[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Türsystem für eine oder mehrere Türen, wobei
das Türsystem mehrere Türkomponenten umfasst, gemäß der in Anspruch 1 näher definierten
Art.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Türsysteme mit unterschiedlichen Komponenten
bekannt, um verschiedenartige Anwendungsfälle zuverlässig abzudecken. So ist es beispielsweise
bekannt, Türsysteme sowohl mit einer Fluchtwegsicherung als auch mit einem motorischen
Türantrieb oder einem Zutrittskontrollsystem auszuführen. Entsprechend können motorisch
angetriebene Türen als Fluchttüren bereitgestellt werden, wobei teilweise zusätzliche
Funktionen beispielsweise zum Brandschutz erforderlich sein können.
[0003] Der motorische Türantrieb umfasst einen Antriebsmotor und eine Antriebsteuerung,
um eine dazugehörige Tür zu öffnen und/oder zu schließen. Dazu kann der motorische
Türantrieb zusätzlich einen oder mehrere Sensoren umfassen, um eine oder beide Seiten
der Tür zu überwachen und bei einer Annäherung einer Person den Antriebsmotor zu steuern,
um die Tür zu öffnen. Entsprechendes gilt für das Schließen der Tür, wenn sich die
Person wieder entfernt.
[0004] Die Fluchtwegsicherung dient insbesondere der Bereitstellung von Fluchtwegen. Fluchtwegtüren
müssen immer geöffnet werden können, um beispielsweise ein Verlassen eines Gebäudes
im Fluchtfall sicherzustellen. Um gleichzeitig ein unbefugtes Eindringen zu verhindern,
umfassen die Fluchttüren typischerweise eine elektrisch betätigte Türverriegelung
als Zugangsschutz, die entriegelt werden muss, um das Verlassen des Gebäudes sicherzustellen.
Als Brandschutztüren können Fluchtwegtüren beispielsweise bei Feuer automatisch schließen,
wobei die Funktion als Fluchttür sichergestellt werden muss, d.h. auch im Brandfall
muss ein Öffnen der Fluchttür möglich sein.
[0005] Authentifizierungsvorrichtungen oder Zutrittskontrollsysteme mit mehreren Authentifizierungsvorrichtungen
oder Erfassungseinheiten dienen dazu, nur berechtigten Personen Zutritt zu einem räumlichen
Bereich zu erlauben.
[0006] In der Praxis werden häufig Türsysteme mit mehreren Türkomponenten von unterschiedlichen
Gewerken installiert. Dies kann beispielsweise ein Türsystem mit einem oder mehreren
Türantrieben, Zutrittskontrollvorrichtungen oder - systeme und/oder einer Fluchtwegsicherung
betreffen. Hierbei können Abstimmungsfehler auftreten. Es werden zunehmend mehr unterschiedliche
Installationen von Türsystemen durchgeführt, für die eine effiziente und reibungslose
Installation, ein zuverlässiger Betrieb oder auch beispielsweise ein sicherer Schutz
gegen unerlaubtes Betreten gewährleistet werden müssen.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, zumindest einen voranstehend
beschriebenen Nachteil zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, ein Türsystem der oben beschriebenen Art anzugeben, das
insbesondere eine effiziente und reibungslose Installation und/oder einen zuverlässigen
Betrieb aller Türkomponenten gewährleistet. Insbesondere soll bei einem Türsystem
mit einer Antriebsteuerung, einer Fluchtwegsicherung und/oder einem Zutrittskontrollsystem
ein Effizienz- und Sicherheitsgewinn bei Installation und/oder Betrieb erzielt werden.
Auch ist es Aufgabe der Erfindung, ein Zugangssystem mit einem solchen Türsystem anzugeben,
bei dem ein Effizienz- und Sicherheitsgewinn bei Installation und/oder Betrieb erzielt
werden kann.
[0008] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Türsystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0009] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Türsystem für eine oder mehrere Türen.
Das Türsystem umfasst mehrere Türkomponenten, wobei eine der Türkomponenten als ein
Steuergerät ausgebildet ist. Das Steuergerät und wenigstens eine weitere Türkomponente
sind über einen ersten Kommunikationsbus miteinander verbunden.
[0010] Das erfindungsgemäße Türsystem zeichnet sich dadurch aus, dass ein Steuergerät vorgesehen
ist, das mit zumindest einer weiteren Türkomponenten, bevorzugt mehreren weiteren
Türkomponenten, über den Kommunikationsbus verbunden ist und somit eine Kommunikation
zwischen dem Steuergerät und den weiteren Türkomponenten erfolgen kann. Das erfindungsgemäße
Türsystem stellt also über den ersten Kommunikationsbus eine Möglichkeit der Kommunikation
zwischen dem Steuergerät und der wenigstens einen weiteren Türkomponente bereit, die
einfach realisiert werden kann. Dadurch kann das Steuergerät beispielsweise zentrale
Steuerungsaufgaben übernehmen und somit auf eine effiziente Weise die weiteren Türkomponenten
steuern, zumindest durch eine übergeordnete Steuerung. Dabei können auch die weiteren
Türkomponenten zusätzliche Steuerungsaufgaben durchführen. Beispielsweise kann eine
Antriebssteuerung einen elektrischen Antriebsmotor zum Öffnen, Schließen und oder
Halten einer Tür ansteuern. Dabei kann eine analoge Signalisierung oder auch eine
separate Kommunikation zwischen dieser Türkomponente und weiteren Türkomponenten zur
Durchführung der Steuerungsaufgaben erfolgen. Auch ist es möglich, dass die Kommunikation
zwischen dieser Türkomponente und weiteren Türkomponenten über den ersten Kommunikationsbus
erfolgt.
[0011] Zusätzlich können auch die weiteren Türkomponenten miteinander kommunizieren, soweit
dies erforderlich ist, entweder unmittelbar oder über das Steuergerät. Beispielsweise
können Alarme, beispielsweise von einem Gefahrensensor, unmittelbar an alle weiteren
Türkomponenten übertragen werden.
[0012] Auch ist es möglich, dass jede der Türkomponenten des Türsystems nicht nur eine Nachricht
an eine andere Türkomponente sendet, sondern auch Nachrichten als Broadcast an alle
anderen Türkomponenten oder als Multicast an mehrere andere Türkomponenten sendet.
[0013] Über den ersten Kommunikationsbus kann zur Kommunikation ein Austausch von Nachrichten
zwischen den Türkomponenten durchgeführt werden, um beispielsweise den Betrieb des
Türsystems direkt oder über eine abgestimmte Konfiguration zu steuern. Es können somit
unterschiedliche Arten von Nachrichten über den ersten Kommunikationsbus ausgetauscht
werden, beispielsweise um eine Konfiguration der Türkomponenten durchzuführen oder
um verschiedene Aktionen der Türkomponenten miteinander zu synchronisieren. Dabei
können die Nachrichten Informationen enthalten, die von den Türkomponenten an andere
Türkomponenten gesendet werden. So kann beispielsweise eine Türkomponente über eigene
Aktionen informieren oder ihre eigene Konfiguration mitteilen. Entsprechendes gilt
für Anweisungen oder Befehle von Türkomponenten an andere Türkomponenten. Ein Austausch
von entsprechenden Nachrichten ermöglicht eine flexible Durchführung der Steuerung,
da solche Nachrichten einfach angepasst werden können.
[0014] Der Versand der Nachrichten kann über den ersten Kommunikationsbus einfach angepasst
werden. Damit können Türsysteme, bei denen die Türkomponenten über den ersten Kommunikationsbus
miteinander kommunizieren, unkompliziert installiert, erweitert oder verändert werden.
Eine informationstechnische Verbindung der Türkomponenten erfordert lediglich die
Verbindung mit dem Kommunikationsbus. Dies stellt beispielsweise gegenüber einfachen
Signalleitungen zwischen einzelnen Türkomponenten, über die eine einzelne Information
als analoger oder digitaler Spannungspegel übertragen wird, eine Erleichterung bei
Installation, Wartung und Betrieb des Türsystems dar.
[0015] Das Steuergerät ist bevorzugt eine Datenverarbeitungseinrichtung. Entsprechend umfasst
das Steuergerät bevorzugt einen Prozessor und einen Speicher, in dem ein Programm
zur Ausführung in dem Steuergerät abgelegt ist. Das Steuergerät kann ein Betriebssystem
aufweisen, beispielsweise basierend auf Linux oder anderen, wobei das Programm unter
Verwendung des Betriebssystems ausgeführt wird. Alternativ kann das Programm ohne
Betriebssystem unmittelbar von dem Steuergerät ausgeführt werden. Es kann vorgesehen
sein, dass das Steuergerät einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türsystems
durchführt. In dem Fall weist das Steuergerät ein entsprechendes Programm auf.
[0016] Das Steuergerät kann einen Timer zum Bestimmen der Zeit und/oder einer Zeitdauer
umfassen.
[0017] Das Türsystem kann beispielsweise Türkomponenten zur Realisierung eines motorischen
Türantriebs, eines Zutrittssystems oder einer Fluchtwegsicherung umfassen. Die weiteren
Türkomponenten können somit selber Steuerungskomponenten, beispielsweise eine Antriebssteuerung
des motorischen Türantriebs, eine Fluchtwegsteuerung der Fluchtwegsicherung oder eine
Steuerung eines elektro-mechanischen Schlosses, Schließzylinders oder Beschlags sein.
Alternativ oder zusätzlich können die weiteren Türkomponenten Aktoren und/oder Sensoren
wie auch ein Lesegerät zum Erfassen von Berechtigungen umfassen.
[0018] Durch den ersten Kommunikationsbus kann ein hohes Maß an Freiheit für das Türsystem
erreicht werden, indem die Türkomponenten einfach und zuverlässig miteinander kommunizieren
können. Dadurch können insbesondere auch komplexe Steuerungsabläufe mit dem Türsystem
einfach realisiert werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Türsystem beispielsweise
mehrere Aktoren und/oder Sensoren als Türkomponenten umfasst, die gemeinsam zu der
Steuerung von Funktionen des Türsystems beitragen.
[0019] Der erste Kommunikationsbus kann eine prinzipiell beliebige Verbindung zwischen den
Türkomponenten zur Übertragung von digitalen Nachrichten mit enthaltenen Daten umfassen.
Es können an sich beliebige Protokolle für den ersten Kommunikationsbus verwendet
werden, die sowohl durch Software wie auch durch Hardware realisiert werden können.
Der erste Kommunikationsbus kann zur unidirektionalen Kommunikation, bei welcher nur
jeweils eine der Türkomponenten Nachrichten sendet, oder beispielsweise zur bidirektionalen
Kommunikation, bei welcher zwei Türkomponenten gleichzeitig Nachrichten senden können,
ausgeführt sein.
[0020] Der erste Kommunikationsbus kann kabelgebunden oder kabellos ausgeführt sein. Ein
kabelgebundener erster Kommunikationsbus kann beispielsweise über elektrische Kabel
oder auch über optische Kabel realisiert werden. Auch kann der erste Kommunikationsbus
eine prinzipiell beliebige Topologie aufweisen. Der erste Kommunikationsbus kann parallel,
sternförmig, in einer Reihe, als Daisy-Chain oder einer Kombination davon ausgeführt
sein. Die Topologie muss dabei keine logische Abhängigkeit zwischen einzelnen Türkomponenten
widerspiegeln. Bei einem kabellosen ersten Kommunikationsbus können verschiedene kabellose
Übertragungsstandards verwendet werden, beispielsweise Bluetooth, insbesondere Bluetooth
Low Energy (BLE), W-LAN, DECT oder andere.
[0021] Der erste Kommunikationsbus kann prinzipiell beliebige Übertragungsprotokolle verwenden.
Häufig verwendete Übertragungsprotokolle sind beispielsweise CAN, Flexray, LIN, DCW,
Ethernet, LON oder LAN. Der erste Kommunikationsbus kann beispielsweise als Feldbus
oder auch basierend auf einem im IT-Bereich üblichen IP-basierten Übertragungsprotokoll
realisiert sein. Die Verwendung des ersten Kommunikationsbusses hat den Vorteil, dass
eine einfache Verwendung von in Bezug auf die Kommunikation standardisierten Türkomponenten
erfolgen kann, die einfach und flexibel bereitgestellt werden können. Dadurch wird
die Installation des Türsystems insgesamt erleichtert. Beispielsweise wird ein CAN-Bus
verwendet.
[0022] Dabei kann auf unterschiedliche Weise sichergestellt werden, dass alle Türkomponenten
den ersten Kommunikationsbus in erforderlicher Weise nutzen können. Beispielsweise
kann eine bitweise Arbitrierung durchgeführt werden, wobei jede Türkomponente eine
Priorisierung/Identifizierung aufweist, und beim gleichzeitigen Senden diejenige Türkomponente,
welche die höchste Priorisierung aufweist, ihre Nachricht weiter senden darf. Solche
Verfahren sind beispielsweise unter dem Begriff CSMA/CR bekannt, um mögliche Kollisionen
beim Zugriff auf den ersten Kommunikationsbus unmittelbar aufzulösen. Alternativ ist
auch ein gleichberechtigter Zugriff auf den ersten Kommunikationsbus möglich, beispielsweise
nach der Art einer Kollisionserkennung (CSMA/CD). Weiter alternativ kann eine Türkomponente,
insbesondere das Steuergerät, als Master agieren, der Ressourcen des ersten Kommunikationsbusses
den weiteren Türkomponenten als sogenannten Slaves zuordnet, wobei beispielweise die
Ressourcen zumindest teilweise den Slaves fest zugeordnet sind, beispielsweise in
Form von Zeitschlitzen (TDMA).
[0023] Dabei kann der erste Kommunikationsbus eine Kombination von unterschiedlichen Topologien,
Übertragungsprotokollen, und/oder Zugriffsmethoden mit oder ohne Kabel umfassen.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Steuergerät mit einem zweiten, insbesondere IP-fähigen, Kommunikationsbus verbindbar
ist, wobei das Steuergerät ausgebildet ist, über den zweiten Kommunikationsbus mit
einer Recheneinheit zu kommunizieren.
[0025] Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Steuergerät über den zweiten Kommunikationsbus
eine elektronische Konfiguration des Türsystems empfängt. Die elektronische Konfiguration
kann als eine Initialkonfiguration zur Inbetriebnahme des Türsystems oder als ein
Update der Initialkonfiguration ausgebildet sein.
[0026] Bevorzugt umfasst die elektronische Konfiguration zumindest eine, bevorzugt mehrere,
besonders bevorzugt alle, der folgenden elektronischen Daten umfasst:
- Türkomponententypen des Türsystems,
- Sender und/oder Empfänger von Nachrichten im Türsystem (insbesondere über den ersten
Kommunikationsbus),
- Parameter zum Betrieb des Türsystems,
- einen Testablauf für das Türsystem, bei dem zur Inbetriebnahme zumindest einer Funktion
oder ein Funktionsablauf des Türsystems getestet wird,
- zumindest ein Zutrittsattribut, aufgrund derer das Steuergerät eine Zutrittsentscheidung
trifft.
[0027] Die Konfiguration des Türsystems kann also von der Recheneinheit gesendet und/oder
von dem Steuergerät empfangen werden. Es ist nicht erforderlich, dass eine Konfiguration
des Türsystems unmittelbar bei der Installation vor Ort erfolgt. Dadurch können die
Aufgaben Installation/Montage und Konfiguration getrennt werden. Dies verkürzt eine
Zeitdauer für die Installation des Türsystems vor Ort. Auch können Spezialisten die
jeweiligen Aufgaben in effizienter Weise durchführen. Es ist nicht erforderlich, dass
jeder Monteur für Installation/Montage tiefergehende Kenntnisse zur Konfiguration
von Türsystemen hat und umgekehrt.
[0028] Die elektronische Konfiguration des Türsystems kann über den zweiten Kommunikationsbus
als Fernkonfiguration durchgeführt werden, wobei beispielsweise eine Benutzerschnittstelle
des Steuergeräts über die Recheneinheit mittels Software, beispielsweise als graphische
Benutzerschnittstelle (GUI), bereitgestellt wird. Vorzugsweise werden bei der elektronischen
Konfiguration über den ersten Kommunikationsbus an das Steuergerät angeschlossene
weitere Türkomponenten erfasst.
