[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Ausführung auf einer Vorrichtung zum
Konditionieren von Kontaktstücken für Elektroden einer Vakuumschaltröhre durch Erzeugen
eines Lichtbogens zwischen den entlang einer Achse beabstandet angeordneten Kontaktstücken,
wobei der Lichtbogen beim Konditionieren über ein veränderbares magnetisches Querfeld
gezielt bewegt wird.
[0002] Die Erfindung geht weiterhin aus von einer Vorrichtung zum Konditionieren von Kontaktstücken
für Elektroden einer Vakuumschaltröhre durch Erzeugen eines Lichtbogens zwischen den
entlang einer Achse beabstandet angeordneten Kontaktstücken, wobei die Vorrichtung
eine Spulenanordnung mit mindestens einer Spule oder eine Permanentmagnetanordnung
mit mindestens einem Permanentmagneten zur Erzeugung eines veränderbaren magnetischen
Querfeldes aufweist, mittels dessen der Lichtbogen beim Konditionieren gezielt bewegbar
ist. Vorrichtungen zum Konditionieren von Kontaktstücken für Elektroden von Vakuumschaltröhren
sind z. B. aus der
DE 19714 655 A1, aus der
DE 26 00 683 A1 und aus
GODECHOT X ET AL: "lnvestigation of current conditioning process for vacuum interrupters",
2016 27TH INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON DISCHARGES AND ELECTRICAL INSULATION IN VACUUM
(ISDEIV), IEEE, Bd. 2, 18. September 2016 (2016-09-18), Seiten 1-4, XP033015037, DOI:
10.1109/DEIV.2016.7763981 bekannt.
[0003] Für die elektrische Spannungsfestigkeit einer Elektrodenanordnung im Vakuum spielt
neben der Qualität des Vakuums vor allem die Güte der Oberflächen von Kontaktstücken
der Elektroden eine entscheidende Rolle. Da technische Oberflächen in der Regel Fehlstellen
oder Mikrospitzen aufweisen, müssen diese Oberflächen, nach der Montage der Vakuumschaltröhren,
speziell behandelt werden, damit die gewünschte Spannungsfestigkeit erreicht werden
kann. In der Regel werden hierzu elektrische Spannungen an die Vakuumschaltröhren
angelegt und bewusst Überschläge provoziert. Die Lichtbögen, die bei diesen Überschlägen
entstehen, schmelzen oder verdampfen die Fehlstellen auf den Oberflächen wodurch die
Spannungsfestigkeit schrittweise erhöht wird.
[0004] Eine weitere Methode Elektrodenoberflächen zu konditionieren besteht darin, die zu
konditionierende Oberfläche längere Zeit mit einem Lichtbogen zu behandeln (Stromkonditionierung),
dabei werden in der Regel kleine Spannungen verwendet, da hierbei kein Überschlag
erzeugt werden muss, sondern der Stromfluss bei geschlossenen Kontakten beginnt und
sich ein Lichtbogen erst nach der Öffnung der Kontakte etabliert. Die extern angelegte
Spannung muss in diesem Fall nur den Spannungsbedarf des Lichtbogens decken.
[0005] Bislang wird bei der sogenannten Stromkonditionierung durch Auswahl geeigneter Parameter
(Kontakthub, Stromstärke, Anzahl der Pulse, Pulsdauer, Polaritätswechsel) versucht
eine gleichmäßige und vollständige Überschmelzung der Kontaktscheiben zu erreichen.
Ziel ist es auf diese Weise nicht nur die die dielektrische Festigkeit der Kontaktstrecke
zu erhöhen, sondern auch die störende Röntgenemission zu reduzieren, welche durch
die Kontaktpaare erzeugt wird. Wird die Lichtbogenbewegung nicht aktiv gesteuert,
so ist sie weitgehend zufällig. Daher kann es zu einem großen Ladungsumsatz während
der Stromkonditionierungsprozedur kommen, bis die Kontaktoberflächen ausreichendend
flächig überschmolzen worden sind. Während ein Lichtbogen im Vakuum brennt wird Metalldampf
erzeugt, welcher sich wiederum auf den Oberflächen des Vakuumschalters niederschlägt.
