[0001] Die Erfindung betrifft eine selbstfahrende Bau- oder Gewinnungsmaschine nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es sind Bau- oder Gewinnungsmaschinen, insbesondere Fräsmaschine, wie z.B. Surface
Miner, Straßenfräse oder Recycler zum Bearbeiten eines Untergrunds bekannt, die einen
Maschinenrahmen aufweisen. An dem Maschinenrahmen ist üblicherweise eine Arbeitseinrichtung,
insbesondere eine Fräswalze zum Bearbeiten des Untergrunds vorgesehen. Die Arbeitseinrichtung
ist an dem Maschinenrahmen gelagert, wobei die Arbeitseinrichtung von einem Gehäuse
zumindest teilweise umschlossen ist. Ferner ist häufig zumindest ein bewegliches Seitenschild
vorgesehen, das das Gehäuse zumindest in einer der beiden Seiten der Arbeitseinrichtung
abschließt, wobei das bewegliche Seitenschild im Arbeitsbetrieb in Schwimmstellung
auf dem Untergrund aufliegt.
[0003] Bei selbstfahrenden Bau- oder Gewinnungsmaschinen, insbesondere Surface Minern, wird
der mit der Arbeitseinrichtung bearbeitete Bodenbelag, häufig nicht auf ein Transportfahrzeug
verladen sondern verbleibt auf dem bearbeiteten Bereich des Untergrunds liegen. Grundsätzlich
kann es sein, dass solche Maschinen als Arbeitseinrichtung eine Fräswalze und eine
aus Transportbändern bestehende Materialfördereinrichtung aufweisen können über die
der bearbeitete Bodenbelag verladen werden kann.
[0004] Es existieren jedoch auch Maschinen, die als Arbeitseinrichtung eine Fräswalze aufweisen
und das abgefräste Material nicht über Transportbänder abtransportieren, sondern das
Material zum späteren Abtransport oder Weiterbearbeitung bearbeiteten Bereich des
Untergrunds belassen. In einem solchen Betrieb ist das die Arbeitseinrichtung umgebendes
Gehäuse in einem Bereich hinter der Fräswalze nicht bis zu Untergrund verschlossen,
sondern das bearbeitete Material kann hinter der Fräswalze das Gehäuse verlassen und
verbleibt nach der Bearbeitung auf dem Untergrund. Wenn die Bau- oder Gewinnungsmaschine
neben der ersten Frässpur eine zweite Frässpur fräst, so besteht häufig das Problem,
dass das zumindest eine bewegliche Seitenschild auf dem bereits abgefrästen Bodenmaterial
aufliegt und nicht auf dem Bereich des Untergrunds, der bereits bearbeitet worden
ist. Das bewegliche Seitenschild liegt weder auf dem bearbeiteten Bereich noch auf
dem noch zu bearbeiteten Bereich auf. Da mittels des beweglichen Seitenschilds häufig
die Frästiefe ermittelt wird, kann es dadurch zu Ungenauigkeiten kommen.
[0005] Dieser Nachteil tritt sowohl bei Maschinen auf, die nicht über eine Materialfördereinrichtung
wie z. B. Transportbänder verfügen, als auch bei Maschinen, bei denen eine solche
Fördereinrichtung grundsätzlich vorhanden ist, diese jedoch für die vorliegende Arbeitsaufgabe
nicht verwendet wird.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine selbstfahrende
Bau- oder Gewinnungsmaschine, insbesondere Fräsmaschinen , zum Bearbeiten eines Untergrundes
zu schaffen, bei dem eine genauere Bearbeitung des Untergrunds möglich ist.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des Anspruchs 1.
[0008] Die Erfindung sieht in vorteilhafter Weise vor, dass ein Räumelement in Fahrtrichtung
vor dem zumindest einen beweglichen Seitenschild angeordnet ist, wobei das Räumelement
zumindest eine Räumkante aufweist, mit der das Räumelement in auf dem Untergrund vor
dem beweglichen Seitenschild liegendes Bodenmaterial eindringen kann und das Bodenmaterial
für das bewegliche Seitenschild räumt, so dass das bewegliche Seitenschild auf dem
Untergrund aufliegen kann.
