugt
die Ansteuerung des Motorschlosses, damit sich das Motorschloss mit dem Türantrieb
und mit der Türverriegelung abgestimmt verhält. Beim Öffnen bzw. Schließen der Tür
über den Antriebsmotor ist wichtig, dass das Motorschloss zum richtigen Zeitpunkt
betätigt wird, um eine korrekte Funktion des Türsystems zu gewährleisten. Die Ansteuerung
des Motorschlosses erfolgt dabei zusätzlich zur Ansteuerung der Türverriegelung. Die
Ansteuerung des Motorschlosses kann unabhängig von der Ansteuerung der Türverriegelung
erfolgen.
[0033] Beispielsweise dient die Antriebssteuerung dazu, das Motorschlosses anzusteuern,
um das Motorschloss zu entriegeln. Hierzu sendet die Antriebssteuerung einen Befehl
an das Motorschloss. Der Befehl wird beispielsweise über die Kommunikationsverbindung,
insbesondere über den ersten Kommunikationsbus gesendet. Es kann sein, dass das Motorschloss
der Antriebssteuerung meldet, dass das Motorschloss entriegelt ist, damit die Antriebssteuerung
daraufhin den Motor zum Öffnen der Tür ansteuert.
[0034] Zusätzlich kann die Türsteuerung das Steuergerät umfassen, welche über die Kommunikationsverbindung
mit dem motorischen Türantrieb und der Fluchtwegsicherung verbunden ist. Das Steuergerät
ist eine Datenverarbeitungseinrichtung. Entsprechend umfasst das Steuergerät einen
Prozessor und einen Speicher, in dem ein Programm zur Ausführung in dem Steuergerät
abgelegt ist. Das Steuergerät kann ein Betriebssystem aufweisen, beispielsweise basierend
auf Linux oder anderen, wobei das Programm unter Verwendung des Betriebssystems ausgeführt
wird. Alternativ kann das Programm ohne Betriebssystem unmittelbar von dem Steuergerät
ausgeführt werden.
[0035] Es kann vorgesehen sein, dass das Steuergerät einen koordinierten Ablauf der Steuerung
des Türantriebs und der Türverriegelung durchführt. In dem Fall weist das Steuergerät
ein entsprechendes Programm auf, welches den motorischen Türantrieb und die Fluchtwegsicherung
zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs ansteuern kann. Vorzugsweise bilden der
motorische Türantrieb und die Fluchtwegsicherung jeweils funktionale Einheiten, die
von dem Steuergerät angesteuert werden, d.h. das Steuergerät steuert die Antriebsteuerung
des motorischen Türantriebs und die Fluchtwegsteuerung der Fluchtwegsicherung, die
wiederum entsprechende Komponenten des motorischen Türantriebs und der Fluchtwegsicherung
ansteuert.
[0036] Das Steuergerät kann ausgeführt sein, Nachrichten von der Antriebsteuerung und der
Fluchtwegsteuerung zu empfangen und diese jeweils an die Fluchtwegsteuerung bzw. die
Antriebsteuerung weiterzuleiten.
[0037] Weiterhin kann das Türsystem eine Mehrzahl motorische Türantriebe umfassen, beispielsweise
für zwei Türflügel einer zweiflügeligen Tür oder für eine durch mehrere Türen gebildete
Schleuse. Das Türsystem, insbesondere das Steuergerät, kann über die Kommunikationsverbindung
einen koordinierten Ablauf der Steuerung der Türantriebe und der Türverriegelung(en)
durchführen. Beispielsweise können bei einer Schleuse die Türantriebe mit einer Verzögerung
angesteuert werden, oder er erfolgt ein zeitgleiches Entriegeln der Türverriegelungen
mehrerer Türen.
[0038] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Fluchtwegsteuerung ausgebildet ist, von der Antriebssteuerung oder dem Steuergerät
des Türsystems einen Befehl und/oder eine Information zu empfangen, um die Türverriegelung
zu entriegeln und/oder zu verriegeln, und die Fluchtwegsteuerung ist ausgebildet,
basierend auf dem empfangenen Befehl oder der Information eine Ansteuerung der Türverriegelung
durchzuführen, um die Türverriegelung zu entriegeln oder zu verriegeln. Diese Funktion
der Fluchtwegsteuerung kann in der Fluchtwegsteuerung gespeichert sein, beispielsweise
in einer Firmware, welche als nicht veränderliche Programmierung in der Fluchtwegsteuerung
hinterlegt ist. Der Befehl und/oder die Information werden dabei als Nachricht an
die Fluchtwegsteuerung gesendet und von dieser empfangen und ausgewertet. Die Ansteuerung
der Türverriegelung durch die Fluchtwegsteuerung kann dabei auf verschiedene Weisen
erfolgen.
[0039] Vorzugsweise enthält die Nachricht mit dem Befehl und/oder der Information an die
Fluchtwegsteuerung weitere Parameter für die Ansteuerung der Türverriegelung, beispielsweise
eine relative oder absolute Zeitangabe für die Ansteuerung, eine Dauer der Ansteuerung,
oder andere. Zusätzlich kann die Fluchtwegsteuerung eine Information über den Zustand
des Fluchtwegsystems senden, die beispielsweise einen aktuellen Verriegelungsstatus
der Türverriegelung oder eine Änderung des Verriegelungsstatus enthält.
[0040] Insbesondere umfasst die Fluchtwegsteuerung einen Timer, um die Zeitangabe der Ansteuerung
oder die Dauer der Ansteuerung zu erfassen. Z. B. kann mittels des Timers eine Entriegelungszeit
für die Türverriegelung bestimmt werden. Die Entriegelungszeit gibt an, wie lange
die Türverriegelung entriegelt bleiben soll. Zu Beginn der Entriegelungszeit steuert
die Fluchtwegsteuerung die Türverriegelung zur Entriegelung an. Zum Ende der Entriegelungszeit
steuert die Fluchtwegsteuerung die Türverriegelung zur Verriegelung an.
[0041] Zusätzlich oder alternativ kann das Steuergerät einen Timer umfassen. Es kann sein,
dass das Steuergerät den Timer verwendet, um die Entriegelungszeit zu bestimmen. Es
kann sein, dass das Steuergerät zum Beginn der Entriegelungszeit die Türverriegelung
zur Entriegelung ansteuert und/oder zum Ende der Entriegelungszeit das Steuergerät
die Türverriegelung zur Verriegelung an. Alternativ kann das Steuergerät die Fluchtwegsteuerung
zum Beginn der Entriegelungszeit veranlassen, die Türverriegelung zur Entriegelung
anzusteuern und/oder am Ende der Entriegelungszeit veranlasst, die Türverriegelung
anzusteuern.
[0042] Es kann vorgesehen sein, dass die Türverriegelung mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden ist. Vorzugsweise wird die Türverriegelung von der Fluchtwegsteuerung und/oder
dem Steuergerät angesteuert, indem die Fluchtwegsteuerung und/oder das Steuergerät
eine Nachricht über den Kommunikationsbus senden.
[0043] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass sowohl das Steuergerät als auch die Fluchtwegsteuerung
einen Timer umfasst. Hierbei kann es sein, dass das Steuergerät nicht sicherheitsrelevante
Abläufe steuert, insbesondere zumindest einen Ablauf, bei dem die Türverriegelung
aufgrund einer Authentifizierung zu entriegeln ist. Die Fluchtwegsteuerung steuert
sicherheitsrelevante Abläufe, insbesondere zumindest den Ablauf, der sich nach der
Betätigung eines Auslöseelements, insbesondere ein Nottasters, und/oder bei einem
Gefahrensignal eines Gefahrenmelders zur Entriegelung der Türverrieglung anschließt.
Bevorzugt nimmt das Steuergerät nicht an einer Steuerung eines sicherheitsrelevanten
Ablaufs teil.
[0044] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem wenigstens zwei Betriebsmodi umfassend einen Automatikbetrieb und einen
Handbetrieb aufweist.
[0045] In dem Automatikbetrieb öffnet bei einer sensorisch erfassten Annäherung einer Person
an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb die Tür motorisch.
In dem Handbetrieb unterlässt es der Türantrieb bei einer sensorisch erfassbaren Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür, die Tür motorisch
zu öffnen.
[0046] Das Türsystem kann ausgebildet sein, durch das Einstellen des Betriebsmodus für den
Türantrieb das Verhalten der Türverriegelung an den an den eingestellten Betriebsmodus
automatisch anzupassen, und wobei insbesondere der Betriebsmodus mittels eines Programmschalters
einstellbar ist.
[0047] Der Programmschalter ist vorzugsweise Teil des motorischen Türantriebs. Alternativ
kann eine zentrale Einstellung des Betriebsmodus über die Steuereinheit erfolgen.
[0048] Der Betriebsmodus Automatikbetrieb kann umfassen, dass der Türantrieb die Tür bei
einer Annäherung einer Person motorisch öffnet und ggf. im Anschluss die Tür offenhält
und nach einem sich Entfernen der Person die Tür aktiv schließt. Zusätzlich kann im
Automatikbetrieb eine Unterscheidung zwischen einem Betrieb zur vollständigen Türöffnung
oder zur teilweisen bzw. partiellen Türöffnung erfolgen, entweder durch eine Betätigung
an einem Eingabe- oder Lesegerät des Türsystems oder per Voreinstellung in dem Betriebsmodus
Automatikbetrieb. Dazu sind beispielsweise ein "Nachtbetrieb" oder ein Betrieb "teiloffen"
bekannt. Auch kann beispielsweise bei zweiflügeligen Türen zwischen einem Öffnen nur
eines Türflügels oder beider Flügel unterschieden werden. Es kann sein, dass im Automatikbetrieb
die Tür nur automatisch geöffnet wird, wenn eine Person sich von einer Seite der Tür
nähert, während bei einer Annäherung der Person von der anderen Seite der Tür eine
automatische Türöffnung unterbleibt. Somit umfasst bevorzugt der Begriff "Automatikbetrieb"
mehrere Betriebsmodi, in denen die Tür teilweise oder vollständig oder bei einer Personenerkennung
auf einer Seite der Tür oder auf beiden Seiten der Tür öffnet. Die Betriebsmodi "vollständige
Öffnung mit Personenerkennung auf beiden Seiten", "teilweise Öffnung", "Öffnung (vollständig
oder teilweise) bei nur einseitiger Personenerkennung" können bevorzugt separat an
dem Programmschalter eingestellt und/oder dem Steuergerät mitgeteilt werden.
[0049] Entsprechend kann eine Kommunikation zwischen einer Fluchtwegsicherung und mehreren
motorischen Türantrieben mit jeweils einer Antriebsteuerung über die Kommunikationsverbindung
durchgeführt werden, um einen koordinierten Ablauf der Steuerung durchzuführen und
die Tür vollständig zu öffnen. Entsprechendes gilt bei einem Türsystem mit mehreren
Türen und entsprechenden Türantrieben, die eine Türschleuse bilden.
[0050] Im Handbetrieb kann der motorische Türantrieb die Tür nur nach einer Authentifizierung,
z. B. mittels Schlüssel, Credential, PIN-Code oder biometrischen Eingabe, öffnen,
so dass die Türverriegelung üblicherweise verriegelt ist und nur vor dem Öffnen der
Tür entriegelt wird. Beispielsweise kann der motorische Türantrieb oder das Steuergerät
im Handbetrieb vor jedem Öffnen der Tür eine Nachricht an die Fluchtwegsicherung senden,
um die Türverriegelung während des Öffnens der Tür durch die Antriebssteuerung zu
entriegeln.
[0051] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
bei einem Betriebsmodus Automatikbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassten Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
die Tür motorisch öffnet, automatisch die Türverriegelung entriegelt wird, und wobei
vorzugsweise die Türverriegelung entriegelt bleibt, bis der Betriebsmodus beendet
wird. Insbesondere wird verursacht durch die Einstellung des Betriebmodus Automatikbetrieb
automatisch, d. h. ohne zusätzliche Handlung eines Benutzers, die Türverriegelung
entriegelt. Hierzu sendet insbesondere die Antriebssteuerung eine Nachricht, mittelbar
über das Steuergerät oder unmittelbar, an die Fluchtwegsteuerung und/oder die Türverriegelung.
Die Nachricht kann insbesondere die Information umfassen, dass der Automatikbetrieb
eingestellt wurde und/oder einen Befehl die Türverriegelung zu entriegeln.