[0029] Es kann ein Abgleich erfolgen, ob die weiteren Türkomponenten einer gewünschten Funktion
des Türsystems entsprechen. Hierzu kann bevorzugt ein Vergleich der installierten
Türkomponenten mit bei dem zu installierenden Türsystem vorgesehene Türkomponententypen,
insbesondere durch das Steuergerät, erfolgen. Ein Türkomponententyp ist insbesondere
definiert durch die Funktion, die der Türkomponententyp in Bezug auf die Tür hat,
an der die Türkomponente installiert ist. Türkomponententyp können sich zusätzlich
oder alternativ durch Eigenschaften der Tür, an der die Türkomponente installiert
oder durch funktionelle Eigenschaften des Türkomponententyps selber unterscheiden.
Beispielsweise melden die weiteren Türkomponenten, die mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden sind, dem Steuergerät, welchem Türkomponententyp die Türkomponenten angehören.
Das Steuergerät kann daraufhin den Vergleich vornehmen.
[0030] Außerdem kann ein Funktionstest der weiteren Türkomponenten vor der Konfiguration
durchgeführt werden. Entsprechendes gilt für einen Test der Kommunikation der Türkomponenten
über den ersten Kommunikationsbus. Im Zuge der elektronischen Konfiguration kann eine
aktuelle Konfiguration des Türsystems mit seinen Türkomponenten erfasst werden, d.h.
die Konfiguration wird beispielsweise von dem Steuergerät an die Recheneinheit übertragen.
[0031] Weiter kann bei einem Testablauf zur Inbetriebnahme zumindest eine Funktion oder
ein Funktionsablauf des Türsystems getestet und somit sichergestellt werden. Eine
Auswertung solcher Tests kann über Sensoren des Türsystems und/oder eine Person vor
Ort erfolgen.
[0032] Berechtigungen betreffen beispielsweise eine Zutrittsberechtigung, eine Berechtigung
zum Deaktivieren von Alarmen, eine Berechtigung zum Einstellen von Betriebsmodi oder
andere.
[0033] Das Türsystem kann ausgebildet sein, ein Zutrittsattribut eines berechtigten Benutzers
zu empfangen. Mittels des Zutrittsattributs kann eine Berechtigung zum Zutritt von
dem Türsystem festgestellt werden. Das Türsystem kann eine Erfassungseinheit zum Empfang
eines Zutrittsattributs umfassen. Die Erfassungseinheit kann als eine Sende- und Empfangseinheit,
als ein biometrischer Sensor, als ein Tastenfeld zur PIN-Eingabe und/oder als ein
Kontaktelement zur elektrischen Kontaktierung eines insbesondere elektronischen Schlüssels
ausgebildet sein. Das Zutrittsattribut kann als ein Credential oder als ein biometrisches
Merkmal des Benutzers ausgebildet sein. Das Zutrittsattribut, insbesondere das Credential,
kann einen Zutrittscode und/oder zumindest ein Zeitfenster, in dem Zutritt berechtigt
ist, umfassen.
[0034] Zutrittsattribute können insbesondere zudem eine Information zum vollständigen oder
teilweisen Öffnen einer Tür oder ähnliches umfassen.
[0035] Die Daten der elektronischen Konfiguration werden mit Nachrichten zwischen dem Steuergerät
und der Recheneinheit übertragen. Daten oder eine aktuelle Konfiguration des Steuergeräts
werden von diesem an die Recheneinheit übertragen. Eine veränderte Konfiguration wird
von der Recheneinheit an das Steuergerät übertragen. Zusätzlich kann das Steuergerät
einzelne Parameter über den ersten Kommunikationsbus an die weiteren Türkomponenten
übertragen, so dass diese in den entsprechenden Türkomponenten angewendet werden können.
[0036] Der zweite Kommunikationsbus stellt vorzugsweise eine Verbindung mit dem Internet
bzw. der Cloud bereit, so dass das Steuergerät mit einer entsprechenden Recheneinheit
in der Cloud verbunden werden kann. Die Verbindung wird vorzugsweise gesichert, und
der zweite Kommunikationsbus kann beispielsweise über ein sicheres Kommunikationsgerät,
beispielsweise eine Firewall, mit dem Internet verbunden sein, um das Türsystem gegen
unbefugten Zugriff über das Internet zu schützen. Alternativ kann der zweite Kommunikationsbus
als internes Netzwerk (Intranet) beispielsweise eines Gebäudes mit dem Türsystem ausgeführt
sein, wobei das interne Netzwerk wiederum mit dem Internet verbunden sein kann. Die
Recheneinheit kann Teil des Intranets sein.
[0037] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Steuergerät eine Sende- und/oder Empfangseinheit zur kabellosen Nahbereichskommunikation,
insbesondere Bluetooth Low Energy, umfasst.
[0038] Es kann vorgesehen sein, dass mittels der Sende- und/oder Empfangseinheit eine Kommunikation
mit einem Endgerät, insbesondere einem mobilen Endgerät, zur Inbetriebnahme, zum Konfigurieren
und/oder zur Zutrittsberechtigungskommunikation durchführbar ist. Über das Endgerät
kann somit wie entsprechend oben für die Recheneinheit beschrieben eine Benutzerschnittstelle
bereitgestellt werden, um die Inbetriebnahme, Konfiguration und/oder Zutrittsberechtigungskommunikation
durchzuführen. Das mobile Endgerät kann somit ein portables Datenverarbeitungsgerät,
beispielsweise ein Laptop, Mobiltelefon oder ein Tabletcomputer, sein. Die kabellose
Kommunikationsverbindung kann einen beliebigen kabellosen Übertragungsstandard verwenden,
beispielsweise Bluetooth, insbesondere Bluetooth Low Energy (BLE), W-LAN, DECT oder
andere. Die Sende- und/oder Empfangseinheit kann über den ersten Kommunikationsbus
oder unmittelbar mit dem Steuergerät verbunden sein. Ein Lesegerät kann die Sende-
und/oder Empfangseinheit umfassen, um im Betrieb beispielsweise Zutrittsattribute
von Personen zu erfassen und/oder eine Authentifizierung mit dem Steuergerät durchzuführen.
[0039] Alternativ oder zusätzlich kann das Steuergerät eine kabelgebundene Übertragungseinheit
zur Kommunikation mit einem Endgerät, insbesondere einem mobilen Endgerät, zur Inbetriebnahme,
zum Konfigurieren und/oder zur Zutrittsberechtigungskommunikation umfassen. Eine kabelgebundene
Kommunikationsverbindung kann beispielsweise über elektrische Kabel, insbesondere
USB oder andere Schnittstellen, oder auch über optische Kabel realisiert werden. Die
obigen Ausführungen in Bezug auf die kabellose Sende- und/oder Empfangseinheit gelten
entsprechend.
[0040] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Steuergerät ausgebildet ist eine Zutrittsentscheidung zu treffen.
[0041] Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Türsystem zumindest eine elektrische Verriegelungsvorrichtung
umfasst, wobei die Entriegelungszeit, die die Verriegelungsvorrichtung bei einer positiven
Zutrittsentscheidung zu entriegeln ist, in dem Steuergerät hinterlegt ist und/oder
von dem Steuergerät empfangbar ist.
[0042] Die Zutrittsentscheidung wird vorzugsweise basierend auf einem von der Erfassungseinheit
empfangenen Zutrittsattribut von dem Türsystem, insbesondere von einer Authentifizierungsvorrichtung,
getroffen. Bevorzugt dient das Steuergerät als Authentifizierungsvorrichtung. Insbesondere
kann ein Lesegerät empfangenes Credential von der Authentifzierungsvorrichtung ausgewertet
werden. Z. B. kann der empfangene Zutrittscode mit einem in der Authentifizierungsvorrichtung,
insbesondere in dem Steuergerät, hinterlegten Zutrittscode verglichen werden. Zusätzlich
oder alternativ kann ein Zeitfenster des Credentials mit der aktuellen Zeit verglichen
werden.
[0043] Das Lesegerät kann zur Erfassung von biometrischen Daten einer Zugangsperson, insbesondere
als Lesegerät für einen Fingerabdruck oder zur Iriserfassung, als elektronisches Tastenfeld
zur Eingabe eines Zugangscodes, oder anders ausgeführt sein. Das Lesegerät kann die
Erfassungseinheit umfassen.
[0044] Wenn das Türsystem beispielsweise einen Schlüsseltaster umfasst, kann die Zutrittsentscheidung
auch basierend auf einer entsprechenden Betätigung mit einem Schlüssel getroffen werden.
[0045] Die Verriegelungsvorrichtung kann eine elektrische Entriegelung der Tür bewirken.
Die Verriegelungsvorrichtung kann beispielsweise als eine elektrisch betätigbare Türverriegelung
einer Fluchtwegsicherung, als ein Motorschloss, insbesondere ein Einsteckmotorschloss,
oder als ein motorischer Schließzylinder ausgebildet sein. Die Verriegelungsvorrichtung
kann eine manuelle Entriegelung erlauben. Beispielsweise kann die Verriegelungsvorrichtung
als Türöffner, als, als elektro-mechanischer Schließzylinder oder als elektromechanischer
Beschlag ausgebildet sein.
[0046] Die zumindest eine Verriegelungsvorrichtung kann über den ersten Kommunikationsbus
mit dem Steuergerät verbunden sein. Bevorzugt sind mehrere Verriegelungsvorrichtungen
mit dem ersten Kommunikationsbus verbunden.
[0047] Die Entriegelungszeit ist eine Zeit, welche die Verriegelungsvorrichtung die Tür
entriegelt oder eine mechanische Verriegelung verhindert, und kann von dem Steuergerät
zentral festgelegt und ggf. auch überwacht werden.
[0048] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Entriegelungszeit und/oder eine Überwachungszeit, bevor das Türsystem bei geöffneter
Tür einen Alarm ausgibt, individuell für verschiedene berechtigte Benutzer oder für
verschiedene berechtigte Benutzergruppen oder für verschiedene Zutrittsattribute/
oder Zutrittsattributgruppen in dem Steuergerät hinterlegt ist und/oder von dem Steuergerät
empfangbar ist. Es kann somit eine abgestimmte und individuelle Einstellung der Entriegelungszeit
und/oder der Überwachungszeit erfolgen, wobei die Zeiten für verschiedene Türen des
Türsystems unterschiedlich eingestellt werden können.
[0049] Die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit wird/werden vorzugsweise von
dem Steuergerät zentral eingestellt und ggf. auch überwacht. Alternativ können die
Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit beispielsweise in einer Fluchtwegsteuerung
eingestellt und/oder überwacht werden. Es wird vorzugsweise ein gestaffelter Alarm
beispielsweise mit einem Voralarm und einem danach auslösenden Hauptalarm erzeugt.
Um am Ende der Überwachungszeit einen Alarm auszulösen, umfasst das Türsystem bevorzugt
einen Türzustandssensor. Der Türzustandssensor dient dazu, zu detektieren, ob eine
Tür geöffnet oder geschlossen ist.
[0050] Entriegelungszeit und/oder Überwachungszeit wird/werden vorzugsweise für jeden berechtigten
Benutzer, jede berechtigte Benutzergruppe, jedes Zutrittsattribut, jede Zutrittsattributgruppe
individuell eingestellt, beispielsweise als Konfiguration in dem Steuergerät oder
über das Steuergerät. Hierdurch kann unterschiedlichen Benutzern oder unterschiedlichen
Benutzergruppen Rechnung getragen werden. Somit kann für einen ersten berechtigten
Benutzer die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit anders ausgebildet sein
als für einen zweiten berechtigten Benutzer. Beispielsweise ist für einen Rollstuhlfahrer
die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit länger eingestellt als für eine
laufenden Benutzer. In einem anderen Beispiel kann für einen alten Menschen die Entriegelungszeit
und/oder die Überwachungszeit länger eingestellt sein als für einen jungen Menschen.
Die berechtigten Benutzer können dabei in verschiedene Benutzergruppen unterteilt
sein.
[0051] Bevorzugt umfasst das Steuergerät eine Datenbank. In der Datenbank können unterschiedlichen
Benutzern oder unterschiedlichen Benutzergruppen jeweils die Entriegelungszeit und/oder
die Überwachungszeit zugeordnet sein. Das Steuergerät kann den Benutzer an dem Zutrittsattribut
erkennen.
[0052] Zusätzlich oder alternativ kann die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit
von dem Türsystem, insbesondere von dem Steuergerät, insbesondere als Teil eines Zutrittsattributs,
empfangbar sein. Somit ist es nicht notwendig, die Entriegelungszeit und/oder die
Überwachungszeit in einer Datenbank des Steuergeräts zu hinterlegen. Vielmehr empfängt
das Steuergerät die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit stets, wenn der
berechtigte Benutzer um Zutritt ersucht. Insbesondere umfasst das Zutrittsattribut
die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit. Das Zutrittsattribut wird über
die Erfassungseinheit, insbesondere über die Sende- und Empfangseinheit, empfangen.
Somit wird bei jedem Zutritt erneut der Parameter aktuell von dem Türsystem erfasst.
Beispielsweise wird das Zutrittsattribut von dem Lesegerät erfasst.
[0053] Zusätzlich oder alternativ kann zumindest die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit
individuell für Zutrittsattribute oder für Zutrittsattributgruppen in dem Türsystem,
insbesondere in dem Steuergerät, hinterlegt sein. Bevorzugt umfasst das Steuergerät
eine Datenbank, in der zu unterschiedlichen Zutrittsattributen oder unterschiedlichen
Zutrittsattributgruppen die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit zugeordnet
ist. Beispielsweise kann eine Krankenschwester mehrere Karten mit sich führen, je
nachdem, ob die Krankenschwester alleine oder mit einem Krankenhausbett Zutritt ersucht.
Somit können demselben Benutzer mehrere Zutrittsattribute zugeordnet sein. Einem Benutzer
können beispielsweise unterschiedliche Zutrittsmittel wie ein mobiles Endgerät mit
einem oder mehreren gespeicherten Zutrittsattributen, eine Berechtigungskarte, oder
ein Berechtigungschip zugeordnet sein, wobei den Zutrittsmitteln oder den Zutrittsattributen
unterschiedliche Entriegelungszeiten und/oder Überwachungszeiten zugeordnet sind.
[0054] Zusätzlich oder alternativ kann die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit
von der Verwendung des Zutrittsattributs abhängen. Das Steuergerät umfasst bevorzugt
eine Datenbank, in der die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit mit der
Verwendung des Zutrittsattributs verknüpft ist. Die Verwendung kann z. B. eine Geste
in Bezug auf die Erfassungseinheit umfassen. Beispielsweise kann eine Karte lange
oder kurz vor das Lesegerät gehalten werden. Beispielsweise ist die Entriegelungszeit
für ein langes Halten der Karte mit einer längeren Zeitdauer in der Datenbank hinterlegt
als bei einem kurzen Halten. Somit kann vorgesehen sein, dass die Entriegelungszeit
und/oder die Überwachungszeit für denselben Benutzer abhängig von einer Art der Verwendung
des Zutrittsattributs eingestellt wird.
[0055] Das Türsystem, insbesondere das Steuergerät, kann ausgebildet sein, aufgrund des
Zutrittsattributs und/oder der Art der Verwendung des Zutrittsattributs, eine Verriegelungsvorrichtung
zur Entriegelung eines Türflügels oder mehrere Verriegelungsvorrichtungen zur Entriegelung
mehrere Türflügel anzusteuern oder eine Ansteuerung zu veranlassen. Somit wird aufgrund
des Zutrittsattributs, insbesondere von dem Steuergerät, entschieden, ob ein Flügel
oder mehrere Flügel entriegelt werden. Die Türflügel können z. B. zu einer zweiflügeligen
Tür oder zu hintereinander angeordneten Türen gehören. Beispielsweise wird für einen
Rollstuhlfahrer oder eine Krankenschwester mit einem Krankenhausbett beide Türflügel
einer zweiflügeligen Tür entriegelt, während für einzelne Personen nur der Gangflügel
der zweiflügeligen Tür entriegelt wird. Die Bestimmung, ob ein oder mehrere Türflügel
entriegelt werden, kann in einer Datenbank des Steuergeräts hinterlegt sein oder als
Teil des Zutrittsattributs von dem Steuergerät empfangbar sein. Beispielsweise sendet
ein Lesegerät das derart ausgebildete Zutrittsattribut an das Steuergerät.
