[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Faltschachtel mit einer Rückwand, mit an die
Rückwand anschließenden Seitenwänden, mit einer die Seitenwände miteinander verbindenden
Vorderwand und mit einem Boden aus an den Seitenwänden und an der Vorderwand angesetzten
Bodenabschnitten, wobei die Rückwand einen am bodenseitigen Rand vorgesehenen Faltansatz
aufweist, der durch Faltlinien voneinander getrennt einen Bodenschenkel, einen vom
Bodenschenkel aufragenden Stützsteg und einen zur Rückwand zurückgebogenen, mit der
Rückwand verklebten Aufnahmeschenkel zur Ausbildung einer Stufe bildet, zu deren Sicherung
zwei aus den Seitenwänden um eine zur Rückwand parallele Achse gegen die Stufe einschwenkbare
Klappen vorgesehen sind.
[0002] Um Waren zur besseren Präsentation in zwei Ebenen in einer Schachtel lagern zu können,
wird der Schachtelboden ausgehend von einer gegenüber der Rückwand niedrigeren Vorderwand
zur Rückwand hin stufenartig angehoben. Zur Ausbildung einer solchen Bodenstufe ist
es bei Faltschachteln bekannt (
DE 20 2011 002 644 U1), am bodenseitigen Rand der Rückwand einen Faltansatz vorzusehen, der durch Faltlinien
voneinander getrennt einen Bodenschenkel, einen vom Bodenschenkel aufragenden Stützsteg
und einen zur Rückwand zurückgebogenen, mit der Rückwand verklebten Aufnahmeschenkel
umfasst. Die mit dem bodenparallelen Aufnahmeschenkel die zweite Präsentationsebene
bildende Stufe stellt aufgrund der parallelen Faltlinien ein Gelenkparallelogramm
dar, das in der aufgerichteten Stellung der Faltschachtel stabilisiert werden muss.
Zu diesem Zweck sind an den Seitenwänden Klappen ausgestanzt, die in der aufgerichteten
Stellung der Faltschachtel um zur Rückwand parallele Achsen gegen die Stufe eingeschwenkt
werden und einen Aufnahmeschlitz für den freien Rand des Aufnahmeschenkels aufweisen.
In der aufgerichteten Stellung der Faltschachtel können somit die beiden sich von
ihrer Schwenkachse gegen die Rückwand erstreckenden Klappen um ihre Schwenkachsen
von der Rückwand weg gegen den Stützsteg eingeschwenkt werden, um in der am Stützsteg
anliegenden Anschlagstellung den freien Rand des Aufnahmeschenkels im Aufnahmeschlitz
aufzunehmen. Abgesehen davon, dass zum Einschwenken der Klappen gegen die Innenseite
des Stützstegs zwischen dem Auflageschenkel und den Seitenwänden ein erheblicher Spalt
freibleiben muss, hat sich herausgestellt, dass die zusätzliche Abstützung der Stufe
durch die den Auflageschenkel untergreifenden Klappen nicht für eine lagesichere Festlegung
der Stufe bei Belastungen ausreicht, wie sie bei der Handhabung solcher mit Waren
gefüllter Faltschachteln auftreten.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Faltschachtel mit einer Stufe
zum Aufnahmen von Waren in zwei Ebenen so auszugestalten, dass eine lagesichere Festlegung
der Stufe auch bei höheren Belastungen mit einfachen Konstruktionsmaßnahmen sichergestellt
werden kann.
[0004] Ausgehend von einer Faltschachtel der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung
die gestellte Aufgabe dadurch, dass die auf der Vorderwandseite ihrer Schwenkachse
vorgesehenen, außen am Stützsteg anlegbaren Klappen eine um eine Faltlinie gegen den
Stützsteg abbiegbare Sicherungslasche aufweisen, die in einen im Stützsteg vorgesehenen
Steckschlitz eingreifen.
