[0001] Die Erfindung betrifft eine Positioniervorrichtung zum Positionieren von Beinen einer
Patientin für eine Untersuchung und/oder Behandlung einer Körperregion zwischen den
Beinen, insbesondere zum Anlegen eines transurethralen Harnblasenkatheters, wobei
die Positioniervorrichtung eine erste Beinlagerungsschale, eine zweite Beinlagerungsschale
und eine Trägereinrichtung aufweist und die erste Beinlagerungsschale und die zweite
Beinlagerungsschale mittels einer Verbindungseinrichtung mit der Trägereinrichtung
verbunden sind. Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung einer Positioniereinrichtung
zum Vorbereiten eines Anlegens eines transurethralen Harnblasenkatheters bei einer
Patientin, wobei die Positioniervorrichtung mobil und/oder von einer Person tragbar
ist.
[0002] Zum Legen eines Harnblasenkatheters, aber auch bei anderen vorbereitenden Arbeiten,
Untersuchungen und/oder Behandlungen im Genitalbereich von Frauen, ist es notwendig,
dass die Patientin die Beine anwinkelt und die Knie nach außen spreizt. Nur dadurch
kann eine gute Sicht der behandelnden Person auf den entsprechenden Bereich, eine
fachgerechte Desinfektion dieses Bereiches, wie um den Harnröhreneingang, und die
notwendige Einwirkzeit des Desinfektionsmittels sichergestellt werden. Wird wegen
mangelnder Zugänglichkeit dieses Bereiches die notwendige Einwirkzeit des Desinfektionsmittels
nicht eingehalten oder trifft die Katheterspitze nicht die Harnröhre, so besteht eine
Gefahr der Keimverschleppung vom Genitalbereich in die Blase. Dies kann zu einer Blasenentzündung
oder sogar einer Sepsis führen.
[0003] Vor allem bei bettlägerigen, bewegungseingeschränkten und/oder durch die jeweilige
Krankheit beeinträchtigten Patienten ist häufig ein Aufstellen der Beine in die erforderliche
Position nicht möglich. Ebenso können die Patienten häufig nicht ausreichend lange
die Beine in der aufgestellten Position ruhig halten, um sicher einen Harnblasenkatheter
zu legen oder andere Untersuchungen und Behandlungen durchzuführen. In diesen Fällen
werden häufig zwei Pflegekräfte benötigt, um die Beine in die notwendige Position
zu bringen und dort während der Behandlung zu halten, um einen frei zugänglichen Arbeitsbereich
zu gewährleisten. Aufgrund von allgemeinem Personalmangel, spezifischen Anforderungen,
wie dem Zulassen nur einer Pflegekraft beispielsweise in einem Isolierzimmer im Krankenhaus
oder in der ambulanten Pflege, ist häufig von vornherein nur eine Pflegekraft verfügbar,
wodurch ein sicheres Anlegen eines transurethralen Blasenkatheters insbesondere bei
Frauen nicht immer gewährleistet ist.
[0004] Allgemein sind Behandlungsliegen und -tische für medizinische Untersuchungen bekannt.
Diese sind jedoch nicht in jedem Fall für das Anlegen eines transurethralen Blasenkatheters
geeignet, zu groß bauend und zu schwer, um diese mobil von einem Einsatzort zu einem
anderen Einsatzort, insbesondere in unterschiedlichen Gebäuden, zu transportieren,
und weisen meist einen aufwändigen Verstellmechanismus auf.
[0005] Aus der
CN 1 13 262 133 A ist ein speziell abgestimmter Diagnose- und Behandlungstisch und -stuhl für die Geburtshilfe
und Gynäkologieabteilung bekannt, bei dem ein beweglicher Beinmechanismus in ein kreisförmiges
Loch des Hauptkörpers des Stuhls mittels eines Rotationsschafts eingebaut und mittels
eines mehrstufigen Getriebes von einem Motor antreibbar ist, wodurch ein Spreizen
der Beine mittels der beweglichen Beinplatten realisiert wird.
[0006] In der
JPH 09271494 A wird ein motorisch angetriebener Patientensitzstuhl mit einem Untersuchungstisch für
Geburtshilfe und Gynäkologie beschrieben, wobei ein Beinöffnungsmechanismus angetrieben
von einem Motor in Verbindung mit einem Positionseinstellmechanismus zusammenwirkt,
um den seitlichen horizontalen Winkel der Beinstützen zu ändern und die Beine zu öffnen
oder zu schließen.
[0007] In der
CN 107 997 921 A wird ein gynäkologischer Untersuchungsstuhl offenbart, bei dem beidseitig der Sitzfläche
an Stützen vorgeformte Beinschalen für den Kniebereich von Beinen angeordnet sind.