[0052] Die Fluchtwegsicherung wird somit konfiguriert, dass die Tür im Betriebsmodus Automatikbetrieb
entriegelt ist, d.h. die Türverriegelung gibt die Tür dauerhaft frei.
[0053] Nach dem Einstellen der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem Betriebsmodus
Automatikbetrieb kann die Fluchtwegsteuerung eine entsprechende Bestätigung über die
Kommunikationsverbindung versenden. In Übereinstimmung mit dem Betriebsmodus Automatikbetrieb
kann zusätzlich eine Steuerung durchgeführt werden, ob bei mehreren Türen, z.B. einer
Schleuse, alle Türen entriegelt werden sollen. Das Entriegeln der Tür über die Türverriegelung
erfolgt beim Einstellen des Betriebsmodus Automatikbetrieb vorzugsweise unmittelbar
nachdem die Fluchtwegsteuerung einen entsprechenden Befehl und/oder eine Information
empfangen hat. Entsprechendes kann für das Verriegeln der Tür, wenn ein anderer Betriebsmodus,
beispielsweise Handbetrieb, eingestellt wird, gelten, in dem die Türverriegelung die
Tür verriegelt. Nach dem Verriegeln der Tür nach der Beendigung des Betriebsmodus
Automatikbetrieb wird vorzugsweise von der Fluchtwegsteuerung eine entsprechende Information
versendet.
[0054] Das sensorische Erfassen der Annäherung der Person kann mit einem oder mehreren Sensoren
erfolgen, die auf einer oder beiden Seiten der Tür angebracht sind. Hierbei kann es
sich um an sich bekannte Bewegungssensoren oder auch andere Sensoren handeln. Vorzugsweise
ist auf jeder Seite der Tür wenigstens ein Sensor angebracht, um die Annäherung einer
Person an jeder Seite der Tür sensorisch zu erfassen. Die Sensoren sind vorzugsweise
Teil des motorischen Türantriebs.
[0055] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
bei einem Betriebsmodus Handbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassbaren Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
es unterlässt, die Tür motorisch zu öffnen, automatisch die Türverriegelung verriegelt
wird und/oder eine Dauerentriegelung der Türverriegelung aufgehoben wird. Insbesondere
wird verursacht durch die Einstellung des Betriebmodus Handbetrieb automatisch, d.
h. ohne zusätzliche Handlung eines Benutzers, die Türverriegelung die Tür verriegelt.
Hierzu sendet insbesondere die Antriebssteuerung eine Nachricht, mittelbar über das
Steuergerät oder unmittelbar, an die Fluchtwegsteuerung und/oder die Türverriegelung.
Die Nachricht kann insbesondere die Information umfassen, dass der Handbetrieb eingestellt
wurde und/oder einen Befehl die Türverriegelung zu verriegeln.
[0056] Die Fluchtwegsicherung wird somit über eine entsprechende Nachricht von der Antriebssteuerung
oder dem Steuergerät konfiguriert, dass die Tür im Betriebsmodus Handbetrieb verriegelt
ist, d.h. die Türverriegelung verriegelt die Tür dauerhaft. Nach dem Einstellen Türverriegelung
in Übereinstimmung mit dem Betriebsmodus Handbetrieb kann die Fluchtwegsteuerung eine
entsprechende Bestätigung über die Kommunikationsverbindung versenden. In Übereinstimmung
mit dem Betriebsmodus Handbetrieb kann zusätzlich eine Steuerung durchgeführt werden,
ob bei mehreren Türen alle Türen verriegelt werden sollen. Das Verriegeln der Tür
über die Türverriegelung erfolgt vorzugsweise unmittelbar, nachdem die Fluchtwegsteuerung
einen entsprechenden Befehl und/oder eine Information empfangen hat. Entsprechendes
kann für das Entriegeln nach Beendigung des Betriebsmodus Handbetrieb gelten. Nach
dem Entriegeln der Tür nach der Beendigung des Betriebsmodus Handbetrieb wird vorzugsweise
von der Fluchtwegsteuerung eine entsprechende Information versendet.
[0057] In den genannten Betriebsmodi kann ein optionales Motorschloss in Übereinstimmung
mit der Türverriegelung angesteuert werden, so dass sichergestellt ist, dass die Tür
gemäß der Steuerung für den jeweiligen Betriebsmodus geöffnet werden kann oder nicht.
Das Motorschloss ist bei einer geschlossenen Brandschutztür vorzugsweise verriegelt.
Bevorzugt kann als ein Parameter in dem erfindungsgemäßen Türsystem hinterlegt sein,
ob das Motorschloss während des Automatikbetriebs dauerhaft entriegelt bleibt, oder
ob das Motorschloss bei jeder Türöffnung während des Automatikbetriebs stets erneut
zu entriegeln ist.
[0058] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst. Die Authentifizierungsvorrichtung
dient einer Prüfung einer Berechtigung beispielsweise für den Zutritt zu einem Bereich
hinter der Tür oder zur Einstellung eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs.
Entsprechende Authentifizierungsvorrichtungen umfassen z. B. ein Lesegerät zur Erfassung
der Berechtigung, im Weiteren auch als Credential bezeichnet. Alternativ oder zusätzlich
kann das das Lesegerät als Gerät zur Erfassung von biometrischen Daten einer Zugangsperson,
insbesondere als Lesegerät für einen Fingerabdruck oder zur Iriserfassung, als elektronisches
Tastenfeld zur Eingabe eines Zugangscodes, oder anders ausgeführt sein.
[0059] Die Authentifizierungsvorrichtung kann z.B. biometrische Daten mit gespeicherten
biometrischen Daten vergleichen und so ermitteln, ob eine Berechtigung zum Öffnen
der Tür oder zum Einstellen des Betriebsmodus vorliegt. Die Authentifizierungsvorrichtung
kann anhand eines Berechtigungscodes und/oder Zeitfenster des Credentials eine Zutrittsberechtigung
ermitteln. Vorzugsweise ist die Authentifizierungsvorrichtung dem Steuergerät, insbesondere,
wenn dieses unmittelbar mit dem Leser verbunden ist, zugeordnet. Wenn die Fluchtwegsicherung
beispielsweise eine Tastatur zur Eingabe eines Zugangscodes umfasst, kann diese ebenfalls
als Lesegerät angesehen werden. Eine Authentifizierungsvorrichtung kann zusätzlich
oder alternativ als Schlüsseltaster, insbesondere als Schlüsseltaster der Fluchtwegsicherung,
oder als Schließzylinder ausgebildet sein.
[0060] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei die Tür nach einer
Authentifizierung an der Authentifizierungsvorrichtung öffenbar ist, wobei nach der
Authentifizierung ein Motor des Türantriebs zum Öffnen der Tür angesteuert wird.
[0061] Die Offenhaltezeit, über die der Türantrieb die Tür geöffnet hält, ist vorzugsweise
an die Entriegelungszeit, die die Türverriegelung entriegelt ist, automatisch angepasst.
Insbesondere ist die Offenhaltezeit kleiner/gleich der Entriegelungszeit ausgebildet.
Es erfolgt abhängig von einer erfolgreichen Authentifizierung somit eine Freigabe
und ein Öffnen der Tür, wobei ausgehend von der erfolgreichen Authentifizierung ein
koordinierter Ablauf der Steuerung der Antriebsteuerung des motorischen Türantriebs
bzw. der Fluchtwegsicherung mit der Türverriegelung durchgeführt wird. Dazu wird nach
der Authentifizierung eine entsprechende Nachricht an die Fluchtwegsicherung und/oder
den motorischen Türantrieb gesendet. Dabei ist wichtig, dass die Offenhaltezeit, während
der die Antriebsteuerung die Tür geöffnet hält, an die Entriegelungszeit, die die
Türverriegelung entriegelt ist, automatisch angepasst ist, um Störungen im Betrieb
zu vermeiden. So ist es beispielsweise vorteilhaft, dass die Türverriegelung die Verriegelung
der Tür vor dem Öffnen der Tür aufhebt und die Tür nach dem Schließen der Tür wieder
zuverlässig verriegelt. Dies kann dadurch sichergestellt werden, dass die Offenhaltezeit
kleiner/gleich der Entriegelungszeit ist.
[0062] Besonders bevorzugt erfolgt ein koordinierter Ablauf auch während der Steuerung,
indem beispielsweise Nachrichten über die Kommunikationsverbindung versendet werden,
um Störungen im Betrieb zu vermeiden. Hierbei kann die Nachricht die Offenhaltezeit
und/die Entriegelungszeit umfassen. Die Antriebssteuerung und die Fluchtwegsteuerung
kommunizieren bevorzugt über die Offenhaltezeit und/oder die Entriegelungszeit.
[0063] Alternativ kann die Fluchtwegsteuerung und/oder das Steuergerät mittels des Timers
die Offenhaltezeit bestimmen. Zu Beginn der Offenhaltezeit kann die Fluchtwegsteuerung
und/oder das Steuergerät eine Information oder einen Befehl, aufgrund dessen die Antriebssteuerung
die Tür öffnet, senden. Am Ende der Offenhaltezeit kann die Fluchtwegsteuerung und/oder
das Steuergerät eine Information oder einen Befehl, aufgrund dessen die Antriebssteuerung
die Tür schließt, senden. In einer weiteren Alternative umfasst die Antriebssteuerung
einen Timer. Die Antriebssteuerung sendet zu Beginn der Entriegelungszeit eine Information
oder einen Befehl, aufgrund dessen die Türverriegelung zu entriegeln ist. Am Ende
der Entriegelungszeit sendet die Antriebssteuerung eine Information oder einen Befehl,
aufgrund dessen die Türverriegelung zu verriegeln ist. Die Antriebssteuerung kann
eine derartige Information an das Steuergerät, an die Fluchtwegsteuerung und/oder
an die Türverriegelung senden.
[0064] Ein koordinierter Ablauf der Steuerung durch einen Austausch von Nachrichten kann
besonders zuverlässig durchgeführt werden, wenn beispielsweise einzelne Schritte über
die Nachrichten koordiniert werden. Auch können dadurch unterschiedliche Betriebsmodi
berücksichtigt werden, da beispielsweise bei einer zweiflügeligen Tür ein Öffnen nur
eines Türflügels schneller durchgeführt werden kann als ein Öffnen beider Türflügel.
Entsprechendes kann bei einer partiellen Türöffnung gelten, wenn eine Tür mit dem
motorischen Türantrieb nur teilweise geöffnet wird, wie es in einem Nachtbetrieb vorkommen
kann.
[0065] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei die Tür nach einer
Authentifizierung an der Authentifizierungsvorrichtung öffenbar ist, wobei nach der
Authentifizierung ein Motor des Türantriebs zum Öffnen der Tür angesteuert wird, wobei
die Offenhaltezeit, über die der Türantrieb die Tür geöffnet hält, an eine Überwachungszeit,
bevor die Fluchtwegsicherung einen Alarm ausgibt, angepasst ist, insbesondere wobei
die Offenhaltezeit kleiner/gleich der Überwachungszeit ausgebildet ist.
[0066] Es erfolgt abhängig von einer erfolgreichen Authentifizierung somit eine Freigabe
und ein Öffnen der Tür, wobei ausgehend von der erfolgreichen Authentifizierung der
motorische Türantrieb und die Fluchtwegsicherung einen koordinierten Ablauf der Steuerung
des Türantriebs und der Türverriegelung durchführen. Dabei kann beispielsweise ein
Fehler auftreten, wenn die Überwachungszeit abgelaufen ist und die Freigabe der Tür
beendet wird, das Türsystem aber feststellt, dass die Tür noch geöffnet und die Offenhaltezeit
noch nicht abgelaufen ist. Die Überwachungszeit wird vorzugsweise in der Fluchtwegsteuerung
gemessen, nachdem die Türverriegelung entriegelt wurde. Die Fluchtwegsteuerung erfasst
vorzugsweise, ob die Tür immer noch geöffnet ist, beispielsweise mit einem Türoffensensor.
[0067] Es erfolgt daher eine entsprechende Steuerung, wobei beispielsweise die Fluchtwegsteuerung
einen Start und/oder die Länge der Überwachungszeit an die Antriebsteuerung meldet.
