[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ballenpresse mit einem eine Presskammer umgebenden
Pressengehäuse, einem im Pressengehäuse verfahrbaren Pressschild, das mit Hydraulikzylindern
antreibbar ist. Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben der Ballenpresse.
[0002] Aus
DE 100 29 439 A1 ist eine Ballenpresse mit einem eine Presskammer umgebenden Gehäuse und einem darin
eingesetzten Pressenstempel bekannt, dessen Antrieb von vier seitlich neben dem Pressengehäuse
angeordneten Hydraulikzylindern gebildet wird. Der Antrieb der Hydraulikzylinder ist
ungesteuert. Die Zylinder werden als Druckzylinder eingesetzt. Das heißt: Beim Abwärtsfahren
des Presstempels wird die Kolbenfläche des Zylinders mit Hydrauliköl beaufschlagt,
beim Aufwärtsfahren die Kolbenringfläche. Zwar lässt sich bei einer Ballenpresse mit
Druckzylindern ein hoher Pressdruck erzeugen, jedoch resultiert aus dieser Bauweise
der Nachteil, dass die Druckzylinder die Ballenpresse systembedingt grundsätzlich
überragen. Für Räume mit niedriger Bauhöhe ist das nachteilig.
[0003] Aus
US 2013/0270730 A1 ist eine Formpressvorrichtung zum Schmelzen eines Harzmaterials bekannt, bei dem
dem geschmolzenen Harz Fasern zugeführt werden und Harz und Fasern dann in eine Form
gepresst werden. Die Formpressvorrichtung umfasst eine untere und eine obere Form
und mindestens drei Kompressions-Hydraulikzylinder, die an der oberen und unteren
Form befestigt sind. Zur Erfassung des Abstandes von oberer und unterer Form sind
Positionssensoren vorgesehen. Und gemäß derer Informationen die Kompressions-Hydraulikzylinder
einzeln ansteuerbar sind. Die Formpresseinrichtung ist für das ballenförmige Verpressen
von Material weder vorgesehen noch geeignet.
[0004] Aus
US 5 868 067 A ist eine Ballenpresse zum Verdichten von Fasern und anderen verdichtbaren Materialien,
wie Müll, bekannt. Die Ballenpresse umfasst einen primären Hydraulikzylinder und einen
schneller arbeitenden sekundären Hydraulikzylinder, die beide an einer für die Verdichtung
des Materials vorgesehenen Pressplatte befestigt sind. Dabei arbeitet das zweite Kompressionsmittel
schneller als das erste Kompressionsmittel und übt eine Stampf-Bewegung auf das durch
das erste Kompressionsmittel vorverdichtete Pressgut aus. Beide Kompressionsmittel
weisen ein gemeinsames Hydrauliksystem und ein Magnetventil auf. Die Zufuhr von Hydrauliköl
zu den beiden Hydraulikzylindern und die Aktivierung der Stampf-Hübe erfolgt mittels
einer dafür vorgesehenen Steuerung. Nachteilig an diesem System ist, dass zwar zwei
Zylinderpaare mit insgesamt vier Zylindern vorgesehen sind, die beiden sekundären
Zylinder jedoch nur dazu dienen, die Hubgeschwindigkeit im unbelasteten Zustand zu
vergrößern. Die Materialverdichtung erfolgt ausschließlich mit den primären Zylindern.
[0005] Aus
DE 195 28 813 A1 ist eine Vorrichtung zur Kompensation von Kippmomenten an einem Stößel einer Presse
bekannt. Die Vorrichtung umfasst zumindest ein Paar gleicher Hydraulikzylinder, deren
Kolben jeweils mit dem Stößel verbunden sind. Bei den Hydraulikzylindern handelt es
sich um Gleichlaufzylinder (auch Gleichgangzylinder genannt), welche auf beiden Seiten
der Kolbenfläche eine Kolbenstange aufweisen. Das Volumen des ein- und ausströmenden
Hydrauliköls ist deshalb immer gleich groß. Der Zylinder fährt somit auch mit derselben
Geschwindigkeit ein und aus. Die oberhalb des Kolbens angeordnete Kammer jedes Hydraulikzylinders
ist mit der unterhalb des Kolbens angeordneten Kammer des jeweils anderen Hydraulikzylinders
des Paares über jeweils eine Verbindungsleitung verbunden. Zwar ist die aus
DE 195 28 813A1 bekannte Vorrichtung in der Lage, eine Schrägstellung des Stößels zu erfassen und
zu kompensieren, jedoch weisen solche Stößelpressen keine Presskammer auf und sind
als Ballenpressen ungeeignet.
[0006] Aus
US 5 570 630 A ist eine Ballenpresse mit zwei doppeltwirkenden Hydraulikzylindern bekannt. Die Hydraulikzylinder
sind über eine Brückenkonstruktion und zwei daran angebrachte Pressplatten miteinander
verbunden. Um die Winkligkeit der Platte bei ihrer Abwärtsbewegung und damit beim
Verdichten zu steuern, sind zwei elektrische Schalter vorgesehen, die immer dann durch
einen Stift aktiviert werden, wenn die die Hydraulikzylinder verbindende Brückenkonstruktion
aus ihrer üblicherweise horizontalen Lage in eine Schräglage gerät. Nachteilig an
der Steuerung ist, dass die Zylinder sich nur grob ansteuern lassen und eine Feinsteuerung
nicht möglich ist.
[0007] Aus
AU 001991082616 A1 ist eine Presse für Wolle mit einem Rahmen und einer in eine Presskammer einfahrbaren
Pressplatte bekannt. Um die zusammengedrückte Wolle nach dem Pressen in ihrer verpressten
Position zu halten, sind Wollhalteelemente in Form von seitlich in den Pressballen
eingreifenden Stiften vorgesehen, die nach dem Verdichten und vor dem Aufwärtsbewegen
der Pressplatte von den Seiten her in den Wollballlen eingestochen werden. Die seitlich
in den Pressraum eingreifenden Stifte dienen somit als Niederhalter für das zu verdichtende
Material und verhindern, dass dieses beim Rücklauf der Pressplatte expandiert.
[0008] Aus
US 3 851 577 A ist eine Ballenpresse zum Verpressen von Abfall, beispielsweise Kartons, mit einer
Presskammer und einer oberhalb der Presskammer auf einer Pressplatte angebrachten
Hydraulikzylinder bekannt. Um die Gesamthöhe der Ballenpresse für den Versand zu reduzieren,
kann der Zylinder nach unten in das Gehäuse abgesenkt werden. Der Umbau ist jedoch
zeit- und kostenintensiv. Weiterhin nachteilig an einem System mit oberhalb der Presskammer
angeordnetem Hydraulikzylinder ist die hiermit verbundene hohe Gesamtbauhöhe. Für
Räume mit niedriger Bauhöhe sind Ballenpressen mit einem solchen Aufbau deshalb ungeeignet.