[0005] Damit sich die Klappen in der aufgerichteten Stellung der Faltschachtel von außen
an den Stützsteg der Stufe anlegen können, müssen sie auf der Vorderwandseite ihrer
Schwenkachse vorgesehen sein und aus den Seitenwänden von der Vorderwand weg in Richtung
zur Rückwand gegen den Stützsteg eingeschwenkt werden, was diese Klappen unabhängig
vom Verlauf der freien Ränder des Aufnahmeschenkels der Stufe macht, sodass durch
den Spalt zwischen Aufnahmeschenkel und Seitenwand lediglich die Aufrichtbedingungen
für die Faltschachtel zu berücksichtigen ist. Die an der Außenseite des Stützstegs
anliegenden Klappen, die durch in Steckschlitze des Stützstegs eingreifende Sicherungslaschen
verschiebefest gegenüber dem Stützsteg festgehalten werden, ergeben eine winkelsteife
Abstützung der Stufe in der aufgerichteten Faltschachtel, die demnach in üblicher
Weise gehandhabt werden kann, ohne eine Verlagerung der Stufe innerhalb der Faltschachtel
befürchten zu müssen. Dazu kommt, dass die außen am Stützsteg anliegenden Klappen
aufgrund ihrer Ausladung einen die Stufe seitlich begrenzenden Anschlag für die auf
dem Aufnahmeschenkel abgestellten Waren bilden.
[0006] Der Verlauf der Steckschlitze im Stützsteg und der in die Steckschlitze eingreifenden
Sicherungslaschen kann unterschiedlich ausfallen. Eine Möglichkeit besteht darin,
die Faltlinien der Sicherungslaschen parallel zur Schwenkachse der Klappen auszurichten,
was einen Steckschlitzverlauf in der aufgerichteten Stellung der Faltschachtel parallel
zur Seitenwand und damit senkrecht zu den den Stützsteg begrenzenden Faltlinien erfordert.
[0007] Die Faltlinien der Sicherungslaschen können aber auch senkrecht zur Schwenkachse
der Klappen und die die Sicherungslaschen aufnehmenden Steckschlitze des Stützstegs
parallel zu den Faltlinien des Stützstegs verlaufen, wobei sich vorteilhafte Konstruktionsbedingungen
ergeben, wenn die Steckschlitze entlang der Faltlinie zwischen dem Stützsteg und dem
Aufnahmeschenkel verlaufen.
[0008] Aufgrund der in Schlitzlängsrichtung und quer dazu unterschiedlichen Abstützwirkungen
zwischen dem Stützsteg und den eingeschwenkten Klappen kann bei der Ausführung der
Faltschachteln durch eine Wahl der Ausrichtung der Steckschlitze senkrecht oder parallel
zu den Faltlinien des Stützstegs auf besondere Belastungsvorgaben Rücksicht genommen
werden.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 einen Zuschnitt einer erfindungsgemäßen Faltschachtel,
Fig. 2 eine aus einem Zuschnitt gemäß der Fig. 1 errichtete Faltschachtel in einem
Schnitt entlang des Stützstegs in einem größeren Maßstab,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 2,
Fig. 4 einen schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3,
Fig. 5 einen Zuschnitt einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Faltschachtel,
Fig. 6 eine aus einem Zuschnitt gemäß der Fig. 5 errichtete Faltschachtel in einem
Schnitt entlang des Stützstegs in einem größeren Maßstab,
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 6 und
Fig. 8 einen schnitt nach der Linie VIII-VIII der Fig. 7.
[0010] Eine nach den Zuschnitten gemäß den Fig. 1 oder 5 aufgerichtete Faltschachtel weist
eine Rückwand 1, zwei Seitenwände 2, eine die beiden Seitenwände verbindende Vorderwand
3 sowie einen Boden 4 auf. Die auf der der Rückwand 1 gegenüberliegenden Seite des
Zuschnitts angeordnete Seitenwand 2 wird bei der Vorfertigung der Faltschachtel mit
der Rückwand 1 durch eine Klebelasche 5 zu einem geschlossenen Mantel verbunden.