[0009] Fräsmaschinen können beispielsweise Surface Miner, Straßenfräse oder Recycler sein.
[0010] Die vorliegende Erfindung hat den Vorteil, dass durch Vorsehen eines zusätzlichen
Räumelements der Bereich vor dem beweglichen Seitenschild freigeräumt wird und das
bewegliche Seitenschild auf dem Untergrund aufliegen kann. Auf diese Weise ist eine
exaktere Bestimmung der Frästiefe möglich.
[0011] Das Räumelement kann um eine Schwenkachse schwenkbar sein, wobei die Schwenkachse
vorzugsweise im Wesentlichen orthogonal zur Fahrtrichtung verläuft.
[0012] Die Arbeitseinrichtung kann beispielsweise eine Fräswalze sein. Die Fräswalze kann
eine Fräswalzenachse aufweisen, die an dem Maschinenrahmen gelagert ist. Die Schwenkachse
kann vorzugsweise parallel zu der Fräswalzenachse angeordnet sein.
[0013] Die Schwenkachse kann in Betriebsstellung horizontal und/oder vertikal versetzt zu
der Räumkante angeordnet sein.
[0014] Das Räumelement kann eine Verstauungsstellung und eine Betriebsstellung aufweisen.
[0015] In Betriebsstellung bedeutet gemäß der vorliegenden Erfindung, dass das Räumelement
in zu räumendes Bodenmaterial vor dem beweglichen Seitenschild eindringen kann oder
sich auf Höhe des Untergrunds befindet, auf dem eine Fahreinrichtung der Bodenbearbeitungsmaschine
aufliegt. Das Räumelement kann auch, wenn es nicht in Betriebsstellung ist, in eine
eingeschwenkte Stellung verschwenkt werden. Diese Stellung kann auch Verstaustellung
oder auch Transportstellung genannt werden. In dieser Verstaustellung ist das Räumelement
derart eingeschwenkt, dass das Räumelement nicht gegenüber der Fahreinrichtung der
Bodenbearbeitungsmaschine nach unten hervorsteht oder sich nicht auf Höhe des Untergrunds
befindet, auf dem die Fahreinrichtung der Bodenbearbeitungsmaschine aufliegt. Insbesondere
findet sich das Räumelement oberhalb des Untergrundes und kommt in der Verstaustellung
somit nicht mit dem Untergrund in Kontakt. In der Verstaustellung kann das Räumelement
somit nicht in auf dem Untergrund liegendes Bodenmaterial vor dem beweglichen Seitenschild
eindringen.
[0016] Die Schwenkachse kann in Betriebsstellung in Fahrtrichtung vor der Räumkante angeordnet
sein.
[0017] Die Schwenkachse kann, wenigstens wenn das Räumelement in Betriebsstellung ist, weiter
von dem Untergrund entfernt sein als die Räumkante.
[0018] Die Räumkante kann zumindest in einem ersten Räumkantenbereich eine erste Kontur
aufweisen, die in Richtung Untergrund in Betriebsstellung in Fahrtrichtung gekrümmt
ist.
[0019] Durch die Kontur dieses ersten Räumkantenbereichs kann die Kraft, die auf diesen
ersten Räumkantenbereich durch Eindringen in das Bodenmaterial auf den ersten Räumkantenbereich
wirkt, derart ausgerichtet werden, dass sich die Räumkante tiefer in das Bodenmaterial
eingräbt. Die ausgerichtete Kraft wirkt somit in Richtung Bodenmaterial.
[0020] Die Räumkante kann zumindest in einem zweiten Räumkantenbereich eine derartige Kontur
aufweisen, die in Richtung Untergrund in Betriebsstellung in eine Richtung entgegen
der Fahrtrichtung gekrümmt ist.
