[0001] Die Erfindung betrifft Stanzwerkzeug zum Schneiden von kunststoffbasierten Folienelementen,
mit einer Stanzstempeleinheit, die mehrere Messerträger aufweist, an denen jeweils
wenigstens ein einen sich zu einer Schneidklinge mit Schneidkante verjüngenden Schneidkeil
aufweisendes Stanzmesser befestigt ist, und mit einer der Stanzstempeleinheit zugeordneten,
dieser gegenüberliegenden Matrize zur Aufnahme des zu bearbeitenden Folienelementes,
wobei die Stanzstempeleinheit gegenüber der Matrize bei einem in einer Schneidrichtung
erfolgenden Stanzhub zwischen einer Ausgangsposition und einer Bearbeitungsposition
relativ beweglich gelagert ist, wobei die Schneidkeile der Stanzmesser in der Bearbeitungsposition
in das zu bearbeitende Folienelement eintauchen und entlang einer Kantenlänge der
Schneidkante eine Schnittlinie im Foliensystem erzeugen.
[0002] Derartige Stanzwerkzeuge sind bereits seit langem bekannt. Aufgabe solcher Stanzwerkzeuge
ist es, großflächige aus Kunststoff bestehende Folienelemente, bei denen es sich beispielsweise
um eine zweidimensionale großflächige Folie oder um ein dreidimensionales Folienelement
handeln kann zu schneiden. Solche dreidimensionalen Folienelemente können beispielsweise
Joghurt-Becher sein, die nach der Herstellung auf bestimmte Weise zu konfektionieren
sind, beispielsweise zu vereinzeln oder in bestimmten, beispielsweise Vierer-, Sechser-
oder Achter-Gruppen auszuschneiden. Wichtige Komponenten solcher Stanzwerkzeuge sind
Stanzmesser, die beim Eintauchen in das Folienelement eine Schnittlinie erzeugen.
[0003] Herkömmliche Stanzwerkzeuge, insbesondere deren Stanzmesser sind dazu eingerichtet,
insbesondere Polystyrol-basierte Folienelemente zu bearbeiten. Aus Umweltschutzgründen
werden derartige Polystyrol-basierte Folienelemente zunehmend durch andere kunststoffbasierte
Folienelemente ersetzt, beispielsweise PET-basierte, PLA-basierte, PP-basierte Folienelemente.
Insbesondere PET-basierte Folienelemente sind jedoch im Vergleich zu Polystyrol-basierten
Folienelementen zäher, so dass das die Stanzmesser höheren Belastungen ausgesetzt
sind.
[0004] Ferner ist es ein Problem, dass nicht sämtliche derartige kunststoffbasierte Folienelemente,
insbesondere PET-Materialien und/oder -Dicken prozesssicher trennbar sind. Bei der
Erzeugung der Schnittlinien durch die Stanzmesser kann es beispielsweise vorkommen,
dass entlang der Schnittlinie nicht komplett geschnitten wird, so dass nicht geschnittene
Materialbrücken stehen bleiben. Der Vereinzelungs- oder Konfektionierprozess der zu
bearbeitenden Folienelemente ist dadurch unterbrochen und es kommt zu einer Störung
im nachgeordneten Prozess. Da es sich bei den meisten gegenüber Polystyrol-basierten
Folienelementen umweltverträglicheren Folienelementen um thermoplastische Kunststoffe
handelt, wird das Entstehen derartiger nachteiliger Materialbrücken auch dadurch begünstigt,
dass das zu bearbeitende Folienelement durch vorgelagerte Prozessschritte, wie Tiefziehen,
Siegeln oder durch Heißabfüllung eine nicht unerhebliche Restwärme aufweist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Stanzwerkzeug der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
bei dem die Bearbeitung kunststoffbasierter Folienelemente, insbesondere solcher,
die aus thermoplastischen Kunststoff bestehen, gegenüber herkömmlichen Stanzwerkzeugen
prozesssicherer ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Stanzwerkzeug mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0007] Das erfindungsgemäße Stanzwerkzeug zeichnet sich dadurch aus, dass die Schneidklinge
eine der Matrize zugewandte erste Klingenfläche und eine der Matrize abgewandte zweite
Klingenfläche aufweist, wobei sich an die zweite Klingenfläche eine sich quer zur
Schneidrichtung erstreckende beim Schneidvorgang der Schneidkante nachgelagerte und
an eine Oberseite des der Matrize abgewandten Teils des zu bearbeitenden Folienelementes
in Anlage bringbare Drückfläche anschließt.
