[0001] Die Erfindung betrifft ein aus einem elastischen Material hergestelltes Zinkensegment
für eine Aufnahmevorrichtung an einer Erntemaschine oder einer Heuwerbemaschine. Bei
der Erntemaschine kann es sich beispielsweise um einen Ladewagen, eine Ballenpresse
oder einen Feldhäcksler handeln. Bei den Heuwerbemaschinen kommen beispielsweise Schwadleger
(Merger) in Betracht. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Aufnahmevorrichtung für
eine Erntemaschine und eine Erntemaschine selbst.
[0002] Bekannte Förderzinken an Aufnahmevorrichtungen sind häufig aus hochwertigem Federdraht
als Doppel-Förderzinken hergestellt. So zeigt
DE 20 2011 002 316 U1 einen Gutaufnehmer mit Zinken 14, die einen geraden Teil 14a und einen spiralförmigen
Teil 14b aufweisen. Der Federdraht ist im mittleren Bereich in Form einer Windungsspirale
ausgeführt, aus welcher die Enden des Federdrahtes linear hervortreten und so die
Zinkenschenkel ausbilden. Konstruktionsbedingt hängt die Funktionsweise dieser Zinken
vom Zusammenwirken der Federwirkung des spiralförmigen Teils mit der Federwirkung
des geraden Teils, also der Zinkenschenkel, ab.
[0003] Die bekannten Einzel- und Doppel-Förderzinken haben im Einsatz die Eigenschaft, nach
dem Ausweichen der Schenkel unter Belastung oder bei Bodenberührung teils schlagartig
zurückzuschnellen. Hierdurch werden Lastspitzen verursacht, die zu Schäden im Befestigungsbereich
oder an den Zinken selbst führen können. Weiterhin verringern die durch die schlagartige
Entlastung bewirkten Vibrationen die Lebensdauer der Förderzinken. Darüber hinaus
zeigen die bekannten Doppel-Förderzinken aus Federdraht bei Bodenberührung ein relativ
aggressives Verhalten und können beispielsweise eine unter dem aufzunehmenden Erntegut
befindliche Grasnarbe durch Aufreißen beschädigen.
[0004] Weiterhin ist nachteilig, dass die Federkraft im Wesentlichen in der Spirale gespeichert
wird und nicht im eigentlichen Zinken. Gegenüber der Spirale ist der Schenkel des
Zinkens - je nach Qualität des verwendeten Materials - eher weniger biegsam, so dass
bei Auftreffen des Schenkels oder der Spitze des Schenkels auf einen auf dem Boden
liegenden Fremdkörper (z.B. einen Stein) die Spirale des Doppel-Förderzinkens gespannt
wird. Der eigentliche Schenkel des Doppel-Förderzinkens bleibt dagegen eher in einem
geraden Zustand.
[0005] Wenn bei Fremdkörperkontakt die Spirale so stark gespannt ist, dass die gespeicherte
Kraft größer ist als die zum Bewegen des Gegenstandes notwenige Kraft, schnellt der
Zinken nach vorne und bewegt den Gegenstand, der bisher blockiert hat, ruckartig.
So können beispielsweise Steine oder sonstige Fremdkörper aus dem Boden gerissen und
in die Umgebung oder den Futterschwad katapultiert werden. Diese Steine können beim
Auftreffen direkte Beschädigungen, beispielsweise an einem ziehenden Traktor, bewirken.
Darüber hinaus können sie in den Schwad bzw. den Strom des aufzunehmenden Ernteguts
geschleudert werden und sich dort verfangen. Die Fremdkörper gelangen dann zu den
nachgelagerten Arbeitswerkzeugen der Erntemaschine und können diese beschädigen und/oder
bleiben im Futter bzw. Fördergut und können so die Gesundheit von Tieren gefährden,
die das Futter zu einem späteren Zeitpunkt fressen sollen.
[0006] Eine aus
DE 100 21 748 A1 bekannte Gutaufnahmeeinrichtung zeigt eine Aufnahmevorrichtung, bei welcher die Förderzinken
aus einzelnen Fingern bestehen, die in mehreren linear am Umfang versetzten Reihen
aus der Trommel hervortreten. Die Abstreifarbeit des Ernteguts von den Fingern wird
von einem rotierenden Zwischenförderer ausgeführt. Die Förderzinken können aus Gummi
oder einem anderen federnden Material bestehen und somit eine bodenschonende Eigenschaft
aufweisen. Sie weisen jedoch eine schlechtere Fördereigenschaft als die bekannten
Doppel-Förderzinken aus Stahldraht auf. Außerdem kann sich Erntegut im Bereich der
Zinkenfüße bzw. des Trommelmantels ansammeln, da der dargestellte Zwischenförderer
lediglich im Außenbereich der Förderzinken eine kammartige Wirkung hat und seine Förderelemente
nicht an den Trommelmantel heranreichen. Darüber hinaus sind die Finger als nicht
austauschbar dargestellt und benötigen eine erhebliche Menge an relativ teurem Kunststoff-
oder Gummimaterial.
[0007] Aus
DE 10 2016 115 396 A1 ist ein aus einem elastischen Material hergestelltes Zinkensegment bekannt, das einen
Sockel und wenigstens einen aus dem Sockel hervortretenden Förderzinken umfasst. Der
Förderzinken kann eine sich vom Sockel zur Zinkenspitze hin verjüngende Kontur aufweisen.
Somit ist im Bereich des Zinkenfußes eine größere Kraft erforderlich, um den Einzelzinken
zu biegen, als im Bereich der Zinkenspitze. Zwar verbessert sich durch die konische
Kontur im Arbeitseinsatz die Bodenanpassung und die Erntegutaufnahme in gewissem Umfang,
jedoch kann sich bei schwierigen Erntebedingungen der Verschleiß erhöhen oder die
Stabilität der Zinken als nicht ausreichend erweisen. Zudem sind auch diese Zinken
relativ teuer, da relativ viel Kunststoffmaterial zu ihrer Herstellung erforderlich
ist.