Somit kann ein koordinierter Ablauf der Steuerung durchgeführt werden, indem Nachrichten
über die Kommunikationsverbindung versendet werden. Hierbei kann die Nachricht die
Offenhaltezeit und/die Überwachungszeit umfassen. Die Antriebssteuerung und die Fluchtwegsteuerung
kommunizieren bevorzugt über die Offenhaltezeit und/oder die Überwachungszeit. Ein
koordinierter Ablauf der Steuerung durch einen Austausch von Nachrichten kann besonders
zuverlässig durchgeführt werden, wenn beispielsweise einzelne Schritte über die Nachrichten
koordiniert werden und ein Ablauf der Überwachungszeit während der Öffnung der Tür
durch die Antriebsteuerung keinen Alarm auslöst.
[0068] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Fluchtwegsteuerung der Antriebssteuerung eine
Nachricht über die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit sendet. Alternativ
kann die Fluchtwegsteuerung eine Nachricht über die Entriegelungszeit und/oder die
Überwachungszeit an das Steuergerät senden. Das Steuergerät kann wiederrum eine Nachricht
über die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit an die Antriebssteuerung
senden. Die Antriebssteuerung kann algorithmisch aus der empfangenen Überwachungszeit
und/oder Entriegelungszeit die Offenhaltezeit bestimmen, z. B. gleichsetzen oder verringern.
Zusätzlich oder alternativ kann die Fluchtwegsteuerung und/oder das Steuergerät die
Offenhaltezeit algorithmisch ausgehend von der Entriegelungszeit und/oder der Überwachungszeit
bestimmen und an die Antriebssteuerung senden.
[0069] Alternativ kann zwischen der Antriebsteuerung und der Fluchtwegsteuerung über die
Kommunikationsverbindung eine Einstellung bzw. Konfiguration der Offenhaltezeit bzw.
der Überwachungszeit durchgeführt werden, indem diese an die jeweils andere Steuerung
übertragen werden, so dass die Offenhaltezeit und die Überwachungszeit aneinander
angepasst werden können. Dadurch werden Fehlalarme, die auftreten können, wenn beim
Überschreiten der Überwachungszeit die Tür noch geöffnet ist, vermieden. Abhängig
von der Dauer der Überschreitung kann zuerst als erste Alarmstufe ein Voralarm und
als zweite Alarmstufe ein Hauptalarm ausgelöst werden.
[0070] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem ausgeführt ist, eine Konfiguration durchzuführen, die insbesondere bei
einer Installation des Türsystems durchgeführt wird, wobei die Konfiguration die Offenhaltezeit
und/oder die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit und/oder ein Algorithmus
für ein Verhältnis der Offenhaltezeit zur Entriegelungszeit und/oder zur Überwachungszeit
umfasst. Die Konfiguration bewirkt eine korrekte Einstellung der Zeiten. Zur Konfiguration
kann beispielsweise eine Einstellung über ein Template erfolgen, welches Voreinstellungen
für die verschiedenen Zeiten enthält. Vorzugsweise werden Änderungen Offenhaltezeit
und/oder die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit in dem Template überprüft
und zurückgewiesen, wenn die Offenhaltezeit größer als die Überwachungszeit/Entriegelungszeit
eingestellt ist. Somit kann ein koordinierter Ablauf der Steuerung des Türantriebs
und der Türverriegelung durchgeführt werden. Durch eine entsprechende Konfiguration
des Verhältnisses der Offenhaltezeit zur Entriegelungszeit und/oder zur Überwachungszeit
kann eine sehr einfache Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung mit einem
koordinierten Ablauf durchgeführt werden. Bei einer Konfiguration der Offenhaltezeit,
Entriegelungszeit und/oder der Überwachungszeit über das Steuergerät kann das Steuergerät
die Ausgabe einer entsprechenden Warnmeldung veranlassen, wenn die Offenhaltezeit
größer als die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit eingestellt ist.
[0071] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem einen Gefahrensensor, insbesondere einen Rauchmelder umfasst. Der Gefahrensensor
kann ein Einzelsensor sein oder eine Mehrzahl Einzelsensoren umfassen, die an eine
Gefahrmeldezentrale angeschlossen sind, wobei die Gefahrmeldezentrale das Gefahrensignal
überträgt. Der Gefahrensensor kann dem motorischen Türantrieb oder der Fluchtwegsicherung
zugeordnet sein und ein Gefahrensignal an die Antriebsteuerung bzw. die Fluchtwegsteuerung
übertragen. Alternativ kann der Gefahrensensor unmittelbar mit der Kommunikationsverbindung
verbunden sein, um darüber die Gefahrenmeldung zu versenden.
[0072] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem einen Gefahrensensor, insbesondere einen Rauchmelder umfasst, wobei
das Türsystem ausgebildet ist, dass ein Gefahrensignal des Gefahrensensors sowohl
von der Antriebssteuerung als auch von der Fluchtwegsteuerung empfangen wird. Dadurch
können sowohl die Antriebssteuerung als auch die Fluchtwegsteuerung unmittelbar entsprechende
Steuerungen durchführen, beispielsweise um die Tür zu schließen oder zu öffnen, wobei
auch hier ein koordinierter Ablauf der Steuerung durchgeführt wird. Das Gefahrensignal
kann zunächst von dem Gefahrensensor an die Antriebssteuerung oder an die Fluchtwegsteuerung
übertragen werden, welche das Gefahrensignal dann entsprechend an die Fluchtwegsteuerung
bzw. die Antriebssteuerung sendet. Alternativ kann das Gefahrensignal von dem Gefahrensensor
gleichzeitig an die Antriebssteuerung als auch an die Fluchtwegsteuerung übertragen
werden. Weiter alternativ wird das Gefahrensignal von dem Steuergerät empfangen und
verarbeitet werden. Das Steuergerät entscheidet ausgehend von dem Gefahrensignal über
das weitere Vorgehen und sendet eine entsprechende Nachricht an die Antriebssteuerung
als auch an die Fluchtwegsteuerung.
[0073] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
bei einem Betriebsmodus Automatikbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassten Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
die Tür motorisch öffnet, wenn dem Türsystem ein Gefahrensignal eines Gefahrensensors,
insbesondere eines Rauchmelders vorliegt, zumindest einer, bevorzugt mehrere, besonders
bevorzugt alle, der folgenden Maßnahmen von dem Türsystem durchgeführt werden:
- eine sensorisch erfassbare Annäherung führt nicht zum motorischen Öffnen der Tür durch
den Türantrieb,
- eine geöffnete Tür wird durch den Türantrieb geschlossen,
- ein Motorschloss des Türsystems wird in den Verriegelungszustand überführt,
- der Status der Fluchtwegsicherung wird auf Gefahr, insbesondere "Rauchalarm" gesetzt,
wodurch die Türverriegelung entriegelt bleibt.
[0074] Die Maßnahmen werden beispielsweise abhängig von der Funktion der Tür als Fluchttür,
Paniktür, Brandschutztür, Zugangsschutz, oder anderen durchgeführt. Insbesondere bei
der Durchführung mehrerer Maßnahmen ist eine Durchführung eines koordinierten Ablaufs
der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung zu beachten, um beispielsweise
im Brandfall sicherzustellen, dass zunächst die Tür geschlossen und ggf. verriegelt
wird und zusätzlich sichergestellt wird, dass ein nachfolgendes motorisches Öffnen
der Tür verhindert wird. Entsprechend kann eine Durchführung eines koordinierten Ablaufs
der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung auch nach Beendigung der Gefahr,
insbesondere des Rauchalarms, erfolgen. Dazu kann nach dem Ende der Gefahr eine zusätzliche
Überprüfung, beispielsweise durch qualifiziertes Personal, durchgeführt werden, insbesondere
wenn die Tür während der Gefahr geöffnet wurde. Im Anschluss kann die Tür beispielsweise
in ihren vorherigen Betriebsmodus überführt werden, beispielsweise wieder in den Automatikmodus.
[0075] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Fluchtwegsteuerung mit der Antriebssteuerung und/oder mit einem Steuergerät über
den ersten Kommunikationsbus kommuniziert, wobei insbesondere ein Gefahrensensor,
vorzugsweise ein Rauchmelder oder eine Rauchmeldezentrale, mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden ist. Durch eine Kommunikation über den ersten Kommunikationsbus kann eine
Mehrzahl Teilnehmer, also die Steuerungen und auch weitere Komponenten des motorischen
Türantriebs und der Fluchtwegsicherung, einfach kommunizieren, um einen koordinierten
Ablauf der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung durchzuführen. Verzögerungen
durch eine mittelbare Weiterleitung von Befehlen und/oder Information, wenn beispielsweise
eine Gefahrenmeldung von dem Gefahrensensor zunächst an die Fluchtwegsteuerung erfolgt
und dann von dort eine entsprechende Nachricht an die Antriebsteuerung gesendet wird,
entfallen. Alternativ kann der Gefahrensensor zunächst eine Nachricht über den ersten
Kommunikationsbus an das Steuergerät senden, welches die Nachricht entsprechend weiterleitet
oder nach Bedarf eine entsprechende Nachricht an die Antriebsteuerung und/oder die
Fluchtwegsteuerung sendet.
[0076] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
ein Motorschloss des Türsystems mit der Antriebssteuerung und/oder mit dem Steuergerät
über den ersten Kommunikationsbus kommuniziert, und/oder die Fluchtwegsteuerung mit
der Türverriegelung über den ersten Kommunikationsbus kommuniziert. Es gelten die
obigen Ausführungen in Bezug auf die Durchführung des koordinierten Ablaufs der Steuerung
des Türantriebs und der Türverriegelung in entsprechender Weise. Wenn das Motorschloss
unmittelbar mit dem ersten Kommunikationsbus verbunden ist kann eine flexible Steuerung
des Türsystems durchgeführt werden. Lokale Anpassungen in der Antriebssteuerung zur
Anbindung des Motorschlosses können entfallen, d.h. es sind keine Anpassungen der
Installation (Hardware) erforderlich, wenn das Motorschloss unmittelbar über den ersten
Kommunikationsbus in das Türsystem integriert wird. Beispielsweise erfolgt eine automatische
funktionale Integration des Motorschlosses in das Türsystem, wenn das Motorschloss
an den ersten Kommunikationsbus angeschlossen ist, d.h. das Motorschloss wird in dem
Türsystem, insbesondere von dem Steuergerät, erkannt und der koordinierte Ablauf der
Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung wird an das erkannte Motorschloss
angepasst. Das Motorschloss kann als ein Einsteckschloss ausgebildet sein. In einem
Einsteckgehäuse des Motorschlosses kann ein elektrischer Motor angeordnet sein, um
einen Riegel und/oder eine Falle in das Einsteckgehäuse zurückzuziehen.
[0077] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem einen Funktionsspeicher für Funktionsabläufe, die von der Fluchtwegsteuerung
und der Antriebssteuerung zumindest mittelbar im Ablauf koordiniert werden, aufweist,
wobei die Funktionsabläufe insbesondere als Firmware in dem Türsystem, insbesondere
in der Antriebssteuerung, der Fluchtwegsteuerung und/oder dem Steuergerät hinterlegt
sind. Die Funktionsabläufe definieren den koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs
und der Türverriegelung. Es handelt sich um eine Art Steuerungsroutine, die von dem
Türsystem durchgeführt wird zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs der Steuerung
des Türantriebs und der Türverriegelung. Bei einer größeren Anzahl von motorischen
Türantrieben und/oder Fluchtwegsicherungen, die von dem Türsystem umfasst sind, ist
es besonders vorteilhaft, dass der Funktionsspeicher als Teil des Steuergeräts zentrale
Funktionen zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs der Steuerung des Türantriebs
und der Türverriegelung bereitstellt, damit diese nicht in Türantrieb(en) und/oder
Fluchtwegsicherung(en) jeweils redundant bereitgestellt werden muss. Zusätzlich können
Türantrieb(e) und/oder Fluchtwegsicherung(en) Funktionsspeicher zur Bereitstellung
Ihrer speziellen Funktionen und/oder zur Kommunikation über die Kommunikationsverbindung
umfassen. Beispielsweise umfasst die Antriebssteuerung einen Funktionsspeicher zur
Ansteuerung des Antriebsmotors.