Wenn sich dieser Metalldampf auf den Keramikisolatoren niederschlägt, kann es zu einer
dielektrischen Abwertung der Vakuumschaltröhre kommen, die dem Sinn der Konditionierung
entgegensteht oder gegebenenfalls die Lebensdauer der Vakuumschaltröhre herabsetzt.
[0006] Die Druckschrift
DE 19 714 655 C2 beschreibt ein Verfahren zum Konditionieren von Kontaktstücken von Elektroden einer
Vakuumschaltröhre, bei dem der Lichtbogen mittels eines rotierenden Querfeldes gezielt
bewegt wird.
[0007] Durch dieses magnetische Querfeld kann die Position/Bewegung des Lichtbogens an der
Oberfläche des zu konditionierenden Kontaktstücks gezielt gesteuert werden. Auf diese
Weise kann dafür gesorgt werden, dass der Schwerpunkt des Lichtbogens einen gewählten
Oberflächenbereich auf einer bestimmten Bahn überfährt. Die Bahn kann dabei jedoch
nur mit einer gewissen Präzision gesteuert werden, was die Qualität der Konditionierung
beschränkt. Diese Limitierung macht sich insbesondere bei stromstarken Lichtbögen
bemerkbar.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Konditionieren von derartigen Kontaktstücken anzugeben, die die angegebenen Schwierigkeiten
überwinden.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Konditionieren von Kontaktstücken für Elektroden
einer Vakuumschaltröhre durch Erzeugen eines Lichtbogens zwischen den entlang einer
Achse beabstandet angeordneten Kontaktstücken, bei dem die Vorrichtung eine Spulenanordnung
mit mindestens einer Spule oder eine Permanentmagnetanordnung mit mindestens einem
Permanentmagneten zur Erzeugung eines veränderbaren magnetischen Querfeldes aufweist,
mittels dessen der Lichtbogen beim Konditionieren gezielt bewegbar ist, ist vorgesehen,
dass die Vorrichtung weiterhin eine Spulenanordnung mit mindestens einer Spule oder
eine Permanentmagnetanordnung mit mindestens einem Permanentmagneten zur Erzeugung
eines veränderbaren magnetischen Längsfeldes aufweist, mittels dessen der Lichtbogen
beim Konditionieren gezielt diffuser gemacht werden kann.
[0011] Durch das veränderbare magnetische Querfeld kann mittels der Vorrichtung die Position/Bewegung
des Lichtbogens an der Oberfläche des zu konditionierenden Kontaktstücks gezielt gesteuert
werden. Auf diese Weise kann dafür gesorgt werden, dass der Lichtbogen einen gewählten
Oberflächenbereich auf einer bestimmten Bahn überfährt. Bei einem diffuseren, also
breiteren, Lichtbogen kann ein Überlappungsbereich der Bahn eingestellt werden. Auf
diese Weise wird sichergestellt, dass die Oberfläche des entsprechenden Kontaktstücks
möglichst vollständig vom Lichtbogen überfahren wird, wobei das Überschmelzen gleichzeitig
recht gleichmäßig ist.
[0012] Schließlich ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Vorteil vorgesehen, dass
diese weiterhin eine Gleichstromquelle zum Erzeugen des Lichtbogens umfasst. Der resultierende
Lichtbogen ist bevorzugt ein stromstarker Lichtbogen mit einer Stromstärke I im Bereich
von 2 kA ≤ I ≤ 100 kA. Gerade für solche stromstarken Lichtbögen ist es wichtig, bei
einem überlappenden Randbereich eine geringere Diffusität des Lichtbogens zu haben.
Die Gleichstromquelle ist für eine entsprechende Stromstärke (2 kA ≤ I ≤ 100 kA) ausgelegt.