[0009] Aus dem Dokument
DE 20 2015 102 601 U1 ist eine Ballenpresse zum Verdichten von losem Material, wie Kartonagen, bekannt.
Derartige Ballenpressen werden unter anderem bei Supermärkten dazu verwendet, die
Kartonagen, Pappen und sonstigen Umhüllungen von Verkaufsgütern, die lose in Verkaufsregale
eingeräumt beziehungsweise aus diesen entnommen werden, zu verpressen, um das anfallende
Volumen der zu entsorgenden Reststoffe zu minimieren. Auch eine Umreifung der gepressten
Kartonagen oder dergleichen mit Drähten oder Kunststoffbändern kann unmittelbar in
einem Pressschacht eines Pressengehäuses erfolgen. Zum Komprimieren der Kartonagen
und dergleichen wird eine Pressplatte mit zwei oberseitig am Pressschacht angeordneten
Hydraulikzylindern nach unten bewegt. Dies bedingt eine große Bauhöhe der Ballenpresse.
Bei diesem Stand der Technik erfordert die Anordnung der Hydraulikzylinder oberhalb
eines Pressengehäuses eine große Raum höhe, um die Ballenpresse witterungsgeschützt
in einem Gebäude aufstellen zu können.
[0010] Das Dokument
DE 10 2005 037 147 A1 zeigt eine Ballenpresse mit einem Pressengehäuse, das eine Presskammer umgibt, wobei
mit einem Kraftantrieb aus vier Hydraulikzylindern ein Pressschild in der Presskammer
bewegbar ist. Dabei wirken jeweils zwei Hydraulikzylinder als Master-Slave-Zylinderpaar
zusammen. Weiterhin können die Hydraulikzylinder auch seitlich am Pressengehäuse angeordnet
sein, um die Bauhöhe der Ballenpresse zu verringern. Der Betrieb einer Ballenpresse
mit Master-Slave-Hydraulikzylindern erfordert einen erheblichen technischen Aufwand,
insbesondere spezielle und dadurch teure Hydraulikzylinder.
[0011] Die
US 10,471,673 B2 offenbart eine Ballenpresse mit einem in einem Pressengehäuse verfahrbaren Pressschild,
das von Hydraulikzylindern angetrieben ist. Die im Pressengehäuse angeordneten Hydraulikzylinder
wirken gruppenweise auf eine zusätzliche Zwischenplatte und das Pressschild ein.
[0012] Die
DE 10 2005 037 147 A1 offenbart eine Ballenpresse gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1 mit einem in einem
Pressengehäuse verfahrbaren Pressschild, das von Hydraulikzylindern angetrieben ist.
Die Hydraulikzylinder sind jeweils paarweise an zwei einander gegenüberliegenden Seiten
außerhalb einer Presskammer (2) angeordnet. Dabei werden die Hydraulikzylinder nach
dem Master-Slave-Prinzip angesteuert.
[0013] Die
DE 10 2013 014 offenbart eine Ballenpresse mit einem in einem Pressengehäuse verfahrbaren Pressschild,
das von Hydraulikzylindern angetrieben ist. Dabei sind drei Hydraulikzylinder linear
in einer Reihe angeordnet. Dabei kann nur ein Hydraulikzylinder das Pressschild entgegen
einer Pressrichtung antreiben.
[0014] Für die vorliegende Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, eine Ballenpresse anzugeben,
die eine geringe Bauhöhe sowie einen vereinfachten konstruktiven Aufbau aufweist.
Weiterhin soll ein entsprechendes Verfahren zum Betreiben einer solchen Ballenpresse
angegeben werden.
[0015] Diese Aufgaben werden durch eine Ballenpresse mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst.
[0016] Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, dass bei einer Ballenpresse, die, wie
vorstehend ausgeführt, über ein Pressengehäuse mit Presskammer, ein Pressschild und
Hydraulikzylinder zu dessen Antrieb verfügt, insgesamt vier Hydraulikzylinder vorgesehen
sind, die jeweils paarweise auf einer Seite des Pressschildes angeordnet sind, wobei
mittels einer Steuereinrichtung die Hydraulikzylinder jedes Zylinderpaares pressdruckabhängig
jeweils selektiv einzeln oder gemeinsam ansteuerbar sind.
[0017] Durch die Anordnung der Hydraulikzylinder seitlich am Pressengehäuse wird die Bauhöhe
der Ballenpresse klein gehalten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Ballenpresse
so konzipiert ist, dass die Hydraulikzylinder nicht als Druckzylinder, sondern als
Zugzylinder eingesetzt werden. Unter einem Druckzylinder wird in diesem Zusammenhang
ein Zylinder verstanden, bei dem beim Pressvorgang die Kolbenfläche mit Hydrauliköl
beaufschlagt wird. Unter einem Zugzylinder wird ein Zylinder verstanden, bei dem beim
Pressvorgang die Kolbenringfläche mit Hydrauliköl beaufschlagt wird.
[0018] Bei einer Ballenpresse mit Zugzylindern ergibt sich der Vorteil, dass die Hydraulikzylinder
die Presskammer bzw. das Pressschild nicht überragen. Bei zwei Ballenpressen mit gleicher
Gesamtbauhöhe, von denen die eine das Pressgut mit Zugzylindern verdichtet und die
andere mit Druckzylindern, kann die Zugzylinder-Ballenpresse deshalb eine höhere und
damit größere Presskammer realisieren als eine Druckzylinder-Ballenpresse. Die erfindungsgemäße
Ballenpresse mit Zugzylindern ist deshalb besonders gut für Räume mit niedriger Bauhöhe
geeignet.
[0019] Die an dem Pressschild angreifenden Hydraulikzylinder sind hierzu vorzugsweise derart
ausgebildet, dass sie, wenn das Pressschild in seine oberste Position verfahren ist,
nach oben praktisch nicht über das Pressschild überstehen. Insbesondere sind hierzu
die Hydraulikzylinder jeweils paarweise links und rechts einander gegenüberliegend
an zwei Seiten des üblicherweise rechteckigen Pressschildes angeordnet. Im unteren
Bereich der Ballenpresse ist vorzugsweise ein unteres Querjoch vorgesehen, an dem
die Zylinder befestigt sind.
[0020] Die Steuereinrichtung ist dazu ausgelegt, die verschiedenen Hydraulikzylinder der
Ballenpresse jeweils in gewünschter Weise mit Hydrauliköl zu beaufschlagen, also das
Pressschild zum Verdichten von Pressgut, wie Kartonagen oder dergleichen, nach unten
fahren zu lassen, und um die Hydraulikzylinder auch in Gegenrichtung jeweils gezielt
zum Anheben des Pressschildes anzusteuern. Dabei ist die Steuereinrichtung derart
ausgelegt, dass jeweils entweder nur einer oder beide Hydraulikzylinder jedes Zylinderpaares,
die benachbart an einer Seite des Pressschildes angeordnet sind, angesteuert werden.
