Technisches Gebiet der Erfindung
[0001] Bei der mikroskopischen Abbildung von Objekten stellt sich die Aufgabe, die relative
Lage zwischen dem Abbildungssystem und dem abzubildenden Objekt für die Dauer der
Bildaufnahme konstant und stabil zu halten. Die Anforderungen an die Lagestabilisierung
hängt dabei von der zu erzielenden räumlichen Auflösung bei der Abbildung des Objekts
ab.
[0002] Mit der Entwicklung hochauflösender Methoden in der Fluoreszenzmikroskopie, speziell
der STED-Mikroskopie, der PALM/STORM-Mikroskopie und zuletzt der MINFLUX-Mikroskopie,
hat das Auflösungsvermögen optischer Abbildungsverfahren von beugungsbegrenzter Auflösung
(ca. 250 nm) bis in den Bereich weniger Nanometer zugenommen. Um das Auflösungsvermögen
dieser Methoden tatsächlich realisieren zu können, ist jedoch die relative Lage zwischen
der Probe, der Optik und den Lichtstrahlen entsprechend auf wenige Nanometer stabil
zu halten. Entsprechende Anforderungen sind bislang vor allem aus den Bereichen der
Elektronen- und Rasterkraftmikroskopie sowie der Interferometrie bekannt.
[0003] Wesentliche Störfaktoren bei der Bildgebung mittels hochauflösender Lichtmikroskopie
stellen insbesondere Temperaturfluktuationen, über das Gebäude und den Fußboden auf
das Bildgebungssystem übertragene Vibrationen, durch Lüftungsanlagen verursachte Luftströmungen
sowie Schallquellen dar.
[0004] Um den Einfluss von durch das Gebäude übertragenen Vibrationen zu minimieren wird
daher meist ein diesbezüglich günstiger Aufstellort, beispielsweise in Kellerräumen,
gewählt, und es werden passiv und/oder aktiv gedämpfte Tischsysteme eingesetzt. Temperaturschwankungen
werden durch den Einsatz hochwertiger Regelungs- und Klimatechnik auf ein Minimum
reduziert, und mit geeigneter Luftführung können auch Luftströmungen im Bereich des
Bildaufnahmesystems stark reduziert werden.
[0005] Langsame Drifts der Probe gegenüber dem Mikroskopobjektiv infolge von thermischer
Ausdehnung der Mikroskopkomponenten können geräteseitig auch mit geeigneten mechanischen
Designs und durch die Auswahl von Materialien mit kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten
reduziert werden.
[0006] Die Minimierung von Störeinflüssen und die genannten konstruktiven Maßnahmen reichen
jedoch oft nicht aus, die durch die hochauflösenden Methoden gestellten Anforderungen
an die Stabilität im Bereich von wenigen Nanometern zu erfüllen.
Stand der Technik
[0007] Die Druckschrift
WO 2015/097000 A1 beschreibt ein inzwischen unter dem Akronym MINFLUX bekanntes Verfahren zur Lokalisierung
räumlich isolierter, fluoreszenter Moleküle, bei dem jedes der einzelnen Moleküle
mit einer ein Intensitätsminimum aufweisenden Intensitätsverteilung von Anregungslicht
an verschiedenen Positionen beleuchtet wird. Für jede der Beleuchtungspositionen wird
die durch das Anregungslicht angeregte Fluoreszenzemission registriert, und es wird
aus dem Verlauf der Intensität des Fluoreszenzlichts entlang der Positionen des Intensitätsminimums
auf den Ort des jeweiligen Moleküls geschlossen. Naturgemäß ist diese Ortsbestimmung
fehlerbehaftet, wobei der Fehler der Ortsbestimmung jedoch dadurch verringert werden
kann, dass das Verfahren iterativ angewendet wird. Hierzu werden vor jedem Iterationsschritt
die Beleuchtungspositionen angepasst, d. h. näher um den jeweils angenommenen Ort
des Moleküls angeordnet. Gleichzeitig wird die Stärke des Anregungslichts erhöht,
so dass der Intensitätsgradient in der Nähe des Intensitätsminimums zunimmt. Alternativ
kann die Messdauer erhöht werden, was bezüglich der Menge des wirksamen Lichts einer
Erhöhung der Stärke des Anregungslichts entspricht. Mit den angepassten Parametern
wird das Molekül nacheinander an jeder der angepassten Beleuchtungspositionen beleuchtet
und die Intensität der Fluoreszenzemission registriert. Aus der Abhängigkeit des Fluoreszenzsignals
von den Positionen des Intensitätsminimums kann nun der Ort des Moleküls mit geringerem
Fehler als zuvor bestimmt werden. Diese Verfahrensschritte können bis zur Konvergenz
der Ortsbestimmung oder bis zum Erreichen eines anderen Abbruchkriteriums, beispielsweise
eines vorher festgelegten maximal akzeptablen Fehlers, wiederholt werden. Mit einer
erreichbaren Lokalisierungsgenauigkeit von ca. 1 nm stellt das MINFLUX-Verfahren nach
dem aktuellen Stand der Technik die präziseste kommerziell erhältliche Lokalisierungsmethode
für fluoreszierende Moleküle dar.
[0008] Die Druckschrift
WO 2015/097000 A1 offenbart weiter, dass aus den Ortsdaten der einzelnen Moleküle ein (hochaufgelöstes)
Abbild der Verteilung der Moleküle in der Probe gewonnen werden kann ("MINFLUX Imaging").
Dieses Verfahren entspricht den aus der STORM- und PALM-Mikroskopie allgemein bekannten
Vorgehen zur Erzeugung hochaufgelöster Bilder aus einer Vielzahl von Ortsbestimmungen
einzelner fluoreszenter Moleküle, resultiert im Falle der MINFLUX-Mikroskopie allerdings
in einer nochmals gesteigerten räumlichen Auflösung der Bilder von 5 nm.
[0009] In der
DE 10 2017 104 736 B3 ist eine Variante des MINFLUX-Verfahrens beschrieben, bei der das Abtasten der vereinzelt
vorliegenden Fluoreszenzfarbstoffmoleküle nicht durch Beleuchten mit einer ein lokales
Intensitätsminimum aufweisenden Intensitätsverteilung von Anregungslicht, sondern
mit zwei im Wesentlichen komplementären Intensitätsverteilungen eines Anregungs- und
eines Fluoreszenzverhinderungslichts erfolgt. Dabei weist die Intensitätsverteilung
des Anregungslichts ein lokales Intensitätsmaximum auf, während die Intensitätsverteilung
des Fluoreszenzverhinderungslichts an derselben Stelle ein lokales Intensitätsminimum
aufweist. Bei dem Fluoreszenzverhinderungslicht kann es sich konkret um STED-Licht
handeln, das in den Randbereichen der Intensitätsverteilung des Anregungslichts angeregte
Fluoreszenzfarbstoffmoleküle durch Auslösen stimulierter Emission an der Aussendung
von Fluoreszenzphotonen hindert. Bei dieser Ausführungsform des Verfahrens werden
also das Anregungslicht und das Fluoreszenzverhinderungslicht mit solchen Intensitätsverteilungen
überlagert, wie dies auch bei der RESOLFT- und der STED-Mikroskopie geschieht. Bei
dieser Variante des MINFLUX-Verfahrens wird ausgenutzt, dass die Intensität des Fluoreszenzlichts,
die für das jeweilige Fluoreszenzfarbstoffmolekül registriert wird, von dessen Abstand
zu dem lokalen Intensitätsminimum des Fluoreszenzverhinderungslichts abhängt, und
dass dessen Position mit hoher Genauigkeit aus den für mehrere Positionen des Intensitätsminimums
des Fluoreszenzverhinderungslichts registrierten Intensitäten des Fluoreszenzlichts
bestimmt werden kann. Auch bei dieser Variante des MINFLUX-Verfahrens kann das lokale
Intensitätsminimum an wenigen Positionen in der Probe positioniert werden und die
Auswertung der Intensitäten des registrierten Fluoreszenzlichts nach denselben Prinzipien
erfolgen wie bei der MINFLUX-Mikroskopie. Als Unterschied verbleibt jedoch, dass bei
der MINFLUX-Mikroskopie die Intensität des Fluoreszenzlichts von dem Fluoreszenzmarker
mit zunehmendem Abstand seiner Position zu der Position des lokalen Intensitätsminimums
zunimmt, während sie bei der Ausführungsform des Verfahrens, bei dem das weitere Licht
Fluoreszenzverhinderungslicht ist, mit zunehmendem Abstand abnimmt.
[0010] Aus der STORM- und der PALM-Mikroskopie ist das Problem bekannt, dass sich die abzubildende
Probe während der Datenaufnahme relativ zum Mikroskopsystem bewegt, was die Lokalisationsgenauigkeit
kompromittiert. Bei der Bildrekonstruktion führt dies zu einer Bewegungsunschärfe
und zu verwaschen wirkenden Bildern. Entsprechend der erhöhten Lokalisierungsgenauigkeit
gilt diese Problematik bei der Lokalisierung von Molekülen nach dem MINFLUX-Verfahren
in verstärktem Maße. Akzeptable Relativbewegungen zwischen der Probe und dem Mikroskopsystem
liegen hier im Bereich von 1 nm oder darunter.
[0011] Aus dem Stand der Technik, insbesondere zur STORM- und PALM-Mikroskopie, sind verschiedene
Ansätze zur Probenstabilisierung bekannt, wobei entweder eine Nachregelung der Probenposition
während der Dauer des Datenaufnahme oder eine nachträgliche Korrektur der Bilddaten
vorgeschlagen wird.
[0012] Aus der
DE 199 59 228 A1 ist ein Laserscanningmikroskop mit einem Temperatursensor bekannt, bei dem die Fokuslage
um einen aus einer Kalibrationskurve für die jeweils aktuelle Temperatur ermittelten
Korrekturwert nachgeführt wird. Dieses Verfahren ist allerdings auf die Korrektur
von thermischen Drifts in axialer Richtung, d.h. der Fokussierung, beschränkt.
[0013] In der
EP 1 548 485 A1 wird ein Verfahren und ein dieses Verfahren ausführendes Mikroskop vorgeschlagen,
bei dem Bilder eines vorzugsweise unbeweglichen Objekts zu unterschiedlichen Zeitpunkten
aufgenommen werden, wobei zur Berechnung der Drift zwischen den Bildaufnahmen ein
Bewegungsschätzer verwendet wird, bei dem die Drifterkennung über den Vergleich von
korrespondierenden Blöcken (und ggf. Unterblöcken) der Bilder erfolgt. Die für die
Blöcke einzeln ermittelten Drifts können anschließend zu einer Gesamtdrift verrechnet
werden. Die eigentliche Korrektur kann entweder durch nachträgliche Bearbeitung der
Bilddaten oder durch Nachführung der Strahl- oder Probenlage während der Bildaufnahme
erfolgen.
[0014] R. McGorty, D. Kamiyama, B. Huang, "Active microscope stabilization in three dimensions
using image correlation", Optical Nanoscopy 2 (1), 3 (2013) offenbart ein Verfahren, bei dem die Drift der Probe durch Nachführen eines Piezo-getriebenen
Probentisches bis auf 10 nm in x- und y-Richtung und 20 nm in z-Richtung kompensiert
wird. Dabei wird die Probendrift durch Kreuzkorrelation von Durchlichtbildern der
Probe mit einem Referenz-Durchlichtbild bestimmt, wobei die Drift in x- und y-Richtung
aus der Lage des Maximums der Kreuzkorrelation und die Drift in z-Richtung aus dessen
Amplitude bestimmt werden. Zur Aufnahme der Durchlichtbilder wird die Probe mit Infrarotlicht
durchleuchtet, das die Fluoreszenzbildgebung nicht beeinflusst.
[0016] Aus C. Geisler et al., "Drift estimation for single marker switching based imaging
schemes", Optics Express 20, 7274 (2012) ist ein ebenfalls auf der Korrelation von mehreren Kamera(roh-)bildern beruhendes
Verfahren zur Driftkorrektur in der STORM-/ PALM-Mikroskopie bekannt, bei dem allerdings
die Probendrift als Funktion der Zeit durch paarweise Korrelation aller Kamera(roh-)
bilder, nicht nur durch Korrelation mit einem einzigen Referenzbild, bestimmt wird.
Ohne dass sonstige Annahmen über die Ursache oder die Art des Drifts gemacht werden
müssen oder dass die Datenaufnahme modifiziert werden muss, kann die Genauigkeit bei
der Einzelmolekül-Lokalisierung erheblich verbessert werden.
