[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein
Wäschebehandlungsgerät, eine Steuervorrichtung und ein Wäschebehandlungsgerät Wäschebehandlungsgeräte,
wie beispielsweise Wärmepumpentrockner, können neben einer Wärmepumpe eine elektrische
Zusatzheizung zum Erwärmen der Wäsche aufweisen.
[0002] Der Erfindung stellt sich die Aufgabe ein verbessertes Verfahren zum Durchführen
eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät, eine verbesserte Steuervorrichtung
und ein verbessertes Wäschebehandlungsgerät zu schaffen.
[0003] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms
für ein Wäschebehandlungsgerät, eine Steuervorrichtung und ein Wäschebehandlungsgerät
mit den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0004] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen in einer hohen Keimreduzierung
während eines Hygieneprogramms.
[0005] Es wird ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät
vorgestellt. Dabei umfasst das Wäschebehandlungsgerät eine Trommel zum Aufnehmen von
Wäsche, eine Pumpeinheit zum Einpumpen von vernebeltem Wasser in die Trommel, eine
Wärmepumpe zum Temperieren der Prozessluft, eine Heizeinheit zum Aufheizen der Prozessluft,
ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft durch einen Kreislauf aus der Trommel
heraus und durch die Wärmepumpe und die Heizeinheit hindurch zurück in die Trommel,
einen Temperatursensor zum Bereitstellen eines eine Temperatur in der Trommel repräsentierenden
Temperatursignals, einen Feuchtigkeitssensor zum Bereitstellen eines eine Luftfeuchtigkeit
in der Trommel repräsentierenden Feuchtigkeitssignals und eine Steuervorrichtung zum
Steuern des Hygieneprogramms. Das Verfahren weist dabei folgende Schritte auf:
Ausgeben eines Pumpsignals an eine Schnittstelle zu der Pumpeinheit, um ein Pumpen
von Wasser, welches in einem Sprühkopf vernebelt wird, in die Trommel zu bewirken,
Ausgeben eines Einschaltsignals an eine Schnittstelle zu der Wärmepumpe, um ein Erwärmen
der Prozessluft zu bewirken,
Ausgeben eines Heizsignals an eine Schnittstelle zu der Heizeinheit, um ein Aufheizen
der Prozessluft zu bewirken,
Ausgeben eines Prozessluftsignals an eine Schnittstelle zu dem Prozessluftgebläse,
um die Prozessluft durch den Kreislauf zu fördern,
Ausgeben eines Abschaltsignals an die Schnittstelle zu der Wärmepumpe, um die Wärmepumpe
abzuschalten, wenn das Temperatursignal eine vorbestimmte Hygienetemperatur repräsentiert,
und
Ausgeben eines Pumpabschaltsignals an die Pumpeinheit, um die Pumpeinheit abzuschalten,
wenn das Feuchtigkeitssignal eine vorbestimmte Hygieneluftfeuchtigkeit repräsentiert.
[0006] Unter einem Wäschebehandlungsgerät kann ein Gerät verstanden werden, in dem Wäsche,
beispielsweise Textilien, behandelt werden kann. Beispielsweise kann es sich dabei
um einen Waschautomaten, einen Waschtrockner oder einen Wäschetrockner handeln. Unter
der Behandlung von Wäsche kann beispielsweise waschen oder trocknen oder das Durchführen
des hier beschriebenen Hygieneprogramms verstanden werden. Im Betrieb des Wäschebehandlungsgeräts
kann die Wäsche in einem durch die Trommel ausgeformten Wäschebehandlungsraum angeordnet
sein und unter Verwendung der Prozessluft behandelt werden. Unter der Wärmepumpe kann
eine bekannte Vorrichtung verstanden werden, in der Komponenten funktionsfähig miteinander
verbunden sind, um die durchströmende Prozessluft zu erwärmen und zu entfeuchteten.
Beispielsweise kann die Prozessluft zunächst einen Verdampfer und anschließend einen
Verflüssiger durchströmen. In einem Kältemittelkreis der Wärmepumpe kann ein Kältemittel
angeordnet oder anordenbar sein. Das Kältemittel kann in dem Verdampfer unter Verwendung
von feuchter Prozessluft verdampft und in dem Verflüssiger unter Verwendung der entfeuchteten
Prozessluft verflüssigt werden. In dem Kältemittelkreis können ferner ein Kompressor
und eine Drossel angeordnet sein. Somit kann die Wärmepumpenvorrichtung verwendet
werden, um die feuchte Prozessluft beispielsweise aus einem Wäschebehandlungsraum
aufzunehmen, abzukühlen und dabei zu trocknen, wieder zu erwärmen und wieder abzugeben.