[0056] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem zumindest eine, bevorzugt mehrere, besonders bevorzugt alle, der folgenden
weiteren Türkomponenten umfasst, die mit dem ersten Kommunikationsbus verbunden sind:
- eine Fluchtwegsteuerung, insbesondere einer Fluchtwegsicherung,
- eine Türverriegelung, insbesondere einer Fluchtwegsicherung,
- eine Authentifizierungsvorrichtung, insbesondere Schlüsseltaster, insbesondere einer
Fluchtwegsicherung,
- ein Motorschloss, insbesondere ein Panikmotorschloss,
- ein Gefahrensensor, insbesondere ein Rauchmelder,
- eine Gefahrenmeldezentrale, an die Gefahrensensoren, insbesondere Rauchmelder, kabellos
oder kabelgebunden angeschlossen sind,
- eine Antriebssteuerung, insbesondere eines Türantriebs,
- einen Programmschalter, insbesondere eines Türantriebs, und
- zumindest einen Sensor, insbesondere einen Sicherheitssensor und/oder einen Bewegungssensor,
insbesondere des Türantriebs.
[0057] Die genannten weiteren Türkomponenten können bevorzugt funktional entsprechend einer
Fluchtwegsicherung oder einem motorischen Türantrieb zugeordnet sein. Die Fluchtwegsicherung
kann eine Fluchtwegsteuerung aufweisen, die über den ersten Kommunikationsbus mit
der Türverriegelung und/oder der Authentifizierungsvorrichtung verbunden ist und eine
Fluchtwegsteuerung durchführt. Die Fluchtwegsteuerung und die Türverriegelung werden
zusammenfassen als Fluchtwegkomponenten bezeichnet.
[0058] Der motorische Türantrieb kann eine Antriebssteuerung aufweisen, die über den ersten
Kommunikationsbus mit dem Programmschalter und/oder zumindest einen Sensor verbunden
ist und eine Antriebssteuerung durchführt.
[0059] Alternativ können die weiteren Türkomponenten zumindest teilweise funktional dem
Steuergerät zugeordnet sein und beispielsweise zentral über das Steuergerät angesteuert
werden. Eine funktionale Trennung zwischen beispielsweise Fluchtwegsicherung und motorischem
Türantrieb kann damit zumindest teilweise überwunden werden. Ebenfalls kann das Türsystem
einen Handtaster, insbesondere eines Türantriebs, und/oder einen Schlüsseltaster,
insbesondere einer Fluchtwegsicherung, umfassen.
[0060] Die Türverriegelung bewirkt eine Verriegelung der Tür und insbesondere eine automatische
Freigabe als Fluchttür bei der Unterbrechung der elektrischen Energieversorgung. Die
Türverriegelung kann als elektromagnetische oder als elektromechanische Türverriegelung
ausgeführt sein.
[0061] Der zumindest eine Sensor erfasst vorzugsweise eine Annäherung von Personen an eine
Seite oder beide Seiten der Tür und/oder ein Blockieren eines Fahrwegs der Tür. Der
Programmschalter dient zum Einstellen eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs.
Der Gefahrensensor kann ein Einzelsensor sein oder eine Mehrzahl Einzelsensoren umfassen.
Mehrere Einzelsensoren können zunächst an die Gefahrmeldezentrale angeschlossen sein,
wobei die Gefahrmeldezentrale das Gefahrensignal überträgt.
[0062] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Kommunikation innerhalb des ersten Kommunikationsbusses und/oder des zweiten Kommunikationsbusses
verschlüsselt ist, wobei insbesondere mehrere Türkomponenten des Türsystems miteinander
verschlüsselt kommunizieren. Durch die verschlüsselte Kommunikation wird das Türsystem
sicher gegen Störungen und Manipulationen, die auf dem entsprechenden Kommunikationsbus
auftreten können. Andere Teilnehmer, die sich physikalisch mit dem Kommunikationsbus
verbinden, können keine Kommunikation mit den Türkomponenten mithören oder betreiben.
Zur Etablierung der verschlüsselten Kommunikation kann beispielsweise eine Echtheitsüberprüfung
der Türkomponenten bei Inbetriebnahme oder bei der Konfiguration durchgeführt werden.
Dazu kann jeder Türkomponente eine eindeutige Identifizierung zugeordnet werden, die
beispielsweise über eine Herstellerdatenbank der Türkomponenten überprüft werden kann.
Die Türkomponenten können sich so gegenüber anderen Türkomponenten authentifizieren.
Alternativ oder zusätzlich kann bei Installation bzw. Konfiguration des Türsystems
die verschlüsselte Kommunikation vor Ort aufgesetzt werden, wenn beispielsweise Zugriff
auf alle Türkomponenten besteht. Vorzugsweise erfolgt eine vollständige Verschlüsselung
aller Nachrichten auf dem ersten bzw. zweiten Kommunikationsbus.
[0063] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem, insbesondere das Steuergerät, Kenntnis von in dem Türsystem verbauten
Türkomponenten und/oder einer Funktion der Türkomponenten hat und ausgebildet ist,
Änderungen der verbauten Türkomponenten und/oder der Funktion der Türkomponenten festzustellen,
wobei bei einer festgestellten Änderung das Türsystem in einen festgelegten Zustand
übergeht, insbesondere einen Alarm generiert. Dadurch wird das Türsystem gegen Manipulationen
geschützt und es wird ein korrekter Betrieb sichergestellt, indem bei einer Änderung
von Türkomponenten oder deren Funktion der festgelegte Zustand angenommen wird. In
dem festgelegten Zustand kann die Änderung überprüft werden. In diesem festgelegten
Zustand ist das Türsystem vorzugsweise deaktiviert oder in seiner Funktion eingeschränkt.
Beim Erkennen des festgelegten Zustands wird vorzugsweise automatisch eine Anpassung
der Konfiguration des Türsystems an die Änderungen durchgeführt.
[0064] Durch die Kenntnis von in dem Türsystem verbauten Türkomponenten kann eine Verwendung
von nicht zugelassenen Türkomponenten erkannt und verhindert werden, um einen zuverlässigen
Betrieb des Türsystems mit zugelassenen Türkomponenten zu gewährleisten. Ein Ausfall
einer Türkomponente kann ebenfalls als Änderung erkannt werden, wenn die Türkomponente
beispielsweise nicht mehr mit dem Steuergerät kommuniziert. Damit wird die Zuverlässigkeit
des Türsystems verbessert. Das Steuergerät kann beispielsweise alle Türkomponenten,
die über den ersten Kommunikationsbus Nachrichten senden, identifizieren und erfassen.
Vorzugsweise melden sich alle Türkomponenten bei dem Steuergerät mit ihrer Funktionalität
und/oder ihrem Türkomponententyp an, so dass in dem Steuergerät jeder Türkomponente
ihre Funktion und/oder ihren Türkomponententyp zugeordnet werden kann. Dies vereinfacht
Installation und Konfiguration des Türsystems.
[0065] Das Steuergerät kann initial und/oder wiederholt alle Türkomponenten auffordern,
sich bei ihm anzumelden. Zur Durchführung der Konfiguration kann beispielsweise von
der Recheneinheit über den zweiten Kommunikationsbus oder über die Übertragungseinheit
lokal mit einem mobilen Endgerät auf diese Information zugegriffen werden.
[0066] Das Steuergerät ist vorzugsweise ausgeführt, eine Richtigkeit der Anschlusslogik
der weiteren Türkomponenten und deren zuverlässige Funktion selbstständig zu überwachen
und dabei erkannte Fehler anzuzeigen bzw. zu melden sowie ggf. eine Lösung für die
erkannten Fehler aufzuzeigen. Ebenfalls kann das Türsystem, insbesondere das Steuergerät,
Kenntnis von einer gewünschten Funktion des Türsystems und dafür erforderlichen Türkomponenten
oder Türkomponententypen haben, beispielsweise über eine Konfiguration per Recheneinheit
oder mobilen Endgerät oder über eine Vorkonfigurierung bei der Fertigung, und die
erforderlichen Türkomponenten oder Türkomponententypen mit in dem Türsystem verbauten
Türkomponenten vergleichen.
[0067] Das Steuergerät kann bei einer Abweichung der verbauten Türkomponenten von den erforderlichen
Türkomponenten oder Türkomponententypen einen Fehler und/oder elektronisch in dem
Steuergerät hinterlegte Anweisungen ausgeben, wie eine Inbetriebnahme des Türsystems
und/oder ein Betrieb des Türsystems weiterzuführen ist. Auch kann das vorkonfigurierte
Steuergerät das Türsystem automatisch in Betrieb nehmen, nachdem es alle erforderlichen
Türkomponenten erkannt und ggf. konfiguriert hat.
[0068] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
dem Steuergerät der Betriebszustand der mit dem ersten Kommunikationsbus verbundenen
weiteren Türkomponenten vorliegt, wobei das Steuergerät ausgebildet ist, den Betriebszustand
des Türsystems über den zweiten Kommunikationsbus an die Recheneinheit zu melden.
[0069] Der Betriebszustand umfasst insbesondere eine Information über eine korrekte Funktion
der entsprechenden Türkomponente. Der Betriebszustand kann den Zustand der Türkomponente
umfassen. Beispielsweise kann die Verriegelungsvorrichtung die Zustände "entriegelt"
oder "verriegelt" einnehmen. Eine Türverriegelung kann als Betriebszustand beispielsweise
"Tür verriegelt" oder "Tür entriegelt" ausgeben. Entsprechend kann ein Motorschloss
als Betriebszustand einen Riegelzustand ausgeben. Beispielsweise kann die Fluchtwegsteuerung
den Zustand "Voralarm" oder "Hauptalarm" einnehmen. Eine Fluchtwegsteuerung kann als
Betriebszustand beispielsweise einen Zustand eines Timers der Entriegelungszeit ausgeben.
Beispielsweise kann eine Antriebssteuerung als Betriebszustand "Tür geöffnet" oder
"Tür geschlossen" einnehmen. Alternativ oder zusätzlich kann die Antriebssteuerung
als Betriebszustand "Tür öffnet", "Tür wird gehalten" oder "Tür schließt" ausgeben.
Insbesondere für die Antriebssteuerung sind verschiedene weitere Betriebszustände
möglich, beispielsweise ein eingestellter Betriebsmodus.
[0070] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Fluchtwegsicherung umfasst, wobei die Fluchtwegsicherung eine Fluchtwegsteuerung,
ein Auslöseelement, insbesondere einen Nottaster, und eine Türverriegelung umfasst,
wobei die Fluchtwegsteuerung nach der Betätigung des Auslöseelements die Türverriegelung
ansteuert, um die Türverriegelung zu entriegeln.
[0071] Vorzugsweise ist das Steuergerät an der Ansteuerung der Türverriegelung nach der
Betätigung des Auslöseelements unbeteiligt. Die Fluchtwegsicherung wird somit von
weiteren Türkomponenten als Teilsystem des Türsystems gebildet und realisiert eine
Funktion zur Fluchtwegsteuerung. Dadurch kann die Türverriegelung schnell betätigt
werden, um die Fluchttür zu entriegeln. Unbenommen davon kann die Fluchtwegsicherung
bzw. können die zu der Fluchtwegsicherung gehörenden Türkomponenten mit dem Steuergerät
kommunizieren, um beispielsweise Betriebszustände und/oder Alarme zu melden und/oder
nach einer Authentifizierung die Türverriegelung zu entriegeln.
[0072] Die Fluchtwegsicherung kann eine Kommunikation beispielsweise mit einem Türantrieb
durchführen, um einen koordinierten Ablauf der Steuerung von Fluchtwegsicherung und
Türantrieb zu realisieren. Dabei kann die Kommunikation unmittelbar zwischen Fluchtwegsteuerung
und Antriebssteuerung erfolgen, oder mittelbar über das Steuergerät. Das Auslöseelement
kann die Fluchtwegsteuerung bei Betätigung aktivieren. Die Türverrieglung verriegelt
die Tür, wobei die Verriegelung im Fluchtfall aufgehoben wird. Die Fluchtwegsteuerung
und die Türverriegelung sind vorzugsweise Türkomponenten, die mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden sind und darüber kommunizieren. Vorzugsweise ist die Fluchtwegsteuerung
ausgeführt, über den ersten Kommunikationsbus CAN Open Safety Nachrichten zu versenden
und zu empfangen, insbesondere an die Türverriegelung bzw. von der Türverriegelung.
[0073] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem ausgebildet ist, eine Änderung der Konfiguration oder ein Update der
Konfiguration des Türsystems zu empfangen.
[0074] Eine Konfigurierung der Fluchtwegsicherung, insbesondere eine Zuordnung einer Türverrieglung
zu einem Auslöseelement, die Zulassung einer Zeitverzögerung bis zur Entriegelung
nach der Betätigung des Auslöseelements, die Länge der Zeitverzögerung, ein Zulassung
einer Deaktivierung des Auslöseelements, ist bevorzugt nur vor Ort zugelassen. Beispielsweise
kann die Konfigurierung der Fluchtwegsicherung über eine kabellose Nahbereichskommunikation
mit dem mobilen Endgerät erfolgen.
[0075] Die Änderung der Konfiguration oder das Update der Konfiguration des Türsystems wird
vorzugsweise von dem Steuergerät empfangen. Dazu kann vor Ort das mobile Endgerät
mit der Fluchtwegsteuerung oder vorzugsweise mit dem Steuergerät datentechnisch verbunden
werden, so dass sichergestellt ist, dass diese sicherheitsrelevanten Parameter zuverlässig
konfiguriert sind. Vor Ort kann unmittelbar eine Überprüfung der Konfiguration durchgeführt
werden.
[0076] Ein Parameter der Fluchtwegsicherung, z. B. die Länge einer Zeitverzögerung, eine
Zulassung einer Deaktivierung des Auslöseelements, die Zulassung einer Zeitverzögerung,
wird als sicherheitsrelevanter Parameter bezeichnet.
[0077] Beispielsweise kann ein Parameter der Fluchtwegsicherung, z. B. die Länge einer Zeitverzögerung,
eine Zulassung einer Deaktivierung des Auslöseelements, die Zulassung einer Zeitverzögerung,
bei der Inbetriebnahme vor Ort geändert werden, indem die Änderung von der Recheneinheit
oder von dem mobilen Endgerät gesendet und von dem Steuergerät empfangen wird. Der
insbesondere sicherheitsrelevante Parameter kann z. B. durch Eingabe in das mobile
Endgerät geändert werden. Das Steuergerät sendet den geänderten Parameter der Fluchtwegsicherung
an eine Fluchtwegkomponente, insbesondere an die Fluchtwegsteuerung. Sind mehrere
Fluchtwegkomponenten, insbesondere mehrere Fluchtwegsicherungen, in dem Türsystem
vorhanden, so kann das Steuergerät bevorzugt den geänderten Parameter selektiv an
diejenige zumindest eine Fluchtwegkomponenten, insbesondere Fluchtwegsteuerung, senden,
für die der Parameter vorgesehen ist.
[0078] Bevorzugt ist vorgesehen, dass diejenige Fluchtwegkomponente, insbesondere die Fluchtwegsteuerung,
die von dem Steuergerät den Parameter empfängt, ein visuelles und/oder akustisches
Zeichen abgibt, dass ein Parameter empfangen worden ist. Bevorzugt bestätigt der Installateur,
z. B. an dem mobilen Endgerät und/oder an der Fluchtwegsteuerung, dass die korrekte
Fluchtwegsteuerung an das akustische und/oder visuelle Zeichen abgegeben hat. Bevorzugt
wird nach der Bestätigung der Parameter zur Verwendung in der Fluchtwegsteuerung gespeichert.
