[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein computerimplementiertes Verfahren zur Verhinderung
einer Kollision eines Schienenfahrzeuges an einem Knotenpunkt, ein CBTC-Leitmodul,
ein CBTC-Streckenmodul und ein bordseitiges CBTC-Modul zur Datenverarbeitung, ein
System umfassend ein CBTC-Leitmodul und ein bordseitiges CBTC-Modul, ein Computerprogrammprodukt
sowie ein computerlesbares Speichermedium.
[0002] Communication-based-train-control (CBTC) sind Systeme zur Zugbeeinflussung und zur
Sicherung von Zugfahrten. Bei einem solchen CBTC-System findet eine in zwei Richtungen
arbeitende Datenkommunikation zwischen dem bordseitigen CBTC-Modul und ein CBTC-Streckenmodul
und ein CBTC-Leitmodul statt. Dadurch können die Schienenfahrzeuge im wandernden Raumabstand
fahren und das Schienenstreckennetz kann effizient genutzt werden. Solche CBTC-Systeme
sind bekannt. Die bestehenden CBTC-Systeme weisen den Nachteil auf, dass Schienenfahrzeuge
auch im Bereich eines Knotenpunktes zum Stehen kommen können. Dies ist mit Nachteilen
verbunden, da insbesondere im Bereich von Knotenpunkten Konflikte mit anderen Schienenfahrzeugen
entstehen können.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden
und insbesondere ein Verfahren, CBTC-Leitmodul, CBTC-Streckenmodul und bordseitiges
CBTC-Modul zur Datenverarbeitung, System umfassend ein CBTC-Leitmodul und ein bordseitiges
CBTC-Modul, Computerprogrammprodukt sowie ein computerlesbares Speichermedium und
ein Schienenfahrzeug zu schaffen, bei denen die Schienenfahrzeuge nicht im Bereich
eines Knotenpunkts zum Stehen kommen können.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein computerimplementiertes Verfahren zur Verhinderung
einer Kollision eines Schienenfahrzeuges an einem Knotenpunkt, einen CBTC-Leitmodul,
ein CBTC-Streckenmodul und ein bordseitiges CBTC-Modul zur Datenverarbeitung, einem
System umfassend ein CBTC-Leitmodul und ein bordseitiges CBTC-Modul, ein Computerprogrammprodukt
sowie ein computerlesbares Speichermedium und ein Schienenfahrzeug gemäss den unabhängigen
Ansprüchen gelöst.
[0005] Insbesondere wird die Aufgabe gelöst durch ein computerimplementiertes Verfahren
zur Verhinderung einer Kollision eines Schienenfahrzeugs an einem Knotenpunkt. Das
Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- Bereitstellen von Modelldaten eines Schienenstreckennetzes, wobei die Modelldaten
des Schienenstreckennetzes die Daten einer ersten Kante und einer zweiten Kante sowie
einen Knotenpunkt umfassen. Die Modelldaten können auch eine Sicherheitsdistanz umfassen.
Die erste Kante und die zweite Kante sind durch den Knotenpunkt verbunden. Die Sicherheitsdistanz
kann auf einer Kante liegen. Die Sicherheitsdistanz kann an den Knotenpunkt angrenzen
oder diesen umschliessen.
- Empfangen einer Anfrage für die Reservierung einer Fahrstrasse eines Schienenfahrzeugs
auf einem CBTC-Leitmodul.
- Ermitteln einer gewünschten Fahrstrasse für das Schienenfahrzeug, wobei die Fahrstrasse
auf mindestens einer Kante liegt, und wobei sich die Fahrstrasse in Fahrtrichtung
vor dem Schienenfahrzeug befindet und zumindest derartig bemessen ist, dass das Schienenfahrzeug
innerhalb der Länge der Fahrstrasse abbremsbar ist. Das Schienenfahrzeug kann ruckfrei
abbremsbar sein.
- Senden der Daten der gewünschten Fahrstrasse an ein CBTC-Streckenmodul zur Überprüfung,
ob ein Ende der gewünschten Fahrstrasse in einer Sicherheitsdistanz eines Knotenpunktes
liegt.
[0006] Dadurch, dass der Knotenpunkt eine Sicherheitsdistanz aufweist, ist gewährleistet,
dass ein Schienenfahrzeug nicht im Bereich des Knotenpunktes zum Stehen kommen kann.
Somit sorgt ein derartiges Verfahren dafür, dass Schienenfahrzeuge nicht im Bereich
eines Knotenpunkts zum Stehen kommen können. Dadurch weisen Schienenfahrzeuge im Konfliktfall
einen gewissen Abstand zu dem Knotenpunkt auf und andere Schienenfahrzeuge können
den Knotenpunkt ungestört passieren. Somit ist die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen
zwischen zwei Schienenfahrzeugen und Unfällen am Knotenpunkt deutlich reduziert und
die Effizienz und Sicherheit des mit einem solchen Verfahren betriebenen Streckennetzes
steigt.
[0007] Der Sicherheitsdistanz kann einen Flankenschutzbereich und einem Durchrutschweg umfassen.
Aus Sicht des Schienenfahrzeugs in Fahrtrichtung auf den Knotenpunkt ist dann der
Durchrutschweg vor dem Flankenschutzbereich angeordnet. Die Anfrage für die Reservierung
einer Fahrstrasse eines Schienenfahrzeuges auf einem CBTC-Leitmodul kann von dem CBTC-Leitmodul
mittels einer kabelgebundenen oder drahtlosen Kommunikationseinrichtung empfangen
werden. Es ist auch möglich, dass die Kommunikationseinrichtung sowohl kabelgebunden
als auch drahtlos ausgebildet ist. Die Fahrstrasse, die vor dem Schienenfahrzeug liegt,
ist so bemessen, dass das Schienenfahrzeug innerhalb der Länge der Fahrstrasse abbremsbar,
insbesondere im Wesentlichen ruckfrei abbremsbar ist. Die Fahrstrasse kann somit eine
fixe Länge aufweisen, die anhand der Höchstgeschwindigkeit des Schienenfahrzeugs bemessen
ist. Auch eine Bemessung der Fahrstrasse anhand der Streckenhöchstgeschwindigkeit
ist möglich. Es ist auch möglich, dass die Fahrstrasse kontinuierlich oder in kurzen
Intervallen anhand der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit des Schienenfahrzeugs
bemessen wird.