Dies bietet den Vorteil, dass, wenn die Presskammer der Ballenpresse noch fast leer
ist oder nur ein leicht zu verdichtendes Material eingefüllt ist, jeweils nur ein
Hydraulikzylinder auf jeder Seite des Pressschildes angesteuert wird. Da in dieser
Phase nur zwei Hydraulikzylinder mit Hydrauliköl beaufschlagt werden, kann mit einer
vorhandenen Pumpe für das Hydrauliköl das erforderliche Volumen zum Antreiben der
dann nur zwei angetriebenen Hydraulikzylinder schneller zur Verfügung gestellt werden
als bei vier Hydraulikzylindern, was ein schnelles Verfahren des Pressschildes ergibt.
Gleiches gilt auch für einen wenig Kraft erfordernden Rücklauf des Pressschildes,
für den zweckmäßig ebenfalls nur je ein Zylinder jedes Zylinderpaares angesteuert
wird.
[0021] Die Kolbenstange des jeweils nicht angesteuerten Zylinders wird dabei vom jeweils
benachbarten angesteuerten Zylinder mitgenommen. Dazu sind die beiden auf einer Seite
des Pressschildes angeordneten Hydraulikzylinder miteinander mechanisch gekoppelt,
so dass durch das Bewegen der Kolbenstange des einen, angesteuerten Hydraulikzylinders
nach oben oder unten jeweils die Kolbenstange des anderen Zylinders mitbewegt wird.
[0022] Werden jedoch größere Kräfte zum Bewegen des Pressschildes benötigt, insbesondere
während einer letzten Phase eines Presshubes des Pressschildes, beispielsweise im
letzten Drittel bis letzten Fünftel auf dem Weg nach unten in der Presskammer, kann
dies von einem Sensor der Steuereinrichtung festgestellt werden, beispielsweise dadurch,
dass der Druck in den angesteuerten Hydraulikzylindern ansteigt und sich die Kolbenstangen
der Hydraulikzylinder nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr bewegen. Nachfolgend
kann dann von der Steuereinrichtung pressdruckabhängig eine Umschaltung derart erfolgen,
dass über weitere entsprechende Hydraulikleitungen unter Druck stehendes Hydrauliköl
nunmehr auch den beiden bisher nicht beaufschlagten Hydraulikzylindern zugeführt wird,
um die Presskraft zu verdoppeln.
[0023] Die Hydraulik-Steuereinrichtung ist vorzugsweise eine elektronische Einheit, wie
SPS-Steuerung.
[0024] Durch die selektive Ansteuerung wahlweise jeweils nur eines Hydraulikzylinders oder
beider Hydraulikzylinder auf jeder Seite es möglich, bei gleicher Leistung einer der
Presse zugeordneten Hydraulikölpumpe einen wesentlich effektiveren Betrieb der Presse
mit schnellerem Verfahren des Pressschildes bei geringen Kraftbedarf und mit einer
hohen Presskraft bei der Komprimierung von Pressgut zu erreichen.
[0025] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die seitliche Anordnung
der Hydraulikzylinder die Ballenpresse auch in Räumen mit niedrigen Deckenhöhen aufgestellt
und auch durch niedrige Türen oder Tore befördert werden kann.
[0026] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der Gegenstand von Unteransprüchen.
[0027] Insbesondere kann die Ansteuerung der Hydraulikzylinder derart erfolgen, dass, wenn
zunächst nur jeweils ein Zylinder an jeder Seite angesteuert wird, dies über Kreuz
erfolgt, also beispielsweise die Zylinder links hinten und rechts vorne oder alternativ
die Zylinder links vorne und rechts hinten. Somit kann eine gleichmäßigere Kraftbeaufschlagung
des Pressschildes durch die Hydraulikzylinder erreicht werden, um ein Verkippen des
Pressschildes zu vermeiden.
[0028] Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass für die Betätigung der Hydraulikzylinder
ein hydraulisches Hauptschaltventil und ein hydraulisches Druckumschaltventil vorgesehen
sind, die von der Hydraulik-Steuereinheit ansteuerbar sind. Mit dem Hauptschaltventil
wird dabei grundsätzlich die Bewegungsrichtung der Hydraulikzylinder festgelegt, also
Anheben oder Absenken des Pressschildes, je nach dem in welcher Richtung die Hydraulikzylinder
mit Hydrauliköl beaufschlagt werden. Mit dem Druckumschaltventil wird zusätzlich geregelt,
ob auf jeder Seite jeweils nur ein Hydraulikzylinder oder beide Hydraulik-zylinder
des Zylinderpaares mit Hydrauliköl beaufschlagt werden.
[0029] Bevorzugt sind die Hydraulikzylinder jeweils mit einem oberseitigen Querjoch und/oder
einem unterseitigen Unterjoch miteinander verbunden. Diese Joche sind dann jeweils
oberhalb bzw. unterhalb des Pressengehäuses angeordnet. Um eine Beweglichkeit der
Hydraulikzylinder relativ zu diesen Jochen zu ermöglichen, können Gelenklager und
Wellen an den Verbindungsstellen von Zylindern und Jochen vorgesehen sein.
[0030] Bevorzugt ist im Pressengehäuse für das bewegbare Pressschild eine Führung vorgesehen.
Beispielsweise können an dem Pressschild im Querschnitt dreieckige, prismenförmige
Führungsschienen angeordnet sein, die mit korrespondierenden Führungsprofilen an Innenflächen
der Presskammer zusammenwirkt. Damit wird einem Verkippen des Pressschildes beim Zusammenpressen
von Pressgut entgegengewirkt.
[0031] Besonders wenn die Presskammer ungleichmäßig befüllt ist, kann es auftreten, dass
das Pressschild aufgrund unterschiedlicher Widerstände des zu pressenden Pressguts
verkippt, d.h. sich gegen seine eigene Hauptebene neigt. Im Hinblick darauf schlägt
die Erfindung vor, dass dem Pressschild ein eine Schräglage des Pressschildes detektierender
Lagesensor zugeordnet ist, von dem Lagesignale an die Hydraulik-Steuereinheit übermittelbar
sind. Auf diese Weise kann durch die Steuereinrichtung und den Lagesensor eine auftretende,
einen vorgebbaren Grenzwert überschreitende Pressschildschräglage festgestellt werden.
Nachfolgend kann die Steuereinrichtung dann derart die Hydraulikzylinder ansteuern,
dass das Verkippen ausgeglichen wird, also beispielsweise auf einer voreilenden Seite
des Pressschildes nur ein Hydraulikzylinder mit Hydrauliköl beaufschlagt wird und
auf der gegenüberliegenden, zurückbleibenden Seite des Pressschildes beide Hydraulikzylinder
mit Hydrauliköl beaufschlagt werden, um das Pressschild wieder waagerecht auszurichten.