[0021] Die Kontur im zweiten Räumkantenbereich kann derart geformt sein, dass das Räumelement
sich zum freien Ende hin verjüngt.
[0022] Die Kraft, die in Betriebsstellung durch Eindringen in das Bodenmaterial auf den
zweiten Räumkantenbereich wirkt, kann durch die Kontur des zweiten Räumkantenbereichs
derart ausgerichtet werden, dass die Kraft nach oben, also weg von dem Bodenbelag
wirkt und somit das Räumelement in Richtung nach oben aus dem Bodenmaterial drückt.
[0023] Der zweite Räumkantenbereich ist vorzugsweise im Bereich des freien Endes des Räumkantenelements
angeordnet. Dies führt dazu, dass gerade, wenn das Räumkantenelement im unteren Bereich
auf einen festen Untergrund trifft, diese Kraft, die von diesem Untergrund ausgeht,
auf den zweiten Räumkantenbereich wirkt und durch die spezielle Kontur des zweiten
Räumkantenbereichs die Kraft derart ausgerichtet wird, dass sie das Räumkantenelement
aus dem Bodenmaterial herausdrückt.
[0024] Nach oben ist im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet in einer Richtung, die
von dem Untergrund weggerichtet nach oben wirkt. Nach unten im Sinne der Erfindung
ist in Richtung Untergrund gemeint.
[0025] Der erste Räumkantenbereich kann oberhalb des zweiten Räumkantenbereichs angeordnet
sein.
[0026] Der Untergrund, auf dem das bewegliche Seitenschild aufliegt, kann bereits gefräster
Bereich des Untergrunds sein und das Bodenmaterial, in das das Räumelement eindringt,
kann bereits gefrästes Bodenmaterial sein, das auf dem Untergrund aufliegt.
[0027] Alternativ kann das Bodenmaterial jedoch auch Bodenmaterial sein, das lediglich als
lockeres Bodenmaterial auf dem Untergrund aufliegt.
[0028] Der Schwerpunkt des Räumelements kann in Betriebsstellung in Bezug zu der Schwenkachse
derart angeordnet sein, dass das Eigengewicht des Räumelements das Räumelement in
Richtung Untergrund drückt.
[0029] Die Kontur des ersten Räumkantenbereichs kann derart geformt sein, dass in Betriebsstellung
die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial auf den ersten Räumkantenbereich
wirkt, derart ausgerichtet wird, dass zumindest ein Teil der Kraft das Räumelement
in Richtung Untergrund drückt.
[0030] Wie bereits oben erläutert, kann dies dazu führen, dass das Räumelement weiter in
das Bodenmaterial reingedrückt wird und sich somit teilweise das Bodenmaterial eingräbt.
[0031] Es kann ein Aktuatorelement vorgesehen sein, dass das Räumelement von der Betriebsstellung
in die Verstaustellung überführen kann. Eine Verstellung von der Verstaustellung in
die Betriebsstellung kann ohne das Aufbringen einer zusätzlichen Kraft, zum Beispiel
alleine durch die auf das Räumelement wirkende Schwerkraft erfolgen. Die Verstellung
des Räumelements von der Verstaustellung in die Betriebsstellung kann aber auch durch
das Aktuatorelement erfolgen, oder von diesem unterstützt werden.
[0032] Insbesondere kann ein Aktuatorelement vorgesehen sein, das das Räumelement verschwenken
kann. Das Aktuatorelement kann das Räumelement von einer Betriebsstellung in eine
Verstaustellung verschwenken. In diesem Fall würde das Aktuatorelement eine Kraft
auf das Räumelement derart aufbringen, dass die Kraft das Räumelement von dem Bodenbelag
weg verschwenkt.
[0033] Das Aktuatorelement kann ein Hydraulik- oder Pneumatikzylinder sein.