[0008] Das Senden der Daten der gewünschten Fahrstrasse an ein CBTC-Streckenmodul kann kabelgebunden
oder drahtlos erfolgen. Auch eine Kombination aus drahtgebundener Kommunikation und
drahtloser Kommunikation ist denkbar. Das CBTC Streckenmodul, das CBTC-Leitmodul sowie
das bordseitige CBTC-Modul können daher Kommunikationsmittel zum Senden und oder Empfangen
von Informationen, wie beispielsweise eine Antenne oder ein Leckkabel (leeky feeder
cable), insbesondere für bi-direktionale Kommunikation, umfassen.
[0009] In dem Verfahren kann der Knotenpunkt eine Verbindung von der ersten Kante, der zweiten
Kante und einer dritten Kante sein. Es ist auch möglich, dass der Knotenpunkt eine
Verbindung von einer ersten Kante, einer zweiten Kante, einer dritten Kante und einer
vierten Kante ist. Es ist auch möglich, dass weitere Kanten an den Knotenpunkt angeschlossen
sind.
[0010] Dies hat den Vorteil, dass das Verfahren auf alle gängigen Streckennetze anwendbar
ist. Das Verfahren kann somit auf Streckennetze mit einfachen Weichen, Doppelweichen,
oder Kreuzungsweichen angewendet werden. Wenn das Verfahren auf ein gängiges Schienenstreckennetz
angewendet werden soll, ist es nicht nötig, die Weichen oder die Schienen in ihrer
Struktur umzubauen.
[0011] Es ist möglich, dass ein Knotenpunkt zwischen einer ersten Kante und einer zweiten
Kante liegt. Ein Knotenpunkt muss somit nicht zwingend, kann jedoch eine Weiche eines
Streckennetzes repräsentieren. Ein Knotenpunkt kann auch die Repräsentation einer
Strecke in mehrere Segmente aufteilen, die dann die Kanten sind.
[0012] Bei dem Verfahren kann die Fahrstrasse zumindest jeweils einen Wert für eine Kante,
einen Startpunkt und einen Endpunkt umfassen.
[0013] Durch die Werte ist sowohl der Ort der Fahrstrasse als auch die Fahrtrichtung des
Schienenfahrzeuges auf der Fahrstrasse definiert. Dadurch kann das Verfahren äusserst
präzise und effizient durchgeführt werden.
[0014] Es ist möglich, dass die Fahrstrasse Werte von mehreren Kanten umfasst. Dann liegt
die Fahrstrasse auf mehreren Kanten. Der Startpunkt und der Endpunkt der Fahrstrasse
weisen dann jeweils auch einen Wert einer Kante auf. Dann ist definiert, auf welchen
Kanten die Fahrstrasse liegt und wo die Fahrstrasse startet und wo die Fahrstrasse
endet.
[0015] Alternativ oder zusätzlich wird die Aufgabe weiterhin durch ein computerimplementiertes
Verfahren zur Verhinderung einer Kollision eines Schienenfahrzeuges an einem Knotenpunkt
gelöst, insbesondere durch ein Verfahren wie vorhergehend beschrieben. Das Verfahren
umfasst die folgenden Schritte:
- Empfangen von Daten einer gewünschten Fahrstrasse von dem CBTC-Leitmodul auf einem
CBTC-Streckenmodul,
- Bereitstellen von Modelldaten eines Schienenstreckennetzes auf dem CBTC-Streckenmodul,
wobei die Modelldaten des Schienenstreckennetzes die Daten einer ersten Kante und
einer zweiten Kante sowie einen Knotenpunkt und einen Sicherheitsbereich umfassen,
wobei die erste Kante und die zweite Kante durch den Knotenpunkt verbunden sind und
der Sicherheitsbereich zumindest teilweise auf einer Kante liegt, wobei der Sicherheitsbereich
an den Knotenpunkt angrenzt oder diesen umschliesst,
- Bereitstellen von Daten für reservierte Fahrstrassen, insbesondere auf dem CBTC-Streckenmodul,
- Vergleichen der Daten der gewünschten Fahrstrasse mit den Daten für den Sicherheitsbereich
und insbesondere der reservierten Fahrstrassen,
- Durchführung einer Fahrstrassenkonfliktprüfung: Sofern die gewünschte Fahrstrasse
nicht in einem Sicherheitsbereich endet und insbesondere die gewünschte Fahrstrasse
nicht mit einer reservierten Fahrstrasse überlappt, Einstellen der freigegebenen Fahrstrasse
für das Schienenfahrzeug und Senden einer Fahrerlaubnis an das Schienenfahrzeug, insbesondere
an ein bordseitiges CBTC-Modul. Sofern die gewünschte Fahrstrasse in einem Sicherheitsbereich
endet und/oder insbesondere die gewünschte Fahrstrasse mit einer reservierten Fahrstrasse
überlappt, senden eines Fahrverbotes an das Schienenfahrzeug, insbesondere an ein
bordseitiges CBTC-Modul.
[0016] Ein solches Verfahren ist unkompliziert und effizient durchführbar. Das Verfahren
sorgt dafür, dass Schienenfahrzeuge nicht miteinander kollidieren können. Die Schienenfahrzeuge
können sowohl auf einen Knotenpunkt als auch auf einer freien Strecke durch das Verfahren
nicht miteinander kollidieren. Dies ermöglicht eine sehr hohe Sicherheit des Schienenfahrzeugverkehrs
auf einem Netz, welches mit einem solchen Verfahren betrieben wird.
[0017] Der Empfang von Daten einer gewünschten Fahrstrasse von dem CBTC-Leitmodul durch
das CBTC-Streckenmodul kann mittels drahtloser Kommunikation oder mittels kabelgebundener
Kommunikation erfolgen. Auch eine Kombination aus drahtgebundener Kommunikation und
drahtloser Kommunikation ist möglich. Die Daten der reservierten Fahrstrassen können
Fahrstrassen von anderen Schienenfahrzeugen umfassen. Die Daten der reservierten Fahrstrassen
können auch im Wesentlichen alle Fahrstrassen umfassen, die auf dem Streckennetz zu
dem entsprechenden Zeitpunkt freigegeben sind.
[0018] Die Daten der Sicherheitsdistanz können beispielsweise Werte für die Kante, auf der
die Sicherheitsdistanz liegt, sowie den Startpunkt und den Endpunkt der Sicherheitsdistanz
umfassen. Somit kann die Kante, auf der die Sicherheitsdistanz liegt, identifiziert
werden und auf der Kante kann der Startpunkt der Sicherheitsdistanz sowie der Endpunkt
der Sicherheitsdistanz identifiziert werden.