[0079] Zusätzlich oder alternativ veranlasst das Steuergerät vor dem Senden des Parameters,
dass diejenige Fluchtwegsteuerung, die den Parameter empfangen soll, ein visuelles
und/oder akustisches Zeichen abgibt. Bevorzugt bestätigt der Installateur, z. B. an
dem mobilen Endgerät und/oder an der Fluchtwegsteuerung, dass die korrekte Fluchtwegsteuerung
an das akustische und/oder visuelle Zeichen abgegeben hat. Bevorzugt wird nach der
Bestätigung der Parameter an die Fluchtwegsteuerung gesendet.
[0080] Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die korrekte Fluchtwegkomponente den geänderten
sicherheitsrelevanten Parameter empfangen hat. Somit muss der Installateur vor Ort
sein, um den Parameter der Fluchtwegsicherung zu ändern. Somit wird die Änderung besonders
sicher durchgeführt. Zur Durchführung des visuellen und/oder akustischen Zeichens
ist bevorzugt vorgesehen, dass die Fluchtwegkomponente ein Anzeigeelement umfasst.
Das Anzeigeelement wird bevorzugt in dem Betrieb des Türsystems von der Türkomponente
verwendet, um ein visuelles und/oder akustisches Zeichen abzugeben. Beispielsweise
kann das Anzeigeelement ausgebildet sein, einen Alarmzustand nach Betätigung des Auslöseelements
wiederzugeben.
[0081] Es kann vorgesehen sein, dass der Installateur vor Ort, eine Handlung an der Fluchtwegkomponente,
insbesondere an der Fluchtwegsteuerung oder einer der Fluchtwegsteuerung fest verdrahten
oder mit der Fluchtwegsteuerung integralen Komponente durchführt, um zu bestätigen
und/oder festzulegen, dass die Fluchtwegkomponente den geänderten, sicherheitsrelevanten
Parameter empfangen hat oder empfangen soll. Beispielsweise kann der Installateur
hierzu das Auslöseelement, insbesondere den Nottaster, oder einen Schlüsseltaster
betätigen.
[0082] Es kann vorgesehen sein, dass, wenn ein voreingestellter sicherheitsrelevanter Parameter
von der Fluchtwegsteuerung zur Verwendung gespeichert werden soll, dass diejenige
Fluchtwegkomponente, insbesondere die Fluchtwegsteuerung, die von dem Steuergerät
den Parameter empfängt, ein visuelles und/oder akustisches Zeichen abgibt, dass ein
Parameter empfangen worden ist oder ein Parameter empfangen werden soll. Es kann vorgesehen
sein, dass der Installateur vor Ort, eine Handlung an der Fluchtwegkomponente, insbesondere
an der Fluchtwegsteuerung oder einer der Fluchtwegsteuerung fest verdrahten oder mit
der Fluchtwegsteuerung integralen Komponente durchführt, um zu bestätigen und/oder
festzulegen, dass die Fluchtwegkomponente den geänderten Parameter empfangen hat oder
empfangen soll.
[0083] Es kann sein, dass der Installateur eine zusätzliche Berechtigung benötigt, damit
der Installateur eine Handlung vornehmen kann, bei der als Endresultat ein voreingestellter
oder sicherheitsrelevanter Parameter von einer Fluchtwegsteuerung zur Verwendung gespeichert
wird. Beispielsweise kann eine zusätzliche Authentifizierung an dem mobilen Endgerät
notwendig sein.
[0084] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Fluchtwegsteuerung vor der Speicherung zur
Verwendung den sicherheitsrelevanten Parameter an das mobile Endgerät sendet. Das
mobile Endgerät vergleicht den ursprünglich gesendeten sicherheitsrelevanten Parameter
mit dem von der Fluchtwegsteuerung zurückerhaltenen Parameter. Nur wenn der gesendete
und der zurückerhaltene Parameter übereinstimmt, kann ein voreingestellter oder sicherheitsrelevanter
Parameter von einer Fluchtwegsteuerung zur Verwendung gespeichert werden.
[0085] Umfasst das Türsystem mehrere Fluchtwegkomponenten, insbesondere mehrere Fluchtwegsteuerungen,
so kann vorgesehen sein, dass das Steuergerät den geänderten Parameter zusammen mit
einer Funktion der Fluchtwegkomponente, insbesondere der Fluchtwegsteuerung, empfängt.
Die Funktion umfasst bevorzugt eine Position der Fluchtwegkomponente, z. B. "am Gangflügel"
oder "an der ersten Tür". Das Steuergerät umfasst bevorzugt eine Zuordnung der Funktion
der Fluchtwegkomponente zu einer Busadresse. Hierdurch kann das Steuergerät selektiv
den geänderten Parameter an die Fluchtwegkomponente versenden.
[0086] Vor Ort kann unmittelbar eine Überprüfung der Konfiguration mit einem Testbetrieb
durchgeführt werden. So wird nach der Änderung des Parameters überprüft, ob die korrekte
Fluchtwegkomponente, insbesondere die korrekte Fluchtwegsteuerung den geänderten Parameter
korrekt empfangen hat. Ist z. B. die Verzögerungszeit geändert worden, so wird das
Auslöseelement, das mit der Fluchtwegsteuerung, die den geänderten Parameter empfangen
hat, logisch verknüpft ist, betätigt und die Verzögerungszeit bis zur Entriegelung
der Türverriegelung gemessen. Bevorzugt wird das Ergebnis insbesondere elektronisch
protokolliert.
[0087] Andere Parameter, insbesondere Parameter, die nicht zur Bereitstellung des Fluchtwegs
dienen, können wie oben beschrieben beispielsweise über den zweiten Kommunikationsbus
konfiguriert werden. Die Fluchtwegsicherung ist hier beispielhaft als Teilsystem des
Türsystems realisiert. Die Konfiguration kann einen oder mehrere der genannten Parameter
umfassen.
[0088] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem eine Fluchtwegsicherung umfasst, wobei die Fluchtwegsicherung eine Fluchtwegsteuerung,
ein Auslöseelement, insbesondere einen Nottaster, und mehrere Türverriegelungen umfasst,
wobei aufgrund der Betätigung eines der Auslöseelemente die Fluchtwegsteuerung mehrere
Türverriegelungen, die mehreren Türen zugeordnet sind, zur Entriegelung ansteuert.
Das Türsystem ist also insbesondere zum Betrieb für eine Mehrzahl Türen mit nur einer
Fluchtwegsicherung ausgeführt. Insbesondere bei lokal nah beieinander angeordneten
Türen ist davon auszugehen, dass alle diese Türen gemeinsam entriegelt werden, um
den Fluchtweg freizugeben. Dadurch kann das Türsystem einerseits einfach aufgebaut
sein und andererseits eine zuverlässige Bereitstellung von Fluchtwegen realisieren.
Vorzugsweise umfasst die Fluchtwegsicherung mehrere Auslöseelemente, die verteilt
angeordnet sein können, beispielsweise ein Auslöseelement an jeder Tür des Türsystems.
Insbesondere ist jeder der mehreren Türen zumindest ein Auslöseelement zugeordnet.
[0089] Zur Wiederverriegelung einer Tür, ist bevorzugt eine Handlung an dem Auslöseelement,
das der zu verriegelnden Tür zugeordnet ist, vorzunehmen. Insbesondere wird hierdurch
ein elektrisches Signal erzeugt. Damit eine Wiederverriegelung der mehreren Türverriegelungen,
die nach der Betätigung eines Auslöseelements entriegelt wurden, ermöglicht ist, ist
jeweils eine Handlung an dem Auslöseelement, das derjenigen Tür, die aufgrund der
Betätigung eines Auslöseelement entriegelt wurde, zugeordnet ist, vorzunehmen. Beispielsweise
handelt es sich bei dem Auslöseelement um einen mechanisch rastfreien Nottaster. Es
kann vorgesehen sein, dass das Auslöseelement, insbesondere der mechanisch rastfreie
Nottaster, erneut gedrückt werden muss, damit die jeweilige Tür wiederverriegelt werden
kann.
[0090] Es kann vorgesehen sein, dass zudem eine Authentifizierung, d. h. eine Berechtigung
für die wiederzuverriegelnde Tür vorliegen muss. Es kann sein, dass eine Türkomponente
mit einer Erfassungseinheit der wiederverriegelnden Tür zugeordnet ist. Die Erfassungseinheit
muss eine Berechtigung, z. B. ein berechtigtes Zutrittsattribut, empfangen, damit
die Tür wiederverriegelt werden kann. Beispielsweise kann hierzu ein Schlüsseltaster,
der der wiederzuverriegelnden Tür zugeordnet ist, betätigt werden. In einem anderen
Beispiel ist ein Lesegerät der wiederzuverriegelnden Tür zugeordnet. Zur Wiederverriegelung
kann es sein, dass eine Berechtigung, insbesondere ein Zutrittsattribut, an dem Lesegerät
empfangen wird.
[0091] Es kann sein, dass eine vorgegebene Zeitabfolge und/oder Reihenfolge bei der Handlung
an dem Auslöseelement und der Authentifizierung einzuhalten ist. Das Steuergerät umfasst
bevorzugt eine Zuordnung der Funktion der Türkomponenten mit der Erfassungseinheit
zu einer Busadresse. Die Funktion kann die Position umfassen.
[0092] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Türsystem wenigstens eine erste und eine zweite Türverriegelung umfasst, wobei
die erste Türverriegelung vorgesehen ist, an einer ersten Tür angeordnet zu werden,
und die zweite Türverriegelung vorgesehen ist, an einer zweiten Tür angeordnet zu
werden, wobei in dem Türsystem eine Bedingung hinterlegt ist, die den zeitlichen Ablauf
der Entriegelung der zweiten Türverrieglung nach der Entriegelung der ersten Türverriegelung
bestimmt. Bevorzugt sind die erste und die zweite Türverriegelung mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden.
[0093] Das Türsystem ist bevorzugt ausgebildet, nach einer Betätigung eines Auslöseelements
oder nach einer Authentifizierung, insbesondere abhängig von einem Zutrittsattribut,
die Bedingung außer Kraft zu setzen. Die Türverriegelungen sind unterschiedlichen
Türen zugeordnet, die in einem normalen Betrieb gemäß der hinterlegten Bedingung entriegelt
werden. Somit muss im Normalbetrieb zumindest eine Bedingung erfüllt sein, bevor eine
Tür entriegelt oder geöffnet wird. Die Türen können beispielsweise eine Türschleuse
bilden, wobei im Normalbetrieb nur eine der Türen entriegelt und ggf. geöffnet sein
darf. Bevorzugt entspricht somit eine Bedingung, dass die andere Tür geschlossen ist.
Insbesondere wird zuerst die erste Tür über die zugeordnete Türverriegelung entriegelt,
bevor im Anschluss, üblicherweise nach dem erneuten Verriegeln der ersten Tür, die
zweite Tür über die zugeordnete Türverriegelung entriegelt wird. Es kann zumindest
eine andere oder zusätzliche Bedingung, wie z. B. das Ende einer Dekontamination,
vorgesehen sein.
[0094] Im Fluchtfall, insbesondere bei einem Rettungseinsatz durch einen Rettungsdienst,
kann es jedoch vorteilhaft sein, dass die Türen gleichzeitig entriegelt und ggf. geöffnet
werden, damit die Schleuse schnell von dem Rettungsdienst passiert werden kann. Es
kann daher vorgesehen sein, dass durch die Betätigung eines Auslöseelements, insbesondere
eines Nottasters, die Bedingung außer Kraft gesetzt wird. Die Türverrieglungen und
das Auslöseelement sind vorzugsweise Teil einer Fluchtwegsicherung.
[0095] Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, dass durch die Authentifizierung
eines Zutrittsattributs die Bedingung außer Kraft gesetzt wird. Insbesondere wird
nur bei zumindest einem Zutrittsattribut die Bedingung außer Kraft gesetzt, während
bei zumindest einem anderen Zutrittsattribut die Bedingung einzuhalten ist. Beispielsweise
ist bei einem Zutrittsattribut eines Feuerwehrmanns die Bedingung außer Kraft gesetzt,
während bei einem Bewohner oder Arbeitnehmer die Bedingung einzuhalten ist. Ob die
Bedingung außer Kraft zu setzen ist oder nicht, kann in einer Datenbank des Steuergeräts
zugeordnet zu dem Zutrittsattribut hinterlegt sein. Alternativ ist die Bestimmung,
die Bedingung außer Kraft zu setzen ist oder nicht, Teil des Zutrittsattributs und
wird mit jedem Einlesen des Zutrittsattributs an das Türsystem, insbesondere an die
Erfassungseinheit übertragen. Es kann sein, dass die die Bestimmung, die Bedingung
außer Kraft zu setzen ist oder nicht, von der Art der Verwendung des Zutrittsmittels
abhängt. Beispielsweise muss eine vorgegebene Gestik oder eine vorgegebene Länge einer
Kommunikationsverbindung verwendet werden, damit die Bedingung außer Kraft gesetzt
wird.
[0096] Ob die Bedingung außer Kraft zu setzen ist oder nicht, kann abhängig von einem Zutrittsattribut
erfolgen, das einer Person zugeordnet ist. Eine Person kann hierbei mehrere Zutrittsattribute
innehaben. Beispielsweise kann eine Person einerseits ein Zutrittsattribut als ein
normaler Benutzer innehaben, bei dem die Bedingung einzuhalten ist. Andererseits kann
die Person ein Zutrittsattribut in Funktion als Sicherheits- oder Rettungspersonal
innehaben, welches die Bedingung außer Kraft setzt.
[0097] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Steuergerät weitere Türkomponenten, die unterschiedlichen Türen zuzuordnen sind,
über den zweiten Kommunikationsbus mit der Recheneinheit verbindet, wobei die weiteren
Türkomponenten mit dem Steuergerät über einen ersten Kommunikationsbus miteinander
verbunden sind.
[0098] Das Türsystem ist für mehrere Türen ausgebildet. Das Türsystem umfasst Türkomponenten,
die zur Anordnung an unterschiedlichen Türen bestimmt sind. Die Verbindung mit dem
Steuergerät erfolgt über den ersten Kommunikationsbus. Das heißt, die Türkomponenten,
die zur Anordnung an unterschiedliche Türen bestimmt sind, sind mit dem ersten Kommunikationsbus
verbunden. Das Steuergerät ist mit dem zweiten Kommunikationsbus verbunden. Die weiteren
Türkomponenten des Türsystems sind jedoch nicht mit dem zweiten Kommunikationsbus
verbunden. Vielmehr kommunizieren die übrigen Türkomponenten mit dem Steuergerät über
den ersten Kommunikationsbus. Das Steuergerät kommuniziert daraufhin mit der Recheneinheit
über den zweiten Kommunikationsbus. Somit dient das Steuergerät als Kommunikationsmittler
zwischen der Recheneinheit und den übrigen Türkomponenten des Türsystems.
[0099] Innerhalb des Türsystems erfolgt eine Kommunikation über den ersten Kommunikationsbus,
um den Betrieb des Türsystems durchzuführen. Die weiteren Türkomponenten können über
mehrere erste Kommunikationsbusse mit dem Steuergerät verbunden sein. Entsprechend
können funktional getrennte erste Kommunikationsbusse gebildet sein, die sich gegenseitig
nicht beeinflussen und durch eine reduzierte Teilnehmerzahl kurze Zugriffszeiten ermöglichen.
Bei den ersten Kommunikationsbussen kann es sich z. B. um einen CAN- Bus und einen
RS485 oder einen RS-232 Bus handeln. Beispielsweise ist das Lesegerät oder sind die
Lesegeräte und das Steuergerät mit einem RS 485 Bus verbunden.
[0100] Insbesondere um das Türsystem für mehrere Türen ausbilden zu können, muss eine Zuordnung
einzelner Türkomponenten zu verschiedenen Türen und/oder zueinander erfolgen. Beispielsweise
muss ein Lesergerät der ersten Tür mit einer Verriegelungsvorrichtung der ersten Tür
logisch verknüpft werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass bei einem Empfang eines
Zutrittsattributs an dem Lesegerät der ersten Tür die erste Tür und nicht eine andere
Tür entriegelt wird.