[0078] Auch kann bei einem Funktionsspeicher in dem Steuergerät eine besonders einfache
Anpassung von zentralen Funktionsabläufen durchgeführt werden, da nur ein Zugriff
auf ein Gerät erforderlich ist. Anpassungen der zentralen Funktionsabläufe können
beispielsweise nach der Art eines Updates der Firmware des Steuergeräts durchgeführt
werden. Die Anpassung der Funktionsabläufe kann lokal durchgeführt werden, indem beispielsweise
temporär eine Datenverbindung von einem Updatecomputer zu dem Steuergerät hergestellt
wird, beispielsweise über Bluetooth, WLAN, USB oder andere drahtgebundene oder drahtlose
Übertragungsstandards. Alternativ kann die Anpassung der Funktionsabläufe über einen
Update-Server erfolgen, wenn das Steuergerät beispielsweise über den zweiten Kommunikationsbus
als Internetverbindung mit dem Update-Server beispielsweise als Cloud-Server verbunden
ist. Dadurch können auf einfache Weise Updates für eine Vielzahl von Steuergeräten
bereitgestellt und durchgeführt werden. Entsprechendes gilt für Funktionsspeicher
der Antriebssteuerung bzw. der Fluchtwegsteuerung, die ebenfalls lokal mit Updates
versorgt werden können. Auch können solche Updates beispielsweise mittelbar über das
Steuergerät erfolgen, wenn das Steuergerät mit dem Update-Server verbunden ist.
[0079] Aus Sicherheitsgründen kann eine Konfigurierung der Fluchtwegsicherung, insbesondere
eine Zuordnung einer Türverrieglung zu einem Nottaster, die Zulassung einer Zeitverzögerung
bis zur Entriegelung nach der Betätigung des Nottasters, die Länge der Zeitverzögerung,
eine Zulassung einer Deaktivierung des Nottasters, nur vor Ort zugelassen sein. Beispielsweise
kann die Konfigurierung über eine kabellose Nahbereichskommunikation mit dem mobilen
Endgerät erfolgen. Eine Konfigurierung über den Updateserver ist bevorzugt ausgeschlossen.
[0080] Beispielsweise kann ein Parameter der Fluchtwegsicherung, z. B. die Länge einer Zeitverzögerung,
eine Zulassung einer Deaktivierung des Auslöseelements, die Zulassung einer Zeitverzögerung,
bei der Inbetriebnahme vor Ort geändert werden, indem die Änderung von einem Server
oder von einem mobilen Endgerät gesendet und von dem Steuergerät empfangen wird. Der
Parameter kann z. B. durch Eingabe in das mobile Endgerät geändert werden. Das Steuergerät
sendet den geänderten Parameter an die Fluchtwegsteuerung. Sind mehrere Fluchtwegsicherungen,
in dem Türsystem vorhanden, so kann das Steuergerät bevorzugt den geänderten Parameter
selektiv an diejenige zumindest eine Fluchtwegsteuerung, senden, für die der Parameter
vorgesehen ist.
[0081] Bevorzugt ist vorgesehen, dass diejenige Fluchtwegsteuerung, die von dem Steuergerät
den Parameter empfängt, ein visuelles und/oder akustisches Zeichen abgibt, dass ein
Parameter empfangen worden ist. Bevorzugt bestätigt der Installateur, z. B. an dem
mobilen Endgerät und/oder an der Fluchtwegsteuerung, dass die korrekte Fluchtwegsteuerung
an das akustische und/oder visuelle Zeichen abgegeben hat. Bevorzugt wird nach der
Bestätigung der Parameter zur Verwendung in der Fluchtwegsteuerung gespeichert. Zusätzlich
oder alternativ veranlasst das Steuergerät vor dem Senden des Parameters, dass diejenige
Fluchtwegsteuerung, die den Parameter empfangen soll, ein visuelles und/oder akustisches
Zeichen abgibt. Bevorzugt bestätigt der Installateur, z. B. an dem mobilen Endgerät
und/oder an der Fluchtwegsteuerung, dass die korrekte Fluchtwegsteuerung an das akustische
und/oder visuelle Zeichen abgegeben hat. Bevorzugt wird nach der Bestätigung der Parameter
an die Fluchtwegsteuerung gesendet.
[0082] Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die korrekte Fluchtwegsteuerung den geänderten
Parameter empfangen hat. Somit muss der Installateur vor Ort sein, um den Parameter
der Fluchtwegsicherung zu ändern. Somit wird die Änderung besonders sicher durchgeführt.
Zur Durchführung des visuellen und/oder akustischen Zeichens ist bevorzugt vorgesehen,
dass die Fluchtwegkomponente ein Anzeigeelement umfasst. Das Anzeigeelement wird bevorzugt
in dem Betrieb des Türsystems von der Fluchtwegsteuerung verwendet, um ein visuelles
und/oder akustisches Zeichen abzugeben. Beispielsweise kann das Anzeigeelement ausgebildet
sein, einen Alarmzustand nach Betätigung des Auslöseelements wiederzugeben.
[0083] Es kann vorgesehen sein, dass der Installateur vor Ort, eine Handlung an der Fluchtwegsteuerung
oder an einer mit der Fluchtwegsteuerung fest verdrahten oder mit der Fluchtwegsteuerung
integralen Komponente durchführt, um zu bestätigen und/oder festzulegen, dass die
Fluchtwegsteuerung den geänderten Parameter empfangen hat oder empfangen soll. Beispielsweise
kann der Installateur hierzu das Auslöseelement, insbesondere den Nottaster, oder
einen Schlüsseltaster betätigen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die sicherheitsrelevante
Konfigurierung des Fluchtwegsystems nur vor Ort erfolgt.
[0084] Der zweite Kommunikationsbus stellt vorzugsweise eine Verbindung mit dem Internet
bzw. der Cloud bereit, so dass das Steuergerät mit einem entsprechenden Server verbunden
werden kann. Die Verbindung wird vorzugsweise gesichert, und der zweite Kommunikationsbus
kann beispielsweise über ein sicheres Kommunikationsgerät, beispielsweise eine Firewall,
mit dem Internet verbunden sein. Alternativ kann der zweite Kommunikationsbus als
internes Netzwerk (Intranet) beispielsweise eines Gebäudes mit dem Türsystem ausgeführt
sein, wobei das interne Netzwerk mit dem Internet verbunden sein kann.
[0085] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei das Steuergerät als
Authentifizierungsvorrichtung ausgebildet ist. Das Steuergerät empfängt somit eine
Berechtigung, beispielsweise über ein Lesegerät, und kann diese Berechtigung mit in
dem Steuergerät gespeicherten Berechtigungen vergleichen und so die Authentifizierung
überprüfen. Alternativ ist das Steuergerät mit einem Berechtigungsserver verbunden,
beispielsweise über den zweiten Kommunikationsbus, der zentral die Authentifizierung
überprüfen kann und das Ergebnis der Prüfung an das Steuergerät übermittelt. Dies
ist insbesondere bei größeren Installationen mit einer Mehrzahl Türsysteme vorteilhaft,
um Berechtigungen einfach verwalten zu können.
[0086] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem ein Steuergerät aufweist, das mit dem ersten Kommunikationsbus verbunden
ist, wobei das Steuergerät mit einem zweiten Kommunikationsbus verbindbar ist und/oder
die Antriebssteuerung und die Fluchtwegsteuerung zumindest teilweise über das Steuergerät
miteinander kommunizieren. Bei der Verbindung des Steuergeräts mit einem Server, insbesondere
über das Internet, können im Rahmen einer Fernüberwachung verschiedene Funktionen
mit dem Steuergerät realisiert werden, beispielsweise eine Konfiguration, Überwachung,
Support, Wartung, Update oder ähnliches. Auch eine initiale Einrichtung des Steuergeräts
kann einfach durchgeführt werden, wenn beispielsweise alle Komponenten des motorischen
Türantriebs und der Fluchtwegsicherung in dem Steuergerät bekannt sind.
[0087] Wenn die Antriebssteuerung und die Fluchtwegsteuerung über das Steuergerät miteinander
kommunizieren, können Funktionsabläufe zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung einfach zentral in dem Steuergerät
realisiert werden. Damit ist keine Anpassung dieser Funktionsabläufe innerhalb der
Antriebssteuerung oder der Fluchtwegsteuerung erforderlich, so dass dort keine zusätzlichen
Funktionalitäten implementiert werden müssen. Damit ist es möglich, die Antriebssteuerung
und die Fluchtwegsteuerung mit einer einfachen und kostengünstigen Implementierung
bereitzustellen und die gesamte erforderliche Funktionalität des Türsystems, um einen
koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung durchzuführen,
in dem Steuergerät bereitzustellen. Es ist nur die Bereitstellung des Steuergeräts
mit einer entsprechenden Funktionalität erforderlich, während die Antriebssteuerung
und Fluchtwegsteuerung lediglich zur Bereitstellung ihrer speziellen Funktionen und/oder
zur Kommunikation über die Kommunikationsverbindung ausgeführt sind. Beispielsweise
ist die Antriebssteuerung zur Ansteuerung des Antriebsmotors ausgeführt.
[0088] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei die Authentifizierungsvorrichtung
ausgebildet ist, ein Credential zur Authentifizierung zu empfangen, wobei das Türsystem
ausgebildet ist, aufgrund des Credentials automatisch zumindest eine der folgenden
Betriebsfunktionen durchzuführen:
- Umstellung eines Betriebsmodus von Automatikbetrieb auf Handbetrieb an einer oder
mehreren Türen,
- Umstellung eines Betriebsmodus von Handbetrieb auf Automatikbetrieb an einer oder
mehreren Türen,
- Aufhebung einer Dauerentriegelung der Türverriegelung und/oder eines Motorschlosses
an einer oder mehreren Türen,
- Entriegeln der Türverriegelung und/oder eines Motorschlosses an einer oder mehreren
Türen,
- Motorische Öffnung der Tür mittels des Türantriebs an einer oder mehreren Türen, und
- Motorisches Schließen der Tür mittels des Türantriebs an einer oder mehreren Türen.
[0089] Die Authentifizierungsvorrichtung empfängt das Credential. Das Credential umfasst
somit einen Parameter, um die Authentifizierung beispielsweise gleichzeitig mit einer
bestimmten Steuerung des motorischen Türantriebs und/oder der Fluchtwegsicherung zu
verbinden.
[0090] Es kann sein, dass wenn eine Person mit einem vorbestimmten Credential sich authentifiziert,
automatisch der Betriebsmodi des Türsystems geändert wird. Somit kann mit der Authentifizierung
der Betriebsmodus von Handbetrieb auf Automatikbetrieb oder umgekehrt eingestellt
werden. Beispiele sind hierbei das Verlassen des Wachmanns am Abend des Gebäudes,
oder morgens das Eintreten eines Geschäftsinhabers in sein Geschäft. Es ist somit
nicht notwendig, dass die Person den Programmschalter betätigt. Vielmehr wird insbesondere
zugleich mit der Türöffnung der Programmschalter umgestellt. Bevorzugt wird durch
die Authentifizierung der Betriebsmodus an mehreren Türen umgestellt. Beispielsweise
kann ein separater Programmschalter zum Einstellen eines Betriebsmodus des motorischen
Türantriebs entfallen.
[0091] Es kann sein, dass mit der Authentifizierung die Dauerentriegelung an der Türverriegelung
und/oder dem Motorschloss aufgehoben wird. Beispielsweise kann dieses gemeinsam mit
der Umstellung auf den Handbetrieb einhergehen. Es kann sein, dass die Umstellung
der Betriebsmodi und/oder die Aufhebung der Dauerentriegelung an einer oder an mehreren
Türen erfolgt. Die mehreren Türen können von Motorschlössern und/oder Türverriegelungen
desselben Türsystem verriegelt und/oder von Türantrieben desselben Türsystems öffenbar
sein.
[0092] Das Credential kann angeben, ob eine Tür bei erfolgreicher Authentifizierung nicht
nur zum Öffnen freigegeben ist, also geöffnet werden kann, sondern ob die Tür auch
geöffnet wird. Somit wird bei einem berechtigten Benutzer die Tür motorisch geöffnet,
während bei einem anderen berechtigten Benutzer die motorische Türöffnung unterbleibt,
die Türverriegelung jedoch entriegelt wird. Entsprechendes kann für eine Haltedauer
oder ein Schließen der Tür gelten. Bei einer Umstellung des Betriebsmodus kann beispielsweise
das Öffnen der Tür unterbleiben, wenn beispielsweise eine entsprechende Umstellung
nach Büroschluss von einem Sicherheitsdienst an dem Türsystem durchgeführt wird.