[0017] Wenngleich einige der genannten Verfahren auch bei kurzfristigen, transienten Störungen
angewendet werden können, wie sie beispielsweise durch Gebäudeschwingungen, Schall
oder durch Luftströmungen verursacht werden, konzentrieren sich die Offenbarungen
schwerpunktmäßig auf die Korrektur langsamer Driftphänomene.
[0018] Die Patentveröffentlichung
EP 1 258 767 A1 beschreibt ein Verfahren zur Kompensation von Abbildungsfehlern bei der Lichtmikroskopie,
die durch Relativbewegungen zwischen der Probe und dem Objektiv auftreten. Solche
Störungen werden durch Sensoren erfasst und es werden z.B. Stellmotoren angesteuert,
um die erfassten Störungen durch eine Gegenbewegung zu kompensieren.
Aufgabe der Erfindung
[0019] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und ein zugehöriges Laserscanningmikroskop
anzugeben, mit dem eine hohe Lokalisationsgenauigkeit auch dann erreicht wird, wenn
bei der Datenaufnahme nach der MINFLUX-Methode auftretende Störeinflüsse nicht vermieden
werden können. Dabei sollen insbesondere kurzfristige/transiente Störeinflüsse adressiert
werden.
Lösung
[0020] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren nach dem unabhängigen Anspruch
1, ein Verfahren nach dem unabhängigen Anspruch 6 sowie ein eines dieser Verfahren
ausführendes Laserscanningmikroskop mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
14 oder 15 gelöst. Die abhängigen Ansprüche 2 bis 5 sowie 7 bis 13 betreffen bevorzugte
Ausführungsformen der Verfahren.
[0021] Der Begriff Laserscanningmikroskop wird hier in seiner breiten Bedeutung verstanden,
d.h. von dem Begriff Laserscanningmikroskop sind hier neben Mikroskopen, bei denen
das Abtasten des Bildfelds durch eine Strahlablenkeinheit bewirkt wird, auch solche
Mikroskope erfasst, bei denen die Abtastung der Probe beispielsweise mittels Verschieben
eines Probentischs oder mittels Verschieben des Objektivs bewirkt wird.
[0022] Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis der Anmelderin, dass neben niederfrequenten
Störungen, die mit aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren unterdrückt oder
kompensiert werden können, hochfrequente Störungen häufig kurzfristig auftreten, d.h.
vorübergehend sind. Hierbei heißt kurzfristig, dass die Störungen Zeiträume umfassen,
die klein sind im Vergleich zur Dauer einer Bildaufnahme nach dem im Folgenden beschriebenen
MINFLUX-Verfahren; die Zeiträume können auch klein sein im Vergleich zur Dauer einer
Lokalisierung eines einzelnen, an eine Struktur in einer Probe gekoppelten Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
sein. Ein Aspekt der Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass auch Messwerte, die
unter schädlichem Störungseinfluss erhalten wurden, trotzdem für eine Lokalisierung
und/oder für eine Bilderzeugung, insbesondere aber auch mit Bezug auf die Verfolgung
von Bewegungen von an eine Struktur in einer Probe gekoppelten Fluoreszenzfarbstoffmolekülen
relevante Information enthalten können.
[0023] Beide Verfahren zur Bestimmung von Orten einzelner an eine Struktur in einer Probe
gekoppelter Fluoreszenzfarbstoffmoleküle umfassen dabei die aus dem Stand der Technik
bekannten Verfahrensschritte i) sequenzielles Beleuchten eines einzelnen, räumlich
isolierten Fluoreszenzfarbstoffmoleküls mit einer ein lokales Intensitätsminimum aufweisenden
Intensitätsverteilung eines Anregungslichts oder mit einer Intensitätsverteilung des
Anregungslichts und einer zur Intensitätsverteilung des Anregungslichts im Wesentlichen
komplementären, ein lokales Intensitätsminimum aufweisenden Intensitätsverteilung
von Fluoreszenzverhinderungslicht an einer Abfolge von unterschiedlichen Abtastpositionen
des lokalen Intensitätsminimums zur Anregung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls zur
Abgabe von Fluoreszenzlicht, ii) Detektieren der Anzahl von Fluoreszenzphotonen des
Fluoreszenzlichts und Zuordnen der Anzahl der Fluoreszenzphotonen zu der jeweiligen
Abtastposition bei jedem Schritt der Abfolge; iii) Bestimmen des Orts des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
aus der Menge von einander zugeordneten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen
mit einer Genauigkeit unterhalb einer Abmessung eines beugungsbegrenzten Volumens
in einer Raumrichtung.
[0024] Das erste erfindungsgemäße Verfahren unterscheidet sich vom Stand der Technik dadurch,
dass während des Beleuchtens der Probe die Größe einer Störung bestimmt wird und dass
jedem Element der Menge von einander zugeordneten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen
und Abtastpositionen ein Gewichtungsfaktor zugeordnet wird, dessen Wert sich aus der
Größe der Störung während des Detektierens der Fluoreszenzphotonen an der jeweiligen
Abtastposition bestimmt, und dass bei der Bestimmung des Orts des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
die Elemente der Menge von einander zugeordneten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen
und Abtastpositionen entsprechend ihrem Gewichtungsfaktor berücksichtigt werden.
[0025] Das zweite erfindungsgemäße Verfahren, dem derselbe Grundgedanke zugrunde liegt wie
dem ersten, unterscheidet sich vom Stand der Technik dadurch, dass während des Beleuchtens
der Probe die Größe einer Störung bestimmt wird und dass das Beleuchten des Farbstoffmoleküls
an der Abfolge von Abtastpositionen und das Detektieren der Fluoreszenzphotonen unterbrochen
wird, wenn die Größe der Störung einen ersten Grenzwert überschreitet.
[0026] Ein erfindungsgemäßes Laserscanningmikroskop weist zumindest Folgendes auf: i) eine
Laserlichtquelle zur Bereitstellung von Anregungslicht, ii) optional eine Laserlichtquelle
zur Bereitstellung von Fluoreszenzverhinderungslicht, iii) ein Phasenmodulationselement
in einem Strahlengang des Anregungslichts oder in einem Strahlengang des Fluoreszenzverhinderungslichts;
iv) ein Objektiv, das das Anregungslicht in eine Probe fokussiert und Fluoreszenzlicht
aus der Probe empfängt; v) eine Strahlablenkeinrichtung und vi) einen Detektor für
aus der Probe empfangenes Fluoreszenzlicht. Es unterscheidet sich vom Stand der Technik
dadurch, dass es eine Messeinrichtung zur Erfassung einer Störung aufweist und dass
es dazu ausgebildet ist, das erfindungsgemäße Verfahren auszuführen.
Beschreibung der Erfindung
[0027] Bei dem erfindungsmäßen Verfahren handelt es sich um ein Verfahren zur hochgenauen
Bestimmung von Orten einzelner an eine Struktur in einer Probe gekoppelter Fluoreszenzfarbstoffmoleküle,
das auf dem aus dem Stand der Technik bekannten MINFLUX-Verfahren basiert, dieses
aber dahingehend verbessert, dass während der Datenaufnahme auftretende Störungen
erfasst und bei der Lokalisierung der Fluoreszenzfarbstoffmoleküle berücksichtigt
werden.
[0028] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein einzelnes, räumlich isoliertes
Fluoreszenzfarbstoffmolekül mit einer ein lokales Intensitätsminimum aufweisenden
Intensitätsverteilung eines Anregungslichts oder mit einer Intensitätsverteilung des
Anregungslichts und einer zur Intensitätsverteilung des Anregungslichts im Wesentlichen
komplementären, ein lokales Intensitätsminimum aufweisenden Intensitätsverteilung
eines Fluoreszenzverhinderungslichts beleuchtet und zur Abgabe von Fluoreszenzlicht
angeregt. Die Beleuchtung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls erfolgt sequenziell an
einer Abfolge von unterschiedlichen Abtastpositionen des lokalen Intensitätsminimums,
die um den Ort des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls angeordnet sind und deren Abstand
vom Ort des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls im Regelfall in der Größenordnung der optischen
Beugungsgrenze oder darunter liegt, also im Bereich von 250 nm oder weniger.
[0029] Zur Festlegung der Abtastpositionen ist dabei eine ungefähre Kenntnis des Ortes des
Fluoreszenzfarbstoffmoleküls bereits vorab nötig. Diese Information kann beispielsweise
durch vorherige Aufnahme eines (grob aufgelösten) konfokalen Bildes oder eines mit
einer Kamera aufgenommenen Epifluoreszenzbildes der Probe oder des interessierenden
Bereichs der Probe erhalten werden. Alternativ kann die Probe auch mit der Intensitätsverteilung
des Anregungslichts abgetastet werden, bis das Fluoreszenzlicht eines Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
detektiert wird. Die aktuelle Abtastposition kann dann zur Festlegung der Abfolge
von Abtastpositionen des Intensitätsminimums genutzt werden.
[0030] Aus praktischen Erwägungen wird die ein lokales Intensitätsminimum aufweisende Intensitätsverteilung
des Anregungslichts oder die ein lokales Intensitätsminimum aufweisende Intensitätsverteilung
des Fluoreszenzverhinderungslichts an den unterschiedlichen Abtastpositionen meist
die gleiche Form aufweisen, was allerdings nicht zwingend ist; vielmehr kann das Beleuchten
an den unterschiedlichen Abtastpositionen auch mit verschiedenen Formen der Intensitätsverteilung
und insbesondere mit unterschiedlicher Stärke erfolgen. Wichtig ist lediglich, dass
die Intensitätsverteilung des Anregungslichts oder des Fluoreszenzverhinderungslichts
ein lokales Intensitätsminimum aufweist, wobei das lokale Minimum punktförmig, linienförmig
oder als Fläche ausgebildet sein kann. Derartige Intensitätsverteilungen sind durch
Phasenmodulation der Wellenfront des Lichts erzeugbar und sind aus dem Stand der Technik
umfassend bekannt.
[0031] Bei jedem Beleuchtungsschritt der Abfolge von Abtastpositionen des lokalen Intensitätsminimums
wird das von dem Farbstoffmolekül abgegebene Fluoreszenzlicht detektiert und die Anzahl
von Fluoreszenzphotonen der jeweiligen Abtastposition zugeordnet. Optional können
den Wertepaaren auch Zeitstempel hinzugefügt werden, über die zu einem späteren Zeitpunkt
eine Zuordnung von unabhängig erhobenen Messungen einer Störung erfolgen kann, wie
weiter unten erläutert wird. In Abhängigkeit von der Emissionsrate der Fluoreszenzphotonen
und der Anzahl von Photonen, die einzelne Moleküle des Fluoreszenzfarbstoffs durchschnittlich
abgeben, bevor sie bleichen oder in einen Dunkelzustand übergehen, kann es sinnvoll
sein, die Beleuchtung des Farbstoffmoleküls an der oder an einer neuen Abfolge von
Abtastpositionen zu wiederholen. Besonders vorteilhaft ist es, die Abtastpositionen
auf der Basis einer ersten oder einer vorangegangenen Ortsbestimmung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
gemäß dem unten erläuterten Schema zu aktualisieren und die Abtastpositionen dichter
um den Ort des Farbstoffmoleküls anzuordnen. Auch eine Anpassung, insbesondere eine
Erhöhung der Gesamtintensität der ein lokales Intensitätsminimum aufweisenden Intensitätsverteilung
kann die Genauigkeit der Ortsbestimmung verbessern. Die Abfolge von Abtastpositionen
kann jeweils vollständig vor Beginn des Beleuchtens an den Abtastpositionen festgelegt
werden, beispielsweise auf die Eckpunkte eines um den angenommen Ort des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
zentrierten Polygons (für eine zweidimensionale Ortsbestimmung) oder auf die Eckpunkte
eines um den angenommen Ort des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls zentrierten Polyeders
(für eine dreidimensionale Ortsbestimmung) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls. Alternativ
kann die Abfolge von Abtastpositionen auch dynamisch, d.h. zwischen aufeinander folgenden
Abtastpositionen der Abfolge unter Berücksichtigung der an den vorhergehenden Abtastpositionen
detektierten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen angepasst werden.
[0032] Erfindungsgemäß wird während des Detektierens des Fluoreszenzlichts an den Abtastpositionen
eine Störung erfasst. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird jedem
Wertepaar der Menge von einander zugeordneten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen und
Abtastpositionen ein Gewichtungsfaktor zugeordnet, dessen Wert sich aus der Größe
der Störung während des Detektierens der Fluoreszenzphotonen an der jeweiligen Abtastposition
bestimmt.