[0008] Bei dem bekannten Stand der Technik ist nachteilig, dass die aufwändigen Verstellmechanismen
motorisch angetrieben sind und deshalb einen Stromanschluss benötigen. Vor allem muss
sich eine Patientin aktiv selbst auf den Stuhl setzen oder auf das Untersuchungsbett
legen, wodurch die bekannten Vorrichtungen nicht für bereits liegende, bettlägerige
und/oder bewegungseingeschränkte Patienten verwendbar ist.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Positioniervorrichtung zum Positionieren von Beinen
einer Patientin für eine Untersuchung und/oder Behandlung einer Körperregion zwischen
den Beinen, insbesondere zum Anlegen eines transurethralen Harnblasenkatheters, wobei
die Positioniervorrichtung eine erste Beinlagerungsschale, eine zweite Beinlagerungsschale
und eine Trägereinrichtung aufweist und die erste Beinlagerungsschale und die zweite
Beinlagerungsschale mittels einer Verbindungseinrichtung mit der Trägereinrichtung
verbunden sind, wobei die Positioniervorrichtung mobil und/oder von einer Person tragbar
ist, und die Trägereinrichtung auf einer Liegestätte auflegbar ist und die Verbindungseinrichtung
mindestens ein Verstellelement aufweist, wobei mittels des mindestens einen Verstellelementes
eine räumliche Position der ersten Beinlagerungsschale und/oder der zweiten Beinlagerungsschale
manuell verstellbar ist, sodass ein jeweils in die erste Beinlagerungsschale und/oder
die zweite Beinlagerungsschale gelegtes Bein der auf der Liegestätte liegenden Patientin
anhebbar und/oder nach außen spreizbar ist..
[0011] Somit können mittels der mobilen Positioniervorrichtung die Beine einer Patientin
in optimaler Weise positioniert und in dieser Position sicher über den notwendigen
Zeitraum gehalten werden. Dadurch wird eine freie Zugänglichkeit des Arbeitsbereiches
für eine Vorbereitung, Untersuchung und/oder Behandlung im Genitalbereich unter optimaler
Sicht gewährleistet. Neben dem Anlegen eines transurethralen Harnblasenkatheters wird
beispielsweise auch das verletzungsfreie Rasieren vor einer Operation, die Versorgung
von Wunden und ähnliches ermöglicht. Prinzipiell ist herauszustellen, dass die Verwendung
der Postioniervorrichtung selbstverständlich nicht nur auf Frauen beschränkt ist,
sondern beispielsweise auch bei Männern verwendet werden kann, um eine Zugänglichkeit
in einem Bereich zwischen den Beinen zu ermöglichen.
[0012] Die beiden Beinlagerungsschalen sind mittels der Verbindungseinrichtung mit mindestens
einem Verstellelement oder mehreren Verstellelementen mit einer Trägereinrichtung
als Basis verbunden, wobei mittels einer Veränderung, beispielsweise der Ausrichtung
und/oder einer Längenabmessung, des jeweiligen Verstellelementes ein räumliches Positionieren
jeder Beinlagerungsschalen derart erfolgt, dass in die beiden Beinlagerungsschalen
eingelegte Beine einer Patientin angehoben und/oder nach außen gespreizt werden, um
eine optimale Position für eine Sichtbarmachung und Handhabung im Bereich der Körperregion
zwischen den Beinen zu gewährleisten.
[0013] Durch das Legen der Beine der Patientin jeweils in eine Beinlagerungsschale, dienen
die Beinlagerungsschalen direkt als Haltemittel. Somit wird durch die Form der Beinlagerungsschale,
insbesondere einer Knieunterstützungsschale, bereits die Ausrichtung des jeweiligen
Beins vorgegeben. Die Trägereinrichtung mit der die beiden Beinlagerungsschalen über
die Verbindungseinrichtung verbunden sind, liegt bevorzugt auf dem Bett oder einer
anderen Unterlage auf, sodass mittels des mindestens einen Verstellelements die räumliche
Position der beiden Beinlagerungsschalen gegenüber der Trägereinrichtung manuell verändert
und insbesondere die beiden Beinlagerungsschalen gegenüber der Trägereinrichtung angehoben
und/oder nach außen bewegt werden. Dazu steht der Benutzer der Positioniervorrichtung
gerade neben der Liegestätte, dem Patientenbett oder der Trage, auf welcher die Patientin
liegt, während die Positioniervorrichtung unter die Beine der Patientin geschoben
wird und die Beine in den beiden Beinlagerungsschalen aufgenommen werden.
[0014] Im Gegensatz zu einer Lagerung auf einem herkömmlichen Untersuchungsstuhl für eine
gynäkologische Untersuchung erfolgt bei der Positioniervorrichtung das Anheben und
Spreizen der Beine und/oder Knie in einem deutlich geringeren Ausmaß. Beispielsweise
erfolgt das Anheben in einem Bereich von 15 bis 35 cm, bevorzugt von 20 bis 30 cm.
Ein Spreizen der Beine erfolgt insbesondere in einem Bereich von 20 bis 50 cm, bevorzugt
von 25 bis 35 cm. Deshalb muss das Becken der Patientin bei der Anwendung der Positioniervorrichtung
nicht gekippt werden, wodurch bei entsprechender Vorbelastung Schmerzen der Patientin
vermieden werden. Ein Anheben und ein Spreizen mittels der Positioniervorrichtung
erfolgt lediglich in dem Ausmaße, wie das für die Sicht auf den Harnröhreneingang
notwendig ist.
[0015] Dadurch, dass die Positioniervorrichtung die Beine der Patientin unterstützt und
in der gewünschten Position ohne übermäßiges Anheben und Spreizen hält, kann die Patientin
entspannt liegen und ist weniger verkrampft, wodurch der gesamte Arbeitsablauf verbessert
wird.