[0019] Es ist auch möglich, dass die Sicherheitsdistanz Werte von zwei Kanten umfasst. Dann
liegt die Sicherheitsdistanz auf zwei Kanten. Die zwei Kanten, auf denen die Sicherheitsdistanz
liegt, können an einem Knotenpunkt angrenzen. Dann verläuft die Sicherheitsdistanz
über den entsprechenden Knotenpunkt. Die Daten der reservierten Fahrstrassen können
Werte für die Kante, auf der die Fahrstrasse liegt, sowie den Startpunkt und den Endpunkt
der Fahrstrasse umfassen. Dann ist immer ersichtlich, auf welcher Kante die Fahrstrasse
liegt und wo sie ihren Startpunkt und wo sie ihren Endpunkt aufweist. Es ist auch
möglich, dass die Fahrstrasse Werte von zwei oder mehr Kanten umfasst. Durch den Fahrstrassenstartpunkt
und den Fahrstrassenendpunkt ist ausserdem die Bewegungsrichtung des Schienenfahrzeugs
ersichtlich. Es ist auch möglich, dass die Fahrstrasse über eine Vielzahl von Kanten
und Knoten angeordnet ist.
[0020] Bei dem Vergleich der Daten der gewünschten Fahrstrasse mit den Daten für die Sicherheitsdistanz
und insbesondere der reservierten Fahrstrasse ist es möglich, dass zunächst geprüft
wird, ob die Werte der Kanten der gewünschten Fahrstrasse, der Sicherheitsdistanz
und den reservierten Fahrstrassen übereinstimmen. Falls die Werte übereinstimmen,
können weiterhin der Fahrstrassenstartwert sowie der Fahrstrassenendwert mit dem Sicherheitsdistanzstartwert
und dem Sicherheitsdistanzendwert sowie dem Startwert der reservierten Fahrstrasse
und dem Endwert der reservierten Fahrstrassen verglichen werden.
[0021] Sollte ein Startpunkt einer gewünschten Fahrstrasse oder ein Endpunkt einer gewünschten
Fahrstrasse im Bereich der Sicherheitsdistanz, also im Bereich zwischen dem Startpunkt
der Sicherheitsdistanz und dem Endpunkt der Sicherheitsdistanz liegen, würde dies
dazu führen, dass die gewünschte Fahrstrasse nicht freigegeben wird. Dasselbe gilt,
wenn ein Startpunkt einer gewünschten Fahrstrasse oder ein Endpunkt einer gewünschten
Fahrstrasse im Bereich einer reservierten Fahrstrasse, also im Bereich zwischen dem
Startpunkt und dem Endpunkt einer reservierten Fahrstrasse liegt.
[0022] Die Kommunikation zwischen dem CBTC-Streckenmodul und dem Schienenfahrzeug kann drahtlos
oder kabelgebunden erfolgen. Es ist auch möglich, dass die Kommunikation aus einer
Mischung aus einem kabelgebundenen System und einem nicht kabelgebundenen System stattfindet.
[0023] Bei den Verfahren kann das CBTC-Streckenmodul die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges
empfangen.
[0024] Dadurch ist es möglich, dass das CBTC-Streckenmodul die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges
verarbeitet. Dann kann das Verfahren effizient und präzise ausgeführt werden. Die
Positionsdaten des Schienenfahrzeuges können beispielsweise geografische Positionsdaten
enthalten. Die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges können auch die Kante auf denen
das Schienenfahrzeug sich befindet enthalten sowie einen Streckenkilometer. Es ist
auch möglich, dass die Positionsdaten sowohl aus einem geografischen Ort als auch
aus der Kante, auf der sich das Schienenfahrzeug befindet und einem Streckenkilometer,
auf dem sich das Schienenfahrzeug befindet, bestehen. Es ist auch möglich, dass die
Positionsdaten weitere Daten umfassen, beispielsweise die aktuelle Geschwindigkeit
und die aktuelle Fahrtrichtung des Schienenfahrzeugs.
[0025] In dem Verfahren können die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges mit zumindest einem
Wert der freigegebenen Fahrstrasse verglichen werden. Die Fahrstrasse kann dann aufgelöst
werden, sofern die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges ausserhalb der freigegebenen
Fahrstrasse liegen. Dann werden die freigegebenen Fahrstrassen, die das Schienenfahrzeug
befahren hat, nach dem Verlassen der Fahrstrasse aufgelöst. Es ist auch möglich, dass
ein Auflösesignal an das Schienenfahrzeug gesendet wird, wenn die freigegebene Fahrstrasse
aufgelöst wird. Das Auflösesignal kann an das bordseitige CBTC-Modul gesendet werden.
[0026] Das Auflösesignal an das Schienenfahrzeug kann kabellos oder mit einem Kabel an das
Schienenfahrzeug gesendet werden. Auch eine Kombination aus kabelgebundener Kommunikation
und drahtloser Kommunikation ist möglich. Es ist möglich, dass die Positionsdaten
des Schienenfahrzeuges die Kante umfassen, auf der sich das Schienenfahrzeug befindet
und diese Kante mit dem Wert der Kante der freigegebenen Fahrstrasse verglichen wird.
Wenn die Daten nicht übereinstimmen, dann kann die freigegebene Fahrstrasse aufgelöst
werden. Es ist auch möglich, dass die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges sowohl
die Kante, auf der sich das Schienenfahrzeug befindet, als auch ein Streckenkilometer
umfassen und diese Daten mit den Daten der freigegebenen Fahrstrasse verglichen werden.
[0027] In dem Verfahren kann zumindest eine erforderliche Weichenstellung einer Schienenweiche
auf der freigegebenen Fahrstrasse ermittelt werden. Ausserdem kann eine tatsächliche
Weichenstellung empfangen werden. Sofern die erforderliche Weichenstellung nicht der
tatsächlichen Weichenstellung entspricht, kann ein Signal gesendet werden, welches
eine Anpassung der Weichenstellung auslöst.
[0028] Durch ein solches Verfahren ist es somit möglich, auch Weichen auf einem Schienenstreckennetz
entsprechend den Fahrstrassen zu stellen und so Züge zu lenken.
[0029] Das Signal von der Schienenweiche und das Signal zu der Schienenweiche können kabelgebunden
oder ohne drahtlos gesendet werden. Auch eine Kombination aus kabelgebundener und
drahtloser Kommunikation ist denkbar.