[0013] Die Vorrichtung ist insbesondere eine Vorrichtung zur Durchführung eines im folgenden
beschriebenen Verfahrens. Die im Zusammenhang mit den Ausführungsformen des Verfahrens
genannte Merkmale sollen entsprechend auch für die Vorrichtung gelten und umgekehrt.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Ausführung auf einer Vorrichtung zum Konditionieren
von Kontaktstücken für Elektroden einer Vakuumschaltröhre durch Erzeugen eines Lichtbogens
zwischen den entlang einer Achse beabstandet angeordneten Kontaktstücken, bei dem
der Lichtbogen beim Konditionieren über ein veränderbares magnetisches Querfeld gezielt
bewegt wird, ist vorgesehen, dass der Lichtbogen beim Konditionieren über ein einstellbares
magnetisches Längsfeld gezielt diffuser gemacht wird.
[0015] Durch das veränderbare magnetische Querfeld wird die Position/Bewegung des Lichtbogens
an der Oberfläche des zu konditionierenden Kontaktstücks gezielt gesteuert. Auf diese
Weise kann dafür gesorgt werden, dass der Lichtbogen einen gewählten Oberflächenbereich
auf einer bestimmten Bahn überfährt. Die Kontaktfläche des Lichtbogens mit der zu
konditionierenden Oberfläche des Kontaktstücks kann dabei größer sein als die Ausdehnung
der Bahn.
[0016] Bei einem diffuseren, also breiteren, Lichtbogen ist auch die Kontaktfläche des Lichtbogens
mit der Oberfläche des Kontaktstücks größer. Auf diese Weise wird sichergestellt,
dass die Oberfläche des entsprechenden Kontaktstücks möglichst vollständig vom Lichtbogen
abgedeckt/überfahren wird, wobei das Überschmelzen gleichzeitig recht gleichmäßig
ist.
[0017] Der Lichtbogen kann insbesondere so diffus eingestellt werden, dass sich eine nahezu
komplette Bedeckung - und somit Überschmelzung - der Kontaktoberflächen während des
Konditioniervorgangs einstellt.
[0018] Die Angabe Längsfeld bzw. Querfeld bezieht sich jeweils auf die (gedachte) Achse,
auf der die Kontaktstücke angeordnet sind. Diese fällt für viele Vakuumschaltröhren
mit deren Längsachse zusammen.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Lichtbogen ein stromstarker
Lichtbogen mit einer Stromstärke I im Bereich von 2 kA ≤ I ≤ 100 kA. Ein solcher stromstarker
Lichtbogen weist bevorzugt eine Stromstärke I von einigen einzelnen kA bis zu einigen
zehn kA auf (kA: Kiloampere). Solche stromstarken Lichtbögen haben in der Regel eine
kleinere Kontaktfläche mit dem zu konditionierenden Kontaktstück. Diese Kontaktfläche
kann nun mittels des Längsfeldes vergrößert werden.
[0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das veränderbare
magnetische Querfeld ein rotierendes magnetisches Querfeld. Ein solches rotierendes
magnetisches Querfeld ist aus der eingangs erwähnten Patentschrift
DE 19 714 655 C2 durchaus bekannt.
[0021] Gemäß noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das magnetische
Querfeld und/oder das magnetische Längsfeld mittels einer Spulenanordnung mit mindestens
einer Spule generiert. Die mindestens eine Spule kann eine Luftspule und/oder eine
Spule mit Kern sein.
[0022] Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass das rotierende magnetisches Querfeld ein
zweiphasiges oder dreiphasiges magnetisches Drehfeld ist. Zur Erzeugung derartiger
Drehfelder werden zwei bzw. drei Spulenanordnungen benötigt. Bei einem zweiphasigen
magnetischen Drehfeld sind z.B. zwei Spulenanordnungen so angeordnet, dass die Mittelachsen
der beiden Spulenanordnungen unter einem Winkel von 90° zueinander verlaufen. Dabei
können die Ströme, die in beiden Spulenanordnungen fließen, 90° zueinander phasenverschoben
sein, wodurch das zweiphasige magnetische Drehfeld entsteht.