[0008] Die der Schneidkante beim Schneidvorgang nachgelagerte Drückfläche bewirkt, dass
der der Matrize abgewandte Teil des zu bearbeitenden Folienelementes von dem der Matrize
zugewandten Teil des Folienelementes, das insbesondere fixiert auf der oberen Stufe
der Matrize aufliegt, in vertikaler Richtung weggedrückt wird. Dadurch wird der der
Matrize abgewandte Teil des zu bearbeitenden Folienelements während des Schneidvorgangs,
insbesondere der mittels des Stanzmessers durchgeführten Scherenschnitt-Bewegung,
von dem der Matrize zugewandten Teil des Folienelementes abwärts weggedrückt, wodurch
durch den Schneidvorgang nicht getrennte Materialbrücken gedehnt und zum Abreisen
gebracht werden.
[0009] Dadurch ist es möglich, auch zähe, kunststoffbasierte Folienelemente, insbesondere
aus thermoplastischem Kunststoff bestehende Folienelemente, vorzugsweise PET-Folienelemente
prozesssicher zu bearbeiten.
[0010] Insbesondere wird dies durch eine relativ einfache konstruktive Änderung im Bereich
der Schneidklinge des Stanzmessers ermöglicht. Die Verwendung von beim Stanzprozess
weniger scharf gewordenen Schneidklingen ist dadurch möglich, da der nachgelagerter
Dehnvorgang zu einer prozesssicheren Trennung des zu bearbeitenden Folienelements
sorgt. Dadurch wird die Standzeit der Stanzmesser erhöht.
[0011] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die erste Klingenfläche parallel zur weiten
Klingenfläche ausgerichtet.
[0012] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Drückfläche zumindest im Wesentlichen
rechtwinklig zur zweiten Klingenfläche ausgerichtet.
[0013] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist eine sich quer zu Schneidrichtung erstreckende
Schneidkanten-Breite der Schneidkante kleiner als eine sich quer zur Schneidrichtung
erstreckende Drückflächen-Breite der Drückfläche. Zweckmäßigerweise ist die Drückflächenbreite
der Drückfläche so ausgestaltet, dass einem dem Schneidvorgang der Schneidkante nachgeordneten
Drückvorgang der Drückfläche ein ausreichender Anlagebereich an der der Oberseite
der Matrize abgewandten Teil des zu bearbeitenden Folienelementes zur Verfügung steht.
[0014] In besonders bevorzugter Weise liegt das Verhältnis von Schneidkanten-Breite zur
Drückflächen-Breite im Bereich von 0,1 bis 0,8, insbesondere 0,5 bis 0,7.
[0015] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist eine sich von der Schneidkante bis zur
Drückfläche erstreckende Klingenflächen-Höhe der zweiten Klingenfläche größer als
oder gleich groß wie die Drückflächen-Breite. Alternativ wäre es auch möglich, dass
die Drückflächen-Breite größer ist als die Klingenflächen-Höhe der zweiten Klingenfläche,
jedoch ist es bevorzugt, die Klingenfläche-Höhe größer als oder gleich groß wie die
Drückflächen-Breite zu dimensionieren.
[0016] Es ist möglich, dass das Verhältnis von Klingenflächen-Höhe zur Drückflächen-Breite
im Bereich von 1,0 bis 5,0, insbesondere 1,5 bis 3,0 liegt.
[0017] In besonders bevorzugter Weise weist der Schneidkeil eine der Matrize zugewandte
erste Keilfläche und eine schräg zur ersten Keilfläche ausgerichtete, der Matrize
abgewandte zweite Keilfläche auf, wobei der Verlauf der zweiten Keilfläche bis hin
zur Schneidkante durch die einen Absatz bildende Drückfläche unterbrochen ist.
[0018] Bei einer Weiterbildung der Erfindung bildet die erste Klingenfläche der Schneidklinge
einen Teilabschnitt der ersten Keilfläche, der in Schneidrichtung fluchtend zur ersten
Keilfläche ausgerichtet ist.