[0034] Das Aktuatorelement kann auch dafür verwendet werden, dass in Betriebsstellung eine
zusätzliche Kraft auf das Räumelement aufbringt, wobei die Kraft das Räumelement in
Richtung Untergrund drückt. Das Aktuatorelement kann dann auch die Verstellung des
Räumelements von der Verstaustellung in die Betriebsstellung durchführen, oder diese
unterstützen.
[0035] Sobald der horizontale und/oder vertikale Anteil der Kraft, die auf die Räumkante
in Betriebsstellung aufgrund des Eindringens in den Boden wirkt, größer ist als die
aufgrund des Eigengewichts und/oder des Aktuatorelements ausgeübte Kraft auf das Räumelement,
das Räumelement derart um die Schwenkachse verschwenkt, dass sich das Räumelement
von dem Bodenbelag entfernt.
[0036] Durch eine versetzte Anordnung der Schwenkachse zu der Räumkante kann auch der horizontale
Anteil der Kraft zu einem Verschwenken des Räumelements beitragen.
[0037] Dies erfolgt beispielsweise dann, wenn das Räumelement auf ein hartes Hindernis im
Bodenbelag trifft. In diesem Fall ist der horizontale und/oder vertikale Anteil der
Kraft so groß, dass das Räumelement derart verschwenkt wird, dass es sich vom Bodenbelag
entfernt.
[0038] Die Kontur des zweiten Räumkantenbereichs kann derart geformt sein, dass in Betriebsstellung
die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial auf den zweiten Räumkantenbereich
wirkt, derart ausgerichtet wird, dass zumindest ein Teil der Kraft des Räumelements
verschwenkt und vom Untergrund entfernt.
[0039] Das Eigengewicht und/oder die Kraft des Aktuatorelements und/oder die Kontur des
ersten und/oder des zweiten Räumkantenbereichs können derart wählbar sein, dass das
Räumelement in das Bodenmaterial eindringen kann, das eine Dichte aufweist, die geringer
ist als eine vordefinierte Dichte.
[0040] Auf diese Weise kann das Räumelement und/oder das Aktuatorelement und/oder die Kontur
des ersten oder des zweiten Räumkantenbereichs derart gewählt werden, dass z.B. lockeres
Material von dem Räumelement weggeräumt wird, wobei das Räumelement nicht in festeres
Material eindringt.
[0041] Es können beispielsweise Vergleichsversuche gemacht werden, die für bestimmte Materialien
und verschiedene Dichten der Materialien getestet werden, die üblicherweise von einer
solchen selbstfahrenden Bau- oder Gewinnungsmaschine, wie beispielsweise einem Surface
Miner, bearbeitet werden. Dabei kann individuell für jede einzelne Bau- oder Gewinnungsmaschine
durch die richtige Wahl des Eigengewichts und/oder Kraft des Aktuatorelements und/oder
der Kontur des ersten und/oder des zweiten Räumkantenelements gewählt werden, in welche
Art von Material bzw. welche Dichte von Material das Räumelement noch eindringen kann
und in welches nicht. Dies kann durch Vergleichsversuche herausgefunden und für eine
bestimmte Baureihe von Bodenbearbeitungsmaschinen entsprechend eingestellt werden.
[0042] Die Kraft des Aktuatorelements könnte auch verstellbar sein, so dass bei einer bestehenden
Bodenbearbeitungsvorrichtung es verstellbar sein könnte, in welches Material bzw.
in welche Dichte von Material das Räumelement noch eindringen kann und welches nicht.
[0043] Das Räumelement kann an einer Fahreinrichtung der Bau- oder Gewinnungsmaschine angeordnet
sein.
[0044] Die Fahreinrichtung kann beispielsweise ein Kettenlaufwerk oder Räder der Bauoder
Gewinnungsmaschine sein.
[0045] Die Bau- oder Gewinnungsmaschine kann auch mindestens zwei Räumelemente aufweisen,
wobei auf jeder Seite der Maschine, also vor jedem der Seitenschilde ein Räumelement
vorgesehen ist. Die Räumelemente können dann auf jeder der beiden Seiten der Bau-
oder Gewinnungsmaschine einzeln je nach Bedarf in Betriebsstellung oder Verstaustellung
verschwenkt werden.