Zusätzlich umfasst das Wäschebehandlungsgerät eine Heizeinheit, die beispielsweise
elektrisch betrieben werden kann und ausgebildet ist, um die Prozessluft unabhängig
von der Wärmepumpe aufzuheizen. Beispielsweise kann die Prozessluft angetrieben von
dem Prozessluftgebläse in einem Kreislauf sowohl durch die Wärmepumpe als auch durch
die Heizeinheit strömen und dabei entweder von der Wärmepumpe oder von der Heizeinheit
oder von beiden zugleich erwärmt werden. Dabei kann das Einschalten sowie das Abschalten
von Wärmepumpe und Heizeinheit mittels der Steuervorrichtung gesteuert werden. Die
erwärmte Luft kann dann eingesetzt werden, um die Trommel des Wäschebehandlungsgeräts
und damit in der Trommel angeordnete Wäsche beispielsweise während des Hygieneprogramms
zu erwärmen. Das Hygieneprogramm kann zum Beispiel eingesetzt werden, um bereits gewaschene
und zumindest teilweise getrocknete Wäsche hygienisch aufzubereiten. Dies kann beispielsweise
vorteilhaft sein, wenn Wäsche nach einem Waschgang nicht direkt aus der Waschmaschine
entfernt, sondern eine Zeit lang, zum Beispiel einige Stunden, in der verschlossenen
Trommel liegen gelassen wurde. In einem solchen oder ähnlichen Fall kann die Wäsche
durch das hier vorgestellte Verfahren befeuchtet und erhitzt werden, um entstandene
Keime zu reduzieren. So kann beispielsweise eine Keimreduzierung bei erhöhter Luftfeuchtigkeit
beziehungsweise relativer Feuchte von beispielsweise bis zu 85 % und gleichzeitig
erhöhter Temperatur von beispielsweise bis zu 75 °C zur Keimreduzierung beitragen.
Die Luftfeuchtigkeit kann durch Einsprühen des vernebelten Wassers in die Trommel
erreicht werden. Unter vernebeltem Wasser kann in Tröpfchenform vorliegendes Wasser
verstanden werden. Je nach verwendeter Sprüheinrichtung können solche Tröpfchen einen
größeren oder kleineren Durchmesser aufweisen. Kleinere Tröpfchen können zu einem
schnelleren Erreichen der gewünschten Luftfeuchtigkeit beitragen. Hierfür kann in
dem hier vorgestellten Verfahren nach einer Aufheizphase, in der die Prozessluft sowohl
von der Heizeinheit als auch von der Wärmepumpe aufgewärmt wird, die Wärmepumpe abgeschaltet
werden und die gewünschte Hygienetemperatur kann während der an die Aufheizphase anschließenden
Hygienephase bis zum Ende des Hygieneprogramms allein durch die Heizeinheit aufrechterhalten
werden. Während des Programms kann also die Prozessluft stark aufgeheizt und eine
hohe Luftfeuchtigkeit erzeugt werden. Unter diesen Bedingungen können Keime aktiv
reduziert werden. Dabei können optimale Bedingungen bezüglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit
geschaffen werden, wenn die elektrische Heizung betrieben wird und die Wärmepumpe
abgeschaltet bleibt.
[0007] Gemäß einer Ausführungsform kann der Schritt des Ausgebens des Pumpsignals vor den
Schritten des Ausgebens des Einschaltsignals und des Heizsignals erfolgen. Beispielsweise
kann in einem ersten Schritt die Pumpe eingeschaltet werden, um zu Beginn des Hygieneprogramms
die trockene Wäsche mit fein vernebeltem Wasser, welches zum Beispiel aus einem Kondensatbehälter
gepumpt und in die Trommel gesprüht werden kann, zu befeuchten. Anschließend kann
die Prozessluft erhitzt werden sodass das Wasser in der Trommel verdampfen kann. Vorteilhafterweise
ermöglicht eine Kombination aus erhöhter Luftfeuchtigkeit mit erhöhter Temperatur
optimale Bedingungen für eine Keimreduktion.
[0008] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Schritt des Ausgebens des Pumpsignals
nach den Schritten des Ausgebens des Einschaltsignals und des Heizsignals erfolgen.
Beispielsweise kann die Prozessluft und mit ihr in der Trommel angeordnete Wäsche
auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmt werden, bevor sie infolge des Pumpsignals
mittels der Pumpe befeuchtet werden kann. Dies hat den Vorteil, dass beim anschließenden
Befeuchten die Wäsche weniger Wasser aufnimmt. Dadurch kann die Luftfeuchtigkeit höher
gehalten werden und es wird weniger Wasser benötigt. So kann zum Beispiel Baumwolle
bei einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte von beispielsweise
65 % eine Wäscherestfeuchte von 0 % aufweisen. Bei gleichen Umgebungstemperaturen
und einem Erwärmen auf eine höhere Temperatur wie beispielsweise 53 °C oder 85 °C
kann Baumwolle eine Wäscherestfeuchte von bis zu -3 % aufweisen, wodurch die Wäsche
sozusagen übertrocknet sein kann. Hingegen kann Baumwolle bei einer Temperatur von
20 °C und einer relativen Luftfeuchte von beispielsweise 80 % eine Wäscherestfeuchte
von 3 % aufweisen. Bei gleichen Umgebungstemperaturen und einem Erwärmen auf eine
höhere Temperatur wie beispielsweise 53 °C kann Baumwolle eine Wäscherestfeuchte von
1 % und beim Erwärmen 85 °C eine Wäscherestfeuchte von -1 % aufweisen. Bei einer relativen
Luftfeuchte von beispielsweise 95 % und einem Erwärmen auf eine Temperatur von 20
°C kann Baumwolle eine Wäscherestfeuchte von über 10 % aufweisen. Bei gleichen Umgebungstemperaturen
und einem Erwärmen auf eine höhere Temperatur wie beispielsweise 53 °C oder 85 °C
kann Baumwolle eine Wäscherestfeuchte zwischen 4 und 6 % aufweisen. Folglich kann
ein Erwärmen der Wäsche vor dem Befeuchten die Wasseraufnahme in der Wäsche reduzieren.