[0008] Aus
DE 1 158 307 A ist eine Aufnehmerwalze für am Boden liegendes Erntegut bekannt. Die Aufnehmerwalze
weist Zinken aus einem elastischen Werkstoff auf. Die Zinken bestehen aus mehreren
biegsamen Stäben, die über den größeren Teil ihrer Länge mit einer harten Ummantelung
versehen und in eine Hülse eingesteckt sind. Mittels der Hülse und eines Verankerungsringes
sind die Zinken an der Aufnehmerwalze befestigt.
[0009] US 6199 357 B1 betrifft einen Pick-up-Zinken für eine Erntemaschine, bei der es sich beispielweise
um einen Mähdrescher handeln kann. Der Zinken ist zweigeteilt und umfasst einen Befestigungsabschnitt
und einen Fingerabschnitt. Der Fingerabschnitt ist abnehmbar auf dem Befestigungsabschnitt
angebracht. Der Fingerabschnitt besteht aus einem elastischen Material und weist an
seiner Außenkontur eine Profilierung auf.
[0010] US 4 901 511 A betrifft eine Haspel für eine Erntemaschine wie einen Mähdrescher. Auf der Haspel
sind Zinken angebracht die eine gebogene Form und eine spezielle Profilierung aufweisen.
Durch die gekrümmte Form und die Profilierung sollen die Elastizitätseigenschaften
verbessert werden.
[0011] Aus
US 3 785 132 A ist eine Aufnahmeeinheit bekannt, die an einem Mähdrescher montiert ist und von diesem
vor der Zuführhaspel des Mähdreschers gedreht wird, um das Getreide anzuheben und
zu positionieren. Die Aufnahmeeinheit besteht aus einem Zylinder mit einer Anzahl
flexibler Zinken, die von dessen Außenwand vorstehen. Die Zinken weist in ihrem Endbereich
eine Anzahl nutartiger Rillen auf. Im Arbeitseinsatz sollen die nutartigen Rillen
eine Führung für das vom Boden aufzuhebende Getreide bilden.
[0012] Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Förderzinken zu schaffen,
der kostengünstig in der Herstellung ist und dessen Formgebung eine verbesserte Bodenanpassung
ermöglicht.
[0013] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird gelöst durch ein Zinkensegment mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und durch eine Aufnahmevorrichtung, an der solche Zinkensegmente angebracht
sind.
Definitionen:
[0014] Unter einem Förderzinken wird ein fingerartiges Teil verstanden, dass im Außenbereich
einer Pick-up-Trommel angebracht ist und den Trommelmantel überragt. Eine Vielzahlt
von auf der Trommel angebrachten Förderzinken dient dazu, im Ernteeinsatz bei rotierender
Pick-up-Trommel Erntegut vom Boden aufzunehmen und zu fördern.
[0015] Unter einem Zinkensegment wird ein montagefertiges Bauteil verstanden, dass auf oder
an der Pick-up-Trommel anbringbar ist. Ein Zinkensegment umfasst in jedem Fall wenigstens
einen Förderzinken, kann aber auch zwei oder mehr Förderzinken umfassen. Ein Zinkensegment
kann weiterhin einen an den Förderzinken anschließenden Sockel umfassen, der zur Befestigung
des Zinkensegmentes auf oder an der Pick-up-Trommel dient. Ein Zinkensegment muss
jedoch nicht zwangsläufig einen Sockel umfassen. Bei einem Zinkensegment ohne Sockel
kann vielmehr ein unterer Bereich des Förderzinkens, der auch als Fußbereich bezeichnet
werden kann, zur Befestigung des Zinkensegments auf oder an der Pick-up-Trommel dienen.
[0016] Die erfindungsgemäßen Zinkensegmente sind universell an verschiedenen Ausführungsformen
von Aufnahmevorrichtungen, die auch als Pick-ups bezeichnet werden, einsetzbar. Solche
Pick-ups sind allgemein bekannt. Sie können gesteuert oder ungesteuert sein. Sie können
eine aus mehreren Zinkenträgerrohren gebildete Trommel aufweisen oder eine rohrartige
Trommel, auf die die Förderzinken direkt montiert sind, beispielsweise in zur Aufnahme
der Zinkensegmente vorgesehene Aufnahmetaschen. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass
auf einer rohrartigen Trommel Zinkenringe angeordnet sind, die wiederum die Zinkensegmente
tragen.
[0017] Allen Aufnahmevorrichtungen gemeinsam ist, dass sie um eine Drehachse rotieren und
die Zinkensegmente auf einer äußeren Umfangskontur nach außen weisend angeordnet sind,
so dass die sich drehende Aufnahmevorrichtung Erntegut vom Boden anheben und weiterfördern
können. Übliche Aufnahmevorrichtungen weisen ca. 30 bis 45 Zinkenringe mit in der
Regel fünf oder sechs Zinkensegmenten auf. Somit hat eine Aufnahmevorrichtung mit
vierzig Zinkenringen und jeweils sechs Zinkensegmenten pro Zinkenring insgesamt 240
Zinkensegmente.
[0018] Das Zinkensegment ist aus einem elastischen Material hergestellt ist und umfasst
in der Regel einen Sockel und einen daraus hervortretenden Förderzinken mit einem
Endbereich und einer Zinkenspitze. Erfindungsgemäß weist der der Sockel und/oder der
Förderzinken des Zinkensegments wenigstens einen Innenraum auf.
[0019] Da die Herstellkosen eines Zinkensegmentes stark von der Menge des eingesetzten Kunststoffmaterials
abhängig sind, reduzieren sich die Kosten eines einzelnen Förderzinkens signifikant,
wenn Herstellmaterial eingespart werden kann. Hinzu kommt, dass sich die Menge des
Kunststoffmaterials nicht proportional zu seiner Festigkeit verhält: Bei einem Zinken
mit einem Innenraum und einem hierdurch beispielsweise um 30% reduzierten Gewicht
gegenüber einem äußerlich gleich großen Zinken ohne Innenraum reduziert sich die Festigkeit
nicht um 30%, sondern bei geschickter räumlicher Anordnung des Innenraums deutlich
geringfügiger. Vereinfacht gesagt, ist es also möglich, den Materialeinsatz beispielsweise
um 30% zu reduzieren und dabei nur einen relativ geringfügigen Festigkeitsverlust,
beispielsweise 10% in Kauf nehmen zu müssen. Dieser Vorteil der Materialersparnis
wirkt sich bei Zinken mit einem nach außen geschlossenen Innenraum, also einem inneren
Hohlraum, besonders stark aus.