[0032] Zum Betreiben der erfindungsgemäßen Ballenpresse werden die Hydraulikzylinder jedes
Zylinderpaares pressdruckabhängig jeweils selektiv einzeln oder gemeinsam angesteuert.
Das bedeutet, dass von den beiden jeweils auf einer Seite des Pressschildes angeordneten
Hydraulikzylindern, die mechanisch miteinander gekoppelt sind, jeweils entweder nur
einer oder beide zum Heben und Senken des Pressschildes angesteuert werden. Bei geringem
Kraftbedarf wird jeweils nur ein Hydraulikzylinder jedes Zylinderpaares mit Hydrauliköl
beaufschlagt, um das Pressschild schnell nach unten zu bewegen oder es wieder anzuheben,
und bei hohem Kraftbedarf, d.h. beim Verpressen des Pressguts, werden dann beide Hydraulikzylinder
jedes Zylinderpaares mit Hydrauliköl beaufschlagt.
[0033] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert.
Die Figuren der Zeichnung zeigen, jeweils in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- eine Ballenpresse in einer ersten perspektivischen Ansicht,
- Figur 2
- die Ballenpresse in Draufsicht,
- Figur 3
- die Ballenpresse in einer zweiten perspektivischen Ansicht,
- Figur 4
- ein Paar von Hydraulikzylindern der Ballenpresse in einer Seitenansicht und
- Figur 5
- ein Schaltbild der Hydraulikanlage der Ballenpresse, zusammen mit einigen weiteren
Teilen der Ballenpresse.
[0034] In der folgenden Figurenbeschreibung sind gleiche Teile in den verschiedenen Zeichnungsfiguren
stets mit den gleichen Bezugszeichen versehen, sodass nicht zu jeder Zeichnungsfigur
alle Bezugszeichen erneut erläutert werden müssen.
[0035] Ferner enthalten die Figuren der Zeichnung, deren Beschreibung sowie die Ansprüche
zahlreiche Merkmale in Kombination. Einem Fachmann ist dabei klar, dass diese Merkmale
auch einzeln betrachtet werden oder sie zu weiteren, hier nicht näher beschriebenen
Kombinationen zusammengeführt werden können. Die Erfindung erstreckt sich ausdrücklich
auch auf solche Ausführungsformen, welche nicht durch Merkmalskombinationen aus expliziten
Rückbezügen der Ansprüche gegeben sind, womit die offenbarten Merkmale der Erfindung,
soweit dies technisch sinnvoll ist, beliebig miteinander kombiniert sein können.
[0036] Die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele haben somit nur beschreibenden
Charakter und sind nicht dazu gedacht, die Erfindung in irgendeiner Form einzuschränken.
[0037] Die im Weiteren verwendeten Begriffe: "obere", "oben", "untere", "linke" oder "rechte"
beziehen sich auf die in der Zeichnung dargestellte Anordnung der Komponenten der
Ballenpresse im Betriebsmodus entspricht.
[0038] Figur 1 zeigt eine Ballenpresse 1 mit einem Pressengehäuse 3, beispielsweise aus
Stahl, und einer Presskammer 2, deren eine Vorderseite des Pressengehäuses 3 bildende
Kammertür 9 hier geöffnet ist. In ihrem oberen Teil ist die Kammertür 9 mit einer
Einfüllöffnung 10 versehen. Durch die Einfüllöffnung 10 können bei geschlossener Kammertür
9 Pressgutteile, wie beispielsweise Kartonagen, Pappen, Verpackungen oder leere Getränkeflaschen
aus Kunststoff, die beispielsweise in Supermärkten anfallen, in die Presskammer 2
eingefüllt werden.
[0039] Das Pressgut wird dann durch ein Pressschild 4, das hier in einer angehobenen, oberen
Position dargestellt ist, in Richtung R1 bewegt und verdichtet, vorzugsweise mit Draht
oder Kunststoffbändern umreift und dann bei geöffneter Kammertür 9 als gepresster
Ballen entnommen. Somit ist das Volumen der zu entsorgender Materialien erheblich
reduziert und die Ballen sind gut lagerbar und transportierbar.
[0040] Das Pressschild 4 wird mittels hier vier seitlich am Pressengehäuse 3 paarweise angeordneter
Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 bewegt, wobei in Figur 1 nur die zwei Hydraulikzylinder
5, 6 ganz sichtbar sind. Die zwei weiteren Hydraulikzylinder 7, 8, sind an der hier
vom Betrachter abgewandten Seite des Pressengehäuses 3 angeordnet und weitestgehend
verdeckt. Die Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 weisen jeweils einen Kolben 23 und eine
Kolbenstange 22 auf. Die Kolben 23 weisen jeweils an ihrer einen Seite eine Kolbenfläche
25 und an ihrer anderen Seite eine die Kolbenstange 22 umgebende Kolbenringfläche
24 auf. Dadurch, dass die Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 seitlich am Pressengehäuse
3 angeordnet sind, ist die Bauhöhe der Ballenpresse 1 vorteilhaft niedrig. Besonders
niedrig wird die Bauhöhe zudem dadurch, dass die Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 als
Zugzylinder konzipiert sind, die bei ihrer Bewegung in Pressrichtung R1 jeweils an
ihrer Kolbenringfläche 24 mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt werden.
[0041] Das Pressschild 4 ist an seinen seitlichen Rändern mit hier vier vertikalen, prismenförmige
Führungsschienen 13 verbunden, die nach oben hin über das Pressschild 4 hinausragen
und die mit korrespondierenden Führungsprofilen 14 an den beiden seitlichen Innenflächen
des Pressengehäuses 3 zusammenwirken.
[0042] Die zwei Hydraulikzylinder 5, 6 auf der einen Seite und die zwei weiteren Hydraulikzylinder
7, 8 auf der anderen Seite sind oben mittels eines oberen Querjochs 11 und unten mittels
eines parallel zum oberen Querjoch unterhalb der Presskammer 2 verlaufenden Unterjochs
17 innerhalb jedes Zylinderpaares sowie von Zylinderpaar zu Zylinderpaar miteinander
verbunden. Zudem ist das obere Querjoch 11 mit der Oberseite des Pressschildes 4 verbunden.
[0043] In Figur 2 ist die Ballenpresse 1 in Draufsicht dargestellt. Die vier Hydraulikzylinder
5, 6, 7, 8 greifen hier seitlich paarweise einander gegenüberliegend über das obere
Querjoch 11 an dem Pressschild 4 an. Die Hydraulikzylinder 5, 6 der einen Seite und
die Hydraulikzylinder 7, 8 der anderen Seite sind mittels des oberen Querjoch 11 miteinander
verbunden. Durch das Querjoch 11 wird eine mechanische Kopplung der Hydraulikzylinder
5, 6, 7, 8 erreicht.