[0033] Die Messung der Störung und die Bestimmung der Gewichtungsfaktoren kann dabei mit
dem Detektieren der Fluoreszenzphotonen synchronisiert erfolgen, so dass der Zeitpunkt
bzw. das Zeitintervall der Störungsmessung und der entsprechenden Fluoreszenzdetektion
übereinstimmen. Alternativ kann die Störung kontinuierlich erfasst und der Wert der
Störung in regelmäßigen Intervallen gespeichert werden. Durch zeitliche Korrelation
kann so im Nachhinein jedem Element der Menge von einander zugeordneten Anzahlen von
Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen des lokalen Intensitätsminimums ein Gewichtungsfaktor
zugeordnet werden. In diesem Fall ist die Störungsmessung auch mit einer unabhängig
arbeitenden Messeinrichtung durchführbar.
[0035] Für die erfindungsmäße Ortsbestimmung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls können prinzipiell
die aus dem Stand der Technik bekannten Berechnungsverfahren angewendet werden; sie
müssen jedoch so modifiziert werden, dass die Wertepaare aus einander zugeordneten
Anzahlen von Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen entsprechend ihrer Gewichtungsfaktoren
unterschiedlich stark, beispielsweise multiplikativ, in die Berechnung eingehen. Die
Gewichtungsfaktoren können auch den Wert null annehmen, um so das jeweilige Wertepaar
aus der Anzahl von Fluoreszenzphotonen und der zugehörigen Abtastposition bei der
Ortsbestimmung unberücksichtigt zu lassen. Alternativ können andere, auch nichtlineare
funktionale Abhängigkeiten von den Gewichtungsfaktoren realisiert werden. Es können
auch Werteintervalle für den Gewichtungsfaktor gebildet werden, wobei alle Wertepaare
aus der Anzahl von Fluoreszenzphotonen und der zugehörigen Abtastposition, deren Gewichtungsfaktoren
im gleichen Werteintervall liegen, mit dem gleichem Gewicht in die Ortsbestimmung
eingehen. Dieses Vorgehen entspricht einer Diskretisierung der Gewichtungsfaktoren.
Im Extremfall stellen die diskretisierten Gewichtungsfaktoren nur noch binäre Werte
bzw. Wahrheitswerte dar, die anzeigen, ob während des Detektierens der Fluoreszenzphotonen
eine Störung vorgelegen hat bzw. ob die Störung einen Grenzwert überschritten hat.
[0036] Die Gewichtungsfaktoren können auch herangezogen werden, um für die Abtastpositionen
Fehlergrenzen bzw. Konfidenzintervalle zu berechnen. Durch die Anwendung einer Fehlerfortpflanzungsrechnung,
beispielsweise nach ISO/IEC Guide 98-3:2008:
Uncertainty of measurement - Part 3: Guide to the expression of uncertainty in measurement. ISO, Genf 2008, ISBN 92-67-10188-9, bei der Ortsberechnung kann so ein (fundierteres)
Konfidenzintervall für den berechneten Ort des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls abgeleitet
werden.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
das Beleuchten des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls und das Detektieren der Fluoreszenzphotonen
unterbrochen, wenn die parallel erfasste Störung einen ersten Grenzwert überschreitet.
Die Messung kann dabei endgültig abgebrochen oder bei Unterschreiten eines zweiten
Grenzwertes wieder aufgenommen werden. Der zweite Grenzwert kann dabei identisch mit
dem ersten Grenzwert gewählt werden; allerdings ist es vorteilhaft, den zweiten Grenzwert
(geringfügig) kleiner als den ersten Grenzwert zu wählen, so dass zwischen Unterbrechen
und Wiederaufnahme der Messung eine Hysterese besteht und keine schnellen Unterbrechungs-
und Wiederaufnahmezyklen auftreten. Um ein Einfrieren der Datenaufnahme zu vermeiden
wird dabei bevorzugt eine Zeitbegrenzung festgelegt, nach deren Ablauf die Messung
abgebrochen wird, wenn der Wert der Störung den zweiten Grenzwert noch nicht (wieder)
unterschritten hat. Erfindungsgemäß kann der Ort eines einzelnen Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
mehrfach hintereinander bestimmt werden, so dass sich der Ort als Funktion der Zeit
angeben lässt ("Tracking"). Aus derartigen Datenreihen lassen sich Trajektorien einzelner
Farbstoffmoleküle in einer Probe und speziell innerhalb einer biologischen Zelle erstellen
und grafisch darstellen. Mit Hilfe dieser Trajektorien lassen sich beispielsweise
Diffusionsphänomene und molekulare Wechselwirkungen mit hoher räumlicher Auflösung
studieren. Für diese Anwendung eignet sich insbesondere die eingangs dargestellte
Ausführungsform des Verfahrens, bei der den einander zugeordneten Anzahlen von Fluoreszenzphotonen
und Abtastpositionen Gewichtungsfaktoren zugeordnet werden, die Datenaufnahme aber
durchgängig erfolgt. Ein Unterbrechen der Datenaufnahme bei Überschreiten eines Grenzwerts
der Störung ist für Tracking-Anwendungen weniger geeignet, da die Gefahr besteht,
dass sich das Fluoreszenzmolekül während der Unterbrechungsphasen aus dem Bereich
der Abtastpositionen bewegt und sich zu einem späteren Zeitpunkt (nach Abklingen der
Störung) außerhalb der Abtastpositionen befindet, so dass es nicht mehr lokalisiert
werden kann.
[0038] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch eingesetzt werden, um die Orte mehrerer
unterschiedlicher Farbstoffmoleküle zu bestimmen. Wie aus dem Stand der Technik zur
PALM- und STORM-Mikroskopie bekannt ist, kann ein räumlich hochaufgelöstes Abbild
der mit dem Fluoreszenzfarbstoff markierten Struktur in der Probe generiert werden,
indem die aus der Ortsbestimmung resultierenden Koordinaten beispielsweise in Form
eines zweidimensionalen Histogramms oder einer ähnlichen Repräsentation dargestellt
werden.
[0039] Insoweit Fluoreszenzfarbstoffmoleküle räumlich vereinzelt, also im Abstand von mehr
als einer Beugungsgrenze vorliegen, kann die Ortsbestimmung auch an mehreren Fluoreszenzfarbstoffmolekülen
gleichzeitig oder quasi-gleichzeitig durchgeführt werden, vorausgesetzt, es stehen
Mittel zum gleichzeitigen, aber voneinander unabhängigen Beleuchten und Detektieren
von Fluoreszenzphotonen mehrerer Fluoreszenzfarbstoffmoleküle bereit. Räumlich vereinzelt
vorliegende Fluoreszenzfarbstoffmoleküle können beispielsweise durch Verwendung einer
entsprechend hohen Verdünnung des Farbstoffs bei der Markierung der Probe erreicht
werden. Um eine hochaufgelöste, räumlich möglichst kontinuierliche Abbildung der Struktur
generieren zu können ist es allerdings erforderlich, dass die Struktur mit vielen,
in großer Dichte angeordneten Fluoreszenzfarbstoffmolekülen markiert ist und dass
die Orte eines hinreichend großen Teils dieser Fluoreszenzfarbstoffmoleküle bestimmt
werden. Hierzu sind typischerweise Ortsbestimmungen von mehreren Tausend Fluoreszenzfarbstoffmolekülen
erforderlich. Die hohe Markierungsdichte mit Fluoreszenzfarbstoffmolekülen bedingt
allerdings, dass immer nur ein kleiner Anteil der Farbstoffmoleküle in einem fluoreszenten
Zustand vorliegen darf, um die Anforderung, dass fluoreszente Moleküle einzeln und
räumlich isoliert vorliegen, erfüllen zu können. In üblichen Ausführungsformen des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird man daher auf fotoschaltbare Fluoreszenzfarbstoffe
zurückgreifen, wie sie auch aus der PALM-/STORM-Mikroskopie bekannt sind. Fotoschaltbare
Fluoreszenzfarbstoffe weisen einen fluoreszenten Zustand auf, in dem der Farbstoff
mit Anregungslicht geeigneter Wellenlänge zur Abgabe einer Fluoreszenz angeregt werden
kann, und weisen weiterhin einen Dunkelzustand auf, in dem der Farbstoff mit dem Anregungslicht
nicht zur Abgabe der Fluoreszenz angeregt werden kann. Dabei lässt sich der Farbstoff
zumindest einmal fotoaktivieren, d.h. aus dem Dunkelzustand in den fluoreszenten Zustand
überführen. Die Fotoaktivierung erfolgt oft lichtinduziert, d.h. durch Beleuchtung
mit Fotoaktivierungslicht geeigneter Wellenlänge (meist im blau-violetten Spektralbereich),
kann aber auch spontan erfolgen. Je nach Art des Fluoreszenzfarbstoffs kann die Fotoaktivierung
auch reversibel sein, d.h. es können mehrere Aktivierungs-Deaktivierungsschaltzyklen
durchlaufen werden, wobei auch die Fotodeaktivierung lichtinduziert oder spontan erfolgen
kann. Ein typischer Schaltmechanismus ist der (reversible) Übergang aus dem fluoreszenten
Zustand in einen transienten Dunkelzustand, beispielsweise einen Triplettzustand.
Die Schaltkinetiken dieser Übergänge können unter anderem über die Lösungsmittelzusammensetzung,
durch Zusatz von Redox-Reagenzien und/oder durch Kontrolle der Sauerstoffkonzentration
in der Probe an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden.
[0040] Ein erfindungsgemäßes Laserscanningmikroskop umfasst eine Anregungslichtquelle zur
Bereitstellung von Anregungslicht und optional eine Lichtquelle zur Bereitstellung
von Fluoreszenzverhinderungslicht, ein Phasenmodulationselement in einem Strahlengang
des Anregungslichts oder des Fluoreszenzverhinderungslichts, ein Objektiv, das das
Anregungslicht und ggf. das Fluoreszenzverhinderungslicht in eine Probe fokussiert
und Fluoreszenzlicht aus der Probe empfängt, eine Strahlablenkeinrichtung, einen Detektor
für aus der Probe empfangenes Fluoreszenzlicht und eine Messeinrichtung zur Erfassung
einer Störung, wobei das Laserscanningmikroskop dazu ausgebildet ist, das erfindungsgemäße
Verfahren auszuführen. Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßes Laserscanningmikroskops
sind insbesondere den Figuren 6 bis 10 zu entnehmen.
[0041] Störungen, durch die Ortsbestimmungsverfahren für Einzelmoleküle oft beeinflusst
werden, umfassen neben Temperaturschwankungen insbesondere vom Gebäude auf das Mikroskop
übertragene Vibrationen und Schwingungen sowie in vielen Fällen auch von Lüftungsanlagen
verursachte Luftströmungen. Gerade bei höchstauflösenden Verfahren sind oft auch Schall
und sogar Sprechen Quelle für Störungen. Weiterhin können neben langsamen, meist durch
unzureichende Klimatechnik verursachte Temperaturschwankungen auch schnellere Temperaturfluktuationen
auftreten, beispielsweise beim Öffnen von Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen.
Zur (quantitativen) Erfassung derartiger Störungen steht eine Vielzahl handelsüblicher
Sensoren zur Verfügung. Von besonderem Interesse für das erfindungsgemäße Verfahren
und das das erfindungsgemäße Verfahren ausführende Laserscanningmikroskop sind folglich
vor allem Erschütterungssensoren, Beschleunigungssensoren, optische, kapazitive oder
induktive Abstandssensoren, Positionssensoren, Mikrofone, Drucksensoren, Strömungssensoren
und Temperatursensoren. Viele dieser Sensoren sind in miniaturisierter Form, mit hoher
Sensitivität und oft sogar zu geringen Kosten kommerziell erhältlich und können direkt
in ein erfindungsgemäßes Laserscanningmikroskop integriert und von der Steuerung des
Laserscanningmikroskops ausgelesen werden. Durch die Integration des Sensors in das
Laserscanningmikroskop ist eine Synchronisierung des Beleuchtens und des Detektierens
der Fluoreszenzphotonen mit der Messung der Störung einfach realisierbar.
[0042] Störungen können aber auch unabhängig vom Beleuchten des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
und vom Detektieren der Fluoreszenzphotonen erfasst werden, beispielsweise mit einem
Sensor, dessen Messwerte mit einem Datenlogger kontinuierlich erfasst und aufgezeichnet
werden. In diesem Fall ist es erforderlich, dass sowohl die Elemente der Menge einander
zugeordneter Anzahlen von Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen einerseits und
die gemessenen Werte der Störung andererseits mit Zeitstempeln versehen werden, so
dass eine Zuordnung beider Messungen zueinander im Nachhinein möglich ist.