[0009] Zudem kann das Pumpsignal ausgegeben werden, wenn das Temperatursignal eine vorbestimmte
Vorwärmtemperatur repräsentiert. Beispielsweise kann die Vorwärmtemperatur der Hygienetemperatur
entsprechen. So kann zum Beispiel die in der Trommel angeordnete Wäsche auf eine bestimmte
Temperatur, zum Beispiel 65 °C, erwärmt werden. Durch das anschließende Befeuchten
der Wäsche kann die Temperatur innerhalb der Trommel wieder leicht abnehmen, sodass
sie im anschließenden Schritt des ausgeben des Einschaltsignals erneut auf die vorbestimmte
Hygienetemperatur erwärmt werden kann. Vorteilhafterweise können dadurch Temperatur
und Luftfeuchtigkeit optimal aufeinander abgestimmt werden, wodurch Wasser eingespart
werden kann.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Verfahren einen Schritt des Ausgebens
eines Reversiersignals an eine Schnittstelle zu einem Antrieb der Trommel aufweisen,
um einen Reversierzustand der Trommel zu bewirken. Beispielsweise kann die Trommel
des Wäschebehandlungsgeräts als Reversiertrommel ausgebildet sein, wodurch vorteilhafterweise
ein Rotationsvorgang in zwei Richtungen möglich sein kann. Dabei kann zum Beispiel
ein Antrieb der Trommel eine Änderung der Drehrichtung bewirken. Ein solcher Reversierzustand
kann zum Beispiel ansprechend auf das Reversiersignal durchgeführt werden. Unter Verwendung
einer Reversiertrommel kann beispielsweise das Befeuchten der Wäsche im Reversierzustand
durchgeführt werden, um vorteilhafterweise eine optimale Durchfeuchtung der Wäsche
zu realisieren.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der vorbestimmte Hygienetemperaturwert
zumindest 60°C betragen. Beispielsweise kann die Steuervorrichtung mittels des Temperatursignals
die aktuelle Temperatur in der Trommel kontinuierlich mit einem hinterlegten Temperaturreferenzwert
abgleichen, um ein Erreichen der gewünschten Hygienetemperatur, beispielsweise 65
°C, zu bestimmen. Vorteilhafterweise können Keime bei einem Aufheizen auf über 60
°C reduziert werden.
[0012] Zudem kann der vorbestimmte Hygienefeuchtigkeitswert zumindest 60% betragen. Beispielsweise
kann die Steuervorrichtung mittels des Feuchtigkeitssignals die aktuelle Luftfeuchtigkeit
in der Trommel kontinuierlich mit einem hinterlegten Feuchtigkeitsreferenzwert abgleichen,
um ein Erreichen der gewünschten Hygieneluftfeuchtigkeit, beispielsweise 65%, zu bestimmen.
Vorteilhafterweise können Keime bei einer Luftfeuchtigkeit von über 60% reduziert
werden.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Verfahren einen Schritt des Beendens
des Hygieneprogramms nach einer vorbestimmten Zeitspanne, nach dem Schritt des Ausgebens
des Abschaltsignals umfassen. Beispielsweise kann die Steuervorrichtung einen Zähler
umfassen, der infolge des Schritts des Ausgebens des Abschaltsignals und zusätzlich
oder alternativ infolge des Schritts des Ausgebens des Pumpabschaltsignals eine vorbestimmte
Zeitspanne, zum Beispiel 30 Minuten, herunterzählen kann. Während dieser Zeitspanne
kann sowohl die Hygienetemperatur als auch die Hygieneluftfeuchtigkeit in der Trommel
gehalten werden. Vorteilhafterweise kann nach Ablauf der Zeitspanne das Hygieneprogramm
automatisch beendet werden.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Schritt des Ausgebens des Einschaltsignals
nach dem Schritt des Ausgebens des Abschaltsignals wiederholt ausgeführt werden, wenn
das Temperatursignal eine vorbestimmte Schwellentemperatur repräsentiert. Beispielsweise
kann das Hygieneprogramm nach einer Aufheizphase, in der die Heizeinheit und die Wärmepumpe
gleichzeitig betrieben werden, die Wärmepumpe im Schritt des Ausgebens des Abschaltsignals
abgeschaltet werden. Anschließend kann die für das Hygieneprogramm benötigte Heizleistung
weitestgehend über die Heizeinheit, die auch als Zusatzheizung bezeichnet werden kann,
erzeugt werden. Unter diesen Umständen kann allerdings der Kompressor der Wärmepumpe
aufgrund seines niedrigen Wärmeniveaus beschädigt werden. Um dies zu verhindern kann
zum Beispiel mittels des Temperatursensors ein Absinken der Temperatur auf einen vorbestimmten
Schwellenwert erfasst und die Wärmepumpe bei Erreichen dieser Schwellentemperatur
erneut gestartet werden. Das hat den Vorteil, dass Komponenten innerhalb der Wärmepumpe,
beispielsweise der Kompressor, während der Durchführung des Hygieneprogramms geschützt
werden können.