[0020] Ein weiterer Vorteil eines Zinkens mit Innenraum liegt darin, dass durch einen solchen
Innenraum auch die Elastizität des Förderzinkens variierbar ist. In Bereichen, die
relativ fest und starr sein sollen, kann der Innenraum klein oder gar nicht vorgesehen
sein, in Bereichen, die elastisch sein sollen, kann er dagegen groß sein. Die Elastizität
des Förderzinkens kann somit an die Anforderungen angepasst werden, die im jeweiligen
Bereich des Förderzinkens vorliegen.
[0021] Der Förderzinken kann hinsichtlich seines Querschnitts rund, prismatisch, teilprismatisch,
walzen- oder teilwalzenförmig geformt sein. Vorzugsweise hat der Förderzinken die
Form eines sich in Richtung Spitze verjüngenden, abgestumpften Obelisken, dessen zwei
sich gegenüberliegende Seitenflächen plan und zueinander parallel sind. Der Förderzinken
kann radial oder geneigt, vorzugsweise nachlaufend geneigt, gegenüber dem Sockel ausgerichtet
sein.
[0022] Bei dem elastischen Material kann es sich beispielsweise um einen Kunststoff aus
Polyurethan (PUR) handeln. Aber auch andere Kunststoffe oder Naturgummi sind, soweit
sie elastisch sind, grundsätzlich zur Herstellung der Zinkensegmente geeignet. Bei
einem konisch ausgebildeten Zinkensegment ist im Bereich des Zinkenfußes eine größere
Kraft notwendig, um den einzelnen Förderzinken zu biegen als im Bereich der Zinkenspitze.
Der Förderzinken ist somit an seinem äußeren (dem Ladegut zugewandten) Ende elastischer
als im Bereich des Sockels.
[0023] Das erfindungsgemäße Zinkensegment umfasst im Gegensatz zu den als Stand der Technik
genannten Förderzinken und Zinkensegmenten in seinem Inneren wenigstens einen Innenraum.
Dieser Innenraum kann insgesamt nach außen hin geschlossen sein und beispielsweise
mit 3D-Kunstsoff-Drucktechnik hergestellt sein. Bei Nutzung eines 3D-Druckverfahrens
können beliebig viele und beliebig geformte Innenräume im Zinkensegment vorgesehen
sein. Hierdurch können im Zinkensegment anforderungsgerechte und an den jeweiligen
Zinkensegmentbereich angepasste unterschiedliche Festigkeits- und Elastizitätsanforderungen
realisiert werden.
[0024] Der Innenraum kann aber auch nach außen offen sein beispielsweise einen zu einer
Seite hin offen U-förmige oder V-förmigen Schlitz aufweisen. Ein solcher schlitzartiger
Innenraum erhöht einerseits die Elastizität und spart andererseits Kunststoffmaterial
ein. Analog zu einem U-förmig oder V-förmig geformten Innenraum kann der Förderzinken
auch eine U-förmige oder V-förmige Außenkontur aufweisen. Vorzugsweise ist die Öffnung
des U-förmigen oder V-förmigen Innenraums im montierten Zustand an der in Rotationsrichtung
gesehen rückseitigen Seite des Förderzinkens angeordnet.
[0025] Das Zinkensegment kann auch einen Innenraum mit einer Öffnung aufweisen, die vorzugsweise
an der Unterseite, also an der im montierten Zustand zur Oberfläche der Pick-up-Trommel
ausgerichteten Seite, angebracht ist. In einem solchen Fall ist zum einen die im Ernteeinsatz
mit dem Erntegut in Kontakt kommende Oberfläche des Förderzinkens geschlossen, so
dass weder durch den Förderzinken noch durch die Öffnung an der Unterseite Erntegutpartikel
oder Staub in den Innenraum des Zinkensegments eindringen können. Zum anderen erleichtert
sich die Fertigung im Kunststoff-Gussverfahren.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Innenraum eine Kontur auf, die an
die Außenkontur des Förderzinkens angepasst ist, so dass der Förderzinken eine Wandung
mit einer konstante Wandungsdicke aufweist. Der Förderzinken ist dann in alle Richtungen
gleich stark belastbar.
[0027] Alternativ dazu kann aber auch vorgesehene sein, dass die Wandung eine Vorderwandung,
eine Rückwandung und zwei Seitenwandungen umfasst und die Vorderwandung und / oder
die Rückwandung dicker ist, als die Seitenwandung. Ein solcher Förderzinken weist
in Rotationsrichtung einen höheren Knickwiderstand auf als zu seiner linken oder rechten
Seite hin. Durch die dickere Vorder- und oder Rückwandung können einerseits die in
Rotationsrichtung auftretenden Belastungen, die in der Regel höher sind als die Seitenkräfte,
kompensiert werden, andererseits kann durch die im Vergleich zur Vorder- und/oder
Rückwandung dünnere Seitenwandung Herstellmaterial (Kunststoff) eingespart und Herstellkosten
reduziert werden.
[0028] In einer weiteren Ausführung kann der Sockel und/oder der Förderzinken des Zinkensegments
wenigstens zwei Innenräume aufweisen. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass ein
Innenraum sich im montierten Zustand in Rotationsrichtung gesehen im vorderen Bereich
des Zinkensegments befindet und ein weiterer Innenraum im hinteren Bereich, so dass
zwischen den beiden Innenräumen eine Art Steg ausgebildet ist.
[0029] Der Innenraum des Zinkensegments kann im montagefertigen Zustand hohl sein. Es kann
aber auch vorgesehen sein, dass wenigstens ein Innenraum zumindest bereichsweise mit
einem Füllmaterial ausgefüllt ist. Durch Einbringung des Füllmaterials ergibt sich
ein Hybridzinken, dessen Außenmaterial aus elastischem Kunststoff besteht und dessen
Innenmaterial grundsätzlich frei wählbar ist. So kann als Innenmaterial beispielsweise
ein zweiter Kunstsoff mit anderen Festigkeits- und/oder Elastizitätseigenschaften
und/oder Kosteneigenschaften eingebracht werden. Beispielsweise kann der Innenraum
mit einem kostengünstigen Füllmaterial ausgefüllt werden um einerseits die Kostenvorteile
des reduzierten Materialbedarfs zu nutzen und andererseits die Gefahr zu reduzieren,
dass der Förderzinken bei Überschreiten seiner Belastungs- beziehungsweise Elastizitätsgrenze
schlagartig abknickt.