[0043] Die Erfassung der Störung kann auch in einen Strahlengang des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops
integriert sein. Hierzu kann aus dem Strahlengang des Anregungslichts und/oder des
Fluoreszenzverhinderungslichts ein geringer Teil des Anregungslichts und/oder des
Fluoreszenzlichts ausgekoppelt und auf einen Lichtdetektor gerichtet werden. Unter
dem Einfluss von Störungen ändert sich nicht nur die Lage des fokussierten Anregungslichts
und ggf. des fokussierten Fluoreszenzverhinderungslichts in der Probe, sondern auch
die Lage des ausgekoppelten Teils des Anregungslichts und/oder des ausgekoppelten
auf dem Lichtdetektor. Um diese (geringfügigen) Lageänderungen zu erfassen, kann der
Lichtdetektor als positionssensitiver Detektor (PSD) oder als segmentierter Detektor,
insbesondere auch in Form einer Kamera, ausgeführt sein. Eine besonders hohe Empfindlichkeit
kann erreicht werden, wenn vor dem Lichtdetektor ein Interferometer angeordnet wird,
das bereits geringste Störungen, insbesondere Vibrationen oder Luftströmungen, in
leicht detektierbare Helligkeitsschwankungen übersetzt. Eine nochmals gesteigerte
Empfindlichkeit kann erzielt werden, wenn das Interferenzmuster mit einem räumlich
auflösenden Detektor, speziell einer Kamera, aufgenommen und das Interferenzmuster
durch eine Bildverarbeitung auf Änderungen untersucht wird. Auf diese Weise können
auch Störungen der Strahllage erfasst werden, die weit unterhalb der Wellenlänge des
Lichts liegen.
[0044] Anstatt einen kleinen Teil des Anregungslichts und/oder des Fluoreszenzverhinderungslichts
aus dem Strahlengang auszukoppeln, ist es alternativ möglich, einen separaten, von
einer Hilfslichtquelle bereitgestellten Messlichtstrahl zu verwenden. Dabei ist es
vorteilhaft, die Wellenlänge des Hilfslichts so zu wählen, dass sie spektral außerhalb
des Anregungs- und Emissionsbereichs des Fluoreszenzfarbstoffs liegt, beispielsweise
im infraroten Spektralbereich. Bei Verwendung eines von einer Hilfslichtquelle bereitgestellten
Messlichtstrahls ist sicherzustellen, dass er in ähnlicher Weise von der zu erfassenden
Störung beeinflusst wird wie der Anregungslichtstrahl und/oder der Fluoreszenzverhinderungslichtstrahl,
zumindest aber eine signifikante Aussage über die Größe der Störung des Anregungslichtstrahls
und/oder des Fluoreszenzverhinderungslichtstrahls ermöglicht. Wahlweise kann der von
der Hilfslichtquelle bereitgestellte Messlichtstrahl hierzu in den Strahlengang des
Anregungslichts und/oder des Fluoreszenzverhinderungslichts eingekoppelt werden derart,
dass der Messlichtstrahl zumindest entlang eines Abschnitts des Strahlengangs zusammen
mit dem Strahl des Anregungslichts und/oder des Fluoreszenzverhinderungslichts verläuft.
Es ist aber auch möglich, den Messlichtstrahl unabhängig vom Anregungslichtstrahl
und/oder dem Fluoreszenzverhinderungslichtstrahl zu führen, solange er von Störungen
in ähnlicher Weise beeinflusst wird wie der Anregungslichtstrahl und/oder der Fluoreszenzverhinderungslichtstrahl,
beispielsweise infolge einer mechanischen Kopplung der strahlführenden Elemente beider
Strahlengänge.
[0045] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung können auch zwei oder mehr an
unterschiedlichen Stellen positionierte Sensoren vorgesehen sein, um räumlich variierende
Störungen wie beispielsweise Luftströmungen genauer zu erfassen. Die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung kann auch so ausgebildet sein, dass mehrere Störungsarten
gleichzeitig erfasst werden, beispielsweise Vibrationen, Luftströmungen und Geräusche.
Hierzu kann die Messeinrichtung eine Kombination unterschiedlicher der genannten Sensoren
aufweisen. Werden mehrere Störungsarten gleichzeitig erfasst, kann der Gewichtungsfaktor
aus den Werten aller Störungen berechnet oder aus der jeweils stärksten Störung abgeleitet
werden. Alternativ kann das Beleuchten des Fluoreszenzmoleküls unterbrochen werden,
solange der Wert einer der Störungen über einem für diese Störung festgelegten Grenzwert
liegt.
[0046] In weiteren vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Messeinrichtung zur Erfassung der Störung eingerichtet ist, ein Signal mittelbar
oder unmittelbar an eine Anzeigeeinrichtung zu senden; auf der Anzeigeeinrichtung
kann eine Information über die Stärke von Störungen angezeigt werden, es kann angezeigt
werden, ob eine Messung unterbrochen oder abgebrochen wurde oder ob eine Messung planmäßig
beendet wurde. Eine solche Anzeigeeinrichtung kann bevorzugt räumlich vom Laserscanningmikroskop
entfernt platziert sein, damit Aktionen des Bedieners, der den Versuch durchführt,
wie z.B. Sprechen, die Messung nicht stören.
[0047] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann das Signal der Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung genutzt werden, um während des Beleuchtens des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
und der Detektion des Fluoreszenzlichts eine Strahllagekorrektur vorzunehmen. Hierzu
kann aus der Größe der Störung in Echtzeit ein Korrekturwert berechnet werden, um
den das Steuersignal der erfindungsgemäßen Strahlablenkvorrichtung, insbesondere der
elektrooptischen Deflektoren, korrigiert wird und so die Abtastposition des Intensitätsminimums
des Anregungslichts in der Probe an ihrer Sollposition gehalten wird. Diese Korrektur
kann vorteilhaft auch ohne eine gleichzeitige Realisierung aller anderen Merkmale
der Erfindung zur Anwendung kommen und stellt insofern eine eigene Erfindung dar.
[0048] Gemäß einer Ausführungsform des Laserscanningmikroskops umfasst die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung einen Erschütterungssensor, einen Beschleunigungssensor,
einen optischen, kapazitiven oder induktiven Abstandssensor, einen Positionssensor,
ein Mikrofon, einen Drucksensor, einen Strömungssensor, einen Temperatursensor oder
eine Kombination verschiedener solcher Sensoren.
[0049] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Laserscanningmikroskops umfasst die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung einen Messlichtstrahl und einen Lichtdetektor oder die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung ist dazu ausgebildet, einen Messlichtstrahl zu erzeugen
und weist einen Lichtdetektor auf.
[0050] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Laserscanningmikroskops umfasst die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung einen im Strahlengang des Anregungslichts angeordneten Strahlteiler,
der einen Teil des Anregungslichts aus dem Strahlengang des Anregungslichts auskoppelt
und auf den Lichtdetektor richtet.
[0051] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Laserscanningmikroskops umfasst die Messeinrichtung
zur Erfassung der Störung einen im Strahlengang des Fluoreszenzverhinderungslichts
angeordneten Strahlteiler, der einen Teil des Fluoreszenzverhinderungslichts aus dem
Strahlengang des Fluoreszenzverhinderungslichts auskoppelt und auf den Lichtdetektor
richtet.
[0052] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Laserscanningmikroskops ist der Lichtdetektor
als positionssensitiver Detektor oder als segmentierter Detektor ausgebildet.
[0053] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Laserscanningmikroskops ist vor dem Lichtdetektor
ein Interferometer angeordnet.
[0054] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibung beschriebenen Vorteile
von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft
und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend
von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Ohne dass hierdurch
der Gegenstand der beigefügten Patentansprüche verändert wird, gilt hinsichtlich des
Offenbarungsgehalts der ursprünglichen Anmeldungsunterlagen und des Patents das Folgende:
weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien
und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung
und Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher
Ausführungsformen der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche
ist ebenfalls abweichend von den gewählten Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich
und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Figuren
dargestellt sind oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können
auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können
in den Patentansprüchen aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung
entfallen.
[0055] Der in den Patentansprüchen und der Beschreibung genutzte unbestimmte Artikel "ein"
für ein Merkmal ist so zu verstehen, dass es sich hinsichtlich der Anzahl um genau
eine oder auch um mehrere Ausführungen dieses Merkmals handeln kann, ohne dass es
einer expliziten Verwendung des Adverbs "mindestens" bedarf. Die in den Patentansprüchen
angeführten Merkmale können gegebenenfalls durch weitere Merkmale ergänzt werden oder
auch die einzigen Merkmale sein, die das jeweilige Verfahren oder das Laserscanningmikroskop
aufweist.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0056]
- Fig. 1
- zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens in Form eines
Ablaufdiagramms.
- Fig. 2
- zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens in
Form eines Ablaufdiagramms.
- Fig. 3
- illustriert den zeitlichen Ablauf der Datenaufnahme gemäß der in Fig. 2 gezeigten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
- Fig. 4
- zeigt ein Datenformat 42 zur Speicherung der einander zugeordneten Anzahlen 10 von
Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen 9 mit einer Kennung 43.
- Fig. 5
- zeigt ein Datenformat 42 zur Speicherung der einander zugeordneten Anzahlen 10 von
Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen 9 mit der jeweiligen Größe der Störsignals
46 und einem Zeitstempel 12.
- Fig. 6
- zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops 24.
- Fig. 7
- zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops
24 mit mehreren Sensoren 32.
- Fig. 8
- zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops
24 mit einem in den Strahlengang 27 des Anregungslichts eingekoppelten Messlichtstrahl
40 und einem segmentiertem Detektor 36.
- Fig. 9
- zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops
24 mit einem von einer Hilfslichtquelle 39 bereitgestellten Messlichtstrahl 40 und
einem positionssensitiven Detektor 35.
- Fig. 10
- zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Laserscanningmikroskops
24 mit einem aus dem Anregungsstrahlengang 41 ausgekoppelten Messlichtstrahl 40 und
einer ein Interferometer 38 umfassenden Messeinrichtung 17.
- Fig. 11
- zeigt drei Abtastpositionen 9 aus der Abfolge 8 von Abtastschritten einer Verfahrensvariante,
bei der das Fluoreszenzfarbstoffmolekül 3 mit Anregungslicht 6 und Fluoreszenzverhinderungslicht
11 beleuchtet wird.
Beschreibung der Figuren
[0057] Fig. 1 zeigt ein Ablaufdiagramm für eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Dabei ist vorausgesetzt, dass in einer Probe 2 Fluoreszenzfarbstoffmoleküle
3 in einem fluoreszenten Zustand 22 in vereinzelter Form vorliegen, dass ein einzelnes,
räumlich isoliertes Fluoreszenzfarbstoffmolekül 3 für die Ortsbestimmung ausgewählt
wurde und dass sein ungefährer Ort 1 in der Probe 2 bekannt ist. Zur Herstellung dieser
Voraussetzungen sei auf die Erfindungsbeschreibung verwiesen. Für die Ortsbestimmung
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird im ersten Schritt eine Abfolge 8 von Abtastpositionen
9
r1,
r2,
r3, ... festgelegt, wobei die Abtastpositionen 9 um den angenommenen Ort 1 des ausgewählten
Fluoreszenzfarbstoffmoleküls 3 herum angeordnet werden. Nachfolgend wird das Fluoreszenzfarbstoffmolekül
3 mit einer ein lokales Intensitätsminimum 4 aufweisenden Intensitätsverteilung 5
von Anregungslicht 6 beleuchtet, wobei das Intensitätsminimum 4 zunächst an der ersten
Abtastposition 9
ri,
i = 1 positioniert wird. Während des Beleuchtens werden die von dem Fluoreszenzfarbstoffmolekül
3 infolge der Beleuchtung abgegebenen Fluoreszenzphotonen detektiert und der Wert
eines eine Störung anzeigenden Sensors 32 ausgelesen. Nach der Berechnung des Gewichtungsfaktors
wi aus dem Messwert des Sensors 32 werden die Anzahl
nPh,i der detektierten Fluoreszenzphotonen, die Abtastposition 9 und der Gewichtungsfaktor
als Tupel 44 der Form (
nPh,i,
ri,
wi) in einem Datenspeicher 45 gespeichert. Das Beleuchten und Detektieren der Fluoreszenzphotonen
und das Messen der Störung wird für alle weiteren Abtastpositionen 9
ri,
i = 2, 3, ... der Abfolge 8 fortgesetzt. Nach dem Abtasten aller Abtastpositionen 9
der Abfolge 8 kann die Abfolge 8 als Ganzes wiederholt werden, um das Signal-zu-Rausch-Verhältnis
zu verbessern. Nach der Datenerhebung erfolgt die Ortsbestimmung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
3 unter Berücksichtigung des jedem Datenpunkt zugeordneten Gewichtsfaktors, wobei
eine gegenüber der anfänglichen Abschätzung stark verbesserte Schätzung des Orts 1
des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls 3 resultiert. Sofern die gewünschte Genauigkeit der
Ortsbestimmung noch nicht erreicht ist, kann das Verfahren mit neu festgelegten Abtastpositionen
9 und einer ggf. erhöhten Gesamtintensität des Anregungslichts 6 wiederholt werden.