[0030] Alternativ oder zusätzlich wird die Aufgabe weiterhin durch ein computerimplementiertes
Verfahren, insbesondere durch ein Verfahren wie vorhergehend beschrieben, zur Verhinderung
einer Kollision eines Schienenfahrzeuges an einem Knotenpunkt, gelöst. Das Verfahren
umfasst die folgenden Schritte:
- Empfangen einer Freigabe für eine Fahrstrasse von einem CBTC-Streckenmodul,
- optional Anzeigen der Freigabe auf einer Anzeigeeinrichtung des bordseitigen CBTC-Moduls,
- optional Freigabe der Bedieneinrichtungen des Schienenfahrzeuges für Steuerbefehle
eines Schienenfahrzeugführers,
- Insbesondere, Senden der Schienenfahrzeugposition an ein CBTC-Leitmodul und/oder an
ein CBTC-Streckenmodul.
[0031] Durch ein solches Verfahren kann ein Schienenfahrzeug effizient und sicher gesteuert
werden. Durch das optionale Anzeigen der Freigabe auf einer Anzeigerichtung des bordseitigen
CBTC-Moduls ist die Bedienung des Schienenfahrzeugs durch ein Schienenfahrzeugführer
äusserst unkompliziert und einfach. Dadurch werden menschliche Fehler bei der Führung
eines Schienenfahrzeuges minimiert. Durch die Freigabe der Bedieneinrichtungen des
Schienenfahrzeuges für Steuerbefehle eines Schienenfahrzeugs wird gewährleistet, dass
ein Schienenfahrzeugführer das Schienenfahrzeug nur bedienen kann, wenn die Fahrstrasse
freigegeben ist. Auch dadurch werden menschliche Fehler bei der Steuerung des Schienenfahrzeuges
verhindert bzw. minimiert. Dadurch ergibt sich für den gesamten Schienenfahrzeugverkehr,
der mit dem Verfahren abgewickelt wird, eine äusserst hohe Effizienz und Sicherheit.
[0032] Es ist möglich, dass das Anzeigen der Freigabe auf einer Anzeigeeinrichtung des bordseitigen
CBTC-Moduls in dem Führerstand des Schienenfahrzeugs erfolgt, welcher in Fahrtrichtung
angeordnet ist. Es ist auch möglich, dass das Anzeigen der Freigabe auf Anzeigeeinrichtungen
des bordseitigen CBTC-Moduls in beiden Führerständen erfolgt.
[0033] Bei dem Verfahren kann bei dem Empfang eines Fahrverbotes vom CBTC-Streckenmodul
das Fahrverbot auf der Anzeigeeinrichtung des bordseitigen CBTC-Moduls angezeigt werden.
Es ist möglich, dass gleichzeitig ein automatisches Bremsen des Schienenfahrzeuges
ausgelöst wird.
[0034] Ein solches Verfahren sorgt dafür, das Schienenfahrzeug auf einem Schienenfahrzeugstreckennetz
äusserst effizient und sicher betrieben werden können. Durch das Anzeigen des Fahrverbots
auf der Anzeigerichtung des ist die Erfassung des Fahrverbotes von einem Schienenfahrzeugführer
äusserst einfach. Menschliche Fehler werden so minimiert.
[0035] Es ist möglich, dass das Fahrverbot visuell angezeigt wird. Es ist auch möglich,
dass das Fahrverbot akustisch angezeigt wird. Es ist auch möglich, dass das Fahrverbot
sowohl akustisch als auch visuell angezeigt wird. Es ist möglich, dass die Bedieneinrichtungen
des Schienenfahrzeugs für Steuerbefehle eines Schienenfahrzeugführers elektronisch
gesperrt werden. Dann lassen sich die Steuereinrichtungen eines Schienenfahrzeugs
noch bewegen, aber das Schienenfahrzeug führt die Steuerbefehle nicht aus. Es ist
auch möglich, dass die Bedieneinrichtungen des Schienenfahrzeugs physisch arretiert
werden. Dann kann ein Schienenfahrzeugführer die Bedieneinrichtungen des Schienenfahrzeuges
nicht bewegen.
[0036] Die Anzeigeeinrichtung kann eine digitale Einrichtung sein. Die Anzeigeeinrichtung
kann auch eine oder mehrere Leuchtmittel umfassen. Es ist auch möglich, dass die Anzeigeeinrichtung
Lautsprecher umfasst. Das automatische Bremsen des Schienenfahrzeuges kann so erfolgen,
dass das Schienenfahrzeug im Wesentlichen ruckfrei, und somit komfortabel für die
Schienenfahrzeugpassagiere abgebremst wird. Es ist auch möglich, dass die automatische
Bremsung so erfolgt, dass das Schienenfahrzeug eine Vollbremsung ausführt. Die Intensität
der Bremsung kann von der Geschwindigkeit des Schienenfahrzeuges abhängen. Die Geschwindigkeit
der Bremsung kann auch davon abhängen, welcher Konflikt auf dem Streckennetz besteht
oder ob der Konflikt sehr nahe an dem aktuellen Standort des Schienenfahrzeugs ist.
[0037] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch ein CBTC-Leitmodul zur Datenverarbeitung
umfassenden Mittel zur Ausführung der Schritte des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben
gelöst.
[0038] Die Vorteile des CBTC-Leitmoduls entsprechen den Vorteilen des vorhergehend beschriebenen
Verfahrens.
[0039] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch ein CBTC-Streckenmodul zur Datenverarbeitung
umfassende Mittel zur Ausführung der Schritte des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben,
gelöst.
[0040] Die Vorteile des CBTC-Streckenmoduls entsprechen den Vorteilen des vorhergehend beschriebenen
Verfahrens.
[0041] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch ein bordseitiges CBTC-Modul zur Datenverarbeitung
umfassenden Mittel zur Ausführung der Schritte des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben
gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Schienenfahrzeug mit einem derartigen
bordseitigen CBTC-Modul gelöst.
[0042] Die Vorteile des bordseitigen CBTC-Moduls entsprechen den Vorteilen des vorhergehend
beschriebenen Verfahrens.
[0043] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch ein System umfassend ein CBTC-Leitmodul
wie vorhergehend beschrieben und ein bordseitiges CBTC-Modul wie vorhergehend beschrieben
gelöst. Das System kann ausserdem einen CBTC-Streckenmodul wie vorhergehend beschrieben,
umfassen.
[0044] Durch ein solches System können die Verfahren, welche auf dem CBTC-Leitmodul, dem
bordseitigen CBTC-Modul und fakultativ auf dem CBTC-Streckenmodul ablaufen, kombiniert
werden. Durch das System werden somit die Vorteile der vorhergehend beschriebenen
Verfahren kombiniert. Dadurch ist es möglich, ein Schienenstreckennetz effizient und
sicher zu betreiben.