[0030] Weiterhin kann der Innenraum auch zur Aufnahme eines Stahlstiftes dienen. Hierzu
kann im Bereich der Zinkenspitze eine vom Innenraum ausgehende Bohrung vorgesehen
sein. In die Bohrung kann ein über die Zinkenspitze hinausragender Stift angeordnet
sein. Der Stift kann aus einem harten Kunststoff oder Stahl, beispielsweise einem
Federstahl, hergestellt sein. Die aus der Zinkenspitze herausragende Spitze des Stiftes
bildet einen Verschleißschutz für die Zinkenspitze. Der Stift kann ähnlich wie ein
Nagel ausgebildet sein und einen Kopf aufweisen der größer ist als die genannte Bohrung.
Ein von innen durch den Hohlraum in die Bohrung eingesteckter Stift kann so nicht
aus dem Förderzinken herausfallen. Der Stift kann aber auch anders gegen Herausfallen
gesichert sein, beispielsweise in die Bohrung bzw. in den Endbereich des Förderzinkens
eingeklebt, eingegossen oder eingepresst sein.
[0031] In weiteren Ausführungsformen kann der Förderzinken wenigstens einen Schlitz aufweisen.
Vorzugsweise wird ein solcher Schlitz in den Endbereich des Förderzinkens eingebracht.
[0032] Bei einem nicht aus Stahldraht, sondern aus einem elastischen Material, gefertigten
Förderzinken ist die Biegefähigkeit beim Bodenkontakt im Ernteeinsatz oder beim Auftreffen
auf Fremdkörper im Bereich der Zinkenspitze höher als im Bereich des Zinkenfußes.
Dies entspricht auch den Bedürfnissen beziehungsweise dem an die Förderzinken gestellten
Anforderungsprofil.
[0033] Ein zusätzlicher in den Bereich der Zinkenspitze eingebrachter Schlitz dient zur
weiteren Optimierung der Biegefähigkeit der Förderzinken.
[0034] Der oder die Schlitze können in unterschiedlichen Ausführungen vorgesehen sein.
[0035] Der Schlitz kann in einer Ebene angeordnet sein, die parallel zu einer für den Arbeitseinsatz
vorgesehenen Rotationsrichtung des Förderzinkens ausgerichtet ist. Der Schlitz spaltet
die Zinkenspitze somit in zwei Ausläufer auf, die parallel zur Rotationsrichtung des
Förderzinkens ausgerichtet sind. Durch die Aufspaltung in Rotationsrichtung können
die beiden Ausläufer im Arbeitseinsatz in Fahrtrichtung gesehen bei Fremdkörperkontakt
einzeln nach links oder rechts ausweichen.
[0036] Alternativ dazu kann der Schlitz in einer Ebene angeordnet sein, die senkrecht zur
für den Arbeitseinsatz vorgesehenen Rotationsrichtung des Förderzinkens ausgerichtet
ist. Der Schlitz spaltet die Zinkenspitze somit in zwei Ausläufer auf, die in Querrichtung
des Förderzinkens ausgerichtet sind. Durch den Querspalt erhöht sich einerseits die
Flexibilität der beiden Ausläufer gegenüber einer ungeschlitzten Zinkenspitze, andererseits
kann im Arbeitseinsatz der in Fahrt- und Rotationsrichtung gesehen hintere Ausläufer
einen sich bei Fremdkörperkontakt umbiegenden vorderen Ausläufer abstützen.
[0037] Der Schlitz kann in Richtung Zinkenspitze offen sein und somit den Förderzinken in
dessen Endbereich in wenigstens zwei Ausläufer unterteilen.
[0038] Alternativ zu einer offenen Kontur kann der Schlitz in Richtung Zinkenspitze geschlossen
sein und den Förderzinken in dessen Endbereich tunnelartig durchdringen. Hierdurch
wird zum einen die gewünschte zusätzliche Elastizität erreicht, zum anderen verhindert
die geschlossene Zinkenspitze, dass sich Material zwischen die Ausläufer setzt und
den Förderzinken dauerhaft aufgabelt.
[0039] Alternativ zur Einbringung eines Schlitzes können auch zwei oder mehr Schlitze vorgesehen
sein, welche parallel und/oder senkrecht zueinander ausgerichtet sind. Hierdurch wird
die borstenartige Aufsplittung der Zinkenspitze weiter erhöht und die Biegesteifigkeit
der einzelnen Ausläufer reduziert, so dass die einzelnen Ausläufer sich widerstandsärmer
an die Bodenkontur anpassen oder Fremdkörpern ausweichen können.
[0040] Hinsichtlich der Auslegung des einen oder der mehreren im Zinkensegment vorgesehenen
Schlitze(s) sind eine Vielzahl von Varianten möglich, die teilweise auch miteinander
kombinierbar sind. Die Auswahl eines für den jeweiligen Einsatzzweck optimalen Zinkensegments
ist somit an das individuelle Anforderungsprofil der Aufnahmevorrichtung beziehungsweise
der Erntemaschine insgesamt anpassbar.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform kann das Zinkensegment einen Förderzinken mit wenigstens
einer an seiner Außenkontur vorgesehenen Verstärkungsrippe aufweisen. Vorzugsweise
ist die wenigstens eine Verstärkungsrippe so angeordnet, dass sie sich bei im Arbeitseinsatz
befindlicher Aufnahmevorrichtung in Rotationsrichtung gesehen hinter dem Förderzinken
befindet. Hierdurch wird der Förderzinken von hinten abgestützt und das Risiko, dass
ein Förderzinken im Arbeitseinsatz bei Überlastung nach hinten abknickt reduziert.
Alternativ oder ergänzend kann aber auch wenigstens eine in Rotationsrichtung gesehen
seitlich vom Förderzinken angeordnete Verstärkungsrippe vorgesehen sein, um den Förderzinken
zur Seite hin abzustützen und ein seitliches Ausbiegen zu erschweren.