[0058] Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm für eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Wie zuvor ist dabei vorausgesetzt, dass in der Probe 2 Fluoreszenzfarbstoffmoleküle
3 in einem fluoreszenten Zustand 22 in vereinzelter Form vorliegen, dass ein einzelnes,
räumlich isoliertes Fluoreszenzfarbstoffmolekül 3 für die Ortsbestimmung ausgewählt
wurde und dass sein ungefährer Ort 1 in der Probe 2 bekannt ist. Im ersten Schritt
wird wiederum eine Abfolge 8
r1,
r2,
r3, ... von Abtastpositionen festgelegt, wobei die Abtastpositionen um den angenommenen
Ort 1 des ausgewählten Moleküls herum angeordnet werden. Das Intensitätsminimum 4
des Anregungslichts 6 wird an der ersten der zuvor festgelegten Abtastpositionen 9
ri,
i = 1 positioniert. Nun wird der Wert des eine Störung anzeigenden Sensors 32 ausgelesen.
Sofern der Wert der Störung einen ersten Grenzwert 20 übersteigt, wird die Datenaufnahme
so lange pausiert, bis der Wert der Störung einen zweiten Grenzwert 21 unterschreitet,
wobei der zweite Grenzwert 21 vorzugsweise geringfügig kleiner festgelegt ist als
der erste Grenzwert 20. Anschließend wird mit dem Beleuchten des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
3 mit Anregungslicht 6 und dem Detektieren der Fluoreszenzphotonen fortgefahren und
ein Wertepaar (
nPh,i,
ri) bestehend aus der Anzahl
nPh,i der detektierten Fluoreszenzphotonen und der Abtastposition 9
ri in einem Datenspeicher 45 gespeichert. Das Beleuchten und Detektieren der Fluoreszenzphotonen
wird für alle weiteren Abtastpositionen 9
ri,
i = 2, 3, ... der Abfolge 8 fortgesetzt, wobei vor
jedem Beleuchtungs-/ Detektionsschritt geprüft wird, ob der erste Grenzwert 20 der Störung
überschritten ist und die Datenaufnahme ggf. unterbrochen wird, bis der zweite Grenzwert
21 wieder unterschritten ist. Nach dem Abtasten aller Abtastpositionen 9 der Abfolge
8 kann die Abfolge 8 als Ganzes wiederholt werden, um das Signal-zu-Rausch-Verhältnis
zu verbessern. Nach der Datenerhebung erfolgt die Ortsbestimmung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
3, wobei eine gegenüber der anfänglichen Abschätzung stark verbesserte Schätzung des
Orts 1 des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls 3 resultiert. Sofern die gewünschte Genauigkeit
der Ortsbestimmung noch nicht erreicht ist, kann das Verfahren mit neu festgelegten
Abtastpositionen 9 und einer ggf. erhöhten Gesamtintensität des Anregungslichts wiederholt
werden.
[0059] In
Fig. 3 ist der Ablauf der Datenaufnahme bei der in Fig. 2 dargelegten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens im Detail illustriert (simulierte Daten). In der Probe
2 liegt eine mit Fluoreszenzfarbstoffmolekülen 3 angefärbte Struktur vor, wobei der
abzutastende Bereich nur ein einzelnes Farbstoffmolekül 3 im fluoreszenten Zustand
22 aufweist, während benachbarte Farbstoffmoleküle 3 in einem Dunkelzustand 23 vorliegen.
Um den angenommenen Ort 1 des fluoreszenten Moleküls 3, 22 herum ist eine Abfolge
8 von Abtastpositionen 9 festgelegt. Zunächst wird mit Hilfe einer in dieser Figur
nicht gezeigten Messeinrichtung 17 die Größe des Störsignals 46 bestimmt und das Störsignal
46 mit einem ersten Grenzwert 20 verglichen. Zu Beginn des ersten Abtastschritts #1
liegt das Störsignal 46 unterhalb des ersten Grenzwerts 20, woraufhin das Beleuchten
des Farbstoffmoleküls 3 mit der ein lokales Intensitätsminimum 4 aufweisenden Intensitätsverteilung
5 von Anregungslicht 6 an der ersten Abtastposition 9 begonnen wird und die von dem
fluoreszierenden Farbstoffmolekül 3, 22 emittierten Fluoreszenzphotonen für die Dauer
des ersten Beleuchtungsintervalls 47 detektiert werden. Die von den Fluoreszenzphotonen
hervorgerufenen Zählereignisse 31 werden für das erste Beleuchtungsintervall 47 aufsummiert
und der ersten Abtastposition 9 zugeordnet. Zu Beginn des zweiten Abtastschritts #2
liegt das Störsignal 46 weiterhin unterhalb des ersten Grenzwerts 20, woraufhin das
Intensitätsminimum 4 der Intensitätsverteilung 5 an der zweiten Abtastposition 48
positioniert und die von dem fluoreszierenden Farbstoffmolekül 3, 22 emittierten Fluoreszenzphotonen
für die Dauer des zweiten Beleuchtungsintervalls 47 detektiert werden. Die Zählereignisse
31 werden aufsummiert und der zweiten Abtastposition 48 zugeordnet. Der Vorgang wird
bis einschließlich des vierten Abtastschritts #4 fortgesetzt. Nach Ende des Abtastschritts
#4 liegt das Störsignal 46 oberhalb des ersten Grenzwerts 20, und der Beleuchtungsvorgang
wird temporär unterbrochen. Die Unterbrechung 49 wird bis zu dem Zeitpunkt 50 aufrechterhalten,
bis das Störsignal 46 den zweiten Grenzwert 21 wieder unterschritten hat. Erst danach
wird das Intensitätsminimum 4 der Intensitätsverteilung 5 an der fünften Abtastposition
51 positioniert und die von dem fluoreszierenden Farbstoffmolekül 3,22 emittierten
Fluoreszenzphotonen für die Dauer des fünften Beleuchtungsintervalls 47 detektiert.
Die aufsummierten Zählereignisse 31 werden der fünften Abtastposition 51 zugeordnet.
Zu Beginn der nachfolgenden Abtastschritte liegt das Störsignal 46 weiterhin unterhalb
des ersten Grenzwerts 20, weswegen das Beleuchten und Detektieren des Fluoreszenzlichts
wie beschrieben fortgesetzt wird. Im Verlauf des Beleuchtens des fluoreszenten Moleküls
3, 22 an der sechsten Abtastposition tritt eine weitere kurzzeitige Überschreitung
des ersten Grenzwerts 20 der Störung auf, weswegen das Beleuchten und Detektieren
der Fluoreszenzphotonen ein weiteres Mal kurzzeitig unterbrochen wird. Das Beleuchtungsintervall
kann um die Dauer dieser Unterbrechung 49 verlängert werden, um gleich lange Detektionsintervalle
sicherzustellen.
[0060] Fig. 4 zeigt ein mögliches Datenformat 42 zur Speicherung der Daten. Für jede der
Abtastpositionen 9 des lokalen Intensitätsminimums 4 enthält der Datensatz einen Eintrag
in Form eines Tupels 44 umfassend die x-Koordinate 52 und die y-Koordinate 53 des
Intensitätsminimums 4, die Anzahl 10 detektierter Fluoreszenzphotonen und eine Kennung
43 in Form eines booleschen Wahrheitswerts 18. Dabei zeigen TRUE-Werte an, dass die
Störungen während der Fluoreszenzdetektion des jeweiligen Abtastpunkts unterhalb eines
Grenzwerts lagen, und FALSE-Werte, dass die Störungen zumindest während eines Zeitpunkts
50 während der Fluoreszenzdetektion des jeweiligen Abtastpunkts oberhalb eines Grenzwertes
lagen. Das Datenformat 42 kann leicht um eine z-Koordinate ergänzt werden (nicht gezeigt),
wenn die Koordinaten in drei Dimensionen verfügbar sind. Dieses Datenformat 42 ist
insbesondere geeignet, wenn die Störungen mit einem Sensor 32 erfasst werden, dessen
Ausgabe lediglich die Überschreitung eines Grenzwerts in digitaler Form, nicht aber
die Größe der Störsignals 46 in quantitativer Form anzeigt.
[0061] Fig. 5 zeigt ein weiteres mögliches Datenformat 42 zur Speicherung der Daten. Abweichend
von dem in Fig. 4 dargestellten Datenformat 42 wird hier nicht nur ein boolescher
Wahrheitswert 18 gespeichert, der eine Überschreitung des Grenzwerts der Störung anzeigt,
sondern die Störung wird als quantitativer Wert des Störsignals 46 mitgespeichert.
Weiterhin ist jedem Tupel 44 ein Zeitstempel 12 zugeordnet, der den Zeitpunkt der
Datenaufnahme des jeweiligen Tupels 44 wiedergibt. Dieses Datenformat 42 ist vorteilhaft,
wenn die Störung quantitativ in Echtzeit erfasst werden kann, so dass die Festlegung
des Grenzwerts nicht a priori erfolgen muss, sondern auch erst im Rahmen einer nachfolgenden,
separaten Datenauswertung erfolgen kann. Dies erlaubt auch eine vergleichende Analyse
der Daten mit unterschiedlicher Grenzwertsetzung. Das Datenformat ist weiterhin geeignet,
die Ortsbestimmung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls 3 unter Berücksichtigung eines
weiteren, mit einem Sensor 32 erfassten und separat, ebenfalls mit einem Zeitstempel
gespeicherten Störsignal 46 vorzunehmen.