[0093] Das Credential kann angeben, ob bei einer zweiflügeligen Tür ein Türblatt oder beide
Türblätter geöffnet werden. Beispielsweise kann bei einem Rollstuhlfahrer, bei zweiflügeligen
Türen automatisch beide Flügel geöffnet werden, während bei anderen Credentials nur
einen Flügel geöffnet wird. Entsprechendes kann beispielsweise im Krankenhaus für
Personal gelten, das typischerweise Betten transportiert und somit ebenfalls standardmäßig
auf ein Öffnen beider Flügel angewiesen ist. Ebenfalls ist es denkbar, durch ein Credential
die Bedingungen, in denen die Türen einer Schleuse öffnen, außer Kraft zu setzen.
So kann es z. B. einem Feuerwehrmann ermöglicht sein, beide Schleusentüren gleichzeitig
zu öffnen.
[0094] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in
der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination
erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Türsystems gemäß einer ersten,
bevorzugten Ausführungsform mit einem Türantrieb, einer Fluchtwegsicherung und einem
Steuergerät, die über einen ersten Kommunikationsbus verbunden sind, wobei das Steuergerät
über einen zweiten Kommunikationsbus an eine externe Recheneinheit angeschlossen ist,
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 1 zur Aktivierung und zur Deaktivierung eines Betriebsmodus Automatikbetrieb,
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 1 zur Durchführung einer Kurzzeitentriegelung über die Fluchtwegsteuerung,
- Fig. 4
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 1 zum Öffnen der Tür nach erfolgter Authentifizierung über das
Steuergerät,
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 1 zum Öffnen der Tür nach manueller Entriegelung über das Motorschloss,
- Fig. 6
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 1 bei Rauchalarm,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Türsystems gemäß einer zweiten
Ausführungsform mit einem Türantrieb und einer Fluchtwegsicherung, die über einen
ersten Kommunikationsbus verbunden sind,
- Fig. 8
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 7 zur Aktivierung und zur Deaktivierung eines Betriebsmodus Automatikbetrieb,
und
- Fig. 9
- ein Ablaufdiagramm einer Kommunikation zur Durchführung eines koordinierten Ablaufs
einer Steuerung des Türantriebs und der Türverriegelung in Übereinstimmung mit dem
Türsystem aus Fig. 7 zur Durchführung einer Kurzzeitentriegelung über die Fluchtwegsteuerung.
[0095] In den nachfolgenden Figuren werden für die gleichen technischen Merkmale auch von
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen die identischen Bezugszeichen verwendet.
[0096] In Figur 1 ist schematisch ein erfindungsgemäßes Türsystem 1 gemäß einer ersten,
bevorzugten Ausführungsform dargestellt.
[0097] Das Türsystem 1 umfasst einen motorischen Türantrieb 2 und eine Fluchtwegsicherung
3, wie sich aus Fig. 1 ergibt.
[0098] Der motorische Türantrieb 2 umfasst eine Antriebsteuerung 4, um einen Antriebsmotor
der Tür anzusteuern. Der Antriebsmotor treibt die Tür an, um diese zu öffnen, zu schließen
und/oder zu halten. Die Antriebsteuerung 4 ist hier als 4-Quadrantensteuerung ausgeführt.
Die elektronische Antriebssteuerung 4 umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen
Speicher.
[0099] Der motorische Türantrieb 2 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich eine
Sensoreinheit 5 mit zwei Sensoren 6, um eine Annäherung von Personen an beide Seiten
der Tür. Die Sensoren 6 sind als Bewegungssensoren ausgeführt, wobei jeweils ein Sensor
6 auf jeder Seite der Tür angebracht ist, um die Annäherung einer Person an eine entsprechende
Seite der Tür sensorisch zu erfassen. Zusätzlich können nicht dargestellte Sensoren
vorgesehen sein, um einen Aufenthalt einer Person in einem Fahrweg der Tür zu erfassen.
[0100] Der motorische Türantrieb 2 umfasst weiterhin einen Programmschalter 7 zum Einstellen
eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs 2.
[0101] Der motorische Türantrieb 2 umfasst außerdem ein Motorschloss 8, um einen Riegel
und/oder eine Falle der Tür zu betätigen.
[0102] Die Fluchtwegsicherung 3 umfasst eine Fluchtwegsteuerung 9 und eine elektrisch betätigte
Türverriegelung 10.
[0103] Die elektronische Fluchtwegsteuerung 9 umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen
Speicher. Die Fluchtwegsteuerung 9 ist ausgeführt, die Türverriegelung 10 zu betätigen.
Die Türverriegelung 10 hält die zugeordnete Tür geschlossen und entriegelt sie nach
Freischaltung Bei Stromausfall durch eine Unterbrechung einer elektrischen Energieversorgung
bewirkt die Türverriegelung 10 eine automatische Freigabe der Tür als Fluchttür.
[0104] Das Türsystem 1 umfasst eine Mehrzahl Rauchmelder 11 als Gefahrensensoren, die an
eine Gefahrmeldezentrale 12 angeschlossen sind. In diesem Ausführungsbeispiel sind
die Rauchmelder 11 mit der Gefahrmeldezentrale 12 der Fluchtwegsicherung 3 zugeordnet.
[0105] Das Türsystem 1 der ersten Ausführungsform umfasst zusätzlich ein Steuergerät 13.
Das Steuergerät 13 ist eine Datenverarbeitungseinrichtung und umfasst einen Prozessor
und einen Speicher, in dem ein Programm zur Ausführung in dem Steuergerät 13 abgelegt
ist.
[0106] Der motorische Türantrieb 2, die Fluchtwegsicherung 3 und das Steuergerät 13 sind
über eine Kommunikationsverbindung 14, die hier als erster Kommunikationsbus ausgeführt
ist, miteinander verbunden. Entsprechend sind sowohl die Antriebssteuerung 4, die
Fluchtwegsteuerung 9 und das Steuergerät 13 an den ersten Kommunikationsbus 14 angeschlossen.
Außerdem sind die Sensoreinheit 5, der Programmschalter 7, das Motorschloss 8, die
elektrisch betätigte Türverriegelung 10 und die Gefahrmeldezentrale 12 unmittelbar
an den ersten Kommunikationsbus 14 angeschlossen. Statt der Sensoreinheit 5 als Einheit
können auch alternativ die Sensoren 6 individuell an den ersten Kommunikationsbus
13 angeschlossen sein.
[0107] Der erste Kommunikationsbus 14 ist hier als kabelgebundener Bus nach dem CAN-Standard
ausgeführt. Dabei ist allen Teilnehmern, d.h. er Antriebssteuerung 4, der Fluchtwegsteuerung
9, dem Steuergerät 13, der Sensoreinheit 5, dem Programmschalter 7, dem Motorschloss
8, der elektrisch betätigten Türverriegelung 10 und der Gefahrmeldezentrale 12, jeweils
eine eineindeutige Priorisierung/Identifizierung zugeordnet, wobei beim gleichzeitigen
Senden derjenige Teilnehmer den ersten Kommunikationsbus 14 verwenden darf, der die
höchste Priorisierung aufweist.
[0108] Es können unterschiedliche Arten von Nachrichten über den ersten Kommunikationsbus
14 zwischen allen Teilnehmern ausgetauscht werden, beispielsweise um eine Konfiguration
der jeweils anderen Steuerung durchzuführen, oder um verschiedene Aktivitäten miteinander
zu synchronisieren. Dabei können die Nachrichten Informationen enthalten betreffend
jeweils die Steuerung, welche die Nachricht sendet, oder Anweisungen an die Steuerung,
welche die Nachricht empfängt. So kann beispielsweise die Fluchtwegsteuerung 9 die
Antriebssteuerung 4 über ein Auslösen der Fluchtwegsteuerung 9 informieren oder ihre
eigene Konfiguration der Antriebssteuerung 4 mitteilen. Alternativ kann die Fluchtwegsteuerung
9 die Antriebssteuerung 4 auffordern, eine bestimmte Konfiguration ihrer Antriebssteuerung
4 durchzuführen oder die Tür zu öffnen oder schließen. Entsprechendes gilt ausgehend
von der Antriebssteuerung 4 in umgekehrter Weise. Nachstehend werden einige Beispiele
eines koordinierten Ablaufs der Steuerung des Türsystems 1 beschrieben.
[0109] Die Sensoreinheit 5, der Programmschalter 7 und das Motorschloss 8 sind über den
ersten Kommunikationsbus 14 in Kommunikation mit der Antriebsteuerung 4, um Signale
an die Antriebsteuerung 4 zu senden und Steuerungssignale von der Antriebsteuerung
4 zu empfangen. Entsprechend sind die Türverriegelung 10 und die Gefahrmeldezentrale
12 über den ersten Kommunikationsbus 14 in Kommunikation mit der Fluchtwegsteuerung
9. Der motorische Türantrieb 2 und die Fluchtwegsicherung 3 bilden jeweils entsprechende
funktionale Einheiten.
[0110] Das Türsystem 1 weist einen Funktionsspeicher für Funktionsabläufe, die von der Fluchtwegsteuerung
9 und der Antriebssteuerung 4 zumindest mittelbar im Ablauf koordiniert werden, auf.
Die Funktionsabläufe sind als Firmware in dem Türsystem 1 hinterlegt und definieren
den koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs 2 und der Türverriegelung 3.
Der Funktionsspeicher ist in der Antriebssteuerung 4, der Fluchtwegsteuerung 9 und
dem Steuergerät 13 angeordnet, um Steuerungsfunktionen darin zu realisieren und einen
koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs 2 und der Türverriegelung 10 durchzuführen.
[0111] Weiterhin ist das Steuergerät 13 mit einem zweiten Kommunikationsbus 15 verbunden,
der als Internetverbindung ausgeführt ist. Das Steuergerät 13 ist über den zweiten
Kommunikationsbus 15 mit einer Mehrzahl Server 16 verbunden. Die Server 16 können
beispielsweise als Cloud-Server ausgeführt sein. Die Verbindung des Steuergeräts 13
mit den Servern 16 wird vorzugsweise gesichert und verschlüsselt. Der zweite Kommunikationsbus
15 ist über ein sicheres Kommunikationsgerät, beispielsweise eine Firewall, mit dem
Internet verbunden.
[0112] Das Türsystem 1 umfasst ein Lesegerät 17 zur Erfassung einer Berechtigung, im Weiteren
auch als Credential bezeichnet. Das Lesegerät 17 ist als Lesegerät 17 für einen elektronischen
Berechtigungscode und/oder ein Zeitfenster für einen erlaubten Zutritt, der bzw. das
beispielsweise auf einer Berechtigungskarte oder in einem Berechtigungschip mit einem
Speicherelement gespeichert ist, und/oder als Lesegerät 17 zur Erfassung von biometrischen
Daten einer Zugangsperson, insbesondere als Lesegerät 17 für einen Fingerabdruck oder
zur Iriserfassung, ausgeführt. Das Lesegerät 17 ist über eine Verbindungsschnittstelle
18, die hier als Schnittstelle nach dem RS485-Standard ausgeführt ist, unmittelbar
mit dem Steuergerät 13 verbunden.
[0113] Das Türsystem 1 umfasst außerdem eine Authentifizierungsvorrichtung zur Prüfung von
Berechtigungen beispielsweise für den Zutritt zu einem Bereich hinter der Tür oder
zur Einstellung eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs. Die Authentifizierungsvorrichtung
wird hier durch das Steuergerät 13 zusammen mit dem Lesegerät 17 gebildet. Die Authentifizierungsvorrichtung
vergleicht mit dem Lesegerät 17 gelesene Credentials bzw. biometrische Daten mit gespeicherten
Credentials bzw. biometrischen Daten und ermittelt so, ob eine Berechtigung vorliegt.
Der Vergleich erfolgt bevorzugt in dem Steuergerät 13.
[0114] Das Türsystem 1 ist ausgeführt, einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs
2 und der Türverriegelung 3 durchzuführen, wie nachstehend im Detail ausgeführt ist.
Dazu erfolgt eine Kommunikation zwischen dem Türantrieb 2 und der Fluchtwegsicherung
3, so dass durch einen Austausch von Nachrichten der koordinierte Ablauf der Antriebssteuerung
4 und der Fluchtwegsteuerung 9 durchgeführt werden kann.
[0115] Außerdem weist das Türsystem 1 zwei Betriebsmodi auf, nämlich einen Automatikbetrieb
und einen Handbetrieb. Im Automatikbetrieb wird bei einer mit der Sensoreinheit 5
sensorisch erfassten Annäherung einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden
Seiten der Tür die Tür von dem Türantrieb 2 motorisch geöffnet. Im Handbetrieb unterbleibt
ein solches Öffnen der Tür durch den Türantrieb 2.