[0015] Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann
das hier beschrieben Verfahren entsprechend im Zusammenhang mit einem gewerblichen
oder professionellen Gerät, beispielsweise einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs-
oder Desinfektionsgerät, eingesetzt werden.
[0016] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0017] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung
der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal
kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares
Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal
darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden
kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung
einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen.
Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis
oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert
sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
[0018] Zudem wird ein Wäschebehandlungsgerät zum Behandeln von Wäsche mittels eines Hygieneprogramms
mit einer Variante der zuvor vorgestellten Steuervorrichtung vorgestellt. Dabei weist
das Wäschebehandlungsgerät folgende Merkmale auf:
eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche, wobei die Trommel ausgebildet ist, um einen
reversiblen Rotationsvorgang durchzuführen,
eine Pumpeinheit zum Einpumpen von vernebeltem Wasser in die Trommel,
eine Wärmepumpe zum Temperieren von Prozessluft,
eine Heizeinheit zum Aufheizen von Prozessluft,
ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft durch einen Kreislauf aus der Trommel
heraus, durch die Wärmepumpe und die Heizeinheit hindurch zurück in die Trommel,
einen Temperatursensor zum Bereitstellen eines eine Temperatur in der Trommel repräsentierenden
Temperatursignals und
einen Feuchtigkeitssensor zum Bereitstellen eines eine Luftfeuchtigkeit in der Trommel
repräsentierenden Feuchtigkeitssignals.
[0019] Vorteilhafterweise kann das zuvor vorgestellte Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms
in einem solchen Wäschebehandlungsgerät optimal umgesetzt werden.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform kann das Wäschebehandlungsgerät einen Kondensatorbehälter
zum Aufnehmen von in der Wärmepumpe kondensiertem Wasser umfassen, wobei die Pumpeinheit
ausgebildet sein kann, um das Wasser aus dem Kondensatorbehälter zu pumpen. Vorteilhafterweise
kann dadurch kondensiert das Wasser erneut in den Gerätekreislauf eingespeist werden,
wodurch insgesamt Wasser gespart werden kann.
[0021] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Vorrichtung ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Wäschebehandlungsgeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Durchführen eines
Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät;
- Figur 3
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer Aufheizphase des Verfahrens;
- Figur 4
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer Aufheizphase des Verfahrens; und
- Figur 5
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Durchführen eines
Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät.
[0023] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Wäschebehandlungsgeräts 100 gemäß
einem Ausführungsbeispiel. Das Wäschebehandlungsgerät 100 umfasst eine Trommel 105
zum Aufnehmen von Wäsche, die lediglich beispielhaft als Reversiertrommel ausgebildet
ist, um mittels eines Antriebs 107 die Wäsche in einem Reversierzustand in zwei verschiedenen
Rotationsrichtungen umzuwälzen. Des Weiteren umfasst das Wäschebehandlungsgerät 100
eine Pumpeinheit 110 zum Einpumpen von vernebeltem Wasser in die Trommel 105, mit
dem in der Trommel angeordnete Wäsche befeuchtbar ist. Die Pumpeinheit 110 ist dabei
beispielhaft von einer Steuervorrichtung 115 ansteuerbar. Die Steuervorrichtung 115
ist in diesem Ausführungsbeispiel sowohl ausgebildet, um die Trommel 105 unter Verwendung
eines Reversiersignals 117 in den Reversierzustand zu versetzen, als auch um ein Pumpsignal
120 an eine Schnittstelle zu der Pumpeinheit 110 auszugeben, um ein Pumpen von vernebeltem
Wasser in die Trommel 105 zu bewirken. Lediglich beispielhaft ist die Pumpeinheit
110 dabei ausgebildet, zum Pumpen Wasser aus einem Kondensatorbehälter 125 zu beziehen.
Die auf diese oder andere Weise erzeugte Luftfeuchtigkeit in der Trommel 105 ist von
einem Feuchtigkeitssensor 130 erfassbar. Der Feuchtigkeitssensor 130 ist ausgebildet,
um ein die Luftfeuchtigkeit repräsentierendes Feuchtigkeitssignals 135 an die Steuervorrichtung
115 bereitzustellen. Unter Verwendung des Feuchtigkeitssignals 135 ist die Steuervorrichtung
115 ausgebildet, um ein Pumpabschaltsignal 140 an die Pumpeinheit 110 auszugeben,
um die Pumpeinheit 110 abzuschalten, wenn das Feuchtigkeitssignal 105 eine einem vorbestimmten
Hygienefeuchtigkeitswert entsprechende Luftfeuchtigkeit repräsentiert.