[0044] Weiterhin verfügt das Pressschild 4 an seinen seitlichen Rändern über die vier vertikalen,
prismenförmigen Führungsschienen 13, die mit den korrespondierenden Führungsprofilen
14 an der Innenfläche des Pressengehäuses 3 zusammenwirken. Diese Führungsschienen
13 und Führungsprofile 14 wirken einem Verkippen des Pressschildes 4 entgegen, da
sich beim Verkippen des Pressschildes 4 auf der voreilenden Seite ein erhöhter Reibungswiderstand
der dortigen Führungsschienen 13 im Führungsprofil 14 ergibt, so dass das Pressschild
4 an dieser Seite gebremst wird und sich quasi selbsttätig wieder horizontal ausrichtet.
[0045] Die vier Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 sind jeweils über ein Gelenklager 16 mit dem
oberen Querjoch 11 verbunden.
[0046] Unten in Figur 2 liegt die hier geschlossene Kammertür 9.
[0047] In Figur 3 ist die Ballenpresse 1 in einer perspektivischen Ansicht schräg von vorne
mit einer gegenüber der Figur 1 geänderten Blickrichtung dargestellt. Das Pressschild
4 der Ballenpresse 1 befindet sich hier in angehobener Position. Weiterhin ist ersichtlich,
dass jeweils zwei auf einer Seite des Pressschildes 4 angeordnete Hydraulikzylinder
5, 6 bzw. 7, 8 mechanisch miteinander gekoppelt sind. Diese Kopplung erfolgt über
die Gelenklagern 16, die hier am oberen Querjoch 11 angreifen. Weiterhin sind die
Führungsschienen 13 am Rand des Pressschildes 4 hier parallel zum Querjoch 11 ebenfalls
miteinander verbunden, was der Erhöhung der mechanischen Stabilität des Pressschildes
4 dient.
[0048] In Figur 4 sind zwei benachbarte Hydraulikzylinder 5, 6 des in Figur 1 sichtbaren
Zylinderpaares in Seitenansicht dargestellt, die hier jeweils über das obere Querjoch
11 sowie das Unterjoch 17 miteinander verbunden sind. Zur gelenkigen Verbindung dieser
Bauteile miteinander dienen die Gelenklager 16. Dabei sind oben die äußeren Kolbenstangenenden
der Zylinder 5, 6 mit dem oberen Querjoch 11 mittels der dortigen Gelenklager 16 und
unten die Zylindergehäuse der Zylinder 5, 6 mit den dortigen Gelenklagern 16 mit dem
Unterjoch 17 verbunden. Auf der anderen Seite des hier nicht dargestellten Pressengehäuses
befindet sich eine spiegelsymmetrische Anordnung mit den dortigen weiteren zwei Hydraulikzylindern
7, 8.
[0049] Das in Figur 4 rechte untere Gelenklager 16 ist in Vergrößerung des Details Z rechts
in Figur 4 nochmals dargestellt.
[0050] In Figur 5 ist ein hydraulisches Schaltbild der Hydraulikanlage der Ballenpresse
zusammen mit einigen weiteren Teilen der Ballenpresse gezeigt, um die hydraulischen
Komponenten und die als durchgezogene Linien dargestellten hydraulischen Verbindungen
der verschiedenen Komponenten der Ballenpresse 1 zu veranschaulichen. Dabei sind die
Schnitte A-A und B-B jeweils seitlich in Figur 5 schematisch abgebildet.
[0051] An dem Pressschild 4 der Ballenpresse 1 greifen die insgesamt vier Hydraulikzylinder
5, 6, 7, 8 über das obere Querjoch 11 an, um dieses mit dem Pressschild 4 nach unten
in Pressrichtung R1 zu verfahren oder entgegengesetzt zur Pressrichtung R1 anzuheben.
[0052] Am Pressschild 4 oder, wie hier gezeigt, am Querjoch 11 ist ein Lagesensor 18, wie
Neigungswinkelsensor, angeordnet, um ein Verkippen des Pressschildes 4 aus seiner
horizontalen Lage zu registrieren. Der Lagesensor 18 steht dabei, wie durch die gestrichelte
Linie angedeutet ist, mit einer Steuereinrichtung 12 in Verbindung.
[0053] Die Steuereinrichtung 12 wiederum ist über eine Steuerleitung mit einem Hauptschaltventil
19 verbunden und kann über dieses die Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 ansteuern.
[0054] Außerdem gehört zur Hydraulikanlage ein dem Hauptschaltventil 19 vorgeschaltetes,
hydraulikdruckabhängig schaltendes Druckumschaltventil 20
[0055] In Betriebsphasen der Ballenpresse mit geringem Kraftbedarf werden nur die zwei Hydraulikzylinder
5, 8 derart angesteuert, dass diese Hydraulikzylinder 5, 8 das Pressschild 4 nach
oben oder unten verfahren. Dabei wird der jeweils andere Hydraulikzylinder 6, 7 jedes
Zylinderpaares aufgrund deren mechanischer Kopplung von dem jeweils angesteuerten
Hydraulikzylinder 5, 8 mitgenommen. Die mitgenommenen Hydraulikzylinder 6, 7 füllen
sich über eine Tankleitung mit einem darin angeordneten Rückschlagventil aufgrund
des entstehenden Vakuums im Nachsaugverfahren drucklos mit Hydrauliköl aus einem Hydrauliköltank
des Hydrauliksystems.
[0056] Bei größerem, durch einen Hydrauliköldruckanstieg feststellbaren Kraftbedarf, insbesondere
beim Verpressen des Pressguts, wird das Druckumschaltventil 20 derart angesteuert,
dass auch die beiden anderen Hydraulikzylinder 6, 7 angesteuert und mit unter Druck
stehendem Hydrauliköl beaufschlagt werden, um dann mit allen vier beaufschlagten Hydraulikzylindern
5, 6, 7, 8 eine höhere, annähernd doppelte Presskraft des Pressschildes 4 zu erzeugen.
[0057] Durch die Steuereinrichtung 12 werden bei geringem Kraftbedarf zwei Hydraulikzylinder
über Kreuz angesteuert, also beispielsweise nur die Hydraulikzylinder 5, 8 oder die
Hydraulikzylinder 6, 7. Erst wenn beim Absenken des Pressschildes 4 eine größere Belastung
auftritt, sich also bereits viel oder schwer zu komprimierendes Pressgut in der Presskammer
befindet, werden auf beiden Seiten auch die jeweils anderen beiden Hydraulikzylinder
6, 7 bzw. 5, 8 angesteuert. Das bedeutet, dass dann eine Hydraulikölpumpe das Hydrauliköl
allen vier Hydraulikzylindern 5, 6, 7, 8 zuleitet.