[0019] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Stanzmesser einstückig ausgebildet
und Schneidklinge und Drückfläche sind bei der Herstellung des Stanzmessers mit angeformt.
Das Stanzmesser kann also als Monolith ausgebildet sein, an dem alle für den Schneidvorgang
erforderlichen Funktionsabschnitte (Schneidkante, Drückfläche) ausgebildet sind.
[0020] Alternativ ist es denkbar, dass das Stanzmesser mehrteilig ausgebildet ist, mit einem
plattenförmigen Schneidklingenelement und einen keilförmigen Klingenträger, an dem
das Schneidklingenelement derart befestigt ist, dass ein stirnseitiges unteres Ende
des Klingenträgers die Drückfläche und ein Überstand des Schneidklingenelementes über
das untere Ende des Klingenträgers hinaus die Schneidklinge bilden.
[0021] Es ist möglich, dass das Stanzmesser als Stern- oder Konturstempel ausgebildet ist,
mit dem es möglich ist, flächige Bereiche eines zu bearbeitenden Folienelements auszustanzen.
Zweckmäßigerweise ist es hierbei möglich den Schneidkanten des Kontur- oder Sternstempels
jeweils eine Drückfläche zuzuordnen.
[0022] Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zum Schneiden von kunststoffbasierten
Folienelementen unter Verwendung eines Stanzwerkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis
11, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
- Einlegen des zu bearbeitenden Folienelementes in die Matrize,
- Relativbewegung von Stanzstempeleinheit und Matrize zueinander,
- Anbringen von Schnittlinien in das Folienelement durch die Schneidkanten der Stanzmesser,
- Weiterbewegung der Stanzstempeleinheit in eine Matrizenkavität der Matrize, wobei
die Drückfläche eines jeweiligen Stanzmessers an der Oberseite des der Matrize abgewandten
Teils des zu bearbeitenden Folienelementes in Anlage gelangt und diesen Teil weiter
in die Matrizenkavität hineindrückt.
[0023] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im Folgenden näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Stanzwerkzeugs,
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Stanzmessers des
erfindungsgemäßen Stanzwerkzeugs vor dem Kontakt mit dem zu bearbeiteten Folienelement,
- Figur 3
- eine perspektivische Darstellung des Stanzmessers aus Figur 2 beim Schneiden des zu
bearbeitenden Folienelements mittels der Schneidkante,
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung des Stanzmessers aus Figur 2 beim Einsatz der Drückfläche
und
- Figur 5
- eine vergrößerte Darstellung des Stanzmessers aus Figur 2 in Seitenansicht, wobei
eine zweite Ausführungsform des Stanzmessers gezeigt ist.
[0024] Die Figuren 1 bis 5 zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Stanzwerkzeugs 11 zum Schneiden von kunststoffbasierten Folienelementen 12. Das erfindungsgemäße
Stanzwerkzeug 11 wird im Folgenden beispielhaft anhand eines dreidimensionalen PET-basierten
Folienelementes 12 beschrieben, bei dem es sich beispielsweise um Joghurt-Becher handeln
kann. Selbstverständlich ist es möglich, mit dem erfindungsgemäßen Stanzwerkzeug 11
auch ganz andere kunststoffbasierte Folienelemente 12 zu schneiden bzw. zu konfektionieren,
beispielsweise zweidimensionale Kunststoff-Folien. Mit dem erfindungsgemäßen Stanzwerkzeug
11 ist es beispielsweise möglich zwei- oder dreidimensionale PET-, PP-, PLA- oder
PVCbasierte Folienelemente zu konfektionieren.
[0025] Ziel bei der Stanzbearbeitung der kunststoff-, insbesondere PET-basierten Folienelemente
12 ist die Konfektionierung der Folienelemente 12 aus einem quasi endlosen Rohrstrang
zu einzelnen Gruppen oder Einzelelementen.
[0026] Wie insbesondere in Figur 1 gezeigt, weist das Stanzwerkzeug 11 eine Stanzstempeleinheit
13 auf, die den beweglichen Teil des Stanzwerkzeugs bildet. Der Stanzstempeleinheit
13 gegenüberliegend ist eine Matrize 14 zur Aufnahme des zu bearbeitenden Folienelements
12 angeordnet, wobei die Stanzstempeleinheit 13 gegenüber der Matrize 14 bei einem
in einer Hubrichtung bzw. Schneidrichtung 15 erfolgenden Stanzhub zwischen einer Ausgangsposition
(Figur 1) und einer Bearbeitungsposition 17 (Figuren 3 und 4) relativ beweglich gelagert
ist.