[0046] In Schwimmstellung bedeutet, dass das bewegliche Seitenschild der Kontur des Untergrunds
bzw. des Bodenmaterials, auf dem es aufliegt, aufgrund von Eigengewicht oder aufgebrachten
leichten Druck folgt, um das Gehäuse nach außen abzuschirmen.
[0047] Wenn das bewegliche Seitenschild im Arbeitsbetrieb in Schwimmstellung auf dem Untergrund
aufliegt, kann die Arbeitseinrichtung den Untergrund bearbeiten.
[0048] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung näher erläutert.
[0049] Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine selbstfahrende Bau- oder Gewinnungsmaschine,
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Räumelement,
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht des Eindringens des Räumelements in das Bodenmaterial, und
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht auf das bewegliche Seitenschild.
[0050] Fig. 1 zeigt eine selbstfahrende Bau- oder Gewinnungsmaschine 1. Die selbstfahrende
Bau- oder Gewinnungsmaschine 1 kann beispielsweise ein Surface Miner sein. Die selbstfahrende
Bau- oder Gewinnungsmaschine 1 weist vorzugsweise einen Maschinenrahmen 2 auf. An
dem Maschinenrahmen 2 kann eine Arbeitseinrichtung angeordnet sein. Die Arbeitseinrichtung
6 kann vorzugweise eine Fräswalze sein. Die Arbeitseinrichtung 6 ist von einem Gehäuse
10 zumindest teilweise umgeben. Es ist zumindest ein bewegliches Seitenschild 8 vorgesehen,
das das Gehäuse 10 zumindest von einer der beiden Seiten der Arbeitseinrichtung 6
abschließt, wobei das bewegliche Seitenschild 8 im Arbeitsbetrieb in Schwimmstellung
auf dem Untergrund 11 aufliegt.
[0051] In Schwimmstellung bedeutet, dass das bewegliche Seitenschild 8 der Kontur des Untergrunds
bzw. des Bodenmaterials, auf dem es aufliegt, aufgrund von Eigengewicht oder von einer
nicht dargestellten Verstelleinrichtung aufgebrachten leichten Druck folgt, um das
Gehäuse 10 nach außen abzuschirmen.
[0052] Das erfindungsgemäße Räumelement 12 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel an einer
der Fahreinrichtungen 4 in Fahrtrichtung A vor dem beweglichen Seitenschild 8 angeordnet.
[0053] Das Räumelement ist in Fig. 2 näher dargestellt. Das Räumelement 12 ist in Fahrtrichtung
A vor dem zumindest einen beweglichen Seitenschild 8 angeordnet, wobei das Räumelement
12 zumindest eine Räumkante 14 aufweist, mit der das Räumelement 12 in auf dem Untergrund
vor dem beweglichen Seitenschild liegendes Bodenmaterial 16 eindringen kann und das
Bodenmaterial 16 für das bewegliche Seitenschild 8 räumt, so dass das bewegliche Seitenschild
8 auf dem Untergrund 11 aufliegen kann. Das Räumelement 12 kann um eine Schwenkachse
18 schwenkbar sein, wobei die Schwenkachse 18 vorzugsweise im Wesentlichen orthogonal
zur Fahrtrichtung A verläuft. Sofern die Arbeitseinrichtung 6 eine Fräswalze ist,
kann diese Fräswalze 6 eine Fräswalzenachse 21 aufweisen, die an dem Maschinenrahmen
2 gelagert ist. Die Schwenkachse 18 ist vorzugsweise parallel zu der Fräswalzenachse
21 angeordnet.