[0011] Der Boden 4 setzt sich aus an den Seitenwänden 2 und an der Vorderwand 3 angesetzten
Bodenabschnitten 6, 7 sowie aus einem Bodenschenkel 8 eines am bodenseitigen Rand
der Rückwand 1 vorgesehenen Faltansatzes 9 zusammen, der durch Faltlinien 10 voneinander
getrennt neben dem Bodenschenkel 8 einen Stützsteg 11 und einen Aufnahmeschenkel 12
bildet. Der Aufnahmeschenkel 12 ist mit einer Klebelasche 13 versehen, mit deren Hilfe
der Aufnahmeschenkel 12 nach einem Biegen des Bodenschenkels 8 um den Rand der Rückwand
1 und einem aufeinanderfolgenden Biegen des Stützstegs 11 und des Aufnahmeschenkels
12 um die Faltlinien 10 mit der Rückwand 1 zur Ausbildung einer Stufe verklebt wird.
[0012] Die Vorfertigung der Faltschachtel aus dem Zuschnitt schließt eine Verklebung der
durch eine Faltlinie 14 abgegrenzten Klebebereiche 15 der Bodenabschnitte 6 der Seitenwände
2 einerseits mit dem Bodenabschnitt 7 der Vorderwand 3 und anderseits mit dem Bodenschenkel
8 des Faltansatzes 9 ein. Die Faltlinien 14 verlaufen gemäß den Fig. 3 und 7 bei der
aufgerichteten Faltschachtel entlang einer Bodendiagonalen, sodass der Boden 4 um
diese Faltlinien 14 gefaltet wird, wenn die einander in Bezug auf diese Diagonale
gegenüberliegenden Ecken der Faltschachtel gegeneinander gedrückt werden. Wird hingegen
die vorgefertigte, zusammengefaltete Faltschachtel an den Ecken der Faltdiagonale
zusammengedrückt, entfaltet sich der Boden 4 entlang der Faltlinien 14 unter einem
Auseinanderbewegen der im gefalteten Zustand aneinanderliegenden Schachtelwände, wobei
die an den einander gegenüberliegenden Rändern des Bodenabschnitts 7 der Vorderwand
3 und des Bodenschenkels 8 des Faltansatzes 9 vorgesehenen Übergriffslaschen 16 unter
einer gegenseitigen Verschränkung den durch eine Ausnehmung 17 im Stützsteg 11 freigestellten
Rand des Bodenschenkels 8 einerseits und den Rand des Bodenabschnitts 7 der Vorderwand
anderseits übergreifen. Nach einem Einklappen einer Vorderwandversteifung 18 gegen
die Vorderwand 3 und dem Einrasten eines an dieser Vorderwandversteifung 18 vorgesehenen
Steckansatzes in eine Steckaufnahme 19 im Bodenabschnitt 7 ist die Faltschachtel im
Wesentlichen aufgerichtet. Es fehlt allerdings die Aussteifung der durch den Faltansatz
9 gebildeten Stufe.
[0013] Zu diesem Zweck bildet der Zuschnitt zwei aus den Seitenwänden 2 ausgestanzte Klappen
20, die um eine bei aufgerichteter Faltschachtel in Verlängerung des Stützstegs 11
parallel zur Rückwand 1 verlaufende Schwenkachse 21 gegen den Stützsteg 11 einschwenkbar
sind. Die Klappen 20 sind mit Sicherungslaschen 22 versehen, die um Faltlinien 23
abgewinkelt werden können, um in entsprechende Steckschlitze 24 des Stützstegs 11
einzugreifen. Da sich die Klappen 20 auf der Vorderwandseite der Schwenkachse 21 befinden,
legen sich die Klappen 20 beim Einschwenken gegen den Stützsteg 11 an die Außenseite
des Stützstegs 11 flächig an und werden durch die abgewinkelten, in die Steckschlitze
24 eingreifenden Sicherungslaschen 22 in Anlage am Stützsteg 11 gehalten, wodurch
sich eine vorteilhafte Aussteifung der durch den Faltansatz 9 gebildeten Stufe der
Faltschachtel ergibt.