[0058] Sollte sich während des Pressvorgangs das Pressschild 4 verkippen, was durch den
Lagesensor 18 festgestellt und an die Steuereinrichtung 12 übermittelt wird, können
die Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 mittels der Steuereinrichtung 12 und des Hauptschaltventils
19 entsprechend angesteuert werden, um dieses Verkippen auszugleichen.
[0059] Zum Umschalten der Bewegungsrichtung der Hydraulikzylinder 5, 6, 7, 8 und damit des
Pressschildes 4 dient ein Richtungsschaltventil 21, das zwischen einer für die Hydraulikölförderung
und Hydrauliköldruckerzeugung sorgenden Hydraulikölpumpe P und dem Druckumschaltventil
20 angeordnet ist.
[0060] Ein typischer Betriebszyklus der Ballenpresse 1 läuft folgendermaßen ab:
Zunächst befindet sich die Ballenpresse 1 in einem Befüllzustand, mit den Hydraulikzylindern
5, 6, 7, 8 in der angehobenen Position, d.h. in der Position, in der sie sich befinden,
wenn das Pressschild 4 sich zwecks Befüllung der Presskammer 2 in seiner obersten
Position befindet.
[0061] Durch die geöffnete Kammertür 9 werden manuell oder maschinell Pressgutteile in die
Presskammer 2 eingefüllt, bis ein vorgebbarer Füllstand erreicht ist, und die Kammertür
9 wird geschlossen.
[0062] Aus dieser Position heraus werden zum Verpressen des Pressguts, das sich unterhalb
des Pressschildes 4 befindet, die Hydraulik-zylinder 5, 8 oder 6, 7 von der Pumpe
P im Ringraum der Zylinder mit Hydrauliköl gefüllt. Es wird also von jedem seitlich
an der Presse 1 angebrachten Zylinderpaar 5, 6 und 7, 8 nur jeweils ein Zylinder 5
und 8 mit Öl gefüllt. Wenn jetzt Hydraulik-öl in den Ringraum der mit der Pumpe P
verbundenen Zylinder 5, 8 eingefüllt wird, dann bewegen sich die Kolbenstangen dieser
Zylinder 5, 8 und damit das mit dieser verbundene Pressschild 4 nach unten.
[0063] Die Zylinder 5, 6 und 7, 8 eines Zylinderpaares sind jeweils mechanisch miteinander
verbunden. Wenn also die Kolbenstange des einen Zylinders 5, 8 nach unten in Pressrichtung
R1 fährt, dann wird - durch mechanische Kraftübertragung über die mechanische Verbindung
- ebenfalls die Kolbenstange des jeweils anderen Zylinders 6, 7 nach unten in Pressrichtung
R1 gefahren. Dabei füllen sich die mitgenommenen Hydraulikzylinder 6, 7 über eine
Tankleitung mit einem darin angeordneten Rückschlagventil aufgrund des entstehenden
Vakuums im Nachsaugverfahren drucklos mit Hydrauliköl aus einem Hydrauliköltank des
Hydrauliksystems.
[0064] Die bei geringem Kraftbedarf und niedrigen Pressdrücken mit Hydrauliköl zu füllenden
Zylinder 5, 8 sind kreuzweise angeordnet, d.h. der Zylinder 5 ist hydraulisch mit
dem Zylinder 8 verbunden. Die Zylinder 5, 8 werden in dem Betriebszustand, in dem
das Druckumschaltventil 20 noch nicht auf die Befüllung aller Zylinder 5, 6, 7, 8
umgeschaltet hat, mit unter Druck stehendem Hydrauliköl gefüllt. Dabei fährt das Pressschild
4 im weit überwiegenden Teil des Presszyklus, ohne viel Druck aufzubauen, relativ
schnell nach unten.
[0065] Der Druck zum Verpressen des Pressguts wird bei schon einigermaßen gefüllter Presskammer
2 erst im unteren Teil, etwa dem unteren Drittel bis Fünftel, der Presskammer 2 benötigt.
Dann wird über das Druckumschaltventil 20 der Hydraulikölfluss nicht nur in die Hydraulikzylinder
5 und 8 freigegeben, sondern es werden auch die jeweils daneben liegenden Hydraulikzylinder
6 und 7 mit unter Druck stehendem Hydrauliköl beschickt.
[0066] Zu dem Zeitpunkt, an dem eine solche Umschaltung des Druckumschaltventils 20 stattfindet,
befindet sich das Pressschild 4 schon im unteren Teil der Presskammer 2. Die Zylinderpaare
5, 6 und 7, 8 an jeder Seite des Pressschildes 4 sind über das Querjoch 11, das sich
oberhalb des Pressschildes 4 befindet, miteinander verbunden.
[0067] An dem Pressschild 4 befinden sich die Führungsschienen 13, die mit den kompatibel
ausgeprägten Führungsprofilen 14 in den Seitenwänden der Presskammer 2 zusammenarbeiten.
Wenn sich jetzt z. B. unter dem rechten Teil des Pressschildes 4 ein anderer Druck
aufbaut als unter dem linken Teil, dann erfolgt ein Schrägziehen des Pressschildes
4 dadurch, dass die Zylinder 5, 6 oder 7, 8 der einen Seite weniger Öl erhalten als
die Zylinder 7, 8 oder 5, 6 der anderen Seite.
[0068] Die Führungsschienen 13, die mit den Führungsprofilen 14 in der Seitenwand zusammenwirken
und die sich vom Pressschild 4 nach oben hin erstrecken, stellen dabei sicher, dass
bei Voreilen eines Zylinderpaares 5, 6 oder 7, 8 und einem dadurch verursachten Verkippen
des Pressschildes 4 die Führungsschienen 13 und Führungsprofile 14 der voreilenden
Seite eine größere Reibung untereinander bewirken als die Führungsschienen 13 und
Führungsprofile 14 an der nacheilenden Seite des Pressschildes 4. Hierdurch wird die
zunächst voreilende Führung durch die Führungsschienen 13 und Führungsprofile 14 schwergängig,
sodass das Hydrauliköl bevorzugt in das andere Zylinderpaar 7, 8 oder 5, 6 einströmt
und zu einem entgegen der Schrägstellung wirkenden Ausgleich des Voreilens der einen
Seite des Pressschildes 4 führt.
[0069] Sollte die Schrägstellung des Pressschildes 4 allerdings zu groß werden, dann wird
dies mittels des an dem Querjoch 11 oberhalb des Pressschildes 4 angebrachten Lagesensors
18, z.B. ein Winkelsensor, detektiert und an die Steuereinrichtung 12 gemeldet. Wenn
die Schräglage einen bestimmten, vorgebbaren Grenzwert überschreitet, dann wird von
der Steuereinrichtung 12 das Richtungsschaltventil 21 des Hydrauliksystems auf Rücklauf
gestellt und das Pressschild 4 fährt in seine obere Ausgangsstellung zurück. Spätestens
am Ende des Zurückfahrens richtet sich das Pressschild 4 durch Anlaufen gegen einen
oberen Anschlag wieder horizontal aus, wonach es dann von dort aus für einen neuen
Pressschritt wieder nach unten verfahren werden kann.