[0062] Fig. 6 zeigt beispielhaft und schematisch den Aufbau eines Laserscanningmikroskops 24 zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit zwei bei unterschiedlichen Emissionswellenlängen
emittierenden Fluoreszenzfarbstoffen. Zwei Laserlichtquellen 54 stellen Anregungslicht
6 unterschiedlicher Wellenlängen 55 und 56 zur Verfügung, das mit einem Strahlkoppler
58 zu einem gemeinsamen Anregungslichtstrahl 41 vereinigt wird. Der Anregungslichtstrahl
41 durchtritt nun eine Strahlablenkungseinrichtung 66, hier ausgeführt in
[0063] Form zweier nacheinander geschalteter elektrooptischer Deflektoren (EOD) 59 zur Ablenkung
des Anregungslichtstrahls 41 in der horizontalen bzw. vertikalen Richtung. Nach Durchlaufen
der EODs 59 werden die beiden Anregungswellenlängen 55, 56 noch einmal mit einem Strahlteiler
60 aufgetrennt, und ihre Wellenfronten werden mit zwei separaten Phasenmodulationselementen
26, hier in Form zweier Flüssigkristallmodulatoren 61 (
Spatial Light Modulator, SLM) so geformt, dass bei der nachfolgenden Fokussierung durch das Mikroskopobjektiv
28 eine ein lokales Intensitätsminimum 4 aufweisende Intensitätsverteilung 5 des Anregungslichts
6 in der Probe 2 resultiert. Die von den Flüssigkristallmodulatoren 61 reflektierten
Lichtstrahlen werden mit Strahleinkopplern 62 in einen Hauptstrahlengang 63 des Laserscanningmikroskops
24 eingekoppelt. Die Strahleinkoppler 62 sind vorteilhaft als schmalbandig reflektierende
dielektrische Notchfilter 64 ausgeführt, deren Reflexionsbereich möglichst wenig mit
dem Emissionsspektrum der Fluoreszenzfarbstoffe überlappt, so dass nur geringe Anteile
des im Hauptstrahlengang 63 in Gegenrichtung zum Anregungslicht 6 verlaufenden Fluoreszenzlichts
7 aus dem Hauptstrahlengang 63 ausgespiegelt werden. Das Anregungslicht 6 wird mit
einer Scanlinse 65, einem hier beispielhaft in einer Quad-Konfiguration für nur eine
Scanrichtung gezeigten Scanner 67 sowie einer Tubuslinse 68 in die rückwärtige Apertur
des Objektivs 28 gelenkt. Ein weiterer, zusammen mit dem Anregungslicht in den Hauptstrahlengang
63 eingekoppelter Lichtstrahl zur Fotoaktivierung von Fluoreszenzfarbstoffmolekülen
3 in den fluoreszenten Zustand 22 ist der Einfachheit halber in der Abbildung nicht
gezeigt. In der gezeigten Konfiguration dient der Scanner 67 einer vergleichsweise
langsamen, aber über ein großes Bildfeld möglichen Grobpositionierung des fokussierten
Anregungslichts 6 auf ein im fluoreszenten Zustand 22 befindliches Fluoreszenzfarbstoffmolekül
3 in der Probe 2, während die EODs 59 der schnellen Positionierung des Intensitätsminimums
4 an mehreren dicht um den angenommenen Ort 1 des Farbstoffmoleküls angeordneten Abtastpositionen
9 dienende Strahlablenkeinrichtung 66 ausbilden. Dabei erlauben die EODs 59 eine Positionierung
mit hoher Geschwindigkeit, allerdings mit einem auf wenige Mikrometer beschränkten
Positionierbereich. Alternativ könnte die Strahlablenkeinrichtung 66 beispielsweise
auch durch ein Faserbündel mit Lichtaustrittsenden einzelner Fasern ausgebildet sein,
die derart im Strahlengang positioniert sind, dass die einzelnen Lichtaustrittsenden
jeweils unterschiedlichen der Abtastpositionen 9 zugeordnet sind, wobei zusätzlich
eine Umschalteinrichtung vorgesehen ist, die bewirkt, dass einzelnen Fasern des Bündels
zeitlich sequenziell Licht führen. Möglich sind auch andere Ausgestaltungen der Strahlablenkeinrichtung
66; entscheidend ist lediglich, dass die Strahlablenkeinrichtung 66 eingerichtet ist,
dass benachbarte Abtastpositionen 9 sequenziell mit Anregungslicht beaufschlagbar
sind. Alternativ kann eine Vorrichtung vorhanden sein, die den Scanner 67 und die
Strahlablenkeinrichtung 66 integriert; eine solche Vorrichtung kann beispielsweise
mit einem sogenannten deformierbaren Spiegel ausgebildet sein. In weiteren alternativen
Ausführungsformen könnte die Funktion des Scanners 67 beispielsweise von einem verfahrbaren
Probentisch übernommen werden. Das von dem Objektiv 28 aus der Probe 2 empfangene
Fluoreszenzlicht 7 propagiert entlang des Hauptstrahlengangs 63 in dem Anregungslicht
6 entgegengesetzter Richtung, wobei es von den Strahleinkopplern 62 transmittiert
wird. Das Fluoreszenzlicht 7 wird mit einer Linse 69 durch eine konfokale Lochblende
70 fokussiert, mit einer weiteren Linse 69 kollimiert und mit einem dichroitischen
Strahlteiler 71 in zwei Wellenlängenbereiche, die den Emissionsbereich des einen bzw.
des anderen Fluoreszenzfarbstoffs umfassen, aufgespalten. Das Fluoreszenzlicht 7 wird
jeweils mit einem Bandpassfilter 72 von Streulicht getrennt und mit zwei Detektoren
30 detektiert. Die optischen Komponenten des Laserscanningmikroskops 24 sind über
einen gemeinsamen mechanischen Träger 73, beispielsweise eine optische Montageplatte
74, verbunden. Erfindungsgemäß ist an den mechanischen Träger 73 eine Messeinrichtung
17 mit einem Sensor 32 für eine Störung angekoppelt, der hier als Erschütterungssensor
75 ausgeführt ist und der Messung von über den gemeinsamen Träger 73 oder über Luftbewegungen
auf das Messsystem eingekoppelten Vibrationen dient. Das Laserscanningmikroskop 24
verfügt über eine Steuereinheit 76 mit einer Ablaufsteuerung zur Ausführung des in
Fig. 1 oder des in Fig. 2 dargestellten Verfahrens und Funktionseinheiten zur Steuerung
der Laserlichtquellen 54, des Scanners 67 und der EODs 59 sowie zur Verarbeitung der
von den Detektoren 30 detektierten Fluoreszenzlichtsignale und deren Speicherung in
einem Datenspeicher 45, beispielsweise in einem der in Fig. 4 oder Fig. 5 dargestellten
Datenformate 42. Die Steuereinheit 76 kann dabei weitere Funktionen, insbesondere
Analyse- und Visualisierungsfunktionen beinhalten. Die Funktionseinheiten können integriert
oder auch als separate Einheiten ausgeführt sein. Zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens verfügt die Steuereinheit 76 über einen Signaleingang 77 für die von dem
Sensor 32 registrierte Störung. Die Ablaufsteuerung ist so konfiguriert, dass sie
bei jeder Messung einer Fluoreszenzintensität auch den aktuellen Messwert des Sensors
32 erfasst und zusammen mit der Anzahl der detektierten Fluoreszenzphotonen sowie
der aktuellen Position des Intensitätsminimums 4 der Intensitätsverteilung 5 speichert.
Sofern der Sensor 32 nur die Überschreitung eines Grenzwerts in digitaler Form anzeigt,
speichert die Ablaufsteuerung mit der Fluoreszenzintensität eine die Überschreitung
des Grenzwertes anzeigende Kennung. Alternativ ist die Ablaufsteuerung so konfiguriert,
dass sie die Messung bei Überschreiten eines ersten Grenzwerts 20 des Störsignals
aussetzt, bis das Störsignal wieder unterhalb des ersten Grenzwerts oder eines zweiten
Grenzwerts 21 liegt.
[0064] Das in
Fig. 7 gezeigte erfindungsgemäße Laserscanningmikroskop 24 entspricht in seinem Aufbau dem
in Fig. 6 gezeigten Laserscanningmikroskop 24, jedoch ist es hier mit nur einer Laserlichtquelle
54 zur Bereitstellung von Anregungslicht 6 einer Wellenlänge 55 und nur einem Detektor
30 zur Detektion von Fluoreszenzlicht 7 ausgestattet. Entsprechend sind auch die Strahlteiler
58, 60, 71 und Strahleinkoppler 62 zur Vereinigung bzw. zur Trennung des Anregungslichts
6 unterschiedlicher Wellenlängen 55, 56 und zur Trennung des Fluoreszenzlichts 7 unterschiedlicher
Wellenlängen entfallen. Abweichend von Fig. 6 ist das hier gezeigte Laserscanningmikroskop
mit mehreren, an verschiedenen Stellen positionierten Sensoren 32 ausgestattet, wobei
ein Sensor 32 als Erschütterungssensor 75 und zwei weitere Sensoren 32 als Strömungssensoren
78 ausgeführt sind. Der Erschütterungssensor 75 ist mechanisch mit der Montageplatte
74 verbunden. Die Strömungssensoren 78 sind an besonders empfindlichen bzw. besonders
exponierten Stellen des Laserscanningmikroskops 24, beispielsweise in der Nähe des
Objektivs 28 oder in der Nähe offener Strahlwege, positioniert.
[0065] Das in
Fig. 8 gezeigte erfindungsgemäße Laserscanningmikroskop 24 entspricht in seinem Aufbau dem
in Fig. 7 gezeigten Laserscanningmikroskop 24, jedoch ist die Messeinrichtung 17 zur
Erfassung einer Störung durch eine Hilfslichtquelle 39, beispielsweise einen im infraroten
Spektralbereich emittierenden Laser, und einen Lichtdetektor 34 in Form eines segmentierten
Detektors 36 ausgebildet. Dabei wird der von der Hilfslichtquelle 39 emittierte Messlichtstrahl
40 mit Hilfe zweier dichroitischer Strahlteiler 71 in den Strahlengang 27 ein- und
an anderer Stelle wieder ausgekoppelt, so dass der Messlichtstrahl 40 teilweise im
Strahlengang 27 des Anregungslichts 41 verläuft. Etwaige Störungen, die auf die strahlführenden
Elemente 79 des Anregungslichts 6 übertragen werden und zu einer Veränderung der Lage
des fokussierten Anregungslichts 6 in der Probe 2 führen, werden so auch auf den Messlichtstrahl
40 übertragen und können durch Änderung der Lage des Messlichtstrahls 40 auf dem segmentierten
Detektor 36 erfasst werden.
[0066] Das in
Fig. 9 gezeigte erfindungsgemäße Laserscanningmikroskop 24 entspricht in seinem Aufbau dem
in Fig. 8 gezeigten Laserscanningmikroskop 24, jedoch verläuft der Messlichtstrahl
40 hier nicht teilweise zusammen mit dem Anregungslichtstrahl 41, sondern vollständig
getrennt von diesem. Als Lichtdetektor 34 ist hier ein positionssensitiver Detektor
35, beispielsweise eine positionsempfindliche großflächige, analoge Fotodiode oder
eine Quadrantendiode, vorgesehen. Störungen, die über den gemeinsamen mechanischen
Träger 73 auf die Elemente des Laserscanningmikroskops 24 übertragen werden, gelangen
über die strahlführenden Elemente 79 des Messlichtstrahls 40 sowie die Halterung der
Hilfslichtquelle 39 auch auf den Messlichtstrahl 40 und führen zu einer Lageänderung
des Messlichtstrahls 40 auf dem positionssensitiven Detektor 35. Auch wird der Messlichtstrahl
40 ebenso wie der Anregungslichtstrahl 41 durch akustische Störungen oder durch Luftströmungen
beeinflusst und kann diese daher erfassen.
[0067] Das in
Fig. 10 gezeigte erfindungsgemäße Laserscanningmikroskop 24 entspricht in seinem Aufbau dem
in Fig. 8 gezeigten Laserscanningmikroskop 24, jedoch wird der Messlichtstrahl 40
hier nicht von einer Hilfslichtquelle 39 bereitgestellt, sondern aus dem Anregungsstrahl
41 mit einem Strahlteiler 80 ausgekoppelt. Die Messeinrichtung 17 zur Messung der
Störung ist hier als (Michelson-)Interferometer 38 mit einem Strahlteilerwürfel 81
und zwei Spiegeln 57 zur Rückreflexion der beiden Teilstrahlen 82 ausgebildet; andere
Interferometer-Typen sind ebenso einsetzbar, insbesondere Mach-Zehnder-Interferometer.
Die Arme des Interferometers 38 sind räumlich dicht an den Strahlengängen des Anregungslichts
6 und des Fluoreszenzlichts 7 angeordnet, und die Spiegel 57 des Interferometers 38
sind auf dem gleichen mechanischen Träger 73 montiert wie die übrigen Komponenten
des Laserscanningmikroskops 24. Alternativ ist auch eine Montage des oder der Spiegel
57 an einer der übrigen Komponenten des Laserscanningmikroskops 24 möglich. Hinter
dem Austrittsport des Interferometers 38 ist der Lichtdetektor 34 platziert, beispielsweise
eine Fotodiode oder ein Fotomultiplier. Naturgemäß reagiert das Interferometer 38
sehr empfindlich auf Erschütterungen, auf (turbulente) Luftströmungen und Schall und
übersetzt diese Störungen in Helligkeitsschwankungen auf dem Lichtdetektor 34. Zur
weiteren Steigerung der Empfindlichkeit kann das Interferogramm auch mit einem räumlich
auflösenden Detektor, speziell einer Kamera, aufgenommen und das Interferenzmuster
mit einer Bildverarbeitung auf Änderungen untersucht werden.