[0054] Die Schwenkachse 18 ist in Betriebsstellung horizontal und/oder vertikal versetzt
zu der Räumkante 14 angeordnet. Die Schwenkachse 18 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel
in Fahrtrichtung A vor der Räumkante 14 angeordnet. Ferner ist die Schwenkachse 18
ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel oberhalb der Räumkante 14 angeordnet. Oberhalb
der Räumkante bedeutet in der vorliegenden Erfindung in Richtung weg von dem Untergrund.
In der vorliegenden Fig. ist das Räumelement 12 in Betriebsstellung dargestellt. In
Betriebsstellung bedeutet, dass das Räumelement 12 in das Bodenmaterial 16 eindringt.
Die ist immer dann der Fall, wenn das Räumelement 12 gegenüber der Fahreinrichtung
4 nach unten hervorsteht oder auf dem Untergrund aufliegt, auf dem die Fahreinrichtungen
aufstehen.
[0055] Der Schwerpunkt S des Räumelements 12 ist in Fig. 2 dargestellt. Der Schwerpunkt
S des Räumelements 12 ist in Bezug zu der Schwenkachse 18 derart angeordnet, dass
das Eigengewicht des Räumelements 12 in Richtung Bodenbelag drückt.
[0056] Es ist vorzugsweise auch ein Aktuatorelement 19 vorgesehen, das in Betriebsstellung
eine zusätzliche Kraft auf das Räumelement 12 aufbringt, wobei die Kraft das Räumelement
12 in Richtung Untergrund drückt. Das Aktuatorelement 19 kann beispielsweise ein Hydraulik-
oder Pneumatikzylinder sein. Das Aktuatorelement 19 kann auch dafür verwendet werden,
das Räumelement in die Verstaustellung zu verschenken. Bei der Verstaustellung steht
das Räumelement 12 nicht gegenüber der unteren Kante der Fahreinrichtung nach unten
hervor.
[0057] Sobald der horizontale und/oder vertikale Anteil der Kraft, die in Betriebsstellung
auf die Räumkante 14 aufgrund des Eindringens in den Boden wirkt, größer ist als die
aufgrund des Eigengewichts und/oder des Aktuatorelements 19 ausgeübte Kraft auf das
Räumelement 12, das Räumelement 12 derart um die Schwenkachse verschwenkt, dass sich
das Räumelement 12 von dem Untergrund 11 entfernt.
[0058] Dies bedeutet, dass, wenn der das Räumelement auf ein Hindernis im Bodenmaterial
trifft oder das Raumelement auf den festen und dichten Untergrund trifft, der horizontale
und/oder vertikale Anteil der Kraft so hoch wird, dass das Räumelement 12 von dem
Bodenbelag weg schwenkt.
[0059] Das Räumelement 12 soll auch derart eingestellt bzw. ausgewählt sein, dass das Räumelement
12 gerade nicht ein festes Material eindringt, da das Räumelement 12 lediglich lockeres
Material auf Seite räumen soll und nicht in den zu fräsenden Untergrund 11 eindringen
soll.
[0060] Zusätzlich kann jedoch auch die Kontur der Räumkante 14 derart geformt werden, dass
es das Räumelement 12 darin unterstützt wird, einerseits in lockeres Bodenmaterial
einzudringen und andererseits von zu festem Bodenmaterial 16 weggeschwenkt zu werden.
[0061] Dabei ist vorgesehen, dass die Räumkante 14 einen ersten und zweiten Räumkantenbereich
20, 22 aufweist.
[0062] Der erste Räumkantenbereich 20 kann derart geformt sein, dass in Betriebsstellung
die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial 16 auf den ersten Räumkantenbereich
20 wirkt, derart ausgerichtet wird, dass zumindest ein Teil der Kraft das Räumelement
12 in Richtung Untergrund drückt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Räumkante
zumindest im ersten Räumkantenbereich 20 eine derartige Kontur auf, die in Richtung
Untergrund in Betriebsstellung in Fahrtrichtung A gekrümmt ist.