[0023] Alternativ oder zusätzlich ist mit Vorteil vorgesehen, dass das magnetische Querfeld
und/oder das magnetische Längsfeld mittels einer Permanentmagnetanordnung mit mindestens
einem Permanentmagneten generiert wird.
[0024] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass der Stromfluss bei geschlossenen Kontaktstücken
einsetzt und sich der Lichtbogen erst nach dem Öffnen der Kontaktstücke etabliert.
Dies ist typisch für die eingangs beschriebene sogenannte Stromkonditionierung.
[0025] Gemäß noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zumindest
eines der Kontaktstücke als Kontaktscheibe ausgebildet. Die Verwendung von Kontaktscheiben
bei den Elektroden von Vakuumschaltröhren hat sich bewährt.
[0026] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von einem Ausführungsbeispiel, das
im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert wird. Dabei zeigt die
- Fig.
- eine Vorrichtung zum Konditionieren von Kontaktstücken für Elektroden einer Vakuumschaltröhre
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in einer schematischen Darstellung.
[0027] Die Fig. zeigt in einer schematischen Darstellung eine Vorrichtung 10 zum Konditionieren
von Kontaktstücken 12, 14 (kurz: Konditionier-Vorrichtung) für Elektroden 16, 18 von
Vakuumschaltröhren 20. Im hier gezeigten Beispiel können die Kontaktstücke 12, 14
mittels der Konditionier-Vorrichtung 10 in komplett montierten Vakuumschaltröhren
20 konditioniert werden. Die hier nur schematisch dargestellten Kontaktstücke 12,
14 sind insbesondere als Kontaktscheiben ausgebildet. Alternativ wäre es auch denkbar,
dass das einzelne zu konditionierende Kontaktstück 12 in einer entsprechenden Vakuumkammer
der Vorrichtung 10 montiert wird.
[0028] Die hier gezeigte Vakuumschaltröhre 20 besitzt im Wesentlichen ein Zylindergehäuse
22 aus isolierendem Material, welches sich bezüglich einer Längsachse 22 erstreckt
und an den beiden entsprechenden Enden über je einen metallischen Deckel 26, 28 verschlossen
ist. An dem einen metallischen Deckel 26 ist eine der Elektroden 16 ortsfest angebracht.
Diese Elektrode 16 ist die ortsfeste Elektrode mit dem ortsfesten Kontaktstück 12.
[0029] An dem unteren Deckel 28 ist ein Ende eines Faltenbalges 30 befestigt, dessen anderes
Ende mit der als bewegbare Elektrode ausgebildeten Elektrode 18 verbunden ist, die
das bewegbare Kontaktstück 14 trägt. Innerhalb des Gehäuses 22 befindet sich eine
etwa zylinderförmige Abschirmung 32.
[0030] An die beiden Elektroden 16, 18 ist eine Stromquelle 34 elektrisch angeschlossen,
mit der Gleichstrom beider Polaritäten erzeugt werden kann (Gleichstromquelle).
[0031] Die Vorrichtung 10 umfasst weiterhin eine als Spulenpaar ausgestaltete Spulenanordnung.
Beidseitig zu dem Gehäuse 22 befinden sich Spulen 36, 38 dieses Spulenpaares, die
parallel zueinander verlaufen bzw. deren Achsen miteinander fluchten, wodurch ein
Querfeld 40 erzeugt werden kann, welches gemäß Pfeilrichtung von der linken Spule
36 zur rechten Spule 38 verläuft.