[0024] In diesem Ausführungsbeispiel ist Wasser von einer Kondenswasserpumpe 145 in den
Kondensatbehälter 125 pumpbar, nachdem es im Kreislauf einer Wärmepumpe 150 kondensiert
ist. Die Wärmepumpe 150 ist ausgebildet, um die Prozessluft innerhalb des Wäschebehandlungsgeräts
100 zu temperieren und umfasst hierfür lediglich beispielhaft einen Verdampfer 152,
einen Kompressor 154, einen Kondensator 156 sowie eine Drossel 158. Beispielhaft ist
die Wärmepumpe 150 von der Steuervorrichtung 115 ansteuerbar. Mit einem Ausgeben eines
Einschaltsignals 160 von der Steuervorrichtung 115 zu der Wärmepumpe 150 ist diese
einschaltbar, um ein Erwärmen der Prozessluft zu bewirken. Zudem ist die Steuervorrichtung
115 ausgebildet, um durch ein Ausgeben eines Abschaltsignals 162 die Wärmepumpe 150
abzuschalten, wenn eine vorbestimmte Hygienetemperatur in der Trommel 105 erreicht
ist. Dabei ist die aktuelle Temperatur in der Trommel 105 von einem Temperatursensor
165 erfassbar, der ausgebildet ist, um eine die Temperatur repräsentieren das Temperatursignal
167 an die Steuervorrichtung 115 bereitzustellen.
[0025] Zusätzlich zu der Wärmepumpe 150 umfasst das Wäschebehandlungsgerät 100 in diesem
Ausführungsbeispiel eine Heizeinheit 170, die ausgebildet ist, um ein Aufheizen der
Prozessluft zu bewirken. Hierfür ist die Heizeinheit 170 von der Steuervorrichtung
115 unter Verwendung eines Heizsignals 175 ansteuerbar. Somit sind sowohl die Wärmepumpe
150 als auch die Heizeinheit 170 ausgebildet, um die Prozessluft erwärmen. Dabei ist
in diesem Ausführungsbeispiel ein Prozessluftgebläse 180 ausgebildet, um die Prozessluft
in die Trommel 105 hinein und von der Trommel 105 in einem Kreislauf durch einen Filter
182, die Wärmepumpe 150 und die Heizeinheit 170 zurück in die Trommel 105 zu fördern.
Auch das Prozessluftgebläse 180 ist in diesem Ausführungsbeispiel von der Steuervorrichtung
115 unter Verwendung eines Prozessluftsignals 185 ansteuerbar. Somit ist die Steuervorrichtung
115 ausgebildet, um durch das Steuern der einzelnen Komponenten des Wäschebehandlungsgeräts
100 die Durchführung eines Hygieneprogramms zum hygienischen Aufbereiten von Wäsche
zu steuern.
[0026] Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens 200
zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät, wie es in der
vorangegangenen Figur beschrieben wurde.
[0027] Das Verfahren 200 umfasst einen Schritt 205 des Ausgebens eines Pumpsignals an eine
Schnittstelle zu der Pumpeinheit des Wäschebehandlungsgeräts, um ein Pumpen von vernebeltem
Wasser in die Trommel zu bewirken. Zu Beginn des Hygieneprogramms wird also die in
der Trommel angeordnete trockene Wäsche mit Wasser, welches aus dem Kondensatbehälter
gepumpt und in die Trommel gesprüht wird, befeuchtet. Durch eine geeignete Sprüheinrichtung
kann das Wasser in Form von fein vernebeltem Wasser in die Trommel gesprüht werden.
Um eine optimale Durchfeuchtung der Wäsche zu realisieren, sollte das Befeuchten der
Wäsche nur im Reversierzustand der Trommel durchgeführt werden. Ansonsten würde der
durch das Prozessluftgebläse erzeugte Volumenstrom dafür sorgen, dass das vernebelte
Wasser in die Filter des Geräts und nicht in die Wäsche geleitet wird.
[0028] In diesem Ausführungsbeispiel folgt auf den Schritt 205 des Ausgebens des Pumpsignals
ein Schritt 210 des Ausgebens eines Einschaltsignals an eine Schnittstelle zu der
Wärmepumpe, um ein Erwärmen der Prozessluft zu bewirken. Zudem weist das Verfahren
200 einen Schritt 215 des Ausgebens eines Heizsignals an eine Schnittstelle zu der
Heizeinheit auf, um ein Aufheizen der Prozessluft zu bewirken. Die Prozessluft wird
dazu durch einen Kreislauf aus der Trommel hinaus, durch die Wärmepumpe und die Heizeinheit
hindurch wieder zurück in die Trommel gefördert. Zum Fördern der Prozessluft durch
den Kreislauf wird in einem Schritt 220 des Ausgebens ein Prozessluftsignal an eine
Schnittstelle zu einem Prozessluftgebläse ausgegeben.
[0029] Gemäß alternativer Ausführungsbeispiele werden die Schritte 205, 210, 215, 220 zu
Beginn der Aufheizphase gleichzeitig oder in einer geeigneten Reihenfolge nacheinander
ausgeführt. Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird der Schritt 205 nach den Schritten
210, 215 oder nach zumindest einem der Schritte 210, 215 ausgeführt. In diesem Fall
wird die Wäsche erst vorerwärmt, indem die Prozessluft durch den Kreislauf und die
aktive Wärmepumpe und/oder die aktive Heizeinheit gefördert wird. Nach einem solchen
Vorerwärmen bis zu einer vorbestimmten Vorwärmtemperatur oder für eine ein vorbestimmte
Vorwärmzeitspanne wird die Wäsche befeuchtet, indem von der Pumpeinheit Wasser in
die Trommel gesprüht wird.