[0045] Die Aufgabe der Erfindung wird ausserdem durch ein Computerprogrammprodukt, umfassend
Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch einen Computer diesen veranlassen,
die Schritte des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben auszuführen, gelöst.
[0046] Die Vorteile des Computerprogrammprodukts entsprechen den Vorteilen des vorhergehend
beschriebenen Verfahrens.
[0047] Die Erfindung wird weiterhin durch ein computerlesbaren Speichermedium, umfassende
Befehle, die bei der Ausführung durch einen Computer diesen veranlassen, die Schritte
des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben auszuführen, gelöst.
[0048] Die Vorteile des computerlesbaren Speichermediums entsprechen den Vorteilen des vorhergehend
beschriebenen Verfahrens.
[0049] Bei Weichen und Kreuzungen muss für einen darüberfahrendes Schienenfahrzeug sichergestellt
werden, dass von einem anderen Gleis her keine Gefährdung durch ein anderes Schienenfahrzeug
auftreten kann. Dies wird "Flankenschutz" genannt. Dazu muss sichergestellt werden,
dass der Flankenschutzbereich eines Schienenfahrzeugs nicht verletzt wird, d.h. dass
der notwendige Bereich frei ist, um einem Zug zu erlauben ungefährdet die Weiche oder
Kreuzung zu befahren. Der Flankenschutzbereich ist Teil einer Sicherheitsdistanz.
Die Sicherheitsdistanz umfasst einen Flankenschutzbereich und einen Durchrutschweg.
[0050] Da in einem CBTC-System keine Signale mehr vorhanden sind, die jeweils implizit Start
und Ende einer Fahrstrasse angeben und da durch den "pure moving block" Fahrstrassen
kontinuierlich mit Bewegung der Schienenfahrzeuge aufgelöst und neu angefordert werden
ist es nicht per se gegeben, dass eine Fahrstrasse nicht in einem Flankenschutzbereich
endet. Dies wird bei üblichen CBTC-Systemen durch aufwändige Kontrollroutinen gewährleistet.
[0051] Unter einem CBTC-System versteht man ein Zug-Kontrollsystem, dass in der Lage ist
basierend auf einer bidirektionalen Kommunikationsverbindung zu den jeweiligen Zügen
die Position von Zügen mit hoher Genauigkeit zu bestimmen ohne streckenseitige Einrichtungen
zu verwenden und so die Sicherheit des Zugverkehrs zu gewährleisten.
[0052] Es ist daher der Gegenstand der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes
der Technik zu überwinden und sicherzustellen, dass bei der Einstellung von Fahrstrassen
Flankenschutzbereiche nicht verletzt werden, wobei eine einfache Implementierung möglich
und keine aktive Flankenschutzsuche und Sicherstellung notwendig ist.
[0053] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Einstellen von Fahrstrassen und ein CBTC-System
gemäss den unabhängigen Ansprüchen gelöst.
[0054] Entlang von Gleisabschnitten, insbesondere von Weichenästen, wird jeweils eine Sicherheitsdistanz
definiert. Fahrstrassen werden so eingestellt, dass sie immer in einer Entfernung
> 0 vor der Sicherheitsdistanz eines Weichenastes enden oder über die Sicherheitsdistanz
auf dem in Fahrtrichtung befindlichen Ast hinausführen. Fahrstrassen werden dynamisch
am Zugende aufgelöst, d.h. die vom Zug bereits passierte Strecke wird wieder freigegeben.
[0055] Eine Fahrstraße darf also nicht innerhalb einer Sicherheitsdistanz enden. Sie muss
davor enden oder über die Sicherheitsdistanz hinausführen. Bei Kreuzungen ist dies
die Sicherheitsdistanz des zweiten befahrenen Weichenastes. Zusammen mit der Grundregel,
dass Fahrstrassen sich nicht überlagern dürfen, wird so sichergestellt, dass alle
denkbaren Konfliktfälle bei der Reservierung von Fahrstraßen an Weichen abgedeckt
werden.
[0056] Das Verfahren umfasst daher die Schritte des Definierens einer Sicherheitsdistanz
entlang mindestens eines Gleisabschnitts und des Einstellens einer Fahrstrasse dergestalt,
dass sie ausserhalb der Sicherheitsdistanz endet.
[0057] Die Sicherheitsdistanz erstreckt sich dabei für einfache Weichen mit Abzweig eines
Zweiggleises von einem Stammgleis vom Weichenherz entlang der verzweigenden Gleisabschnitte
der Weiche, d.h. entlang des gerade verlaufenden und des ablenkenden Astes, bei anderen
Weichentypen, z.B. Bogen-, Dreifach- oder Kreuzungsweichen analog. Im Fall einer Kreuzungsweiche
werden also 4 Sicherheitsdistanzen definiert.
[0058] Die Sicherheitsdistanz umfasst einen Flankenschutzbereich und einen Durchrutschweg.
[0059] Der Flankenschutzbereich bestimmt sich mindestens aus dem Schnitt der freizuhaltenden
Lichtraumprofile der Gleisäste. Der Durchrutschweg wird in bekannter weise festgelegt.
Datenbanktechnisch kann dies wie folgt umgesetzt werden:
Das Gleismodell wird als Graph, bestehend aus Knoten und Kanten modelliert. Dabei
sind die Knoten Weichen und Kreuzungen (an einem Knoten >2 Kanten), aber auch reine
Gleisabschnitte können durch Knoten unterteilt werden (2 Kanten an einem Konten).
Dies bedeutet, dass ein Gleis nicht zwangsläufig eine Kante sein muss. Das Gleis kann
auf N Kanten mit N-1 Knoten aufgeteilt werden z.B. um unterschiedliche erlaubte Geschwindigkeiten
oder Gradienten zu erfassen. Eine Fahrstrasse ist eine verbundene Liste von zumindest
Kanten oder Teilen von Kanten welche vom Startpunkt zum Endpunkt der Fahrstrasse führen.
Sie ist nur gültig in der aufgelisteten Richtung und muss lückenlos sein. Um den Speicher-
und Rechenbedarf zu verringern wird der Beginn der Sicherheitsdistanz als Offset zum
Verbindungsknoten der jeweiligen Kante gespeichert. Die Sicherheitsdistanz bildet
also kein eigenes Objekt in der Datenbank des Gleismodells sondern ist eine Eigenschaft
der zugeordneten Kante.