[0016] Die mobile Positioniervorrichtung als Pflegehilfsmittel ermöglicht folglich, dass
eine Pflege, Untersuchung und/oder Behandlung im Bereich zwischen den Beinen einer
bereits liegenden Patientin von einer einzigen Person sicher für die Patientin und
zügig durchführbar ist, ohne dass die Patientin mit Ausnahme ihrer Beine bewegt werden
muss oder die Patientin sich selbst bewegen muss. Dabei ist die Positioniervorrichtung
sowohl bei entsprechenden Arbeiten in einem Krankenhaus als auch in der ambulanten
Pflege vor Ort einsetzbar. Gerade in der ambulanten Pflege fährt häufig nur eine Pflegekraft
zu dem jeweiligen Patienten.
[0017] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung beruht darauf, eine mobile und leicht tragbare
Positioniervorrichtung bereitzustellen, welche flexibel an verschiedenen Einsatzorten
einsetzbar ist und unkompliziert in der Anwendung ist, da zum Gebrauch die Positioniervorrichtung
lediglich auf eine Liegestätte aufgelegt und die Beinschalen unter die Beine und/oder
Knie einer Patientin gelegt und diese manuell bedient frei von einem Motor, insbesondere
durch Hebeltechnik, angehoben und gespreizt werden. Durch die leichte, transportierbare
und mobile Ausführung und Anwendung der Positioniervorrichtung ist diese einfach im
ambulanten Pflegedienst, auf Stationen eines Krankenhauses und in Pflegeheimen einsetzbar.
Vor allem kann die Positioniervorrichtung zusammen mit Blasenkatheterutensilien zu
Patienten an unterschiedlichen, auch weit entfernten Einsatzorten mitgenommen werden
und ist auf jeder herkömmlichen Patiententrage oder im Bett anwendbar.
[0018] Folgendes Begriffliche sei erläutert:
Bei einer "Positioniervorrichtung" handelt es sich insbesondere um eine mobile und/oder
von einer Person tragbare Vorrichtung zum Positionieren und/oder räumlichen Ausrichten
von Beinen einer Patientin. Die Positioniervorrichtung ist gerade nicht ein großbauender
gynäkologischer Untersuchungsstuhl und/oder -liege, sondern ein kleinbauendes transportables
Gerät, welches kompakt zwei Beinschalen aufweist, welche über ein Verstellelement
oder mehrere Verstellelemente mit der Trägereinrichtung verbunden sind.
[0019] Die Positioniervorrichtung ist insbesondere als Medizinprodukt entsprechend des Medizinproduktgesetzes
ausgebildet. Die Positioniervorrichtung, die erste Beinlagerungsschale, die zweite
Beinlagerungsschale und/oder die weiteren Komponenten der Positioniervorrichtung weisen
insbesondere einen Kunststoff, beispielsweise einen Thermoplast, auf. Durch die Verwendung
von Kunststoff weist die Positioniervorrichtung insbesondere ein geringes Gewicht
zur mobilen Handhabung und zum Transport auf. Zum anderen ist die Kunststoffoberfläche
einfach desinfizierbar. Bevorzugt weist auch die Trägereinrichtung leichten Kunststoff
auf und kann zur Erhöhung der Stabilität mittels Klammern am Bett befestigt werden.
[0020] Unter "mobil" wird insbesondere verstanden, dass die Positioniervorrichtung räumlich
und geographisch beweglich ist. Durch die mobile Ausführung und somit die geringen
Abmessungen und das geringe Gewicht, kann die Positioniervorrichtungen an unterschiedlichen,
auch räumlich weit entfernten, Einsatzorten transportiert und dort eingesetzt werden.
Unter "von einer Person tragbar" wird insbesondere verstanden, dass das Gewicht und/oder
das Volumen der Positioniervorrichtung nicht die Traglast und/oder Tragfähigkeit einer
einzigen, durchschnittlichen Person überschreitet. Somit kann die Positioniervorrichtung
von einer einzelnen Pflegekraft beispielsweise in ein Pflegeheim zur dortigen Anwendung
gebracht und/oder getragen werden.
[0021] In der einfachsten Form kann die Positioniervorrichtung nur ein Verstellelement aufweisen,
beispielsweise in Y-Form, wobei die beiden Y-Schenkel jeweils mit einer Beinlagerungsschale
verbunden sind, während der Stamm der Y-Form beispielsweise in seiner Länge ausfahrbar
ist.
[0022] Unter einer "Beinlagerungsschale" wird insbesondere eine schalenförmige Aufnahme
zur Lagerung und/oder Ruhigstellung eines Beins und/oder Knies verstanden. Die Beinlagerungsschale
ist insbesondere unter ein Bein oder Knie einer Patientin schiebbar, sodass das Bein
oder Knie von oben auf und/oder in der Beinlagerungsschale liegt. Die Beinlagerungsschale
kann sämtliches Material aufweisen, beispielsweise Kunststoff. Bevorzugt ist die Beinlagerungsschale
desinfizierbar. Die erste Beinlagerungsschale und die zweite Beinlagerungsschale können
gleichartig, entgegengesetzt ausgebildet für das linke und das rechte Bein oder vollständig
unterschiedlich geformt sein.