[0042] An der Außenseite des Zinkensegments, vorzugsweise an der in Rotationsrichtung gesehen
hinteren Seite, kann der Förderzinken oder eine am Förderzinken vorgesehen Verstärkungsrippe
eine Außenkontur mit einem wellenförmigen Profil aufweisen. Die wellenförmige Kontur
versteift den Förderzinken einerseits und reduziert damit die Knickgefahr, andererseits
bleibt die gewünschte Elastizität des Förderzinkens zumindest weitgehend erhalten.
[0043] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine Aufnahmevorrichtung
für Erntemaschinen auf welcher Zinkensegmente mit wenigstens einem in den Förderzinken
eingebrachten Innenraum angebracht sind.
[0044] Zudem betrifft die Erfindung auch eine Erntemaschine für Halm- und Blattgut, welche
mit der beschriebenen Aufnahmevorrichtung, beziehungsweise mit den beschriebenen Zinkensegmenten,
ausgestattete ist.
[0045] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend mit der Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt.
- Fig. 1
- zeigt eine Erntemaschine in Gestalt eines Ladewagens mit einer Aufnahmevorrichtung
in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 2
- zeigt die Aufnahmevorrichtung aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 3
- zeigt ein Zinkensegment in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 4
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 3 in einer geschnittenen Darstellung mit sichtbarem
Innenraum;
- Fig. 5
- zeigt ein Zinkensegment mit einem V-förmig geschlitzten Innenraum in einer Seitenansicht;
- Fig. 6
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 5 in einer ersten perspektivischen Ansicht;
- Fig. 7
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 5 in einer zweiten perspektivischen Ansicht;
- Fig. 8
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 5 in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 9
- zeigt ein Zinkensegment mit einem Innenraum in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 10
- zeigt ein Zinkensegment mit einem Innenraum und einem Schlitz im Endbereich des Förderzinkens
in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 11
- zeigt ein Zinkensegment mit zwei Innenräumen in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 12
- zeigt ein Zinkensegment mit zwei Innenräumen und einem Schlitz im Endbereich des Förderzinkens
in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 13
- zeigt ein Zinkensegment mit einem Innenraum und einer profilierten Außenkontur in
einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 14
- zeigt ein Zinkensegment mit einem Innenraum, einem Schlitz im Endbereich des Förderzinkens
und einer profilierten Außenkontur in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 15
- zeigt ein Zinkensegment mit einem Innenraum und einem in die Zinkenspitze eingebrachten
Stift in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 16a
- zeigt ein Zinkensegment mit einem zur Zinkenspitze hin offenen Längsschlitz in einer
perspektivischen Ansicht;
- Fig. 16b
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 12a in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 17a
- zeigt ein Zinkensegment mit einem zur Zinkenspitze hin offenen Querschlitz in einer
perspektivischen Ansicht;
- Fig. 17b
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 13a in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 18a
- zeigt ein Zinkensegment mit einem zur Zinkenspitze hin geschlossenen Längsschlitz
in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 18b
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 18a in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 19a
- zeigt ein Zinkensegment mit einem zur Zinkenspitze hin geschlossenen Querschlitz in
einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 19b
- zeigt das Zinkensegment gemäß Fig. 19a in einer geschnittenen Darstellung;
- Fig. 20
- zeigt ein Zinkensegment mit zwei zur Zinkenspitze hin offenen Längsschlitzen in einer
perspektivischen Ansicht;
- Fig. 21
- zeigt ein Zinkensegment mit zwei zur Zinkenspitze hin offenen Querschlitzen in einer
perspektivischen Ansicht.
[0046] Gleiche oder ähnliche Elemente können in den nachfolgenden Figuren mit gleichen oder
ähnlichen Bezugszeichen versehen sein. Ferner enthalten die Figuren der Zeichnung,
deren Beschreibung sowie die Ansprüche zahlreiche Merkmale in Kombination. Einem Fachmann
ist dabei klar, dass diese Merkmale auch einzeln betrachtet werden oder sie zu weiteren,
hier nicht näher beschriebenen Kombinationen zusammengeführt werden können. Die Erfindung
erstreckt sich ausdrücklich auch auf solche Ausführungsformen, welche nicht durch
Merkmalskombinationen aus expliziten Rückbezügen der Ansprüche gegeben sind, womit
die offenbarten Merkmale der Erfindung, soweit dies technisch sinnvoll ist, beliebig
miteinander kombiniert sein können. Die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
haben somit nur beschreibenden Charakter und sind nicht dazu gedacht, die Erfindung
in irgendeiner Form einzuschränken.
[0047] Die im Weiteren verwendeten Begriffe wie: "obere", "oben", "untere", "linke" oder
"rechte" beziehen sich auf die in der Zeichnung dargestellte Anordnung der Komponenten.
[0048] Figur 1 zeigt eine landwirtschaftliche Erntemaschine 200 in Form eines Ladewagens.
Der im Ausführungsbeispiel dargestellte Ladewagen umfasst eine Aufnahmevorrichtung
100 (vgl. Fig. 2) mit einer walzenförmigen Trommel 31 und darauf angebrachten Zinkensegmenten
10. Die Trommel 31 ist auf einer Antriebswelle 32 gelagert. Die Trommel 31 und die
darauf angebrachten Zinkensegmente 10 rotieren im Arbeitseinsatz um die Antriebswelle
32 in eine Rotationsrichtung R.
[0049] Weiterhin umfasst der Ladewagen eine Schneidvorrichtung 36, ein Fahrwerk und einen
oberhalb des Fahrwerks angeordneten Laderaum. Ferner ist mit Bezugszahl 38 eine an
sich bekannte Zuführwalze dargestellt, die Bestandteil eines den Transport des Ernteguts
unterstützenden Continous-Flow-Systems ist. Das Continous-Flow-Systems wird auch als
CFS-Ladeaggregat bezeichnet. Der Ladewagen stützt sich im von einer Zugmaschine abgekoppelten
Zustand auf einem ausfahrbaren Stützrad 39 ab.
[0050] Figur 2 zeigt die Aufnahmevorrichtung 100 des in Figur 1 dargestellten Ladewagens.
Auf der Trommel 31 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Vielzahl von Zinkensegmenten
10 angebracht. Die Zinkensegmente 10 sind hier beispielhaft dargestellt. An Stelle
der Zinkensegmente 10 sind auch die Zinkensegmente 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18,
19, 20 oder andere elastische Zinkensegmente mit wenigstens einem Innenraum einsetzbar.