[0027] Wie in Figur 1 gezeigt, besitzt die Stanzstempeleinheit 13 eine Grundplatte 18, die
beispielhaft in rechteckiger Form dargestellt ist. An der Grundplatte 18 sind mehrere
Funktionskomponenten der Stanzstempeleinheit 13 befestigt.
[0028] Zu den Funktionskomponenten zählen mehrere Stanzmessermodule 19, die jeweils wenigstens
ein Stanzmesser 20 aufweisen, das an einem nicht dargestellten Messerträger beispielsweise
höhenverstellbar gelagert ist, wobei der Messerträger über einen Basiskörper 21 mit
der Grundplatte 18 verbunden ist. Die Stanzmesser 20 sind jeweils mittels Befestigungsmittel
lösbar an einem zugeordneten Messersitz (nicht dargestellt) des Messerträgers befestigt.
Im Folgenden wird die Funktionalität und der Aufbau bzw. die Geometrie und Kontur
des Stanzmessers 20 an einem einzelnen Stanzmesser 20 erläutert. Selbstverständlich
sind auch die anderen Stanzmesser der Stanzstempeleinheit oder zumindest eine Gruppe
der Stanzmesser der Stanzstempeleinheit 13 in derselben Weise ausgebildet.
[0029] Als Befestigungsmittel sind beispielhaft Befestigungsschrauben (nicht dargestellt)
verwendet, die zugeordnete Durchgangslöcher 22a, 22b (Figuren 2 bis 4) im Stanzmesser
20 durchsetzen und in zugeordnete Ausnehmungen (nicht dargestellt) in einem Lagerabschnitt
des Messerträgers versenkt sind.
[0030] Zwischen der Sitzfläche des Messersitzes und dem Stanzmesser 20 kann ein Abstimmelement
in Form einer relativ dünnen Abstimmscheibe angeordnet sein.
[0031] Von besonderem Interesse sind die Geometrie und die Kontur des Stanzmessers 20, die
im Folgenden näher beschrieben werden.
[0032] Wie insbesondere in Figur 5 gezeigt, besitzt das Stanzmesser 20 einen Lager- oder
Klemmabschnitt 23, der quer zur Schneidrichtung 15 von den beiden Durchgangslöchern
22a, 22b durchsetzt ist. Wie bereits zuvor beschrieben, wird das Stanzmesser 20 über
den Klemmabschnitt 23 und die Durchgangslöcher 22a, 22b mit Hilfe geeigneter Befestigungsschrauben
am zugeordneten Messersitz des Messerträgers befestigt.
[0033] An den Klemmabschnitt 23 schließt sich entlang der Schneidrichtung 15 ein Schneidkeil
24 an, an dessen unterem Ende eine Schneidklinge 25 ausgebildet bzw. angeordnet ist.
[0034] Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, besitzt der Schneidkeil 24 einer
der Matrize 14 zugewandte erste Keilfläche 26 und eine schräg zur ersten Keilfläche
26 ausgerichtete, der Matrize 14 abgewandte zweite Keilfläche 27.
[0035] Im Gegensatz zu den zueinander schräg verlaufenden Keilflächen 26, 27 sind die Klingenflächen
der Schneidklinge bevorzugt parallel zueinander ausgerichtet. Hierzu besitzt die Schneidklinge
25 eine der Matrize 14 zugewandte erste Klingenfläche 28 und eine parallel zur ersten
Klingenfläche 28 ausgerichtete, der Matrize 14 abgewandte zweite Klingenfläche 29.
[0036] Am unteren Ende des Schneidkeils 24 befindet sind eine Schneidkante 30, die dazu
ausgelegt ist, eine Schnittlinie im zu bearbeiteten Folienelement 12 zu erzeugen.