[0060] Das CBTC-System kann mindestens ein Schienenfahrzeug umfassen, das über ein bordseitiges
CBTC-Modul verfügt sowie ein CBTC-Stellwerk mit einem CBTC-Leitmodul, wobei das bordseitige
CBTC-Modul in Kommunikationsverbindung mit dem CBTC-Leitmodul steht und das CBTC-Leitmodul
so konfiguriert ist, eine Fahrstrasse derart einzustellen, dass sie ausserhalb einer
Sicherheitsdistanz endet und sie dem Fahrzeug zu kommunizieren.
[0061] Figur 1 zeigt den Fall einer einfachen Weiche, die das erste Gleis 6, das zweite
Gleis 7 und das dritte Gleis 8 verbindet. Ausgehend von der Weichenspitze 1 ist hier
entlang des geraden Astes (erstes Gleis 6) und des ablenkenden Astes (zweites Gleis
7) je eine Sicherheitsdistanz 5 definiert. Die Sicherheitsdistanz 5 setzt sich aus
dem Flankenschutzbereich 3 und dem Durchrutschweg 4 zusammen. Der Standort des Sicherheitszeichens
2 ist nur zur Referenz zu klassischen Systemen mit streckenseitigen Signalanlagen
angegeben, in einem reinen CBTC-System ist es unnötig und nicht vorhanden.
[0062] Figur 2 zeigt den hypothetischen Fall einer nicht freigegebenen Fahrstrasse: Die
nicht freigegebene Fahrstrasse 10 endet innerhalb der Sicherheitsdistanz 5 des geraden
Weichenastes. Eine solche Fahrstrasse würde von der CBTC-Stellwerkslogik nicht zugeteilt.
[0063] Figur 3 zeigt den Fall einer freigegebenen Fahrstrasse 11: Die freigegebene Fahrstrasse
11 führt über die Sicherheitsdistanz 5 des geraden Weichenastes hinaus. Da eine eventuelle
weitere Fahrstrasse entlang des abzweigenden Weichenastes des zweites Gleises 7 nicht
innerhalb seiner Sicherheitsdistanz enden darf und ebenfalls nicht zu dem dritten
Gleis 8 führen darf, da dieses bereits durch die erste Fahrstrasse belegt ist, ist
der Flankenschutz für die erste Fahrstrasse gewährleistet.
[0064] Um sicher zu gewährleisten, dass eingestellte Fahrstrassen nicht den Flankenschutzbereich
benachbarter Gleisabschnitte verletzen, wird entlang von Weichenästen eine Sicherheitsdistanz
(5) definiert, innerhalb der keine Fahrstrasse enden darf.
[0065] So ist sichergestellt, dass bei der Einstellung von Fahrstrassen Flankenschutzbereiche
nicht verletzt werden wobei eine einfache Implementierung möglich und keine aktive
Flankenschutzsuche und Sicherstellung notwendig ist.
[0066] Verfahren zum Einstellen von Fahrstrassen, dadurch gekennzeichnet, dass es die Schritte
umfasst:
- Definieren einer Sicherheitsdistanz entlang mindestens eines Gleisabschnitts,
- Einstellen einer Fahrstrasse derart, dass sie ausserhalb der Sicherheitsdistanz endet.
[0067] Bei dem Verfahren wie vorhergehend beschrieben kann je eine Sicherheitsdistanz entlang
der verzweigenden Gleisabschnitte einer Weiche definiert wird.
[0068] Bei dem Verfahren wie vorhergehend beschrieben kann die Sicherheitsdistanz einen
Flankenschutzbereich und einen Durchrutschweg umfassen.
[0069] CBTC-System zur Durchführung des Verfahrens wie vorhergehend beschrieben, wobei das
System mindestens ein Schienenfahrzeug, das über ein bordseitiges CBTC-Modul verfügt
sowie ein CBTC-Leitmodul, wobei das bordseitige CBTC-Modul in Kommunikationsverbindung
mit dem CBTC-Leitmodul steht und wobei der CBTC-Leitmodul konfiguriert ist, eine Fahrstrasse
derart einzustellen, dass sie ausserhalb einer Sicherheitsdistanz endet und sie dem
Fahrzeug zu kommunizieren.
[0070] Die Erfindung wird in den folgenden Figuren näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Figur 1:
- Eine Weiche, welche drei Gleise miteinander verbindet und zwei Sicherheitsdistanzen
aufweist;
- Figur 2:
- eine Weiche, welche drei Gleise verbindet mit einer nicht freigegebene Fahrstrasse;
- Figur 3:
- eine Weiche, welche drei Gleise miteinander verbindet mit einer freigegebenen Fahrstrasse,
- Figur 4:
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Leitmodul, einem CBTC-Streckenmodul
und einem bordseitigen CBTC-Modul,
- Figur 5:
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Leitmodul,
- Figur 6:
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Streckenmodul,
- Figur 7:
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem bordseitigen CBTC-Modul.
[0071] Figur 1 zeigt eine Weiche 9, die ein erstes Gleis 6, ein zweites Gleis 7 und ein
drittes Gleis 8 verbindet und zwei Sicherheitsdistanzen 5 aufweist. Die Weiche 9 weist
eine Weichenspitze 1 auf. Das erste Gleis 6 und das zweite Gleis 7 weisen jeweils
eine Sicherheitsdistanz 5 auf. Die Sicherheitsdistanz 5 setzt sich jeweils aus dem
Flankenschutzbereich 3 und dem Durchrutschweg 4 zusammen. Zwischen dem Flankenschutzbereich
3 und dem Durchrutschweg 4 ist jeweils das Sicherheitszeichen 2 angeordnet.
[0072] Figur 2 zeigt eine Weiche 9, welche ein erstes Gleis 6, ein zweites Gleis 7 und ein
drittes Gleis 8 verbindet und zwei Sicherheitsdistanzen 5 sowie eine gewünschte Fahrstrasse
10 aufweist. Die gewünschte Fahrstrasse 10 liegt im Bereich der Sicherheitsdistanz
5. In diesem Fall wird die gewünschte Fahrstrasse 10 nicht eingestellt bzw. freigegeben.
Die Weiche 9 weist eine Weichenspitze 1 auf. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen die
gleichen Komponenten.
[0073] Figur 3 zeigt eine Weiche 9, welche ein erstes Gleis 6, ein zweites Gleis 7 und ein
drittes Gleis 8 verbindet und zwei Sicherheitsdistanzen 5 sowie eine freigegebene
Fahrstrasse 11 aufweist. Die freigegebene Fahrstrasse 11 liegt auf dem ersten Gleis
6 sowie dem dritten Gleis 8 Die freigegebene Fahrstrasse 11 führt von dem ersten Gleis
6 über die Weichenspitze 1 zu dem dritten Gleis 8. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen
die gleichen Komponenten.