[0023] Prinzipiell kann der Oberschenkel, das Knie und/oder die Wade einer Patientin in
die jeweilige Beinlagerungsschale gelegt werden. Somit kann eine Beinlagerungsschale
einen gesamten Beinbereich vom Oberschenkel bis zur Wade einnehmen oder nur den Oberschenkel,
nur das Knie oder nur die Wade aufnehmen. Bevorzugt sind die Beinlagerungsschalen
als Knieunterstützungsschalen ausgebildet, sodass das jeweilige Knie anwinkelbar und
somit das Bein aufstellbar ist.
[0024] Unter einer "Verbindungseinrichtung" werden ein mechanisches Bauteil oder mehrere
mechanische Bauteile verstanden, welches oder welche die beiden Beinlagerungsschalen
mit der Trägereinrichtung verbinden. Die Verbindungseinrichtung kann insbesondere
ein Verstellelement oder mehrere Verstellelemente aufweisen, welche direkt oder indirekt
die jeweilige Beinlagerungsschale mit der Trägereinrichtung verbinden.
[0025] Ein "Verstellelement" ist insbesondere ein mechanisches Bauteil oder Element, mit
welchem die räumliche Position einer Beinlagerungsschale oder beider Beinlagerungsschalen
verstellbar ist. Bei einem Verstellelement kann es sich insbesondere um klappbare
Schienen, Teleskopschienen und/oder sonstige mechanische Auszüge und/oder Gelenkelemente
handeln. Das Verstellelement kann insbesondere mittels eines Betätigungselementes
aktiviert und/oder verstellt werden. Bei einem Betätigungselement handelt es sich
insbesondere um einen mechanischen Hebel, Drehknopf oder ähnliches. Das Betätigungselement
und/oder das Verstellelement ist oder sind insbesondere frei von einem motorischen
Antrieb. Somit ist die räumliche Position der ersten Beinlagerungsschale und/oder
der zweiten Beinlagerungsschale gerade nur manuell von einem Bediener verstellbar.
[0026] Das räumliche Positionieren der beiden Beinlagerungsschalen erfolgt mittels der Verbindungseinrichtung
angeordnet zwischen den beiden Beinlagerungsschalen und der Trägereinrichtung. Hierzu
wird insbesondere eine Längenabmessung des mindestens einen Verstellelementes verändert.
Um beispielsweise die Beine anzuheben, ist die Längenabmessung des jeweiligen Verstellelementes
verlängerbar und/oder vergrößerbar. Hierzu kann das jeweilige Verstellelement beispielsweise
ineinanderlaufende ausziehbare gerade oder gebogene Schienen, eine Teleskopstange,
einen hydraulischen Miniheber, Gasdruckstempel, Gasdruckheber und/oder eine Gasdruckfeder
aufweisen. Auch kann das jeweilige Verstellelement auch ein Drehgelenk oder mehrere
zueinander bewegliche Gelenkglieder, beispielsweise wie bei einem Zollstock, aufweisen,
welche ausklappbar und arretierbar sind. Neben einer Verlängerung des Verstellelementes
zum vertikalen Anheben, kann zusätzlich oder gleichzeitig auch eine seitliche Ausrichtung
des Verstellelementes und somit der Beinlagerungsschalen erfolgen, um ein Spreizen
der Beine zu bewerkstelligen.
[0027] Eine "Liegestätte" ist insbesondere eine Vorrichtung oder ein Gegenstand, auf dem
eine Person liegen kann. Bei einer Liegestätte kann es sich beispielsweise um ein
häusliches Bett, ein Pflege- und/oder Krankenhausbett handeln. Ebenso kann es sich
bei einer Liegestätte um eine Trage oder ein Liegemöbelstück, wie beispielsweise eine
Liege, ein Sofa, Diwan, Couch oder ein Futon handeln.
[0028] Unter "Anheben" wird insbesondere verstanden, dass mittels der Positioniervorrichtung
ein Bein vertikal in die Höhe räumlich hochgehoben wird. Ebenso kann entgegengesetzt
mittels der Positioniervorrichtung das Bein auch wieder auf die Liegefläche abgesenkt
und zurückgebracht werden. Somit wird beim Anheben ein Abstand zwischen der Liegefläche
(und/oder der Trägereinrichtung) und der jeweiligen Beinlagerungsschale erhöht.
[0029] Unter einem "Spreizen" wird insbesondere ein seitwärts, voneinander Wegbewegen und/oder
Strecken der Beine verstanden. Beim Spreizen ist der Abstand zwischen den Oberschenkeln
der beiden Beine insbesondere geringer als zwischen den beiden Knien.
[0030] Ein "transurethraler Blasenkatheter" ist insbesondere ein Kunststoffschlauch, welcher
über die Harnröhre und somit transurethral in die Harnblase eingebracht wird. Der
Harnblasenkatheter dient insbesondere der Harnableitung und/oder Harngewinnung.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform der Positioniervorrichtung weist die Verbindungseinrichtung
ein zweites Verstellelement, ein drittes Verstellelement, ein viertes Verstellelement
und/oder weitere Verstellelemente auf.