[0068] In
Fig. 11 sind drei Abtastpositionen 9 aus der Abfolge 8 einer erfindungsgemäßen Verfahrensvariante
gezeigt, bei der das Fluoreszenzfarbstoffmolekül 3 im fluoreszenten Zustand 22 mit
einer ein lokales Intensitätsmaximum 12 aufweisenden Intensitätsverteilung 5 des Anregungslichts
6 und einer ein lokales Intensitätsminimum 4 aufweisenden Intensitätsverteilung 5
von Fluoreszenzverhinderungslicht 11 beleuchtet wird. Die Abtastpositionen 9 sind
wie in Fig. 3 auf den Ecken eines regelmäßigen Sechsecks angeordnet, allerdings erfolgt
die Beleuchtung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls 3 an der 1. Abtastposition 13, der
2. Abtastposition 48 und der 3. Abtastposition hier nicht entlang einer Umlaufrichtung
des Sechsecks, sondern in einer beliebigen Reihenfolge.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 1
- Ort
- 2
- Probe
- 3
- Fluoreszenzfarbstoffmolekül
- 4
- lokales Intensitätsminimum
- 5
- Intensitätsverteilung
- 6
- Anregungslicht
- 7
- Fluoreszenzlicht
- 8
- Abfolge
- 9
- Abtastposition
- 10
- Anzahl
- 11
- Fluoreszenzverhinderungslicht
- 12
- lokales Intensitätsmaximum
- 13
- 1. Abtastposition
- 14
- 3. Abtastposition
- 17
- Messeinrichtung
- 18
- Wahrheitswert
- 20
- erster Grenzwert
- 21
- zweiter Grenzwert
- 22
- fluoreszenter Zustand
- 23
- Dunkelzustand
- 24
- Laserscanningmikroskop
- 25
- Anregungslichtquelle
- 26
- Phasenmodulationselement
- 27
- Strahlengang
- 28
- Objektiv
- 30
- Detektor
- 31
- Zählereignisse
- 32
- Sensor
- 34
- Lichtdetektor
- 35
- positionssensitiver Detektor
- 36
- segmentierter Detektor
- 38
- Interferometer
- 39
- Hilfslichtquelle
- 40
- Messlichtstrahl
- 41
- Anregungslichtstrahl
- 42
- Datenformat
- 43
- Kennung
- 44
- Tupel
- 45
- Datenspeicher
- 46
- Störsignal
- 47
- Beleuchtungsintervall
- 48
- 2. Abtastposition
- 49
- Unterbrechung
- 50
- Zeitpunkt
- 51
- 5. Abtastposition
- 52
- x-Koordinate
- 53
- y-Koordinate
- 54
- Laserlichtquelle
- 55
- Wellenlänge
- 56
- Wellenlänge
- 57
- Spiegel
- 58
- Strahlkoppler
- 59
- elektrooptischer Deflektor (EOD)
- 60
- Strahlteiler
- 61
- Flüssigkristallmodulatoren
- 62
- Strahleinkoppler
- 63
- Hauptstrahlengang
- 64
- Notchfilter
- 65
- Scanlinse
- 66
- Strahlablenkeinrichtung
- 67
- Scanner
- 68
- Tubuslinse
- 69
- Linse
- 70
- Lochblende
- 71
- dichroitischer Strahlteiler
- 72
- Bandpassfilter
- 73
- mechanischer Träger
- 74
- Montageplatte
- 75
- Erschütterungssensor
- 76
- Steuereinheit
- 77
- Signaleingang
- 78
- Strömungssensor
- 79
- strahlführendes Element
- 80
- Strahlteiler
- 81
- Strahlteilerwürfel
- 82
- Teilstrahl
1. Verfahren zur Bestimmung von Orten einzelner an eine Struktur in einer Probe (2) gekoppelter
Fluoreszenzfarbstoffmoleküle umfassend die Verfahrensschritte
- sequenzielles Beleuchten eines einzelnen, räumlich isolierten Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
(3) mit einer ein lokales Intensitätsminimum (4) aufweisenden Intensitätsverteilung
(5) eines Anregungslichts (6) oder mit einer Intensitätsverteilung (5) eines Anregungslichts
(6) und einer zur Intensitätsverteilung (5) des Anregungslichts (6) im Wesentlichen
komplementären, ein lokales Intensitätsminimum (4) aufweisenden Intensitätsverteilung
(5) eines Fluoreszenzverhinderungslichts (11) an einer Abfolge (8) von unterschiedlichen
Abtastpositionen (9) des lokalen Intensitätsminimums (4) zur Anregung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
(3) zur Abgabe von Fluoreszenzlicht (7);
- Detektieren der Anzahl (10) von Fluoreszenzphotonen des Fluoreszenzlichts (7) und
Zuordnen der Anzahl (10) der Fluoreszenzphotonen zu der jeweiligen Abtastposition
(9) bei jedem Schritt der Abfolge (8);
- Bestimmen des Orts (1) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls (3) aus der Menge von einander
zugeordneten Anzahlen (10) von Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen (9) mit einer
Genauigkeit unterhalb einer Abmessung eines beugungsbegrenzten Volumens in einer Raumrichtung;
dadurch gekennzeichnet, dass während des Beleuchtens der Probe die Größe einer Störung bestimmt wird und dass
jedem Element der Menge von einander zugeordneten Anzahlen (10) von Fluoreszenzphotonen
und Abtastpositionen (9) ein Gewichtungsfaktor zugeordnet wird, dessen Wert sich aus
der Größe der Störung während des Detektierens der Fluoreszenzphotonen an der jeweiligen
Abtastposition (9) bestimmt, und dass bei der Bestimmung des Orts (1) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
(3) die Elemente der Menge von einander zugeordneten Anzahlen (10) von Fluoreszenzphotonen
und Abtastpositionen (9) entsprechend ihrem Gewichtungsfaktor berücksichtigt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die das lokale Intensitätsminimum (4) aufweisende Intensitätsverteilung (5) bis auf
eine Translation für alle Abtastpositionen (9) gleich ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe der Störung als Funktion der Zeit gespeichert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gewichtungsfaktor der Wert null zugewiesen wird, wenn während des Detektierens
der Fluoreszenzphotonen die Größe der Störung einen Grenzwert erreicht oder überschritten
hat.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass den Gewichtungsfaktoren diskrete Werte zugeordnet werden, insbesondere wobei die
diskreten Werte binäre Werte sind, die das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein oder
das Überschreiten eines Grenzwerts der Störung kennzeichnen.
6. Verfahren zur Bestimmung von Orten einzelner an eine Struktur in einer Probe (2) gekoppelter
Fluoreszenzfarbstoffmoleküle umfassend die Verfahrensschritte
- sequenzielles Beleuchten eines einzelnen, räumlich isolierten Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
(3) mit einer ein lokales Intensitätsminimum (4) aufweisenden Intensitätsverteilung
(5) eines Anregungslichts (6) oder mit einer Intensitätsverteilung (5) eines Anregungslichts
(6) und einer zur Intensitätsverteilung (5) des Anregungslichts (6) im Wesentlichen
komplementären, ein lokales Intensitätsminimum (4) aufweisenden Intensitätsverteilung
(5) eines Fluoreszenzverhinderungslichts (11) an einer Abfolge (8) von unterschiedlichen
Abtastpositionen (9) des lokalen Intensitätsminimums (4) zur Anregung des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls
(3) zur Abgabe von Fluoreszenzlicht (7);
- Detektieren der Anzahl (10) von Fluoreszenzphotonen des Fluoreszenzlichts (7) und
Zuordnen der Anzahl (10) der Fluoreszenzphotonen zu der jeweiligen Abtastposition
(9) bei jedem Schritt der Abfolge (8);
- Bestimmen des Orts (1) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls aus der Menge von einander
zugeordneten Anzahlen (10) von Fluoreszenzphotonen und Abtastpositionen (9) mit einer
Genauigkeit unterhalb einer Abmessung eines beugungsbegrenzten Volumens in einer Raumrichtung;
dadurch gekennzeichnet, dass während des Beleuchtens der Probe die Größe einer Störung bestimmt wird und dass
das Beleuchten des Farbstoffmoleküls (3) an der Abfolge von Abtastpositionen (9) und
das Detektieren der Fluoreszenzphotonen unterbrochen wird, wenn die Größe der Störung
einen ersten Grenzwert (20) überschreitet.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Beleuchten des Farbstoffmoleküls (3) an der Abfolge von Abtastpositionen (9)
fortgesetzt wird, wenn die Größe der Störung einen zweiten Grenzwert (21) unterschreitet,
wobei der zweite Grenzwert (21) identisch mit dem ersten Grenzwert (20) oder kleiner
als der erste Grenzwert (20) ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Grenzwert (21) kleiner ist als der erste Grenzwert (20).
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Störung mit einem Erschütterungssensor (75), einem Beschleunigungssensor, einem
optischen, kapazitiven oder induktiven Abstandssensor, einem Positionssensor, einem
Mikrofon, einem Drucksensor, einem Strömungssensor (78), einem Temperatursensor oder
mit einer Kombination verschiedener solcher Sensoren erfasst wird, oder
- die Störung erfasst wird, indem aus einem Strahlengang (27) des Anregungslichts
(6) ein geringer Teil des Anregungslichts (6) ausgekoppelt und auf einen Lichtdetektor
(34) gerichtet wird, oder
- die Störung mit Hilfe eines Messlichtstrahls (40) und eines Lichtdetektors (34)
erfasst wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtdetektor (34) als positionssensitiver Detektor (35) und/oder als segmentierter
Detektor (36) ausgebildet ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Lichtdetektor (34) ein Interferometer (38) angeordnet ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Ort (1) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls (3) wiederholt bestimmt wird, insbesondere
wobei aus den Orten (1) des Fluoreszenzfarbstoffmoleküls (3) eine Trajektorie des
Fluoreszenzfarbstoffmoleküls (3) in der Probe (2) generiert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Verfahren die Orte (1) mehrerer unterschiedlicher Farbstoffmoleküle (3) bestimmt
werden, insbesondere wobei aus den Orten (1) der Farbstoffmoleküle (3) ein hochaufgelöstes
Bild der Struktur in der Probe (2) generiert wird.
14. Laserscanningmikroskop (24) mit
- einer Laserlichtquelle (54) zur Bereitstellung von Anregungslicht (6);
- einem Phasenmodulationselement (26) in einem Strahlengang (27) des Anregungslichts
(6);
- einem Objektiv (28), das das Anregungslicht (6) in eine Probe (2) fokussiert und
Fluoreszenzlicht (7) aus der Probe (2) empfängt;
- einer Strahlablenkeinrichtung (66);
- einem Detektor (30) für aus der Probe empfangenes Fluoreszenzlicht (7);
dadurch gekennzeichnet, dass das Laserscanningmikroskop (24) eine Messeinrichtung (17) zur Erfassung einer Störung
aufweist oder mit einer solchen Messeinrichtung (17) synchronisiert betreibbar ist
und dass es dazu ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13
auszuführen.
15. Laserscanningmikroskop (24) mit
- einer Laserlichtquelle (54) zur Bereitstellung von Anregungslicht (6);
- einer Laserlichtquelle (54) zur Bereitstellung von Fluoreszenzverhinderungslicht
(11);
- einem Phasenmodulationselement (26) in einem Strahlengang (27) des Fluoreszenzverhinderungslichts
(11);
- einem Objektiv (28), das das Anregungslicht (6) und das Fluoreszenzverhinderungslicht
(11) in eine Probe (2) fokussiert und Fluoreszenzlicht (7) aus der Probe (2) empfängt;
- einer Strahlablenkeinrichtung (66);
dadurch gekennzeichnet, dass das Laserscanningmikroskop (24) eine Messeinrichtung (17) zur Erfassung einer Störung
aufweist oder mit einer solchen Messeinrichtung (17) synchronisiert betreibbar ist
und dass es dazu ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13
auszuführen.
1. A method for determining locations of individual fluorescent dye molecules coupled
to a structure in a sample (2) comprising the method steps of
- sequential illumination of an individual, spatially isolated fluorescent dye molecule
(3) by an intensity distribution (5) of an excitation light (6) comprising a local
intensity minimum (4) or by an intensity distribution (5) of an excitation light (6)
and an intensity distribution (5) of a fluorescence-preventing light (11) comprising
a local intensity minimum (4) and substantially complementary to the intensity distribution
(5) of the excitation light (6) at a sequence (8) of different scan positions (9)
of the local intensity minimum (4) for exciting the fluorescent dye molecule (3) to
emit fluorescence light (7);
- detecting the number (10) of fluorescence photons of the fluorescence light (7)
and assigning the number (10) of fluorescence photons to the respective scan position
(9) at each step of the sequence (8);
- determining the location (1) of the fluorescent dye molecule (3) from the set of
associated numbers (10) of fluorescence photons and scan positions (9) with an accuracy
below a dimension of a diffraction-limited volume in a spatial direction;
characterized in that during the illumination of the sample the magnitude of a disturbance is determined
and that a weighting factor is assigned to each element of the set of associated numbers
(10) of fluorescence photons and scan positions (9), the value of which is determined
from the magnitude of the disturbance during the detection of the fluorescence photons
at the respective scan position (9), and
in that the elements of the set of assigned numbers (10) of fluorescence photons and scan
positions (9) are taken into account in accordance with their weighting factor when
determining the location (1) of the fluorescent dye molecule (3).