[0074] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Leitmodul 12, einem
CBTC-Streckenmodul 13 und einem bordseitigen CBTC-Modul 14. Gezeigt sind die folgenden
Verfahrensschritte.
[0075] A: Das bordseitige CBTC-Modul 14 sendet eine Anfrage für die Reservierung einer Fahrstrasse
an das CBTC-Leitmodul 12. B: Das CBTC-Leitmodul 12 empfängt die Anfrage des bordseitigen
CBTC-Moduls 14. C: Das CBTC-Leitmodul 12 ermittelt die gewünschte Fahrstrasse (nicht
dargestellt). D: Anschliessend sendet das CBTC-Leitmodul 12 die Daten der gewünschten
Fahrstrasse (nicht dargestellt) an das CBTC-Streckenmodul 13. E: Das CBTC-Streckenmodul
13 empfängt die Daten der gewünschten Fahrstrasse von dem CBTC-Leitmodul 12. F: Das
CBTC-Streckenmodul 13 prüft, ob die gewünschte Fahrstrasse (nicht dargestellt) im
Bereich der Sicherheitsdistanz (nicht dargestellt) liegt. L: Ist dies der Fall, stellt
das CBTC-Streckenmodul 13 die Fahrstrasse nicht ein. G: Ist dies nicht der Fall, prüft
das CBTC-Streckenmodul 13, ob die gewünschte Fahrstrasse (nicht dargestellt) im Bereich
einer bereits reservierten Fahrstrasse liegt. H: Ist dies nicht der Fall, wird die
Fahrstrasse durch das CBTC-Streckenmodul 13 eingestellt und freigegeben. I: Anschliessend
sendet das CBTC-Streckenmodul 13 die Freigabe an das bordseitige CBTC-Modul 14. J:
Das bordseitige CBTC-Modul 14 empfängt die Freigabe von dem CBTC-Streckenmodul 13.
K: Das bordseitige CBTC-Modul 14 zeigt die Freigabe einem Schienenfahrzeugführer an.
L: Liegt die gewünschte Fahrstrasse (nicht dargestellt) im Bereich einer reservierten
Fahrstrasse (nicht dargestellt), stellt das CBTC-Streckenmodul 13 die Fahrstrasse
nicht ein. M: Dann sendet das CBTC-Streckenmodul 13 ein Fahrverbot an das bordseitige
CBTC-Modul 14. N: Das bordseitige CBTC-Modul 14 empfängt das Fahrverbot. O: Anschliessend
zeigt das bordseitige CBTC-Modul 14 das Fahrverbot einem Schienenfahrzeugführer an.
[0076] Figur 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Leitmodul 12. Gezeigt
sind die folgenden Verfahrensschritte .
[0077] B: Das CBTC-Leitmodul 12 empfängt die Anfrage des bordseitigen CBTC-Moduls (nicht
dargestellt). C: Das CBTC-Leitmodul 12 ermittelt die gewünschte Fahrstrasse (nicht
dargestellt). D: Anschliessend sendet das CBTC-Leitmodul 12 die Daten der gewünschten
Fahrstrasse (nicht dargestellt) an das CBTC-Streckenmodul (nicht dargestellt).
[0078] Figur 6 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem CBTC-Streckenmodul 13.
Gezeigt sind die folgenden Verfahrensschritte.
[0079] E: Das CBTC-Streckenmodul 13 empfängt die Daten der gewünschten Fahrstrasse von dem
CBTC-Leitmodul (nicht dargestellt). F: Das CBTC-Streckenmodul 13 prüft, ob die gewünschte
Fahrstrasse (nicht dargestellt) im Bereich der Sicherheitsdistanz (nicht dargestellt)
endet. L: Ist dies der Fall, stellt das CBTC-Streckenmodul 13 die Fahrstrasse nicht
ein. M: Dann sendet das CBTC-Streckenmodul 13 ein Fahrverbot an das bordseitige CBTC-Modul
14. G: Ist dies nicht der Fall, prüft das CBTC-Streckenmodul 13 ob die gewünschte
Fahrstrasse (nicht dargestellt) im Bereich einer bereits reservierten Fahrstrasse
liegt.
[0080] H: Ist dies nicht der Fall, wird die Fahrstrasse durch das CBTC-Streckenmodul 13
eingestellt und freigegeben. I: Anschliessend sendet das CBTC-Streckenmodul 13 die
Freigabe an das bordseitige CBTC-Modul (nicht dargestellt). L: Ist dies der Fall,
stellt das CBTC-Streckenmodul 13 die Fahrstrasse nicht ein. M: Dann sendet das CBTC-Streckenmodul
13 ein Fahrverbot an das bordseitige CBTC-Modul (nicht dargestellt).
[0081] Figur 7 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens auf einem bordseitigen CBTC-Modul
14. Gezeigt sind die folgenden Verfahrensschritte.
[0082] N: Das bordseitige CBTC-Modul 14 empfängt das Fahrverbot von einem CBTC-Streckenmodul
(nicht dargestellt). O: Anschliessend zeigt das bordseitige CBTC-Modul 14 das Fahrverbot
einem Schienenfahrzeugführer an. J: Das bordseitige CBTC-Modul 14 empfängt die Freigabe
von dem CBTC-Streckenmodul (nicht dargestellt). K: Das bordseitige CBTC-Modul 14 zeigt
die Freigabe einem Schienenfahrzeugführer an.
1. Computerimplementiertes Verfahren zur Verhinderung einer Kollision eines Schienenfahrzeuges
an einem Knotenpunkt, umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen von Modelldaten eines Schienenstreckennetzes, wobei die Modelldaten
des Schienenstreckennetzes die Daten einer ersten Kante und einer zweiten Kante sowie
einen Knotenpunkt und insbesondere eine Sicherheitsdistanz (5) umfassen, wobei die
erste Kante und die zweite Kante durch den Knotenpunkt verbunden sind und die Sicherheitsdistanz
(5) insbesondere auf einer Kante liegt, wobei insbesondere die Sicherheitsdistanz
(5) an den Knotenpunkt angrenzt oder diesen umschliesst,
- Empfangen einer Anfrage für die Reservierung einer Fahrstrasse eines Schienenfahrzeugs
auf einem CBTC-Leitmodul,
- Ermitteln einer gewünschten Fahrstrasse (10) für das Schienenfahrzeug, wobei die
Fahrstrasse auf mindestens einer Kante liegt, und wobei sich die Fahrstrasse in Fahrtrichtung
vor dem Schienenfahrzeug befindet und zumindest derartig bemessen ist, dass das Schienenfahrzeug
innerhalb der Länge der Fahrstrasse abbremsbar, insbesondere im Wesentlichen ruckfrei
abbremsbar ist,
- Senden der Daten der gewünschten Fahrstrasse (10) an ein CBTC-Streckenmodul (13)
zur Überprüfung, ob ein Ende der gewünschten Fahrstrasse (10) in einer Sicherheitsdistanz
(5) eines Knotenpunktes liegt.