[0101] Bevorzugt wird bei einer Inbetriebnahme vor Ort eine Busadresse einer Türkomponenten
mit einer Funktion der Türkomponente in dem Türsystem verknüpft. Die Verknüpfung wird
bevorzugt in dem Steuergerät hinterlegt. Unter eine Funktion wird insbesondere ein
Türkomponententyp, z. B. eine Antriebssteuerung, ein Motorschloss, ein Sensor oder
ähnliches, verstanden. Sind mehrere Türkomponenten desselben Türkomponententyps in
dem Türsystem vorhanden, so umfasst die Funktion bevorzugt zudem eine Position, z.
B. Antriebssteuerung des Gangflügels, Motorschloss des Standflügels, Leser der ersten
Tür oder Sensor an der zweiten Tür. Dadurch, dass das Steuergerät Kenntnis hat, welche
Busadresse mit welcher Funktion verknüpft ist, können Abläufe über den ersten Kommunikationsbus
oder die ersten Kommunikationsbusse, insbesondere mittels Firmware, durchgeführt werden.
Hierbei kann es ausreichen, das in der Konfiguration und/oder in der Firmware, die
insbesondere von der Recheneinheit empfangbar ist, die Funktionen der Türkomponenten
in einem Funktionsablauf hinterlegt sind. Bei der Inbetriebnahme vor Ort erfolgt dann
die Zuordnung zu den konkreten Türkomponenten.
[0102] Ist ein Türkomponententyp nur einmal in dem Türsystem vorhanden, so kann die Türkomponente
ihren Türkomponententyp dem Steuergerät melden, das den Türkomponententyp und damit
die Funktion mit der Busadresse der Türkomponente verknüpft. Ist ein Türkomponententyp
in dem Türsystem mehrfach vorhanden, so hat insbesondere das mobile Endgerät Kenntnis
von einer Kennzeichnung der Türkomponente, z. B. der Busadresse. Ein Installateur,
der das Inbetriebnahmeverfahren durchführt, kann eine Position der Kennzeichnung zuordnen.
Hierzu können mögliche Positionen auf dem Endgerät, nacheinander oder gleichzeitig,
angezeigt werden. Zusätzlich kann die Kennzeichnung auf dem mobilen Endgerät angezeigt
werden. Der Installateur kann die korrekte Position auf dem mobilen Endgerät auswählen.
Die so erfolgte Zuordnung wird an das Steuergerät gesendet.
[0103] Damit der Installateur die korrekte Position auf dem Endgerät auswählen kann, kann
vorgesehen sein, dass der Installateur mittels des mobilen Endgeräts veranlassen kann,
dass die Türkomponente der angezeigten Kennzeichnung ein akustisches und/oder visuelles
Zeichen abgibt. Alternativ kann die Kennzeichnung für den Installateur an der Türkomponenten
für den Installateur erfassbar sein.
[0104] Das Türsystem kann mehrere Türkomponenten mit Erfassungseinheiten, z. B. Lesegeräte,
zum Empfang eines Zutrittsattributs umfassen. Das Türsystem kann ebenfalls mehrere
Verriegelungsvorrichtungen umfassen. In dem Türsystem, insbesondere in dem Steuergerät,
kann elektronisch eine Zuordnung der Türkomponenten mit den Erfassungseinheiten zu
den Verriegelungsvorrichtungen hinterlegt sein. Die Zuordnung kann zumindest indirekt
elektronisch hinterlegt sein. Durch die Zuordnung der Lesegeräte zu den Verriegelungsvorrichtungen
kann aufgrund eines an einem Lesegerät empfangenen Zutrittsattributs bei erfolgreicher
Authentifizierung eine Verriegelungsvorrichtung selektiv zum Entriegeln angesteuert
werden. Anders ausgedrückt, nach Empfang eines Zutrittsattributs durch die Empfangseinheit
und erfolgreicher Authentifizierung wird zumindest eine Verriegelungsvorrichtung zum
Entriegeln angesteuert, während eine weitere Verriegelungsvorrichtung verriegelt bleibt.
Diese ermöglicht insbesondere den Einsatz des Türsystem z. B. an mehreren Türen.
[0105] Das Türsystem, insbesondere das Steuergerät, ist bevorzugt ausgebildet, bei einer
Inbetriebnahme vor Ort Busadressen der Türkomponenten mit den Erfassungseinheiten,
insbesondere der Lesegeräte, mit einer Funktion der Türkomponente in dem Türsystem
zu verknüpfen und Verriegelungsvorrichtungen mit einer Funktion der Verriegelungsvorrichtungen
in dem Türsystem zu verknüpfen. Die Funktion kann die Position, z. B. "an der ersten
Tür" umfassen. Die Funktion kann somit "Verriegelungsvorrichtung für die erste Tür"
lauten. Dadurch, dass die Busadresse der Funktion zugeordnet ist, kann das Steuergerät
in einem Funktionsablauf die Türkomponente mit der gewünschten Funktion über die zugeordnete
Busadresse ansteuern. Zur Zuordnung der Funktion zu der Busadresse kann der Installateur
bei der Inbetriebnahme z. B. eine Position auf dem mobilen Endgerät eingeben.
[0106] Die Funktionen, z. B. "Lesegerät für die erste Tür" und die Funktion "Verriegelungsvorrichtung
für die erste Tür", können in einem Funktionsablauf des Türsystems vorgesehen sein.
Insbesondere ist der Funktionsablauf zumindest teilweise in dem Steuergerät elektronisch
hinterlegt. Der Funktionsablauf kann umfassen, dass das Steuergerät das Zutrittsattribut
des Lesegeräts mit einer ersten Funktion, z. B. "Lesegerät für die erste Tür", empfängt,
die Zutrittsberechtigung überprüft und bei erfolgreicher Authentifizierung die verknüpfte
Verriegelungsvorrichtung, z. B. mit der Funktion "Verriegelungsvorrichtung für die
erste Tür", zum Entriegeln ansteuert. Eine Ansteuerung einer Verriegelungsvorrichtung,
die nicht mit dem Lesegerät, von der das Zutrittsattribut empfangen wurde, verknüpft
ist, z. B. "Verriegelungsvorrichtung für die zweite Tür, unterbleibt. Die Ansteuerung
kann direkt oder indirekt über die Fluchtwegsteuerung oder die Antriebssteuerung erfolgen.
Bevorzugt ist sind die Verriegelungsvorrichtung mit dem ersten Kommunikationsbus und
die Lesegeräte mit einem weiteren ersten Kommunikationsbus verbunden.
Bevorzugt umfasst ein Türsystem genau ein Steuergerät. Bevorzugt dient nur das Steuergerät
zur Verbindung mit der Recheneinheit.
[0107] Die voranstehende Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Zugangssystem mit den Merkmalen
des Anspruchs 15. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den
jeweiligen Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0108] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Zugangssystem mit einem obigen Türsystem
und mit einer Recheneinheit, wobei ein Abbild des Türsystems in der Recheneinheit
gespeichert ist, wobei die mit dem ersten Kommunikationsbus verbundenen Türkomponenten
jeweils eine Kennzeichnung umfassen, wobei die Kennzeichnungen der Türkomponenten
als Teil des Abbildes des Türsystems in der Recheneinheit gespeichert sind und/oder
wobei vergangene und aktuelle Betriebszustände des Türsystems in der Recheneinheit
gespeichert sind.
[0109] Das Abbild kann zudem Betriebszustände der Türkomponenten umfassen. Das Abbild kann
Parameter der Türkomponenten umfassen. Das Abbild kann Herstellungsort und/oder Herstellungsdatum
der Türkomponenten umfassen. Das Abbild kann Wartungsdaten der Türkomponenten umfassen.
Das Abbild kann ein Schaltbild der Türkomponenten umfassen. Die Kennzeichnungen ermöglichen
eine Identifizierung der Türkomponenten. Auch können die Kennzeichnungen zur Kommunikation
über den ersten Kommunikationsbus verwendet werden, um die Türkomponenten zuzuordnen.
Die Speicherung der Betriebszustände ermöglicht eine effiziente Wartung und Fehleranalyse
des Türsystems. Beispielsweise können ausgehend von einer Anzahl Türöffnungen Wartungsintervalle
von Antriebssteuerung bzw. Antriebsmotor angepasst werden. Dies verhindert unnötige
Wartungen und reduziert gleichzeitig die Gefahr eines Ausfalls des Türsystems durch
überfällige Wartungen.
[0110] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Zugangssystem mit den Merkmalen des
Anspruchs 16. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen
Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0111] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Zugangssystem mit einem oder mehreren
obigen Türsystemen, wobei zumindest ein Türsystem eine Authentifizierungsvorrichtung
umfasst, wobei die Authentifizierungsvorrichtung ausgebildet ist, ein Zutrittsattribut
zur Authentifizierung zu empfangen, wobei das Türsystem ausgebildet ist, aufgrund
des Zutrittsattributs oder der Art der Verwendung des Zutrittsattributs
- automatisch eine Türverriegelung und/oder eine Verriegelung eines Motorschlosses in
einem oder in mehreren Türsystemen durchzuführen,
- automatisch eine Türverriegelung und/oder ein Motorschloss in einem oder in mehreren
Türsystemen zu entriegeln,
- zu entscheiden, ob ein Verriegelungselement zur Öffnung eines Türflügels oder Verriegelungselemente
zur Öffnung mehrerer Türflügel angesteuert wird, oder
- ein zeitlicher Ablauf zur Entriegelung eines Verriegelungselements eines zweiten nach
der Ansteuerung eines Motors eines ersten Türantriebs gemäß einer in dem Türsystem
hinterlegten Bedingung durchgeführt oder außer Kraft gesetzt wird.
[0112] Die Authentifizierung ermöglicht eine gleichzeitige Durchführung von Aktionen für
verschiedene Türen insbesondere mehrerer Türsysteme, wodurch eine effiziente Bedienung
des Zugangssystems ermöglicht wird. Die Türsysteme können beispielsweise zusammen
eine Schleuse mit mehreren Türen bilden, verschiedene Türflügel einer Tür darstellen,
an einem gemeinsamen Gang oder Gebäudeabschnitt angeordnet oder in anderer Weise logisch
und/oder funktional verknüpft sein.
[0113] Dabei kann ausgehend von der Authentifizierung bzw. dem Zutrittsattribut eine gleichzeitige
Zustandsänderung mehrere Türsysteme erfolgen. Beispielsweise kann ein Schulleiter
in einem Amokfall alle Türen eines Flurs oder eines Schulgebäudes verriegeln, indem
sich der Schulleiter mit einem dafür vorgesehenen Zutrittsattribut identifiziert.
Hierbei können die Steuergeräte über den zweiten Kommunikationsbus miteinander verbunden
sein. Die Steuergeräte können sich über den zweiten Kommunikationsbus Nachrichten
senden.
[0114] Zusätzlich sind die Ausgestaltungen des obigen Türsystems auf die Ausgestaltung der
genannten Zugangssysteme übertragbar und umgekehrt.
[0115] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in
der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination
erfindungswesentlich sein. Hierbei sind technische Merkmale mit gleicher Funktion
in den Figuren mit identischen Bezugszeichen versehen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Zugangssystems gemäß einer ersten, bevorzugten
Ausführungsform mit einem Türsystem, das einen Türantrieb, eine Fluchtwegsicherung
und ein Steuergerät umfasst, die über einen ersten Kommunikationsbus verbunden sind,
und mehreren über einen zweiten Kommunikationsbus mit dem Steuergerät verbundenen
Recheneinheiten,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Zugangssystems gemäß einer zweiten Ausführungsform
mit zwei Türsystemen, die jeweils einen Türantrieb und ein Steuergerät umfassen, die
über einen ersten Kommunikationsbus verbunden sind, und mehreren über einen zweiten
Kommunikationsbus mit den Steuergeräten verbundenen Recheneinheiten und
- Fig. 3
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Türsystems und eines erfindungsgemäßen
Zugangssystems
[0116] In Figur 1 ist schematisch ein erfindungsgemäßes Türsystem 1 gemäß einer ersten,
bevorzugten Ausführungsform dargestellt.
[0117] Das Türsystem 1 umfasst einen motorischen Türantrieb 2 und eine Fluchtwegsicherung
3, wie sich aus Fig. 1 ergibt.
[0118] Der motorische Türantrieb 2 umfasst eine Antriebsteuerung 4, um einen Antriebsmotor
der Tür anzusteuern. Der Antriebsmotor treibt die Tür an, um diese zu öffnen, zu schließen
und/oder zu halten. Die Antriebsteuerung 4 ist hier als 4-Quadrantensteuerung ausgeführt.
Die elektronische Antriebssteuerung 4 umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen
Speicher.
[0119] Der motorische Türantrieb 2 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich eine
Sensoreinheit 5 mit zwei Sensoren 6, um eine Annäherung von Personen an beide Seiten
der Tür zu erfassen. Die Sensoren 6 sind als Bewegungssensoren ausgeführt, wobei jeweils
ein Sensor 6 auf jeder Seite der Tür angebracht ist, um die Annäherung einer Person
an eine entsprechende Seite der Tür sensorisch zu erfassen. Zusätzlich können nicht
dargestellte Sicherheitssensoren vorgesehen sein, die eine Person in einem Fahrweg
der Tür detektieren.
[0120] Der motorische Türantrieb 2 umfasst weiterhin einen Programmschalter 7 zum Einstellen
eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs 2.
[0121] Der motorische Türantrieb 2 umfasst außerdem ein Motorschloss 8, um einen Riegel
und/oder eine Falle der Tür zu betätigen.
[0122] Die Fluchtwegsicherung 3 umfasst eine Fluchtwegsteuerung 9 und eine elektrisch betätigte
Türverriegelung 10. Das Motorschloss 8 und die elektrisch betätigte Türverriegelung
10 bilden Verriegelungselemente 8, 10 für die jeweilige Tür bzw. einen jeweiligen
Türflügel der Tür.
[0123] Die Fluchtwegsicherung 3 umfasst außerdem ein nicht einzeln dargestelltes Auslöseelement,
das hier als Nottaster integral mit der Fluchtwegsteuerung 9 ausgeführt ist, d.h.
der Nottaster ist an einem Gehäuse der Fluchtwegsteuerung 9 angebracht.
[0124] Die elektronische Fluchtwegsteuerung 9 umfasst bevorzugt einen Prozessor und einen
Speicher. Die Fluchtwegsteuerung 9 ist ausgeführt, die Türverriegelung 10 zu betätigen.
Die Türverriegelung 10 hält die zugeordnete Tür geschlossen und entriegelt sie nach
Freischaltung. Bei Stromausfall durch eine Unterbrechung einer elektrischen Energieversorgung
bewirkt die Türverriegelung 10 eine automatische Freigabe der jeweiligen Tür als Fluchttür.
[0125] Das Türsystem 1 umfasst eine Mehrzahl Rauchmelder 11 als Gefahrensensoren, die an
eine Gefahrmeldezentrale 12 angeschlossen sind. In diesem Ausführungsbeispiel sind
die Rauchmelder 11 mit der Gefahrmeldezentrale 12 der Fluchtwegsicherung 3 zugeordnet.
Die Rauchmelder 11 sind über eine Funkverbindung, beispielsweise mit Bluetooth Low
Energy, mit der Gefahrmeldezentrale 12 verbunden.
[0126] Das Türsystem 1 der ersten Ausführungsform umfasst zusätzlich ein Steuergerät 13.
Das Steuergerät 13 ist eine Datenverarbeitungseinrichtung und umfasst einen Prozessor
und einen Speicher, in dem ein Programm zur Ausführung in dem Steuergerät 13 abgelegt
ist.
[0127] Das Steuergerät 13 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich eine Übertragungseinheit
19, die als Sende- und/oder Empfangseinheit zur kabellosen Nahbereichskommunikation,
insbesondere Bluetooth Low Energy, ausgeführt ist. Das Steuergerät 13 ist ausgeführt,
mittels der Übertragungseinheit 19 eine Kommunikation mit einem Endgerät, insbesondere
einem mobilen Endgerät, zur Inbetriebnahme, zum Konfigurieren und/oder zur Zutrittsberechtigungskommunikation
des Türsystems 1 durchzuführen.