Die Zinkensegmente 10 weisen Förderzinken 23 auf, die bei rotierender Trommel 31 im
Arbeitseinsatz Erntegut vom Boden aufheben und weiterfördern. Das vom Förderzinken
23 im Ernteeinsatz aufgenommene Erntegut wird mit Unterstützung durch das CFS-Ladeaggregat
zum Förderrotor 37 gefördert, mittels der Schneidvorrichtung 36 geschnitten und gelangt
schließlich in einen am Ladewagen vorgesehenen Laderaum.
[0051] Die in den Figuren 3 bis 21 dargestellten Zinkensegmente 10, 11, 12, 13, 14, 15,
16, 17, 18, 19 und 20 haben im Wesentlichen einen sehr ähnlichen Aufbau. Dieser grundsätzliche
Aufbau eines Zinkensegmentes wird zunächst in einer auf alle erfindungsgemäßen Zinkensegmente
bezogenen Beschreibung erläutert.
[0052] Alle erfindungsgemäßen Zinkensegmente umfassen einen Förderzinken 23. In der Regel
umfassen sie zudem einen Sockel 21 aus dem der wenigstens eine Förderzinken 23 heraustritt.
Der Förderzinken 23 weist einen Endbereich 24 und eine Zinkenspitze 25 auf. Unter
einem Sockel wird vereinfacht gesagt der Bereich verstanden, der zur Befestigung des
Zinkensegments auf oder an der Aufnahmevorrichtung 100 dient. Insofern kann auch der
Fußbereich eines Förderzinkens 23 selbst als Sockel 21 dienen, so dass ein solches
Zinkensegment einen in den Förderzinken 23 integrierten Sockel aufweist.
[0053] Der Sockel 21 und/oder der Förderzinken 23 selbst, umfasst einen Befestigungsbereich
22, mittels dessen das Zinkensegment 10 insgesamt mit geeigneten Befestigungsmitteln,
beispielsweise Schrauben oder Klemmen (nicht dargestellt), auf der in Fig. 2 dargestellten
Aufnahmevorrichtung 100 montierbar ist. Der Sockel 21 kann unterschiedliche Konturen
aufweisen. So haben beispielsweise die Förderzinken 10 bis 15 einen prismatischen
Sockel 21 und die Förderzinken 16 bis 20 einen kragenförmigen Sockel 21.
[0054] Die Förderzinken 23 können unterschiedliche Konturen aufweisen, beispielsweise rund,
prismatisch, konisch oder andersartig ausgeformt sein. Auch die Neigung zum Sockel
21 und damit indirekt auch in Bezug auf die Rotationsachse der Aufnahmevorrichtung
kann variieren. So kann der Förderzinken 23 im montierten Zustand nach vorne geneigt
und damit vorlaufend sein. Er kann auch senkrecht zur Rotationsachse ausgerichtet
nach hinten geneigt und damit nachlaufend ausgerichtet sein. Weiterhin ist es möglich,
dass das Zinkensegment nicht nur einen, sondern mehrere voneinander beabstandete Förderzinken
23 aufweist. Eine Ausführungsform mit zwei Förderzinken 23 bildet einen sogenannten
Doppelzinken.
[0055] Wesentlich für die Erfindung und allen erfindungsgemäßen Zinkensegmenten 10, 11,
12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 und 20 gemeinsam ist, dass der Förderzinken 23 und/oder
der Sockel 21 wenigstens einen Innenraum 28 aufweist.
[0056] Nachfolgend werden einige unterschiedliche Ausführungsformen beispielhaft beschrieben.
[0057] Die Figuren 3,4 und 9 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel, nämlich ein Zinkensegment
16 mit einem kragenförmigen Sockel 21, der einen Befestigungsbereich 22 ausbildet.
An den Sockel 21 schließt sich der Förderzinken 23 an, der in der Zinkenspitze 25
ausläuft. Im Inneren von Sockel 21 und Förderzinken 23 befindet sich ein Hohlraum
28, der in der Schnittdarstellung gemäß Figur 4 und 9 zu sehen ist.
[0058] Bei dem in den Figuren 3, 4 und 9 gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei
dem Hohlraum 28 um einen nach außen geschlossenen Hohlraum 49. Solche nach außen geschlossenen
Hohlräume 49 sind auch bei den Ausführungsbeispielen gemäß der Figuren 10 bis 15 vorgesehenen.
Ein Hohlraum 28 mit einer nach außen geschlossenen Kontur hat mehrere Vorteile. Unerwünschte
Partikel wie Staub und Erntegut-Partikel können nicht in den Hohlraum eindringen und
dort möglicherweise festsetzen. Somit werden die Strömungseigenschaften des Zinkensegments
nicht durch sich möglicherweise festsetzende und aus einem offenen Hohlraum herausragende
Partikel beeinträchtigt. Weiterhin verleiht eine den Hohlraum umgebende geschlossene
Kontur einem Zinkensegment eine im Vergleich zu einem offenen Hohlraum erhöhte Biegestabilität,
so dass bei gleicher Biegesteifigkeit und Flexibilität ein Zinkensegment mit geschlossenem
Hohlraum in der Regel materialsparender gefertigt werden kann, als ein Zinkensegment
mit offenem Hohlraum.
[0059] Alternativ zu einer geschlossenen Zinkenspitze (vgl. Fig. 9) kann im Endbereich 24
des Förderzinkens ein Schlitz 26 vorgesehen sein (Figur 10).
[0060] Die Figuren 5 bis 8 zeigen ein Zinkensegment 20 mit einem Schlitz 26, der im Wesentlichen
eine V-förmigen Innenkontur 48 aufweist und einen zu einer Seite hin offenen Innenraum
28 ausbildet. Figur 8 zeigt die Draufsicht auf das Zinkensegment 20 auf Basis der
in Figur 5 enthaltenen Schnittlinie A - A.