Im gezeigten Beispielsfall ist die Schneidkante 30 über ihre Kantenlänge als gerade,
unkonturierte Schneidkante ausgebildet. Selbstverständlich ist es möglich, auch andere
Arten von Schneidkanten zu verwenden, beispielsweise solche mit einer sägezahnartigen
Schneidkontur. Ferner ist es möglich, dass die Schneidkante selber keilförmig ausgebildet
ist, beispielsweise durch zwei zueinander konvergierende Schneidkantenabschnitte,
die beispielsweise mittig einen Schneidkanten-Keil bilden.
[0037] Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist, dass sich an die zweite Klingenfläche
29 eine sich quer zur Schneidrichtung 15 erstreckende beim Schneidvorgang der Schneidkante
30 nachgelagerte und an einer Oberseite 31 des der Matrize 14 abgewandten Teils 32
des zur bearbeitenden Folienelements 12 in Anlage bringbare Drückfläche 33 anschließt.
[0038] Wie insbesondere in Figur 5 gezeigt, ist die Drückfläche 33 zumindest im Wesentlichen
rechtwinklig, insbesondere rechtwinklig zur zweiten Klingenfläche 29 ausgerichtet.
Wie ferner in Figur 5 dargestellt ist der Verlauf der schrägen zweiten Keilfläche
27 bis hin zur Schneidkante 30 durch die einen Absatz oder Stufe bildende Drückfläche
33 unterbrochen.
[0039] Die Figuren 1 bis 4 zeigen eine erste Ausführungsform des Stanzmessers 20. Gemäß
erster Ausführungsform ist das Stanzmesser 20 ein Monolith, beispielsweise hergestellt
aus Werkzeugstahl oder Hartmetall. Das Stanzmesser 20 kann mit einer Oberflächenbeschichtung
versehen sein. Gemäß erster Ausführungsform des Stanzmessers 20 sind die Funktionsabschnitte
des Stanzmessers, also die Keilflächen 26, 27, die Schneidklinge 25 mit den Klingenflächen
28, 29, die Schneidkante 30 sowie die Drückfläche 33 bei der Herstellung des Stanzmessers
gleich mit angeformt.
[0040] Die Figur 5 zeigt eine zweite Ausführungsform des Stanzmessers. In diesem Fall ist
das Stanzmesser 20 mehrteilig ausgebildet, mit einem plattenförmigen Schneidklingenelement
34, das beispielsweise aus einem relativ dünnen, insbesondere sehr steifen, für einen
Schneidvorgang geeigneten Klinge bestehen kann, und einem keilförmigen Klingenträger
35, an dem das Schneidklingenelement 34 mittels geeigneter Befestigungsmittel derart
befestigt ist, dass ein stirnseitiges unteres Ende des Klingenträgers 35 die Drückfläche
33 und ein Überstand des Schneidklingenelementes 34 über das untere Ende des Klingenträgers
35 hinaus die Schneidklinge 25 bilden.
[0041] Wie insbesondere in den Figuren 1 bis 4 beim einteiligen Stanzmesser 20 und in Figur
5 beim mehrteiligen Stanzmesser 20 gezeigt, ist eine sich quer zur Schneidrichtung
15 erstreckende Schneidkanten-Breite b1 der Schneidkante 30 kleiner als eine sich
quer zur Schneidrichtung 15 erstreckende Drückflächen-Breite b2 der Drückfläche 33.
[0042] Das Verhältnis von Schneidkanten-Breite zu Drückflächen-Breite b1/b2 liegt im Bereich
0,1 bis 0,8, insbesondere 0,5 bis 0,7.
[0043] Wie ferner in den Figuren 1 bis 4 und in Figur 5 gezeigt, ist eine sich von der Schneidkante
30 bis zur Drückfläche 33 erstreckende Klingenflächen-Höhe h1 der zweiten Klingenfläche
29 größer als oder gleich groß wie die Drückflächenbreite b1.
[0044] Das Verhältnis von Klingenflächen-Höhe zur Drückflächen-Breite h1/b2 liegt im Bereich
von 1,0 bis 5,0, insbesondere 1,5 bis 3,0.
[0045] Bei der zweiten Ausführungsform des Stanzwerkzeugs 20 lässt sich dieses Verhältnis
nachträglich noch ändern, beispielsweise in dem die Lage des Schneidklingenelements
34 bezüglich des Klingenträgers 35 verändert wird, so dass der Überstand des Schneidklingenelements
34 über das untere Ende des Klingenträgers 35 hinaus variiert werden kann.