[0128] Der motorische Türantrieb 2, die Fluchtwegsicherung 3 und das Steuergerät 13 sind
über einen ersten Kommunikationsbus 14 miteinander verbunden. Entsprechend sind sowohl
die Antriebssteuerung 4, die Fluchtwegsteuerung 9 und das Steuergerät 13 an den ersten
Kommunikationsbus 14 angeschlossen. Außerdem sind die Sensoreinheit 5, der Programmschalter
7, das Motorschloss 8, die elektrisch betätigte Türverriegelung 10 und die Gefahrmeldezentrale
12 unmittelbar an den ersten Kommunikationsbus 14 angeschlossen. Statt der Sensoreinheit
5 als Einheit können auch alternativ die Sensoren 6 individuell an den ersten Kommunikationsbus
14 angeschlossen sein.
[0129] Im Detail sind die Sensoreinheit 5, der Programmschalter 7 und das Motorschloss 8
über den ersten Kommunikationsbus 14 in Kommunikation mit der Antriebsteuerung 4,
um Signale an die Antriebsteuerung 4 zu senden und Steuerungssignale von der Antriebsteuerung
4 zu empfangen. Entsprechend sind die Türverriegelung 10 und die Gefahrmeldezentrale
12 über den ersten Kommunikationsbus 14 in Kommunikation mit der Fluchtwegsteuerung
9. Der motorische Türantrieb 2 und die Fluchtwegsicherung 3 bilden jeweils entsprechende
funktionale Einheiten.
[0130] Der erste Kommunikationsbus 14 ist hier als kabelgebundener Bus nach dem CAN-Standard
ausgeführt. Dabei ist allen Teilnehmern, d.h. er Antriebssteuerung 4, der Fluchtwegsteuerung
9, dem Steuergerät 13, der Sensoreinheit 5, dem Programmschalter 7, dem Motorschloss
8, der elektrisch betätigten Türverriegelung 10 und der Gefahrmeldezentrale 12, jeweils
eine eineindeutige Priorisierung/Identifizierung zugeordnet, wobei beim gleichzeitigen
Senden derjenige Teilnehmer den ersten Kommunikationsbus 14 verwenden darf, der die
höchste Priorisierung aufweist.
[0131] Es können unterschiedliche Arten von Nachrichten über den ersten Kommunikationsbus
14 zwischen den Teilnehmern ausgetauscht werden, beispielsweise um eine Konfiguration
der jeweils anderen Steuerung durchzuführen, oder um verschiedene Aktivitäten miteinander
zu synchronisieren. Dabei können die Nachrichten Informationen enthalten betreffend
jeweils die Steuerung, welche die Nachricht sendet, oder Anweisungen an die Steuerung,
welche die Nachricht empfängt. So kann beispielsweise die Fluchtwegsteuerung 9 die
Antriebssteuerung 4 über ein Auslösen der Fluchtwegsteuerung 9, beispielsweise über
den Nottaster, informieren. Alternativ kann die Fluchtwegsteuerung 9 die Antriebssteuerung
4 auffordern, die Tür zu öffnen oder schließen. Entsprechendes gilt ausgehend von
der Antriebssteuerung 4 in umgekehrter Weise.
[0132] Das Türsystem 1 weist einen Funktionsspeicher für Funktionsabläufe, die von der Fluchtwegsteuerung
9 und der Antriebssteuerung 4 zumindest mittelbar im Ablauf koordiniert werden, auf.
Die Funktionsabläufe sind als Firmware in dem Türsystem 1 hinterlegt und definieren
einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs 2 und der Fluchtwegsicherung
3 mit der Türverriegelung 10. Der Funktionsspeicher ist in der Antriebssteuerung 4,
der Fluchtwegsteuerung 9 und dem Steuergerät 13 angeordnet, um Steuerungsfunktionen
darin zu realisieren und einen koordinierten Ablauf der Steuerung des Türantriebs
2 und der Fluchtwegsicherung 3 mit der Türverriegelung 10 durchzuführen. Dazu erfolgt
eine Kommunikation zwischen dem Türantrieb 2 und der Fluchtwegsicherung 3 mit einem
entsprechenden Austausch von Nachrichten.
[0133] Weiterhin ist das Steuergerät 13 mit einem zweiten Kommunikationsbus 15 verbunden,
der als Internetverbindung unter Verwendung des IP-Protokolls ausgeführt ist. Eine
Mehrzahl Server 16 ist über den zweiten Kommunikationsbus 15 mit dem Steuergerät 13
verbunden. Die Server 16 können beispielsweise als Cloud-Server ausgeführt sein. Die
Verbindung des Steuergeräts 13 mit den Servern 16 ist vorzugsweise gesichert und verschlüsselt.
Der zweite Kommunikationsbus 15 ist über ein hier nicht dargestelltes sicheres Kommunikationsgerät,
beispielsweise eine Firewall, mit dem Internet verbunden.
[0134] Das Steuergerät 13 hat Kenntnis von in dem Türsystem 1 verbauten weiteren Türkomponenten
4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 und/oder einer Funktion oder einem Türkomponententyp der
weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 und ist ausgebildet, Änderungen der
verbauten weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 und/oder der Funktion oder
dem Türkomponententyp der weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 festzustellen.
Bei einer festgestellten Änderung geht das Türsystem 1 in einen festgelegten Zustand
über und generiert einen Alarm. In dem festgelegten Zustand ist das Türsystem 1 beispielsweise
deaktiviert oder in seiner Funktion eingeschränkt. Das Steuergerät 13 identifiziert
alle weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, indem sich alle weiteren Türkomponenten
4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 bei dem Steuergerät 13 mit ihrer Funktionalität oder ihrem
Türkomponententyp anmelden.
[0135] Das Türsystem 1 bildet zusammen mit den Recheneinheiten 16 ein Zugangssystem 20.
Das Zugangssystem 20 ist zur verschlüsselten Kommunikation über den ersten Kommunikationsbus
14 ausgeführt, so dass alle Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13 verschlüsselt
über den ersten Kommunikationsbus 14 kommunizieren. Auch über den zweiten Kommunikationsbus
15 erfolgt eine verschlüsselte Kommunikation zwischen dem Steuergerät 13 und den Recheneinheiten
16.
[0136] Das Türsystem 1 umfasst ein Lesegerät 17 zur Erfassung eines Zutrittsattributs, im
Weiteren auch als Credential bezeichnet. Das Lesegerät 17 ist als Lesegerät 17 für
das elektronische Zutrittsattribut, das beispielsweise auf einer Berechtigungskarte
oder in einem Berechtigungschip mit einem Speicherelement gespeichert ist, und/oder
als Lesegerät 17 zur Erfassung von biometrischen Daten einer Zugangsperson, insbesondere
als Lesegerät 17 für einen Fingerabdruck oder zur Iriserfassung, ausgeführt. Das Lesegerät
17 ist über eine Verbindungsschnittstelle 18, die hier als Schnittstelle nach dem
RS485-Standard ausgeführt ist, unmittelbar mit dem Steuergerät 13 verbunden.
[0137] Das Türsystem 1 umfasst außerdem eine Authentifizierungsvorrichtung zur Prüfung von
Zutrittsattributen beispielsweise für den Zutritt zu einem Bereich hinter der Tür
oder zur Einstellung eines Betriebsmodus des motorischen Türantriebs 2. Die Authentifizierungsvorrichtung
wird hier durch das Steuergerät 13 gebildet. Die Authentifizierungsvorrichtung vergleicht
mit dem Lesegerät 17 gelesene Credentials bzw. biometrische Daten mit gespeicherten
Credentials bzw. biometrischen Daten und ermittelt so, ob eine Berechtigung vorliegt.
Basierend auf einer Art des Lesens des Zutrittsattributs, beispielsweise einmaliges
Lesen des Zutrittsattributs mit dem Lesegerät 17 gegenüber zweimaligem Lesen der Zutrittsattributs
erzeugt werden, kann das Türsystem 1 unterschiedlich handeln.
[0138] Die weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 melden dem Steuergerät 13 zusätzlich
ihren Betriebszustand, so dass dieser dem Steuergerät 13 vorliegt. Das Steuergerät
13 ist ausgebildet, den Betriebszustand des Türsystems 1 mit den Türkomponenten 4,
5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13 über den zweiten Kommunikationsbus 15 an die Recheneinheit
16 zu melden. Der Betriebszustand umfasst eine Information über eine korrekte Funktion
der entsprechenden Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13.
[0139] Das Türsystem 1 weist zwei Betriebsmodi auf, nämlich einen Automatikbetrieb und einen
Handbetrieb. Im Automatikbetrieb wird bei einer mit der Sensoreinheit 5 sensorisch
erfassten Annäherung einer Person an einer Seite der Tür und/oder an beiden Seiten
der Tür die Tür von dem Türantrieb 2 motorisch geöffnet. Im Handbetrieb unterbleibt
ein solches Öffnen der Tür durch den Türantrieb 2.
[0140] In dem Türsystem 1 übernimmt das Steuergerät 13 zentrale Steuerungsaufgaben und führt
eine übergeordnete Steuerung des Türsystems 1 durch. Zusätzlich steuert die Antriebssteuerung
4 einen elektrischen Antriebsmotor zum Öffnen, Schließen und oder Halten einer Tür
an. Ebenfalls zusätzlich steuert die Fluchtwegsteuerung 9 die Türverriegelung 10 an,
die Tür zu verriegeln oder zu entriegeln. Dabei erfolgt eine separate Kommunikation
zwischen den betreffenden Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13 zur Durchführung
der Steuerungsaufgaben durch die Antriebssteuerung 4 und/oder die Fluchtwegsteuerung
9.
[0141] Die Fluchtwegsteuerung 9 ist ausgeführt, nach der Betätigung des Auslöseelements
die Türverriegelung 10 anzusteuern, um die Türverriegelung 10 zu entriegeln. Dabei
ist das Steuergerät 13 an der Ansteuerung der Türverriegelung 10 nach der Betätigung
des Auslöseelements unbeteiligt. Die Fluchtwegsicherung 3 bildet somit ein Teilsystem
des Türsystems 1 und realisiert eine Funktion zur Fluchtwegsteuerung. Die Kommunikation
zwischen Fluchtwegsteuerung 9 und der Türverriegelung 10 erfolgt wie oben beschrieben
über den ersten Kommunikationsbus 14, wobei Fluchtwegsteuerung 9 und die Türverriegelung
10 ausgeführt sind, über den ersten Kommunikationsbus 14 CAN Open Safety Nachrichten
zu versenden bzw. zu empfangen.
[0142] Das Steuergerät 13 kommuniziert über den zweiten Kommunikationsbus 15 mit den Recheneinheiten
16. Das Steuergerät 13 empfängt über den zweiten Kommunikationsbus 15 eine elektronische
Konfiguration des Türsystems 1. Die elektronische Konfiguration ist eine Initialkonfiguration
zur Inbetriebnahme des Türsystems 1 oder ein Update der Initialkonfiguration und umfasst
folgende elektronische Daten:
- Türkomponententypen 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13 des Türsystems 1,
- Sender und/oder Empfänger von Nachrichten über den ersten Kommunikationsbus 14 im
Türsystem 1,
- Parameter zum Betrieb des Türsystems 1,
- einen Testablauf für das Türsystem 1, bei dem zur Inbetriebnahme zumindest einer Funktion
oder ein Funktionsablauf des Türsystems 1 getestet wird, und/oder
- zumindest ein Zutrittsattribut, aufgrund derer das Steuergerät 13 eine Zutrittsentscheidung
trifft.
[0143] Die elektronische Konfiguration des Türsystems 1 wird also über den zweiten Kommunikationsbus
15 als Fernkonfiguration durchgeführt, wobei beispielsweise eine Benutzerschnittstelle
des Steuergeräts 13 über die Recheneinheit 16 mittels Software, beispielsweise als
graphische Benutzerschnittstelle (GUI), bereitgestellt wird. Die Daten der elektronischen
Konfiguration werden mit Nachrichten zwischen dem Steuergerät 13 und der Recheneinheit
16 übertragen. Daten oder eine aktuelle Konfiguration des Steuergeräts 13 werden,
soweit vorhanden, von dem Steuergerät 13 an die Recheneinheit 16 übertragen. Eine
(veränderte) Konfiguration wird von der Recheneinheit 16 im Anschluss an das Steuergerät
13 übertragen. Zusätzlich kann das Steuergerät 13 einzelne Parameter über den ersten
Kommunikationsbus 14 an die weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 zur Anwendung
in den entsprechenden weiteren Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 übertragen.
[0144] Das Türsystem 1 ist ausgebildet, ein Update seiner Konfiguration beispielsweise von
der Recheneinheit 16 zu empfangen. Das Update der Konfiguration umfasst in diesem
Ausführungsbeispiel keine Konfigurierung der Fluchtwegsicherung 3, insbesondere eine
Zuordnung einer Türverrieglung 10 zu einem Auslöseelement, die Zulassung einer Zeitverzögerung
bis zur Entriegelung nach der Betätigung des Auslöseelements, die Länge der Zeitverzögerung,
eine Zulassung einer Deaktivierung des Auslöseelements. Die Konfigurierung der Fluchtwegsicherung
3 ist nur vor Ort zugelassen. Die Konfigurierung der Fluchtwegsicherung 3 erfolgt
insbesondere über eine kabellose Nahbereichskommunikation mit dem mobilen Endgerät.
Das Update der Konfiguration des Türsystems 1 kann also auch über die Übertragungseinheit
19 vor Ort durch das Endgerät, das zuvor mit dem Steuergerät 13 verbunden wird, erfolgen.
[0145] In dem Türsystem 1 kann weiter eingestellt werden, dass die Entriegelungszeit und/oder
eine Überwachungszeit, bevor das Türsystem 1 bei geöffneter Tür einen Alarm ausgibt,
individuell für verschiedene berechtigte Benutzer oder für verschiedene berechtigte
Benutzergruppen oder für verschiedene Zutrittsattribute/ oder Zutrittsattributsgruppen
in dem Steuergerät 13 hinterlegt ist und/oder von dem Steuergerät 13 empfangbar ist.
[0146] Außerdem ist das Steuergerät 13 der ersten Ausführungsform ausgebildet, eine Zutrittsentscheidung
zu treffen. Die Entriegelungszeit, die die Verriegelungsvorrichtung 8, 10 bei einer
positiven Zutrittsentscheidung zu entriegeln ist, ist in dem Steuergerät 13 hinterlegt
und/oder von dem Steuergerät 13 empfangbar. Die Zutrittsentscheidung wird vorzugsweise
basierend auf einer von dem Lesegerät 17 empfangenen Zutrittsattributs im Rahmen einer
Authentifizierung getroffen. Die Verriegelungsvorrichtung 8, 10 kann beispielsweise
durch die elektrisch betätigbare Türverriegelung 10 oder das Motorschloss 8 realisiert
sein. Die Entriegelungszeit ist eine Zeit, welche die Verriegelungsvorrichtung 10
die Tür entriegelt. Die Entriegelungszeit ist eine Zeit, welche die Verriegelungsvorrichtung
8 die Tür entriegelt oder/und eine mechanische Wiederverrieglung verhindert.
[0147] Es kann vorgesehen sein, dass die Entriegelungszeit und/oder die Überwachungszeit
für denselben Benutzer abhängig von einer Art der Überprüfung des Zutrittsattributs
eingestellt wird. So kann einem Benutzer beispielsweise unterschiedliche Zutrittsmittel
wie ein mobiles Endgerät mit einem gespeicherten Zutrittsattribut, eine Berechtigungskarte,
oder ein Berechtigungschip zugeordnet sein, wobei den Zutrittsmitteln unterschiedliche
Entriegelungszeiten und/oder Überwachungszeiten zugeordnet sind.
[0148] In einer abgewandelten Ausführungsform, die in Figur 3 genauer erläutert wird, umfasst
das Türsystem 1 eine Fluchtwegsicherung 3 mit einer Fluchtwegsteuerung 9, einem Auslöseelement,
insbesondere einen Nottaster, und mehrere Türverriegelungen 10. In der abgewandelten
Ausführungsform werden aufgrund der Betätigung eines Auslöseelements von der Fluchtwegsteuerung
9 mehrere Türverriegelungen 10, die mehreren Türen zugeordnet sind, gemeinsam zur
Entriegelung angesteuert. Das Türsystem 1 ist also zum Betrieb für eine Mehrzahl Türen
mit nur einer Fluchtwegsicherung 3 und einer Fluchtwegsteuerung 9 ausgeführt. Vorzugsweise
umfasst die Fluchtwegsicherung 3 mehrere Auslöseelemente, die verteilt angeordnet
sein können, beispielsweise ein Auslöseelement an jeder Tür des Türsystems 1.