[0070] Am Ende des letzten Pressschritts, d. h., wenn ein Pressballen fertig gepresst ist,
befindet sich das Pressschild 4 in seiner unteren Position. In dieser Position des
Pressschildes 4 kann in an sich bekannter Weise der Pressballen abgebunden werden.
Aus dieser Stellung heraus wird nach Umschaltung des Richtungsschaltventils 21 das
Pressschild 4 wieder nach oben hin zurückgefahren. Auch hierbei werden im Rücklauf
nur jeweils zwei Zylinder 5, 8 mit Hydrauliköl beaufschlagt, sodass aufgrund des dafür
benötigten kleinen Hydraulikölvolumens ein relativ schnelles Rückführen des Pressschildes
4 nach oben erreicht wird. Der mit dem jeweils beaufschlagten Zylinder 5, 8 verbundene
Zwillingszylinder 6, 7 wird nicht durch in dessen Druckraum einströmendes unter Druck
stehendes Hydrauliköl nach oben bewegt, sondern aufgrund der mechanischen Verbindung
und aufgrund der hierüber erfolgenden Kraftübertragung von dem jeweils benachbarten
Hydraulikzylinder 5, 8 mitgenommen. Das dabei im Ringraum der Hydraulikzylinder 6,
7 freiwerdende Hydrauliköl läuft in den drucklosen Hydrauliköltank. Dazu sind die
Hydraulikzylinder 6, 7 an ihrer Bodenseite nur über reine Leckölleitungen mit dem
Hydrauliköltank verbunden und können beim Ausfahren der Zylinder 5, 8 auch Luft ziehen.
Der Kolbenraum der mitgenommenen Hydraulik-zylinder 6, 7 braucht also nie mit unter
Druck stehendem Hydrauliköl beaufschlagt zu werden.
[0071] Nach Erreichen der oberen Ausgangsstellung des Pressschildes 4 kann die Kammertür
9 geöffnet und der gepresste und abgebundene Ballen aus der Presskammer 2 entnommen
werden.
Bezugszeichenliste:
[0072]
- 1
- Ballenpresse
- 2
- Presskammer
- 3
- Pressengehäuse
- 4
- Pressschild
- 5
- Hydraulikzylinder
- 6
- Hydraulikzylinder
- 7
- Hydraulikzylinder
- 8
- Hydraulikzylinder
- 9
- Kammertür
- 10
- Einfüllöffnung
- 11
- Querjoch
- 12
- Steuereinrichtung
- 13
- Führungsschiene
- 14
- Führungsprofil
- 15
- Welle
- 16
- Gelenklager
- 17
- Unterjoch
- 18
- Lagesensor
- 19
- Hauptschaltventil
- 20
- Druckumschaltventil
- 21
- Richtungsumschaltventil
- 22
- Kolbenstange
- 23
- Kolben
- 24
- Kolbenringfläche
- 25
- Kolbenfläche
- A-A
- Schnitt
- B-B
- Schnitt
- R1
- Pressrichtung
- Z
- Detail (aus Fig. 3)
1. Ballenpresse (1) mit einem eine Presskammer (2) umgebenden Pressengehäuse (3) und
mit einem im Pressengehäuse (3) verfahrbaren Pressschild (4), das mit Hydraulikzylindern
(5, 6, 7, 8) antreibbar ist, die paarweise an zwei einander gegenüberliegenden Seiten
außerhalb der Presskammer (2) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Hydraulik-Steuereinrichtung (12) vorgesehen ist, mittels welcher die Hydraulikzylinder
(5, 6, 7, 8) jedes Zylinderpaares (5 und 6, 7 und 8) pressdruckabhängig jeweils entweder
selektiv einzeln oder gemeinsam ansteuerbar sind.
2. Ballenpresse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einzelner Ansteuerung jeweils eines Hydraulikzylinders (5 oder 6, 7 oder 8) jeder
Seite die Hydraulikzylinder (5 und 8 oder 6 und 7) über Kreuz ansteuerbar sind.
3. Ballenpresse (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die Betätigung der Hydraulikzylinder (5, 6, 7, 8) ein hydraulisches Hauptschaltventil
(19) und ein hydraulisches Druckumschaltventil (20) vorgesehen sind, die von der Hydraulik-Steuereinrichtung
(12) ansteuerbar sind.
4. Ballenpresse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylinder (5, 6, 7, 8) jeweils mit einem oberseitigen Querjoch (11) und/oder
einem unterseitigen Unterjoch (17) miteinander verbunden sind.
5. Ballenpresse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Pressengehäuse (3) eine Führung für das Pressschild (4) ausgebildet ist.
6. Ballenpresse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Pressschild (4) ein eine Schräglage des Pressschildes (4) detektierender Lagesensor
(18) zugeordnet ist, von dem Lagesignale an die Hydraulik-Steuereinrichtung (12) übermittelbar
sind.
7. Ballenpresse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass:
- es sich bei den Hydraulikzylinder (5, 6, 7, 8) um doppeltwirkende Zylinder handelt,
welche eine Kolbenstange (22) und einen Kolben (23) umfassen und bei denen der Kolben
(23) auf seiner einen Seite eine Kolbenfläche (25) und auf seiner anderen Seite eine
die Kolbenstange (22) umgebende Kolbenringfläche (24) aufweist und
- die Steuereinrichtung (12) so konzipiert ist, dass bei der Bewegung des Pressschildes
(4) in Pressrichtung (R1) die Kolbenringflächen (24) der Kolben (23) mit einer Hydraulikflüssigkeit
beaufschlagt werden, so dass die Zylinder (5, 5, 7 und 8) als Zugzylinder fungieren.
8. Verfahren zum Betreiben einer Ballenpresse (1) mit einem eine Presskammer (2) umgebenden
Pressengehäuse (3) und einem im Pressengehäuse (3) verfahrbaren Pressschild (4), das
mit paarweise an zwei einander gegenüberliegenden Seiten außerhalb der Presskammer
(2) angeordneten Hydraulikzylindern (5, 6, 7, 8) angetrieben wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hydraulikzylinder (5, 6, 7, 8) jedes Zylinderpaares pressdruckabhängig jeweils
selektiv einzeln oder gemeinsam angesteuert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei einzelner Ansteuerung jeweils eines Hydraulikzylinders (5 oder 6, 7 oder 8) jeder
Seite die Hydraulikzylinder (5 und 8 oder 6 und 7) über Kreuz angesteuert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die das Pressschild (4) bewegenden Hydraulikzylinder (5, 6, 7, 8) einen Kolben (23)
mit einer Kolbenfläche (25) und eine Kolbenringfläche (24) aufweisen und bei Bewegung
des Pressschildes (4) in Pressrichtung (R1) an ihrer Kolbenringfläche (24) mit einer
Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt werden.