[0030] Die Prozessluft wird somit erhitzt, wodurch Wasser in der Trommel verdampft. Dazu
erfolgt der Einsatz der Heizeinheit, die auch als elektrischen Zusatzheizung bezeichnet
werden kann. Für das Hygieneprogramm soll über das Befeuchten der trockenen Wäsche
und gleichzeitiger Erwärmung der Prozessluft über die elektrische Zusatzheizung und
die Wärmepumpe eine Zieltemperatur von lediglich beispielhaft über 65°C und eine Luftfeuchtigkeit
von lediglich beispielhaft über 65% in der Trommel erreicht werden. Durch den gleichzeitigen
Betrieb der Zusatzheizung und der Wärmepumpe in diesem Ausführungsbeispiel wird die
Aufheizphase im Vergleich zu einem Aufheizen unter Verwendung von lediglich einer
der beiden Komponenten deutlich verkürzt.
[0031] Sobald das Temperatursignal eine einem vorbestimmten Hygienetemperaturwert entsprechende
Temperatur repräsentiert, wird im Schritt 225 des Ausgebens ein Abschaltsignal an
die Schnittstelle zu der Wärmepumpe ausgegeben, um die Wärmepumpe abzuschalten. Lediglich
beispielhaft entspricht der vorbestimmte Hygienetemperaturwert in diesem Ausführungsbeispiel
der Zieltemperatur von 65 °C. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann der Hygienetemperaturwert
auch beispielsweise einer Temperatur von 62 °C oder 70 °C, vorteilhafterweise aber
mindestens 60 °C entsprechen. Mit dem Schritt 225 des Ausgebens des Abschaltsignals
wird die Wärmepumpe abgeschaltet und die Aufheizphase des Hygieneprogramms beendet.
Im Anschluss an diesen Schritt wird in diesem Ausführungsbeispiel für die restliche
Dauer des Hygieneprogramms die Prozessluft ausschließlich von der Heizeinheit erwärmt,
da die maximale Temperatur und die maximale relative Feuchte höher sind, wenn im aufgeheizten
Zustand ausschließlich die Zusatzheizung betrieben wird. Daher sollen während der
Aufheizphase beide Komponenten betrieben werden um das System möglichst schnell zu
erhitzen. Ist das System aufgeheizt soll die Heizleistung vollständig oder weitestgehend
über die Zusatzheizung erzeugt werden.
[0032] Beispielsweise kann die Wärmepumpe während der Durchführung einer an die Aufheizphase
anschließenden Hygienephase des Hygieneprogramms dauerhaft ausgeschaltet sein oder
nur kurzfristig, beispielsweise zur Verhinderung von Schäden an der Wärmepumpe, betrieben
werden.
[0033] Das Verfahren 200 umfasst zudem einen Schritt 230 des Ausgebens eines Pumpabschaltsignals
an die Pumpeinheit, um die Pumpeinheit abzuschalten, wenn das Feuchtigkeitssignal
eine einem vorbestimmten Hygienefeuchtigkeitswert entsprechende Luftfeuchtigkeit repräsentiert.
Lediglich beispielhaft entspricht der vorbestimmte Hygienefeuchtigkeitswert in diesem
Ausführungsbeispiel der Luftfeuchtigkeit von 65%. In einem anderen Ausführungsbeispiel
kann der Hygienefeuchtigkeitswert auch beispielsweise einer Luftfeuchtigkeit von 62%
oder 70%, vorteilhafterweise aber mindestens 60% entsprechen.
[0034] Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer Aufheizphase 300
des Verfahrens, wie es in der vorangegangenen Figur 2 beschrieben wurde. Dabei entspricht
die hier dargestellte Aufheizphase 300 dem in der vorangegangenen Figur 2 beschriebenen
Ablauf und umfasst den Schritt 205 des Ausgebens eines Pumpsignals mit den anschließenden
Schritten 210, 215 des Ausgebens eines Einschaltsignals und eines Heizsignals. Anders
ausgedrückt wird in dieser Verfahrensvariante trockene Wäsche 310 direkt mit Wasser
315 rückbefeuchtet und über ein anschließendes Erwärmen wird die für die Keimreduzierung
notwendige Temperatur und Luftfeuchtigkeit erzeugt. Dadurch verdampft das Wasser 315
und wird wieder von der Wäsche 310 getrennt.
[0035] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer Aufheizphase 300
des Verfahrens, wie es in der vorangegangenen Figur 2 beschrieben wurde. Bei der hier
dargestellten Verfahrensvariante wird vor dem Befeuchten die Wäsche erwärmt. Das heißt,
der Schritt 205 des Ausgebens des Pumpsignals wird erst nach den Schritten 210, 215
des Ausgebens des Einschaltsignals und des Heizsignals durchgeführt, wobei das Pumpsignal
ausgegeben wird, wenn das Temperatursignal eine vorbestimmte Vorwärmtemperatur repräsentiert.
Im Anschluss daran werden in diesem Ausführungsbeispiel die Schritte 210, 215 des
Ausgebens des Einschaltsignals und des Heizsignals wiederholt ausgeführt, nachdem
die Wäsche befeuchtet wurde. Anders ausgedrückt wird in der Aufheizphase 300 des Verfahrens
trockene Wäsche zuerst erwärmt, dann befeuchtet und anschließend erneut erwärmt. Dadurch
wird die Luftfeuchtigkeit höher gehalten und es wird weniger Wasser benötigt als in
der in den vorangegangenen Figuren 2 und 3 dargestellten Ausführungsform.