[0014] Die Faltlinien 23 der Sicherungslaschen 22 gemäß der aus dem Zuschnitt nach Fig.
1 gebildeten Faltschachtel verlaufen parallel zur Schwenkachse 21 der Klappen 20.
Dementsprechend sind die Steckschlitze 24 zur Aufnahme der Sicherungslaschen 22 senkrecht
zu den Faltlinien 10 des Stützstegs 11 ausgerichtet. Diese Ausführungsform macht die
Breite der Klappen 20 unabhängig von der Erstreckungslänge der Sicherungslaschen 22
in Richtung der Faltlinie 23 bzw. der Länge der zugehörigen Steckschlitze 24.
[0015] Verlaufen jedoch die Faltlinien 23 der Sicherungslaschen 22 senkrecht zur Schwenkachse
21 der Klappen 20, wie dies bei Faltschachteln gemäß dem Zuschnitt nach der Fig. 5
der Fall ist, so muss die Breite der Klappen 20 entsprechend größer als die Erstreckung
der Sicherungslaschen 22 in Richtung ihrer Faltlinie 23 gewählt werden, sodass die
breiteren Klappen 20 gegen die Stufe der Faltschachtel seitlich einspringende Anschläge
für die auf dem Auflageschenkel 12 positionierten Waren bilden. Vorteilhafte Konstruktionsbedingungen
ergeben sich in diesem Zusammenhang, wenn die Steckschlitze 24 entlang der Faltlinie
10 zwischen dem Stützsteg 11 und dem Aufnahmeschenkel 12 verlaufen, wie dies insbesondere
der Fig. 8 entnommen werden kann.
1. Faltschachtel mit einer Rückwand (1), mit an die Rückwand (1) anschließenden Seitenwänden
(2), mit einer die Seitenwände miteinander (2) verbindenden Vorderwand (3) und mit
einem Boden (4) aus an den Seitenwänden (2) und an der Vorderwand (3) angesetzten
Bodenabschnitten (6, 7), wobei die Rückwand (1) einen am bodenseitigen Rand vorgesehenen
Faltansatz (9) aufweist, der durch Faltlinien (10) voneinander getrennt einen Bodenschenkel
(8), einen vom Bodenschenkel (8) aufragenden Stützsteg (11) und einen zur Rückwand
(1) zurückgebogenen, mit der Rückwand (1) verklebten Aufnahmeschenkel (12) zur Ausbildung
einer Stufe bildet, zu deren Sicherung zwei aus den Seitenwänden (2) um eine zur Rückwand
(1) parallele Achse (21) gegen die Stufe einschwenkbare Klappen (20) vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die auf der Vorderwandseite ihrer Schwenkachse (21) vorgesehenen, außen am Stützsteg
(11) anlegbaren Klappen (20) eine um eine Faltlinie (23) gegen den Stützsteg (11)
abbiegbare Sicherungslasche (22) aufweisen, die in einen im Stützsteg (11) vorgesehenen
Steckschlitz (24) eingreifen.
2. Faltschachtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Faltlinien (23) der Sicherungslaschen (22) parallel zur Schwenkachse (21) der
Klappen (20) und die die Sicherungslaschen (20) aufnehmenden Steckschlitze (24) des
Stützstegs (11) senkrecht zu den Faltlinien (10) des Stützstegs (119 verlaufen.
3. Faltschachtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Faltlinien (23) der Sicherungslaschen (22) senkrecht zur Schwenkachse (21) der
Klappen (20) und die die Sicherungslaschen (22) aufnehmenden Steckschlitze (24) des
Stützstegs (11) parallel zu den Faltlinien (10) des Stützstegs (11) verlaufen.
4. Faltschachtel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steckschlitze (24) entlang der Faltlinie (10) zwischen dem Stützsteg (11) und
dem Aufnahmeschenkel (8) des Faltansatzes (9) verlaufen.