[0032] Bevorzugt weist die Positioniervorrichtung für jede Beinlagerungsschale getrennte
Verstellelemente auf, welche jeweils mit der Beinlagerungsschale und der Trägereinrichtung
verbunden sind. Hierbei kann es sich um gleichartige oder andersartige Verstellelemente
handeln. Durch mehrere entlang der Länge der Beinlagerungsschale angeordnete Verstellelemente
wird ein optimales Abstützen und Halten der verschiedenen Regionen des in die jeweilige
Beinlagerungsschale eingelegten Beines realisiert. Hierzu kann die jeweilige Höhe
und somit die Längsabmessung jedes einzelnen Verstellelementes individuell und gezielt
eingestellt werden. Selbstverständlich kann die Verbindungseinrichtung auch zwei oder
mehrere gleichartige oder verschiedene Verstellelemente für jede Beinlagerungsschale
aufweisen, um gezielter ein räumliches Positionieren gleichzeitig in verschiedene
Raumrichtungen zu ermöglichen.
[0033] Um die Positioniervorrichtung klein und leicht auszubilden, und einen gezielten Ansatzpunkt
zum Anheben und Spreizen der Beine anzuwenden, ist oder sind die erste Beinlagerungsschale
und/oder die zweite Beinlagerungsschale jeweils als Knieunterstützungsschale ausgebildet,
sodass das jeweilige Knie abwinkelbar und/oder das jeweilige Bein aufstellbar ist.
[0034] Dadurch muss nicht das jeweilige gesamte Bein angehoben und bewegt werden, sondern
mittels der Knieunterstützungsschale wird lediglich am Knie angesetzt, welches besonders
bei Schmerzen in dem Ober- und/oder Unterschenkel vorteilhaft ist.
[0035] In einer weiteren Ausführungsform der Positioniervorrichtung weist die Trägereinrichtung
eine Längsausrichtung parallel zu der ersten Beinlagerungsschale und/oder der zweiten
Beinlagerungsschale auf.
[0036] Dadurch liegt die Trägereinrichtung stabil auf der Liegestätte auf und bildet eine
räumlich feste Basis für die Verbindungseinrichtung und/oder die Verstellelemente
aus, sodass bei der Benutzung der Positioniervorrichtung diese sich nicht während
der Anwendung verschiebt.
[0037] Bevorzugt weist die Trägereinrichtung im Wesentlichen eine ähnliche Ausrichtung und/oder
Länge wie die Beinlagerungsschalen auf, insbesondere ist die Trägereinrichtung parallel
zu den Beinlagerungsschalen geführt, sodass die Verstellelemente verteilt über die
gesamte Länge der Trägereinrichtung die Trägereinrichtung mit der jeweiligen Beinlagerungsschale
verbinden.
[0038] Eine "Längsausrichtung" ist eine Richtung der längsten Längenabmessung der Trägereinrichtung
und/oder der Positioniervorrichtung.
[0039] Zur manuellen Betätigung der Positioniervorrichtung bevorzugt durch eine einzelne
Person, weist die Positioniervorrichtung ein Betätigungselement zum Aktivieren des
Verstellelementes oder der Verstellelemente auf.
[0040] Somit kann die Veränderung der Länge und/oder Ausrichtung der Verbindungseinrichtung
und/oder des jeweiligen Verstellelementes oder aller Verstellelemente bevorzugt mittels
des Betätigungselementes manuell und frei von einem Motor und frei von einer Stromversorgung
aktiviert werden. Hierbei kann es sich um ein separat ausgeführtes Betätigungselement,
wie einen Hebel, handeln, oder ein Betätigungselement, welches in dem jeweiligen Verstellelement
integriert ist. Im Falle eines Gasdruckstempels, -hebers oder -feder kann die Betätigung
und somit das Bewirken der Längenausdehnung beispielsweise durch Antippen der jeweiligen
Beinlagerungsschale von oben im Bereich der Verbindung zwischen der Beinlagerungsschale
und des jeweiligen Verstellelementes erfolgen.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform weist die Positioniervorrichtung ein Rastmittel
zum Feststellen einer Position der ersten Beinlagerungsschale und/oder der zweiten
Beinlagerungsschale auf.
[0042] Mittels eines Rastmittels wird insbesondere die Verbindungseinrichtung, das jeweilige
Verstellelement oder die Verstellelemente in ihrer Ausrichtung und/oder jeweiligen
Längsabmessung festgehalten und/oder eingerastet, sodass die jeweilige Position der
ersten Beinlagerungsschale und der zweiten Beinlagerungsschale festgestellt werden.
Ebenso kann das Betätigungselement und somit die Verstellelemente in verschiedenen
und der jeweils gewünschten Höhe feststellbar sind.
[0043] Unter einem "Rastmittel" wird insbesondere ein gegenüber seiner Umgebung vorstehendes
Element zum Positionieren und/oder Arretieren verstanden. Bei einem Rastmittel kann
es sich beispielsweise um einen Rasthaken und/oder eine Rastnase handeln, welche in
eine Aussparung und/oder um eine Ecke oder einen sonstigen Vorsprung greift und/oder
diesen einklemmt. Bei einem Rastmittel kann es sich beispielweise auch um einen Feststellhebel,
eine Einrastschiene oder eine Schraube handeln.
[0044] Um die Beine komfortabel zu bewegen und in einer vorgesehenen räumlichen Ausrichtung
zu positionieren und/oder zu halten, ist im Falle der Knieunterstützungsschale die
jeweilige Knieunterstützungsschale in einem Bereich einer Kniekehle vorgeformt, bewegbar
oder knickbar ausgebildet.