[0061] Die V-förmige Innenkontur 48 reicht ausgehend vom Sockel 21 bis zur Zinkenspitze
25. Der V-förmig geschlitzte Innenraum 28 erhöht Elastizität des Förderzinkens 23
und beeinträchtig die Stabilität des Förderzinkens im Vergleich zu einem Förderzinken
aus Vollmaterial nur unwesentlich Alternativ zu einer V-förmigen Kontur sind auch
andere Konturen möglich, beispielsweise eine U-förmige Kontur.
[0062] Die Figuren 9 und 10 zeigen jeweils ein Zinkensegment 16 mit einem Innenraum 28 in
einer Schnittdarstellung. Der Innenraum 28 weist eine Kontur 44, die an die Außenkontur
29 des Förderzinkens 23 angepasst ist. Das Zinkensegment 16 gemäß Figur 9 hat einen
Endbereich 24 aus Vollmaterial, das Zinkensegment 16 gemäß Figur 10 hat einen Endbereich
24 mit einem Schlitz 26. Der Schlitz 26 unterteilt analog zu den in den Figuren 10
und 12 dargestellten Ausführungsformen den Endbereich 24 wiederum in zwei Ausläufer
27.
[0063] Die Figuren 11 und 12 zeigen jeweils ein Zinkensegment 17 mit zwei Innenräumen 28
in einer Schnittdarstellung. Das Zinkensegment 17 gemäß Figur 11 hat einen Endbereich
24 aus Vollmaterial, das Zinkensegment 17 gemäß Figur 12 hat einen Endbereich 24 mit
einem Schlitz 26. Der Schlitz 26 unterteilt den Endbereich 24 in zwei Ausläufer 27.
[0064] Die in den Figuren 13 und 14 dargestellten Zinkensegmente 18 entsprechen im Wesentlichen
den Zinkensegmenten 16. Im Unterschied zu den Zinkensegmenten 16 weisen die Zinkensegmente
18 ein an einer Außenkontur 29 angebrachtes wellenartigem Profil 30 auf. Das Zinkensegment
18 gemäß Figur 13 hat einen Endbereich 24 aus Vollmaterial, das Zinkensegment 18 gemäß
Figur 14 hat einen Endbereich 24 mit einem Schlitz 26. Der Schlitz 26 unterteilt analog
zu den in den Figuren 10 und 12 dargestellten Ausführungsformen den Endbereich 24
wiederum in zwei Ausläufer 27.
[0065] Figur 15 zeigt ein Zinkensegment 19 mit einem Innenraumen 28 und einer in den Endbereich
24 des Förderzinkens 23 eingebrachten Bohrung 45, in die ein Stift 46 eingesetzt ist.
Der Stift 46 weist einen Kopf 47 auf, der einen größeren Durchmesser aufweist als
die Bohrung 45. Der Stift 46 überragt den Förderzinken 23 im montierten Zustand und
ist durch seinen Kopf 47 gegen Herausfallen gesichert. Damit der Stift 46 auch nicht
von außen nach innen in den Innenraum 28 gedrückt werden kann, kann er entweder in
die Bohrung 45 eingepresst oder eingeklebt sein. Alternativ dazu kann auch mittels
eines unterhalb des Kopfes 47 in den Innenraum 28 eingebrachtes Sicherungselements,
beispielsweise einer Innenraum-Füllung, das Hereindrücken des Stiftes 46 in den Innenraum
verhindert werden.
[0066] Die Figuren 16 bis 21 zeigen eine alternative Konzeption von Zinkensegmenten 11,
12, 13, 14 und 15. Alle diese Zinkensegmente weisen in ihrem Inneren wenigstens einen
Innenraum 28 auf, der in den Figuren 16 bis 21 jedoch in einem nicht sichtbaren Bereich
angeordnet ist. Der oder die jeweiligen Innenräume 28 können insbesondere so ausgeführt
sein, wie in den Figuren 4 bis 15 dargestellt.
[0067] Die Figuren 16 bis 21 veranschaulichen unterschiedliche Arten von Schlitzen, die
zusätzlich in ein Zinkensegment eingebracht sein können.
[0068] Die Figuren 16a und 16b zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Zinkensegments 10 mit
einem Schlitz 26, der in einer Ebene E1 des Zinkensegments 10 angeordnet ist, die
parallel zur Rotationsrichtung R des Zinkensegments 10 ausgerichtet ist. Der Schlitz
26 unterteilt den Endbereich 24 des Förderzinkens 23 in zwei Ausläufer 27 und hat
von der Zinkenspitze 25 aus gesehen eine Tiefe 40 von 20 mm. Der Schlitz 26 kann aber
auch länger sein, beispielsweise von der Zinkenspitze 25 in Längsrichtung gesehen
bis zur Mitte des Förderzinkens 23 reichen.
[0069] Je nach Art eines Boden- oder Fremdkörperkontaktes können die Ausläufer 27 gemeinsam
nach rechts oder links ausweichen. Sie können aber auch einzeln, das heißt: der rechte
Ausläufer 27 nach rechts und der linke Ausläufer 27 nach links, ausweichen und sich
so gabelförmig an einem Hindernis vorbeischieben.
[0070] Die Figuren 17a und 17b zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel, nämlich ein Zinkensegment
11 mit einem Schlitz 26, der in einer Ebene E2 des Zinkensegments 11 angeordnet ist,
die senkrecht zur Rotationsrichtung R des Zinkensegments 11 ausgerichtet ist. Der
Schlitz 26 unterteilt den Endbereich 24 des Förderzinkens 23 analog zur in den Figuren
16a und 16b dargestellten Ausführung wiederum in zwei Ausläufer 27, jedoch sind diese
In Rotationsrichtung R gesehen hintereinander angeordnet.
[0071] Die Figuren 18a und 18b zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Zinkensegments 12 mit
einem Schlitz 26, der in einer Ebene E1 angeordnet ist, die parallel zur Rotationsrichtung
R des Zinkensegments 12 ausgerichtet ist. Der Schlitz 26 spaltet die Zinkenspitze
25 nicht gabelförmig auf, sondern ist vielmehr nadelöhrartig ausgebildet und zur Zinkenspitze
25 hin geschlossen.
[0072] Die Figuren 19a und 19b zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Zinkensegment 13 mit
einem Schlitz 26, das sich vom vorherigen Ausführungsbeispiel durch die Ausrichtung
des nadelöhrartigen Schlitzes unterscheidet. Der Schlitz 26 ist hier in einer Ebene
E2 angeordnet, die senkrecht zur Rotationsrichtung R des Zinkensegments 13 ausgerichtet
ist.