[0149] Bei einer nicht dargestellten Ausgestaltung des Türsystems 1 mit wenigstens einer
ersten und einer zweiten Verriegelungsvorrichtung 8, 10, wobei die erste Verriegelungsvorrichtung
8,10 vorgesehen ist, an einer ersten Tür angeordnet zu werden, und die zweite Verriegelungsvorrichtung
8,10 vorgesehen ist, an einer zweiten Tür angeordnet zu werden, ist in dem Türsystem
1 eine Bedingung hinterlegt, die den zeitlichen Ablauf der Entriegelung der zweiten
Verriegelungsvorrictung 8, 10 nach der Entriegelung der ersten Verriegelungsvorrichtung
8,10 bestimmt. Das so ausgebildete Türsystem 1 ist weiter ausgebildet, nach einer
Betätigung eines Auslöseelements oder nach einer Authentifizierung, insbesondere abhängig
von einem Zutrittsattribut, die Bedingung außer Kraft zu setzen. In einem normalen
Betrieb werden die beiden Türen gemäß der hinterlegten Bedingung entriegelt, beispielsweise
zur Bildung einer Türschleuse. Im Fluchtfall wird die Bedingung außer Kraft gesetzt,
so dass bei einem Rettungseinsatz die Türen von einem Rettungsdienst schnell passiert
werden können.
[0150] Bei der Ausgestaltung des Türsystems 1 mit Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12,
13, die unterschiedlichen Türen zuzuordnen sind, wie der oben genannten ersten und
zweiten Verriegelungsvorrichtung 8, 10, kann das Steuergerät 13 die weiteren Türkomponenten
4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 über den zweiten Kommunikationsbus 15 mit der Recheneinheit
16 verbinden.
[0151] In einer der Recheneinheiten 16 ist ein Abbild des Türsystems 1 gespeichert. Die
mit dem ersten Kommunikationsbus 14 verbundenen Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
12, 13 umfassen jeweils eine Kennzeichnung, die als Teil des Abbildes des Türsystems
1 in der Recheneinheit 16 gespeichert sind. Optional werden auch vergangene und aktuelle
Betriebszustände des Türsystems 1 in der Recheneinheit 16 gespeichert.
[0152] Das Abbild des Türsystems 1 wird bei oder nach der Installation des Türsystems 1
mit Daten der installierten Türkomponenten 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13 gefüllt. Das
Abbild kann von der Recheneinheit 16 an das Steuergerät 13 zur Konfiguration übertragen
werden.
[0153] Bevorzugt umfasst jedes Türsystem 1 genau ein Steuergerät 13, das eine datentechnische
Verbindung zu dem Server 16 herstellt.
[0154] Figur 2 zeigt ein Zugangssystem 20 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Das Zugangssystem
20 der zweiten Ausführungsform umfasst zwei Türsysteme 1. Die beiden Türsysteme 1
der zweiten Ausführungsform bilden in dieser Ausführungsform zusammen eine Schleuse
mit mehreren Türen, die entsprechend logisch und funktional miteinander verknüpft
sind. Somit kann eine Schleuse durch Türkomponenten eines Türsystems oder durch Komponenten
mehrere Türsysteme gebildet werden.
[0155] Die Türsysteme 1 des Zugangssystems 20 der zweiten Ausführungsform sind in Figur
2 gegenüber dem Türsystem 1 der ersten Ausführungsform ohne Fluchtwegsicherungen 3
dargestellt. In einer alternativen Ausführungsform sind die Türsysteme 1 des Zugangssystem
20 der zweiten Ausführungsform identisch zu den Türsystemen 1 der ersten Ausführungsform
ausgeführt.
[0156] Wie oben in Bezug auf die Türsysteme 1 der ersten Ausführungsform ausgeführt, umfasst
jedes der Türsysteme 1 eine Authentifizierungsvorrichtung, die von dem Lesegerät 17
zusammen mit dem Steuergerät 13 gebildet wird. Die Authentifizierungsvorrichtung ist
ausgebildet, ein Zutrittsattribut zur Authentifizierung von dem Lesegerät 17 zu empfangen
und aufgrund des Zutrittsattributs oder der Art der Verwendung des Zutrittsattributs
- automatisch eine Türverriegelung 10 und/oder eine Verriegelung eines Motorschlosses
8 in einem oder in mehreren Türsystemen 1 durchzuführen,
- automatisch eine Türverriegelung 10 und/oder ein Motorschloss 8 in einem oder in mehreren
Türsystemen 1 zu entriegeln,
- zu entscheiden, ob ein Verriegelungselement 8, 10 zur Öffnung eines Türflügels oder
Verriegelungselemente 8, 10 zur Öffnung mehrerer Türflügel angesteuert wird, oder
- ein zeitlicher Ablauf zur Entriegelung eines Verriegelungselements 8, 10 eines zweiten
nach der Ansteuerung eines Motors eines ersten Türantriebs 2 gemäß einer in dem Türsystem
1 hinterlegten Bedingung durchgeführt oder außer Kraft gesetzt wird.
[0157] Vorliegend ist es unerheblich, welches der Türsysteme 1 die Authentifizierung durchführt.
Über die Recheneinheit 16 werden alle Türsysteme 1 des Zugangssystem 20 entsprechend
angesteuert.
[0158] Darüber hinaus entspricht das Zugangssystem 20 der zweiten Ausführungsform dem Zugangssystem
20 der ersten Ausführungsform.
[0159] In Figur 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Türsystems
1 dargestellt. Das Türsystem 1 der Figur 3 ist zur Anordnung an mehrere Türen vorgesehen.
Daher umfasst das Türsystem 1 eine erste Fluchtwegsicherung 9, die zur Anordnung an
einer ersten Tür bestimmt ist, und eine zweite Fluchtwegsicherung 29, die zu einer
Anordnung an einer zweiten Tür bestimmt ist. Ferner umfasst das Türsystem 1 eine erste
Türverriegelung 10, die zur Anordnung an die erste Tür bestimmt ist, und eine zweite
Türverriegelung 30, die zur Anordnung an eine zweite Tür bestimmt ist. Die Fluchtwegsicherungen
9, 29 und die Türverriegelungen 10, 30 sind mit dem ersten Kommunikationsbus 14, einem
CAN-Bus, verbunden. Optional und nicht dargestellt können zudem Motorschlösser und/oder
Türantriebe zur Anordnung an der ersten Tür und/oder an der zweiten Tür vorgesehen
und mit dem ersten Kommunikationsbus verbunden sein.
[0160] Das Türsystem 1 umfasst ein erstes Lesegerät 17, das zur Anordnung an der ersten
Tür vorgesehen ist, und ein zweites Lesegerät 27, das zur Anordnung an der zweiten
Tür vorgesehen ist. Die Lesegeräte 17, 27 sind mit einem weiteren ersten Kommunikationsbus
24, einem RS485 Bus, mit dem Steuergerät 30 verbunden. Die Lesegeräte 17, 27 umfassen
Sende- und Empfangseinheiten als Erfassungseinheiten, mit denen kabellos über Nahbereichskommunikation,
z. B. Bluetooth Low Energy, NFC oder RFID, ein Zutrittsattribut empfangbar ist.
[0161] In dem Steuergerät 30 ist elektronisch eine Zuordnung der Lesegeräte 17, 27 zu den
Fluchtwegsteuerungen 9, 29 und/oder zu den Türverriegelungen 10, 30 hinterlegt. Die
Zuordnung erfolgt mittelbar, indem die Türkomponenten 9, 10, 17, 27, 29, 30 jeweils
einer Position im Türsystem zugeordnet sind. In dem Ausführungsbeispiel der Figur
3 entsprechen die Positionen den Angaben "an der ersten Tür" und "an der zweiten Tür".
Das Steuergerät 30 kennt zudem den Türkomponententyp der Türkomponenten 9, 10, 17,
27, 29, 30, in diesem Fall "Fluchttürsteuerung", Türverriegelung" und "Lesegerät".
Dadurch, dass das Steuergerät 30 die Türkomponententypen und die Positionen der Türkomponenten
9, 10, 17, 27, 29, 30 kennt, kennt das Steuergerät 30 die Funktion der jeweiligen
Türkomponenten, nämlich "Fluchttürsteuerung an der ersten Tür", "Fluchttürsteuerung
an der zweiten Tür", "Türverriegelung an der ersten Tür" etc.. Das Steuergerät 13
hat den Funktionen jeweils eine Busadresse eines der ersten Kommunikationsbusse 14,
24 zugeordnet.
[0162] Hierdurch kann das Steuergerät 30 selektiv anhand der Funktionen das Türsystem 1
in Funktionsabläufen steuern. Beispielsweise wird ein Zutrittsattribut an dem Lesegerät
17 empfangen. Das Steuergerät 30 wertet das Zutrittsattribut aus. Ist die Authentifizierung
erfolgreich, so steuert das Steuergerät 30 nur die Türverriegelung 10 der ersten Tür
zur Entriegelung an, eine Ansteuerung der Türverriegelung 30 der zweiten Tür unterbleibt.
Alternativ steuert das Steuergerät 30 nur die erste Fluchtwegsteuerung 9 an, damit
die Fluchtwegsteuerung 9 daraufhin die Türverriegelung 10 entriegelt. Eine Ansteuerung
der Fluchtwegsteuerung 29 unterbleibt.
[0163] Bevorzugt ist in den Fluchtwegsteuerungen 9, 29 und/oder in den Türverriegelungen
10, 30 eine Zuordnung zueinander elektronisch hinterlegt. Hierdurch ist gewährleistet,
dass bei einer Betätigung eines Nottasters 190, 290 nur die zugeordnete Türverriegelung
10, 30 entriegelt wird. Die Entriegelung erfolgt ohne Einbeziehung des Steuergeräts
30.
[0164] Während der Inbetriebnahme erhält jede mit dem ersten Kommunikationsbus 14 verbundene
Türkomponente 9, 10, 29, 30 erhält von dem Steuergerät 13 eine eigene Busadresse.
Jede mit dem ersten Kommunikationsbus 13 verbundenen Türkomponenten 9, 10, 29, 30
des Türsystems 1 sendet dem Steuergerät 13 den Türkomponententyp der jeweiligen Türkomponente
9, 10, 29, 30. Ist jeder Türkomponententyp nur einmal in dem Türsystem 1 vorhanden,
wie in dem Ausführungsbeispiel der Figur 1, so ordnet das Steuergerät 13 jedem Türkomponententyp
und damit jeder Türkomponente die Busadresse zu. Somit kennt das Steuergerät 13 die
Busadresse, wenn das Steuergerät 13 an eine spezifische Türkomponente eine Nachricht
oder einen Befehl zu senden hat.
[0165] Im Ausführungsbeispiel der Figur 3 sind mehrere Türkomponenten desselben Türkomponententyps
vorhanden. Die mehrfach vorhandenen Türkomponenten 9, 10, 29, 30, die mit dem ersten
Kommunikationsbus 14 verbunden sind, sind einer Position zuzuordnen. Hierzu werden
Kennzeichnungen der Türkomponenten 9, 10, 29, 30, z. B. die Busadresse, oder ein Erkennungszeichen,
das der Kennzeichnung zugeordnet ist, z. B. "Türverriegelung 1" oder "Türverriegelung
2" einem Installateur während eines Inbetriebnahmeverfahrens auf dem mobilen Endgerät
50 angezeigt, nachdem diese Angaben von dem Steuergerät 13 an das mobile Endgerät
50 gesendet wurden. Zudem werden dem Installateur auf dem mobilen Endgerät 50 die
möglichen Positionen der Türkomponenten "an der ersten Tür" und "an der zweiten Tür"
gleichzeitig oder nacheinander oder teilweise angezeigt.
[0166] Der Installateur kann nun eine Kennzeichnung oder ein Erkennungszeichen auswählen,
z. B. die Kennzeichnung der Fluchtwegsteuerung 9. Darauf empfängt das Steuergerät
13 von dem mobilen Endgerät 50 den Befehl, dass die ausgewählte Fluchtwegsteuerung
9 ein visuelles und/oder akustisches Zeichen abzugeben hat. Das Steuergerät 13 informiert
die Fluchtwegsteuerung 9 über den Befehl. Daraufhin gibt die Fluchtwegsteuerung ein
visuelles und/oder akustisches Zeichen ab. Hierzu kann die Fluchtwegsteuerung 9 z.
B. um den Nottaster 90 angeordnete LEDs nutzen, die die Fluchtwegsteuerung 9 auch
im Betrieb verwendet, beispielsweise um die Betätigung des Nottasters 90 anzuzeigen.
[0167] Der Installateur sieht nun, an welcher Position die ausgewählte Türkomponente 9,
10, 29, 30, in diesem Beispiel die ausgewählte Fluchtwegsteuerung 9, angeordnet ist,
in diesem Fall an der ersten Tür. Auf dem mobilen Endgerät 50 kann der Installateur
die korrekte Position, in diesem Fall "an der ersten Tür" eingeben. Das mobile Endgerät
50 übermittelt dem Steuergerät 13 die korrekte Position "an der ersten Tür" und die
Kennzeichnung der ausgewählten Fluchtwegsteuerung 9.
[0168] Das Steuergerät 13 ordnet jeder Türkomponente, deren Position so dem Steuergerät
13 bekannt geworden ist, die Busadresse zu. Somit kennt das Steuergerät 13 die Busadresse,
wenn das Steuergerät 13 an eine spezifische Türkomponente eine Nachricht oder einen
Befehl zu senden hat, z. B. an die Fluchtwegsteuerung 9 der ersten Tür, nicht jedoch
an die Fluchtwegsteuerung der zweiten Tür.
[0169] Auch die Lesegeräte 17, 27 können durch die Abgabe eines visuellen oder akustischen
Zeichens einer Kennzeichnung oder einem Erkennungszeichen von dem Installateur analog
zugeordnet werden.
[0170] Für die sicherheitsrelevanten Türkomponenten der Fluchtwegsicherungen 9, 10, 29,
30, nämlich die Fluchtwegsteuerungen 9, 29 und die Türverriegelungen 10, 30, genügt
die Zuordnung nicht. Die Türkomponenten der Fluchtwegsicherungen 9, 10, 29, 30 werden
einander unmittelbar zugeordnet. Hierzu sendet das Steuergerät 13 die Zuordnungen
zur elektronischen Hinterlegung an die Türkomponenten der Fluchtwegsicherungen 9,
10, 29, 30. Die Türkomponenten der Fluchtwegsicherungen 9, 10, 29, 30 müssen auf dem
mobilen Endgerät 50 ausgewählt werden und die Zuordnung muss durch visuelle und/oder
akustische Zeichen sichtbar sein. Zudem muss die Zuordnung durch den Installateur
und/oder durch einen Test überprüft werden.
[0171] Es kann sein, dass bei der Inbetriebnahme ein insbesondere sicherheitsrelevanter
Parameter der Fluchtwegsicherung übergeben oder geändert werden soll. Beispielsweise
sind als Parameter voreingestellt, dass die Türverriegelungen 10 bzw. 30 erst nach
einer Zeitverzögerung nach der Betätigung des Nottasters 90 bzw. 290 entriegelt werden.
Der voreingestellte Parameter für die Zeitverzögerung wird durch die elektronische
Konfiguration des Servers 16 entweder über den zweiten Kommunikationsbus 15 oder über
das mobile Endgerät 50 dem Steuergerät 13 zur Verfügung gestellt. Das Steuergerät
13 sendet den Parameter an die Fluchtwegsteuerungen 9, 29.
[0172] Soll nun die Zeitverzögerung an der ersten Tür geändert werden, z. B. entfallen,
so wird z. B. an dem mobilen Endgerät 50 der Parameter für die erste Fluchtwegsteuerung
9 geändert und dem Steuergerät 13 übermittelt. Alternativ kann das folgende Verfahren
ebenfalls ablaufen, wenn die voreingestellten Parameter an die Fluchtwegsteuerung
übergeben werden.