[0036] Figur 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens 200
zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät, wie es in der
vorangegangenen Figur 1 beschrieben wurde. Das hier dargestellte Verfahren 200 entspricht
oder ähnelt dem in Figur 2 beschriebenen Verfahren, mit dem Unterschied, dass zusätzliche
Schritte dargestellt sind. So wird das Hygieneprogramm im ersten Schritt 500 durch
Ausgeben eines Startsignals gestartet. Lediglich beispielhaft ist der Start des Hygieneprogramms
manuell, beispielsweise durch einen Nutzer, initiierbar, beispielsweise, wenn das
Wäschebehandlungsgerät eingeschaltet wird und die Steuervorrichtung des Wäschebehandlungsgeräts
ein entsprechendes Nutzersignal zum Starten des Hygieneprogramms empfängt. In diesem
Ausführungsbeispiel folgt ein Schritt 505 des Ausgebens eines Reversiersignals, um
die Trommel des Wäschebehandlungsgeräts in einen Reversierzustand zu versetzen. Lediglich
beispielhaft folgt auf den Schritt 505 des Ausgebens eines Reversiersignals ein Schritt
510 des Entscheidens, in dem entschieden wird, ob ein Vorwärmen der Wäsche durchgeführt
werden soll. Falls kein Vorwärmen der Wäsche gewünscht ist, folgt direkt der Schritt
205 des Ausgebens des Pumpsignals. Falls ein Vorwärmen der Wäsche durchgeführt werden
soll, werden die Schritte 210, 215 des Ausgebens des Einschaltsignals und des Heizsignals
direkt anschließend durchgeführt. Dadurch wird lediglich beispielhaft die Wäsche im
noch trockenen Zustand erwärmt, bis das Temperatursignal eine vorbestimmte Vorwärmtemperatur
repräsentiert. Hierfür wird in einem in einem Schritt 515 des Abgleichens die Temperatur
in der Trommel lediglich beispielhaft mit einem hinterlegten Referenzwert von lediglich
beispielhaft 65 °C abgeglichen. Solange die Vorwärmtemperatur nicht erreicht ist,
wird die trockene Wäsche weiter erwärmt. Bei Erreichen der Vorwärmtemperatur wird
anschließend der Schritt 205 des Ausgebens des Pumpsignals durchgeführt, um die Wäsche
zu befeuchten. Im Anschluss werden die Schritte 210, 215 des Ausgebens des Einschaltsignals
und des Heizsignals, eventuelle erneut, durchgeführt, um die nun feuchte Wäsche mittels
der Wärmepumpe und der Heizeinheit auf eine einem vorbestimmten Hygienetemperaturwert
entsprechende Temperatur zu erwärmen. Im Schritt 520 des Prüfens wird die Temperatur
mittels des Temperatursensors geprüft. Solange die Hygienetemperatur von lediglich
beispielhaft 65 °C noch nicht erreicht ist, wird die Wäsche weiterhin mittels der
Heizeinheit und der Wärmepumpe erwärmt. Bei Erreichen des Hygienetemperaturwerts folgt
der Schritt 225 des Ausgebens eines Abschaltsignals, um die Wärmepumpe abzuschalten.
Im Anschluss an diesen Schritt ist die Wärmepumpe abgeschaltet und die Temperatur
in der Trommel das Wäschebehandlungsgeräts wird allein über die Heizeinheit geregelt.
Zum Schutz der Komponenten in der Wärmepumpe wird in diesem Ausführungsbeispiel jedoch
der Schritt 210 des Ausgebens des Einschaltsignals nach dem Schritt 225 des Ausgebens
des Abschaltsignals wiederholt ausgeführt, wenn das Temperatursignal eine vorbestimmte
Schwellentemperatur repräsentiert. Entsprechend wird über den Verlauf des Hygieneprogramms
hinweg die Wärmepumpe kurzzeitig an und wieder ausgeschaltet, während die Heizeinheit
kontinuierlich heizt. In diesem Ausführungsbeispiel wird der Ablauf des Hygieneprogramms
in einem Schritt 525 des Zählens mittels eines Zählers geprüft, so dass erst nach
einer vorbestimmten Zeitspanne das Hygieneprogramm in einem Schritt 530 des Ausgebens
eines Endsignals beendet wird.