[0073] Unabhängig von seiner Ausrichtung erhöht ein nadelöhrartiger Schlitz 26 die Elastizität
und verhindert eine gegebenenfalls unerwünschte gabelartige Aufspaltung, in die sich
unter ungünstigen Bedingungen Erntegutpartikel festsetzen können.
[0074] Die Figuren 20 und 21 zeigen Zinkensegmente 14 und 15 mit jeweils zwei offenen, im
Wesentlichen u-förmigen, Schlitzen 26, die analog zu den obigen Ausführungen in Längsrichtung
(Fig. 16) beziehungsweise Querrichtung (Figur 17) ausgerichtet sind. Selbstverständlich
können an Stelle mehrere offener Schlitze auch mehrere nadelöhrartig geschlossene
Schlitze vorgesehen sein. Auch die kreuzweise Einbringung von offenen oder geschlossenen
Schlitzen (in den Figuren nicht dargestellt) ist möglich.
Bezugszeichenliste
[0075]
- 10
- Zinkensegment (mit offenem Längsschlitz)
- 11
- Zinkensegment (mit offenem Querschlitz)
- 12
- Zinkensegment (mit geschlossenem Längsschlitz)
- 13
- Zinkensegment (mit geschlossenem Querschlitz)
- 14
- Zinkensegment (mit zweifach Längsschlitz)
- 15
- Zinkensegment (mit zweifach Querschlitz)
- 16
- Zinkensegment (mit Längsschlitz und Innenraum)
- 17
- Zinkensegment (mit Querschlitz und Innenraum)
- 18
- Zinkensegment (mit Querschlitz, Innenraum und Profil)
- 19
- Zinkensegment (mit Stift)
- 20
- Zinkensegment (mit U-förmig geschlitztem Innenraum)
- 21
- Sockel
- 22
- Befestigungsbereich
- 23
- Förderzinken
- 24
- Endbereich (von 23)
- 25
- Zinkenspitze
- 26
- Schlitz
- 27
- Ausläufer
- 28
- Innenraum
- 29
- Außenkontur (von 23)
- 30
- Profil
- 31
- Trommel
- 32
- Antriebswelle
- 33
- Wandung
- 34
- -
- 35
- -
- 36
- Schneidvorrichtung
- 37
- Förderrotor
- 38
- Zuführwalze
- 39
- Stützrad
- 40
- Tiefe
- 41
- Vorderwandung
- 42
- Rückwandung
- 43
- Seitenwandung
- 44
- Kontur (von 28)
- 45
- Bohrung
- 46
- Stift
- 47
- Kopf (von 46)
- 48
- Kontur (V-förmig)
- 49
- Hohlraum
- 100
- Aufnahmevorrichtung
- 200
- Erntemaschine
- A - A
- Schnitt
- E1
- Ebene
- E2
- Ebene
- R
- Rotationsrichtung
1. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) für eine Aufnahmevorrichtung
(100) an Erntemaschinen, wie Ladewagen (200) für Halm- und Blattgut, Ballenpressen
oder Heuwerbemaschinen, wobei das Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18;
19, 20) aus einem elastischen Material hergestellt und die Aufnahmevorrichtung (100)
zur Aufnahme von auf dem Boden liegendem Erntegut vorgesehen ist und wobei das Zinkensegment
(10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) wenigstens einen Förderzinken (23) mit
einem Endbereich (24) und einer Zinkenspitze (25) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) wenigstens einen Innenraum
(28) aufweist.
2. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum (28) des Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20)
einen nach außen geschlossenen Hohlraum (49) bildet.
3. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) einen Sockel (21)
umfasst, aus dem der wenigstens eine Förderzinken (23) hervortritt und der Innenraum
(28) im Sockel (21) und/oder im Förderzinken (23) angeordnet ist.
4. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum (28) eine Kontur (44) aufweist, die an eine Außenkontur (29) des Förderzinkens
(23) angepasst ist, so dass der Förderzinken (23) eine Wandung (33) mit einer konstante
Wandungsdicke aufweist.
5. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (33) eine Vorderwandung (41), eine Rückwandung (42) und zwei Seitenwandungen
(43) umfasst und die Vorderwandung (41) und / oder die Rückwandung (42) dicker ist,
als die Seitenwandung (43), so dass der Förderzinken (23) in Rotationsrichtung (R)
einen höheren Knickwiderstand aufweist als zu seiner linken oder rechten Seite hin.
6. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum (28) eine im Wesentlichen U-förmige oder V-förmige Kontur (48) aufweist,
die zu einer Seite hin offen ist.
7. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sockel (21) und/oder der Förderzinken (23) des Zinkensegments (10; 11; 12; 13;
14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) wenigstens zwei Innenräume (28) aufweisen.
8. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Innenraum (28) zumindest bereichsweise mit einem Füllmaterial ausgefüllt
ist.
9. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Zinkenspitze (25) eine vom Innenraum (28) ausgehende Bohrung (45)
vorgesehen ist und in der Bohrung (45) ein über die Zinkenspitze (25) hinausragender
Stift (46) angeordnet ist.
10. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderzinken (23) wenigstens einen Schlitz (26) aufweist.
11. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitz (26) in einer Ebene (E1) angeordnet ist, die parallel oder vertikal zu
einer Rotationsrichtung (R) des Förderzinkens (23) ausgerichtet ist.
12. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderzinken (23) eine Außenkontur (29) mit wenigstens einer Verstärkungsrippe
aufweist.
13. Zinkensegment (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der Ansprüche
1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderzinken (23) eine Außenkontur (29) umfasst, die mit einem wellenförmigen
Profil (30) versehen ist
14. Aufnahmevorrichtung (100) für Erntemaschinen für Halm- und Blattgut oder Heuwerbemaschinen,
umfassend Zinkensegmente (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18; 19, 20) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.
15. Erntemaschine für Halm- und Blattgut oder Heuwerbemaschine, umfassend eine Aufnahmevorrichtung
(100) nach Anspruch 14 und/oder Zinkensegmente (10; 11; 12; 13; 14; 15; 16; 17; 18;
19, 20) nach einem der Ansprüche 1 bis 13.