[0032] Wenn zwischen den geöffneten Kontaktstücken 12, 14 mit geeigneter Stromstärke I ein
diffuser Lichtbogen 42 entsteht, dann werden durch den diffuse Lichtbogen 42 auf der
Oberfläche des entsprechenden Kontaktstücks 12 bzw. der Kontaktstücke 12, 14 befindliche
Schmutzpartikel jeder Art aufgeschmolzen, verdampft und nach außen auf die Abschirmung
32, die Getterwirkung besitzt, bewegt, sodass sie dort niederschlagen. Darüber hinaus
werden auch Teile der Kontaktstückoberfläche der beiden Kontaktstücke 12, 14 aufgeschmolzen
und verdampft, durch welchen Metalldampf die reinen Kupferteile beispielsweise der
Elektroden 16, 18 mit dem Kontaktmaterial beschichtet werden. In besonders vorteilhafter
Ausgestaltung ist das Kontaktmaterial Cu/Cr, welches als Sinterstruktur vorhanden
ist.
[0033] Zur Konditionierung werden die Elektroden 16, 18 der Vakuumschaltröhre 20 mit einem
Gleichstrom zunächst mit der einen und danach mit der anderen Polarität beaufschlagt,
sodass der Stromfluss im Lichtbogen 42 in der einen und in der anderen Richtung -
nacheinander - verläuft.
[0034] Aufgrund des Querfeldes 40 werden die einzelnen Lichtbogenabschnitte des diffusen
Lichtbogens 42 über die Oberfläche des entsprechenden Kontaktstücks 15 bewegt, wodurch
ein systematisches Entfernen der Schmutzpartikel über die gesamte Oberfläche ermöglicht
wird.
[0035] Die Spulen 36, 38 können der Vakuumschaltröhre 20 auch so zugeordnet sein, dass die
Mittelachsen der beiden Spulen 36, 38 unter einem Winkel von 90° zueinander verlaufen.
Dabei können die Ströme, die in beiden Spulen fließen, 90° zueinander phasenverschoben
sein, wodurch das "zweiphasige" magnetische Drehfeld entsteht. Eine derartige Anordnung
der Spulen 36, 38 ist aus der eingangs erwähnten
DE 197 14 655 C2 bekannt. In entsprechender Weise kann auch ein dreiphasiges Drehfeld erzeugt werden.
In diesem Fall sind die Spulen 36, 38 - abweichend von der Darstellung der Fig. (orts-)
fest angeordnet.
[0036] Im Beispiel der Fig. sind die Spulen 36, 38 des Spulenpaares an einer um die Achse
24 drehbar gelagerten Basis 44 über entsprechende Arme 46, 48 um die Vakuumschaltröhre
20 rotierbar angeordnet. Die Basis 44 ist dabei auf einer Drehstütze 50 fest aufgebaut,
die ihrerseits über ein Drehlager 52 drehbar gelagert ist und über einen Antriebsmotor
54 angetrieben wird.
[0037] Mittels einer derartigen mechanischen Drehanordnung mit den Komponenten Basis 44,
Arme 46, 48, Drehstütze 50, Drehlager 52 und Antriebsmotor 54 kann ein entsprechend
rotierendes Querfeld 40 nicht nur mittels einer Spulenanordnung mit Spulen 36, 38
sondern auch mittels einer (hier nicht gezeigten) Permanentmagnetanordnung mit mindestens
einem Permanentmagneten erzeugt werden. Ein entsprechender Aufbau ist ebenfalls aus
der eingangs erwähnten
DE 197 14 655 C2 bekannt.
[0038] In der eingangs erwähnten Patentschrift
DE 197 14 655 C2 wird weiterhin erwähnt, dass mit einer Stromstärke des von der Gleichstromquelle
34 erzeugten Gleichstroms von ca. 0,1 kA bis 2 kA, einer Einwirkdauer, bei dem der
Lichtbogen 24 brennen soll, von zwischen 0,5 Sekunden bis 200 Sekunden und einem Abstand
der beiden Kontaktstücke 12, 14 zwischen 1 mm und 3 mm gute Konditionierungsergebnisse
erzielt werden können.
[0039] Möchte man nun einen stromstarken Lichtbogen 42 mit deutlich mehr als 2kA verwenden,
z.B. mit 2,5 kA ≤ I ≤ 100 kA so muss man die Diffusität dieses stromstarken Lichtbogens
42 zur Konditionierung erhöhen.