2. Computerimplementiertes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Knotenpunkt eine Verbindung von der ersten Kante, der zweiten Kante und einer
dritten Kante und insbesondere einer vierten Kante ist.
3. Computerimplementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gewünschte Fahrstrasse (10) zumindest jeweils einen Wert für eine Kante, einen
Startpunkt und einen Endpunkt umfasst.
4. Computerimplementiertes Verfahren zur Verhinderung einer Kollision eines Schienenfahrzeuges
an einem Knotenpunkt, insbesondere gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend
die folgenden Schritte:
- Empfangen von Daten einer gewünschten Fahrstrasse (10) von dem CBTC-Leitmodul (12)
auf einem CBTC-Streckenmodul (13),
- Bereitstellen von Modelldaten eines Schienenstreckennetzes auf dem CBTC-Streckenmodul
(13), wobei die Modelldaten des Schienenstreckennetzes die Daten einer ersten Kante
und einer zweiten Kante sowie einen Knotenpunkt und eine Sicherheitsdistanz (5) umfassen,
wobei die erste Kante und die zweite Kante durch den Knotenpunkt verbunden sind und
die Sicherheitsdistanz (5) zumindest teilweise auf einer Kante liegt, wobei die Sicherheitsdistanz
(5) an den Knotenpunkt angrenzt oder diesen umschliesst,
- Bereitstellen von Daten für reservierte Fahrstrassen, insbesondere auf dem CBTC-Streckenmodul
(13),
- Vergleichen der Daten der gewünschten Fahrstrasse (10) mit den Daten für die Sicherheitsdistanz
(5) und insbesondere der reservierten Fahrstrassen,
- Durchführung einer Fahrstrassenkonfliktprüfung: Sofern die gewünschte Fahrstrasse
(10) nicht in eine Sicherheitsdistanz (5) endet und insbesondere die gewünschte Fahrstrasse
(10) nicht mit einer reservierten Fahrstrasse überlappt, Einstellen der freigegebenen
Fahrstrasse (11) für das Schienenfahrzeug und Senden einer Fahrerlaubnis an das Schienenfahrzeug,
insbesondere an ein bordseitiges CBTC-Modul (14).,sofern die gewünschte Fahrstrasse
(10) in einer Sicherheitsdistanz (5) endet und/oder insbesondere die gewünschte Fahrstrasse
(10) mit einer reservierten Fahrstrasse überlappt, senden eines Fahrverbotes an das
Schienenfahrzeug, insbesondere an ein bordseitiges CBTC-Modul (14).
5. Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass das CBTC-Streckenmodul (13) die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges empfängt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges mit zumindest einem Wert der freigegebenen
Fahrstrasse (11) verglichen werden und die freigegebene Fahrstrasse (11) aufgelöst
wird und insbesondere ein Auflösesignal an das Schienenfahrzeug, insbesondere das
bordseitige CBTC-Modul (14) gesendet wird, sofern die Positionsdaten des Schienenfahrzeuges
ausserhalb der freigegebenen Fahrstrasse (11) liegen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine erforderliche Weichenstellung einer Schienenweiche auf der freigegebenen
Fahrstrasse (11) ermittelt wird und eine tatsächliche Weichenstellung empfangen wird
und sofern die erforderliche Weichenstellung nicht der tatsächlichen Weichenstellung
entspricht ein Signal gesendet wird, welches eine Anpassung der Weichenstellung auslöst.
8. Computerimplementiertes Verfahren zur Verhinderung einer Kollision eines Schienenfahrzeuges
an einem Knotenpunkt, insbesondere gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend
die folgenden Schritte:
- Empfangen einer Freigabe für eine Fahrstrasse von einem CBTC-Streckenmodul (13),
- optional Anzeigen der Freigabe auf einer Anzeigeeinrichtung des bordseitigen CBTC-Moduls
(14),
- optional Freigabe der Bedieneinrichtungen des Schienenfahrzeuges für Steuerbefehle
eines Schienenfahrzeugführers,
- Insbesondere, Senden der Schienenfahrzeugposition an ein CBTC-Leitmodul (12) und/oder
an ein CBTC-Streckenmodul (13) .
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei Empfangen eines Fahrverbotes vom CBTC-Streckenmodul (13) das Fahrverbot auf der
Anzeigeeinrichtung des bordseitigen CBTC-Moduls (14) angezeigt wird und/oder ein automatisches
Bremsen des Schienenfahrzeuges ausgelöst wird.
10. CBTC-Leitmodul (12) zur Datenverarbeitung umfassend Mittel zur Ausführung der Schritte
des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3.
11. CBTC-Streckenmodul (13) zur Datenverarbeitung umfassend Mittel zur Ausführung der
Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche 4 bis 7.
12. Bordseitiges CBTC-Modul (14) zur Datenverarbeitung umfassend Mittel zur Ausführung
der Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche 8 bis 9.
13. System umfassend ein CBTC-Leitmodul (12) nach Anspruch 10, ein bordseitiges CBTC-Modul
(14) nach Anspruch 12 und insbesondere ein CBTC-Streckenmodul (13) nach Anspruch 11.
14. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
einen Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 3 auszuführen.
15. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
einen Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
4 bis 7 auszuführen.
16. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
einen Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
8 bis 9 auszuführen.
17. Computerlesbares Speichermedium, umfassend Befehle, die bei der Ausführung durch den
Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 3 auszuführen.
18. Computerlesbares Speichermedium, umfassend Befehle, die bei der Ausführung durch den
Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
4 bis 7 auszuführen.
19. Computerlesbares Speichermedium, umfassend Befehle, die bei der Ausführung durch den
Computer diesen veranlassen, die Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche
8 bis 9 auszuführen.
20. Schienenfahrzeug umfassend ein bordseitiges CTBC-Modul (14) nach Anspruch 12, sowie
insbesondere ein Kommunikationsmittel.