1. Verfahren (200) zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät
(100), wobei das Wäschebehandlungsgerät (100) eine Trommel (105) zum Aufnehmen von
Wäsche (310), eine Pumpeinheit (110) zum Einpumpen von vernebeltem Wasser (315) in
die Trommel (105), eine Wärmepumpe (150) zum Temperieren von Prozessluft, eine Heizeinheit
(170) zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse (180) zum Fördern der
Prozessluft durch einen Kreislauf aus der Trommel (105) heraus und durch die Wärmepumpe
(150) und die Heizeinheit (170) hindurch zurück in die Trommel (105), einen Temperatursensor
(165) zum Bereitstellen eines eine Temperatur in der Trommel (105) repräsentierenden
Temperatursignals (167), einen Feuchtigkeitssensor (130) zum Bereitstellen eines eine
Luftfeuchtigkeit in der Trommel (105) repräsentierenden Feuchtigkeitssignals (135)
und eine Steuervorrichtung (115) zum Steuern des Hygieneprogramms umfasst, und wobei
das Verfahren (200) folgende Schritte aufweist:
Ausgeben (205) eines Pumpsignals (120) an eine Schnittstelle zu der Pumpeinheit (110),
um ein Pumpen von vernebeltem Wasser (315) in die Trommel (105) zu bewirken;
Ausgeben (210) eines Einschaltsignals (160) an eine Schnittstelle zu der Wärmepumpe
(150), um ein Erwärmen der Prozessluft zu bewirken;
Ausgeben (215) eines Heizsignals (175) an eine Schnittstelle zu der Heizeinheit (170),
um ein Aufheizen der Prozessluft zu bewirken;
Ausgeben (220) eines Prozessluftsignals (185) an eine Schnittstelle zu dem Prozessluftgebläse
(180), um die Prozessluft durch den Kreislauf zu fördern;
Ausgeben (225) eines Abschaltsignals (162) an die Schnittstelle zu der Wärmepumpe
(150), um die Wärmepumpe (150) abzuschalten, wenn das Temperatursignal (167) eine
einem vorbestimmten Hygienetemperaturwert entsprechende Temperatur repräsentiert;
und
Ausgeben (230) eines Pumpabschaltsignals (140) an die Pumpeinheit (110), um die Pumpeinheit
(110) abzuschalten, wenn das Feuchtigkeitssignal (135) eine einem vorbestimmten Hygienefeuchtigkeitswert
entsprechende Luftfeuchtigkeit repräsentiert.
2. Verfahren (200) gemäß Anspruch 1, wobei der Schritt (205) des Ausgebens des Pumpsignals
(120) vor den Schritten (210, 215) des Ausgebens des Einschaltsignals (160) und des
Heizsignals (175) erfolgt.
3. Verfahren (200) gemäß Anspruch 1, wobei der Schritt (205) des Ausgebens des Pumpsignals
(120) nach den Schritten (210, 215) des Ausgebens des Einschaltsignals (160) und des
Heizsignals (175) erfolgt.
4. Verfahren (200) gemäß Anspruch 3, wobei das Pumpsignal (120) ausgegeben wird, wenn
das Temperatursignal (167) eine vorbestimmte Vorwärmtemperatur repräsentiert.
5. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Schritt (505)
des Ausgebens eines Reversiersignals (117) an eine Schnittstelle zu einem Antrieb
(107) der Trommel (105), um einen Reversierzustand der Trommel (105) zu bewirken.
6. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der vorbestimmte
Hygienetemperaturwert zumindest 60°C beträgt.
7. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der vorbestimmte
Hygienefeuchtigkeitswert zumindest 60% beträgt.
8. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Schritt (530)
des Beendens des Hygieneprogramms nach einer vorbestimmten Zeitspanne, nach dem Schritt
(225) des Ausgebens des Abschaltsignals (162).
9. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Schritt (210)
des Ausgebens des Einschaltsignals (160) nach dem Schritt (225) des Ausgebens des
Abschaltsignals (162) wiederholt ausgeführt wird, wenn das Temperatursignal (167)
eine vorbestimmte Schwellentemperatur repräsentiert.
10. Steuervorrichtung (115), die ausgebildet ist, um die Schritte (205, 210, 215, 220,
225, 230) des Verfahrens (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden
Einheiten auszuführen und/oder anzusteuern.
11. Wäschebehandlungsgerät (100) zum Behandeln von Wäsche (310) mittels eines Hygieneprogramms
mit einer Steuervorrichtung (115) gemäß Anspruch 10, wobei das Wäschebehandlungsgerät
(100) folgende Merkmale aufweist:
eine Trommel (105) zum Aufnehmen von Wäsche (310), wobei die Trommel (105) ausgebildet
ist, um einen reversiblen Rotationsvorgang durchzuführen;
eine Pumpeinheit (110) zum Einpumpen von vernebeltem Wasser (315) in die Trommel (105);
eine Wärmepumpe (150) zum Temperieren von Prozessluft;
eine Heizeinheit (170) zum Aufheizen von Prozessluft;
ein Prozessluftgebläse (180) zum Fördern der Prozessluft durch einen Kreislauf aus
der Trommel (105) heraus, durch die Wärmepumpe (150) und die Heizeinheit (170) hindurch
zurück in die Trommel (105);
einen Temperatursensor (165) zum Bereitstellen eines eine Temperatur in der Trommel
(105) repräsentierenden Temperatursignals (167); und
einen Feuchtigkeitssensor (130) zum Bereitstellen eines eine Luftfeuchtigkeit in der
Trommel (105) repräsentierenden Feuchtigkeitssignals (135).
12. Wäschebehandlungsgerät (100) gemäß Anspruch 11, mit einem Kondensatorbehälter zum
Aufnehmen von in der Wärmepumpe (150) kondensiertem Wasser (315), wobei die Pumpeinheit
(110) ausgebildet ist, um das Wasser (315) aus dem Kondensatorbehälter (125) zu pumpen.
13. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (200) nach
einem der vorangegangenen Ansprüche, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Vorrichtung
ausgeführt wird.