[0040] Dazu weist die Vorrichtung 10 eine weitere Spulenanordnung auf, die hier im Beispiel
ebenfalls als Spulenpaar ausgebildet ist. Die Spulenanordnung/das Spulenpaar weist
zwei Spulen 56, 58 zur Erzeugung eines veränderbaren magnetischen Längsfeldes 60 auf,
mittels dessen der Lichtbogen 42 beim Konditionieren gezielt diffuser gemacht, also
aufgeweitet, werden kann. Die Achsen der Spulen 56,58 dieser weiteren Spulenanordnung
fluchten miteinander und mit der Achse 24 der Vakuumschaltröhre 20.
[0041] Die Diffusität des stromstarken Lichtbogens 42 wird zur Konditionierung über die
Stärke des generierten Längsfeldes 60 eingestellt.
[0042] Neben den dargestellten und bereits genannten Komponenten weist die Vorrichtung 10
weiterhin (nicht dargestellte) Stromquellen für die Spulen 36, 38; 56, 58 und eine
(ebenfalls nicht dargestellte) Kontrolleinrichtung zum koordinierten Durchführen der
Konditionierung auf. Eine solche Kontrolleinrichtung wird auch als Steuergerät bezeichnet.
Diese Kontrolleinrichtung steuert die diversen Stromquellen, darunter auch die Gleichstromquelle
34, an.
[0043] Im Folgenden sollen entscheidende Aspekte der Erfindung noch einmal mit anderen Worten
wiedergegeben werden:
Um in verhältnismäßig kurzer Zeit eine gleichmäßige Konditionierung zu erreichen,
wird die Lichtbogenbewegung erfindungsgemäß gezielt durch externe Magnetfelder 40
gesteuert. Besonders geeignet sind hier radial zur gewünschten Laufrichtung des Lichtbogens
gerichtete magnetische Drehfelder (zweiphasig oder dreiphasig). Besonders vorteilhaft
ist dieses Verfahren, da die umgesetzte Ladung (Stromstärke I x Zeit) während der
Konditionierung deutlich reduziert wird und in der Folge auch die Bedampfung von Keramikisolatoren
erheblich reduziert wird.
[0044] Weiterhin ist die Erhöhung der Diffusität eines stromstarken Lichtbogens 42 (einige
einzelne kA bis einige zehn kA) zur Konditionierung der Kontaktstücke 12, 14 durch
ein zusätzliches axiales Magnetfeld 60 vorgesehen. Eine höhere Diffusität des Lichtbogens
42 hat zur Folge, dass sich eine nahezu komplette Bedeckung (und somit Überschmelzung)
der Kontaktoberflächen während des Konditioniervorgangs einstellt.
[0045] Die Konditionierung ist insbesondere eine sogenannte Stromkonditionierung.
Bezugszeichenliste:
[0046]
- 10
- Konditionier-Vorrichtung
- 12
- Kontaktstück
- 14
- Kontaktstück
- 16
- Elektrode (fest)
- 18
- Elektrode (bewegbar)
- 20
- Vakuumschaltröhre
- 22
- Gehäuse
- 24
- Achse
- 26
- Deckel
- 28
- Deckel
- 30
- Faltenbalg
- 32
- Abschirmung
- 34
- Gleichstromquelle
- 36
- Radialspule
- 38
- Radialspule
- 40
- Querfeld
- 42
- Lichtbogen
- 44
- Basis
- 46
- Arm
- 48
- Arm
- 50
- Drehstütze
- 52
- Drehlager
- 54
- Antriebsmotor
- 56
- Axialspule
- 58
- Axialspule
- 60
- Längsfeld
1. Vorrichtung (10) zum Konditionieren von Kontaktstücken (12, 14) für Elektroden (16,
18) einer Vakuumschaltröhre (20) durch Erzeugen eines Lichtbogens (42) zwischen den
entlang einer Achse (24) beabstandet angeordneten Kontaktstücken (12, 14), wobei die
Vorrichtung (10) eine Spulenanordnung mit mindestens einer Spule (36, 38) oder eine
Permanentmagnetanordnung mit mindestens einem Permanentmagneten zur Erzeugung eines
veränderbaren magnetischen Querfeldes (40) aufweist, mittels dessen der Lichtbogen
(42) beim Konditionieren gezielt bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (10) weiterhin eine Spulenanordnung mit mindestens einer Spule (56,
58) oder eine Permanentmagnetanordnung mit mindestens einem Permanentmagneten zur
Erzeugung eines veränderbaren magnetischen Längsfeldes (60) aufweist, mittels dessen
der Lichtbogen (42) beim Konditionieren gezielt diffuser gemacht werden kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine Gleichstromquelle (34) zum Erzeugen des Lichtbogens (42).