[0116] In einer Ausführungsform ist das Türsystem 1 ausgeführt, eine Konfiguration durchzuführen,
die insbesondere bei einer Installation des Türsystems 1 durchgeführt wird, wobei
die Konfiguration die Offenhaltezeit und/oder die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit
und/oder ein Algorithmus für ein Verhältnis der Offenhaltezeit zur Entriegelungszeit
und/oder zur Überwachungszeit umfasst. Zur Konfiguration kann beispielsweise eine
Einstellung über ein Template erfolgen, welches Voreinstellungen für die verschiedenen
Zeiten enthält.
[0117] Nachfolgend werden verschiedene koordinierte Abläufe der Steuerung des Türantriebs
2 und der Türverriegelung 10 des Türsystems 1 der ersten Ausführungsform unter zusätzlichem
Bezug auf die Ablaufdiagramme der Figuren 2 bis 6 beschrieben.
[0118] Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm zur Aktivierung und zur Deaktivierung eines Betriebsmodus
Automatikbetrieb. Der Betriebsmodus wird mit dem Programmschalter 7 des Türantriebs
2 eingestellt. Der Programmschalter 7 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14
eine entsprechende Nachricht mit dem Betriebsmodus, der hier Automatikbetrieb ist,
an die Antriebssteuerung 4, die den Betriebsmodus für den motorischen Türantrieb 2
aktiviert.
[0119] Im Anschluss sendet die Antriebssteuerung 4 über den ersten Kommunikationsbus 14
eine Nachricht "EPS(AUTO)" an das Steuergerät 13, so dass das Steuergerät 13 über
den eingestellten Betriebsmodus informiert wird. Dies bewirkt, dass das Steuergerät
13 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "9(entriegeln, dauer)" an die
Fluchtwegsteuerung 9 sendet, damit die Verriegelung der Tür durch die Türverriegelung
10 für den Betriebsmodus Automatikbetrieb aufgehoben wird. Die Fluchtwegsteuerung
9 führt eine Dauerentriegelung für die Tür durch, indem sie über den ersten Kommunikationsbus
14 eine Nachricht an die Türverriegelung 10 sendet, die Verriegelung der Tür dauerhaft
aufzuheben. Die Türverriegelung 10 bestätigt die Entriegelung mit einer entsprechenden
Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9, die daraufhin eine Nachricht "Status(entriegelt,
dauer)" an das Steuergerät 13 sendet. Das Steuergerät 13 sendet die Nachricht "Status(entriegelt,
dauer)" an die Antriebssteuerung 4 weiter.
[0120] Nach dem Entriegeln der Türverriegelung 10 sendet die Antriebssteuerung 4 über den
ersten Kommunikationsbus 14 einen Befehl "8(entriegeln)" an das Motorschloss 8, um
dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel zurückzuziehen und so die Tür zu entsperren.
Danach sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung
"8(entriegelt)" an die Antriebssteuerung 4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4,
dass die Tür vollständig entriegelt ist und kann die Tür jeweils beim Empfang einer
entsprechenden Nachricht über den ersten Kommunikationsbus 14 von der Sensoreinheit
5 die Tür unmittelbar öffnen. Das Entriegeln der Türverriegelung 10 und das Entsperren
der Tür über das Motorschloss 8 kann in umgekehrter Abfolge oder auch parallel durchgeführt
werden.
[0121] Durch das beschriebene Einstellen des Betriebsmodus Automatikbetrieb für den Türantrieb
2 wird somit das Verhalten der Türverriegelung 10 automatisch an den eingestellten
Betriebsmodus angepasst. Im Automatikbetrieb kann eine Unterscheidung zwischen einem
Betrieb zur vollständigen Türöffnung oder zur teilweisen bzw. partiellen Türöffnung
erfolgen, entweder durch eine Betätigung an dem Programmschalter 6 oder per Voreinstellung
in dem Betriebsmodus Automatikbetrieb. Es sind beispielsweise ein "Nachtbetrieb" oder
ein Betrieb "teiloffen" bekannt. Auch kann beispielsweise bei zweiflügeligen Türen
zwischen einem Öffnen nur eines Türflügels oder beider Türflügel unterschieden werden.
[0122] Eine vergleichbare Übertragung von Nachrichten erfolgt, wenn der Betriebsmodus Automatikbetrieb
mit dem Programmschalter 7 des Türantriebs 2 ausgestellt wird. Der Programmschalter
7 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine entsprechende Nachricht mit dem
Betriebsmodus an die Antriebssteuerung 4, die den Betriebsmodus Automatikbetrieb für
den motorischen Türantrieb 2 ausschaltet, so dass die Tür beispielsweise in den Handbetrieb
geht.
[0123] Die Antriebssteuerung 4 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht
"EPS(AUS)" an das Steuergerät 13. Dies bewirkt, dass das Steuergerät 13 über den ersten
Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "9(verriegeln)" an die Fluchtwegsteuerung 9 sendet,
damit die Tür verriegelt wird. Die Fluchtwegsteuerung 9 verriegelt die Tür, indem
sie über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht an die Türverriegelung 10
sendet, die Verriegelung der Tür durchzuführen. Die Türverriegelung 10 bestätigt die
Verriegelung mit einer entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9, die daraufhin
eine Nachricht "Status(verriegelt)" an das Steuergerät 13 sendet.
[0124] Das Steuergerät 13 sendet die Nachricht "Status(verriegelt)" an die Antriebssteuerung
4 weiter.
[0125] Nach dem Verriegeln der Tür über die Türverriegelung 10 sendet die Antriebssteuerung
4 über den ersten Kommunikationsbus 14 einen Befehl "8(verriegeln)" an das Motorschloss
8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel auszufahren oder ein mechanisches
Ausfahren zuzulassen und so die Tür zu sperren. Danach sendet das Motorschloss 8 über
den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "8(verriegelt)" an die Antriebssteuerung
4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4, dass die Tür verriegelt ist. Das Verriegeln
der Türverriegelung 10 und das Sperren der Tür über das Motorschloss 8 kann in umgekehrter
Abfolge oder auch parallel durchgeführt werden.
[0126] Anstelle der dauerhaften Entriegelung des Motorschlosses 8 während des Automatikbetriebs
kann das Motorschloss 8 im Automatikbetrieb, wenn die Antriebssteuerung 4 eine entsprechende
Nachricht über den ersten Kommunikationsbus 14 von der Sensoreinheit 5 enthält, entriegelt
werden. Im Übrigen verbleibt das Motorschloss 8 während des Automatikbetriebs verriegelt.
Ob das Motorschloss im Automatikbetrieb, wenn die Sensoreinheit 5 keine Person detektiert
hat, verriegelt oder entriegelt ist, kann bevorzugt als einstellbarer Parameter in
dem Türsystem 1 elektronisch hinterlegt sein.
[0127] Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagramm zur Kurzzeitentriegelung der Tür. Die Kurzzeitentriegelung
erfolgt beispielsweise basierend auf einer Betätigung mit einem Schlüsseltaster der
Fluchtwegsicherung 3, die von der Fluchtwegsteuerung 9 erfasst wird. Daraufhin sendet
die Fluchtwegsteuerung 9 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht an die
Türverriegelung 10, um die Verriegelung der Tür kurzzeitig aufzuheben. Die Türverriegelung
10 bestätigt die Entriegelung mit einer entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung
9. Das Entriegeln der Tür über die Türverriegelung 10 kann auch zu einem späteren
Zeitpunkt erfolgen.
[0128] Im Anschluss sendet die Fluchtwegsteuerung 9 über den ersten Kommunikationsbus 14
eine Nachricht "9(entriegelt, kurz, Zeit in sec)" an das Steuergerät 13, so dass das
Steuergerät 13 über den eingestellten Öffnen der Tür informiert wird. Hierbei ist
die Entriegelungszeit in der Nachricht enthalten. Das Steuergerät 13 sendet wiederum
über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)" an die
Antriebssteuerung 4. Hierbei umfasst die Nachricht entweder die Entriegelungszeit
oder eine an die Entriegelungszeit angepasste Offenhaltezeit.
[0129] Die Antriebssteuerung 4 sendet nach dem Empfang der Nachricht einen Befehl "8(entriegeln)"
über den ersten Kommunikationsbus 14 an das Motorschloss 8, um dieses anzutreiben,
Falle und/oder Riegel zurückzuziehen und so die Tür zu entsperren. Danach sendet das
Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "Status(entriegelt)"
an die Antriebssteuerung 4. Daraufhin öffnet die Antriebssteuerung 4 die Tür für die
in der Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)" angegebene oder mittels der Nachricht berechenbare
Offenhaltezeit. Es wird eine Bestätigung "Status(Tür auf, 8 entriegelt)" von der Antriebssteuerung
4 an das Steuergerät 13 gesendet, das die Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9 weiterleitet.
[0130] Nach dem Ablauf der in der Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)" angegebenen oder berechenbaren
Offenhaltezeit sendet die Antriebssteuerung 4 einen Befehl "8(verriegeln)" über den
ersten Kommunikationsbus 14 an das Motorschloss 8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder
Riegel auszufahren oder ein mechanisches Ausfahren zuzulassen und so die Tür zu sperren.
Alternativ kann im Falle eines selbstverriegelnden Motorschlosses die Nachricht "8(verriegeln)
bereits unmittelbar nach der motorischen Türöffnung versendet werden. Nach der erfolgten
Verriegelung sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung
"Status(verriegelt)" an die Antriebssteuerung 4. Es wird eine Bestätigung "Status(Tür
zu, 8 verriegelt)" von der Antriebssteuerung 4 an das Steuergerät 13 gesendet, das
die Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9 weiterleitet.
[0131] Dadurch, dass die Fluchtwegsteuerung 9 die Überwachungszeit und/oder die Entriegelungszeit
an das Steuergerät 13 sendet, kann eine an die Überwachungszeit und/oder die Entriegelungszeit
angepasste Offenhaltezeit an die Antriebssteuerung 4 zum Offenhalten der Tür gesendet
werden. Hierdurch werden Fehlalarme vermieden.
[0132] Alternativ und nicht dargestellt, kann das Steuergerät 13 die Offenhaltezeit bestimmen.
Am Ende der Offenhaltezeit sendet das Steuergerät 13 an die Antriebssteuerung 4 eine
Nachricht über das Ende der Offenhaltezeit.
[0133] In Figur 3 wird insbesondere durch die Nachricht "Nachtbank" der Antriebssteuerung
4 vorgegeben, dass der die Türöffnung nur partiell zu erfolgen hat und/oder dass der
Betriebsmodus "Handbetrieb" vorliegt.
[0134] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm zum Betrieb der Tür nach einer Authentifizierung
über die Authentifizierungsvorrichtung. Die Authentifizierung umfasst somit, dass
zunächst mit dem Lesegerät 17 eine Chipkarte mit einem Credential eingelesen und in
dem Steuergerät 13 mit den gespeicherten Credentials verglichen wird, um eine Berechtigung
zum Öffnen der Tür zu überprüfen.
[0135] Nach der Authentifizierung sendet das Steuergerät 13 über den ersten Kommunikationsbus
14 eine Nachricht "9(entriegeln, kurz, Zeit in sec)" an die Fluchtwegsteuerung 9,
damit die Tür für die in der Nachricht angegebene Entriegelungszeit entriegelt wird.
Die Fluchtwegsteuerung 9 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht
an die Türverriegelung 10, welche die Verriegelung der Tür für die angegebene Zeitdauer,
die Entriegelungszeit, entriegelt. Die Türverriegelung 10 bestätigt die Entriegelung
mit einer entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9, die daraufhin eine
Nachricht "Status(entriegelt, kurz, Zeit in sec)" an das Steuergerät 13 sendet.
[0136] Im Anschluss sendet das Steuergerät 13 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine
Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)" an die Antriebssteuerung 4, die nach dem Empfang
dieser Nachricht einen Befehl "8(entriegeln)" an das Motorschloss 8 sendet, um dieses
anzutreiben, Falle und/oder Riegel zurückzuziehen und so die Tür zu entsperren. Danach
sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "8(entriegelt)"
an die Antriebssteuerung 4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4, dass die Tür vollständig
entriegelt ist und öffnet die Tür für die in der Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)"
angegebene Offenhaltezeit. Die Offenhaltezeit und die Entriegelungszeit sind dabei
so angepasst, dass die Offenhaltezeit kleiner als die Entriegelungszeit ist. Auch
wird eine Bestätigung "Status(Tür auf, 8 entriegelt)" von der Antriebssteuerung 4
an das Steuergerät 13 gesendet.