[0046] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Schneiden von kunststoffbasierten Folienelementen
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Stanzwerkzeugs 11 läuft nach folgenden Schritten
ab:
Zunächst befindet sich die Stanzstempeleinheit 13 in der angehobenen Ausgangsposition
16. Je nach Konfektionierungsaufgabe werden dann Gruppen von Stanzmessers angeordnet,
so dass beispielsweise eine Vierer-Gruppierung, beispielsweise Vierer-Joghurtbecher,
oder auch andere Gruppierungen aus dem zu bearbeiteten Folienelement 12 ausgeschnitten
werden können.
[0047] Das zu bearbeitende Folienelement 12 wird in die Matrize 14 eingelegt. Wie insbesondere
in den Figuren 2 bis 4 gezeigt, besitzt die Matrize 14 eine Matrizenkavität 36, in
die das Stanzmesser 20 beim Schneidvorgang einfahren kann.
[0048] Nach dem Einlegen des zu bearbeitenden Folienelements 12 werden Stanzstempeleinheit
13 und Matrize 14 relativ zueinander bewegt, beispielsweise in dem die Stanzstempeleinheit
13 abwärts in Richtung Matrize 24 bewegt wird.
[0049] Der Schneidkeil 24 und hier insbesondere die Schneidlänge mit der unterseitig angeordneten
Schneidkante 30 kommt mit der Oberseite des zu bearbeiteten Folienelements 12 in Kontakt
und die Schneidkanten 30 der Stanzmesser 20 erzeugen jeweils Schnittlinien im Folienelement
12.
[0050] Insbesondere bei der Bearbeitung von kunststoffbasierten Folienelementen 12, die
aus thermoplastischen Kunststoffen bestehen, beispielsweise PET-Folienelementen kann
es aufgrund von aus vorgelagerten Prozessschritten stammender Restwärme oder in Folge
von Schäden oder Unzulänglichkeiten an den Stanzmessern dazu kommen, dass die Schnittlinie
nicht durchgängig über die Kantenlänge der Schneidkante erzeugt wird, dass also Materialbrücken
stehen bleiben.
[0051] Daher wird die Stanzstempeleinheit 13 weiter nach unten bewegt, und fährt weiter
in die Matrizenkavität 36 der Matrize 34 ein, wobei die Drückfläche 33 eines jeweiligen
Stanzmessers 20 an der Oberseite 31 des der Matrize abgewandten Teils 32 des zu bearbeitenden
Folienelementes 12 in Anlage gelangt und diesen Teil 32 weiter in die Matrizenkavität
36 hineindrückt.
[0052] Falls beim Schneidvorgang zuvor Materialbrücken stehen geblieben sind, werden diese
dadurch gedehnt und zum Abreisen gebracht.
[0053] Dadurch ist also auch eine prozesssichere Bearbeitung von relativ zähen kunststoffbasierten
Folienelementen, also insbesondere solchen aus thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere
PET-Folienelementen, möglich.
[0054] Ferner können auch beim Stanzprozess stumpfer gewordene Schneidklingen 25 verwendet
werden, da der Drehvorgang für eine prozesssichere Trennung des zu bearbeitenden Folienelements
sorgt. Dadurch wird die Standzeit der Stanzmesser 20 erhöht.
1. Stanzwerkzeug zum Schneiden von kunststoffbasierten Folienelementen (12), mit einer
Stanzstempeleinheit (13), die mehrere Messerträger aufweist, an denen jeweils wenigstens
ein einen sich zu einer Schneidklinge (25) mit Schneidkante (30) verjüngenden Schneidkeil
(24) aufweisendes Stanzmesser (20) befestigt ist, und mit einer der Stanzstempeleinheit
(13) zugeordneten, dieser gegenüberliegenden Matrize (14) zur Aufnahme des zu bearbeitenden
Folienelementes (12), wobei die Stanzstempeleinheit (13) gegenüber der Matrize (14)
bei einem in einer Schneidrichtung (15) erfolgenden Stanzhub zwischen einer Ausgangsposition
(16) und einer Bearbeitungsposition (17) relativ beweglich gelagert ist, wobei die
Schneidkeile (24) der Stanzmesser (20) in der Bearbeitungsposition (17) in das zu
bearbeitende Folienelement (12) eintauchen und entlang einer Kantenlänge der Schneidkante
(30) eine Schnittlinie im Folienelement (12) erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (25) eine der Matrize (14) zugewandte erste Klingenfläche (28)
und eine der Matrize (14) abgewandte zweite Klingenfläche (29) aufweist, wobei sich
an die zweite Klingenfläche (29) eine sich quer zur Schneidrichtung (15) erstreckende
beim Schneidvorgang der Schneidkante (30) nachgelagerte und an einer Oberseite (31)
des der Matrize (14) abgewandten Teils (32) des zu bearbeitenden Folienelements (12)
in Anlage bringbare Drückfläche (33) anschließt.
2. Stanzwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Klingenfläche (28) parallel zur zweiten Klingenfläche (29) ausgerichtet
ist.
3. Stanzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drückfläche (33) zumindest im Wesentlichen rechtwinklig zur zweiten Klingenfläche
(29) ausgerichtet ist.
4. Stanzwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine sich quer zur Schneidrichtung (15) erstreckende Schneidkanten-Breite (b1) der
Schneidkante (30) kleiner ist als eine sich quer zur Schneidrichtung (15) erstreckende
Drückflächen-Breite (b2) der Drückfläche (33) .
5. Stanzwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Schneidkanten-Breite zu Drückflächen-Breite b1/b2 im Bereich von
0,1 bis 0,8, insbesondere 0,5 bis 0,7 liegt.
6. Stanzwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine sich von der Schneidkante (30) bis zur Drückfläche (33) erstreckende Klingenflächen-Höhe
(h1) der zweiten Klingenfläche (29) größer ist als oder gleich groß ist wie die Drückflächen-Breite
(b1).
7. Stanzwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Klingenflächen-Höhe zu Drückflächen-Breite h1/b2 im Bereich von
1,0 bis 5,0, insbesondere 1,5 bis 3,0 liegt.
8. Stanzwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkeil (24) eine der Matrize (14) zugewandte erste Keilfläche (26) und eine
schräg zur ersten Keilfläche (26) ausgerichtete, der Matrize (14) abgewandte zweite
Keilfläche (27) aufweist, wobei der Verlauf der zweiten Keilfläche (27) bis hin zur
Schneidkante (30) durch die einen Absatz bildende Drückfläche (33) unterbrochen ist.
9. Stanzwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Klingenfläche (28) der Schneidklinge (25) einen Teilabschnitt der ersten
Keilfläche (26) bildet, der in Schneidrichtung (15) fluchtend zur ersten Keilfläche
(26) ausgerichtet ist.
10. Stanzwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stanzmesser (20) einstückig ausgebildet ist und Schneidklinge (25) und Drückfläche
(33) bei der Herstellung des Stanzmessers (20) mit angeformt sind.
11. Stanzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stanzmesser (20) mehrteilig ausgebildet ist, mit einem plattenförmigen Schneidklingenelement
(34) und einem keilförmigen Klingenträger (35), an dem das Schneidklingenelement (34)
derart befestigt ist, dass ein stirnseitiges unteres Ende des Klingenträgers (35)
die Drückfläche (33) und ein Überstand des Schneidklingenelementes (34) über das untere
Ende des Klingenträgers (35) hinaus die Schneidklinge (25) bilden.
12. Verfahren zum Schneiden von kunststoffbasierten Folienelementen (12) unter Verwendung
eines Stanzwerkzeugs (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das Verfahren mit
folgenden Schritten:
- Einlegen des zu bearbeitenden Folienelementes (12) in die Matrize (14),
- Relativbewegung von Stanzstempeleinheit (13) und Matrize (14) zueinander,
- Einbringen von Schnittlinien in das Folienelement (12) durch die Schneidkanten (30)
der Stanzmesser (20),
- Weiterbewegung der Stanzstempeleinheit (13) in eine Matrizenkavität (36) der Matrize
(14) hinein, wobei die Drückfläche (33) eines jeweiligen Stanzmessers (20) an der
Oberseite (31) des der Matrize (14) abgewandten Teils (32) des zu bearbeitenden Folienelementes
(12) in Anlage gelangt und diesen Teil (32) weiter in die Matrizenkavität (36) hineindrückt.