3. Verfahren ausgeführt auf einer Vorrichtung zum Konditionieren von Kontaktstücken (12,
14) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, für Elektroden (16, 18) einer Vakuumschaltröhre
(20) durch Erzeugen eines Lichtbogens (42) zwischen den entlang einer Achse (24) beabstandet
angeordneten Kontaktstücken (12, 14), wobei der Lichtbogen (42) beim Konditionieren
über ein veränderbares magnetisches Querfeld (40) gezielt bewegt wird, wobei der Lichtbogen
(42) beim Konditionieren über ein einstellbares magnetisches Längsfeld (60) gezielt
diffuser gemacht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtbogen ein Lichtbogen mit einer Stromstärke I im Bereich von 2 kA ≤ I ≤ 100
kA ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das veränderbare magnetische Querfeld (40) ein rotierendes magnetisches Querfeld
(40) ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das rotierende magnetisches Querfeld (40) ein zweiphasiges oder dreiphasiges magnetisches
Drehfeld ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das magnetische Querfeld (40) und/oder das magnetische Längsfeld (60) mittels einer
Spulenanordnung mit mindestens einer Spule (36, 38, 56, 58) generiert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das magnetische Querfeld (40) und/oder das magnetische Längsfeld (60) mittels einer
Permanentmagnetanordnung mit mindestens einem Permanentmagneten generiert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stromfluss bei geschlossenen Kontaktstücken (12, 14) einsetzt und sich der Lichtbogen
erst nach dem Öffnen der Kontaktstücke etabliert.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Kontaktstücke (12, 14) als Kontaktscheibe ausgebildet ist.
1. Device (10) for conditioning contact pieces (12, 14) for electrodes (16, 18) of a
vacuum interrupter (20) by generating an arc (42) between the contact pieces (12,
14) arranged spaced apart along an axis (24), wherein the device (10) has a coil arrangement
with at least one coil (36, 38) or a permanent magnet arrangement with at least one
permanent magnet for generating a variable transverse magnetic field (40), by means
of which the arc (42) is specifically movable during the conditioning, characterized in that
the device (10) also has a coil arrangement with at least one coil (56, 58) or a permanent
magnet arrangement with at least one permanent magnet for generating a variable longitudinal
magnetic field (60), by means of which the arc (42) can be specifically made more
diffuse during the conditioning.
2. Device according to Claim 1,
characterized by a direct current source (34) for generating the arc (42).
3. Method performed on a device for conditioning contact pieces (12, 14) according to
one of the preceding claims, for electrodes (16, 18) of a vacuum interrupter (20)
by generating an arc (42) between the contact pieces (12, 14) arranged spaced apart
along an axis (24), wherein the arc (42) is specifically moved by way of a variable
transverse magnetic field (40) during the conditioning,
wherein the arc (42) is specifically made more diffuse by way of an adjustable longitudinal
magnetic field (60) during the conditioning.
4. Method according to Claim 3,
characterized in that the arc is an arc with a current strength I in the range of 2 kA ≤ I ≤ 100 kA.
5. Method according to Claim 3 or 4,
characterized in that the variable transverse magnetic field (40) is a rotating transverse magnetic field
(40).