[0137] Alternativ und nicht dargestellt, kann das Steuergerät 13 die Offenhaltezeit bestimmen.
Am Ende der Offenhaltezeit sendet das Steuergerät 13 an die Antriebssteuerung 4 eine
Nachricht über das Ende der Offenhaltezeit.
Figur 5 zeigt ein Ablaufdiagramm zum Öffnen der Tür nach manueller Entriegelung über
das Motorschloss 8. Der Betriebsmodus Automatikbetrieb ist deaktiviert.
[0138] Das Motorschloss 8 wird manuell entriegelt, d.h. es erfolgt eine Betätigung mit einem
Schlüssel, wodurch insbesondere ein Riegel des Motorschlosses 8 zurückgezogen wird.
Das Motorschloss 8 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "Status(manuelle
Entr. Über PZ)" unmittelbar an das Steuergerät 13. Daraufhin sendet das Steuergerät
13 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "9(entriegeln, kurz, Zeit in
sec)" an die Fluchtwegsteuerung 9. Die Fluchtwegsteuerung 9 führt eine Kurzzeitentriegelung
der Türverriegelung 10 wie zuvor beschrieben durch, indem sie über den ersten Kommunikationsbus
14 eine Nachricht an die Türverriegelung 10 sendet, die Türverriegelung 10 die Tür
entriegelt und im Anschluss eine Bestätigungsnachricht über den ersten Kommunikationsbus
14 an die Fluchtwegsteuerung 9 sendet. Die Fluchtwegsteuerung 9 sendet daraufhin über
den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "9(entriegelt, kurz, Zeit in sec)"
an das Steuergerät 13, so dass das Steuergerät 13 über die Entriegelung der Türverriegelung
10 informiert wird. Der Parameter "Zeit in sec" gibt dabei die Entriegelungszeit an,
für deren Dauer die Türverriegelung 10 entriegelt ist. Nach Ablauf der Entriegelungszeit
verriegelt die Fluchtwegsteuerung 9 die Türverriegelung 10 und sendet eine Nachricht
"Status(verriegelt)" an das Steuergerät 13.
[0139] Nachdem das Motorschloss 8 wieder manuell verriegelt wurde, indem eine Betätigung
mit einem Schlüssel erfolgt oder bei einem selbstverriegelnden Schloss die Tür geschlossen
wurde, wodurch insbesondere ein Riegel des Motorschlosses 8 ausgefahren wurde, sendet
das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht "Status(verriegelt)"
unmittelbar an das Steuergerät 13.
[0140] Figur 6 zeigt ein Ablaufdiagramm zum Öffnen der Tür bei Rauchalarm, der über die
Antriebssteuerung 4 detektiert wurde. Der Türantrieb 2 befindet sich im Betriebsmodus
Automatikbetrieb.
[0141] In diesem Betriebsmodus wird von der Antriebssteuerung 4 ein Rauchalarm detektiert.
Die Antriebssteuerung 4 sendet eine Nachricht "Rauchalarm" an das Steuergerät 13.
Das Steuergerät 13 sendet wiederum eine Nachricht "9(Rauchalarm)" an die Fluchtwegsteuerung
9, die den Empfang dieser Nachricht mit der Nachricht "Status(Rauchalarm)" bestätigt.
Die Fluchtwegsteuerung 9 steuert daraufhin die Türverriegelung 10 zur Entriegelung
an. Außerdem führt die Antriebssteuerung 4 eine Ansteuerung des Antriebsmotors der
Tür durch, um die Tür zu schließen. Das Schließen der Tür erfolgt nur, wenn die Tür
zum Zeitpunkt des Rauchalarms auch geöffnet war. Anschließend führen Nachrichten der
Sensoren 5, die eine Annäherung einer Person detektieren, nicht zu einer motorischen
Öffnung der Tür durch den Türantrieb, obwohl sich die Tür vor dem Beginn des Rauchalarms
in dem Automatikbetrieb befunden hat.
[0142] Im Anschluss an das Schließen der Tür sendet die Antriebssteuerung 4 eine Nachricht
"8(verriegeln)" an das Motorschloss 8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel
auszufahren oder ein mechanisches Ausfahren zuzulassen und so die Tür zu sperren.
Alternativ kann im Falle eines selbstverriegelnden Motorschlosses die Nachricht "8(verriegeln)
bereits unmittelbar nach der motorischen Türöffnung versendet werden. Nach der Verriegelung
sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "8(verriegelt)"
an die Antriebssteuerung 4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4, dass die Tür verriegelt
ist. In diesem Zustand führt auch eine von den Sensoren 6 der Sensoreinheit 5 erfasste
Annäherung einer Person nicht zum motorischen Öffnen der Tür durch den Türantrieb
2.
[0143] Um den Rauchalarm aufzuheben und die Tür wieder in einen normalen Betriebsmodus,
beispielsweise Automatikbetrieb, zu überführen, wird der Rauchalarm an der Antriebssteuerung
4 von einem entsprechenden Benutzer, beispielsweise der Feuerwehr, quittiert und deaktiviert.
Daraufhin sendet die Antriebssteuerung 4 eine Nachricht "Rauchalarm beendet" an das
Steuergerät 13. Das Steuergerät 13 sendet wiederum eine entsprechende Nachricht "Rauchalarm
beendet" an die Fluchtwegsteuerung 9, die den Empfang dieser Nachricht mit der Nachricht
"Status(Rauchalarm)" bestätigt. Befindet sich das Türsystem 1 im Automatikmodus, so
belässt die Fluchtwegsteuerung 9 die Türverriegelung 10 entriegelt, wie oben bereits
beschrieben wurde.
[0144] In Figur 7 ist schematisch ein erfindungsgemäßes Türsystem 1 gemäß einer zweiten
Ausführungsform dargestellt. Das Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform entspricht
in wesentlichen Merkmalen dem Türsystem 1 der ersten Ausführungsform, so dass hier
die Beschreibung mit Fokus auf die Unterschiede zwischen den beiden Türsystemen 1
erfolgt. Nicht explizit beschriebene Merkmale entsprechen im Zweifel und soweit erforderlich
denen der ersten Ausführungsform.
[0145] Das Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform umfasst in Übereinstimmung mit dem Türsystem
1 der ersten Ausführungsform einen motorischen Türantrieb 2 und eine Fluchtwegsicherung
3, wie sich aus Fig. 1 ergibt. Details des motorischen Türantriebs 2 und der Fluchtwegsicherung
3 der zweiten Ausführungsform entsprechen denen der ersten Ausführungsform.
[0146] Gegenüber dem Türsystem 1 der ersten Ausführungsform umfasst das Türsystem 1 der
zweiten Ausführungsform kein Steuergerät 13 und kein damit verbundenes Lesegerät 17.
[0147] Auch das Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform weist einen Funktionsspeicher für
Funktionsabläufe, die von der Fluchtwegsteuerung 9 und der Antriebssteuerung 4 zumindest
mittelbar im Ablauf koordiniert werden, auf. Die Funktionsabläufe sind als Firmware
in dem Türsystem 1 hinterlegt und definieren den koordinierten Ablauf der Steuerung
des Türantriebs 2 und der Türverriegelung 3. Der Funktionsspeicher ist in der Antriebssteuerung
4 und der Fluchtwegsteuerung 9 angeordnet, um Steuerungsfunktionen darin zu realisieren
und einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs 2 und der Türverriegelung
10 durchzuführen.
[0148] Bei dem Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform sind der motorische Türantrieb 2
und die Fluchtwegsicherung 3 ebenfalls über eine Kommunikationsverbindung 14, die
ebenfalls als erster Kommunikationsbus ausgeführt ist, verbunden.
[0149] Das Türsystem 1 ist ausgeführt, einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs
2 und der Türverriegelung 3 durchzuführen. Gegenüber dem Türsystem 1 der ersten Ausführungsform
erfolgt die Steuerung bei dem Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform unmittelbar
durch einen koordinierten Ablauf der Steuerung, der von der Antriebssteuerung 4 und
der Fluchtwegsteuerung 9 koordiniert durchgeführt wird, wie nachfolgend beispielhaft
ausgeführt wird.
[0150] Nachfolgend werden verschiedene koordinierte Abläufe der Steuerung des Türantriebs
2 und der Türverriegelung 10 mit dem Türsystem 1 der zweiten Ausführungsform unter
Bezug auf die Figuren 8 und 9 beschrieben.
[0151] Figur 8 zeigt ein Ablaufdiagramm zur Aktivierung und zur Deaktivierung eines Betriebsmodus
Automatikbetrieb. Der Betriebsmodus wird mit dem Programmschalter 7 des Türantriebs
2 eingestellt. Der Programmschalter 7 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14
eine entsprechende Nachricht mit dem Betriebsmodus, der hier Automatikbetrieb ist,
an die Antriebssteuerung 4, die den Betriebsmodus für den motorischen Türantrieb 2
aktiviert.
[0152] Im Anschluss sendet die Antriebssteuerung 4 über den ersten Kommunikationsbus 14
eine Nachricht "9(entriegeln, dauer)" an die Fluchtwegsteuerung 9, damit die Tür für
den Betriebsmodus Automatikbetrieb entriegelt wird. Die Fluchtwegsteuerung 9 führt
eine Dauerentriegelung der Türverriegelung 10 durch, indem sie über den ersten Kommunikationsbus
14 eine Nachricht an die Türverriegelung 10 sendet, die Verriegelung der Türverriegelung
10 dauerhaft aufzuheben. Die Türverriegelung 10 bestätigt die Entriegelung mit einer
entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung 9, die daraufhin eine Nachricht
"Status(entriegelt, dauer)" an die Antriebssteuerung 4 sendet.
[0153] Nach dem Entriegeln der Türverriegelung 10 sendet die Antriebssteuerung 4 über den
ersten Kommunikationsbus 14 einen Befehl "8(entriegeln)" an das Motorschloss 8, um
dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel zurückzuziehen und so die Tür zu entsperren.
Danach sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung
"8(entriegelt)" an die Antriebssteuerung 4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4,
dass die Tür vollständig entriegelt ist und kann die Tür jeweils beim Empfang einer
entsprechenden Nachricht über den ersten Kommunikationsbus 14 von der Sensoreinheit
5 die Tür unmittelbar öffnen. Das Entriegeln der Türverriegelung 10 und das Entsperren
der Tür über das Motorschloss 8 kann in umgekehrter Abfolge oder auch parallel durchgeführt
werden.
[0154] Durch das beschriebene Einstellen des Betriebsmodus Automatikbetrieb für den Türantrieb
2 wird somit das Verhalten der Türverriegelung 10 automatisch an den eingestellten
Betriebsmodus angepasst. Im Automatikbetrieb kann eine Unterscheidung zwischen einem
Betrieb zur vollständige Türöffnung oder zur teilweisen bzw. partiellen Türöffnung
erfolgen, entweder durch eine Betätigung an dem Programmschalter 6 oder per Voreinstellung
in dem Betriebsmodus Automatikbetrieb. Es sind beispielsweise ein "Nachtbetrieb" oder
ein Betrieb "teiloffen" bekannt. Auch kann beispielsweise bei zweiflügeligen Türen
zwischen einem Öffnen nur eines Türflügels oder beider Türflügel unterschieden werden.
[0155] Eine vergleichbare Übertragung von Nachrichten erfolgt, wenn der Betriebsmodus Automatikbetrieb
mit dem Programmschalter 7 des Türantriebs 2 ausgeschaltet wird. Der Programmschalter
7 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine entsprechende Nachricht mit dem
Betriebsmodus an die Antriebssteuerung 4, die den Betriebsmodus Automatikbetrieb für
den motorischen Türantrieb 2 ausschaltet, so dass die Tür beispielsweise in den Handbetrieb
geht.
[0156] Die Antriebssteuerung 4 sendet über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht
"9(verriegeln)" an die Fluchtwegsteuerung 9, damit die Tür verriegelt wird. Die Fluchtwegsteuerung
9 verriegelt die Tür, indem sie über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht
an die Türverriegelung 10 sendet, die Verriegelung der Tür durchzuführen. Die Türverriegelung
10 bestätigt die Verriegelung mit einer entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung
9, die daraufhin eine Nachricht "Status(verriegelt)" an die Antriebssteuerung 4 sendet.