2. The method according to claim 1, characterized in that the intensity distribution (5) comprising the local intensity minimum (4) is the
same for all scan positions (9) except for a translation.
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the magnitude of the disturbance is stored as a function of time.
4. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the weighting factor is assigned the value zero if during the detection of the fluorescence
photons the magnitude of the disturbance has reached or exceeded a threshold value.
5. The method according to one of the claims 1 to 4, characterized in that discrete values are assigned to the weighting factors, particularly wherein the discrete
values are binary values indicating the presence or absence or exceeding of a limit
value of the disturbance.
6. A method for determining locations of individual fluorescent dye molecules coupled
to a structure in a sample (2) comprising the steps of
- sequential illumination of an individual, spatially isolated fluorescent dye molecule
(3) by an intensity distribution (5) of an excitation light (6) comprising a local
intensity minimum (4) or by an intensity distribution (5) of an excitation light (6)
and an intensity distribution (5) of a fluorescence-preventing light (11) comprising
a local intensity minimum (4) and substantially complementary to the intensity distribution
(5) of the excitation light (6) at a sequence (8) of different scan positions (9)
of the local intensity minimum (4) for exciting the fluorescent dye molecule (3) to
emit fluorescence light (7);
- detecting the number (10) of fluorescence photons of the fluorescence light (7)
and assigning the number (10) of fluorescence photons to the respective scan position
(9) at each step of the sequence (8);
- determining the location (1) of the fluorescent dye molecule from the set of associated
numbers (10) of fluorescence photons and scan positions (9) with an accuracy below
a dimension of a diffraction-limited volume in a spatial direction;
characterized in that during the illumination of the sample (2) the magnitude of a disturbance is determined,
and
in that the illumination of the dye molecule (3) at the sequence (8) of scan positions (9)
and the detection of the fluorescence photons is interrupted when the magnitude of
the disturbance exceeds a first limit value (20).
7. The method according to claim 6, characterized in that the illumination of the dye molecule (3) at the sequence (8) of scan positions (9)
is continued when the magnitude of the disturbance falls below a second limit value
(21), wherein the second limit value (21) is identical to the first limit value (20)
or smaller than the first limit value (20).
8. The method according to claim 7, characterized in that the second limit value (21) is smaller than the first limit value (20).
9. The method according to one of the claims 1 to 8,
characterized in that
- the disturbance is detected with a vibration sensor (75), an acceleration sensor,
an optical, capacitive or inductive distance sensor, a position sensor, a microphone,
a pressure sensor, a flow sensor (78), a temperature sensor or with a combination
of different such sensors, or
- the disturbance is detected by decoupling a small part of the excitation light (6)
from a beam path (27) of the excitation light (6) and directing it onto a light detector
(34), or
- the disturbance is detected by means of a measuring light beam (40) and a light
detector (34).
10. The method according to claim 9, characterized in that the light detector (34) is configured as a position-sensitive detector (35) and/or
as a segmented detector (36).
11. The method according to claim 9 or 10, characterized in that an interferometer (38) is arranged in front of the light detector (34).
12. The method according to one of the claims 1 to 11, characterized in that the location (1) of the fluorescent dye molecule (3) is determined repeatedly, particularly
wherein a trajectory of the fluorescent dye molecule (3) in the sample (2) is generated
from the locations (1) of the fluorescent dye molecule (3).
13. The method according to one of the claims 1 to 12, characterized in that the locations (1) of several different dye molecules (3) are determined by the method,
particularly wherein a high-resolution image of the structure in the sample (2) is
generated from the locations (1) of the dye molecules (3).
14. A laser scanning microscope (24) comprising
- a laser light source (54) for providing excitation light (6);
- a phase modulation element (26) in a beam path (27) of the excitation light (6);
- an objective (28) configured to focus the excitation light (6) into a sample (2)
and to receive fluorescence light (7) from the sample (2);
- a beam deflection device (66);
- a detector (30) for fluorescence light (7) received from the sample (2);
characterized in that the laser scanning microscope (24) comprises a measuring device (17) for detecting
a disturbance or is operable in synchronization with such a measuring device (17),
and
in that it is configured to carry out the method according to one of the claims 1 to 13.
15. A laser scanning microscope (24) comprising
- a laser light source (54) for providing excitation light (6);
- a laser light source (54) for providing fluorescence-preventing light (11);
- a phase modulation element (26) in a beam path (27) of the fluorescence-preventing
light (11);
- an objective (28) configured to focus the excitation light (6) and the fluorescence-preventing
light (11) into a sample (2) and to receive fluorescence light (7) from the sample
(2);
- a beam deflection device (66);
characterized in that the laser scanning microscope (24) comprises a measuring device (17) for detecting
a disturbance or is operable in synchronization with such a measuring device (17),
and
in that it is configured to carry out the method according to one of the claims 1 to 13.
1. Procédé pour déterminer les emplacements de molécules de colorant fluorescent individuelles
couplées à une structure dans un échantillon (2), comprenant les étapes de procédé
suivantes
- illumination séquentielle d'une molécule de colorant fluorescent (3) individuelle,
isolée dans l'espace, avec une distribution d'intensité (5) d'une lumière d'excitation
(6) présentant un minimum local d'intensité (4) ou avec une distribution d'intensité
(5) d'une lumière d'excitation (6) et une distribution d'intensité (5) d'une lumière
d'inhibition de fluorescence (11) présentant un minimum local d'intensité (4) sensiblement
complémentaire de la distribution d'intensité (5) de la lumière d'excitation (6),
à une séquence (8) de différentes positions de balayage (9) du minimum local d'intensité
(4) pour exciter la molécule de colorant de fluorescence (3) pour l'émission de lumière
fluorescente (7);
- détecter le nombre (10) de photons fluorescents de la lumière fluorescente (7) et
associer le nombre (10) de photons fluorescents à la position de balayage (9) respective
à chaque étape de la séquence (8) ;
- déterminer l'emplacement (1) de la molécule de colorant fluorescent (3) à partir
de l'ensemble de nombres (10) de photons fluorescents et de positions de balayage
(9) associés les uns aux autres avec une précision inférieure à une dimension d'un
volume limité par diffraction dans une direction spatiale;
caractérisé en ce que, pendant l'illumination de l'échantillon, la grandeur d'une perturbation est déterminée
et
en ce qu'un facteur de pondération est attribué à chaque élément de l'ensemble de nombres (10)
de photons fluorescents et de positions de balayage (9) associés les uns aux autres,
dont la valeur est déterminée à partir de la grandeur de la perturbation pendant la
détection des photons de fluorescence à la position de balayage respective (9), et
en ce que, lors de la détermination de l'emplacement (1) de la molécule de colorant fluorescent
(3), les éléments de l'ensemble de nombres (10) de photons de fluorescence et de positions
de balayage (9) associés les uns aux autres sont pris en compte conformément à leur
facteur de pondération.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la distribution d'intensité (5) présentant le minimum local d'intensité (4) est identique,
à une translation près, pour toutes les positions de balayage (9).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la grandeur de la perturbation est mémorisée en fonction du temps.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la valeur zéro est attribuée au facteur de pondération si, pendant la détection des
photons de fluorescence, la grandeur de la perturbation a atteint ou dépassé une valeur
limite.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que des valeurs discrètes sont attribuées aux facteurs de pondération, en particulier
dans lequel les valeurs discrètes sont des valeurs binaires caractérisant la présence
ou l'absence ou le dépassement d'une valeur limite de la perturbation.
6. Procédé pour déterminer les emplacements de molécules de colorant fluorescent individuelles
couplées à une structure dans un échantillon (2), comprenant les étapes de procédé
suivantes
- illumination séquentielle d'une molécule de colorant fluorescent (3) individuelle,
isolée dans l'espace, avec une distribution d'intensité (5) d'une lumière d'excitation
(6) présentant un minimum local d'intensité (4) ou avec une distribution d'intensité
(5) d'une lumière d'excitation (6) et une distribution d'intensité (5) d'une lumière
d'inhibition de fluorescence (11) présentant un minimum local d'intensité (4) sensiblement
complémentaire de la distribution d'intensité (5) de la lumière d'excitation (6),
à une séquence (8) de différentes positions de balayage (9) du minimum local d'intensité
(4) pour exciter la molécule de colorant fluorescent (3) pour l'émission de lumière
fluorescente (7);
- détecter le nombre (10) de photons fluorescents de la lumière fluorescente (7) et
associer le nombre (10) de photons fluorescents à la position de balayage (9) respective
à chaque étape de la séquence (8);
- déterminer l'emplacement (1) de la molécule de colorant fluorescent à partir de
l'ensemble de nombres (10) de photons fluorescents et de positions de balayage (9)
associés les uns aux autres avec une précision inférieure à une dimension d'un volume
limité par diffraction dans une direction spatiale;
caractérisé en ce que, pendant l'illumination de l'échantillon, la grandeur d'une perturbation est déterminée
et
en ce que l'illumination de la molécule de colorant (3) à la séquence de positions de balayage
(9) et la détection des photons de fluorescence sont interrompues lorsque la grandeur
de la perturbation dépasse une première valeur limite (20).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'illumination de la molécule de colorant (3) à la séquence de positions de balayage
(9) est poursuivie lorsque la grandeur de la perturbation est inférieure à une deuxième
valeur limite (21), la deuxième valeur limite (21) étant identique à la première valeur
limite (20) ou inférieure à la première valeur limite (20).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que la deuxième valeur limite (21) est inférieure à la première valeur limite (20).
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
- la perturbation est détectée par un capteur de vibrations (75), un capteur d'accélération,
un capteur de distance optique, capacitif ou inductif, un capteur de position, un
microphone, un capteur de pression, un capteur de flux (78), un capteur
de température ou avec une combinaison de différents capteurs de ce type, ou
- la perturbation est détectée en découplant d'un trajet de faisceau (27) de la lumière
d'excitation (6) une faible partie de la lumière d'excitation (6) et en la dirigeant
sur un détecteur de lumière (34), ou
- la perturbation est détectée à l'aide d'un faisceau lumineux de mesure (40) et d'un
détecteur de lumière (34).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que le détecteur de lumière (34) est conçu comme un détecteur sensible à la position
(35) et/ou comme un détecteur segmenté (36).
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce qu'un interféromètre (38) est disposé avant le détecteur de lumière (34).
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'emplacement (1) de la molécule de colorant fluorescent (3) est déterminé de manière
répétée, en particulier dans lequel une trajectoire de la molécule de colorant fluorescent
(3) dans l'échantillon (2) est générée à partir des emplacements (1) de la molécule
de colorant fluorescent (3).
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que les emplacements (1) de plusieurs molécules de colorant (3) différentes sont déterminés
par le procédé, en particulier dans lequel une image à haute résolution de la structure
dans l'échantillon (2) est générée à partir des emplacements (1) des molécules de
colorant (3).
14. Microscope à balayage laser (24) avec
- une source de lumière laser (54) pour fournir une lumière d'excitation (6);
- un élément de modulation de phase (26) dans un trajet de faisceau (27) de la lumière
d'excitation (6);
- un objectif (28) qui focalise la lumière d'excitation (6) dans un échantillon (2)
et reçoit la lumière de fluorescence (7) de l'échantillon (2);
- un dispositif de déviation du faisceau (66);
- un détecteur (30) de lumière fluorescente (7) reçue de l'échantillon;
caractérisé en ce que le microscope à balayage laser (24) comporte un dispositif de mesure (17) pour détecter
une perturbation ou peut fonctionner de manière synchronisée avec un tel dispositif
de mesure (17) et
en ce qu'il est conçu pour mettre en oeuvre le procédé selon l'une des revendications 1 à 13.
15. Microscope à balayage laser (24) avec
- une source de lumière laser (54) pour fournir une lumière d'excitation (6);
- une source de lumière laser (54) pour fournir une lumière d'inhibition de fluorescence
(11);
- un élément de modulation de phase (26) dans un trajet de faisceau (27) de la lumière
d'inhibition de fluorescence (11);
- un objectif (28) qui focalise la lumière d'excitation (6) et la lumière d'inhibition
de fluorescence (11) dans un échantillon (2) et reçoit la lumière de fluorescence
(7) de l'échantillon (2);
- un dispositif de déviation du faisceau (66);
caractérisé en ce que le microscope à balayage laser (24) comporte un dispositif de mesure (17) pour détecter
une perturbation ou peut fonctionner de manière synchronisée avec un tel dispositif
de mesure (17) et
en ce qu'il est conçu pour mettre en oeuvre le procédé selon l'une des revendications 1 à 13.