[0063] Die Räumkante 14 kann zumindest einen zweiten Räumkantenbereich 22 aufweisen, der
eine derartige Kontur aufweist, die in Richtung Untergrund in Betriebsstellung in
eine Richtung entgegen der Fahrtrichtung A gekrümmt ist.
[0064] Der zweite Räumkantenbereich 22 kann derart geformt sein, dass das Räumelement 12
sich zum freien Ende 24 hin verjüngt.
[0065] Der Räumkantenbereich 20 ist vorzugsweise oberhalb des zweiten Räumkantenbereichs
22 angeordnet. Die Kontur des zweiten Räumkantenbereichs 22 kann derart geformt sein,
dass in Betriebsstellung die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial
16 auf den zweiten Räumkantenbereich 22 wirkt, derart ausgerichtet ist, dass zumindest
ein Teil der Kraft das Räumelement 12 verschwenkt und vom Untergrund entfernt.
[0066] Somit kann das Eigengewicht und/oder die Kraft des Aktuatorelements 19 und/oder die
Kontur des ersten und/oder zweiten Räumkantenbereichs 20, 22 derart wählbar sein,
dass das Räumelement 12 in das Bodenmaterial 16 eindringen kann, das eine Dichte aufweisen
kann, die geringer ist als eine vordefinierte Dichte.
[0067] Das tatsächliche Eigengewicht, die Kraft des Aktuatorelements sowie die Kontur des
ersten und/oder zweiten Räumkantenbereichs 20, 22 werden durch Vergleichsversuche
mit verschiedenen Konturen, verschiedenen Eigengewichten und Kräften von Aktuatormomenten
und verschiedenen Materialien mit verschiedenen Dichten ausprobiert und dann entsprechend
ausgewählt.
[0068] Das Räumelement 12 ist wie dargestellt, vorzugsweise an einer Fahreinrichtung 4 der
Bau- oder Gewinnungsmaschine 1 angeordnet.
[0069] In Fig. 3 ist ein schematisches Bild dargestellt, das die Fahreinrichtungen 4, die
auf dem zu fräsenden Untergrund aufliegen, sowie das Räumelement 12 schematisch darstellt.
In der gezeigten Figur räumt das Räumelement wie das Bodenmaterial 16 in Fahrtrichtung
A vor dem beweglichen Seitenschild 8. Das Räumelement 12 dringt dabei nicht in den
Bereich 11a des Untergrunds 11 ein, über dem bereits gefräst worden ist.
[0070] Fig. 4 zeigt schematisch das Beispiel, bei dem das Bodenmaterial 16, das auf dem
bereits gefrästen Bereich 11a des Untergrunds aufliegt, bereits weggeräumt worden
ist. In diesem Fall kann das bewegliche Seitenschild 8 auf Bereich 11a des Untergrunds
11 aufliegen über dem bereits gefräst worden ist. Die Frästiefe ist kann somit mittels
des beweglichen Seitenschildes 8 ermittelt werden.
1. Selbstfahrende Bau- oder Gewinnungsmaschine (1), insbesondere Fräsmaschine, zum Bearbeiten
eines Untergrunds (11), mit
- einem Maschinenrahmen (2),
- einer Arbeitseinrichtung (6) zum Bearbeiten des Untergrunds (11), die an dem Maschinenrahmen
(2) gelagert ist, wobei die Arbeitseinrichtung (6) von einem Gehäuse (10) zumindest
teilweise umschlossen ist,
- zumindest einem beweglichen Seitenschild (8), das das Gehäuse (10) zumindest an
einer der beiden Seiten der Arbeitseinrichtung (6) abschließt, wobei das bewegliche
Seitenschild (8) im Arbeitsbetrieb in Schwimmstellung auf dem Untergrund (11) aufliegt,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Räumelement (12) in Fahrtrichtung (A) vor dem zumindest einem beweglichen Seitenschild
(8) angeordnet ist, wobei das Räumelement (12) zumindest eine Räumkante (14) aufweist,
mit der das Räumelement (12) in auf dem Untergrund (11) vor dem beweglichen Seitenschild
(8) liegendes Bodenmaterial (16) eindringen kann und das Bodenmaterial (16) für das
bewegliche Seitenschild (8) räumt, so dass das bewegliche Seitenschild (8) auf dem
Untergrund (11) aufliegen kann.
2. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Räumelement (12) um eine Schwenkachse (18) schwenkbar ist, wobei die Schwenkachse
(18) vorzugsweise im Wesentlichen orthogonal zur Fahrtrichtung (A) verläuft.
3. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (18) in Betriebsstellung horizontal und/oder vertikal versetzt zu
der Räumkante (14) angeordnet ist.
4. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Räumkante (14) zumindest in einem ersten Räumkantenbereich (20) eine derartige
Kontur aufweist, die in Richtung Untergrund (11) in Betriebsstellung in Fahrtrichtung
(A) gekrümmt ist.
5. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Räumkante (14) zumindest in einem zweiten Räumkantenbereich (22) eine derartige
Kontur aufweist, die in Richtung Untergrund (11) in Betriebsstellung in eine Richtung
entgegen der Fahrtrichtung (A) gekrümmt ist.
6. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur im zweiten Räumkantenbereich (22) derart geformt ist, dass das Räumelement
(12) sich zum freien Ende hin verjüngt.
7. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Räumkantenbereich (20) in Betriebsstellung oberhalb des zweiten Räumkantenbereichs
(22) angeordnet ist.
8. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Untergrund (11), auf dem das bewegliche Seitenschild (8) aufliegt bereits gefräster
Bereich des Untergrunds (11a) ist und das Bodenmaterial (16), in das das Räumelement
(12) eindringt, bereits gefrästes Bodenmaterial (16) ist, das auf dem Untergrund (11a)
liegt.
9. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwerpunkt (S) des Räumelements (12) in Bezug zu der Schwenkachse (18) derart
angeordnet ist, dass das Eigengewicht des Räumelements (12) das Räumelement (12) in
Richtung Untergrund (11) drückt.
10. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur des ersten Räumkantenbereichs (20) derart geformt ist, dass in Betriebsstellung
die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial (16) auf den ersten Räumkantenbereich
(20) wirkt, derart ausgerichtet wird, dass zumindest ein Teil der Kraft das Räumelement
(12) in Richtung Untergrund (11) drückt.
11. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aktuatorelement (19) vorgesehen ist, das in Betriebsstellung eine zusätzliche
Kraft auf das Räumelement (12) aufbringt, wobei die Kraft das Räumelement (12) in
Richtung Untergrund (11) drückt.
12. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass sobald der horizontale und/oder vertikale Anteil der Kraft, die auf die Räumkante
(14) aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial wirkt, größer ist als die aufgrund
des Eigengewichts und/oder des Aktuatorelements (19) ausgeübte Kraft auf das Räumelement
(12), das Räumelement (12) derart um die Schwenkachse (18) verschwenkt, dass sich
das Räumelement (12) von dem Untergrund (11) entfernt.
13. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur des zweiten Räumkantenbereichs (22) derart geformt ist, dass in Betriebsstellung
die Kraft, die aufgrund des Eindringens in das Bodenmaterial (16) auf den zweiten
Räumkantenbereich (22) wirkt, derart ausgerichtet ist, dass zumindest ein Teil der
Kraft das Räumelement (12) verschwenkt und vom Untergrund (11) entfernt.
14. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Eigengewicht und/oder die Kraft des Aktuatorelements (19) und/oder die Kontur
des ersten und/oder zweiten Räumkantenbereichs (20, 22) derart wählbar ist, dass das
Räumelement (12) in das Bodenmaterial (16) eindringen kann, das eine Dichte aufweist,
die geringer ist als eine vordefinierte Dichte.
15. Bau- oder Gewinnungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Räumelement (12) an einer Fahreinrichtung (4) der Bau- oder Gewinnungsmaschine
(1) angeordnet ist.