[0157] Nach dem Verriegeln der Tür über die Türverriegelung 10 sendet die Antriebssteuerung
4 über den ersten Kommunikationsbus 14 einen Befehl "8(verriegeln)" an das Motorschloss
8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel auszufahren oder ein mechanisches
Ausfahren zuzulassen und so die Tür zu sperren. Alternativ kann im Falle eines selbstverriegelnden
Motorschlosses die Nachricht "8(verriegeln) bereits unmittelbar nach der motorischen
Türöffnung versendet werden. Nach der Verriegelung sendet das Motorschloss 8 über
den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "8(verriegelt)" an die Antriebssteuerung
4. Dadurch weiß die Antriebssteuerung 4, dass die Tür verriegelt ist. Das Verriegeln
der Türverriegelung 10 und das Sperren der Tür über das Motorschloss 8 kann in umgekehrter
Abfolge oder auch parallel durchgeführt werden.
[0158] Figur 9 zeigt ein Ablaufdiagramm zur Kurzzeitentriegelung der Tür. Die Kurzzeitentriegelung
erfolgt beispielsweise basierend auf einer Betätigung mit einem Schlüsseltaster der
Fluchtwegsicherung 3, die von der Fluchtwegsteuerung 9 erfasst wird. Daraufhin sendet
die Fluchtwegsteuerung 9 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Nachricht an die
Türverriegelung 10, um die Verriegelung der Tür kurzzeitig aufzuheben. Die Türverriegelung
10 bestätigt die Entriegelung mit einer entsprechenden Nachricht an die Fluchtwegsteuerung
9.
[0159] Im Anschluss sendet die Fluchtwegsteuerung 9 über den ersten Kommunikationsbus 14
eine Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)" an die Antriebssteuerung 4. Die Nachricht
umfasst die Entriegelungszeit oder die Offenhaltezeit. Die Antriebssteuerung 4 sendet
daraufhin einen Befehl "8(entriegeln)" über den ersten Kommunikationsbus 14 an das
Motorschloss 8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel zurückzuziehen und so
die Tür zu entsperren. Danach sendet das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus
14 eine Bestätigung "Status(entriegelt)" an die Antriebssteuerung 4. Daraufhin öffnet
die Antriebssteuerung 4 die Tür für die in der Nachricht "NachtBank(Zeit in sec)"
angegebene oder aus der Nachricht berechenbare Offenhaltezeit. Es wird eine Bestätigung
"Status(Tür auf, 8 entriegelt)" von der Antriebssteuerung 4 an die Fluchtwegsteuerung
9 gesendet.
[0160] Nach dem Ablauf der in der Nachricht "NachBank(Zeit in sec)" angegebenen Offenhaltezeit
sendet die Antriebssteuerung 4 einen Befehl "8(verriegeln)" über den ersten Kommunikationsbus
14 an das Motorschloss 8, um dieses anzutreiben, Falle und/oder Riegel auszufahren
oder ein mechanisches Ausfahren zuzulassen und so die Tür zu sperren. Danach sendet
das Motorschloss 8 über den ersten Kommunikationsbus 14 eine Bestätigung "Status(verriegelt)"
an die Antriebssteuerung 4. Es wird eine Bestätigung "Status(Tür zu, 8 verriegelt)"
von der Antriebssteuerung 4 an die Fluchtwegsteuerung 9 gesendet.
[0161] Alternativ und nicht dargestellt, kann die Fluchtwegsteuerung 9 die Offenhaltezeit
mittels eines Timers bestimmen. Am Ende der Offenhaltezeit sendet die Fluchtwegsteuerung
9 an die Antriebssteuerung 4 eine Nachricht über das Ende der Offenhaltezeit.
[0162] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale
der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden,
ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0163]
- 1
- Türsystem
- 2
- Türantrieb
- 3
- Fluchtwegsicherung
- 4
- Antriebssteuerung
- 5
- Sensoreinheit
- 6
- Sensor
- 7
- Programmschalter
- 8
- Motorschloss
- 9
- Fluchtwegsteuerung
- 10
- Türverriegelung
- 11
- Rauchmelder
- 12
- Gefahrmeldezentrale
- 13
- Steuergerät
- 14
- erster Kommunikationsbus
- 15
- zweiter Kommunikationsbus
- 16
- Server
- 17
- Lesegerät
- 18
- Verbindungsschnittstelle
1. Türsystem (1), wobei das Türsystem (1)
zumindest einen motorischen Türantrieb (2) mit einer Antriebsteuerung (4) und
eine Fluchtwegsicherung (3) mit einer elektrisch betätigten Türverriegelung (10) und
mit einer Fluchtwegsteuerung (9), welche die Türverriegelung (10) betätigt,
umfasst, wobei
die Antriebssteuerung (4) und die Fluchtwegsteuerung (9) über eine Kommunikationsverbindung
(14), insbesondere über einen ersten Kommunikationsbus, miteinander verbunden sind,
und
das Türsystem (1) ausgeführt ist, einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs
(4) und der Türverriegelung (10) durchzuführen.
2. Türsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fluchtwegsteuerung (9) ausgebildet ist, von der Antriebssteuerung (4) oder einem
Steuergerät (13) des Türsystems (1) einen Befehl und/oder eine Information zu empfangen,
um die Türverriegelung (10) zu entriegeln und/oder zu verriegeln, und
die Fluchtwegsteuerung (9) ausgebildet ist, basierend auf dem empfangenen Befehl oder
der Information eine Ansteuerung der Türverriegelung (10) durchzuführen, um die Türverriegelung
(10) zu entriegeln oder zu verriegeln.
3. Türsystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) wenigstens zwei Betriebsmodi umfassend einen Automatikbetrieb und
einen Handbetrieb aufweist, wobei
in dem Automatikbetrieb bei einer sensorisch erfassten Annäherung einer Person an
einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb (2) die Tür motorisch
öffnet, und
in dem Handbetrieb bei einer sensorisch erfassbaren Annäherung einer Person an einer
Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb (2) es unterlässt,
die Tür motorisch zu öffnen,
wobei das Türsystem (1) ausgebildet ist, durch das Einstellen des Betriebsmodus für
den Türantrieb (2) das Verhalten der Türverriegelung (10) an den an den eingestellten
Betriebsmodus automatisch anzupassen, und
wobei insbesondere der Betriebsmodus mittels eines Programmschalters (7) einstellbar
ist.
4. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
bei einem Betriebsmodus Automatikbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassten Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
(2) die Tür motorisch öffnet, automatisch die Türverriegelung (10) entriegelt wird,
und wobei vorzugsweise die Türverriegelung (10) entriegelt bleibt, bis der Betriebsmodus
beendet wird.
5. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
bei einem Betriebsmodus Handbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassbaren Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
(2) es unterlässt, die Tür motorisch zu öffnen, automatisch die Türverriegelung (10)
verriegelt wird und/oder eine Dauerentriegelung der Türverriegelung (10) aufgehoben
wird.
6. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst,
wobei die Tür nach einer Authentifizierung an der Authentifizierungsvorrichtung öffenbar
ist,
wobei nach der Authentifizierung ein Motor des Türantriebs (2) zum Öffnen der Tür
angesteuert wird,
wobei die Offenhaltezeit, über die der Türantrieb (2) die Tür geöffnet hält, an die
Entriegelungszeit, die die Türverriegelung (10) entriegelt ist, automatisch angepasst
ist, insbesondere wobei die Offenhaltezeit kleiner/gleich der Entriegelungszeit ist
und/oder die Antriebssteuerung (4) und die Fluchtwegsteuerung (9) über die Offenhaltezeit
und/oder die Entriegelungszeit kommunizieren.
7. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst,
wobei die Tür nach einer Authentifizierung an der Authentifizierungsvorrichtung öffenbar
ist,
wobei nach der Authentifizierung ein Motor des Türantriebs (2) zum Öffnen der Tür
angesteuert wird,
wobei die Offenhaltezeit, über die der Türantrieb (2) die Tür geöffnet hält, an eine
Überwachungszeit, bevor die Fluchtwegsicherung (3) einen Alarm ausgibt, angepasst
ist, insbesondere wobei die Offenhaltezeit kleiner/gleich der Überwachungszeit ausgebildet
ist und/oder die Antriebssteuerung (4) und die Fluchtwegsteuerung (9) über die Offenhaltezeit
und/oder die Überwachungszeit kommunizieren.
8. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) ausgeführt ist, eine Konfiguration durchzuführen, die insbesondere
bei einer Installation des Türsystems (1) durchgeführt wird,
wobei die Konfiguration die Offenhaltezeit und/oder die Entriegelungszeit und/oder
die Überwachungszeit und/oder ein Algorithmus für ein Verhältnis der Offenhaltezeit
zur Entriegelungszeit und/oder zur Überwachungszeit umfasst.
9. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) einen Gefahrensensor, insbesondere einen Rauchmelder (11) umfasst,
wobei das Türsystem (1) ausgebildet ist, dass ein Gefahrensignal des Gefahrensensors
sowohl von der Antriebssteuerung (4) als auch von der Fluchtwegsteuerung (9) empfangen
wird.
10. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei einem Betriebsmodus Automatikbetrieb, in dem bei einer sensorisch erfassten Annäherung
einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten der Tür der Türantrieb
(2) die Tür motorisch öffnet,
wenn dem Türsystem (1) ein Gefahrensignal eines Gefahrensensors, insbesondere eines
Rauchmelders (11) vorliegt, zumindest einer, bevorzugt mehrere, besonders bevorzugt
alle, der folgenden Maßnahmen von dem Türsystem (1) durchgeführt werden:
• eine sensorisch erfassbare Annäherung führt nicht zum motorischen Öffnen der Tür
durch den Türantrieb (2),
• eine geöffnete Tür wird durch den Türantrieb (2) geschlossen,
• ein Motorschloss (8) des Türsystems (1) wird in den Verriegelungszustand überführt,
• der Status der Fluchtwegsicherung (3) wird auf Gefahr, insbesondere "Rauchalarm"
gesetzt, wodurch die Türverriegelung (10) entriegelt bleibt.
11. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fluchtwegsteuerung (9) mit der Antriebssteuerung (4) und/oder mit einem Steuergerät
(13) über den ersten Kommunikationsbus (14) kommuniziert, wobei insbesondere ein Gefahrensensor,
vorzugsweise ein Rauchmelder (11) oder eine Rauchmeldezentrale (12), mit dem ersten
Kommunikationsbus (14) verbunden ist.
12. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Motorschloss (8) des Türsystems (1) mit der Antriebssteuerung (4) und/oder mit
dem Steuergerät (13) über den ersten Kommunikationsbus (14) kommuniziert, und/oder
die Fluchtwegsteuerung (9) mit der Türverriegelung (10) über den ersten Kommunikationsbus
(14) kommuniziert.
13. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) einen Funktionsspeicher für Funktionsabläufe, die von der Fluchtwegsteuerung
(9) und der Antriebssteuerung (4) zumindest mittelbar im Ablauf koordiniert werden,
aufweist, wobei die Funktionsabläufe insbesondere als Firmware in dem Türsystem (1),
insbesondere in der Antriebssteuerung (4), der Fluchtwegsteuerung (9) und/oder dem
Steuergerät (13) hinterlegt sind.
14. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei das Steuergerät
(13) als Authentifizierungsvorrichtung oder als Teil der Authentifizierungsvorrichtung
ausgebildet ist.
15. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) ein Steuergerät (13) aufweist, das mit dem ersten Kommunikationsbus
(14) verbunden ist, wobei
das Steuergerät (13) mit einem zweiten Kommunikationsbus (15) verbindbar ist und/oder
die Antriebssteuerung (4) und die Fluchtwegsteuerung (9) zumindest teilweise über
das Steuergerät (13) miteinander kommunizieren.
16. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst, wobei die Authentifizierungsvorrichtung
ausgebildet ist, ein Credential zur Authentifizierung zu empfangen, wobei das Türsystem
(1) ausgebildet ist, aufgrund des Credentials automatisch zumindest eine der folgenden
Betriebsfunktionen durchzuführen:
• Umstellung eines Betriebsmodus von Automatikbetrieb auf Handbetrieb,
• Umstellung eines Betriebsmodus von Handbetrieb auf Automatikbetrieb,
• Aufhebung einer Dauerentriegelung der Türverriegelung (10) und/oder eines Motorschlosses
(8),
• Entriegeln der Türverriegelung (10) und/oder eines Motorschlosses (8),
• Motorische Öffnung der Tür mittels des Türantriebs (2), und
• Motorisches Schließen der Tür mittels des Türantriebs (2).