[0045] In einer weiteren Ausführungsform der Positioniervorrichtung ist mittels einer Abmessungsänderung
eines der Verstellelemente und/oder mehrerer der Verstellelemente eine räumliche Position
der Knieunterstützungsschale in dem Bereich der Kniekehle in einem höheren Abstand
zu der Trägereinrichtung einstellbar als an einem der beiden Ende der Knieunterstützungsschale,
sodass das Knie anwinkelbar ist.
[0046] Dadurch wird auch ermöglicht, dass die Verstellelemente entlang der Trägereinrichtung
und somit entlang der Beinlagerungsschale und/oder Knieunterstützungsschale unterschiedlich
einstellbar sind. Im Falle einer Knieunterstützungsschale kann somit das Verstellelement,
welches außen an der Knieunterstützungsschale im Bereich der Kniekehle angeordnet
ist, auf eine größere Längenausdehnung und somit Höhe eingestellt werden, als Verstellelemente,
welche am unteren oder oberen Ende der Knieunterstützungsschale angeordnet sind. Dadurch
wird eine optimale Anwinkelung des Knies bewirkt. Für diese Einstellung ist die Knieunterstützungsschale
im Bereich der Kniekehle insbesondere entsprechend vorgeformt, beweglich, flexibel
und/oder knickbar ausgebildet, ohne dass es Druckstellen und/oder Schmerzen an der
Kniekehle kommt.
[0047] Folglich kann gemäß der jeweiligen Form der Beinlagerungsschale eine unterschiedliche
Höhe des oberen Verbindungspunktes des jeweiligen Verstellelementes mit der Beinlagerungsschale
und somit ein unterschiedlicher Abstand zu der unten angeordneten Trägereinrichtung
eingestellt werden.
[0048] Damit die Positioniervorrichtung leicht handhabbar und flexibel einsetzbar sowie
transportierbar ist, ist diese bevorzugt größenveränderbar ausgebildet. Hierzu können
die Verbindungseinrichtung, die jeweiligen Verstellelemente, die erste Beinlagerungsschale
und/oder die zweite Beinlagerungsschale zueinander beweglich ausgebildet sein, beispielsweise
indem die Verstelleinrichtungen in feststellbaren Drehlagern jeweils an der Trägereinrichtung
und der jeweiligen Beinlagerungsschale befestigt sind. Dadurch ist die Positioniervorrichtung
zusammenlegbar und/oder klappbar. Bevorzugt ist die Positioniervorrichtung derart
zusammenlegbar, dass die beiden Beinlagerungsschalen ineinander legbar sind, also
die Außenseite der ersten Beinlagerungsschale an der Innenseite der zweiten Beinlagerungsschale
anliegt.
[0049] Besonders vorteilhaft ist es, wenn beim Zusammenlegen die beiden Außenseiten der
Beinlagerungsschalen jeweils zueinander ausgerichtet sind. Dadurch kann die Positioniervorrichtung
mit den derart ausgerichteten Beinlagerungsschalen zur Verwendung zwischen den Beinen
der Patientin von unten nach oben hochgeschoben und anschließend die Beinlagerungsschalen
durch Drehen unter den Beinen der Patientin durch nach außen zum Einlegen der Beine
in die Beinlagerungsschalen gebracht werden. Nachfolgend werden dann mittels des Verstellelementes
oder der Verstellelemente der Verbindungseinrichtung die Beinlagerungsschalen mit
den eingelegten Beinen nach oben und zum Spreizen nach außen bewegt.
[0050] Um den Bereich zwischen den gespreizten und/oder angehobenen Beinen in der Nähe des
Rumpfes und somit dem Arbeitsbereich beim Legen des transurethralen Harnblasenkatheters
optimal auszuleuchten, weist oder weisen die erste Beinlagerungsschale, die zweite
Beinlagerungsschale und/oder die Verbindungseinrichtung ein Leuchtmittel, insbesondere
LED, oder eine Aufnahmeeinheit zum Aufnehmen eines Leuchtmittels auf.
[0051] Unter einem "Leuchtmittel" wird jede Art von elektrischer Lichtquelle verstanden,
welche dazu dient, Licht zu erzeugen. Bei einem Leuchtmittel handelt es sich bevorzugt
um eine LED-Leuchte und/oder ein speicherbetriebenes Leuchtmittel, um das Gewicht
der Positioniervorrichtung gering zu halten. Zur Energieversorgung kann das Leuchtmittel
eine Batterie oder einen aufladbaren Akkumulator aufweisen. Bevorzugt weist das Leuchtmittel
kein elektrisches Kabel auf.
[0052] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch eine Verwendung
einer zuvor beschriebenen Positioniervorrichtung zum Vorbereiten eines Anlegens eines
transurethralen Harnblasenkatheters bei einer Patientin, wobei die Patientin auf einer
Liegestätte liegt, die Positioniervorrichtung mit ihrer Trägereinrichtung auf der
Liegestätte aufgelegt und positioniert wird und manuell betätigt mittels der Positioniervorrichtung
beide Beine der Patientin angehoben und/oder gespreizt werden, sodass ein Harnröhreneingang
zwischen den beiden Beinen frei zugänglich ist und nachfolgend der Blasenkatheter
anlegbar ist.