[0173] Das Steuergerät 13 sendet den geänderten oder voreingestellten Parameter insbesondere
selektiv an die erste Fluchtwegsteuerung 9. Die Fluchtwegsteuerung 9 bestätigt den
Erhalt des geänderten Parameters durch ein visuelles und/oder akustisches Zeichen.
Es kann vorgesehen sein, dass der Installateur das visuelle und/oder akustische Zeichen
auf dem mobilen Endgerät 50 zuvor einfordern muss. Der Installateur muss durch eine
Betätigung des Nottasters 90 bestätigen, dass die Fluchtwegsteuerung 9 das visuelle
und/oder akustische Zeichen abgegeben hat, damit die Fluchtwegsteuerung 9 den Parameter
verwendet. Somit ist eine Änderung der sicherheitsrelevanten Fluchtwegparameter nur
vor Ort möglich. Alternativ befiehlt das Steuergerät 13 der Fluchtwegsteuerung 9 vor
dem Senden des geänderten Parameters, ein visuelles und/oder akustisches Zeichen abzugeben.
Der Installateur bestätigt durch eine Betätigung des Nottasters 90, des Schlüsseltasters
190 und/oder auf dem mobilen Endgerät 50, dass die korrekte Fluchtwegsteuerung 9 ausgewählt
worden ist. Daraufhin sendet das Steuergerät 13 den geänderten Parameter an die Fluchtwegsteuerung
9.
[0174] Ferner muss anschließend die Fluchtwegfreigabe mittels der Fluchtwegsteuerung 9,
in der der geänderte Parameter elektronisch hinterlegt ist, überprüft werden. Hierzu
betätigt der Installateur den Nottaster 90 und überprüft, ob die Türverriegelung 10
sofort ohne Zeitverzögerung entriegelt. Es kann sein, dass der Installateur auf dem
mobilen Endgerät 50 zur Überprüfung aufgefordert wird. Es kann sein, dass der Installateur
die Überprüfung protokollieren muss. Bevorzugt findet die Protokollierung elektronisch
auf dem mobilen Endgerät 50 statt.
[0175] In einer abweichenden Variante des Türsystems 1 der Figur 3 verursacht die Betätigung
des Nottasters 90 der ersten Fluchtwegsteuerung 9, dass sowohl die erste Türverriegelung
10 als auch die zweite Türverriegelung 30 entriegelt wird. Somit sind der ersten Fluchtwegsteuerung
9 die erste als auch die zweite Türverriegelung 10, 30 zugeordnet. Um die Türen mittels
der Türverriegelungen 10, 30 nach der Betätigung des Nottasters 90 wiederzuverriegeln,
kann es notwendig sein, an der jeweiligen Tür einzeln den Alarmzustand aufzuheben.
Dieses ist insbesondere notwendig, wenn die Türen nach der Betätigung des Nottasters
90 geöffnet wurden.
[0176] Um die erste Türverriegelung 10 an der ersten Tür wiederzuverriegeln, ist es notwendig,
den Schlüsseltaster 190 zu betätigen und den an der ersten Tür angeordneten Nottaster
90 zu betätigen. Die beiden Betätigungen müssen in einer vorgegebenen Zeit- und/oder
Reihenfolge erfolgen. Alternativ kann eine Berechtigung, insbesondere ein Zutrittsattribut
von dem Lesegerät 17 emfangen werden und der an der ersten Tür angeordneten Nottaster
90 betätigt werden. Der Empfang der Berechtigung und die Betätigung des Nottasters
90 müssen in einer vorgegebenen Zeit- und/oder Reihenfolge stattfinden.
[0177] Um die zweite Türverriegelung 10 an der zweiten Tür nach der Betätigung des Nottasters
90 der ersten Tür wiederzuverriegeln, ist es notwendig, den Schlüsseltaster 390 zu
betätigen und den an der zweiten Tür angeordneten Nottaster 290 zu betätigen. Die
beiden Betätigungen müssen in einer vorgegebenen Zeit- und/oder Reihenfolge erfolgen.
Alternativ kann eine Berechtigung, insbesondere ein Zutrittsattribut von dem Lesegerät
27 emfangen werden und der an der zweiten Tür angeordneten Nottaster 290 betätigt
werden.
[0178] Der Empfang der Berechtigung und die Betätigung des Nottasters 290 müssen in einer
vorgegebenen Zeit- und/oder Reihenfolge stattfinden.
[0179] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale
der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden,
ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0180]
- 1
- Türsystem
- 2
- Türantrieb
- 3
- Fluchtwegsicherung
- 4
- Antriebssteuerung, Türkomponente
- 5
- Sensoreinheit, Türkomponente
- 6
- Sensor, Türkomponente
- 7
- Programmschalter, Türkomponente
- 8
- Motorschloss, Türkomponente, Verriegelungselement
- 9
- Fluchtwegsteuerung, Türkomponente, erste Fluchtwegsteuerung
- 10
- Türverriegelung, Türkomponente, Verriegelungselement
- 11
- Rauchmelder
- 12
- Gefahrmeldezentrale, Türkomponente
- 13
- Steuergerät, Türkomponente
- 14
- erster Kommunikationsbus
- 15
- zweiter Kommunikationsbus
- 16
- Server
- 17
- Lesegerät, erstes Lesegerät
- 18
- Verbindungsschnittstelle
- 19
- Übertragungseinheit
- 20
- Zugangssystem
- 24
- weiterer erster Kommunikationsbus
- 27
- zweites Lesegerät24
- 29
- zweite Fluchtwegsteuerung
- 30
- zweite Türverriegelung
- 50
- mobiles Endgerät
1. Türsystem (1) für eine oder mehrere Türen,
wobei das Türsystem (1) mehrere Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) umfasst,
wobei eine der Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) als ein Steuergerät (13)
ausgebildet ist, und
wobei das Steuergerät (13) und wenigstens eine weitere Türkomponente (4, 5, 6, 7,
8, 9, 10, 12) über einen ersten Kommunikationsbus (14) miteinander verbunden sind.
2. Türsystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Steuergerät (13) mit einem zweiten, insbesondere IP-fähigen, Kommunikationsbus
(15) verbindbar ist, wobei das Steuergerät (13) ausgebildet ist, über den zweiten
Kommunikationsbus (15) mit einer Recheneinheit zu kommunizieren, wobei das Steuergerät
(13) über den zweiten Kommunikationsbus (15) eine elektronische Konfiguration des
Türsystems (1) empfängt, wobei die elektronische Konfiguration eine Initialkonfiguration
zur Inbetriebnahme des Türsystems (1) oder ein Update der Initialkonfiguration ist,
wobei die elektronische Konfiguration zumindest eine, bevorzugt mehrere, besonders
bevorzugt alle, der folgenden elektronischen Daten umfasst:
• Türkomponententypen des Türsystems (1),
• Sender und/oder Empfänger von Nachrichten im Türsystem (1) über den ersten Kommunikationsbus
(14),
• Parameter zum Betrieb des Türsystems (1),
• einen Testablauf für das Türsystem (1), bei dem zur Inbetriebnahme zumindest einer
Funktion oder ein Funktionsablauf des Türsystems (1) getestet wird,
• zumindest ein Zutrittsattribut, aufgrund dessen das Steuergerät (13) eine Zutrittsentscheidung
trifft.
3. Türsystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (13) eine Übertragungseinheit (19), insbesondere eine Sende- und/oder
Empfangseinheit zur kabellosen Nahbereichskommunikation, insbesondere Bluetooth Low
Energy, umfasst, wobei mittels der Übertragungseinheit (19) eine Kommunikation mit
einem Endgerät, insbesondere einem mobilen Endgerät, zur Inbetriebnahme, zum Konfigurieren
und/oder zur Zutrittsberechtigungskommunikation durchführbar ist.
4. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Steuergerät (13) ausgebildet ist eine Zutrittsentscheidung zu treffen, wobei das
Türsystem (1) zumindest eine elektrische Verriegelungsvorrichtung (8, 10) umfasst,
wobei die Entriegelungszeit, die die Verriegelungsvorrichtung (8, 10) bei einer positiven
Zutrittsentscheidung zu entriegeln ist, in dem Steuergerät (13) hinterlegt ist und/oder
von dem Steuergerät (13) empfangbar ist.
5. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Entriegelungszeit und/oder eine Überwachungszeit, bevor das Türsystem (1) bei
geöffneter Tür einen Alarm ausgibt, individuell für verschiedene berechtigte Benutzer
oder für verschiedene berechtigte Benutzergruppen oder für verschiedene Zutrittsattribute/
oder Zutrittsattributsgruppen in dem Steuergerät (13) hinterlegt ist und/oder von
dem Steuergerät (13) empfangbar ist.
6. Türsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) zumindest eine, bevorzugt mehrere, besonders bevorzugt alle, der
folgenden weiteren Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12) umfasst, die mit dem
ersten Kommunikationsbus (14) verbunden sind:
• eine Fluchtwegsteuerung (9), insbesondere einer Fluchtwegsicherung (3),
• eine Türverriegelung (10), insbesondere einer Fluchtwegsicherung (3),
• eine Authentifizierungsvorrichtung, insbesondere Schlüsseltaster, insbesondere einer
Fluchtwegsicherung (3),
• ein Motorschloss (8), insbesondere ein Panikmotorschloss,
• ein Gefahrensensor, insbesondere ein Rauchmelder (11),
• eine Gefahrenmeldezentrale (12), an die Gefahrensensoren, insbesondere Rauchmelder
(11), kabellos oder kabelgebunden angeschlossen sind,
• eine Antriebssteuerung (4), insbesondere eines Türantriebs (2),
• einen Programmschalter (7), insbesondere eines Türantriebs (2), und
• zumindest einen Sensor (6), insbesondere einen Sicherheitssensor und/oder einen
Bewegungssensor, insbesondere des Türantriebs (2).
7. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kommunikation innerhalb des ersten Kommunikationsbusses (14) und/oder des zweiten
Kommunikationsbusses (15) verschlüsselt ist, wobei insbesondere mehrere Türkomponenten
(4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) des Türsystems (1) miteinander verschlüsselt kommunizieren.
8. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1), insbesondere das Steuergerät (13), Kenntnis von in dem Türsystem
(1) verbauten Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) und/oder einer Funktion
der Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) hat und ausgebildet ist, Änderungen
der verbauten Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) und/oder der Funktion
der Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) festzustellen, wobei bei einer festgestellten
Änderung das Türsystem (1) in einen festgelegten Zustand übergeht, insbesondere einen
Alarm generiert.
9. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Türsystem (1) mehrere Türkomponenten (17) mit Erfassungseinheiten zum Empfang
eines Zutrittsattributs und mehrere Verriegelungsvorrichtungen (8, 10) umfasst, wobei
in dem Türsystem (1), insbesondere in dem Steuergerät (13), elektronisch eine Zuordnung
der Türkomponenten (17) mit den Erfassungseinheiten zu den Verriegelungsvorrichtungen
(8, 10) hinterlegt ist, wobei insbesondere das Türsystem (1), insbesondere das Steuergerät
(13), ausgebildet ist, bei einer Inbetriebnahme vor Ort Busadressen der Türkomponenten
(17) mit den Erfassungseinheiten mit einer Funktion der Türkomponente (17) in dem
Türsystem (1) zu verknüpfen und Verriegelungsvorrichtungen (8, 10) mit einer Funktion
der Verriegelungsvorrichtungen (8, 10) in dem Türsystem (1) zu verknüpfen, wobei die
jeweilige Funktion von dem mobilen Endgerät empfangbar ist.
10. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Fluchtwegsicherung (3) umfasst, wobei die Fluchtwegsicherung
(3) eine Fluchtwegsteuerung (9), ein Auslöseelement, insbesondere einen Nottaster,
und eine Türverriegelung (10) umfasst, wobei die Fluchtwegsteuerung (9) nach der Betätigung
des Auslöseelements die Türverriegelung (10) ansteuert, um die Türverriegelung (10)
zu entriegeln, wobei das Steuergerät (13) an der Ansteuerung der Türverriegelung (10)
nach der Betätigung des Auslöseelements unbeteiligt ist.
11. Türsystem (1) nach dem vorhergehenden Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) ausgebildet ist, ein eine Änderung der Konfiguration oder ein Update
der Konfiguration des Türsystems (1) zu empfangen, wobei eine Konfigurierung der Fluchtwegsicherung
(9), insbesondere eine Zuordnung einer Türverrieglung (10) zu einem Auslöseelement,
die Zulassung einer Zeitverzögerung bis zur Entriegelung nach der Betätigung des Auslöseelements,
die Länge der Zeitverzögerung, ein Zulassung einer Deaktivierung des Auslöseelements,
nur vor Ort zugelassen ist, insbesondere über eine kabellose Nahbereichskommunikation
mit dem mobilen Endgerät erfolgt.
12. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) eine Fluchtwegsicherung (3) umfasst, wobei die Fluchtwegsicherung
(3) eine Fluchtwegsteuerung (9), ein Auslöseelement, insbesondere einen Nottaster,
und mehrere Türverriegelungen (10) umfasst, wobei aufgrund der Betätigung eines der
Auslöseelemente die Fluchtwegsteuerung (9) mehrere Türverriegelungen (10), die mehreren
Türen zugeordnet sind, zur Entriegelung ansteuert, wobei insbesondere jeder der mehreren
Türen ein Auslöseelement zugeordnet ist und wobei zur Wiederverriegelung einer Tür,
eine Handlung an dem Auslöseelement, das der zu verriegelnden Tür zugeordnet ist,
vorzunehmen ist.
13. Türsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Türsystem (1) wenigstens eine erste und eine zweite Türverriegelung (10) umfasst,
wobei die erste Türverriegelung (10) vorgesehen ist, an einer ersten Tür angeordnet
zu werden, und die zweite Türverriegelung (10) vorgesehen ist, an einer zweiten Tür
angeordnet zu werden,
wobei in dem Türsystem (1) eine Bedingung hinterlegt ist, die den zeitlichen Ablauf
der Entriegelung der zweiten Türverrieglung (10) nach der Entriegelung der ersten
Türverriegelung (10) bestimmt,
wobei das Türsystem (1) ausgebildet ist, nach einer Betätigung eines Auslöseelements
oder nach einer Authentifizierung, insbesondere abhängig von einem Zutrittsattribut,
die Bedingung außer Kraft zu setzen.
14. Zugangssystem (20) mit einem Türsystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14 und mit
einer Recheneinheit (16), wobei ein Abbild des Türsystems (1) in der Recheneinheit
(16) gespeichert ist, wobei die mit dem ersten Kommunikationsbus (14) verbundenen
Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) jeweils eine Kennzeichnung umfassen,
wobei die Kennzeichnungen der Türkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13) als Teil
des Abbildes des Türsystems (1) in der Recheneinheit (16) gespeichert sind und/oder
wobei vergangene und aktuelle Betriebszustände des Türsystems (1) in der Recheneinheit
(16) gespeichert sind.
15. Zugangssystem (20) mit einem oder mehreren Türsystemen (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 14, wobei zumindest ein Türsystem (1) eine Authentifizierungsvorrichtung umfasst,
wobei die Authentifizierungsvorrichtung ausgebildet ist, ein Zutrittsattribut zur
Authentifizierung zu empfangen, wobei das Türsystem (1) ausgebildet ist, aufgrund
des Zutrittsattributs oder der Art der Verwendung des Zutrittsattributs
• automatisch eine Türverriegelung (10) und/oder eine Verriegelung eines Motorschlosses
(8) in einem oder in mehreren Türsystemen (1) durchzuführen,
• automatisch eine Türverriegelung (10) und/oder ein Motorschloss (8) in einem oder
in mehreren Türsystemen (1) zu entriegeln,
• zu entscheiden, ob ein Verriegelungselement (8, 10) zur Öffnung eines Türflügels
oder Verriegelungselemente (8, 10) zur Öffnung mehrerer Türflügel angesteuert wird,
oder
• ein zeitlicher Ablauf zur Entriegelung eines Verriegelungselements (8, 10) eines
zweiten nach der Ansteuerung eines Motors eines ersten Türantriebs (2) gemäß einer
in dem Türsystem (1) hinterlegten Bedingung durchgeführt oder außer Kraft gesetzt
wird.