1. A baler (1) with a baler housing (3) surrounding a bale chamber (2) and with a pressing
plate (4) that is movable in the baler housing (3) and which can be driven by hydraulic
cylinders (5, 6, 7, 8) arranged in pairs on two opposite sides outside the bale chamber
(2),
characterized in that
a hydraulic control device (12) is provided, by means of which the hydraulic cylinders
(5, 6, 7, 8) of each pair of cylinders (5 and 6, 7 and 8) can each be controlled either
selectively individually or jointly, depending on the press pressure.
2. The baler (1) as claimed in claim 1, characterized in that in the case of individual control of a respective hydraulic cylinder (5 or 6, 7 or
8) of each side, the hydraulic cylinders (5 and 8 or 6 and 7) can be controlled crosswise.
3. The baler (1) as claimed in claim 1 or 2, characterized in that for the actuation of the hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) a hydraulic main switching
valve (19) and a hydraulic pressure switching valve (20) are provided, which can be
controlled by the hydraulic control device (12).
4. The baler (1) as claimed in any one of claims 1 to 3, characterized in that the hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) are each connected to one another by a top-side
transverse yoke (11) and/or a bottom-side lower yoke (17).
5. The baler (1) as claimed in any one of claims 1 to 4, characterized in that a guide for the pressing plate (4) is formed in the baler housing (3).
6. The baler (1) as claimed in any one of claims 1 to 5, characterized in that in that the pressing plate (4) is assigned a position sensor (18) which detects an inclined
position of the pressing plate (4) and from which position signals can be transmitted
to the hydraulic control device (12).
7. The baler (1) as claimed in any one of claims 1 to 6,
characterized in that:
- the hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) are double-acting cylinders which comprise
a piston rod (22) and a piston (23) and in which the piston (23) has a piston surface
(25) on one side and a piston ring surface (24) surrounding the piston rod (22) on
the other side, and
- the control device (12) is designed in such a way that, during the movement of the
pressing plate (4) in the pressing direction (R1), the piston ring surfaces (24) of
the pistons (23) are acted upon by a hydraulic fluid, so that the cylinders (5, 5,
7 and 8) act as pulling cylinders.
8. A method for operating a baler (1) with a baler housing (3) surrounding a bale chamber
(2) and with a pressing plate (4) that is moveable in a baler housing 3) and which
is driven by hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) arranged in pairs on two opposite sides
outside the bale chamber (2),
characterized in that
the hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) of each pair of cylinders are each controlled
either selectively individually or jointly, depending on the press pressure.
9. The method as claimed in claim 8, characterized in that in the case of individual control of a respective hydraulic cylinder (5 or 6, 7 or
8) of each side, the hydraulic cylinders (5 and 8 or 6 and 7) are controlled crosswise.
10. The method as claimed in claim 8 or 9, characterized in that the hydraulic cylinders (5, 6, 7, 8) moving the pressing plate (4) have a piston
(23) with a piston surface (25) and a piston ring surface (24) and, when the pressing
plate (4) is moved in the pressing direction (R1), are acted upon at their piston
ring surface (24) by a hydraulic fluid.
1. Presse à balles (1) avec un carter de presse (3) entourant une chambre de presse (2)
et avec un coulisseau de presse (4) déplaçable dans le carter de presse (3), qui peut
être entraîné par des vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8), qui sont agencés par paires
sur deux côtés opposés l'un à l'autre à l'extérieur de la chambre de presse (2),
caractérisée en ce que
un dispositif de commande hydraulique (12) est prévu, au moyen duquel les vérins hydrauliques
(5, 6, 7, 8) de chaque paire de vérins (5 et 6, 7 et 8) peuvent être commandés respectivement
en fonction de la pression de pressage, soit de manière sélective individuellement,
soit de manière collective.
2. Presse à balles (1) selon la revendication 1, caractérisée en ce que, dans le cas d'une commande individuelle d'un vérin hydraulique respectif (5 ou 6,
7 ou 8) de chaque côté, les vérins hydrauliques (5 et 8 ou 6 et 7) peuvent être commandés
en croix.
3. Presse à balles (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que pour l'actionnement des vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8), une soupape de commutation
hydraulique principale (19) et une soupape de commutation de pression hydraulique
(20) sont prévues, qui peuvent être commandées par le dispositif de commande hydraulique
(12).
4. Presse à balles (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8) sont respectivement reliés entre eux par un
joug transversal sur le côté supérieur (11) et/ou un joug inférieur sur le côté inférieur
(17).
5. Presse à balles (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce qu'un passage pour le coulisseau de presse (4) est réalisé dans le carter de presse (3).
6. Presse à balles (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce qu'un capteur de position (18) détectant une position oblique du coulisseau de presse
(4) est associé au coulisseau de presse (4), dont des signaux de position peuvent
être transmis au dispositif de commande hydraulique (12).
7. Presse à balles (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisée en ce que :
- les vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8) consistent en des vérins à double effet qui
comprennent une tige de piston (22) et un piston (23) et dans lesquels le piston (23)
présente sur l'un de ses côtés une surface de piston (25) et sur son autre côté une
surface de bague de piston (24) entourant la tige de piston (22) et
- le dispositif de commande (12) est conçu de telle sorte que, lors du déplacement
du coulisseau de presse (4) dans la direction de pressage (R1), les surfaces de bague
de piston (24) des pistons (23) sont soumises à un fluide hydraulique, de telle sorte
que les vérins (5, 5, 7 et 8) fonctionnent comme des vérins de traction.
8. Procédé d'exploitation d'une presse à balles (1) avec un carter de presse (3) entourant
une chambre de presse (2) et un coulisseau de presse (4) déplaçable dans le carter
de presse (3), qui est entraîné par des vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8) agencés par
paires sur deux côtés opposés l'un à l'autre à l'extérieur de la chambre de presse
(2),
caractérisé en ce que
les vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8) de chaque paire de vérins sont commandés respectivement
en fonction de la pression de pressage, soit de manière sélective individuellement,
soit de manière collective.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que, dans le cas d'une commande individuelle d'un vérin hydraulique respectif (5 ou 6,
7 ou 8) de chaque côté, les vérins hydrauliques (5 et 8 ou 6 et 7) sont commandés
en croix.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que les vérins hydrauliques (5, 6, 7, 8) qui déplacent le coulisseau de presse (4) présentent
un piston (23) avec une surface de piston (25) et une surface de bague de piston (24)
et sont soumis à un fluide hydraulique sur leur surface de bague de piston (24) lors
du déplacement du coulisseau de presse (4) dans la direction de pressage (R1).