[0053] Anstelle einer Patientin kann es sich selbstverständlich auch um einen Patient handeln.
[0054] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen
- Figur 1
- eine dreidimensionale Darstellung eines Beinpositioniergerätes im zusammen-gelegten
Zustand,
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung des Beinpositioniergerätes im Verwendungszustand, und
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung eines Beinpositioniergerätes mit einem Blick auf einen hinteren
Teil eines Trägers mit einer ersten Knieunterstützungsschale.
[0055] Ein mobiles Beinpositioniergerät 101 weist einen Träger 107 auf. Der Träger 107 ist
mittels einer Verbindungseinrichtung 109 mit einer ersten Beinlagerungsschale 103
und einer zweiten Beinlagerungsschale 105 verbunden. Die Verbindungseinrichtung 109
weist jeweils eine verstellbare Teleskopschiene 113 zum Verbinden des Trägers 107
mit der ersten Beinlagerungsschale 103 und der zweiten Beinlagerungsschale 105 auf.
Die jeweilige Teleskopschiene 113 ist jeweils am Träger 107 und an der jeweiligen
Beinlagerungsschale 103 oder 105 in einem feststellbaren Drehlager 111 gelagert. Des
Weiteren weist das Beinpositioniergerät 101 einen Hebel 115 zum Verstellen der Teleskopschienen
113 auf.
[0056] Zum Transport auf einem Katheterwagen im Krankenhaus ist das Beinpositioniergerät
101 zusammengelegt worden, sodass die beiden Außenseiten 125 der ersten Beinlagerungsschale
103 und der zweiten Beinlagerungsschale 105 zueinander ausgerichtet sind (siehe Figur
1).
[0057] Vor dem Anlegen eines transurethralen Harnblasenkatheters wird das Beinpositioniergerät
101 im zusammengelegten Zustand von einer einzigen Pflegefachkraft von unten zwischen
die Beine einer bereits liegenden Patientin geschoben, bis eine vorgegebene Position
an den Beinen der Patientin erreicht ist. Hierbei liegt der Träger 107 mit seiner
Unterseite auf dem Bett der Patientin auf. Anschließend drückt die Pflegefachkraft
von oben auf die erste Beinlagerungsschale 103 und die zweite Beinlagerungsschale
105 nach außen, sodass die erste Beinlagerungsschale 103 und die zweite Beinlagerungsschale
105 simultan jeweils unter die beiden Beine der Patientin nach außen geschoben werden.
Anschließend befestigt die Pflegefachkraft den Träger 107 mittels nicht gezeigter
Klammern am Gestell des Bettes, sodass das Beinpositioniergerät 101 sich nicht in
seiner Lage auf dem Bett verschieben kann.
[0058] Mittels des Hebels 115 betätigt die Pflegefachkraft anschließend die Verbindungseinrichtung
109, wodurch die beiden Teleskopschienen 113 ausgefahren werden und sich seitlich
ausrichten. Dadurch werden die Beine der Patientin um circa 25 cm angehoben und etwa
um 30 cm voneinander gespreizt (siehe Verwendungszustand wie in Figur 2 gezeigt).
Dadurch sind die Beine der Patientin in die vorgegebene Position gebracht und werden
in dieser mittels des Beinpositioniergerätes 101 gehalten, wozu der Hebel 115 festgestellt
wird. Nachfolgend zu dieser Verwendung des Beinpositioniergerätes 101 kann dann der
Körperbereich zwischen den Beinen desinfiziert und ein transurethraler Harnblasenkatheter
angelegt werden.
[0059] In einer Alternative weist ein transportables Beinpositioniergerät 201 zwei Knieunterstützungsschalen
auf, wobei in der Figur 3 nur die erste Knieunterstützungsschale 203 gezeigt ist und
der Träger 107 im Längsschnitt dargestellt ist. Die nachfolgende Beschreibung bezüglich
der ersten Knieunterstützungsschale 203 gilt analog auch für die nicht in Figur 3
gezeigte zweite Knieunterstützungsschale. Des Weiteren weist das Beinpositioniergerät
201 wiederum eine Verbindungseinrichtung 109 auf, wobei die Verbindungseinrichtung
109 in dieser Alternative einen ersten Gasdruckheber 213, einen zweiten Gasdruckheber
313 und einen dritten Gasdruckheber 413 zwischen dem Träger 107 und der ersten Knieunterstützungsschale
203 aufweist. Hierbei sind die jeweiligen oberen Enden des ersten Gasdruckhebers 213,
des zweiten Gasdruckhebers 313 und des dritten Gasdruckhebers 413 von unten an der
Außenseite 125 der ersten Knieunterstützungsschale 203 verbunden. Kolben der jeweiligen
Gasdruckheber 213, 313 und 413 weisen eine unterschiedliche Längenausdehnung auf,
sodass im Bereich des zweiten Gasdruckhebers 313 die erste Knieunterstützungsschale
203 höher gehoben wird als durch den ersten Gasdruckheber 213 und den dritten Gasdruckheber
413. Dadurch wird das Knie der Patientin höher gelagert und angewinkelt, um eine optimale
Position des jeweiligen Beines zu erreichen.