6. Method according to Claim 5,
characterized in that the rotating transverse magnetic field (40) is a two-phase or three-phase rotating
magnetic field.
7. Method according to one of Claims 3 to 6,
characterized in that the transverse magnetic field (40) and/or the longitudinal magnetic field (60) is
generated by means of a coil arrangement with at least one coil (36, 38, 56, 58).
8. Method according to one of Claims 3 to 7,
characterized in that the transverse magnetic field (40) and/or the longitudinal magnetic field (60) is
generated by means of a permanent magnet arrangement with at least one permanent magnet.
9. Method according to one of Claims 3 to 8,
characterized in that the current flow begins when the contact pieces (12, 14) are closed and the arc is
only established when the contact pieces have opened.
10. Method according to one of Claims 3 to 9,
characterized in that at least one of the contact pieces (12, 14) is formed as a contact disc.
1. Dispositif (10) de conditionnement de pièces (12, 14) de contact pour des électrodes
(16, 18) d'un tube (20) de commutation à vide par production d'un arc (42) électrique
entre les pièces (12, 14) de contact montées à distance suivant un axe (24), dans
lequel le dispositif (10) a un agencement de bobine ayant au moins une bobine (36,
38) ou un agencement d'aimant permanent ayant au moins un aimant permanent pour la
production d'un champ (40) magnétique transversal variable, au moyen duquel l'arc
(42) électrique peut, lors du conditionnement, être déplacé de manière ciblée,
caractérisé en ce que
le dispositif (10) a en outre un agencement de bobine ayant une bobine (56, 58) ou
un agencement d'aimant permanent ayant au moins un aimant permanent pour la production
d'un champ (60) magnétique longitudinal variable, au moyen duquel l'arc (42) électrique
peut, lors du conditionnement, être rendu diffus de manière ciblée.
2. Dispositif suivant la revendication 1,
caractérisé par une source (34) de courant continu pour la production de l'arc (42) électrique.
3. Procédé effectué sur un dispositif de conditionnement de pièces (12, 14) de contact
suivant l'une des revendications précédentes, pour des électrodes (16, 18) d'un tube
(20) de commutation à vide par production d'un arc (42) électrique entre les pièces
(12, 14) de contact montées à distance suivant un axe (24), dans lequel on déplace,
de manière ciblée, l'arc (42) électrique, lors du conditionnement, par un champ (40)
magnétique transversal variable,
dans lequel on rend diffus, de manière ciblée, l'arc (42) électrique, lors du conditionnement,
par un champ (60) magnétique longitudinal réglable.
4. Procédé suivant la revendication 3,
caractérisé en ce que l'arc électrique est un arc électrique ayant une intensité I du courant dans la plage
de 2 kA ≤ I ≤ 100 kA.
5. Procédé suivant la revendication 3 ou 4,
caractérisé en ce que le champ (40) magnétique transversal variable est un champ (40) magnétique transversal
tournant.
6. Procédé suivant la revendication 5,
caractérisé en ce que le champ (40) magnétique transversal tournant est un champ magnétique tournant biphasé
ou triphasé.
7. Procédé suivant l'une des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que l'on crée le champ (40) magnétique transversal et/ou le champ (60) magnétique longitudinal
au moyen d'un agencement de bobine ayant au moins une bobine (36, 38, 56, 58).
8. Procédé suivant l'une des revendications 3 à 7, caractérisé en ce que l'on crée le champ (40) magnétique transversale et/ou le champ (60) magnétique longitudinal
au moyen d'un agencement d'aimant permanent ayant au moins un aimant permanent.
9. Procédé suivant l'une des revendications 3 à 8, caractérisé en ce que le flux de courant se met en place, alors que les pièces (12, 14) de contact sont
fermées, et l'arc électrique ne s'établit qu'après l'ouverture des pièces de contact.
10. Procédé suivant l'une des revendications 3 à 9, caractérisé en ce qu'
au moins l'une des pièces (12, 14) de contact est constituée sous la forme d'un disque
de contact.