[0060] Zusätzlich weist das Beinpositioniergerät 201 oben an der Außenseite 125 der ersten
Knieunterstützungsschale 203 eine LED-Leuchte 117 auf, welche in einer Aussparung
der ersten Knieunterstützungsschale 203 aufgenommen ist, um anschließend für das Legen
des transurethralen Harnblasenkatheters den Arbeitsbereich optimal auszuleuchten.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 101
- Beinpositioniergerät
- 103
- erste Beinlagerungsschale
- 105
- zweite Beinlagerungsschale
- 107
- Träger
- 109
- Verbindungseinrichtung
- 111
- Drehlager
- 113
- Teleskopschiene
- 115
- Hebel
- 117
- LED-Leuchte
- 119
- oberes Ende
- 121
- unteres Ende
- 123
- Innenseite
- 125
- Aussenseite
- 201
- Beinpositioniergerät
- 203
- erste Knieunterstützungsschale
- 213
- erster Gasdruckheber
- 313
- zweiter Gasdruckheber
- 413
- dritter Gasdruckheber
1. Positioniervorrichtung (101, 201) zum Positionieren von Beinen einer Patientin für
eine Untersuchung und/oder Behandlung einer Körperregion zwischen den Beinen, insbesondere
zum Anlegen eines transurethralen Harnblasenkatheters, wobei die Positioniervorrichtung
(101, 201) eine erste Beinlagerungsschale (103, 203), eine zweite Beinlagerungsschale
(105, 205) und eine Trägereinrichtung (107) aufweist und die erste Beinlagerungsschale
(103, 203) und die zweite Beinlagerungsschale (105, 205) mittels einer Verbindungseinrichtung
(109) mit der Trägereinrichtung (107) verbunden sind, wobei die Positioniervorrichtung
(101) mobil und/oder von einer Person tragbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägereinrichtung (107) auf einer Liegestätte auflegbar ist und die Verbindungseinrichtung
(109) mindestens ein Verstellelement (113, 213, 313, 413) aufweist, wobei mittels
des mindestens einen Verstellelementes (113, 213, 313, 413) eine räumliche Position
der ersten Beinlagerungsschale (103, 203) und/oder der zweiten Beinlagerungsschale
(105, 205) manuell verstellbar ist, sodass ein jeweils in die erste Beinlagerungsschale
(103, 203) und/oder die zweite Beinlagerungsschale (105, 205) gelegtes Bein der auf
der Liegestätte liegenden Patientin anhebbar und/oder nach außen spreizbar ist.
2. Positioniervorrichtung (101, 201) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtung ein zweites Verstellelement, ein drittes Verstellelement,
ein viertes Verstellelement und/oder weitere Verstellelemente (113, 213, 313, 413)
aufweist.
3. Positioniervorrichtung (101, 201) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beinlagerungsschale und/oder die zweite Beinlagerungsschale jeweils als
Knieunterstützungsschale (203, 205) ausgebildet ist oder sind, sodass das jeweilige
Knie anwinkelbar und/oder das jeweilige Bein aufstellbar ist.
4. Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägereinrichtung (107) eine Längsausrichtung parallel zu der ersten Beinlagerungsschale
(103, 203) und/oder der zweiten Beinlagerungsschale (105, 205) aufweist.
5. Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniervorrichtung (101, 201) ein Betätigungselement (115) zum Aktivieren
des Verstellelementes oder der Verstellelemente (113, 213, 313, 413) aufweist.
6. Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniervorrichtung (101, 201) ein Rastmittel zum Feststellen einer Position
der ersten Beinlagerungsschale (103, 203) und/oder der zweiten Beinlagerungsschale
(105, 205) aufweist.
7. Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle der Knieunterstützungsschale die jeweilige Knieunterstützungsschale (203,
205) in einem Bereich einer Kniekehle vorgeformt, bewegbar und/oder knickbar ausgebildet
ist.
8. Positioniervorrichtung (101, 201) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Abmessungsänderung eines der Verstellelemente und/oder mehrerer der
Verstellelemente (113, 213, 313, 413) eine räumliche Position der Knieunterstützungsschale
(203, 205) in dem Bereich der Kniekehle in einem höheren Abstand zu der Trägereinrichtung
(107) einstellbar ist als an einem der beiden Enden der Knieunterstützungsschale (203,
205), sodass das Knie anwinkelbar ist.
9. Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass erste Beinlagerungsschale (103, 203), die zweite Beinlagerungsschale (105, 205) und/oder
die Verbindungseinrichtung (109) ein Leuchtmittel (117), insbesondere LED, oder eine
Aufnahmeeinheit zum Aufnehmen eines Leuchtmittels (117) aufweist oder aufweisen.
10. Verwendung einer Positioniervorrichtung (101, 201) nach einem der Ansprüche 1 bis
9 zum Vorbereiten eines Anlegens eines transurethralen Harnblasenkatheters bei einer
Patientin, wobei die Patientin auf einer Liegestätte liegt, die Positioniervorrichtung
mit ihrer Trägereinrichtung auf der Liegestätte aufgelegt und positioniert wird und
manuell betätigt mittels der Positioniervorrichtung (101, 201) beide Beine der Patientin
angehoben und/oder gespreizt werden, sodass ein Harnröhreneingang zwischen den beiden
Beinen frei zugänglich ist und nachfolgend der Harnblasenkatheters anlegbar ist.